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21. Kapitel - Die Tiefe im Zirkel der Geburt 435

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21. Kapitel - Die Tiefe im Zirkel der Geburt
« am: November 09, 2011, 09:02:12 Vormittag »
Die Tiefe im Zirkel der Geburt

 
118. Nun möchte einer fragen: Wie hats denn eine Substanz und Gelegenheit um dies, daß die siderische Geburt der Erden ihr Qualifizieren und Gebären hat einen Tag eher angefangen als die siderische in der Tiefe über der Erden, sintemal doch das Feuer in der Tiefe über der Erden viel schärfer und anzündlicher ist als das Feuer in der Erden. Und auch die Erde muß von dem Feuer in der Tiefe über der Erden angezündet werden, soll sie aber Frucht gebären? Siehe, du verständiger Geist, mit dir redet der Geist und nicht mit dem toten Geist des Fleisches. Sperre die Tür deiner siderischen Geburt weit auf und erhebe das eine Teil der siderischen Geburt ins Licht, und laß das ander im Zorne stehen, und schaue auch zu, daß deine animalische Geburt mit dem Lichte ganz inqualiere.

119. So du nun in solcher Form stehest, so bist du gleichwie Himmel und Erden oder wie die ganze Gottheit mit allen Geburten in dieser Welt. Wo du nun nicht also bist, so bist du allhie blind, und wenn du gleich der klügeste Doktor bist, der in der Welt mag gefunden werden.

120. Bist du aber also, so erhebe deinen Geist und siehe: Durch deine astrologische Kunst, tiefen Sinn und Zirkelmessen kannst du es auch nicht ergreifen; es muß nur in dir geboren werden, sonst begreifst weder Gunst noch Kunst.

121. Sollen dir die Augen des Geistes offen stehen, so mußt du also gebären, sonst ist deine Begreiflichkeit eine Närrin und geschieht dir eben als wenn dir ein Maler die Gottheit auf ein Epitaphium malet und saget, er habe es recht gemalet, sie sei also. So geschieht dem Glauber und dem Maler, einem wie dem andern, und sehen doch alle beide nichts als Holz und Farben, und führet ein Blinder den andern. Wahrlich, du mußt allhie nicht mit Tieren, sondern mit Göttern kämpfen.

122. Nun merke: Als sich die ganze Gottheit in dieser Welt zur Schöpfung bewegte, da bewegte sich nicht nur ein Teil und ruhete das ander, sondern es stund alles zugleich in der Beweglichkeit, die ganze Tiefe, so weit als Herr Luzifer war ein König gewesen, und so weit als der Locus seines Königreichs reichete, und so weit als der Salitter im Zornfeuer war angezündet.

123. Die Bewegung der drei Geburten währete sechs Tag- und Nachtlängen, da alle sieben Geister Gottes in voller bewegender Geburt stunden, sowohl auch das Herze der Geister, und wendete sich der Salitter der Erden in dieser Zeit sechsmal in dem großen Rade um. Welches Rad sind die sieben Quellgeister Gottes, und ward in jeder Umwendung ein sonderlich Gemächte nach der instehenden Quellgeistern geboren.

124. Denn der erste Quellgeist ist die herbe, kalte, scharfe und harte Geburt. Und der gehöret dem ersten Tage zu. In der siderischen Geburt heißens die Astrologi die saturnalische, die ist an dem ersten Tage verrichtet worden.

125. Denn da ist die harte, derbe, scharfe Erde und Steine worden, und sind zusammenkorporieret worden. Dazu ist die starke Feste des Himmels geboren worden, und ist das Herze der sieben Geister in der harten Schärfe verborgen gestanden.

126. Den andern Tag eignen die Astrologi der Sonnen zu. Er gehöret aber dem Jupiter, astrologisch zu reden, denn den andern Tag ist das Licht aus dem Herzen der sieben Quellgeister durch die harte Qualität des Himmels durchgebrochen und hat eine Sänftigung in dem harten Wasser des Himmels gemacht, und ist das Licht in der Sanftmut scheinend worden.

127. Da hat sich die Sanftmut und das harte Wasser voneinander geschieden, und ist das harte in seinem harten Sede blieben als ein harter Tod, und das sanfte ist in Kraft des Lichts durch das harte gebrochen.

128. Und das ist nun das Wasser des Lebens, welches im Lichte Gottes aus dem harten Tode wird geboren. Und also ist das Licht Gottes im süßen Wasser des Himmels durch den herben und harten finstern Tod gebrochen, und also ist der Himmel aus dem Mittel des Wassers gemacht.

129. Die harte Feste ist die herbe Qualität, und die linde Feste ist das Wasser, in welchem das Licht des Lebens aufgehet, welches ist die Klarheit des Sohnes Gottes.

130. Und in solcher Forma gehet die Erkenntnis und das Licht des Lebens im Menschen auch auf und stehet das ganze Licht Gottes in dieser Welt in solcher Forma, Geburt und Aufgehen.

131. Der dritte Tag wird dem Mars ganz recht zugeeignet, weil derselbe ist bitter und ein Wüter und bewegender Geist. Im dritten Umgange der Erden hat sich die bittere Qualität mit der herben gerieben.

132. Verstehe das hohe Ding recht: Als das Licht im süßen Wasser durch den herben Geist gedrungen, so ist der Feuerblitz oder Schrack des Lichts, als sich im Wasser angezündet, in der herben und harten toten Qualität aufgegangen und hat alles rege gemacht, davon ist die Beweglichkeit entstanden.

133. Nun rede ich allhie nicht allein vom Himmel über der Erden, sondern diese Regung und Geburt ist zugleich in der Erden und überall gewesen.

134. Weil aber die himmlischen Früchte vor der Zeit des Zorns nur in dieser Regung der Quellgeister sind aufgegangen und auch durch ihre Regung wieder vergangen und sich verändert haben, so sind sie am dritten Tage der Schöpfungsgeburt auch durch die Regung des Feuerblitzes in der herben Qualität der Erden aufgegangen.

135. Ob nun gleich die ganze Gottheit im Centro der Erden verborgen ist, so hat die Erde darum nicht können himmlische Früchte gebären, denn der herbe Geist hat den harten Riegel des Todes vorgeschlossen, daß also das Herze der Gottheit in aller Geburt in seinem sanften und lichten Himmel verborgen bliebe.

136. Denn die äußerste Geburt ist die Natur, und gebühret ihr nicht, daß sie zurücke in das Herze Gottes greife, sie kann auch nicht, sondern sie ist der Leib, in dem sich die Quellgeister gebären und ihre Geburt mit ihrer Frucht erzeigen und dartun.

137. Darum hat die Erde am dritten Tage angefangen zu grünen, als die Quellgeister im Schracke des Wortes oder Feuerblitz sind gestanden.