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Vom Kreuztragen 625

Administrator Beiträge: 10837 Forumgründer *****
Vom Kreuztragen
« am: April 06, 2012, 12:25:53 Nachmittag »
Sein Kreuz nach dem Richtplatze, der Stätte Seiner "Erhöhung" zu tragen, blieb nach der Strafsitte der Römer auch Ihm, dem Herrn der Ewigkeit, nicht erspart. Dürfen da wir uns beklagen, wenn das Leben und die Welt auch uns Kreuz und Leiden auferlegt!? Der Herr trug ein Kreuz, das nicht Er Sich verschuldet und bereitet hatte. Wir aber zimmern uns unser Kreuz und Leiden selbst durch unser verkehrtes, törichtes Streben.

Nicht ohne tiefen Sinn war von der göttlichen Vorsehung gerade das Kreuz als Mittel der Verklärung und Erhöhung des Herrn zugelassen zum ewigen Zeichen der heilig schmerzvollen Vollendung Seines Werkes. Schon in seiner äußeren Form ist und bleibt das Kreuz dem Menschengeschlecht und allen gefallenen und gerichteten Geistern ein ewiges Mahnzeichen.

Der eine Balken, der Stamm des Kreuzes, der von unten nach oben geht, zeigt den göttlichen Geist der Demut und Liebe, der von der Erde, dem Sinnbild der Materie und Selbstsucht, zum Himmel und seinen heiligen und beseligen den Gesetzen und Sphären weist.

Der andere Balken des Kreuzes, der quer zum Stamme läuft, bedeutet den argen Willen unserer aus dem großen Urgeiste Satana stammenden, mit ihm gefallenen und gerichteten Seele. Dieser Balken läuft in seiner Richtung gleich mit dem Boden der Erde. Er zeigt daher, daß unsere Seele mit ihrer Liebe gleichgerichtet ist mit dem argen Geiste der Materie, dem Geist der Selbstherrlichkeit und Selbstsucht, welcher es verschuldete, daß Satana, der große Urgeist, mit allen ihren Untergeistern und kleineren Intelligenzen in den finsteren Abgrund der Widerordnung stürzte in der todesnächtigen Gottesferne.

Auch heute noch schafft dieser arge, gotteswidrige Geist der Selbstherrlichkeit und Selbstsucht in uns den Querbalken unseres Kreuzes, das wir auf dem Wege dieses irdischen Schul- und Probelebens tragen müssen. Heute noch wie ehedem wollen wir den Gotteswillen durchkreuzen, der da lautet: "Liebe Gott über alles und deinen Nächsten wie dich selbst!" Wir aber wollen dieser von der Erde zum Himmel weisenden Richtung unser nichtiges, selbstisches Ich entgegensetzen, wollen raffen und, was unseres Nächsten ist, an uns reißen um unseres eigensüchtigen Genusses wegen. Da aber Gottes heilige Ordnung zu unserem eigenen Heil dieses falsche Streben nicht zulassen kann, zimmern wir uns selbst unsern Querbalken und unser Kreuz.

Nur Jesus trug in heiligem Leiden das Kreuz ohne Schuld; das Kreuz der höchsten Liebe, Demut und Geduld.

Allzumeist liegt es an unseren Schwächen und Leidenschaften, daß wir das Leidenskreuz auf uns nehmen müssen. Aber auch solch ein Kreuz ist eine Gnade. Es wird uns nicht in hartem Gerichtszorn zu unserer Strafe, sondern in großer Erbarmung zu unserer Läuterung und Vollendung auferlegt. Und die Stätte des Leidens soll auch für uns eine Stätte der "Erhöhung" werden, durch die wir eingehen in das Reich des Friedens und der nimmer endenden Seligkeit in Gott.

"Das Kreuz ist eine wahre Not des Lebens. Wenn das Leben keine Not hat, so zerstreut es sich und verflüchtigt sich wie ein Äthertropfen. Die kein Kreuz tragende Seele ermattet und stirbt, und verliert sich dann in die Nacht des Todes. Die Not des Lebens ist aber ein Gefäß des Lebens, in welchem dieses gefestet wird, gleich einem Diamanten, der da auch nur ist ein gefesteter Äthertropfen, obschon nicht ein Lebenstropfen. Daher nehme jeder das Kreuz auf seine Schultern und folge Mir in aller Liebe nach, so wird er sein Leben erhalten ewig. Wer mit seinem Leben zärtelt, der wird es verlieren; wer es aber kreuzigt und von Mir kreuzigen läßt, der wird es erhalten für alle Ewigkeiten."