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14. Kapitel - Feindschaft des Königs Luzifer mit seinem ganzen Heere wider Gott 435

Administrator Beiträge: 10836 Forumgründer *****
14. Kapitel - Feindschaft des Königs Luzifer mit seinem ganzen Heere wider Gott
« am: November 19, 2011, 08:00:52 Vormittag »
Von den großen Sünden und Widerwillen und dazu ewiger Feindschaft des Königs Luzifer mit seinem ganzen Heere wider Gott

 
37. Das ist der rechte Spiegel der Menschen: Vor dieses Malefiz-Recht ladet der Geist alle Menschen als vor einen Spiegel. Da mögen sie sich besehen, was die verborgene Sünde ist.

38. Dieses ist von der Welt her verborgen blieben und in keines Menschen Herze also ganz und gar offenbar worden. Ich verwundere mich auch selber viel sehrer als sich der Leser vielleicht verwundern wird, ob der hohen Offenbarung.

39. Nicht schreibe ich mir solches zum Ruhm, denn mein Ruhm stehet in meiner Hoffnung des Zukünftigen. Ich bin so wohl ein armer Sünder wie alle Menschen und gehöre auch vor diesen Spiegel; sondern ich verwundete mich, daß sich Gott in so einem einfältigen Manne will also ganz und gar offenbaren, und treibet ihn noch dazu, solches aufzuschreiben, da doch viel bessere Skribenten wären, die es viel höher könnten schreiben und ausführen als ich, der ich nur der Welt Spott und Narr bin.

40. Aber ich kann und will ihm nicht widerstehen, denn ich bin oft in großer Arbeit gegen ihn gestanden, so es nicht sein Trieb und Wille sei, daß er solches wollte von mir nehmen. Aber ich befinde, daß ich mit meiner Arbeit gegen ihn nur habe Steine zu diesem Bau zugetragen.

41. Nun aber bin ich zu hoch gestiegen und darf nicht wieder zurücksehen, sonst schwindelt mir, und habe noch ein kleines Leiterchen bis ans Ziel, da ist alle meines Herzens Lust, vollends hinzusteigen. Denn so ich aufsteige, so schwindelte mir garnicht, aber wenn ich zurücksehe und will wieder umkehren, so schwindelt mir, und fürchte mich des Fallens.

42. Darum habe ich meine Zuversicht auf den starken Gott gesetzt und wills wagen und will zusehen, was doch draus werden will. Ich habe auch nicht mehr als einen Leib, der ist ohne das sterblich und zerstörlich; den will ich gerne dran wagen. So mir nur das Licht und Erkenntnis meines Gottes bleibet, so hab ich genug, wohl hie und dorte.

43. Auch so will ich mit meinem Gott nicht zürnen, ob ich vielleicht um seines Namens willen müßte Schmack leiden, welches mir denn alle Tage blühet, und bin des fast wohl gewohnet. Ich will mit dem Propheten David singen: Und wenn mir gleich mein Leib und Seele verschmacht, so bist du Gott doch meine Zuversicht, mein Heil und meines Herzens Trost, Ps 73,26.

44. Die Sünde hat sieben Species oder Gestalten, darunter sind vier vornehme Quellbrunnen, und die achte Gestalt ist das Haus des Todes.

45. Nun merke: Die sieben Gestalten sind die sieben Quellgeister des Corpus; wenn die angezündet werden, so gebäret ein jeder Geist eine sonderliche Feindschaft wider Gott.

46. Aus diesen sieben gebären sich nun andere vier neue Söhnlein, und die sind der neue Gott, der ganz und gar wider den alten Gott ist, als wie zwei abgesagte Kriegsheere, die einander ewige Feindschaft geschworen haben.

47. Der erste Sohn ist die Hoffart, der ander Sohn ist der Geiz, der dritte Sohn ist der Neid, der vierte Sohn ist der Zorn.

48. Dieses wollen wir nun im Grunde besehen, wo alles seinen Ursprung nimmt, und wie es eine Feindschaft wider Gott ist. Da wirst du sehen, was der Anfang und die Wurzel der Sünden ist, und warum sie in Gott nicht kann geduldet werden.

49. Nun wohlher, ihr Philosophi und Juristen, die ihr erhalten wollet und unterstehet euch zu beweisen, Gott habe das Böse auch geschaffen und wolle dasselbe. Es sei aus Gottes Fürsatz, daß der Teufel gefallen sei und daß viel Menschen verloren werden, sonst hätte er alles können ändern.

50. Zitation: Hie ladet euch der Geist unsers Königreichs mit samt eurem Fürsten Luzifer, den ihr verteidiget, zu drittenmal vor das endliche Malefiz-Gericht; da gebet Antwort. Denn bei diesen sieben Species und vier neuen Söhnen in des himmlischen Vaters Hause soll das Recht vollführet werden.

51. Wo ihr könnet erhalten, daß die sieben Geister Luzifers die vier neuen Söhne aus Recht und Billigkeit geboren haben, daß sie aus Recht und Billigkeit den Himmel und die ganze Gottheit regieren? So soll König Luzifer wieder auf seinen Stuhl gesetzt werden, und soll im sein Königreich wieder werden.

52. Wo nicht, so soll ihm eine Höhle oder Loch zur ewigen Gefängnis eingeräumt werden, und da soll er mit seinen Söhnen ewig gefangen sein; und ihr möget zuschauen, daß das Recht nicht über euch auch gehalten werde.

53. Dieweil ihr denn das Recht des Teufels führen wollet, womit soll er euch lohen? Er hat in seiner Gewalt nichts denn höllische Greuel. Was werdet ihr denn zu Lohn kriegen? Rat, Fritz: sein Allerbestes, das Obst und den Weihrauch seines Gartens.