*


Willkommen Gast. Bitte einloggen oder registrieren. Haben Sie Ihre Aktivierungs E-Mail übersehen?

Einloggen mit Benutzername, Passwort und Sitzungslänge

Die "unübersteigliche Kluft" 532

Administrator Beiträge: 10836 Forumgründer *****
Die "unübersteigliche Kluft"
« am: April 06, 2012, 12:18:19 Nachmittag »
DER HERR: "In der ganzen Schrift steht auch nicht eine Silbe von einer ewigen Verwerfung oder Verdammnis eines Geistes, sondern nur von einer ewigen Verdammnis der Widerordnung gegenüber Meiner ewigen Ordnung, die notwendig ist, weil sonst nichts bestehen könnte. Das Laster als Widerordnung ist wahrlich ewig verdammt, aber der Lasterhafte nur so lange, als er sich im Laster befindet!

So gibt es denn auch zwar in Wahrheit eine ewige Hölle; aber keinen Geist, der seiner Laster wegen ewig darin zu bleiben verdammt wäre, sondern nur zeitlich zu seiner Besserung! Ich habe wohl zu den Pharisäern gesagt: 'Darum werdet ihr desto mehr Verdammnis überkommen'; aber nie: 'Darum werdet ihr auf ewig verdammt werden!'

Auch die 'unübersteigliche Kluft' in der Erzählung vom reichen Prasser bedeutet nur den nie übersteigbaren Unterschied zwischen Meiner freiesten Ordnung in den Himmeln und der ihr in allem schnurgerade widerstrebenden Widerordnung in der Hölle!

Daß aber einer, der in sich selbst vermöge seines freien Willens schon vollkommen zur Hölle ward, eben nicht gar zu bald und leicht aus der Hölle herauskommt, das versteht sich gewiß auch von selbst, da es euch ja nur zu bekannt sein muß, wie schwer und hart es einen Bösestolzen und in allem Selbstischen und Herrschsuchts-Hochmute Gefangenen ankommt, in die Sanftmut und Demut der Himmel überzugehen. Es ist so etwas gerade wohl keine Unmöglichkeit, aber dennoch eine große Schwierigkeit! Der Stolze kehrt immer wieder zum Stolz zurück, der Unkeusche zur Unkeuschheit, der Träge zur Trägheit, der Neider zum Neid, der Geizhals zum Geiz, der Lügner zur Lüge, der Prasser und Schwelger zum Prassen und Schwelgen, der Mörder zum Mord, der Rohe zur Rohheit, der Wollüstling zur Wollust, usw. Wenn man ihnen die unordentlichen Eigenschaften auch tausend mal rügt, so verfallen sie doch wieder in die gleichen sündigen Leidenschaften, sobald ihnen zu ihrer Sich-selbst-richtung die fürs ewige Leben nötige Freiheit gegeben wird. Und je öfter sie in einen Rückfall kommen, desto schwächer werden sie stets und desto schwerer wird es ihnen, sich aus den bösen Leidenschaften zu erheben und als lautere Geister in Meine wahre, ewige, göttliche Freiheit überzugehen.

Dies also besagt jene sinnbildliche 'Kluft', über die es im allgemeinen so schwer ein Herüber und Hinüber gibt, so wohl im Jenseits wie auch schon im Diesseits! — Aber bei den Menschen ist wohl gar vieles unmöglich, was Mir am Ende dennoch gar wohl möglich ist und sein wird!"