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Der Herr muß erst inwendig im Menschen kommen 457

Administrator Beiträge: 10836 Forumgründer *****
Der Herr muß erst inwendig im Menschen kommen
« am: September 07, 2012, 10:41:49 Nachmittag »
Sagt der Wirt: "Herr und Meister, Du hast nun vieles von Deiner abermaligen Ankunft und somit auch von der Ankunft des Reiches Gottes auf dieser Erde zu Deinen lieben Jüngern und daneben auch zu mir und meine geheilten Knechte geredet! Da fiel mir eines sehr auf. Du sagtest, daß das Reich Gottes nicht mit äußerem Schaugepränge unter die Menschen kommen werde, sondern es sei schon inwendig im Menschen, der es nur zu suchen, zu finden und in sich zu entfalten habe.

Ich aber bin da nun der Meinung, daß wir uns alle hier in Deiner Gegenwart befinden, die sich sichtlich nicht in uns, sondern noch sehr außer uns befindet, so daß wir mit aller Zuversicht sagen können: Siehe, hier ist Christus, der von Ewigkeit gesalbte Herr aller Herrlichkeit; und Er Selbst ist alles in allem und somit auch das ewige Reich Gottes und das Leben und die Wahrheit! — Da Du nun aber bei uns bist, so ist ja auch Dein Reich nicht in uns, sondern bei uns in unserer Mitte! — Wird in der von Dir uns vorhergesagten Zeit Deiner Wiederkunft sich diese heiligste Sache auch so verhalten, oder wird Deine zweite Ankunft von der jetzigen verschieden sein?“

Sagt DER HERR: "Du Mein lieber Freund hast nun wahrlich gut geredet! Und Ich kann dir sagen, daß dir das nicht dein Fleisch und Blut, sondern dein Geist eingegeben hat. Aber darum verhält sich die Sache von der einstigen Wiederkunft des Menschensohnes dennoch so, wie Ich sie euch allen klar genug gezeigt habe.

Du hast ganz recht, so du nun sagst, daß das Reich Gottes in Mir zu euch gekommen ist und sich bei euch nun in eurer Mitte befindet. Aber das genügt noch nicht zur Erreichung und vollen Erhaltung des ewigen Lebens der Seele, weil das Reich Gottes in Mir wohl zu euch gekommen, aber darum noch nicht in euer Inneres gedrungen ist, was erst dann geschehen kann und wird, wenn ihr ohne alle Rücksicht auf die Welt Meine Lehre ganz in euren Willen und somit auch in die volle Tätigkeit aufgenommen habt. Wenn das einmal der Fall sein wird, dann werdet ihr nicht mehr sagen: 'Christus und mit Ihm das Reich Gottes ist zu uns gekommen und wohnt bei und unter uns!' — sondern ihr werdet sagen: 'Nun lebe nicht mehr ich, sondern Christus lebet in mir!' — Wenn das bei euch der Fall sein wird, dann werdet ihr in der Fülle auch lebendig begreifen, daß und wie das Reich Gottes nicht mit äußerem Schaugepränge zu und in den Menschen kommt, sondern sich nur inwendig im Menschen entfaltet und die Seele in sein ewiges Leben zieht.

Es muß zwar dem Menschen zuvor von außen her der Weg gezeigt werden durch das Gotteswort, das da kommt aus den Himmeln zum Menschen. Aber darum ist der Mensch noch nicht im Gottesreich und das Reich Gottes ist noch nicht in ihm. Erst so der Mensch ungezweifelt zu glauben anfängt und durch sein Tun nach der Lehre den Glauben lebendig macht, dann entfaltet sich das Reich Gottes im Menschen so, wie sich im Frühjahr das Leben in der Pflanze von innen aus zu entfalten beginnt, wenn die Pflanze vom Lichte der Sonne beschienen und erwärmt und dadurch zur inneren Tätigkeit genötigt wird.

Alles Leben wird wohl wie von außen her angeregt und geweckt — aber die Entstehung, Entwicklung, Entfaltung, Formung und Festung geht dann immer von innen aus. So müssen auch die Tiere und Menschen ihre Nahrung zuerst von außen her in sich aufnehmen. Aber dieses Aufnehmen der Speise und des Trankes ist noch lange die wahre Ernährung des Leibes nicht, sondern diese geht erst dann vom Magen aus in alle Teile des Leibes.

Wie aber gewisserart der Magen das Lebensnährherz des Leibes ist, so ist auch das Herz im Menschen der Nährmagen der Seele zur Erweckung des Geistes aus Gott in ihr. Und Meine Lehre ist die wahre Lebensspeise und der wahre Lebenstrank für den Magen der Seele. Und so bin Ich denn in Meiner Lehre an die Menschen ein wahres Lebensnährbrot aus den Himmeln. Und das Tun nach ihr ist ein wahrer Lebenstrank, ein bester und ein kräftigster Wein, der durch seinen Geist den ganzen Menschen belebt und durch die hell auflodernde Liebesfeuerflamme durch und durch erleuchtet. Wer dieses Brot ißt und diesen Wein trinkt, der wird keinen Tod mehr sehen, fühlen und schmecken in Ewigkeit."