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Zweck von Krankheiten, Leiden und Schmerzen 698

Administrator Beiträge: 5386 Forumgründer *****
Zweck von Krankheiten, Leiden und Schmerzen
« am: Juli 29, 2011, 06:51:52 Nachmittag »
Es ist dem Menschen um seiner Seele willen nicht allzeit zuträglich, so er völlig gesunden Leibes einherwandelt. Denn ist sein Fleisch zu gesund, da wird es auch leicht erregt für allerlei sinnliche Lustreize, in welche die Seele dann auch eher mitbegierlich wird, als so ihr Fleisch kränklich und schwach ist. Und so ist eine Leibes krankheit gewisserart eine Wache vor der Tür des innern Lebens der Seele…

Ich will zwar nicht, daß da jemand mit einem kranken Leibe dies irdische Willensfreiheitsprobeleben durchmachen soll. So aber die Menschen den alten Rat Meiner Liebe und Meiner Ordnung nicht beachten, sondern tun, was sie nicht tun sollen, so sind sie denn auch selbst die Schöpfer aller Übel ihres Leibes und ihrer Seelen.

Ich aber kann des Leichtsinns und der selbstverschuldeten Blindheit der Menschen wegen Meine Ordnung, durch die allein der Bestand aller Dinge möglich ist, nicht umkehren. Wer da weiß, daß sein Leib, so er geschlagen oder gestochen wird, einen Schmerz empfindet, sich aber dennoch schlägt und sticht, der ist ja selbst schuld daran, so sein Leib dabei große Schmerzen empfindet. Denn der aberwitzigen Torheit der Menschen wegen werde Ich keine Seele mit einem unempfindlichen Leibe versehen und nicht machen, daß man nicht der Schwere wegen vom Dache auf den Boden herabfallen dürfte.

I. K. L. (v. 27. 11. 1883) — Mein liebes Kind! Siehe, nun sollst du wieder schreiben, was Ich dir sagen werde, und zwar zuerst ein Wort für jenes kranke Kind, das Mich im Herzen fragt: Warum muß diese Krankheit über mich kommen?

Siehe, was diese Frage betrifft, da kann Ich dir nur soviel sagen, daß bei Mir alles seinen weisen und guten Zweck hat und nichts geschieht ohne Meinen Willen. Selbst in den kleinsten, unscheinbarsten Dingen kannst du Mein wunderbares Walten entdecken, um wieviel mehr erst da, wo es sich um ein Menschenleben handelt, das nicht dem Zufall oder einem blinden Ungefähr preisgegeben ist, sondern in den Händen eines liebevollen Vaters liegt. Darüber hast du, Mein Kind, noch nicht vollernstlich nachgedacht, daß über allen menschlichen Geschicken eine treue Vaterhand waltet, sonst könntest du nicht fragen: "Warum also?"

O Kind, das Warum steht allein in Meiner Hand, und nur Ich weiß es, warum Ich dich gerade so und nicht anders führe — weil es nur so zu deinem ewigen Heile dienlich ist und du Mir anders nicht treu bleiben würdest und nicht Mein Kind werden könntest!

Verstehst du nun das "Warum so?", Mein Kind? Bist du nun zufrieden mit deinem Lose, das dich zu einem Gotteskinde macht? Denn Größeres gibt es für Meine Kinder nicht!

Drum freue dich des herrlich großen Loses, das dir beschieden ist und dir ermöglicht wurde zu erreichen durch das Leiden, das du im Glauben tragen sollst, bis Ich es von dir nehme! — Alsdann wirst du Mir danken, nicht daß Ich dich erlöset von dem Leiden, nein, danken wirst du Mir vom Grunde deines Herzens, daß Ich des Leidens dich gewürdigt und dich in kurzer Zeit dem wahren Lichte nahegebracht habe.

H III/72 — "O Herr, Du heiliger und allerliebevollster Vater und Schöpfer aller Engel und Menschen! Siehe, das Leben auf der Erde zur Probung des Geistes wäre an und für sich ja ganz seinem erhabenen Zwecke gemäß, wenn mit diesem Leben nur eine höchst unangenehme Sache nicht verbunden wäre; diese Sache aber ist die Fähigkeit für den entsetzlichen Schmerz!

Warum muß denn dieser Leib schmerzfähig sein? Warum muß es mir einen Schmerz verursachen, so ich mich irgendwo anstoße, oder so ich irgendwo falle oder irgend mich schneide, kneife oder steche? Warum müssen sich sogar öfters freie, überlästige Schmerzen im Leibe entwickeln? Warum muß mich das Feuer so unerträglich brennen, und warum muß das Weib unter großem Schmerze gebären? — Siehe, o Du lieber, heiliger Vater, das kann ich durchaus nicht billigen in der Sphäre des Lebens und möchte darum den Grund dieser traurigen Erscheinung von Dir, dem Schöpfer, erfahren. Denn ich vermute mit großer Zuversicht, daß das Leben des Geistes völlig schmerzunfähig ist. Darum könnte ja wohl das Leben des Leibes ebenfalls völlig schmerzunfähig sein! — Habe ich recht oder nicht?"

DER HERR: "Mein Sohn, sage Mir in deinem Gemüte: Wäre wohl irgendein Leben denkbar, welches da nicht empfänglich sein sollte für Eindrücke aller Art? So du keine Empfindung hättest, lebtest du dann? Ich setze den Fall, daß der Mensch alle Eindrücke allein nur als wohltuend empfände. Würde sich da der Mensch nicht alsbald zerstören, indem er sich fortwährend stoßen, schlagen, stechen, schneiden und brennen würde?! Und ehe da verginge ein Jahr, wäre doch sicher vom ganzen Leibe kein Glied mehr vorhanden. Ohne alle Empfindung — weder wohltuender, noch schmerzender Art — aber ist nur der völlige Tod. Also ist der Schmerz ja des Lebens größter Wohltäter und allergetreuester Schutzwächter, ohne den das Leben auf gar keine Weise als bestandbar gedacht werden könnte!

Zudem ist dir ja ohnehin ein schmerzloser Leib gegeben worden! So du ihn hältst nach Meiner Ordnung und bist aufmerksam im Liegen, Sitzen, Stehen, Gehen und Laufen, so wirst du dein Leben völlig schmerzlos durchbringen. Und so du mäßig bist im Essen und Trinken, da wirst du auch verschont bleiben von innerem Wehe. Und so du nicht zu sehr den Werken des Fleisches obliegst, da wirst du nie erfahren, was da ist ein Schmerz in den Gliedern!

Der Schmerz ist das eigentlichste Zubehör des Lebens, ohne das du keine Sinne hättest! Er ist die eigentliche Empfindung und die Wahrnehmung der Liebe. Und so diese aus ihrer Ordnung gerät, so empfindet sie solches in der Art des Schmerzes, die Ordnung aber stets als ein überaus behagliches Gefühl.

Wünsche dir daher den Schmerz nie hinweg; denn er ist deines Lebens treuester Wächter und wird einmal auch der Zusammenzieher und Sammler und völlige Retter des Lebens deines Geistes werden."

GrEv X/112 — DER HERR: "Betrachte du einen Menschen auf dieser Welt, der eine ganz kernfeste Leibesgesundheit besitzt! Weil der Mensch gar so gesund ist, so mißbraucht er dies durch allerlei seine Sinne ergötzende unmäßige Genüsse und unnötige Kraftanstrengungen.

Es kommen wohl recht erfahrene Menschen zu ihm und sagen: 'Freund, mißbrauche nicht so sehr deine Gesundheit! Denn sie ist durch eine unnatürliche und unvernünftige Lebensweise bald und leicht dahin; und ist sie einmal dahin, so bringt sie dir kein Arzt und keine Arznei völlig wieder, und du bleibst dann ein siecher und leidender Mensch dein Leben lang!' — Der gesunde Mensch aber kehrt sich nicht danach, sondern tut nach wie zuvor.

Nach etlichen Jahren aber verfällt er in eine recht arge Leibeskrankheit, wird anfangs ganz toll über diese ihm über alles lästige Krankheit und läßt Ärzte kommen. Diesen gelingt es, ihn wieder zu heilen, wenn auch nicht vollkommen, so doch ganz erträglich. Die Ärzte sagen ihm aber nach der Heilung ganz ernstlich: 'Freund, sei nun vernünftig und verfalle nicht in deine alte Lebensweise, ansonst gerätst du abermals in eine noch um vieles ärgere Krankheit, als diese jetzt war, und es wird dir dann schwerer zu helfen sein als diesmal!'

Der Geheilte beachtet diesen Rat wohl eine Zeitlang; aber dann wandelt ihn wieder von neuem die Begierde an. Er fängt wieder an, unordentlich zu leben. Und ob er auch schon ganz bedeutende Mahnungen zum abermaligen starken Krankwerden verspürt, so kehrt er sich dennoch nicht daran und sündigt fort gegen seine schon ohnehin sehr geschwächte Natur. Er verfällt denn auch notwendig in eine noch ärgere Krankheit und bekommt unsägliche Schmerzen. Die Ärzte kommen abermals und versuchen ihn zu heilen. Aber diesmal will es ihnen nicht so bald gelingen, und sie ermahnen ihn zur Geduld; denn da er ihren Rat nicht befolgt hat, so muß er es sich nun selbst zuschreiben, daß er durch seinen alten Leichtsinn in ein viel ärgeres und länger währendes Übel verfallen ist.

Dieser Mensch muß nun über ein Jahr hindurch leiden und wird ganz schwach und voll Zagens; aber nach einem Jahr wird es wieder um etwas besser mit ihm, und er schwört nun bei allem, was ihm heilig ist, den Rat der Ärzte und auch anderer kluger und erfahrener Menschen niemals mehr in den Wind zu schlagen.

Ja, diese zweite, sehr bittere Erfahrung hat den Menschen schon um ein bedeutendes klüger und behutsamer gemacht, und er kommt wieder zu Kräften. Wie er aber wieder sich ganz wohl fühlt, so denkt er bei sich: Ei, wenn ich ein einziges Mal nur mir eine alte Freude gönne, so wird mir das doch sicher nichts machen! Er tut das wohl nur einmal und kommt dabei wohl noch mit heiler Haut davon. Aber weil er diesmal mit heiler Haut davongekommen ist, so denkt er sich abermals: Nun, weil mir das nichts gemacht hat, so wird es mir ein zweites und drittes Mal auch sicher nichts machen! Und er sündigt ein zweites, drittes und auch viertes Mal.

Und siehe, die alte Krankheit wirft ihn abermals auf etliche Jahre lang derart ins Bett, daß ihm kein Arzt mehr so wie das erste und zweite Mal zu helfen vermag!

Nach vier langen Jahren bittersten Leidens wird es ihm mehr durch die Angewöhnung ans Leiden denn durch die Arzneien leichter, und er sieht es erst jetzt ein, daß all sein großes Leiden eine Gnade Gottes war, durch die er von all seinem Leichtsinne insoweit geheilt worden ist, daß er dadurch doch seine Seele reiner und Gott wohlgefälliger hat ziehen können. Denn durch die Leiden des Leibes wird die Seele des Menschen demütiger, geduldiger und ernster und gewinnt an geistiger Kraft, um der Sinne des Fleisches Meister zu werden."

J.L. (v. 13.10.1842) — Schreibe nur abermals, denn Ich weiß schon, um was es sich handelt! — Mein lieber A. Z. O. W., siehe die Stunde, in der du leiblich geboren wurdest, ist Mir gar wohl bekannt. Ich habe dich damals gesegnet und segne dich jetzt wieder, auf daß du stets gesund am Geiste wie auch nebenbei am Leibe, soviel es zu deinem Heile vonnöten ist, verbleiben sollest. Halte aber nicht zu große Stücke auf die Gesundheit des Leibes! Denn sie schadet dem Geiste mehr, als sie ihm nützt.

Siehe an eine frische, grüne Nuß auf dem Baume, solange diese fest, frisch und grün verbleibt, so lange auch wird der Kern nicht reif. Wann aber die äußere, grüne Schale anfängt sich zu bräunen, zu vertrocknen und lose zu werden um die Nuß, dann ist es ein Zeichen, daß die Nuß innerhalb der Schale reif geworden ist. Aus dem Grunde lasse Ich die Meinen auch stets dem Leibe nach dann und wann ein wenig kränkeln, damit sie ja nicht mit der Welt sich zu sehr vermengen sollen in einem zu gesunden Leibeszustande. Denn ist da jemand dem Leibe nach so recht löwenmäßig gesund, dann kommt ihm nicht der leiseste Gedanke, daß er einst diese Trugwelt wird verlassen müssen. Denn da gefällt ihm auf der Welt alles viel zu gut— ein jedes Blümchen, ein jeder Bissen, eine jede Dirne, eine jede Gegend —‚ und er hat den sehnlichsten Wunsch, nur ewig also auf der Erde zu leben, und bekommt nie das heilige Heimweh nach dem ewigen Vaterhause im Himmelreich.

Wird aber sein Leib krank, da erinnert sich der Mensch, daß es auf der Erde für ihn keines Bleibens sein wird, und fängt dann und wann an, doch etwas ängstlich nachzudenken, was da nach dem Tode des Leibes etwa doch sein oder kommen dürfte. Und das ist dem Geiste schon heilsamer als alle noch so unschuldigen Vergnügungen beim kernfrischen und gesunden Leibe.

Siehe, so du einen Sohn in die Fremde schicken möchtest und es ginge ihm aber dort ausgezeichnet gut, meinst du, daß er dir heim kehren wird? Meinst du, er wird etwa ein Heimweh bekommen nach seinem väterlichen Hause? O nein, dessen kannst du wohl versichert sein! Denn er wird sagen: "Da müßte ich ein rechter Narr sein! Hier habe ich ja alles, was immer nur mein Herz verlangt, und man ehrt mich noch obendrauf allorts, wo ich nur immer hinkomme; komme ich aber nach Hause, da muß ich wieder um jede Kleinigkeit bittend zum Vater kommen, und dann besinnt sich dieser erst lange genug, ob er mir wohl das Erbetene geben solle oder nicht. Hier bin ich ein angesehener Herr für mich, dort, zu Hause aber, an der Seite meines Vaters, der Niemand. Daher bleibe ich hier!"

Geht es aber einem Sohne in der Fremde ziemlich kümmerlich oder oft gar elend, da wird er es bald machen gleich dem Verlorenen Sohn! Daher sage auch Ich dir heute das, auf daß du, so Ich dich mit kleinen leiblichen Unpäßlichkeiten heimsuche, dich erinnern sollest und wissen mögest, daß derlei leibliche Unpäßlichkeiten lauter Handbilletchen sind, durch welche Ich Meine Kinder an ihr väterliches Haus und an ihre Heimkehr erinnere, auf daß sie sich ja nicht in der fremden Welt zu fest ansiedeln sollen!

Ich will dich aber darum etwa sicher noch nicht sobald von der Fremde abrufen, sondern nur an deine Heimat erinnern! — Daß du danach alle Unannehmlichkeiten deines irdischen Lebens bemessen sollest, das wünsche Ich, dein heiliger Vater, dir heute wie allezeit in aller Fülle Meiner Liebe und Gnade. Beachte es darum auch lebendigst! — Amen.

Heilung und Gesundheit, Kapitel 4