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Vom Dämoneneinfluß und wie er zu bannen ist 608

Administrator Beiträge: 5386 Forumgründer *****
Vom Dämoneneinfluß und wie er zu bannen ist
« am: Juni 11, 2012, 09:03:56 Vormittag »
GrEv V/96 — Ein Engel spricht: "Du hast deinesteils ganz recht, wenn du behauptest, daß die Dämonen über einen Menschen, der völlig in der Liebe zu Gott sich befindet, in noch so großer Anzahl durchaus keine Gewalt auszuüben imstande sind. Denn von einer Gemeinkraft kann bei ihnen keine Rede sein, da von ihnen ein jeder in der größten Selbstsucht und Eigenliebe ist, und es daher ja keinem beifällt, seinen Nachbarn in irgend etwas zu unterstützen, aus Furcht, der Nachbar könnte heimlich und ganz verkappt wieder einen Vorteil gewinnen, der ihm dann sicher eine fruchtlose Reue abnötigen würde.

Wenn sie miteinander gewisserart auf den Raub ausgehen, so verrät keiner dem andern seine höchst geheimgehaltene Absicht. Und kommen sie wie zufällig am Orte des Raubes zusammen, so gibt es da unter ihnen selbst oft den bittersten Krieg. Denn der erste sich auf eine Beute Werfende ist ein Feind eines jeden, der sich neben ihm auch auf die Beute wirft, und sucht ihn zu verdrängen. Ein Dritter benützt schadenfroh diese Gelegenheit und stiehlt für sich. Und fängt ein Vierter neben ihm auch an, für sich zu stehlen, so kommen diese zwei auch zum Raufen, und ein Fünfter stiehlt dann ganz ruhig wieder für sich. Kommt ein Sechster hinzu, so entsteht gleich ein neuer Kampf, und ein Siebenter hat dann wieder so lange gut stehlen, bis ein Achter in seine Nähe kommt. Alle kämpfen nun, und keiner läßt sich vom andern die Stelle des Raubes und den schon gemachten Raub selbst nehmen.

Du siehst, daß da sicher kein Teufel dem andern in irgend etwas hilft, aber durch ihren höchst selbstsüchtigen Andrang vermehren sie dennoch das Gewicht an der allgemeinen Beute. Und es geht dann ungefähr also, als wenn du zwei ganz gleiche Gewichte in die Schalen einer Waage legst, die gegenseitig für sich gar keinen Ausschlag geben. Du bestreichst nun aber ein Gewicht mit nur einem höchst ungewichtigen Tropfen Honigs, und sogleich wird der süße Geruch Tausende von Bienen anlocken; diese werden sich ans Gewicht setzen und sogleich ganz unwillkürlich einen Ausschlag bewirken.

Kannst du Gott darum der Unweisheit beschuldigen, so Er der Biene den Geruch und die Gier nach Honig und dem Honige selbst die duftende und anlockende Süße gegeben hat?! Oder ist der Herr unweise, so Er Seine Geschöpfe nicht nur höchst zweckmäßig, sondern auch höchst schön, jegliches in seiner Art, gestaltet hat?! Ist es etwa unweise von Ihm, der Jungfrau jene höchst reizende und anziehende Form gegeben zu haben, daß sie vor den Sinnen des schrofferen Mannes auf dieser Welt den allerhöchsten Wert haben muß, so daß er Vater und Mutter verläßt und seinem Weibe anhanget?!

Wie es aber schon in der Außenwelt sich erkennen läßt, daß ein Wesen das andere in irgend etwas anzieht, um so mehr ist solches in der Welt der Geister der Fall. Und wäre dies nicht also, wie bestände da eine Erde, ein Mond, eine Sonne und wie die zahl vielen anderen Weltkörper im unermeßlichen Schöpfungsraum?! Ein Atom hat Sympathie mit seinem Nachbarn; beide ziehen sich an. Was die beiden tun, das tun dann zahllose Äonen, sie ziehen alles Gleiche und Gleiche an, und es entsteht daraus am Ende eine Welt.

Wenn aber also, ist es dann unweise vom Herrn, so Er allernotwendigstermaßen einer jeden Seele die unbedingte Willens- und Erkenntnisfreiheit läßt und danebst natürlich auch die daraus entspringenden Folgen?! Oder würdest du Gott als höchst weise preisen können, wenn da irgend jemand von hier nach Jerusalem reisen wollte und setzete dafür seine Füße auch in Bewegung, käme aber damit doch bei allem seinem Willen und bei der besten Wegkenntnis nicht nach Jerusalem, weil es Gott nicht so haben wollte, sondern statt nach Jerusalem, wo er wichtige Geschäfte abzumachen hätte, nach Damaskus, wo er gar nichts zu tun hat?! Sage es mir, ob du solch eine göttliche Einrichtung für weise finden würdest! Oder findest du es ungereimt, wenn dich am Tage Bienen, Wespen, Hornissen und allerlei Fliegen ordentlich zudecken und auffressen, so du ganz mit Honig bestrichen dich hinaus ins Freie begibst?!

Wenn aber nun deine Seele irgendeinen sündigen Leidenschaftsduft in ihre Außenlebenssphäre streut, und die schon vom Fleische befreiten, aber noch in einem gleichen Lieblingsdufte stehenden Seelen solchen in deiner Außenlebenssphäre gewisserart riechen, auf dich losstürmen und sich an deinem Überflusse sättigen — ohne eigentlich zu wissen, was sie tun, sondern rein nur deshalb sich stets zahlreicher um dich versammeln, weil sie in deiner Sphäre die erwünschte Kost finden —‚ so ist das gewiß nicht unweise vom Schöpfer, der nichts so sehr für ewighin achtet wie die unbedingte Freiheit einer jeden Seele. Hat ja doch eine jede Seele stets Mittel genug in Händen, sich der ungeladenen Gäste zu entledigen, wie oft und wann sie es will.

Willst du in der Freie nicht von den stechenden Insekten belästigt werden, so wasche und reinige dich von dem törichten Honiganstrich, und du wirst Ruhe haben. Und willst du keine deine Seele schwächenden und belästigenden Dämonen in deiner Außenlebenssphäre, so erwähle dir des Herrn dir bekannte Ordnung zu deinem Lebensgrundsatz, und ich stehe dir dafür, daß dir kein Dämon in die Nähe deiner Lebenssphäre kommen wird!

Glaube es mir, wenn du nicht mit irgendeiner in und aus dir selbst entstandenen Lebensverkehrtheit die Dämonen anlockst und anziehst, so werden sie dich sicher nicht anziehen, verlocken und verführen. Hast du sie aber angezogen, so mußt du es dir dann selbst zuschreiben, wenn sie deine Seele in einer und derselben Leidenschaft durch ihren Andrang noch mehr verhärten, ohne es eigentlich zu wollen. Ich sage es dir: Ein jeder Mensch wird zuerst aus sich selbst schlecht und der göttlichen Ordnung abtrünnig! Dazu wird er freilich wohl zumeist durch eine ganz verkehrte Erziehung vorbereitet und gerät also in allerlei üble Leidenschaften und aus diesen in allerlei wahre Sünden. Durch diese aber öffnet er dann auch allen argen fremden Einwirkungen die Türen und kann so in Grund und Boden des seelischen Lebens verdorben werden und auch bleiben — aber doch immer nur, wenn er es also will.

Will er sich ändern, so steht ihm vom Herrn aus nichts im Wege; denn ein Bedrängter darf ja nur den leisesten Wunsch in sich äußern, und es wird ihm alsbald Hilfe gegeben. Aber so er sich in seiner Bosheit ganz wohl und zufrieden befindet und nie einen bessern Wunsch von sich und in sich vernehmen läßt, da freilich wird ihm in seinen Willen keine besondere Einstreuung gemacht.

Wohl wird ihm das Gute in seines Herzens Sensorium [Empfindungsorgan], das man "Gewissen" nennt, eingeflüstert, und er bekommt von Zeit zu Zeit ganz tüchtige Mahnungen von uns aus. Kehrt er sich nur einigermaßen daran, so ist da von einem Verloren gehen und Verdorbenwerden keine Rede mehr. Da kommt dann die geheime Hilfe unablässig von oben und verleiht der Seele stets Einsicht und Kraft, sich aus dem großen Gewirre mehr und mehr loszumachen. Und es gehört dann nur so ein wenig guten Willens dazu, und es geht dann schon recht hurtig vorwärts — wenigstens bis dahin, wo der Mensch, für eine höhere Offenbarung geeignet, vom Geiste Gottes selbst ergriffen und im wahren Lebenslichte weitergeführt wird.

Aber natürlich, wo sich der Mensch in seiner groben Verblendung und in seinem Weltsinnenrausch an die gar sanften und leisen Mahnungen, von uns ausgehend und sich im Herzen kundgebend, gar nicht im geringsten kehrt, sondern schon gleich tut, als wäre er ein Herr der ganzen Welt — ja, da hat dann etwa doch wohl niemand anders die Schuld am unverbesserlichen Zustande der Seele als eben die Seele selbst!"

Heilung und Gesundheit, Nr.5