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Jesus und der abergläubische Wirt 503

Administrator Beiträge: 5386 Forumgründer *****
Jesus und der abergläubische Wirt
« am: September 21, 2012, 08:40:38 Vormittag »
Auf das verließen wir den Speisesaal und begaben uns, vom Wirte begleitet, ins Freie, wo es an diesem Tage recht angenehm war, weil durch einen Nordostwind des Tages Hitze sehr gemildert wurde. Wir begingen von unserer Herberge aus den ganzen, ziemlich gedehnten Ort und kamen denn auch vor die große Herberge, in der Roklus in Meinem Namen die einundzwanzig Kranken geheilt hatte.
Der Wirt bemerkte uns und eilte mit den Seinen und mit den Geheilten zu uns heraus und grüßte uns auf das tiefste. Gleich darauf aber fragte er nach Mir, und Roklus zeigte ihm Meine Person. Da umringten Mich alle und dankten Mir für die ihnen erwiesene große Wohltat, und der Wirt selbst fand schon kein Ende seines Lobens und Preisens mehr.
Ich aber sagte zu ihm und zu allen: »Erhebet euch nun nur wieder vom Boden; denn es genügt, so ihr Mich in euren Herzen wahrhaft lobet und preiset; was aber das Herz beschließt und tut, daran nehmen und haben auch alle andern Glieder teil!«
Hierauf erhoben sich alle vom Boden und baten Mich, daß Ich mit solch Meiner allmächtigen Gnade sie nimmerdar verlassen möchte.
Und Ich sagte zu ihnen: »So behaltet Mich denn auch fortan in euren Herzen durch die Liebe zu Gott und zu euren Nächsten lebendig, sodann wird auch Meine Gnade gleichfort bei euch verbleiben. Solltet ihr aber in der bezeichneten Liebe in euren Herzen je schwach oder gar lau und kalt werden, so wird desgleichen auch Meine Liebe und aus ihr hervorgehende Gnade auch schwach, lau und kalt werden.
Hütet euch vor Fraß und Völlerei; denn durch das wird die Liebe zu Gott vermindert und die Welt- und Selbstliebe genährt und gestärkt, und mit ihr das Gericht der Materie und ihres Todes! Also hütet euch auch vor der Unkeuschheit und aller Hurerei; denn Unkeusche, Hurer und Ehebrecher werden in Mein Lebensreich nicht eingehen!
Die ihr aber nun von euren Leibesübeln geheilt worden seid, zu euch sage Ich, daß ihr hinfort euch zu keiner Sünde mehr verleiten lasset; denn dann würde euch Meine Gnade wieder entzogen werden, und ihr würdet in noch größere Übel verfallen!
Hütet euch aber auch vor der Trägheit und vor dem Müßiggange; denn der ist die Wurzel von allen Lastern und Übeln der Menschen!
Da ihr das nun aus Meinem Munde vernommen habt, so haltet es, und lebet und handelt danach, und Meine Gnade wird nicht von euch weichen! Amen.«
Als Ich solches geredet hatte, da dankten Mir wieder alle darum.
Und der Wirt sagte darauf zu Mir: »O Du ewig großer Herr und Meister, möchtest Du denn nicht auch mein Haus betreten, auf daß es gesegnet würde durch die Tritte Deiner gebenedeiten Füße?«
Sagte Ich: »Höre du, der du eine gute Meinung von Meinen Füßen hast, Meine Fußtritte werden deinem Hause keinen Segen hinterlassen; aber so du mit den Deinen nach Meinem Willen lebst und handelst, so wird das deinem ganzen Hause zum wahren und bleibenden Segen werden! An derlei glaubten und glauben noch jene, die von allerlei finsterem Aberglauben gefangengehalten werden, der in sich tot ist und keine Lebensmacht hat. Was können jemandem gewisse Zeichen oder Reliquien, gewisse Steine, Zahlen und die Neumonde und Sternzeichen nützen? Sie nützen nicht nur nichts, sondern schaden nur der Seele und durch sie auch dem Leibe! Und so können auch meines Leibes Fußtritte weder diesem Orte, den Ich nun auch betrete, noch einem Hause etwas nützen; aber das nützet euch allen, daß Ich zu euch gekommen bin und habe euch kundgetan Meinen Willen und euch gezeigt die Wege, die ihr zu wandeln habt, um auf ihnen zu gelangen zum ewigen Leben.
Es liegt aber wohl auch in den Steinen, Metallen, Kräutern, ihren Wurzeln und Früchten eine heilsame Kraft für gar manche Leibeskrankheiten; aber man muß sie ordentlich erkennen und sie dann bei gewissen Krankheiten vernünftig anzuwenden verstehen. Aber wer derlei als ein Zaubermittel gebraucht, der sündigt wider die Vernunft und wider die weise Ordnung Gottes!

GEJ, Band 8, Kap.215,1-13