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20. Kapitel - Die heilige Porten 441

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20. Kapitel - Die heilige Porten
« am: November 17, 2011, 07:20:02 Vormittag »
Die heilige Porten

 
73. Die dritte Geburt in dem Leibe Gottes dieser Welt ist unter der Festen des Himmels verborgen, und die Feste des Himmels inqualieret mit derselben, aber doch nicht ganz leiblich, sondern kreatürlich gleichwie die Engel und die Seele des Menschen.

74. Und dieselbe dritte Geburt ist das allmächtige und heilige Herze Gottes. Darinnen sitzet unser König Jesus Christus mit seinem natürlichen Leibe zur Rechten Gottes als ein König und Herr des ganzen Leibes oder Loci dieser Welt, der mit seinem Herzen alles umfasset und hält.

75. Und dieselbe Feste des Himmels ist sein Stuhl, und die Quellgeister seines natürlichen Leibes herrschen in dem ganzen Leibe dieser Welt, und ist alles mit ihnen verbunden, was in der siderischen Geburt im Teil der Liebe stehet, das andere Teil dieser Welt ist mit dem Teufel verbunden.

76. Du mußt nicht denken, wie Johannes Calvus oder Calvinus gedacht hat, der Leib Christi sei ein unallmächtig Wesen und begreife nicht weiter als den Locum in sich.

77. Nein, du Menschenkind, du irrest und verstehest die göttliche Kraft nicht recht. Begreift doch ein jeder Mensch in seinen siderischen Quellgeistern den ganzen Locum oder Leib dieser Welt und der Locus begreift den Menschen. Es ist als ein Leib, allein nur unterschiedliche Glieder.

78. Wie wollten denn die Quellgeister in dem natürlichen Leibe Christi nicht mit den Quellgeistern der Natur inqualieren? Ist doch sein Leib auch aus den Quellgeistern der Natur und sein Herze animalisch aus der dritten Geburt, welches ist das Herze Gottes, das aller Engel und aller Himmel Himmel, ja den ganzen Vater begreift.

79. Ihr Calvanisten, allhier stehet ab von eurer Meinung, ihr irret, und martert euch nicht mit dem begreiflichen Wesen, denn Gott ist ein Geist, Joh 4,24; und in der Begreiflichkeit stehet der Tod.

80. Der Leib Christi ist nicht mehr in der harten Begreiflichkeit, sondern in der göttlichen Begreiflichkeit der Natur, gleich den Engeln.

81. Denn unsere Leiber werden auch in der Auferstehung nicht in solchem harten Fleische und Beinen bestehen, sondern sind gleich den Engeln, und obgleich alle Forma und Kraft wird darinnen sein, auch alle Geschicklichkeit, bis auf die Geburtsglieder, die werden in einer andern Forma stehen, sowohl auch das Eingeweide der Därme, so werden wir doch nicht die harte Begreiflichkeit haben.

82. Denn Christus saget zu Maria Magdalena im Garten Josephs beim Grabe nach seiner Auferstehung: Rühre mich nicht an, denn ich bin noch nicht aufgefahren zu meinem Gott und zu eurem Gott, Joh 20.17. Als wollte er sagen: Ich habe nun nicht mehr den tierischen Leib, und ob ich mich dir gleich in meiner alten Gestalt erzeige, sonst könntest du mich in deinem tierischen Leibe nicht sehen.

83. Auch so wandelte er die 40 Tage nach seiner Auferstehung nicht immer unter den Jüngern sichtlich, sondern unsichtlich nach seiner himmlischen und englischen Eigenschaft, sondern wenn er wollte mit den Jüngern reden, so erzeigte er sich in begreiflicher Gestalt, damit er könnte natürliche Worte mit ihnen reden, denn die göttliche kann die Verderbung nicht begreifen.

84. Auch so zeigets genug an, daß sein Leib englische Art habe, indem er ist zu seinen Jüngern durch verschlossene Tür gegangen, Joh 20.19.

85. Also sollst du nun wissen, daß sein Leib mit allen sieben Geistern in der Natur inqualieret in der siderischen Geburt im Teil der Liebe und hält die Sünde, den Tod und Teufel in einem Zornteil gefangen.

86. Also verstehest du nun, was Gott den andern Tag gemacht hat, als er das Wasser unter der Festen von dem Wasser über der Festen geschieden hat. Auch so siehest du, wie du in dieser Welt überall im Himmel und auch in der Hölle bist, und wohnest zwischen Himmel und Hölle in großer Gefahr.

87. Auch so siehest du, wie auch der Himmel in einem heiligen Menschen ist und allenthalten, wo du stehest oder gehest oder liegest, so dein Geist nur mit Gott inqualieret, so bist du demselben Teil nach im Himmel und deine Seele in Gott. Darum spricht auch Christus: Meine Schäflein sind in meinen Händen und niemand wird mir sie ausreißen, Joh 10,28.

88. Desgleichen siehest du, wie du dem Zorn nach allezeit in der Höllen bist bei allen Teufeln. Wenn dir deine Augen nur eröffnet wären, so solltest Wunder sehen, aber du stehest zwischen Himmel und Hölle, und kannst sehen und wandelst gar auf einem schmalen Stege.

89. Es sind etliche Menschen zu mancher Stunde dem siderischen Geiste nach in entritten worden, wie man es nennet, und haben alsbald auch des Himmels und der Höllen Porten erkannt, auch angezeiget, wie mancher Mensch mit lebendigem Leibe in der Höllen wohnet. Derer hat man zwar gespottet, aber mit großem Unverstande, denn es verhält sich also. Dieses will ich an seinem Orte ausführlich auch beschreiben, was es für eine Gestalt mit ihnen hat.

90. Daß es aber eine zweifache Geburt mit dem Wasser habe, will ich allhie mit der Sprache der Natur auch beweisen, denn es ist die Wurzel oder Mutter aller Sprachen, die in dieser Welt sind, und stehet die ganze vollkömmliche Erkenntnis aller Dinge hierinnen.
 
91. Denn als Adam erstlich geredet hat, so hat er allen Kreaturen nach ihren Qualitäten und anstehenden Wirkungen den Namen gegeben. Und ist eben die Sprache der ganzen Natur, aber es kann sie nicht ein jeder, denn es ist ein Geheimnis, Mysterium, welches mir von Gnaden Gottes in mitgeteilet worden von dem Geiste, der Lust zu mir hat.

92. Nun merke: Das Wort "Wasser" stößet aus dem Herzen und macht die Zähne zu, und gehet über die herbe und bittere Qualität und reget sie nicht, und führt durch die Zähne raus, und die Zunge rafft sich mit zum Geiste und hilft zischen, und inqualieret mit dem Geiste, und der Geist gehet ganz mächtig durch die Zähne raus.

93. Wenn aber der Geist zum meisten Teil raus ist, so rafft sich erst der herbe und bittere Geist auf und inqualieret erst hinten nach mit dem Worte. Er bleibet aber in seinem Sede sitzen und zerret mächtig in der Silbe "Ser" nach.

94. Daß sich nun der Geist im Herzen fasset und fährt hervor und macht die Zähne zu und zischet mit der Zungen durch die Zähne, bedeutet, daß sich das Herze Gottes habe beweget und mit seinem Geiste einen Schluß um sich gemacht, welches ist die Feste des Himmels; gleichwie sich die Zähne zumachen und der Geist gehet durch die Zähne, also auch gehet der Geist aus dem Herzen in die siderische Geburt.

95. Und gleichwie sich die Zunge mit zum Zischen bildet und inqualieret mit dem Geiste und wallet mit ihm, also bildet sich die Seele des Menschen mit den Hl. Geiste und inqualieret mit demselben, und dringet mit in Kraft desselben durch den Himmel und herrschet mit im Worte Gottes.

96. Daß sich aber erst hinten nach die herbe und bittere Qualität aufwecket und bildet sich hinten nach zum Wort, bedeut, daß es zwar alles ein Leib ist, aber der Himmel und der Hl. Geist samt dem Herzen Gottes hat seinen Sedem für sich; und kann der Teufel samt dem Zorne weder den Hl. Geist noch den Himmel ergreifen, sondern es hänget der Teufel mit dem Zorne in der äußersten Geburt am Worte, und hilft der Zorn in der äußersten Geburt in dieser Welt alles bilden, was in der Begreiflichkeit stehet, gleichwie die herbe und bittere Qualität sich hinten nach zum Worte bilden und inqualieren mit demselben.

97. Daß aber der Geist erstlich also über die herbe und bittere Qualität gehet unvermerkt, bedeut, daß die Porten Gottes überall in dieser Welt ist, da der Hl. Geist herrschet, und daß der Himmel überall offen stehet, auch mitten in der Erden, und daß der Teufel den Himmel nirgends kann weder sehen noch begreifen, sondern er ist ein murrender und kirrender Höllenhund, der erst hinten nachkommt, wenn der Hl. Geist ihme hat eine Kirche und Tempel gebauet, und denselben im Zorne zerstöret, und hanget hinten nach am Worte als ein Feind, der nicht will, daß ihm in seinem Lande soll ein Tempel Gottes gebauet werden, damit sein Reich möchte geschmälert werden.