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16. Kapitel - Von der erscbrecklichen und elenden Verderbung des Luzifer 437

Administrator Beiträge: 10836 Forumgründer *****
16. Kapitel - Von der erscbrecklichen und elenden Verderbung des Luzifer
« am: November 17, 2011, 08:17:33 Vormittag »
Von der erscbrecklichen, kläglichen und elenden Verderbung des Luzifer in dem siebenten Naturgeist - Das Trauerbaus des Todes

 
26. Wenn alle Bäume Schreiber wären und alle Aste Schreibfedern und alle Berge Bücher und alle Wasser Tinten, so könnten sie den Jammer und Elend nicht genugsam beschreiben, den Luzifer mit seinen Engeln in seinen Locum bracht hat.

27. Denn er hat aus dem Hause des Lichts ein Haus der Finsternis gemacht und aus dem Hause der Freuden ein Trauerhaus, aus dem Hause der Lust und Erquickung ein Haus des Dursts und Hungers, aus dem Hause der Liebe eine ewige Feindschaft, aus dem Hause der Sanftmut ein ewig Pochen, Donnern und Blitzen, aus dem Hause des Friedens ein ewig Jammer- und Heulehaus, aus dem Hause des Lachens ein ewig Zittern- und Schreckenhaus, aus der Geburt des Lichts und Wohltuns eine ewige höllische Pein, aus den Speisen der Lieblichkeit einen ewigen Greuel und Gestank, einen Ekel vor aller Frucht, aus dem Hause der Libanon und Zedern ein steinicht, felsicht und Feuerhaus, aus dem süßen Geruch einen Stank, ein Haus des Wustes und Zerstörung, ein Ende alles Guten, aus dem göttlichen Leibe einen schwarzen, finstern, kalten, hitzigen, in sich fressenden und doch nicht verzehrenden Teufel, der da ist eine Feindschaft wider Gott und seine Engel und alles Himmelsheer wider ihn.

28. Nun merke: Es haben die Gelehrten viel Disputierends, Fragens und Nachdenkens gehabt von der grimmigen Bosheit in allen Kreaturen, sowohl an Sonne und Sternen in dieser Welt, desgleichen sind etliche sogar giftige böse Tiere, Würmer und Gewächse in dieser Welt, darum sich die Vernünftigen billig gewundert haben, und haben etliche entschlossen, Gott müsse ja das Böse auch wollen, dieweil er so viel Böses geschaffen habe; etliche haben dem Fall des Menschen die Schuld gegeben, etliche der Wirkung des Teufels.

29. Dieweil aber alle Kreaturen und Gewächse sind vor der Zeit des Menschen geschaffen worden, so darfst du dem Menschen nicht die Schuld geben, denn der Mensch hat nicht der Tiefe Leib in seiner Schöpfung kriegt, sondern ist ihm in seinem Fall erst so worden. Auch so hat der Mensch nicht die Bosheit und Gift in der Tiefe, Vögel, Würmer und Steine bracht, denn er hatte nicht derselben Leib, sonst wo er den Grimm in alle Kreaturen bracht hätte, so hätte er bei Gott ewig keine Gnade gehabt wie die Teufel. Der arme Mensch ist nicht aus seinem vorsätzlichen Willen gefallen, sondern durch des Teufels infizierte Gift, sonst wäre ihm kein Rat gewesen.

30. Nun, diese rechte Unterweisung wirst du allhie folgend beschrieben finden, nicht aus Eifer, jemanden hiermit zu schmähen, sondern aus Liebe und zu demütiger Unterweisung aus dem Abgrunde meines Geistes und zu gewissem Trost dem armen, kranken alten Adam, der jetzt an seiner letzten Vonhinnenfahrt lieget.

31. Denn wir sind in Christo alle ein Leib. Darum wollte auch dieser Geist herzlich gerne, daß seine Mitglieder möchten mit einem Trunke des edlen Weines Gottes vor ihrer Hinfahrt gelabet werden, damit den großen Streit des Teufels zu bestehen und den Sieg zu erhalten, damit der Sieg des Teufels in dieser jetzt vollen Welt möchte zerstöret und der große Name des Herrn geheiliget werden.

32. Nun siehe: Als König Luzifer mit seinen Engeln also herrlich, schön und göttlich erschaffen worden war als ein Cherub und König in Gott, so ließ er sich seine Gestalt betören, indem er sah, was für ein edler, schöner und herrlicher Geist in ihm aufging. Da meineten seine sieben Quellgeister, sie wollten sich erheben und anzünden, so würden sie auch also schöne, herrlich und mächtig sein wie der animalische Geist, damit wollten sie in dem ganzen Revier mit eigener Kraft und Gewalt herrschen als ein neuer Gott.

33. Sie sahen wohl, daß der animalische Geist mit dem Herzen Gottes inqualierete. Darum war das ihr Beschluß, daß sie sich wollten erheben und anzünden, in Hoffnung also klar, tief und allmächtig zu sein, als der tiefeste Grund im Centro des Herzens Gottes.

34. Denn sie vermeineten, den natürlichen Leib, der aus dem Naturgeiste Gottes war zusammenkorporieret, in die verborgene Geburt Gottes zu erheben, daß ihre sieben Quellgeister möchten also hoch sein und also allbegreiflich wie der animalische Geist. Und der animalische Geist sollte über das Zentrum des Herzens Gottes triumphieren, und sollte ihm das Herze Gottes untertänig sein. Und die sieben Geister wollten mit ihrem animalischen Geiste alles bilden und formieren.

35. Und dieser Hochmut und eigener Wille war gänzlich wider die Geburt Gottes. Denn der Leib des Engels sollte in seinem Sede bleiben und eine Natur sein und als eine demütige Mutter stille halten und nicht die Allwissenheit und eigene vernünftige Begreiflichkeit des Herzens oder der tiefesten Geburt der Hl. Dreifaltigkeit haben, sondern die sieben Geister sollten sich in ihrem natürlichen Leibe gebären wie in Gott.

36. Und ihre Begreiflichkeit sollte nicht im verborgenen Kern oder in der innerlichsten Geburt Gottes sein, sondern der animalische Geist, welchen sie in ihrem Centro des Herzens gebaren, der sollte mit der innerlichsten Geburt Gottes inqualieren und alle Figuren helfen formieren und bilden nach der sieben Geister Lust und Willen, damit in der göttlichen Pomp alles ein Herz und Willen wäre.

37. Denn also ist die Geburt Gottes auch. Der siebente Naturgeist greift nicht zurücke in seinen Vater, der ihn gebäret, sondern hält als ein Leib stille und läßt des Vaters Willen, welcher ist die andern sechs Geister, in sich formen und bilden, wie sie wollen.

38. Auch so greift kein Geist besonders mit seinem körperlichen Wesen nach dem Herzen Gottes, sondern er schleußt seinen Willen mit den andern ins Zentrum zur Geburt des Herzens, daß also das Herze und die sieben Geister Gottes ein Willen sind.

39. Denn das ist der Begreiflichkeit Gesetze, daß sie sich nicht in die Unbegreiflichkeit erhebe, denn die Kraft, welche im Centro oder inmitten zusammenkorporieret wird aus allen sieben Geistern, die ist unbegreiflich und unerforschlich, aber nicht unsichtlich, denn es ist nicht eines Geistes Kraft allein, sondern aller sieben.

40. So kann nun ein Geist in seinem eignen Corpus, außer seiner instehenden Geburt, nicht in das ganze Herze Gottes greifen und alles approbieren und forschen, denn er begreift außer seiner instehenden Geburt nur seine eigene Geburt im Herzen Gottes, aber alle sieben Geister zugleich begreifen das ganze Herze Gottes.

41. Aber in der anstehenden Geburt der Geister, da einer den andern immer gebäret, da begreift ein jeder Geist alle sieben Geister, aber nur im aufgehenden Blitze des Lebens.

42. Das Herze aber ist nun ein sonderliches, wenn es geboren ist, eine sonderliche Person, und doch nicht von den Geistern abgetrennet, aber die Geister können sich in ihrer ersten Geburt nicht in die andere verwandeln.

43. Auch so kann sich die andere nicht in die dritte verwandeln, welches ist der Ausgang des Geistes, sondern eine jede Geburt bleibet in ihrem Sede, und sind alle Geburten zusammen doch nur der einige Gott.

44. Weil aber der Leib Luzifers aus der Natur und äußerlichsten Geburt geschaffen war, so war es ja ganz unrecht, daß er sich in die innerlichste und tiefste erhub, welches er doch im göttlichen Recht nicht tun konnte, sondern er mußte sich erheben und anzünden, damit die Quellgeister in das schärfste Durchdringen und Infizieren gesetzet würden.

45. Ich meine ja, du schöner Nigromanticus, du hast dich wohl verwandelt. Du magst die Menschen billig auch deine Kunst lehren, ob sie vielleicht möchten auch so gewaltige Götter werden, wie du bist worden.

46. Ihr blinden und hoffärtigen nigromatischen Gaukler, hierinnen steckt eure Kunst. Ihr verwandelt die Elementa eures Leibes durch eure Coniurationes und Instrumenta der Qualitäten, die ihr dazu brauchet, und meinet, ihr habt Recht hiemit. Ists aber nicht wider die Geburt Gottes, so beweiset das!

47. Wie vermeinet ihr wohl, daß ihr euch könnet verwandeln in eine andere Gestalt?  Ihr lasset euch den Teufel also äffen und seid doch in der Kunst blind. Und ob ihr sie noch so wohl gelernet hättet, so wisset ihr doch den Zweck darinnen nicht, denn das Herze darinnen ist die Verwandlung der Quellgeister, wie Herr Luzifer tat, da er wollte Gott sein.

48. Sprichst du nun, wie kann das sein?  Siehe, wenn die körperlichen Quellgeister ihren Willen in die Zauberei setzen, so ist der animalische Geist, den sie gebären und der in der Sternen und Elementen Qualität im verborgenen und tiefsten Centro herrschet, schon ein Zauberer und hat sich in die Zauberei verwandelt.

49. Der tierische Leib aber kann nicht bald hernach, sondern muß durch Characteres und Coniurationes und etliche dazu dienliche Instrumente verzaubert werden, damit der animalische Geist den tierischen Leib unsichtbar machet und in die Gestalt verwandelt, wie der Quellgeister anfänglicher Wille war.

50. Das tierische Fleisch kann sich wohl nicht verwandeln oder in eine andere Geburt setzen, sondern es wird in eine geringe und dünne Forma bracht, gleich einem Tier oder Holz und dergleichen, das seinen Leib in den Elementen qualifizierend hat.

51. Aber die siderischen Geister können sich in eine andere Gestalt verkleiden, aber auch nur so lange, als ihnen die Geburt der Natur über ihrem Polo zulässet. Denn wenn sich die mit ihrem Umwenden und Durchdringen verändert, daß ein Quellgeist Primus wird, so liegt ihre Kunst danieder und hat ihre Gottheit in dem ersten Quellgeiste, in welchem sie ihre Kunst haben angefangen, ein Ende.

52. Soll sie nun länger bestehen, so muß sie aufs neue nach dem jetzt regierenden Quellgeiste gemacht werden oder muß der Teufel mit seinem animalischen Geiste in den siderischen Geistern des Körpers sein, der ihn flugs anders verwandelt, sonst hat seine Kunst allhie ein Ende. Denn die Natur lässet nicht alle Stunden mit sich gaukeln, wie die Geister wollen, sondern es muß alles nach dem Geiste geschehen, welcher dazumalen Primus ist.

53. Nicht macht derselbe Geist Gottes, welcher in der Natur Primus ist, die Gaukelei, sondern es wird in der Grimmigkeit des Salitters, welche Herr Luzifer mit seiner Erhebung hat angezünder, welches sein ewiges Königreich ist, gemacht.

54. Wenn sich aber die Macht desselben Geistes leget, so kann das angezündete Feuer dem Gaukler auch nicht mehr dienen. Denn das Zornfeuer in der Natur ist nicht in dieser jetzigen Zeit des Teufels eigen Gewalthaus, sintemal die Liebe im Centro des Zornfeuers verborgen stehet und Luzifer mit seinen Engeln im äußerlichen Zornfeuer gefangen lieget bis in das Gerichte Gottes, da wird er das Zornfeuer abteilig von der Liebe zum ewigen Bade bekommen und wird ohne Zweifel seinen Gauklern das Haupt mit waschen.

55. Dieses setze ich dir nur zu einer Warnung hieher, damit du wissest, was die Zauberei für einen Grund hat, nicht dergestalt, daß ich wollte heidnische Zauberei schreiben, ich habe sie auch nicht gelernet, sondern der animalische Geist siehet ihre Gaukelei, welche ich im Leibe nicht verstehe.

56. Dieweil sie aber ganz und gar wider die Liebe und Sanftmut der Geburt Gottes laufet und ist ein Widerwillen in der Liebe Gottes, dem Menschen ohne dazu dringend große Not verderblich zu tun, so will der Geist den Gauklern und Veränderern der Ordnung Gottes das Zornbad der Natur zu einer ewigen Abtrocknung bescheiden haben, da mögen sie ihre neue Gottheit inne beweisen.