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Vorwort von Dr. Walter Lutz 1755

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Vorwort von Dr. Walter Lutz
« am: September 02, 2011, 08:26:26 Nachmittag »
Die Frage, ob es nach diesem irdischen Dasein ein  F o r t l e b e n  gibt und wie solches gestaltet ist, hat von jeher das Menschenherz auf das tiefste Bewegt. Viele hofften durch unmittelbare Botschaften aus dem Jenseits bestimmte Aufschlüsse zu empfangen. Der bekannteste, durch die Schrift verbürgte Fall einer solchen Kunde ist das Erlebnis König Sauls beim Weibe von Endor. Das Erscheinen des Moses und Elias auf dem Berge der Verklärung (Matth. 17,3) darf wohl in göttlichstem Sinn ebenfalls hierher gezählt werden.

Auch in unserer Zeit erleben wir, dass unmittelbare Botschaften aus der geistigen Welt in großer Zahl an die Menschheit ergehen. Tausende Menschen durften durch die Ergebnisse des Okkultismus und Spiritismus ihren verlorenen Glauben wiederfinden und sich auf diesem Wege insbesondere davon überzeugen, dass nach dem leiblichen Tod ein Fortleben stattfindet: in einem Reich, dessen Schöpfer und Regent ein heiliger Gott der Liebe und Weisheit ist. Freilich sind diese Erscheinungen ihrer Natur nach meist so, dass sie einem hartgläubigen Menschen immer noch Zweifel übriglassen. Und so können wir es unserem himmlischen Vater nicht innig genug danken, dass Er dem - trotz Bibel und Kirche - so irregegangenen Menschengeschlecht unserer Tage eine neue, machtvolle  O f f e n b a r u n g  der göttlichen Lebenswahrheiten geschenkt hat.

Diese Vermittlung eines neuen, vollen Erkenntnislichtes erfolgte durch den 1800-1864 in Graz lebenden deutschen Seher und Gottesboten  J a k o b   Lo r b e r.  In den durch das innere Wort des Geistes eingegebenen Schriftwerken dieses Mannes ist auch das Geheimnis des Fortlebens und des Jenseits in klarster und umfassendster Weise enthüllt.

Eine Gewissheit auf Fortsetzung des menschlichen Daseins nach dem Tod erweckt schon die Lorbersche  S c h ö p f u n g s- und  L e b e n s l e h r e.  Hier wird uns das ganze Weltgeschehen als ein großer geistiger Lebens-Entwicklungsvorgang dargestellt, in dem der Schöpfer aus unvollkommenen und unselbständigen Geschöpfen durch eine unendlich weise und liebevolle Erfahrungsschule wahre Ebenbilder und  K i n d e r   G o t t e s  heranbildet. In tief überzeugenden Darlegungen wird mit dieser Entwicklungslehre der eigentliche  S i n n  des Menschenlebens wie auch der ganzen Schöpfung enthüllt. Schon durch diese unvergleichlichen Eröffnungen muss jedem denkenden Menschen klar werden, dass mit dem Leibestod unser Dasein unmöglich sein Ende haben kann. Denn das in uns angefangene Gotteswerk findet nun auf anderer Stufe und in anderen Lebensformen seinen Fortgang, um fortlaufend dem erhabenen Vollendungsziel in Gott näherzukommen.

Entsprechend dieser großen Wahrheit sind auch die weiteren Aufschlüsse, die wir durch Lorber über die Einzelheiten der jenseitigen Weiterbildung der Menschenseele erhalten. Das Wichtigste davon ist folgendes:

Beim leiblichen Tod des Menschen trennt sich die Seele unter Führung des als Leiter und Lebensvollender in ihr wohnenden göttlichen Geistfunkens als ätherischer Geistmensch von ihrer irdischen Hülle. Diese Loslösung geschieht umso schwerer, je mehr der Mensch mit seinem Denken und Wollen noch am Diesirdischen klebt. Räumlich erhebt sich die Seele nach der Trennung gewöhnlich in den höheren Luftraum der Erde. Die meisten Abgeschiedenen, die in ihrem irdischen Leben die Läuterung zur geistigen Wiedergeburt nicht wenigstens annähernd erreicht haben, gelangen hier zunächst in einen eigenartigen Zustand, am besten einem sehr lebhaften Traum-oder Phantasieleben vergleichbar. Bei Lorber wird diese Welt unvollendeter Seelen das
M i t t e l r e i c h genannt, da von hier aus die Wege der seelischen Entwicklung entweder abwärts zu gottesfernen, qualvollen, höllischen Zuständen oder aber aufwärts in gottesinnige, lichtvolle, selige Zustände der Paradiese und Himmel führen.

Im Mittelreich ist der Regel nach den Seelen die Sehgabe für die materielle Wirklichkeit benommen. Sie schauen und vernehmen nichts mehr von der unter ihnen liegenden irdischen Welt noch von den himmlischen Sphären über ihnen, sondern erkennen und fühlen nur, was in ihnen selbst ist. Ihr Sein ist wie eine Art heller Traum, in dem die Seele in einer gleichsam aus ihr (d.h. aus ihrer Phantasie) hervorgegangenen Gegend lebt und ganz so handelt, als befände sie sich in der natürlichen Welt.

Aber in dieser eigenartigen Eingesponnenheit bleibt die Seele nicht hilflos sich selbst überlassen. Schutzgeister, die schon im irdischen Dasein sich um ihre Läuterung und Reifung bemüht haben, führen auch jetzt ihr Werk liebevoll weiter, indem sie das innere Schauen und Erleben der Seele unvermerkt beeinflussen und zu einer geistigen Lebensschulng gestalten.

Freilich dauert es oft lange, bis eine Seele solchen weisen Belehrungen folgt. Bis sie ihre alten selbstischen Gedanken und Gelüste fahren lässt und sich endlich demütig in die heilige Liebesordnung des Gottesreiches fügt. Wir vernehmen durch Lorber, dass für eine lässige Seele der Fortschritt im Jenseits ein weit schwierigerer ist, als auf Erden; dass ein Tag diesseits mehr sein kann als tausend Jahre drüben und daher die zeitliche Lebensschule mit allem Ernst zu nützen ist! Auf Grund ihrer  W i l l e n s f r e i h e i t  kann eine hartnäckige Seele in  ihrem jenseitigen Traumleben sich auch höchst unglücklich entwickeln, indem sie ihrer unreinen Liebe sich immer mehr vom Göttlichen abwendet und in höllische Gedanken und Leidenschaften übergeht. Für eine solche Seele werden dann infolge dieser Gesinnung auch ihre inneren Erlebnisse immer höllischer und peinvoller, bis sie, durch oft furchtbare Erfahrung belehrt, ihre falsche Richtung endlich erkennt und doch noch umkehrt.

Gibt eine Seele im Jenseits füher oder später sich der Führung ihrer Schutzgeister und höheren Gottesdiener hin, gelangt sie bald in lichtere geistige Zustände, die schließlich immer mehr Wahrheit, Wirklichkeit und Seligkeit in sich bergen. Denn in einer solchen Seele entwickelt sich dann, genährt durch das in sie eindringende göttliche Lebenslicht, der reingeistige Gottesfunken zu einer das ewige Leben in sich tragenden alles beseligenden Macht.

"Wenn eine Seele", so lesen wir in den Neuoffenbarungen, "einmal dahin kommt, dass ihr innerer Geist sie ganz durchdringt, dann gelangt sie auch zum vollen Hellsehen und klaren Erkennen. Ebenso zur Erinnerung an alles, was sie war, wie sie geworden, was sie gemacht und wie die Welt bestellt war, in der sie im Leibe gelebt hat." Auch all ihre Lieben, die ihr im irdischen Leben nahegestanden, wird sie dann wiedersehen, um mit ihnen für ewig verbunden zu bleiben. Soch eine Seele kann dann die ganze Schöpfung erschauen und ist durch ihre nunmehr machtvolle Gottesliebe befähigt, in seliger Vereinigung mit ihrem Gott und Vater und mit den anderen gereiften und vollendeten Geistern am endlosen Werke der göttlichen Welten- und Wesensschöpfung mitzuwirken.

Diese hier mit einfachsten Grundlinien angedeutete Jenseitslehre finden wir hauptlächlich in dem großen, durch Jakob Lorber gegebenen zehnbändigen Evangelium und im besonderen auch in den Werken: "Die geistige Sonne", "Bischof Martin" und dem zweibändigen Werk "Robert Blum - Von der Hölle bis zum Himmel".
Als ein großes Beispiel wird uns hier die jenseitige Weiterentwicklung eines hervorragenden Mannes der politischen Zeitgeschichte vor Augen geführt. Wir erleben sein geistiges Erwachen im Jenseits und sind Zeugen, wie sich diesem liebereichen Menschen in seiner geistigen Phantasiewelt der Herr selbst naht, um ihn aus seinen weltlichen Irrtümern zu lösen und den Geläuterten zum Läuterer vieler anderer Seelen zu machen, die schon im irdischen Leben seiner Wirkungssphäre nahegekommen waren.

Jeder Leser wird schon durch das in diesem Band dargestellte äußere Geschehen eine Fülle großer Eindrücke und Anregungen finden. Zeitbilder, Charakterschilderungen, die tiefe Seelenmalerei und viele geistvolle Auseinandersetzungen werden jeden fesseln, zumal der Aufbau dieses Werkes sich vom Bild der einsam erwachenden Seele bis zum weitgedehnten Menschheits- und Schöpfungspanorama weitet. Das Wichtigste aber ist die aus allen Geschehnissen sprechende Gesamtlehre: der wahrhaft göttliche, die Herzen bezwingende  G e i s t  der Lorberschen Neubotschaft. Hinweg vom zeitlich Vergänglichen und irdisch Unvollkommenen! Empor aus der Nacht zum Licht, zum unvergänglichen Reiche der ewiggöttlichen Liebe! Das ist der bedeutsame Inhalt auch dieser Offenbarungsschrift, wie es der heilige Sinn eines jeden wahren Gotteswortes von jeher war und ist.