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12. Kapitel – Die Fliege als Symbol der Demut 937

Administrator Beiträge: 10838 Forumgründer *****
12. Kapitel – Die Fliege als Symbol der Demut
« am: September 03, 2011, 08:35:59 Vormittag »
25. März 1842, Karfreitag

 

[Fl.01_012,01] Was unter dieser Beeinträchtigung verstanden wird, habt ihr zwar schon im Verlaufe dieser Mitteilung zur Genüge gehört, ja nicht nur im Verlaufe dieser, sondern auch mehrerer anderer Mitteilungen habt ihr es schon zu öfteren Malen empfangen, wie man dessenungeachtet für sich allein dastehen kann, wenn man sich auch in seinem Herzen auf das innigste vereinigt mit seinem Schöpfer. Es ist euch aber dessenungeachtet noch immer dunkel ums Gefühl, und der Glaube hat noch ein hartes Feld, und die Seele nimmt es schwer auf, wie der Mensch im Geiste ein vollkommen freies, selbständiges Leben haben könne, welches aber doch also gebunden ist mit dem Urleben des Schöpfers, daß es mit diesem vollkommen nur ein Leben ausmacht.

[Fl.01_012,02] Ja, wahrlich solches in der irdischen Beschränktheit zu erfassen, ist wohl außerordentlich schwer, und Ich sage euch: Wer es nicht lernt von dem bescheidenen Liedchen der Fliege, oder nun noch deutlicher gesprochen, wer es nicht lernt aus der wahren, allerinnersten Demut auf dem Wege des Kreuzes, ja noch deutlicher und heller gesprochen, wer es nicht lernt von Mir, dem Vater, der Ich die allerhöchste und allerinnerste Demut Selbst bin, der wird es nicht begreifen, und sicher auch zu häufigen Malen ewig nimmerdar verstehen, nämlich, wie Vater und Kinder vollkommen Eines sein können.

[Fl.01_012,03] Damit ihr euch aber davon eine gegründetere Vorstellung machen könnt, so wollen wir die Blicke noch auf zwei große Dinge richten, nämlich auf einen großen Menschen, der da heißt „Welt“, und auf einen anderen großen Menschen, der da heißt der „Himmel“.

[Fl.01_012,04] In Hinsicht auf den ersten Menschen, in formell-materieller Hinsicht betrachtet, sind ganze Hülsengloben voll Sonnen und Welten kaum Nervenwärzchen seines Wesens zu nennen, und so dieser Mensch auch in dieser seiner Größe sich vollkommen als ein Leben ansieht also, wie ihr euch als ein Leben ansehet, – besteht er darum wirklich nur aus einem Leben?

[Fl.01_012,05] Ich meine, um das einzusehen, daß dieser große Weltenmensch ein gar vielfaches Leben lebt, brauche es weiter gar nichts, als nur einen Schwarm Fliegen anzusehen, und sie werden es durch ihr Gesumse kundgeben, daß schon sogar sie als erste Tierlein für sich ein abgeschlossenes Leben haben. Um wieviel mehr muß der Mensch für sich dasselbe bekennen, und noch mehr eine ganze Erde voll Völker und anderer lebender Wesen zahlloser Arten, und noch bei weitem viel mehr eine Sonne mit ihren vollendeten Wesen, und noch bei weitem viel mehr eine Zentralsonne um die andere mit ihren allervollkommensten und allermächtigsten Geistern, und endlich noch mehr eine abgeschlossene Hülsenglobe für sich, die doch ein nahe endloser Inhalt ist sogar schon von zahllosen Weltkörpern, geschweige erst von den Wesen auf denselben.

[Fl.01_012,06] Und doch sind all die Hülsengloben, alle Zentralsonnen, alle Nachzentralsonnen, alle Planetarsonnen und alle andern Nebensonnen mit ihren Planeten und all den Wesen auf denselben, in eigentlichster Hinsicht betrachtet, nichts als Körperteile dieses großen Weltenmenschen, der für sich ein so gut abgeschlossenes Leben hat wie jeder Mensch von euch auf der Erde und samt dieser in diesem großen Weltenmenschen.

[Fl.01_012,07] Sehet, das ist nun die Betrachtung von der materiellen Seite.

[Fl.01_012,08] Nun lenken wir unseren Blick auf den Himmelsmenschen, gegen dessen Größe sich dieser vorhin ausgesprochene große Weltenmensch gerade so verhält, wie ein trillionster Teil eines Atoms gegen die Größe des vorbekannten Weltenmenschen.

[Fl.01_012,09] Ja, der Himmel in seiner menschlichen Hinsicht ist so groß, daß alle die zahllosen Milliarden der Hülsengloben, aus denen dieser große vorbenannte Weltenmensch besteht, sehr bequem in dem Rohre eines Härchens auf seinem Leibe Platz hätten, so zwar, daß sie alle ihre Bewegungen im selben machen könnten, ohne nur je die Wände dieses Haarröhrchens zu berühren!

[Fl.01_012,10] Nun denket euch, wie viel Leben hat nun dieser Himmelsmensch schon in einem Haarröhrchen oder wenigstens in einem dem Haarröhrchen entsprechenden anderen Leibesteile, und wie viel Leben muß er dann erst in einem Gliede haben, wie viel in seinem Herzen erst, und wie viel in seinem ganzen Leibeswesen, – und doch denkt dieser ganze Himmelsmensch für sich nur als ein einfacher, für sich allein bestehender Mensch, während doch in ihm zahllose Milliarden und Milliarden der allervollkommensten Engel und Geister alle also abgeschlossen für sich denken und leben wie der große Himmelsmensch!

[Fl.01_012,11] Ja, in dem Himmelsmenschen gibt es noch andere Verhältnisse, durch welche vollkommen gleichdenkende und gleichliebende Wesen einen Verein bilden, der, für sich genommen, entsprechend einem irdischen Weltkörper oder wenigstens einem Teile desselben, vollkommen einen Menschen darstellt, welcher wieder ganz auch vollkommen für sich denken und fühlen kann, so als wäre er nur ein einzeln für sich dastehender Mensch.

[Fl.01_012,12] Ja, Ich sage euch noch hinzu: Es gibt in Meiner Unendlichkeit sogar mehrere solcher Himmel, und jeder Himmel ist für sich wieder ein vollkommener Mensch, und alle die Himmel bilden erst zusammengenommen wieder einen also unendlichen Menschen, welcher von niemandem gedacht und empfunden werden kann denn allein von Mir, da er eigentlich Mein Leib selbst ist oder der Gott in Seiner Unendlichkeit, der da Seine Selbst- und Alleinheit gewiß auf das allerbestimmteste und allerklarste denkt und fühlt, – und doch welche Vielheit des Lebens in Ihm!

[Fl.01_012,13] Wenn ihr diese zwei Bilder nun nur ein wenig vergleichet und dann im Geiste durchgehet, so wird es euch ja doch nimmer entgehen können, daß in einem ewigen und unendlichen Leben sich zahllose Leben frei bewegen können und genießen allda die allerhöchsten Wonnen des Lebens vollkommen, während sie doch nur Teile des einen Hauptlebens in Gott sind.

[Fl.01_012,14] Sehet, solches singt also die Fliege in der Demut; und die Demut ist die eigentliche wahre Hauptfliege des Menschen selbst! Denn wie die Fliege im Weltteile anfängt, in sich den Sieg über das Leben zu gewinnen, also fängt auch die Demut im Menschen an, auf dieselbe Weise das allerfreieste Leben aus Gott aufzunehmen und es einzuschließen in sich und dann durch ihre Beharrlichkeit und durch ihren Mut groß- und starkzuziehen in sich dieses ewige Heiligtum, welches da ist der lebendige Christus in einem jeden wahren Menschen. Und wenn dessen Leben übergegangen ist in alle Teile der Seele und durch die Seele auch in den fleischlichen Leib, so ist dann solche Erscheinlichkeit, ja wirkliche Handlung im Geiste ja doch ein Sieg, ja wahrlich der allerhöchste Sieg, welchen je ein Mensch sich erkämpfen könnte; denn durch diesen Sieg hat er ja in sich das allerhöchste Leben Gottes gefangengenommen, hat es sich zu eigen gemacht durch die Liebe und wurde nun Eins mit dem ewigen Gott, dem Vater aller Liebe.

[Fl.01_012,15] Saget Mir, ist solches nicht ein Sieg, von dem euch die Fliege singt?

[Fl.01_012,16] Wollt ihr aber die Fliege, die euch da singt von diesem Siege, recht verstehen, da fraget die eigene wahre Fliege in euch, welche da ist die vollkommene Demut, und diese wird euch die große Antwort geben: Ja, durch sie werdet ihr es empfangen, was da ist ein rechter wahrer Sieg!

[Fl.01_012,17] Wie aber die Liebe ist eine Frucht der Demut, so ist die ewige Wahrheit oder das Licht allen Lichtes eine Frucht der Liebe; und so die Liebe wächst aus der Demut und die Wahrheit aus der Liebe, so ist das ein rechtes Wachstum und ist ein wahrer Baum des Lebens und ein wahrer Baum aller heiligen Erkenntnis des Lebens, und alles, was desselben ist zeitlich und ewig.

[Fl.01_012,18] Wer aber da die Geheimnisse des Lebens etwa gar durch seinen Weltverstand ermitteln will, der wird wohl nimmer dieselben irgend ermitteln, sondern wird durch den Verstand noch das wenige Leben verlieren, das er sich ehedem in seiner Kindheit erwirtschaftet hatte. Denn wahrlich sage Ich euch: Wer solches innere Wort, wenn es sich kundgibt – entweder in eines jeden bessergesinnten Menschen Herzen durch mahnendes Gewissen oder als vernehmliches Wort durch den Mund eines Geweckten –, nicht mit kindlich einfältig-frommem Sinne glaubt und dann aber nicht nur ein bloßer Hörer solchen Wortes verbleibt, der sich höchstens bloß verwundert, bald über dieses, bald über jenes, was darinnen vorkommt, – sondern ein Täter desselben wird, da sage Ich euch noch einmal: Wahrlich, wahrlich, es wird das Hören und Sehen niemanden in den Himmel bringen, sondern allein das Tun!

[Fl.01_012,19] Ihr habt aber im Verlaufe dieser Mitteilung vernommen, daß das Leben nicht ehedem zurückkehren kann, bevor es gerichtet wird; und zugleich müßt ihr auch wissen aus dem Evangelium, allda es heißt: „Nicht Ich, sondern das Wort, das Ich zu euch geredet habe, wird euch richten.“

[Fl.01_012,20] Sehet, sonach ist das Wort ein Richter für den, der es tut, zum ewigen Leben – und für den, der es nicht tut, zum ewigen Tode; denn niemand kann zur Gewißheit gelangen außer auf dem tätigen Wege des Kreuzes nach dem Worte, welches da nichts als die Demut und die Liebe predigt. Wer aber da ist ein bloßer Hörer und tut nicht nach dem ihn zum Leben richten sollenden lebendigen Worte, der wird sich auch nicht vereinen können mit der positiv-lebendigen Kraft desselben, sondern wird verbleiben in seiner negativen Polarität des Todes, aus welcher da wohl schwerlich ewig je sich wieder ein positiv-polarisches Leben entwickeln wird.

[Fl.01_012,21] Was sind aber die ersten Kennzeichen eines solchen Gerichtes zum Tode bei einem Nichttäter des Wortes?

[Fl.01_012,22] Die ersten Kennzeichen sind die Zweifel an der Echtheit eines oder des anderen Teiles göttlicher Offenbarung.

[Fl.01_012,23] Was ist aber ein solcher Zweifel denn an und für sich?

[Fl.01_012,24] Ein Zweifel ist da nichts anderes als eine Ohnmacht des inneren Lebens, zufolge welcher der Geist in sich zurücksinkt und in der Seele kein anderes denn ein mattes naturmäßiges Zwielicht scheint, wobei ein Teil des Lichtes noch von den matter und matter werdenden Strahlen des Geistes, ein Trugteil des zunehmenden Lichtes aber von der alle Sinne täuschenden Welt herrührt.

[Fl.01_012,25] Wohin hernach solche Geistesohnmachten führen, das wird keiner großen Erklärung mehr bedürfen, so der Geist nicht bald wieder von neuem erweckt wird durch ein kräftiges Tun nach dem Worte.

[Fl.01_012,26] Wer aber da im Verlaufe dieses Lebens nicht wird übergehen in die wahre positive Polarität des ewigen Lebens, der wird sich selbst richten für die negative Polarität, aus welcher er ewig nimmerdar erstehen wird.

[Fl.01_012,27] Es verhalten sich aber diese beiden Polaritäten wie Geistiges und Materielles, oder wie lebendige innere Frucht und wie tote äußere Schale.

[Fl.01_012,28] Wer da übergehen wird in die Frucht, der wird übergehen ins Leben; wer aber da wird übergehen in die Schale, der wird auch übergehen in den Tod.

[Fl.01_012,29] Ihr wisset aber ja schon, daß in jeglichem Dinge, und also sicher noch um so mehr in Gott, sich zwei Polaritäten befinden; und wie das göttliche Sein ein ewiges ist, also müssen auch diese zwei Polaritäten ewig sein.

[Fl.01_012,30] Wer da durch das Wort gerichtet wird, oder sich vielmehr selbst richtet nach dem Worte, der nimmt das Leben in sich auf und entspricht der göttlichen positiven Polarität, welche da ist das allerfreieste und unumschränkteste Sein.

[Fl.01_012,31] Wer aber das Wort nicht tatsächlich aufnimmt in sich, sondern es bloß nur durch seinen negativen Verstand laufen läßt, den wird das Wort selbst richten hin zur negativen Polarität, welche da ist das Grundprinzip alles Materiellen und somit alles Todes und alles Beschränktseins; – woraus da hervorgeht, daß die naturmäßige Welt ebensowenig ewig je mehr ein Ende nehmen wird wie die geistige, sondern wird bleiben als eine ewige negativ-polarische Unterlage alles Geistigen und Freien. Welches Los demnach das glücklichere ist – für alle Ewigkeiten der Ewigkeiten entweder der negativen oder der positiven Polarität Gottes einverleibt zu werden, oder: ein ewig wonnevollst freiester Engelsgeist zu sein, oder ein gebannter Satan in einem toten Steine –, solches möget ihr nun selbst entscheiden.

[Fl.01_012,32] Wahrheit ist zwar für den Lebendigen überall, aber für den Toten gibt es in der ganzen Ewigkeit nirgends ein Licht.

[Fl.01_012,33] Und solches ist bei sich zu tragen, solches, was da allzeit die Wahrheit soll besagen; und eben solches ist ein überaus gutes Ding, ja das ist der ewige Ring des Lebens, in den ihr eindringen sollet, der sich aber nicht nur zur Unterhaltung des Verstandes, sondern ernst in der Tat nur drehet, und durch diese erst die Wahrheit als des wahren Lebens Licht in ihm erstehet und ihn durch-und-durchwehet.

[Fl.01_012,34] Sehet, wenn ihr nun dieses begreifet, da werdet ihr auch wohl begreifen, daß der Ton ist wie die Pfeife, oder das Licht wie das Leben, und der Lohn wie die Arbeit, oder die Erkenntnis oder das Selbstbewußtsein des ewigen Lebens in sich wie die Tat nach dem Worte; und wie der Berg, also des Krümme, oder wie geartet das Leben, so gestaltet auch der Pol desselben; und wie das Herz, also auch dessen Stimme, oder wie die Demut im Herzen, also auch das lebendige Wort im selben.

[Fl.01_012,35] Nun werdet ihr wohl kaum mehr fragen: Wer mag dies in sich begreifen; wem wird dieser Ölzweig reifen? Denn ihr wißt aus dem Verlaufe dieser Mitteilung, was die Wahrheit und was das Licht ist, und werdet demnach auch wissen und leicht begreifen, wie die Wahrheit ist ein Licht dem Lichte, und ein Licht dem Lichte zum Gerichte, d. h. entweder zum Gerichte, das da kehret das Leben zum Leben, oder umgekehrt, wie ihr es schon wißt.

[Fl.01_012,36] So ihr alles das Gesagte wohl überdenket, möget ihr da die Frage noch nicht verstehen: Kannst du nun um Sonnen freien, wie im Licht die Erd' entweihen? Oder auf deutsch gesagt: Kannst du zweien Herren dienen?

[Fl.01_012,37] Denn wer da um Sonnen oder um lebendige Vollendung freiet, wie kann der mit diesem Lichte sich zur Außenwelt wenden, um durch dieselbe sich zu bevorteilen?! Oder damit ihr es noch deutlicher versteht: Wie will der durch seinen Verstand göttliche Wahrheiten ziehende Mensch dadurch zum ewigen Leben gelangen, so er nicht das Wort in sich zur Tat will kommen lassen?!

[Fl.01_012,38] Ein solcher ist ja, der im geraubten Lichte das Erdreich, auf welchem er fürs Leben tätig sein soll, durch seine Trägheit entweiht! Oder wissen solches nicht schon sogar die Physiker, daß sich gleiche Polaritäten nie anziehen, sondern allzeit abstoßen? So aber die Erde faul und träge ist für sich, wird sie da wohl je können durch Untätigkeit belebet werden?!

[Fl.01_012,39] Daher ist dieses ja klar, daß man zweien Herren nicht dienen kann, – also nicht zugleich dem müßigen Verstande und der lebendigen Tat.

[Fl.01_012,40] Wer aber da um Sonnen freien kann, der soll ja mit dem Lichte die Erde nicht entweihen, sondern sie vielmehr segnen durch seine Tat, damit ihm da auch aus der Erde eine Sonne wird.

[Fl.01_012,41] Und also ist der Aufruf an den finstren Zweifler, daß er fliehen solle, wenn Ich Sonnen niederziehe, vollgültig. Aber wohin soll er fliehen?

[Fl.01_012,42] Die Fliege mag er fragen, und sie wird es ihm sagen, welchen Zug das Leben nimmt, und wie es dann zurückkehren solle, ausgerüstet mit großen Wucherprozenten; aber die Fliege wird ihm auch noch sagen, wohin er noch fliehen kann, ja vielmehr fliehen muß, so er nicht zurückkehren mag durch die Tat des Wortes zum ewigen Leben alles Lebens.

[Fl.01_012,43] Wer da nur schon ein wenig seine Augen geöffnet hat, der wird auch gar nicht lange zu suchen brauchen, um die ganze Unendlichkeit voller Hirsche zu erblicken, die da wahrlich um die Wette rennen zum Urziele, dahin das Leben schon in unserer Fliege seine Richtung nahm; denn „Hirsche“ und „stets freier werdendes Leben“ bezeichnen ein und dasselbe.

[Fl.01_012,44] Wißt ihr nun das, so wisset ihr auch, wer und wie er da heben kann die endlose Kette der Wesenreihe, die da aufsteigt zum Urborne alles Lichtes und alles Lebens.

[Fl.01_012,45] Es ist aber die Frage hier gestellt an den Verstandesmenschen, ob auch er, der Tatlose, zu heben vermag diese Kette, und gleicherweise auch die zweite und letzte Frage: Magst du der Wahrheit Spur nicht finden, nämlich durch die Tat, wer wird dich sonach der Nacht des ewigen Todes entbinden?

[Fl.01_012,46] Ich meine, diese letzte Frage bedarf etwa wohl keiner Erläuterung mehr, sondern es wird euch doch schon aus dem Verlaufe dieser Schrift hinreichend bekannt sein, daß man, um sich der Nacht des ewigen Todes zu entbinden, ein lebendiger Täter des Wortes sein muß, – und nicht bloß ein Hörer, endlich gar ein Kritiker, ja was noch mehr ist, ein Verächter und sodann gar ein Leugner Meines Wortes.

[Fl.01_012,47] Wer aber da sein will ein wahrer Täter des Wortes, dem muß dasselbe also vollkommen ernst sein, darum er dann mit Meinem lieben David aussprechen kann: „Gott ist mein rechter Ernst; ich will singen und dichten; das ist auch meine Ehre. Wohlauf denn, ihr Psalter und Harfen! Ich will frühe aufsein. Ich will Dir danken, Herr, unter den Völkern und will Dir lobsingen unter den Leuten; denn Deine Gnade reicht, soweit die Himmel sind, und Deine Wahrheit, soweit die Wolken gehen. Erhebe Dich, Gott, über den Himmel, Deine Ehre über alles Land; auf daß Deine lieben Freunde erlediget werden, hilf mit Deiner Rechten und erhöre mich!“ (Psalm 108).

[Fl.01_012,48] Singt hier nicht David, daß Gott sein rechter Ernst ist?

[Fl.01_012,49] Wie kann aber Gott sonst bei den Menschen sein als im Worte?! Also das Wort muß dem Menschen ein Ernst sein, darum er es singen soll oder hören und dann dichten oder tun; und das ist die Ehre oder das Licht des Menschen selbst.

[Fl.01_012,50] Wohl ruft hier David Psalter und Harfen auf und will frühe aufstehen, um was denn zu tun?

[Fl.01_012,51] Nichts als das Wort; denn wer das Wort in sein Herz aufnimmt und tut danach, der dankt und lobsinget Mir auf den besten Psaltern und Harfen, – und tut solches unter Völkern und unter Leuten, oder er befindet sich in der Mitte der zwei euch schon bekannten Polaritäten und strebt mitten hindurch zu Gott empor, und läßt sich weder irremachen von den Völkern, noch von den Leuten, oder von seinem Verstande, noch von seiner Trägheit.

[Fl.01_012,52] Ja wahrlich, wer solches tut, dem Gott, wie dem David, ist ein rechter Ernst, der weiß gar wohl, wie weit Meine Gnade reicht, oder wie weit das Leben von Mir in alle ewigen Räume hinausgeht, welches da sind die Himmel, von denen euch heute Genügendes gesagt wurde; auch weiß er, was die „Wolken der Wahrheit“ sind, nämlich daß sie sind die Geister des ewigen Lebens.

[Fl.01_012,53] Ja, wem da Gott ist ein rechter Ernst, der erkennt in sich den Sieg und ruft ebenfalls mit David: „Erhebe Dich, Gott, über den Himmel – oder über dieses mein früheres Leben –, und Deine Ehre – oder Dein lebendiges Licht – ströme aus über alle Lande meines Wesens, auf daß dadurch alle lieben Freunde, oder alle, die sich dem Leben zugekehrt haben, auf welcher Stufe sie sich auch noch immer befinden möchten, bald von allem, was des Todes ist, erlediget werden möchten!“

[Fl.01_012,54] Ja, dem Gott, wie dem David, ein rechter Ernst ist, der wird gleich ihm noch am Ende rufen: „Herr, mein Gott und mein Vater, siehe, mein Herz ist übervoll von Liebe zu Dir! Siehe, aus dieser Tiefe meiner Demut flehe und schreie ich zu Dir, auf daß Du mir helfen möchtest mit Deiner Rechten, oder daß Du mir geben möchtest das wahre Licht des Lebens und ich dann mit Dir werden könnte ein einzelnes vollkommenes Leben; und also erhöre mich, mein Gott!“

[Fl.01_012,55] Sehet, das ist eine rechte Bitte für den, der da bei sich sagen kann im Geiste und in aller Wahrheit: „Gott ist mein rechter Ernst!“

[Fl.01_012,56] Denn wem Gott ein rechter Ernst ist, der wird sich auch vollkommen kehren zu Gott und wird nicht mit dem einen Auge zurückschauen auf die Welt und bloß mit dem andern aufblicken zu Gott. Er wird nicht nur seine Augen, sondern sein ganzes Wesen wird er erheben zu Gott! Aber wie es jetzt an der Zeit ist, glaubet es Mir, da gibt es gar wenig Ernstes zu Gott, und die Menschheit ist samt und sämtlich in die größte Lauheit übergegangen, und den letzten Tropfen lebender Kraft, den sie noch innehat, verwendet sie lediglich für Weltliches.

[Fl.01_012,57] Wieviel des zurückkehrenden Lebens zu Mir da herauskommen wird, das werdet ihr ohne große Kopfbeschwerden an den Fingern abrechnen können, und seid versichert, die Worte „zahllos“ und „unendlich“ werden wir hier nicht gebrauchen!

[Fl.01_012,58] Aber solle uns deshalb etwa bange sein? O Meine lieben Kindlein, mitnichten! Denn dessenungeachtet geht doch alles den Weg, welchen Mein richtendes Wort vorschreibt, entweder aufwärts oder abwärts; und so ganz frei gesprochen: Obschon die Erde um ein teures Lösegeld erkauft wurde und wurde in das Zentrum gestellt zwischen Meine zwei unendlichen Polaritäten, so befinden sich aber dessenungeachtet in der weiten Unendlichkeit noch gar viele Erden, auf welchen treuere Kinder wandeln als auf dieser alleinig undankbarsten, – und doch habe Ich keiner das getan denn dieser!

[Fl.01_012,59] Doch die Ewigkeit ist noch nicht zu Ende; ihre Fortdauer ist endlos! Wehe dieser Erde, so Ich Mein Herz von ihr abwenden werde und zuwenden einer andern!

[Fl.01_012,60] Solches beachtet wohl, was alles ihr in dieser Fliege empfangen habt, und tut danach! Haltet ferne euren Verstand, aber desto näher euer Herz, so werdet ihr den wahrhaften Sieg des Lebens in euch erkennen und werdet euch aufschwingen können zu dem siebenfachen Lichte, und zum dreifachen Lichte über das siebenfache Licht!

[Fl.01_012,61] Solches sage Ich euch aber noch schließlich hinzu: So da jemand hätte einen Zweifel und könnte nicht vollends glauben solcher Mitteilung, auf daß er dadurch tätig würde in seinem Herzen, der tut besser, so er es nicht anrührt; denn hat er es angerührt, so hat er sich verstärkt den inneren Richter zum Tode. Hat er es aber nicht angerührt, so wird sein Gericht auch leichter und der Weg zum negativen Pol erträglicher, und vielleicht nach Ewigkeiten möglich umwendbar.

[Fl.01_012,62] Wer es aber liest und es betrachtet als einen kräftigen Wegweiser zum Leben und tut danach, wahrlich, der hat auch schon den Sieg in sich, welches Alles ist der allein heilige Liebewille eures Vaters ewig. Amen. – – –

 

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