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Vom Streit in der christlichen Kirche, besonders über die Versöhnungslehre 519

Administrator Beiträge: 10836 Forumgründer *****
Vom Streit in der christlichen Kirche, besonders über die Versöhnungslehre
« am: Oktober 25, 2012, 03:20:50 Nachmittag »
248.
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10. September 1881
Winke zur Versöhnungslehre


Liebe Kinder!

Es ist jetzt viel Streit unter den Christen wegen der wahren Religion, welche Ansichten wohl die geeignetsten seien, um die Seligkeit zu erlangen (siehe in Nr.3)
Die geistige Sonne, S. 39 - 52 - d.Hsg - ). Viele haben gar keinen (richtigen) Begriff von Seligkeit, sondern glauben, diese bestehe darin, daß alle Wünsche nach dem Tode befriedigt werden, während doch dieselben oft mit allem Recht in die untere Hölle gehören, weil sie oft einen unerbitterlichen Haß in sich tragen, und also um Rache bitten.
Solche Seelen freuen sich über das traurige Schicksal anderer, und wollen dann (doch dabei) mit einem Ruck in den Himmel eingehen, um dort selig leben zu können, während sie doch selbst alle Störungen am Frieden in sich tragen.
Für solche sind die verschiedenen Glaubens-Ansichten nur ein Deckmantel; denn sie ziehen alle Stellen aus der Heiligen Schrift hervor, welche sie passend finden, um ihre angewohnten Leidenschaften zu entschuldigen, hauptsächlich wird die (kirchliche) Versöhnungslehre ganz zu ihrem Vorteil angenommen und gedeutet.
Würden die Menschen bedenken, daß die Versöhnung dazu geschah, damit Ich als Gott wieder mit den Menschen verkehren kann, so müßte die erste und ernsteste Frage sich ihnen aufdrängen: "Wie weit verkehrst denn du mit deinem Gott", und viele müßten dann einsehen, daß anstatt eine Annäherung an Mich zu suchen, sie lieber Mich in den aller obersten Himmel wünschen, und sich damit entschuldigen, daß sie nicht würdig genug seien, Mir gegenüber es zu wagen und zu glauben, daß Ich als der Allgegenwärtige stets bereit bin, Mich mit ihnen zu unterreden und mit ihnen zu verkehren.
Viele, welche nicht gewohnt sind, selbst zu suchen, folgen blindlings der Vorschrift solcher Lehrer, die Mich so weit als möglich und so unnahbar als möglich verkünden, damit ihr Mittleramt desto gewichtiger in die Wage fällt.
Solch willenlosen Seelen, die sich ganz leiten lassen von andern Menschen, komme Ich oft auf wunderbare Weise zu Hilfe, weil ihr Wille keiner Widersetzung fähig ist, und sie ohne ihr Zutun ganz den Einflüssen des Bösen unterworfen werden könnten, und in solchen Fällen könnet ihr von ganz unglaublichen Sachen erzählen hören.
Oft haben solche Seelen Träume, von da an sie ihre Sinnesänderung datieren, oft Schrecken, oft Erscheinungen von ihren verstorbenen Anverwandten, die sie liebend warnen.
Es sind dies Tatsachen, die Meine Gnade zuläßt, obgleich sie der Unglaube verwirft, und darum war es in früheren Zeiten möglich, noch mehr Seelen zu retten, weil diese Gnadenmittel noch sehr wirksam waren; jetzt aber hat der Unglaube eine freche Stirne, welche allem Trotz bietet, was ihm nicht bequem ist für seine Zwecke, und so gewinnt die Natur über den Geist die Oberhand. ( 1. Mose 6, 3 ). Sehet, diese Zeit ist die "letzte Zeit" für das Menschengeschlecht! Viele tragen nur noch den Leib als menschliche Form; aber der geistige Adel, der den Leib zum geschickten Diener des Geistes veredeln will, der ist ihnen unbekannt, und durch den Unglauben sind auch die außergewöhnlichen Beweise für ihr geistiges Grundwesen und ihr ewiges Fortbestehen nicht mehr wirksam.
Darum ihr Lieben, erhebet euer Geistesauge, die ihr durch Meine Liebe und Zulassung andere Begriffe von Mir und euch habt, und helfet Mir als eurem Vater, Den die Liebe unfähig macht Seine Allmacht und Gerechtigkeit die Menschen immer gleich fühlen zu lassen, und wenn ihr Willens seid, Meine Kinder und Diener zu sein, so tuet nach Meinem Beispiele.
Zuerst lasset die Liebe in eurer Mission walten, und denket an das was Paulus von Mir schrieb: "Da er wohl hätte Freude haben können, erduldet Er das Kreuz, und nahm Knechts-Gestalt an und ward ein Mensch erfunden."
So, liebe Kinder, ließ Ich euch durch Meine Apostel deutlich sagen, wie Ich bei Meiner Mission Mich verhalten habe, und rufe nun auch euch als Gegenwärtige in eurer Mitte zu: "Gehet hin und tuet desgleichen!"

Amen!


J. Ladner, Vaterbriefe Band 2 / 248. Vom Streit in der christlichen Kirche, besonders über die Versöhnungslehre