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12. Kapitel - Von der Hl. Engel Geburt und Ankunft, dem himmlischen Freudenleben 449

Administrator Beiträge: 10836 Forumgründer *****
12. Kapitel - Von der Hl. Engel Geburt und Ankunft, dem himmlischen Freudenleben
« am: November 19, 2011, 08:49:41 Vormittag »
Von der Hl. Engel Geburt und Ankunft, sowohl von ihrem Regiment, Ordnung und himmlischen Freudenleben


    Nun fraget sichs: Was ist denn eigentlich ein Engel? Siehe, als Gott die Engel schuf, so schuf er sie aus dem siebenten Quellgeiste, welcher ist die Natur oder der hl. Himmel.

2. Das Wort Schuf, mußt du verstehen, als wenn man spräche zusammenziehen, oder zusammentreiben, gleichwie die Erde zusammengetrieben ist, also auch als sich der ganze Gott bewegte, so zog die herbe Qualität den Salitter der Natur zusammen und vertrocknete, da wurden die Engel. Wie nun die Qualität an jedem Orte war in ihrer Bewegung, so ward auch der Engel.

3. Merke die Tiefe: Es sind sieben Geister Gottes, die haben sich alle sieben beweget, und das Licht darinnen hat sich auch bewegt, und der Geist, der aus den sieben Geistern Gottes ausgehet, hat sich auch beweget.

4. Nun wollte der Schöpfer nach seiner Dreiheit auch drei Heere schaffen nicht weit voneinander, sondern eins am andern als ein Zirkel. Nun merke: Wie da waren die Geister in ihrem Wallen oder Aufsteigen, also wurden auch die Kreaturen. Inmitten jedes Heeres ward das Herze jedes Heeres zusammenkorporieret, daraus ward ein englischer König oder Großfürst.

5. Gleichwie der Sohn Gottes mitten in den sieben Geistern Gottes geboren wird und ist der sieben Geister Gottes Leben und Herze, also ward auch ein englischer König mitten in seinem Revier aus der Natur oder aus der Natur Himmel geschaffen, aus aller sieben Quellgeister Kraft. Und der war nun das Herze in einem Heere und hatte seines ganzen Heeres Qualität, Mächtigkeit oder Stärke in sich, und war der allerschönste unter ihnen.

6. Gleichwie der Sohn Gottes ist das Herze und das Leben und die Stärke aller sieben Geister Gottes, also auch ein König der Engel in seinem Heere.

7. Nun, gleichwie in der göttlichen Kraft sind sieben vornehme Qualitäten, daraus das Herze Gottes geboren wird, also sind auch etliche mächtige Fürstenengel nach jeder Hauptqualität in jedem Heere geschaffen worden, derer Zahl ich nicht eigentliche weiß. Und die sind neben dem Könige Heerführer der andern Engel.

8. Allhie sollst du wissen, daß die Engel nicht alle einer Qualität sind, auch so sind sie in der Kraft und Mächtigkeit nicht alle einander gleich. Es hat wohl ein jeder Engel aller sieben Quellgeister Kraft in sich. Aber es ist in jedem etwan eine Qualität die stärkeste. Nach derselben Qualität ist er auch glorifizieret.

9. Gleichwie die Wiesenblumen ein jedes seine Farbe von seiner Qualität empfähet und auch seinen Namen nach seiner Qualität hat, also auch die hl. Engel. Etliche sind der herben Qualität am stärksten, und die sind licht-bräunlich und der Kälte am nähesten.

10. Wenn nun das Licht des Sohnes Gottes an sie scheinet, so sind sie gleich wie ein brauner Blitz ganz helle in ihrer Qualität. Etliche sind des Wassers Qualität gleich dem heiligen Himmel. Und wenn das Licht an sie scheinet, so siehets gleichwie ein kristallen Meer.

11. Etliche sind der bittern Qualität am stärkesten. Die sind gleich einem köstlichen grünen Steine, der da siehet wie ein Blitz, und wenn sie das Licht anscheinet, so scheinets gleichwie rotgrünlich, als ob ein Karfunkel daraus leuchtete oder als ob das Leben da Ursprung hätte.

12. Etliche sind der Hitze Qualität. Die sind die allerlichtesten, gelblich und rötlich, und wenn das Licht an sie leuchtet, so siehets gleich wie der Blitz des Sohnes Gottes. Etliche sind der Liebe Qualität am stärkesten. Die sind ein Anblick der himmlischen Freudenreich, ganz lichte, wenn das Licht an sie scheinet, so siehets gleich wie lichtblau, ein lieblicher Anblick.

13. Etliche sind des Tons Qualität am stärkesten. Die sind auch licht, und wenn das Licht an sie scheinet, so siehets gleich wie ein Aufsteigen des Blitzes, als wollte sich allda etwas erheben.

14. Etliche sind der ganzen Natur als wie eine gemeine Vermischung. Wenn das Licht an sie scheinet, so siehets gleich wie der heilige Himmel, der aus allen Geistern Gottes formieret ist.

15. Der König aber ist das Herze der Qualitäten und hat sein Revier inmitten als ein Quellbrunn, gleichwie die Sonne mitten unter den Planeten stehet und ist ein König der Sternen und ein Herze der Natur in dieser Welt. Also groß ist auch ein Cherub oder Engelskönig.

16. Und gleichwie die andern sechs Planeten neben der Sonnen Heerführer sind und der Sonnen ihren Willen geben, daß sie mag in ihnen regieren und wirken, also geben alle Engel ihren Willen dem Könige, und die Fürstenengel sind im Rate mit dem Könige.

17. Du sollst aber allhie wissen, daß sie alle einen Liebe-Willen untereinander haben. Keiner mißgönnet dem andern seine Gestalt und Schönheit. Denn wie es in den Geistern Gottes zugehet, also auch unter ihnen. Auch so haben sie alle zugleich die göttlichen Freuden und genießen alle zugleich der himmlischen Speisen, in dem ist kein Unterscheid. Nur in den Farben und Stärke der Kraft ist ein Unterscheid, aber in der Vollkommenheit gar nichts, denn ein jeder hat die Kraft aller Geister Gottes in sich. Darum wenn das Licht des Sohnes Gottes an sie scheinet, so erzeiget sich jedes Engels Qualität mit der Farben.

18. Ich habe der Gestalt und Farben nur etliche erzählet, aber ihr sind viel mehr, die ich um der Kürze willen nicht schreiben will. Denn gleichwie sich die Gottheit in unendlich erzeiget mit ihrem Aufsteigen, also hats auch unerforschlicher vielerlei Farben und Gestalten unter den Engeln. Ich kann dir in dieser Welt kein recht Gleichnis zeigen als den blühenden Erdboden im Maien, der ist ein tot und irdisch Vorbild.