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25. Kapitel - Von dem Planeten Jupiter 481

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25. Kapitel - Von dem Planeten Jupiter
« am: November 09, 2011, 08:33:27 Vormittag »
Von dem Planeten Jupiter


76. Als nun der bittere Feuerschrack von dem Lichte gefangen ward, so drang das Licht in seiner eigenen Gewalt noch höher in die Tiefe hinaus, bis es reichte in den harten und kalten Sitz der Natur. Da konnte die Kraft des ersten Aufganges aus der Sonnen nicht höher und blieb allda körperlich sitzen und nahm denselben Locum zur Wohnung ein.

77. Du mußt aber dies Ding recht verstehen. Es ist die Kraft des Lichts gewesen, die an diesem Ort ist blieben stehen. Die ist ein ganz sanftes, freundliches, holdseliges und süßes Wesen. Von diesem schreiben die Astrologi, daß er über dem Mars hoch stehe 7875 Meilen. Er ist aber der Sänftiger des Zerstörers und wütenden Martis und ein Ursprung der Sanftmut in allem Leben und auch ein Ursprung des Wassers, davon sich das Leben gebäret, wie ich hernach melden will.

78. Also weit hat nun des Lebens Kraft aus der Sonnen gereichet und nicht höher. Der Glanz oder Schein aber, welcher auch seine Kraft hat, der reichet bis an die Sternen und durch den ganzen Leib dieser Welt.

79. Du mußt aber dies Ding eigentlich verstehen, wovon diese zwei Planeten sind worden. Als die Kraft des Herzens Gottes aus dem ewigen, unerstorbenen Brunnquell des Wassers des Lebens durch den Himmel des Unterscheides drang und zündete das Wasser in dem Loco der Sonnen an, so fuhr der Blitz, verstehe den Feuerblitz, aus dem Wasser. Der war ganz erschrecklich und bitter, daraus ist Mars worden.

80. Nach demselben Blitz fuhr die Kraft des Lichts geschwinde hernach als wie ein sanftes, erhebendes Leben, und ereilete den Feuerschrack und sänftigte ihn, daß er etwas ohnmächtig ward, und konnte nicht mehr oder weiter durch die Tiefe brechen, sondern blieb zitternd stehen.

81. Die ausgegangene Kraft im Lichte aber war viel mächtiger als der Feuerschrack. Darum stieg sie auch höher als der Feuerblitz, bis sie in der Natur Strengheit zu tief kam. Da ward sie auch gleichwie ohnmächtig und blieb stehen.

82. Aus derselben Kraft ist der Planet Jupiter worden, und nicht aus demselben Loco, da er stehet, sondern er zündet denselben Locum mit seiner Kraft immer an. Er aber ist wie ein Hausgenoß in demselben Loco, der immer in seinem Lehnhaus rumwandern muß. Die Sonne aber hat ihr eigen Haus, sonst hat kein Planet ein eigen Haus.

83. So man will recht erkunden der Sternen Geburt oder Anfang, so muß man eigentlich wissen die Geburt des Lebens, wie sich das Leben in einem Leibe gebäret, denn es ist alles einerlei Geburt.

84. Wer das nicht weiß und verstehet, der weiß auch nicht die Geburt der Sternen, denn es ist alles zusammen ein Leib. Eine jede Kreatur, wenn in der das Leben geboren ist, so steht ihre Geburt hernach in ihrem Leibe wie die Geburt des natürlichen Leibes dieser Welt, denn alles Leben muß sich nach der Gottheit Recht gebären, wie sich die Gottheit immer gebäret.

85. Wenn man nun dies recht betrachtet und bedenket, welches doch ohne sonderliche Erleuchtung des heiligen Gottes nicht geschehn kann, so findet man anfänglich die herbe, kalte und strenge Geburt, welche ist eine Ursache der leiblichen Natur oder der Bildung eines Dinges.

86. So nun diese strenge und kalte, scharfe zusammenziehende Kraft nicht wäre, so wäre kein natürlich oder leiblich Wesen. Auch so bestünde die Geburt Gottes nicht und wäre alles unerforschlich.

87. Aber in dieser harten, strengen und kalten Kraft stehet das leibliche Wesen oder der Leib, darinnen sich dann des Lebens Geist gebäret, und aus demselben Geiste das Licht und der Verstand, dadurch dann die Sinnen und die Approbierung aller Kräfte entstehet.

88. Denn wenn das Licht geboren wird, so wird es inmitten des Leibes als ein Herze oder Geist aus allen Kräften geboren. Und da stehet es auch in seinem anfänglichen Orte stille und gehet durch alle Kräfte.

89. Denn gleichwie es aus allen Kräften geboren ist und hat aller Kräfte Quellbrunn, also bringet es auch mit seinem Scheine aller Kräfte Quellbrunn in eine jede Kraft, davon dann der Geschmack und Geruch, sowohl auch das Sehen, Fühlen und Hören entstehet und die Vernunft und der Verstand.

90. Nun wie des Lebens Urkund und Anfang in einer Kreatur ist, also ist auch die erste Wiedergeburt der Natur des neuen Lebens in dem verderbten Leibe dieser Welt.

91. Und wer das leugnet, der hat weder rechten Verstand noch einige Erkenntnis der Natur. Auch so ist seine Erkenntnis nicht in Gott geboren, sondern er ist ein Spötter Gottes.

92. Denn siehe, du kannsts nicht leugnen, daß das Leben in einer Kreatur nicht in der Hitze des Herzens entstehe. Und in demselben Leben stehet auch das Licht der animalischen Geburt.

93. Nun bedeutet das Herz die Sonn. Sie ist auch des Lebens Anfang in dem äußerlichen Leibe dieser Welt. Nun kannst du ja nicht sagen, daß die animalische Geburt vom Herzen abweiche, weil der Leib in der Beweglichkeit stehet.

94. Also auch weichet die Sonne nicht von ihrem Sitze ab, sondern behält ihren eignen Locum als ein Herze für sich und leuchtet als ein Licht oder als ein Geist des ganzen Leibes dieser Welt in allen Kräften des Leibes.

95. Denn ihre Geburt ist auch anfänglich aus allen Kräften. Darum ist sie mit ihrem Licht und Hitze auch wieder ein Geist und Herze in dem ganzen Leibe dieser Welt.

96. Weiter so kannst du das auch nicht leugnen, daß die Galle in einer Kreatur nicht sei vom Herzen entstanden, denn sie hat eine Ader zum Herzen und ist des Herzens Beweglichkeit, davon die Hitze entstehst.

97. Sie hat ihren ersten Ursprung vom Blitz des Lebens. Wenn sich das Leben im Herzen gebäret und daß das Licht im Wasser aufgehet, so gehet der Feuerschrack vorher. Der steiget aus der Angstlichkeit des Wassers in der Hitze auf.

98. Denn wenn sich die Hitze in der Kälte in der herben Qualität also ängstet und daß sich das Licht durch den verborgenen Himmel des Herzens in der Leiblichkeit anzündet, so erschrickt der ängstliche Tod im Zorn Gottes und weichet als ein Schrack oder Blitz von dem Licht und steiget ganz erschrecklich, zitternd und furchtsam über sich. Und des Herzens Licht eilet ihm nach und infizieret den; alsdann bleibet er sitzen.

99. Und das ist und bedeutet den Planeten Mars, denn also ist er auch worden. Und seine eigene Qualität ist anders nichts denn ein giftig, bitter Feuerschrack, welcher aus dem Loco der Sonnen ist aufgegangen.

100. Er ist aber nun immer ein Anzünder der Sonnen gleichwie die Galle des Herzens, davon die Hitze, beides in der Sonnen und im Herzen, bestehet, und davon das Leben in allen Dingen seinen Ursprung nimmt.

101. Zum dritten kannst du auch nicht leugnen, daß das Gehirne im Haupte in einer Kreatur nicht sei des Herzens Kraft, denn aus dem Herzen steigen alle Kräfte auf ins Hirn. Davon entstehen in dem Hirne die Sinnen des Herzens.

102. Das Hirn im Haupt nimmt seinen Ursprung von der Kraft des Herzens.

103. Merke: Nachdem der Feuerschrack der Gallen oder des Martis ist von dem Lichte des Lebens abgewichen, so dringet die Kraft aus dem Herzen durch das Licht des Lebens hernach bis ins Haupt in die strenge Qualität. Und wenn dann die Kraft nicht höher kann, so wird sie von der strengen Geburt gefangen und von der Kälte vertrocknet.

104. Da stehet sie nun und inqualieret mit des Lebens Geiste im Herzen und ist ein königlicher Stuhl des Geistes des Herzens, denn bis dahin bringt der Geist des Herzens Kraft und da wird es approbieret.

105. Denn das Hirn sitzet in der strengen Geburt und ist in seinem eigenen Corpus die sanfte Kraft des Herzens und bedeutet recht die neue Wiedergeburt, welche mitten in der Strengheit des Todes und Zornes in seinem Himmel wieder neugeboren wird und dringet durch den Tod ins Leben. Denn da wird der Geist oder die Gedanken wieder eine ganze kreatürliche Person durch die Infizierung oder Approbierung aller Kräfte, welches ich im Menschen die animalische Geburt heiße.

106. Denn wenn der neue Geist im Hirne recht vertieret ist, so fähret er wieder in seine Mutter in das Herze. Alsdann stehet er als ein vollkömmlicher Geist oder Wille oder als eine neugeborne Person, welche im Menschen die Seele heißet.

107. Nun siehe, wie im Menschen das Hirn ein Wesen und Herkommen ist, also ist auch der Planet Jupiter ein Wesen und Herkommen, denn er hat seinen Ursprung vom Aufgang des Lebens von der Kraft, welche aus dem Wasser des Lebens aus dem Loco der Sonnen durch das Licht ist aufgangen.

108. Und ist dieselbe Kraft so hoch gestiegen, bis sie ist wieder in der strengen, harten und kalten Kraft gefangen worden. Allda ist sie blieben stehen und durch den ersten Umgang oder Fortgang körperlich worden und von der strengen und kalten Kraft vertrocknet.

109. Und ist wohl recht das Hirn in dem leiblichen Regiment dieser Welt, davon die Sinnen und Vernunft geboren werden, auch alle Sanftmut und Weisheit in der Natürlichkeit. Aber der rechte und Hl. Geist im Menschen wird im verborgenen Himmel im Wasser des Lebens geboren.

110. Der äußerliche Jupiter ist nur die Sanftmut und der Verstand in der äußerlichen Begreiflichkeit. Der heilige Brunnquell aber ist unbegreiflich und der äußerlichen Vernunft unerforschlich. Denn die siderische Geburt stehet nur mit der Wurzel im heiligen Himmel und mit der Leiblichkeit im Zorne.