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Gott ist die Liebe... und die Widersprüche in der sichtbaren Natur 428

Administrator Beiträge: 10838 Forumgründer *****
Gott ist die Liebe... und die Widersprüche in der sichtbaren Natur
« am: Oktober 22, 2012, 09:26:21 Vormittag »
21. Kapitel – Das Leben.

19. März 1873

[Lg.01_021,01] Schon mehrere Worte habe Ich euch gegeben über dieses Thema, und von verschiedenen Seiten wurde euch gezeigt, was Leben ist und was „Leben“ heißt, und doch gibt es noch viele Seiten, von wo aus das Leben betrachtet eine aufmerksame Beobachtung verdient, um am Ende wieder weiter fortzurücken und einen Schritt vorwärts zu machen in der Erkenntnis dessen, was Leben heißt, und wie eben dieses Leben sicht- oder unsichtbar nur Mein eigenes geistiges Ich vorstellt, wie es, wenngleich mit verschiedenen Mitteln und auf verschiedenen Wegen, wieder alles zu Mir zurückführen muß!

[Lg.01_021,02] In dem „Geister- und Welten-Leben“ habe Ich euch gezeigt, wie nach und nach jedes gebundene Leben stets sich frei machend zu höheren Stufen drängt, habe euch dadurch bewiesen und begreiflich gemacht den Ursprung und Anfang des Geister- und Welten-Reiches sowie das notwendige Ende des letzteren.

[Lg.01_021,03] Ich habe euch in jenem Wort einen tiefen Einblick in Meine Schöpfungsgeheimnisse gewährt, und doch fehlt noch ein anderer Faktor, der vielleicht bei Betrachtung der verschiedenen Widersprüche in Meiner Schöpfung mit Meinen Worten, die Ich einst gegeben und auch heute euch noch zukommen lasse, sich vereinbaren läßt; nämlich die Erklärung, wie der Satz „Gott ist die Liebe“ mit den verschiedenen eben dagegen zeugenden Widersprüchen in der sichtbaren Natur zusammengereimt werden kann!

[Lg.01_021,04] Dieses nun euch noch näher zu beleuchten und faßlich zu machen, soll der Zweck dieses Wortes sein, damit ihr noch klarer erkennen möget, daß Meine Worte wirklich Worte eines Gottes, eines höchsten Schöpfers und ewig liebenden Vaters sind!

[Lg.01_021,05] Sehet, Ich habe euch gesagt in dem vorigen Worte, daß in der Materie überall nur gebundene Geister, Ableger Meines eigenen göttlichen Ich, die ganze sichtbare Schöpfung ausmachen, und daß eben nur diese Geisterpartikel der Haupt-Bestandteil und die Hauptsache in dem Bestehenden sind; das Materielle aber nur Nebensache oder nötige Überkleidung ist, um einzelne Geistesteile im ganzen Universum zu wie für sich selbst bestehenden abgeschlossenen Wesen zu machen!

[Lg.01_021,06] Dieses ist der erste Schöpfungsgrund gewesen, warum alles geschaffen wurde; der zweite Grund aber: dieses Erschaffene einem allgemeinen Zweck unterzuordnen, und ein geistiges „Warum“ festzustellen, weswegen eben alles so in Materie eingekleidet wurde, deshalb auch der ewige Drang eines jeden Bestehenden, sich zu verändern, – aus der Gefangenschaft sich zu befreien, und in höhere Stufen aufzusteigen, wo mehr Freiheit, mehr geistiger Genuß möglich und auch erlaubt ist!

[Lg.01_021,07] Daher auch das Drängen und Treiben in allem Geschaffenen, seine Form zu zerbrechen und unbewußt einer besseren Existenz entgegenzueilen!

[Lg.01_021,08] Dieses Bestreben und Drängen ist es nun, welches sich als Leben kundgibt, und welches, wo es auftritt, eben deswegen die drei Schöpfungs-Phasen in sich birgt, das heißt Entstehen, Bestehen und Vergehen.

[Lg.01_021,09] Durch diese Drei-Einigkeit, welche auch Meine eigentliche wesentliche Dreiheit entsprechend ausdrückt, in Liebe, Weisheit und Göttlichkeit, und ebenfalls in jedem geschaffenen Wesen enthalten ist, und zwar unter der Form von Geist, Seele und Körper, durch diese drückt sich und manifestiert sich das Leben als sichtbare Tätigkeit, die Meiner Schöpfung erst das sichtbare Siegel aufdrückend beweist, daß ein höheres Wesen als alle Geschaffenen es sein muß, das nur auf diese Weise Sich Selbst Seinen Wesen verständlich machen kann, und nur durch sichtbares Leben das unsichtbare Geistige begreiflich und faßlich machen will allen Wesen, denen es Vernunft, Verstand und Herz gegeben, um zu begreifen, von woher sie gekommen sind, warum sie da sind, und was der Zweck ihres Daseins und das Ziel ihres Lebens, ob materiell oder geistig, sei!

[Lg.01_021,10] Nun, nachdem dieses Leben aber, wie Ich es euch gezeigt habe, von Mir ausgegangen ist und wieder zu Mir zurückführen soll, so müssen doch auch alle sichtbaren Erscheinungen desselben einen gerechten Zweck, ein geistiges „Warum“ haben, warum gerade so und nicht anders, welches Warum den aufmerksamen Beobachter in Meiner Schöpfung zu manchen Irrschlüssen führen kann, und auch schon oft geführt hat!

[Lg.01_021,11] Diese Irrschlüsse nun zu enträtseln und das scheinbar Unharmonische in Harmonisches wieder aufzulösen, sei der Zweck, warum eben dieses Wort wieder den Titel „Leben“ trägt, weil eben dieses Wort weder in seiner Tiefe noch Ausdehnung und Bedeutung von euch begriffen worden ist, woran Mir liegt, da der Zeitpunkt nahe ist, wo Ich in Meiner Schöpfung keine Finsterlinge, sondern helle geistig-sehende Wesen haben will, die Mich und Meine Schöpfung verstehen sollen; darum falle auch der Schleier von dem anscheinlich Unenträtselbaren, und es verschwinde wieder eine Decke, die bis jetzt über euren geistigen Augen gehangen hat.

[Lg.01_021,12] Sehet, Meine Kinder, als Ich die Welt oder das ganze Universum erschuf, so war Mein Zweck mit dem Binden von Geistes-Partikeln nicht allein der, daß diese durch den in sie hineingelegten Drang die Materie bloß verändern sollen, um eine bessere Existenz zu erhalten, nein! Sondern während die gebundenen Geister zur Vergeistigung der Materie beitragen müssen, sollten auch sie selbst durch eine andere geistige Schule sich zur nächsten Stufe vorbereiten, sollten durch Leiden, Entbehrungen, Kämpfe aller Art geschult werden, um nicht allein die Materie zu einer besseren Stufe vorzubereiten, sondern vorerst sich selbst geistig zu stärken, und so Dem sich zu nähern, der – das Symbol aller höchsten Geistes-Eigenschaften, als Liebe, Demut, Gnade, – ihnen in allem vorangegangen ist, und auch noch durch das Daniedersteigen auf diese kleine Erde als winziger Erdenmensch, Sich den niedrigsten Verhältnissen unterziehend, doch im Niedrigsten und in der größten Schmach den höchsten geistigen Charakter eines Gottes bewiesen und mit Seinem Erdentode und Auferstehen sogar besiegelt hat!

[Lg.01_021,13] Alles, was Mir in Meinem Erdenleben zugestoßen ist, von Geburt bis zum Kreuze; Meine Lehre, Meine Leiden und Meine Kämpfe, Meine Liebe und Meine Demut, Meine Gnade und Mein Verzeihen und Vergessen aller Meiner Macht, Meine namenlose Geduld mit den verirrten Menschen, alles dieses war in entsprechender Weise in jedes kleinste Geistes-Partikel gelegt. Und was Ich als Beispiel auf Erden erlebt, gelitten und erkämpft hatte, das war schon längst eben in jeder Kreatur, in jeder Materie, wo immer ein Funke von Mir verborgen lag, bestimmt, damit auch das kleinste Geistes-Atom konsequent mit seinem großen Schöpfer die nämliche Laufbahn durchmache, die einst den Geist über die Materie erheben soll, und so triumphierend von Stufe zu Stufe aufsteigend tatsächlich beweise, daß, wie es nur Gesetze für die Materie, Gesetze der Abstoßung und Anziehung, gibt, es auch Gesetze, moralische, hohe, geistige, gibt, die in Meinem Ich begründet, Mein eigenes Wesen und das Bestehen alles Geschaffenen ausmachen.

[Lg.01_021,14] So seht ihr den im Gestein gebundenen Geist, dessen erstes Prinzip die Ruhe wäre, durch den Einfluß der Elemente, durch Einfluß der Tier- und Menschen-Welt aus seiner Ruhe vertrieben, ihr seht, würdet ihr es begreifen können, auch seine Leiden, sein Sträuben gegen alles Fremde, sich stets wehrend, bis er dem Drange doch folgen muß, und während durch Licht, Wärme und Nässe seine Überkleidung stets in vibrierendem Zustande das Bestehende verändert, und so seine Form zerbricht, dem Geiste, wenngleich oft gegen seinen Willen zu dem verhelfend, was ihm allein nötig und was ihm als Lebensprinzip angewiesen ist.

[Lg.01_021,15] Wie im Steine oder in der festen Materie ebenso im Pflanzenreich, wo das pflanzliche Leben des in der Pflanze wohnenden Geistes ebenfalls durch allerlei Umstände dazu veranlaßt wird, seine eigene Geistes – Existenz durch Leiden und Kämpfe zu befestigen.

[Lg.01_021,16] Denn ihr wißt es nicht, wenn ihr eine Pflanze aus der Mutter Erde grausam reißt, oder einen Baum umhauet, oder einer Pflanze den schönsten Schmuck, ihr Bräutigamsleben, die Blume nehmt, ob nicht der Pflanzengeist in seinem höchsten Wonneleben gestört auch ein Weh empfindet, als wie wenn euch etwas Unangenehmes widerfährt.

[Lg.01_021,17] Könntet ihr mit geistigen Augen die geistige Welt erschauen, ihr würdet vor manchem mit Schaudern zurückbeben, wie viele Grausamkeiten ihr vernünftig sein wollende Menschen oft verübt, die eben eine niederer gestellte Existenz mit Stillschweigen ertragen muß, weil keine Sprache ihr gegeben wurde, um durch Töne Freud und Leid auszudrücken.

[Lg.01_021,18] Sehet den ewigen Kampf der Elemente mit dem harten Gestein, das Leben der Pflanzen und das Leben der Tiere, die ebenfalls geistige Funken in sich bergen; alle müssen kämpfen, müssen leiden, und nicht allein der oberflächliche Mensch hat das Recht sich zu beklagen, daß dieses Erdenleben ein Leben voll Trug und Täuschung ist, und daß es oft nicht der Mühe wert sei zu leben, bloß um zu leiden!

[Lg.01_021,19] Die Tierwelt, die von euch so mit Füßen getretene Tierwelt, leidet oft bei weitem mehr als ihr, und leidet oft, nicht bloß durch Gesetze der Natur, welche zu ihrem Fortschreiten auch Leiden und Kämpfe in ihr kurzes Leben hineingewoben hat, sondern meist unschuldig durch das, was der Mensch ihr antut, und wogegen eure Sklaventyrannei und sonstiger Despotismus (Gewaltherrschaft), den ihr überall entfernen wollt, bei weitem an Herzlosigkeit übertroffen wird!

[Lg.01_021,20] Dem Tiere sind neben seinen eigenen Feinden, durch die es, ihnen zur Nahrung dienend, auf eine höhere Stufe gehoben wird, nebenbei auch Eigenschaften gegeben worden, die zur Fortpflanzung und Erhaltung einer Gattung nötig sind; dieses ist das Muttergefühl, die Liebe zu ihren Jungen, die Liebe für ihr natürliches und künstliches Haus, eine Liebe, die bei den Tieren durch die Natur geboten, bei euch Menschen durch eure sittliche Stellung ebenfalls bedingt sein sollte, jetzt aber beinahe auf Null herabgesunken ist, wo so manches dumme Tier den sich gescheit dünkenden Menschen beschämen könnte!

[Lg.01_021,21] Und sehet, eben diese Liebe, Liebe als göttlicher Funke aus Mir ausgegangen, sänftet das Tier gegen seine nächste Umgebung, läßt einen Lichtstrahl der Freude, des Wohlbehagens in die kleine Tier-Seele fallen, damit auch sie, nicht allein dem Nahrungs- und Erhaltungstriebe folgend, noch ein höheres geistiges Vergnügen kennt, welches nicht an Materie, sondern Geist an Geist bindet.

[Lg.01_021,22] Wenn dem Tier seine Brut, seine Wohnung vernichtet wird, betrachtet seine Ängstlichkeit, seinen Schmerz, sein unruhiges Umherirren; betrachtet es und schämet euch, daß ihr selbst so oft mit großer Unbarmherzigkeit solchen Akt der Grausamkeit vollführt, weil ihr euch „Herren der Welt“ glaubt!

[Lg.01_021,23] Wenn Ich solche Dinge zulasse und nicht strafe, wie sie es verdienten, so ist es eben, weil diese Leiden, so herb und bitter sie sind für die stumme Kreatur, doch zur Stärkung ihres Seelen- und Geisteslebens beitragen müssen.

[Lg.01_021,24] Auch das Tier findet sein Leben nicht auf Rosen gebettet!

[Lg.01_021,25] Freilich soll euch dieses nicht das Recht geben, deswegen das Tier zu quälen, sondern ihr sollt als Stärkere die Schwächeren beschützen und nicht, von ihrer Schwäche Mißbrauch machend, oft euch die Zeit vertreibend mit unnützem Morden bei Jagden und qualvollem Füttern, Mästen usw. zur Lust eures Gaumens, einem unschuldigen Wesen sein Leben verbittern, das ihr ihm nicht gegeben, und also auch nicht das Recht habt, dasselbe ihm zu nehmen!

[Lg.01_021,26] Ihr Menschen solltet euch erinnern, daß Ich so nicht die Welt erschaffen habe, wie ihr sie jetzt vor Augen habt, nein! In den ersten Zeiten lebte der Mensch in Harmonie mit der Tierwelt; das Tier sah nicht seinen Feind in dem Menschen, und der Mensch brauchte das Tier ebenfalls nicht zu fürchten; aber jetzt, wo die Menschen auch dem Tiere gegenüber das Vertrauen in Mißtrauen verkehrt haben, jetzt tragen sie auch die Folgen davon!

[Lg.01_021,27] Das einstige Paradies bestand eben in der Einigung der ganzen geschaffenen Welt, als immerwährendes Dankgebet zu Mir; und den Mißton des Eigennutzes, des Hasses und der Rache hat nur der Mensch selbst in sie hineingepflanzt, weswegen er auch nicht mehr Herr der Welt, sondern die Welt sein Herr geworden ist!

[Lg.01_021,28] Die ihm drohenden Gefahren, die Aufgabe, sein eigenes und das Leben seiner Familie zu beschützen, genügten dem Tierreich als Schule, um aus der Lethargie der Ruhe geweckt zu werden. Es war nicht nötig neben Meinen Lebensgesetzen, daß ihr Menschen noch andere Grausamkeiten hinzugefügt habt, um das so schon scheinbar weit unter euch gestellte Tier noch mehr in seinem eigenen Leben zu verletzen und zu plagen.

[Lg.01_021,29] Allein, wenngleich dieses stumme Dulden und Leiden der Tierwelt doch in bezug auf sein geistiges Fortschreiten ihm zum Vorteil gereicht, so ist auf der andern Seite eben gerade dieses euer Gebaren, eure Grausamkeit und Freßlust, die größte und erste Ursache, weswegen ihr Herren der Welt sein wollende Menschen in tausend Fällen weit hinter der Tierwelt zurücksteht, und auch durch Aneignung einer Masse nicht in eure Organisation hineingehöriger Elemente euer Leben verkürzt, Krankheiten und Leiden heraufbeschwört, von denen eben das so verachtete Tier keine Ahnung hat und es als Triumph eurer Weltherrschaft euch ganz allein überläßt, damit auch ihr durch selbstverschuldete Fehler wieder abbüßen müßt, was ihr so mutwillig an Grausamkeiten an allem unter euch Stehenden verübt habt!

[Lg.01_021,30] Nehmet nur alle diese Tiere, die euch nützen, für euch arbeiten, oder welche ihr als notwendige Nahrungsmittel für euren eigenen Bestand nötig glaubt, welch herzloses Gebaren zeichnet da den „Herrn der Erde“ aus!

[Lg.01_021,31] Wie lohnt er die willige Dienstfertigkeit derjenigen Tiere, die er eben darum in seinen Bereich gezogen hat, weil ohne ihre Kräfte er nichts oder sehr weniges ausrichten könnte?!

[Lg.01_021,32] Sehet das Pferd, den Ochsen, das Schaf usw., welch trauriges Schicksal hat nicht ersteres, wie leidet es oft stumm unter brutaler Hand Mißhandlungen als Ersatz für Herleihung seiner ihm zu Gebote stehenden Kräfte?

[Lg.01_021,33] Wo ist da die Sittlichkeit des Menschen? Wo ist eine ähnliche Grausamkeit im menschlichen Leben? Zwischen Tieren selbst existiert sie nicht!

[Lg.01_021,34] Der Ochse, der euren Pflug zieht, euch zu Brot und Nahrung verhilft, euch gutwillig eure Lasten zieht, was ist seine Belohnung? – Spärliches Futter, um endlich noch von euch aufgezehrt zu werden!

[Lg.01_021,35] Ihr nennt die Menschenfresser Kannibalen, und was seid ihr denn mehr, ihr zivilisierten Städte- und Dorfbewohner?

[Lg.01_021,36] Wie geht ihr mit den andern Tieren um, welche ihr zu eurer Nahrung auserkoren habt, und zwar nicht zur notwendigen, sondern vielmehr zum künstlichen Gaumenkitzel!

[Lg.01_021,37] Wie herzlos geht ihr bei der Fütterung derselben, wie herzlos beim Verkauf mit ihnen um!

[Lg.01_021,38] Taub für eure Ohren erschallt der Angstschrei eines geplagten Tieres; ihr, nur eure Freß- und Gewinnbegierde im Auge haltend, vergeßt, daß auch das Tier Schmerz empfindet, daß es von Mir geschaffen wurde zu anderem Zweck, als gerade nur zu dem ihr es gebrauchet!

[Lg.01_021,39] Sehet, so ist die große Leidensschule, die Ich einst als Beispiel Selbst auf eurer Welt erduldete, symbolisch, je nach der Gattungsstufe der geschaffenen Wesen, eingewebt in ihrem Leben; und wenn Ich geduldig zusehe, wie dieses alles geschieht, wie Tausende von Tieren noch weit vor ihrer Bestimmung schon aus dem Weltleben entfernt werden, als Meine gesetzliche Dauer es bestimmt hatte, so ist es der Grund, weil Ich doch wieder aus allen Verirrungen des menschlichen Geschlechtes einen geistigen Nutzen für Meine minder begabten Wesen ziehen kann, und die Strafe oder Entgeltung nur auf euch selbst zurückfällt, wo dann auch ihr als Menschen das erlebt, was ihr den unschuldigen Tieren bereitet habt, und so eine Welt voll Leiden und Kämpfen, voll von Begierden und Entbehrungen euch selbst bereitet, welches natürlich eben das Verkehrte oder Entgegengesetzte ist von dem, was ihr gehofft und zu erlangen gestrebt habt!

[Lg.01_021,40] So zieht sich der Faden durch Meine ganze Schöpfung, welcher allen Geschaffenen durch Leiden, Kämpfen, Entbehren und Erlangen den geistigen Weg zeigt, mittels welchem nur allein geistiges Leben und geistiger Fortschritt bedingt werden kann!

[Lg.01_021,41] Ruhe als Glückseligkeit sucht der gebundene Geist in der gefesteten Materie; Ruhe und ruhiges Nachgehen seinem Erhaltungstriebe sucht das Tierreich, und Ruhe und gemütliches Behagen in seinen tierischkörperlichen Befriedigungen sucht der Herr der Erde, der Mensch!

[Lg.01_021,42] Aber ein hehres, großes Gesetz der Geisterwelt, das Ruhe nur mit Tod und Nichtsein vergleichen würde, stört fortwährend diese Ruhe, regt fortwährend an zum Kampfe, zum Streben gegen fremde Eindringlinge, und dieses Anstreben ist das geistige Leben, das eben die von Mir in die ganze Schöpfung hinausgestellten Geister-Partikel Meines Ich wieder zur Umkehr, zur Verbesserung ihres Seins, zur Vervollkommnung zwingt!

[Lg.01_021,43] Wie Ich einst zu Adam sagte: „Im Schweiße des Angesichts sollst zu dein Brot verdienen“ (1 Mose 3, 19), was soviel sagen will als:

[Lg.01_021,44] „Die Ruhe, welche Ich dir geben wollte, hast du nicht verstanden, hast sie statt zum Leben zum Tode deines geistigen Ich benützen wollen; diese Ruhe soll dir genommen werden, auf daß dein geistiges Ich nicht verdorre unter dem Wuste von tierischen Leidenschaften, und kämpfend und leidend sollst du erst erringen, was, frei aus Meiner Hand dir gegeben, du verschmähtest und es mißverstanden hast!

[Lg.01_021,45] Und wie die Welt, so wie sie nun ist, nur durch die Leidensschule für euch Menschen ebenfalls zu etwas Besserem führen kann, und diese also nötig ward, so war und ist es auch beim Tierreich eine eigene Lebensperiode, welche je nach Umständen dem einen oder dem andern mehr zu dulden und zu leiden auferlegte, je mehr es befähigt sein sollte, eine geistig höhere Stufe zu erlangen.

[Lg.01_021,46] Was die Ausschreitungen und Grausamkeiten der menschlichen Rasse gegen das ihm unterstehende Tierreich betrifft, so ist es damit Schritt für Schritt mit dem Verfall seiner eigenen geistigen Würde gegangen und hat die Menschen geistig und körperlich auf einen Standpunkt gebracht, der jetzt seinem Ende ebenfalls bald entgegengehen wird, wo die menschliche geistige Würde bald wieder ihre Stellung einnehmen muß, die er, der Mensch, dann ebenfalls nicht allein gegen seinen Nächsten, sondern auch gegen alles unter ihm Stehende tätig ausüben wird, wodurch die Erde mit geistigen Menschen belebt werden wird, und auch das Tierreich ihnen weniger feindlich gegenübersteht, und so der Mensch das einstige verlorene Paradies im Vereine alles Lebenden, als große geistige Lebensschule anerkennen wird! Dahin strebt jetzt alles! Der geistige Wind zur Regeneration bricht aus allen Ecken hervor. Die Menschen, wenigstens die meisten von ihnen, wissen ihn nicht zu deuten, jedoch einzelne unter ihnen, und besonders ihr, die Ich unter Meine eigene Obhut genommen habe, ihr sollt alle erfahren, was geistiges Leben heißt, damit ihr die Anzeichen erkennen mögt, wo alles darauf hinzielt, die menschliche Gesellschaft, nebst der sie umgebenden Tier- und Pflanzenwelt, zu dem wieder umzugestalten, was sie einst war, nämlich: zum Garten für Meine Kinder, zum Wohnort Meiner Geschöpfe, die alle nach einem Liebes-Gesetz erschaffen, auch nach demselben Einen erzogen und ausgebildet wurden, einst Mir all Mein Ausgesandtes reichlich mit Zinsen zurückbringen sollen, damit Ich Mein Geisterreich aus der Materie ergänzend, selbst letztere vergeistigt wieder erhalte, und so eine Welt von Geistern Mich umgibt, die Meiner würdig und ihrer eigenen Lebensaufgabe gemäß das Ziel vor Augen hat, mittels dessen der kleinste in die feste Materie gebundene Geist so gut wie der Mir zunächststehende Engel alle ihre eigene Bestimmung erfassen, Mich erkennen und lieben lernen, und in allem, wenngleich Materiellem, nur eine Vor- und Probeschule ersehen mögen, wie Wesen, geschaffen von einem Gott, Seine Kinder werden können!

[Lg.01_021,47] Daher befleißet auch ihr euch zu erkennen und geistig aufzufassen, was das geistige Leben ist, welches dem kleinsten Wurm so wie euch als Menschen- und Gottes-Ebenbildern als Ziel gesteckt wurde. Lernet eure Menschenwürde erkennen, wie ihr euch gegen das scheinbar leblose, aber doch auch lebende Wesen unter euch benehmen sollt, damit ihr geistige Wesen, eingedenk eurer Abstammung, stets als solche handeln möget; denn nur so befestigt sich der Adel der Seele, nicht dort nur recht zu handeln, wo politische oder Familien-Gesetze es erheischen, edel zu handeln, nein, sondern wo, wenn der Mensch auch grausam ist, kein bestehendes Gesetz ihn bestraft, außer sein eigenes Gewissen; nur dort, wo der Mensch keinen andern Richter hat als seinen freien Willen, wo er mit diesem allein vor einem Gott und Schöpfer steht, dort aus freiem Antrieb, aus edler innerer Liebe gedrungen Barmherzigkeit auszuüben, auch gegen das letzte unbedeutendste Tier oder Wesen, in welchem Leben vermutet wird, dort auch großmütig zu handeln, das erhebt, das belohnt. Nicht daß ihr einen Wurm nicht zertreten habt, nein, sondern daß ihr, höheren Lebensgesetzen gehorchend, eurer Leidenschaften Meister geworden seid, dieses Bewußtsein ist es, welches euch über die Masse erhebt, eure Liebe und Barmherzigkeit übt, und so euch zur zweiten Natur werden wird, wo ihr dann eurem Nebenmenschen nicht das versagen werdet, was ihr einem schwachen, unmündigen Tiere angedeihen ließet!

[Lg.01_021,48] Was macht denn Mich zum großen Gott, zum großen Schöpfer?

[Lg.01_021,49] Vielleicht Meine Macht? Meine Allgewalt? Nein! Ich bin nur wahrhaft groß, weil Ich eben liebend als Vater auch das kleinste Infusionstierchen mit derselben Liebe und Geduld seine kurzen Wege führe, wie Ich dem höchsten Engelsgeist die seinigen vorgezeichnet habe, und allem, was von Mir geschaffen ward, nie Meine Macht, aber nur stets Meine Liebe, Meine Gnade und Geduld fühlen lasse.

[Lg.01_021,50] Das macht Mich groß vor euch denkenden Wesen, das macht Mich zum liebenden Vater, zu Dem ihr inbrünstig flehen könnt; aber nicht Meine Allmacht, vor deren strengem Richterblick ihr euch als Sünder verbergen müßtet!

[Lg.01_021,51] Werdet wie Ich, vergebt – wo ihr vergelten, verzeiht – wo ihr bestrafen, und vergeßt – wo ihr aus Liebe an das Unrecht nicht erinnern wollt!

[Lg.01_021,52] So erhebet euch als freie Wesen über das Getriebe der Masse; sehet die Welt mit geistigen Augen an und häufet nicht Leiden bei unschuldigen Geschöpfen zu deren notwendigen Kämpfen, die Ich in die Lebensperiode des Tieres gelegt habe, damit auch der kleinste, aber gebundene Geist dort auch in seinen geistigen Kräften geübt, gestärkt und gefestet werde, um auf einer höheren Stufe leicht sich zurechtfinden zu können.

[Lg.01_021,53] So soll euer eigener Lebenslauf eine Kette von ungesehenen Wohltaten werden, welche ihr, gleichviel wem, ob Tier oder Mensch angedeihen laßt, weil ihr eingedenk Meines eigenen Beispiels, den Adel eures eigenen Herzens vorerst bewahren, und als Kinder eines Gottes auch demgemäß göttlich handeln wollt, wo es die Gelegenheit erlaubt.

[Lg.01_021,54] So befördert ihr geistiges Leben im allgemeinen und im einzelnen, in fremder und in eigener Brust. Das Bewußtsein solcher Taten, denen die Barmliebe, die Geduld zugrunde liegt, gibt diese Ruhe, welche auch Ich Selbst als Mensch noch am Kreuze hatte, und warum Ich auch dort ausrufen konnte: „Verzeihe ihnen, o Herr, denn sie wissen nicht, was sie tun!“

[Lg.01_021,55] Die Höhe des göttlichen Selbstbewußtseins, die Mich dort zu diesem Ausruf veranlaßte, möge euch in seiner ganzen Tiefe einleuchten, wie hoch ein Mensch moralisch stehen kann, wenn er trotz Unbilden und Leiden noch, statt Vergeltung – Verzeihung erflehen kann!

[Lg.01_021,56] Dieses geistige Leben erfasset! Übet es im Kleinen, und es wird euch erheben, beseligen; denn was Ich als Mensch mit Meiner göttlichen Gewalt gegen Meine Mitmenschen war, das sollt ihr gegen eure Umgebung, ja gegen das letzte lebende Wesen sein, das heißt eifrige Beschützer des Schwachen und Verteidiger des Leidenden!

[Lg.01_021,57] So fasset Meine Lebensgeschichte auf! Und es werden Strahlen des Lichtes über euch sich verbreiten, die ihr, Mein Beispiel nachahmend, ebenfalls zur höchsten Seligkeit verwenden könnt, indem ihr um euch nur Gutes, nur Wohltaten verbreitet, euer eigenes Ich erhebt und Mir euch näher bringt, da ihr, in Meine Fußtapfen tretend, dasselbe tut, was Ich getan habe und stets tue, das heißt, daß ihr, eure Menschen- und Geistes-Würde wahrend, euch erhebt zu dem, was Ich aus euch machen möchte, nämlich zu Kindern eines ewigen Gottes und stets liebenden Vaters. Amen!


Lebensgeheimnisse / 21. Kapitel – Das Leben

 

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