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Römisch- katholisch heißt soviel als antichristlich 562

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Römisch- katholisch heißt soviel als antichristlich
« am: September 02, 2012, 12:15:37 Nachmittag »
(Geisterkrieg und Belagerung einer Stadt durch die Geister. Die belagernden und belagerten Höllengeister wurden durch die Gesellschaft umzingelt, besiegt und gefangen. Swedenborg hielt eine Friedenspredigt. Mahlzeit; Loblied der Engel, Nichtübereinstimmung der römischen mit der Christuslehre. Römisch- katholisch heißt soviel als antichristlich.)

  
»Gut,« sagte Ich darauf. »Und daher wollen wir uns sogleich aufmachen und einer bedrängten Stadt, die von Feinden bedroht ist, zu Hilfe kommen, dass sie siegt. Aber bedanket euch im Herzen für die Mahlzeit beim himmlischen Vater,« was sogleich geschah. Dann sagte Ich: »Wir werden die Belagerten anfeuern und kräftigen im Widerstande, dass sie die Belagerer, die nur Böses planen, in die Flucht jagen werden. (Wohlgemerkt, es war ein Geisterkrieg, nicht aber ein irdischer).
Und so könnet ihr euch sogleich betätigen und den Bedrängten Hilfe leisten. Der Feind ist zwar zahlreich, aber wir werden ihn schon besiegen. Aber tuet keinem Feind ein Leid, sondern wir werden sie umzingeln und so werden die Belagerten Mut und Kraft bekommen, sich gegen die Belagerer zu werfen, die eben dadurch entmutigt werden, weil sie sich im Rücken bedroht sehen, gefangen genommen zu werden, und dadurch ganz in die Enge getrieben werden.«
Da alle einverstanden waren, so brachen wir sogleich auf, und Ich führte sie in die Gegend, wo dieser Geisterkrieg stattfand. Sogleich bemerkten die Belagerten, dass eine Schwäche und Durcheinanderlaufen unter den Belagerern sich bemerkbar machte und dass sich etwas ereignet haben mußte, weil die Belagerer so besorgt waren und nur für ihre Rückendeckung zu sorgen begannen, der bedrängt zu sein schien.
Es war dieser Geisterkrieg in der zweiten Hölle auf der Erde bei einer irdischen Stadt, weil aber die Höllengeister, besonders die der zweiten Hölle, es schon sehr finster haben, so konnten sie nicht wissen, was hinter dem Rücken des Feindes vorging. Wir umzingelten mit unserer großen Überzahl die Belagerer und nahmen sie förmlich gefangen, so dass die Belagerten Mut bekamen und selber einen Angriff auf die Belagerer unternahmen. In diesem Gemenge umzingelten wir auch, diese und riefen von allen Seiten: »Ihr seid alle gefangen, ergebet euch freiwillig und es wird euch nichts geschehen, wir wollen nur Frieden unter euch stiften.«
Diese Rufe aus der ganzen Umzingelung brachten beide Parteien in Verzweiflung und sie wußten nicht, was anzufangen. In diesem Wirrwarr drangen die Engel mit ihrer Kraft des Willens wirkend hinein in die Streiter, hinter welchen Riesenkolonnen folgten, und teilten sie in kleine Abteilungen und riefen laut: »Ergebet euch, ihr seid unsere Gefangenen!«
Das wirkte niederschmetternd, denn man hörte nichts als das Geschrei der Sieger, und das entmutigte die beiden Parteien so, dass sie sich nicht verteidigten, sondern ängstlich warteten, was da nun werden würde. »Niedersetzen, Waffen weglegen und ruhig sein, damit wir euch nicht mit Gewalt dazu zwingen werden!« Da die Sieger schon die beiden Parteien, geteilt und sich unter sie verteilt hatten, wußten die Besiegten nichts besseres zu tun als zu folgen, und so geschah es, was man von ihnen verlangte.
Nun sagte Ich dem Swedenborg: »Jetzt halte ihnen eine ordentliche Predigt, damit sie einsehen, dass sie falsche Wege wandeln; aber nicht grob, sondern nur in Liebe.« Sogleich hielt Swedenborg eine gehörige Friedenspredigt beiden Parteien und klärte sie über ihr törichtes Streiten und Kriegführen auf, und dass dies gegen die göttlichen Gebote der Liebe verstößt, welche sie als Geister in erster Linie berücksichtigen sollten, da nur die Liebe und die Werke, welche aus der Liebe entspringen und am Nächsten geübt werden, sie glücklich machen und zu Gott bringen, nicht aber Haß und Lieblosigkeit und die daraus entspringenden Werke der Rache und des Zornes.
Er berührte viele entscheidende Glaubenspunkte und besänftigte dadurch die Gemüter der Streiter. Als er seine Friedenspredigt beendet hatte, versprach er ihnen eine gute Mahlzeit, wenn sie sich ruhig verhalten würden, was sie sich nicht zweimal sagen ließen. Darauf berief Ich die Engel und sagte ihnen; dass sie sollten genug Wein schaffen, was, wie das erste Mal, eiligst geschah. Aber es kamen neue Scharen Jünglinge mit als Helfer und Träger des Weines. Gleichzeitig legten auch die guten Geister ihre Speisevorräte zum Segnen vor, und als alles gesegnet war, wurde es verteilt und gemeinschaftlich verzehrt, was viel Lobes wegen des köstlichen Geschmackes gab. Diesmal blieben aber keine Vorräte übrig und das machte die guten Geister etwas verdutzt.
Allein, Ich ließ keine Traurigkeit Platz greifen und sagte den Engeln, dass sie dem himmlischen Vater ein Danklied dafür anstimmen sollen. Sogleich sammelten sie sich im Chor und fingen zu singen an was die neuen und die minderen Geister ganz nervös stimmte, weil sie, für solch hohe Laute nicht die nötige Liebe hatten, doch gewöhnten auch sie sich bald daran und waren dann aufs Höchste begeistert über den schönen, himmlischen Gesang. Dies war aber nötig, um die Geister durch Lehre, Speise, Trank und Gesang in der Liebe zu wecken und für das Hohe und Erhabene empfänglich zu machen.
Als die Engel das Dank- und Loblied beendet hatten, fragte Ich die gefangenen Geister, ob sie bei solcher Kost, solchem Getränk, Gesang und sehr brüderlicher Behandlung nicht bei uns bleiben und laut den Lehren, die ihnen der Bruder Swedenborg gab, leben und handeln möchten? Sogleich meldeten sich viele und sagten: »Es wäre uns alles recht, aber wir sind Römisch-Katholische und haben mehrere Priester unter uns, allein eure Lehre der Liebe hat keine solche Satzungen, wie wir sie haben, und da wissen wir nicht, ob wir euren Antrag an nehmen dürfen. Daher sollen unsere Priester mit euch darüber sprechen.« Worauf Ich erwiderte: »Sie sollen vortreten, dass wir hören, was sie nicht gutheißen bei uns.«
Sogleich kamen mehrere Geistliche zusammen und einer unter ihnen sagte Mir: »Eure Speisen, Getränke, Gesang und Behandlung ist recht schön und gut, aber wir vermissen das römisch- katholische Bewußtsein bei euch; es scheint, ihr seid Protestanten, also Lutherische, und mit solchen standen wir nie auf gutem Fuß, weil sie Ketzer und Abtrünnige unserer alleinseligmachenden römischen Kirche sind, und deshalb führten wir auch hier den Krieg gegen diese Ketzer, die aber nun Mitgefangene sind und wir daher kein Recht haben, über sie herzufallen und sie gehörig dafür durchzuhauen.« Nun sagte Ich: »Haben wir euch durchgehauen, weil ihr Römisch- katholische und Zeremonienketzer seid? Liegt in der Liebe der Lehre Christi vorgeschrieben, Andersgläubige zu verfolgen und durchzuhauen? Steht es nicht vielmehr in der Bergpredigt vorgeschrieben: ‘Liebet eure Feinde, tuet Gutes denen, die euch hassen (und Böses tun) und betet für eure Verleumder und Verfolger.  
»Saget Mir, ihr Alleinseligmachenden, ist das die Lehre Christi oder nicht!?« Diese Frage machte die Priester verstummen und sie dachten an einen Ausweg, um eine gute Ausrede vorzubringen. Doch wollte ihnen nichts solches einfallen, und so ergriff Ich wieder das Wort und sagte zu ihnen: »Wer schweigt, bejaht die Wahrheit des Ausspruches. Somit sind wir keine Ketzer und Abtrünnige der alleinseligmachenden Kirche. Aber diese Kirche heißt die ‘Liebe’, während römisch- katholisch soviel als antichristlich heißt.«


Emanuel Swedenborg im Jenseits - Römisch-katholisch heißt soviel als antichristlich