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21. Kapitel - Von dem dritten Tage 484

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21. Kapitel - Von dem dritten Tage
« am: November 09, 2011, 09:10:13 Vormittag »
Von dem dritten Tage


    Obgleich der Geist in den Schriften Mosis die tiefesten Geheimnisse im Buchstaben hat verborgen gehalten, gleichwohl ist alles so gar ordentlich beschrieben, daß an der Ordnung kein Mangel ist.

2. Denn als Gott durchs Wort hat Himmel und Erden geschaffen und hat das Licht von der Finsternis geschieden und hat jedem Dinge seinem Sedem gegebem, so hat alsbald jedes seine Geburt und Qualifizierung angefangen.

3. Den ersten Tag hat Gott den verderbten Salitter, welcher ist in der Anzündung seines Zorns worden, zusammengetrieben oder durch den starken Geist geschaffen, denn das Wort "Schuf" heißt hie eine Zusammentreibung.

4. In dieser Zusammentreibung des verderbten Zorn-Salitters ist auch König Luzifer als ein unmächtiger Fürst mit samt seinen Engeln in die Hölle des Zorn-Salitters in den Locum, wo die äußerliche halbtote Begreiflichkeit geboren wird, getrieben worden, welches ist der Raum zwischen der Naturgöttin, dem Monden und der toten Erden.

5. Als nun dieses geschehen ist, so ist die Tiefe helle worden und hat sich mit dem verborgenen Himmel das Licht von der Finsternis geschieden, und ist die Kugel der Erden in dem großen Rade der Natur einmal umgewandt gewesen, und ist hiermit die Zeit einer Umwendung oder eines Tages vergangen, welches 24 Stunden in sich hält.

6. Die andere Tagelänge ist die scharfe Scheidung angegangen, und ist die unbegreifliche Kluft zwischen den Zorn und zwischen die Liebe des Lichts gemacht worden, und ist König Luzifer in dem Hause der Finsternis feste verriegelt und zum endlichen Gerichte behalten worden.

7. Auch so ist das Wasser des Lebens von dem Wasser des Todes geschieden worden, jedoch mit der Gestalt, daß es in dieser Zeit der Welt aneinander bange wie Leib und Seele, und doch keines das ander begreife, sondern der Himmel, welcher aus dem Mittel des Wassers ist gemacht worden, ist eine Kluft zwischen ihnen, daß also das begreifliche Wasser sei ein Tod und das unbegreifliche sei das Leben.

8. Also regieret nun der unbegreifliche Geist, welcher ist Gott, allenthalben in dieser Welt und erfüllet alles. Und der Begreifliche hanget an ihm und wohnet in der Finsternis und kann den Unbegreiflichen weder sehen, hören, riechen noch fühlen, sondern seine Werke siehet er und ist ein Zerstörer derselben.

9. Als nun Gott den Teufel in die Finsternis gebunden durch den Schluß des Himmels, welcher Himmel allenthalben an allen Enden ist, so fing er wieder an seine wunderliche Geburt in dem siebenten Naturgeiste und gebar sich alles wiederum, wie es von Ewigkeit getan hatte. Denn so schreibet Moses: Und Gott sprach: Es lasse die Erde aufgehen Kraut und Gras, das sich besame, und fruchtbare Bäume, da ein jegliches nach seiner Art Frucht trage und habe seinen eigenen Samen bei ihm selbst auf Erden, und es geschah also. Und die Erde lies aufgehen Gras und Kraut, das sich besamet, ein jegliches nach seiner Art, und Bäume, die da Frucht trugen und ihren eignen Samen bei sich hatten, ein jeglicher nach seiner Art. Und Gott sah, daß es gut war; da ward aus Abend und Morgen der dritte Tag, Gen 1,11-13.

10. Dieses ist zwar ganz recht und eigentlich beschrieben, aber der rechte Grund steckt im Worte verborgen und ist von dem Menschen niemalen verstanden worden. Denn der Mensch hat seit der Zeit des Falles niemals können die innerliche Geburt begreifen, wie da sei die himmlische Geburt, sondern seine Vernunft ist in der äußerlichen Begreiflichkeit gefangen gelegen und hat nicht können durch den Himmel durchdringen und die innerliche Geburt Gottes schauen, welche auch ist in der verderbten Erden und allenhalben.

11. Du darfst allhie nicht denken, daß Gott was Neues gemacht habe, das vorhin nicht gewesen sei, denn wenn das wäre, so wäre ein anderer Gott worden, welches doch nicht möglich ist.

12. Denn außer diesem einigen Gott ist nichts. Denn es ist auch der Höllen Porten nicht außer diesem einigen Gott; allein eine Entscheidung ist worden zwischen der Liebe im Lichte und zwischen dem angezündeten Zorn in der Finsternis, und kann eines das ander nicht begreifen, und bangen doch aneinander als ein Leib.

13. Der Salitter, daraus die Erde ist worden, der ist von Ewigkeit gewesen, und ist in dem siebenten Quellgeiste gestanden, welches ist der Naturgeist, und die andern sechs haben den siebenten immer geboren, und sie sind damit umschlossen oder als in ihrer Mutter Leibe gefangen gelegen, und sind des siebenten Kraft und Leben gewesen, gleichwie die siderische Geburt im Fleische.

14. Als aber König Luzifer den Zorn in dieser Geburt erreget hat und mit seinem Hochmut den Gift und Tod drein bracht hat, so hat sich in der zornigen Geburt, in der Grimmigkeit oder Stachel des Todes solche Erde und Steine geboren.

15. Auf dieses ist nun die Ausspeiung erfolget, denn die Gottheit konnte solche Geburt in der Liebe und im Lichte Gottes nicht leiden, sondern der verderbte Salitter mußte auf einen Klumpen getrieben werden und Herr Luzifer mit ihm, und verlosch zuhand das eingeborne Licht in dem verderbten Salitter, und ward der Schluß des Himmels zwischen den Zorn und zwischen die Liebe gemacht, auf daß sich nicht mehr solcher Salitter gebäre, und daß der Himmel den Zorn in der äußersten Geburt in der Natur in der Finsternis gefangen hielte und eine ewige Entscheidung zwischen ihnen sei.

16. Als aber dies in zwei Tagen vollendet war, so ging am dritten Tage das Licht auf in der Finsternis, und die Finsternis samt ihrem Fürsten konnte es nicht begreifen. Denn da ging aus der Erden auf Gras und Kraut und Bäume, dabei stehet nun geschrieben: Ein jegliches nach seiner Art, Gen 1,12.

17. In diesem Worte steckt der Kern der ewigen Geburt verborgen und kann mit Fleisch und Blut nicht ergriffen werden, sondem der Hl. Geist muß durch die seelische Geburt die siderische im Menschen anzünden, sonst ist er hierinnen blind und verstehet nichts als von Erden und Steinen und von Gras, Kraut und hölzernen Bäumen. Allhie stehet nun geschrieben: Gott sprach: Es lasse die Erde aufgehen Gras und Kraut und fruchtbare Bäume.

18. Hie merke: Das Wort "Sprach" ist ein ewiges Wort, und ist vor den Zeiten des Zorns von Ewigkeit in diesem Salitter gewesen als er noch in himmlischer Form und Leben stund, und ist auch in seinem Centro nie gar gestorben, sondern nur in der Begreiflichkeit.

19. Als aber das Licht in der äußerlichen Begreiflichkeit oder im Tode wieder aufging, so stund das ewige Wort in voller Geburt und gebar durch und aus dem Tode das Leben, und brachte der verderbte Salitter nun wieder Früchte hervor.

20. Weil aber das ewige Wort mit der Verderbung im Zorn mußte inqualieren, so wurden die Leiber der Früchte bös und gut. Denn aus der Erden, welche ist im Tode, mußte die äußerliche Geburt der Früchte werden. So mußte aus der siderischen Geburt, welche stehet in Liebe und Zorn der Geist oder das Leben werden.

21. Denn also stund die Geburt der Natur in der Zeit der Anzündung, und ward also in die Erde mit einkorporieret, und mußte auch in solcher Geburt wieder aufgehen. Denn es stehet geschrieben, daß die tote Erde soll lassen Gras und Kraut und Bäume aufgehen, ein jegliches nach seiner Art.

22. Das ist nach Art und Qualität, wie es von Ewigkeit in himmlischer Qualität, Art und Form gewesen war. Denn das heißt seine eigene Art, die in Mutterleibe empfangen ist, und ist für Naturrecht sein als sein eigen Leben.

23. Also hat auch die Erde kein fremd Leben hervorbracht als das, das von Ewigkeit in ihr gewesen ist. Gleichwie sie vor der Zeit des Zorns hat himmlische Früchte bracht, die da haben einen heiligen, reinen, himmlischen Leib gehabt, und sind eine Speise der Engel gewesen; also brachte sie nun auch jetzt Früchte hervor nach ihrer begreiflichen, harten, bösen, zornigen, giftigen, halbtoten Art, denn wie die Mutter war, also wurden auch die Kinder.

24. Nicht sind die Früchte der Erden darum ganz in Zorn Gottes, denn das eingekorporierte Wort, welches unsterblich und unverderblich ist, das von Ewigkeit ist in dem Salitter der Erden gewesen, das grünete wieder in dem Leibe des Todes und brachte Früchte aus dem erstorbenen Leibe der Erden, aber die Erde hat das Wort nicht ergriffen, sondern das Wort die Erde.

25. Und wie nun war die ganze Erde mit samt dem Wort, also war auch die Frucht. Das Wort aber blieb im Centro des Himmels, welcher an dieser Stätte auch ist, verborgen, und ließ die Geburt der sieben Quellgeister aus der äußersten, verderbten und toten den Leib formieren, und sie blieb als das Wort und Herze Gottes in ihrem himmlischen Sede sitzen, auf dem Throne der Majestät, und erfüllete die siderische und auch tote Geburt, aber ihnen als das heilige Leben ganz unbegreiflich.

26. Nicht sollst du denken, daß darum die äußerste tote Geburt der Erden habe ein solch Leben durchs aufgegangene Wort kriegt, daß sie nicht mehr ein Tod sei und daß in ihrer Frucht nicht der Tod sei; nein, das kann ewig nicht sein, denn was in Gott einmal tot ist, das ist tot und wird in seiner eigenen Gewalt ewig nicht wieder lebendig, sondern das Wort, welches mit der siderischen Geburt inqualieret im Teil der Liebe, das gebäret durch die siderische Geburt durch den Tod das Leben.

27. Denn du siehest ja, wie alle Früchte der Erden, was sie aus sich gebieret, verfaulen müssen und sind auch ein Tod.

28. Daß aber die Früchte einen andern Leib bekommen als die Erde, der da viel kräftiger, schöner, wohlschmeckender und wohlriechender ist, das machts, daß die siderische Geburt vom Worte die Kraft nimmt und formet einen andern Leib, der da stehet halb im Tod und halb im Leben, und stehet zwischen der Liebe verborgen.

29. Daß aber die Früchte auf dem Leibe viel lieblicher, süßer und milder sind mit gutem Geschmacke, das ist die dritte Geburt aus der Erden, nach welcher die Erde wird gereiniget werden am Ende dieser Zeit und wieder in ihren ersten Locum gesetzt werden; aber der Zorn wird im Tode bleiben.