*


Willkommen Gast. Bitte einloggen oder registrieren. Haben Sie Ihre Aktivierungs E-Mail übersehen?

Einloggen mit Benutzername, Passwort und Sitzungslänge

13. Kapitel - Vom Anfang der Sünden, die höchste Tiefe 463

Administrator Beiträge: 10836 Forumgründer *****
13. Kapitel - Vom Anfang der Sünden, die höchste Tiefe
« am: November 19, 2011, 08:11:56 Vormittag »
Von dem erschecklicben hoffärtigen und nunmehr kläglichen Anfang der Sünden, die höchste Tiefe

 
105. Hie merke auf: Als nun König Luzifer also schön, herrlich, hoch und heilig erbauet war, so sollt er nun anfangen und Gott seinen Schöpfer loben, preisen und ehren, und sollte das tun, das Gott sein Schöpfer tat.

106. Als nämlich Gott sein Schöpfer der qualifizierte fein sanft, lieblich und freudenreich, und ein Quellgeist in Gott liebet immer den andern und infizieret sich mit dem andern und hilft dem andern in der himmlischen Pomp immer bilden und formen.

107. Dadurch in der himmlischen Pomp immer schöne Figuren und Gewächse aufgehen, dazu vielerlei Farben und Frucht. Das tun die Quellgeister Gottes, das ist in Gott wie ein hl. Spiel.

108. Nun siehe: Weil denn nun jetzo Gott hatte ewige Kreaturen aus sich selber zusammenkorporieret, so sollten dieselben nicht in der himmlischen Pomp auf eine solche Weise qualifizieren gleichwie Gott. Nein, denn zu dem Ende waren sie nicht also gebildet worden. Denn der Schöpfer hatte aus den Ursachen den Leib eines Engels trockner zusammenkorporieret als er in seiner Gottheit war und blieb, daß die Qualitäten sollten härter und derber werden auf daß der Ton oder Schall sollte lautbar werden; auf daß, wenn die sieben Qualitäten im Engel im Centro des Herzen das Licht und den Geist oder Verstand gebären, daß derselbe Geist, welcher im Licht des Herzens zum Munde des Engels ausfähret in die göttliche Kraft, sollte als ein lautbarer Schall in aller Qualitäten Kraft in Gott als eine liebliche Musica singen, klingen und in der Bildung oder Qualifizierung Gottes als eine liebliche herzliebende Stimme in der Formung Gottes aufgehen.

109. Wenn der Hl. Geist die himmlische Frucht bildet, so sollte der Ton, welcher im Lobe Gottes sollte aufgehen aus den Engeln, mit der Bildung der Frucht sein. Hinwieder sollte die Frucht der Engel Speise sein.

110. Und darum beten wir auch im Vaterunser: Gib uns unser täglich Brot, Mat 6,11. Daß also derselbe Ton oder Wort "Gib" welches wir aus unserm Centro des Lichts durch den animalischen Geist aus dem Munde von uns stoßen in die göttliche Kraft, soll in der göttlichen Kraft als eine Mitformung oder Mitgebärung helfen, unser täglich Brot bilden, welches uns hernach der Vater zur Speise giebet.

111. Und wenn dann also unser Ton in Gottes Ton inkorporieret wird und wird also die Frucht gebildet, so muß es uns ja gesund sein und wir in Gottes Liebe sein; und haben die Speise als für Naturrecht zu gebrauchen, dieweil unser Geist in Gottes Liebe hat dieselbe helfen bilden und formen. Hierinnen steckt die innerste und größte Tiefe Gottes. 0 Mensch, bedenke dich! An seinem Orte will ichs ausführlich erklären.

112. Nun, zu solchem Ende hat Gott die Engel geschaffen, und das tun sie auch. Denn ihr Geist, welcher im Centro oder Herzen aus ihrem Licht in Kraft aller sieben Quellgeister aufgehet, der gehet zu ihrem Munde aus gleichwie Gott der Hl. Geist vom Vater und Sohne. Und hilft alles in Gott, das ist, in der göttlichen Natur, formen und bilden durch den Marcurium, Gesang und Reden und Freudenspiel.

113. Denn gleichwie Gott in der Natur wirket allerlei Formen, Bildungen, Gewächse, Frucht, Farben, also tun auch die Engel ganz einfältig, und sollten sie gleich kaum auf einem Stecken reiten oder in dem himmlischen Maien sich der schönen Blumen freuen und davon ganz einfältig reden, noch dannoch steiget derselbe Ton oder Rede in dem göttlichen Saliter mit auf und hilft mit bilden und formen.

114. Hast du doch dessen auch viel Exempel in dieser Welt, daß wenn manche Kreatur oder Mensch nur etwas ansiehet, so verdirbet es, von wegen der Gift in den Kreaturen. Dagegen können etliche Menschen, sowohl auch Tiere und Kreaturen mit ihrem Ton oder Worten die Bosheit an einem Dinge verändern und in eine richtige Form bringen.

115. Das ist nun die göttliche Kraft, der alle Kreaturen unterworfen sind. Denn alles, was da lebet und schwebet, das ist in Gott, und Gott selber ist alles und alles, was gebildet ist, das ist aus ihm gebildet, es sei gleich aus Liebe oder Zorn.