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2. Kapitel -Anleitung wie man das göttliche und natürliche Wesen betrachten soll 520

Administrator Beiträge: 10836 Forumgründer *****
2. Kapitel -Anleitung wie man das göttliche und natürliche Wesen betrachten soll
« am: November 21, 2011, 09:11:21 Vormittag »
Anleitung, wie man das göttliche und natürliche Wesen betrachten soll


    Dieses alles, wie oben erzählet, heißt darum Qualität, daß es alles in der Tiefe über der Erden, auf der Erden und in der Erden ineinander qualifizieret wie ein Ding, und hat doch mancherlei Kraft und Wirkung, aber nur eine Mutter, daraus alles Ding herkommt und quillet. Und alle Kreaturen sind aus diesen Qualitäten gemacht und herkommen und leben darinne als in ihrer Mutter. Auch so hat die Erde und Steine daraus sein Herkommen und alles, was aus der Erden wächset, das lebet und quillet aus der Kraft dieser Qualitäten. Das kann kein vernünftiger Mensch verneinen.

2. Dieser zweifache Quell, bös und gut in allen Dingen, rühret alles aus den Sternen her; denn wie die Kreaturen auf Erden sind in ihrer Qualität, also auch die Sterne. Denn durch seinen zweifachen Quell hat alles seine große Beweglichkeit, Laufen, Rennen, Quellen, Treiben und Wachsen.

3. Denn die Sanftmut in der Natur ist eine stille Ruhe, aber die Grimmigkeit in allen Kräften machet alles beweglich, laufend und rennend, dazu gebärend. Denn die treibenden Qualitäten bringen Lust in alle Kreaturen zum Bösen und zum Guten, daß sich alles untereinander begehret, vermischet, zunimmt, abnimmt, schön wird, verdirbet, liebet, feindet.

4. Es ist in allen Kreaturen in dieser Welt ein guter und böser Wille und Quell, in Menschen, Tieren, Vögeln, Fischen, Würmen, sowohl auch in allem dem, was da ist, in Gold, in Silber, Zinn, Kupfer, Eisen, Stahl, Holz, Kraut, Laub und Gras, sowohl in der Erden, in Steinen, im Wasser und in allem, was man forschen kann.

5. Es ist nichts in der Natur, da nicht Gutes und Böses innen ist; es wallet und lebet alles in diesem zweifachen Trieb, es sei, was es wolle, ausgenommen die heiligen Engel und die grimmigen Teufel nicht, denn dieselben sind entschieden, und lebet, qualifizieret und herrschet ein jeglicher in seiner eignen Qualität. Die heiligen Engel leben und qualifizieren in dem Licht in der guten Qualität, darinnen der Hl. Geist herrschet; die Teufel leben und herrschen in der grimmen Qualität, in der Qualität des Grimmes und Zornes oder Verderbens.

6. Sie sind aber beides, böse und gute Engel aus den Qualitäten der Natur gemacht worden, daraus alle Dinge worden sind; allein die Quallfizierung ist in ihnen ungleich.

7. Die heiligen Engel leben in Kraft der Sanftmut des Lichtes und der Freudenreich; und die Teufel leben in Kraft der aufsteigenden oder erhebenden Quall der Grimmigkeit, Erschrecken und Finsternis und können das Licht nicht ergreifen, darein sie sich denn selber gestoßen haben durch ihre Erhebung, wie ich hernach von der Schöpfung schreiben will.

8. So du aber nicht glauben willst, daß in dieser Welt alles von den Sternen herrühre, so will ich dirs beweisen, so du aber nicht ein Klotz bist und ein wenig Vernunft hast, so merke wie nachfolget:

9. Erstlich schaue an die Sonne, die ist das Herze oder der König aller Sterne und gibt allen Sternen Licht vom Aufgang zum Niedergang und erleuchtet alles und erwärmet alles, alles lebet und wächset in ihrer Kraft, dazu so stehet die Freude aller Kreaturen in ihrer Kraft.

10. So nun dieselbe würde weggenommen, so würde es ganz finster und kalt, auch so wüchse keine Frucht, auch so würde sich weder Mensch noch Tier können mehren, denn die Hitze verlösche und der Same würde in allen kalt und erstarret.