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12. Kapitel - Von dem königlichen Primat oder Gewalt der drei englischen Könige 498

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12. Kapitel - Von dem königlichen Primat oder Gewalt der drei englischen Könige
« am: November 19, 2011, 08:37:54 Vormittag »
Von dem königlichen Primat oder Gewalt der drei englischen Könige

 
72. Gleichwie die Gottheit in ihrem Wesen dreifaltig ist, indem sich der Ausgang aus den sieben Geistern Gottes dreifaltig erzeiget und gebäret als Vater, Sohn, Hl. Geist, einiger Gott, darinnen die ganze göttliche Kraft bestehet und alles, was da ist; und sind die drei Personen in der Gottheit doch nicht ein zertrennlich Wesen, sondern ineinander, also auch in gleicher Gestalt als sich Gott bewegete und die Engel beschuf, da wurden drei sonderliche Engel aus dem besten Kern der Natur, aus dem Wesen der Dreiheit in der Natur Gottes und in solcher Gewalt und Macht, wie die Dreiheit in den sieben Geistern Gottes hat.

73. Denn die Dreiheit Gottes gehet auf in den sieben Geistern Gottes und ist hinwieder aller sieben Geister Leben und Herze, also auch sind die drei englischen Könige ein jeder in seines Heeres oder Ortes Natur aufgangen, und ist ein natürlicher Herr seines Orts über das Regiment der Engel. Den Locum aber behält die Dreiheit der Gottheit, welche unveränderlich ist, für sich, und der König behält das Regiment der Engel.

74. Nun gleichwie die Dreiheit der Gottheit ist ein einig Wesen an allen Enden in dem ganzen Vater, und ist miteinander verbunden wie die Glieder in eines Menschen Leibe und sind alle Örter wie ein Ort, ob ein Ort gleich ein ander Geschäfte hat als der ander wie auch des Menschen Glieder, noch ist es ein Leib Gottes. Also auch sind die drei englischen Königreiche miteinander verbunden und nicht jedes insonderheit zertrennet. Es darf kein englischer König sagen: Das ist mein Reich, es darf mir kein ander König darein kommen.

75. Obs wohl sein anfänglich natürlich Erbreich ist und bleibet auch sein, so sind doch alle anderen Könige und Engel seine rechten natürlichen Brüder, aus einem Vater geboren, und erben ihres Vaters Reich alle zugleich.

76. Gleichwie die Quellgeister Gottes ein jeder seinen natürlichen Geburtssitz hat und behält seinen Natur-Locum für sich, und ist doch mit den andern Geistern der einige Gott, so die andern nicht wären, so wäre er auch nicht, auch so steiget einer in dem andern auf, also ists auch mit dem Primat der hl. Engel beschaffen, und hat keine andere Gestalt als in Gott.

77. Darum leben sie alle freundlich und friedlich beieinander in ihres Vaters Reiche wie die lieben Brüderlein. Es ist keine Grenze, wie weit einer darf oder nicht.

78. Nun möchte ein Einfältiger fragen: Auf was Mittel gehen die Engel oder worauf steuern sie ihren Fuß? Ich will dich allhie des rechten Grundes berichten, und ist im Himmel kein anderer als wie du es allhie im Buchstaben findest; denn in diese Tiefe siehet der Geist unverrückt, auch ists gar begreiflich.

79. Die ganze Natur des Himmels stehet in der sieben Quellgeister Kraft, und in dem siebenten bestehet die Natur oder Begreiflichkeit aller Qualitäten. Die ist nun ganz lichte und dicke wie ein Nebel, aber ganz scheinbarlich wie ein kristallen Meer, daß man kann durch alles sehen. Es ist aber die ganze Tiefe über sich und unter sich also.

80. Nun haben die Engel auch solche Leiber, aber trockener zusammenkorporieret, und ist ihr Leib auch der Kern aus der Natur, das Beste oder der schönste Glanz aus der Natur.

81. Nun auf den siebten Geist Gottes steuert sich der Fuß, der da ist dicke wie ein Nebel und helle wie ein kristallen Meer. Darinnen steigen sie über sich und unter sich, wohin sie wollen. Denn ihre Behendigkeit ist so schnelle, wie die göttliche Kraft selber. Doch ist einer geschwinder als der ander, alles nachdem er einer Qualität ist.

82. In demselben siebenten Naturgeist gehet auch auf die himmlische Frucht und Farben und alles, was begreiflich ist, und ist gleich einer Forma, als wenn die Engel sollten zwischen Himmel und Erden in der Tiefe wohnen, da sie auf- und niederstiegen und wo sie immer wären, da ruhete ihr Fuß, als stünde er auf der Erden.

83. Es haben die Alten den Menschen die Engel mit Flügeln vorgemalet, aber sie dürfen keine, sondern sie haben Hände und Füße wie die Menschen, aber auf himmlische Art.

84. Es wird am Tage der Auferstehung der Toten zwischen den Engeln und Menschen kein Unterschied sein, sie werden eine Formam haben. Welchs ich denn an seinem Orte klar beweisen will, und auch solches unser König Jesus Christus selber klar bezeuget, da er spricht: In der Auferstehung sind sie gleich den Engeln Gottes, Matth 22.30.