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Vom Wesen der Besessenheit 497

Administrator Beiträge: 10835 Forumgründer *****
Vom Wesen der Besessenheit
« am: Oktober 16, 2012, 10:30:15 Vormittag »
GrEv VIII/32 — DER HERR: "Es gibt Menschen, die von bösen Geistern auf eine Zeitlang — dem Fleische nach aber nur — in Besitz genommen werden, ohne daß dadurch die bösen Geister der Seele eines solchen Besessenen schaden können. Die das Fleisch eines Menschen in Besitz nehmenden argen Geister sind Seelen verstorbener Menschen, die einst auf der Welt ein arges Leben geführt haben, und zwar wohl wissend, daß ihr Tun ein böses war.

Es kommt aber das Besessensein nur unter jenen Menschen vor, bei denen der Glaube an einen Gott und an die Unsterblichkeit der Seele schwach oder rein gar geworden ist. Diese an sich schlimm aussehenden Vorkommnisse in den glaubensfinsteren Zeiten sind demnach eine Zulassung, damit die Ungläubigen eine derbe Mahnung erhalten, daß ihr Unglaube ein eitler ist und daß es nach dem Abfalle des Leibes ein sicheres Fortleben der Seele des Menschen gibt und auch einen Gott, der die Bosheit und Dummheit der Menschen auch jenseits gar wohl zu züchtigen imstande ist.

Der arge Geist, der das Fleisch eines Menschen in Besitz nimmt, erfährt trotz seines bösen Sträubens für ihn kaum erträgliche Demütigungen und wird darauf in sich sanfter und leichter. Und die Zeugen solcher Zustände werden aus ihrem zu materiellen und finsteren Lebenswandel wie mit Gewalt losgerissen, fangen an über Geistiges nachzudenken und werden besser in ihrem Tun und Lassen. Und so hat diese unter den Menschen vorkommende und sehr schlimm aussehende Sache auch wieder in den Zeiten der größten Glaubensnot ihr entschieden Gutes.

Bei Menschen, die im wahren und lichtvoll-lebendigen Glauben sind, kommt das Besessensein nie vor, weil des Menschen Seele und der Geist in ihr auch den Leib so durchdringen, daß da kein fremder und etwa auch noch arger Geist in das lautere und durchgeistigte Fleisch dringen kann. Aber wo die Seele eines Menschen finster, fleischlich und materiell geworden ist und dadurch auch ängstlich und furchtsam, krank und schwach, so daß sie einem fremden Eindringling keinen Widerstand leisten kann — da geschieht es auch leicht, daß dann und wann die argen Seelen, die sich nach dem Austritt aus dem Leib zumeist in jenen niederen Regionen dieser Erde aufhalten und ihr Unwesen treiben, wo die Menschen ihres Gelichters im Fleische leben, in den Leib irgendeines schwachen Menschen dringen, sich zumeist im sinnlichen Unterleibe ansetzen und als fremde und arge Geister durch das Fleisch des Besessenen sich nach außen hin zu äußern anfangen.

Der Besessene aber erleidet für die Seele niemals einen Schaden. Und so ist das Besessensein nicht so etwas Arges, wie es den Menschen vorkommt.

Wo ihr aber in der Folge solche Besessene antreffet, da leget ihnen in Meinem Namen die Hände auf, und die argen Geister werden den Besessenen verlassen. Solltet ihr aber irgend einen treffen, der von einem besonders hartnäckigen Geiste besessen ist, den bedrohet, und er wird dann sogleich gehorchen dem, der ihn ernst und vollgläubig in Meinem Namen bedroht hat! — Denn wo durch euch Meine Lehre den Menschen gepredigt wird, da ist es nicht mehr nötig, daß auch die Teufel bei den Menschen den gefallenen Glauben aus dem Fleische eines Besessenen aufrichten. Wo die Engel lehren, da sollen die Teufel in die Flucht geschlagen werden!"

GrEv II/169 — Petrus: "Herr, ich begreife nun schon so manches, aber das Besessensein, besonders unschuldiger Kinder, und daß sie von solch einem argen Bewohner ihres Leibes oft auf die erbärmlichste Weise geplagt werden, das begreife ich nicht! Wie kann solch einen Unfug Deine Ordnung zulassen? — Das Töchterchen des Weibes, das uns heute nachlief, dürfte kaum 13 bis 14 Jahre alt sein, und nach der Aussage der Mutter ist es bereits sieben volle Jahre von einem Teufe auf eine kaum glaublich böse und schmerzliche Weise gepeinigt worden. Warum mußte denn so etwas zugelassen werden?"

DER HERR: "Das sind Dinge, die euer Verstand jetzt noch nicht vom Grunde aus fassen kann! Aber Ich will euch gleichwohl einige Winke darüber geben!

Die Erde ist die Trägerin von zweierlei Arten von Menschen. Die eine und bessere Art stammt von oben [das heißt, aus einem andern Stern]. Die andere und eigentlich schlimme Art aber stammt pur von dieser Erde ab; ihre Seele ist gewisserart eine Zusammensetzung von einzelnen Lebensteilchen, die, vom Satan genommen, in der Masse des Erdkörpers als Materie gefangengehalten werden, von dieser dann durch die Pflanzenwelt in die Tierwelt übergehen, sich durch die vielen Stufen der Tierwelt endlich dann als eine Potenz, bestehend aus zahllosen Urseelenteilchen, zu einer Weltmenschenseele ausbilden und bei den Zeugungen im Schoße der Weiber Fleisch annehmen und weiter, gleichwie die Kinder des Lichtes, in diese Welt geboren werden.

Nun, solche Kinder, da ihr ganzes Wesen aus dem Satan genommen ist, sind dann auch stets mehr oder weniger der Gefahr ausgesetzt, von irgendeinem bösen Geiste, das heißt, von der schwarzen Seele eines einst auf dieser Erde schon im Fleische gelebt habenden Teufels von einem Menschen besessen zu werden, was aber besonders da am ehesten geschehen kann, wo eine solch junge, aus dem Satansteile der Erde genommene Seele eine gute und himmlische Richtung zu nehmen beginnt. Weil dadurch ein Lebensteil sich aus der Sphäre der Hölle entreißt, so verursacht solches der gesamten Hölle einen unerträglichen Schmerz, darum sie dann auch alles aufbietet, um solch eine Verwundung zu verhüten.

Du fragst nun freilich, wie solches der Hölle denn doch einen Schmerz verursachen könne? Denn eine solche Seele müsse der Hölle gegenüber ja doch noch ums Unnennbare kleiner und geringfügiger sein, als da ist ein Härchen am Menschen dem ganzen Menschen gegenüber. Und Ich sage dir, daß dies allerdings richtig geurteilt ist. Aber ergreife du an deinem Leibe das kleinste Härchen und reiße es aus, und du wirst dabei gewahr werden, daß du beim Akte des Haarausreißens nicht bloß an der Stelle des Härchens, sondern wohl im ganzen Leibe einen Stechschmerz verspüren wirst, der dich zur Verzweiflung brächte, so er nur eine Stunde gleichfort währte.

Aus dieser dir nun gegebenen Erklärung kannst du schon ein wenig tiefer einsehen, warum auf der Erde das Besessensein vorkommt und bis ans Ende dieser Erde vorkommen wird.

Dieses Besessensein hat für den Besessenen aber auch sein entschieden Gutes. Denn eine solche Seele, deren Leib von irgendeinem Teufel in Besitz genommen wird, wird durch die Qualen ihres Fleisches offenbar geläutert und vor dem bösen Eingehen in ihren Leib bewahrt. Zur rechten Zeit aber kommt dann schon die Hilfe von oben, und eine Weltseele ist dann völlig gewonnen für den Himmel. — Sage, ob du die Sache nun etwas begriffen hast!"

Sagt Petrus: "Ja, Herr, das ist mir nun ganz klar geworden. Aber dann wäre es ja beinahe besser, einem noch so schwer Besessenen gar nicht zu helfen!?"

DER HERR: "Wenn jemand kommt und dich um Hilfe angeht, so sollst du sie ihm nicht vorenthalten! Denn da sorgt schon Meine Vorsicht dafür, daß irgendein Beteiligter nicht eher zum Hilfesuchen gelangt, bis es gerade an der Zeit ist, daß ihm eine rechte Hilfe werde. Darum ist sie denn auch keinem Suchenden vorzuenthalten! — Verstehst du nun auch diese vollwichtige Erklärung?"

Sagt Petrus: "Ja, Herr, Dir allein allen Dank, alle Liebe und alle Ehre darum! — So gibt es in der Welt denn doch nichts, woraus für den in göttlichen Dingen Verständigen nicht gleichweg die höchste Liebe und Weisheit Gottes vollauf ersichtlich wäre!"

DER HERR: "Ja, also ist es! Darum sollt ihr denn auch bei allen noch so widerwärtigen Erscheinungen auf dieser Erde nicht verzagen; denn der Vater im Himmel weiß darum und weiß es am besten, aus welchem Grunde Er sie zuläßt!

Und so sind auch die meisten Krankheiten, welche die Menschen zu durchleiden haben, nichts als Verhütungen, daß die Seele nicht eins werde mit dem Fleische."

GrEv IX/128 — DER HERR: Der Zöllner Zachäus bat Mich, daß Ich ihm einen Rat gäbe, was er mit seinem ältesten, bereits sechzehn Jahre zählenden Sohne machen solle, der seit drei Jahren irrsinnig sei und beinahe von Tag zu Tag in eine größere Raserei verfalle. Er habe zu dem Sohn schon alle ihm bekannten besten Ärzte kommen lassen, und alle hätten versucht, den Sohn zu heilen; doch all ihre Wissenschaft und Mühe sei nicht nur gänzlich erfolglos geblieben, sondern der Sohn sei nach jedes Arztes Behandlung noch ärger als vorher geworden.

Da sagte ICH zu Zachäus: "Freund, derlei Übel heilt kein irdischer Arzt mit seinen Kräutern! Bringe aber den Sohn hierher, und du sollst die Macht der Herrlichkeit Gottes sehen!"

Da befahl Zachäus seinen Knechten, daß sie den Sohn, wohl gebunden, aus seinem verschlossenen Gemache bringen sollten.

Da sagten die Knechte: "Herr, das wird sich vor diesen fremden Gästen gar übel machen; denn erstens rast er nun beinahe unausgesetzt, und zweitens stinkt er ärger denn alle Pestilenz, da er sich gleichfort mit seinem Kote beschmiert!"

Da sagte ICH: "Bringet ihn nur hierher; denn Ich will ihn sehen und heilen!"

Sagte ein Knecht, der viel im Hause galt: "O Freund, nur Gott allein kann den heilen, aber auf dieser Erde kein Mensch mehr! Wenn du auch den heilst, dann bist du kein Mensch, sondern ein Gott!"

Sagte ICH: "Das kümmere dich nicht, sondern tue, was dir geboten ist!"

Da gingen die Knechte und brachten den Sohn, vor dem sich alle Meine Jünger entsetzten und sagten: "Mit dem steht es noch ärger, als was wir sahen in der Landschaft der Gadarener!"

Ich aber erhob Mich, bedrohte die bösen Geister im Sohne und hieß sie, ihn augenblicklich für immer zu verlassen. Da rissen sie noch einmal den Sohn und fuhren in Gestalt von vielen schwarzen Fliegen aus dem Sohne, welcher darauf völlig gesund war.

ICH aber sagte nun zu den Knechten: "Nun führet ihn hinaus an den Brunnen und reiniget ihn! Gebet ihm auch frische Kleidung und bringet ihn wieder hierher, auf daß er mit uns das Mittagsmahl halte!"

Das geschah denn auch. Und als der Sohn nun gesund und gereinigt sich an unserem Tische befand, da kamen alle im Hause wohnenden Verwandten und Bekannten in unser Zimmer und konnten nicht zur Genüge staunen über solch eine schnelle Heilung des Sohnes. Und Zachäus dankte Mir über alle Maßen für diese Heilung.

Der Hauptknecht aber sagte zu Mir: "Herr, Du bist kein Mensch wie unsereins, sondern Du bist ein wahrer Gott, den wir Menschen allzeit anbeten wollen und werden!"

Als der Knecht noch so redete, da wurde auch das Mittagsmahl auf den Tisch gesetzt, und wir fingen an zu essen. Während des Essens und Trinkens fragten mehrere den geheilten Sohn, der nun ganz frisch und heiter aussah, ob er in seinem kranken Zustand auch große Schmerzen zu bestehen hatte.

Der geheilte Sohn aber sagte: "Wie kann ich nun das wissen?! Denn ich war ja so gut wie tot, hatte kein Gefühl und wußte auch nichts um mich! Das aber weiß ich dennoch, daß ich mich fortwährend in einem Traume befand und mich in einer schönen Gegend mit guten Menschen unterhielt."

Das wunderte die Anwesenden, und sie konnten das nicht fassen. Und Zachäus fragte Mich, wie das doch möglich wäre, und warum so etwas von Gott zugelassen werde.

Sagte ICH: "Freund, darüber wollen wir nun nicht viele Worte verlieren! Bei solchen Übeln zieht sich die Seele ins Herz zurück, und ein oder oft auch viele arge und unreine Geister bewohnen den übrigen Leib und tun mit ihm, was sie wollen, wovon aber die im Herzen ruhende Seele nichts wahrnimmt.

Es werden aber derlei Besessenheiten darum zugelassen, auf daß die Menschen, bei denen der Glaube an Gott und an die Unsterblichkeit der Seele beinahe ganz erloschen ist, doch wieder an etwas Geistiges zu denken und auch zu glauben anfangen. Denn auch ihr seid schon schwachen Glaubens geworden, und so war euch diese Lektion auch sehr notwendig vor Meiner Ankunft in dieses Haus.

Wenn Ich früher gekommen wäre, so hättest du selbst Mir nicht so geglaubt, wie du Mir nun glaubst. Und wäre dein Sohn, auf den du die größten Stücke hieltest, nicht in das Übel gekommen, so hätte dich der Stolz und Hochmut derart zugerichtet, daß du zu einem wahren Teufel unter den Menschen geworden wärest, allen Glauben an Gott aus dir verbannt und die Menschen für pure Maschinen eingeschätzt hättest, die vor dir nur dann irgendeinen Wert hätten, so sie dir beinahe umsonst dienten und dir zu noch größeren Reichtümern verhülfen.

Als aber dein Sohn, als dein Liebling und dein größter Stolz, so krank wurde, wie Ich ihn nun hier getroffen habe, da wurde es dir ganz anders ums Herz. Du fingst an, wieder an einen Gott zu denken und zu glauben und wurdest demütigeren Herzens. Du hattest freilich daneben noch deine Zuflucht zu allen dir irgend bekannten Ärzten, ob Heiden oder Juden, genommen und hast dir's viel kosten lassen. Aber als du sahst, daß deinem Sohne kein Arzt, auch kein Essäer und noch weniger irgendein Zauberer hatte helfen können, da wurdest du traurig und fingst an, ernstlicher darüber nachzudenken, warum Gott, so Er irgendeiner sei, dich mit einem solchen Übel heimgesucht habe.

Du fingst wieder an, in der Schrift zu lesen und fandest dein Handeln und Gebaren deinen Nebenmenschen gegenüber stets mehr und mehr für ungerecht und hast denn auch Gott gelobt, daß du vollernstlich all das von dir begangene Unrecht wieder mehrfach gutmachen wollest.

Als solche Vorsätze in dir stets ernster und wahrer geworden waren und du auch in dem klarer geworden warst, daß dir nur der allmächtige Vater im Himmel helfen könne, da kam Ich dann auch bald in diese Gegend, und du hast es vernommen, was Ich an dem Blinden getan habe.

Da wurde dein Glaube an Gott denn auch mächtiger und lebendiger, dieweil du von mehreren ein Zeugnis über Mich vernommen hast, das in dir keinen Zweifel übrigließ, daß Ich kein bloßer Prophet, sondern der Herr Selbst sei. Und siehe, so bist du denn auch dahin reif geworden, daß Ich nun bei dir einkehrte und mit Meiner Macht deinem Sohne half.

Wenn du nun das wohl überdenkst, so wird es dir klar sein, warum Ich über Menschen, in deren Herzen noch nicht jeder Himmelslebensfunke völlig erloschen ist, allerlei Übel zulasse.

Freilich bei ganz verdorbenen und lebensverschlagenen Menschen, die keiner Mahnung von Mir aus mehr wert sind, bleiben derlei sie bessernde Zulassungen denn auch unterm Wege; denn sie fruchten hier nicht mehr und zeihen die Argen, daß sie noch ärger werden. Diese Art Menschen aber verzehren ihr Materieleben hier auf Erden; nach diesem Leben jedoch erwartet sie ihr eigenes Gericht, das da ist der andere und ewige Tod.

Über den Ich noch allerlei Leiden und Trübsal zulasse, dem helfe Ich auch zur rechten Zeit. Wen Ich aber sein irdisch stolzes und schwelgerisches Wohlleben unbeirrt fortgenießen lasse, der trägt sein Gericht und seinen ewigen Tod schon in sich und mit sich. Und somit weißt du denn nun auch, warum so mancher Weltgroße und Weitreiche ungestraft bis zu seines Leibes Tode hin fortsündigen und fortgreueln kann.

Es ist von Mir aus in dieser Welt aber einem jeden ein gewisses Maß gestellt, sowohl im Guten und Wahren als auch im Bösen und Falschen. Hat der Gute durch seinen Eifer dieses Maß völlig erreicht, dann hören für ihn alle weiteren Versuchungen auf und er geht dann im Vollichte aus den Himmeln von einer Lebensvollendungsstufe zu einer noch höheren und so ins Unendliche vorwärts."


Heilung und Gesundheit / 5. Vom Wesen der Besessenheit