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Gewaschene Füße 701

Administrator Beiträge: 5386 Forumgründer *****
Gewaschene Füße
« am: Juli 29, 2011, 06:46:37 Nachmittag »
DER HERR schildert uns im "Großen Evangelium Johannes" Sein Abschiedsmahl mit den Jüngern:

"Nachdem die Mittagszeit herangekommen war, hieß Ich die Meinen aufbrechen, und wir begaben uns gemächlichen Schrittes wieder nach der Landstraße zwischen Jerusalem und Jericho. Es war aber heute der Tag des Osterlamms, und die Meinen fragten Mich, ob und wo Ich dasselbe mit ihnen essen wolle. Ich bejahte die erstere Frage und Verlangte, zweie sollten vor uns in die Stadt gehen und dort das Lamm bereiten, sodann wolle Ich mit den übrigen nachkommen.

Es lebte aber in der Stadt ein Mensch, welcher zu der Zahl derer gehörte, die von Mir schon im Anfange Meiner Lehrzeit gesundgemacht worden waren. Dieser war ein treuer Anhänger Meiner Lehre und fürchtete sich nicht vor den Juden und den mißgünstigen Pharisäern. Er hatte eine kleinere Herberge, die stets von Gästen guten Standes besucht wurde. Namentlich Verkehrten viele Römer bei ihm, die nach Jerusalem reisten. Er stand daher gut im Ansehen des Volkes wie auch in seinem Lebensunterhalt. Dieser Wirt hatte Mich schon früher durch Meine Jünger des öfteren bitten lassen, bei ihm einzukehren.

Zu ihm sandte Ich nun Petrus und Johannes, um das Osterlamm daselbst zu bereiten. Als Zeichen, wo dessen Haus zu finden sei, gab Ich ihnen an, sie sollten einem Menschen folgen, der einen Wasserkrug in dieses Haus tragen werde.

Beide Jünger waren dem Besitzer nicht unbekannt. Und als er Mein Verlangen hörte, ließ er sogleich in seiner Wohnung seinen besten Saal, den er sonst bei Familienfesten für sich selbst gebrauchte, herrichten, damit wir dort ungestört dem Brauche des Osterlammes folgen konnten, den er selbst als ein nach der Meinung des Tempels abgefallener Israelit nicht mehr beachtete, zumal er eine Griechin zur Frau hatte, mit der er nach Meiner Lehre lebte.

Dies war also der Inhaber des gepflasterten Saales, von dem die Evangelisten mit Ausnahme des Johannes berichten, weil es ihnen später sehr wichtig schien, anzugeben, wo das Abendmahl stattgefunden hat — während Johannes sich nur um die hier gesprochenen Worte und nicht um das Äußere kümmerte.

Es war Abend geworden, als Ich mit den Meinen ankam. Nachdem wir von unserem Gastgeber und dessen Familie freudig begrüßt worden waren, wurden wir unter der Versicherung, daß niemand uns hier stören werde, in den erwähnten Saal geführt, wo wir uns zu dem bereiteten Osterlamme niederließen.

Was an diesem Abend gesprochen worden ist, hat der Evangelist Johannes genau aufgezeichnet und ist daselbst nachzulesen. Hier ist nur einiges noch nachzuholen, damit das Verständnis für die Ereignisse mehr gefördert werde.

Nachdem wir in der hergebrachten Sitte das Lamm verzehrt hatten, stand Ich auf, gürtete Mich und nahm die Fußwaschung vor, wodurch die tiefste Demütigung des Menschensohnes bezeigt wurde, da dies ein Geschäft der niedrigsten Diener und Sklaven war. Gleichzeitig wurde aber damit gesagt, daß niemand Meine Wege wandeln kann, ohne daß Ich ihm vorher die Werkzeuge gereinigt habe, welche es ihm ermöglichen, diese Wege zu gehen. Das heißt, des Menschen Herz muß von allem Staube der bisher gewandelten Landstraßen der Welt völlig gesäubert werden, und zwar bin Ich es, der ihm dazu die Mittel reicht. Es soll daher niemand diese Waschung fürchten, ansonst er keinen Teil an Mir haben wird.

Ich gab also hier den Jüngern eine tiefe Lehre in einer sinnbildlichen Handlung, wobei allerdings die Handlung nicht die Hauptsache war, sondern der in ihr steckende Kern alles bedeutete.

Wie aber Ich Meine Jünger reinigte, so sollen auch die Menschen untereinander bemüht sein, sich zu reinigen, damit sie reinen Herzens, also mit 'gewaschenen' Füßen Mir wahrhaft nachfolgen können.

Es war nun Sitte, daß nach dem Mahl von dem Hausvater noch ein Bissen verabreicht wurde, indem er einen Spruch der Schrift dabei zu dem sagte, der diesen Bissen erhielt. Diese Sitte hat sich nicht bis zur Jetztzeit erhalten, wurde jedoch damals allgemein ausgeübt und galt bei vielen als eine Art Weissagung für die kommende Zeit. Während Ich nun diese Bissen bereitete, überfiel Meine Seele große Traurigkeit, und Ich sagte die Worte: 'Einer unter euch wird Mich verraten!'

Die Jünger, entsetzt über diesen Ausspruch, der ihnen dunkel erschien, bestürmten Mich mit Fragen, wie Ich das meine und wer Mich verraten könne. Ich lehnte aber jede Antwort ab und begann die Bissen zu verteilen, indem Ich jedem nach seinem Charakter noch eine Ermahnung sagte.

Petrus, der einer der ersten war, war am meisten von Meinem Ausspruche bedrückt und winkte dem Johannes, der Mir zunächst saß, er möge forschen, wer es wäre, den Ich meine.

Das 'An-der-Brust-Liegen' des Johannes ist durch Unkenntnis des Sprachgebrauchs vielfach falsch verstanden worden. Wir lagen nicht zu Tische, wie die Römer es taten — diese Sitte nahmen die Juden als heidnisch nie an, wie sie auch alles vermieden, was sie mit heidnischen Völkern hätte gemein machen können, — sondern wir saßen. Derjenige nun, dem eine besondere Freundesauszeichnung gegeben werden sollte, saß dem Hausvater zur Rechten und wurde von ihm dadurch geehrt, daß er ihm die Speisen zubereitete. Geschah dieses, so mußte sich der Hausvater ihm oftmals zuwenden, ihm die Brust entgegenbieten. Im Sprachgebrauch der damaligen Zeit bedeutete dieser Umstand eben das, was jetzt mit 'An-der-Brust-Liegen' übersetzt ist, wodurch allerdings ein anderer Begriff mit unterlaufen ist, der nicht beabsichtigt war.

Johannes fragte Mich nun leise, und ihm, als dem vertrautesten Meiner Jünger, sagte Ich: 'Der ist es, dem Ich den Bissen gebe!' — wonach Judas denselben erhielt mit den Worten: 'Was du tust, das tue bald!'

Natürlich konnten die anderen Jünger aus diesem Spruche nicht entnehmen, was Ich meinte. Judas aber, der ebenfalls durch Meinen ersten Ausspruch erschreckt war, da er sich getroffen fühlte, nahm diese Worte ganz als eine seinen Plänen zustimmende Aufforderung, erhob sich schnell und ging innerlich triumphierend hinaus.

Der ganze Hochmut eines zukünftigen Mitherrschers, der er durch Mich nun zu werden hoffte, sowie die größte Begierde, Ruhm und Ehre rücksichtslos einzuheimsen, erfüllten ihn, so daß Satan mit allen Hochmutsteufeln von seiner Seele Besitz nahm, die nur in dem Wunsch erglühte, zu herrschen und alle Gegner zu vernichten.

Hätte Ich aber nun dieses alles nicht vermeiden können?

Gewiß! Es stand hier aber dem Menschensohn die Wahl zu, allen Glanz und alle Ehre der Welt ergreifen zu können. Er mußte daher auch wahrhaft in die Lage kommen, zu wählen. Und hier nun lag für ihn die Entscheidung.

Daher sprach Ich nach des Judas Fortgang: 'Nun ist des Menschen Sohn verklärt. Und Gott ist verklärt in Ihm. Ist Gott verklärt in Ihm, so wird Ihn Gott auch verklären in Sich Selbst und wird Ihn bald verklären!' Das heißt also:

Der Menschensohn wird wahrhaft Gottes Sohn sein, und der Vater wird Sich bald für alle Ewigkeit mit Ihm vereinen. Ich gab nun Meinen Jüngern nochmals Meine gesamte Lehre in kurzen Worten wieder, wie es in der Schrift des Johannes zu lesen ist mit allen Reden und Gegenreden der Jünger, mit des Petrus und Philippus Einwänden und Meiner Entgegnung.

Es war aber über allen diesen Reden schon spät geworden, und Ich nahm nun das Brot nochmals, von dem Ich die ersten Bissen zubereitet hatte, und sagte zu den elfen: 'Nehme noch jeder einen Bissen, den Ich hier bereite! Es ist Mein Leib, das Fleisch gewordene Wort, welches in euch lebendig werden soll. — Nehmet auch diesen Kelch! Trinket alle daraus! Es ist Mein Blut, welches für euch zur Vergebung eurer Sünden vergossen werden wird. — Wer nicht Mein Fleisch isset und Mein Blut trinket, wird nimmermehr selig werden. Ihr wisset aber nun, wie ihr dieses zu verstehen habt, und werdet euch nicht mehr an solchen Worten stoßen. Esset, trinket, und solches tuet, so oft ihr es tuet, zu Meinem Gedächtnisse! Wo aber auch nur zwei solches tun werden zu Meinem Gedächtnis und sind versammelt in Meinem Namen, da bin auch Ich unter ihnen!'

Die Jünger taten nun also, wie Ich sie gelehrt hatte. So dann begaben wir uns aus dem Hause, nachdem Ich auch unserm Wirte gedankt hatte, der sich liebevoll von Mir verabschiedete."