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Stellen aus Matthäus (10, 34 – 38) und Lukas (14, 26 – 27) 481

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Stellen aus Matthäus (10, 34 – 38) und Lukas (14, 26 – 27)
« am: Oktober 26, 2012, 10:50:25 Vormittag »
Der Kampf gegen die Untugenden und Leidenschaften; Liebe zu Gott und der Welt; das gutwillige Tragen des Kreuzes im Leben.

1902, 30. Juni, Graz. Geistige Beleuchtung der angezogenen Stellen aus Matthäus (10, 34 – 38) und Lukas (14, 26 – 27), die materiell aufgefasst, einen Ärgernis erregenden Anstoß in der Bibel bildeten.


Die heutigen Menschen finden in Jesu Lehre des neuen Bundes manche Stellen, welche sie für reinen Unsinn anschauen und daher Jesu Mangel an Verständnis des menschlichen Lebens und seiner Bedürfnisse, sowie die Beschränktheit am logischen Denken vorwerfen, indem sie Ihm Unvollkommenheiten nachzuweisen bestrebt sind. Diese kritisierenden Bibelschmäher stoßen sich in dieser Richtung besonders an folgenden Stellen aus den Evangelisten Matthäus und Lukas:

2. Matthäus 10, 34 – 37: Ihr sollt nicht wähnen, daß Ich gekommen sei, Frieden auf die Erde zu bringen. Ich bin nicht gekommen Frieden zu bringen, sondern das Schwert.

3. Denn Ich bin gekommen, zu trennen den Menschen von seinem Vater, die Tochter von ihrer Mutter, die Schwiegertochter von ihrer Schwiegermutter.

4. Und des Menschen Feinde werden seine eigenen Hausgenossen sein.

5. Wer Vater oder Mutter mehr liebt als Mich, ist Meiner nicht wert; und wer Sohn oder Tochter mehr liebt als Mich, der ist Meiner nicht wert.

6. Lukas 14, 26: So jemand Mir nachfolgen will, und nicht entsagt seinem Vater, seiner Mutter, Weib und Kindern, Brüdern und Schwestern, ja sogar seinem eigenen Leben, der kann nicht Mein Jünger sein.

7. Matthäus 10, 38 und Lukas 14, 27: Und wer nicht sein Kreuz auf sich nimmt und Mir nachfolget, der ist Meiner nicht wert.


8. Nun machen wir uns auf und wollen diese Verse, welche materiell aufgefasst den grellsten Widerspruch zur göttlichen Weltordnung, wie sie seit den Tagen Adams her bestand, bilden, nach ihrem geistigen Inhalt prüfen und uns überzeugen, daß sie durchaus keinen Widerspruch, sondern die göttliche Wahrheit im geistigen Lichte in sich bergen. Daher wollen wir sogleich an deren geistige Lösung herantreten, wie sie Jesu, Der diese Verse sprach, verstand und Jesus von allen Menschen verstanden haben möchte.

9. Ihr sollet Christus nicht als Menschen betrachten, der wieder menschlich sprach, sondern als Lichtgeist oder die göttliche Weisheit, Deren Tiefen ihr nie ergründen werdet. Daher stoßet euch nicht in eurer Geistesfinsternis an Ihm, sondern an euch selber, daß ihr trotzdem, daß ihr Seine Kinder seid, doch so finster seid, wie die Mitternacht ohne Mondeslicht.

10. Ich weiß, daß ihr euch darüber aufhalten werdet und sagen: Ja, warum gibt uns Gott kein Licht, wenn Er Lichtgeist und die unendliche Weisheit in Gott ist? --- Darauf folgt euch die Antwort, daß es nicht Gottes Schuld ist, daß ihr finster seid, sondern eure eigene, weil ihr, statt Gottes Wege zu wandeln, lieber jene wandelt, welche euch die Weltphilosophen und unreife spiritistische Geister lehren.

11. Es ist nicht Gottes Aufgabe, euch dazu zu zwingen, nach Seinen Geboten und Lehren zu leben, sondern ihr müsset selber nachdenken und euch die Tugenden aneignen, mit welchen euch Jesus als göttliches Zentrallicht voranging. Denn nur diese sind geeignet, euch geistiges Licht zu schaffen, wenn ihr euch genau danach richtet und sie in die Tat der Gottes- und Nächstenliebe kehret. Nach dieser Vorbeleuchtung kommen wir zur Erklärung der angeführten Verse aus Matthäus und Lukas.


12. Jesus heißt beim Propheten Jesaja (9, 6 ) ein Fürst des Friedens. Nun frage ich euch: wie reimt sich das zusammen: Friedensfürst und Schwert? Das ist doch der offenbarste Widerspruch. Allein in Gott gibt es keine und darf es keine Widersprüche geben. Predigte Er nicht immer Liebe, Demut und Geduld? Sagte Er nicht Petro: Stecke dein Schwert in die Scheide? Das heißt: Töte nicht! Und steht es nicht in der Offenbarung Johannes: Wer mit dem Schwert tötet, der soll mit dem Schwerte getötet (Offbg. 13, 10) werden? Seht, das sind lauter Widersprüche, weil ihr die heilige Schrift, die ein geistiges Buch ist, nach materiellen Buchstaben ausdeutet, statt sie mit dem lichten Geiste ( Eph. 6, 17) zu erfassen.

13. Das Schwert, das Jesus, der Geist der göttlichen Liebe (Joh. I, 4, 8 – 16; Matth. 22, 37 – 40) und der Fürst des Friedens im Sinne hatte, ist das Schwert des geistigen Kampfes gegen den Satan im Fleische, der da ist allerlei Untugenden, böse Eigenschaften und Laster, die den Menschen fort und fort zur Sünde reizen und ziehen. Dieses Schwert, das da ist: das Fliehen vor der Sünde, das Beten zu Gott um Hilfe gegen die Anfechtungen, und wenn die Fleischgeister zu arg auftreten, das tatsächliche materielle Fasten, um das Ungestüme des Fleisches zu schwächen, ist euch anempfohlen und von Jesus durch Seine Lehre der Liebe Gottes auf die Erde gebracht worden, nicht aber das materielle Schwert, womit man den Fleischkörper tötet. Der Vers 34 des 10. Kapitels bei Matthäus ist somit erklärt, daher gehen wir zum Vers 35.

14. Hier heißt es: Jesus ist gekommen zu trennen den Menschen von seinem Vater, die Tochter von ihrer Mutter und die Schwiegertochter von ihrer Schwiegermutter.

15. Diese Verse materiell aufgefasst geben keinen vernünftigen Sinn, ja sie sind ganz widersinnig, so wie die nächstfolgenden gegen die Gottesweltordnung und der Menschen Verstand. Diese gewaltigen Widersprüche, verglichen mit anderen Lehren der göttlichen Liebe und Weisheit, die im neuen Bunde die Wahrheit Jesu bilden, sind geeignet lichte Geister der Vernunft auf das Raten und Prüfen zu führen, und zuletzt zur Lehre zu leiten: „bittet und es wird euch gegeben“. Paulus sagte wohl: Prüfet alles, das Gute behaltet; aber Jesus hat nie gesagt: Kritisieret, spöttelt und ziehet in den Kot, was euch nach eurer Weltvernunft nicht weise erscheint, --- sondern: Selig sind die Armen im Geiste, das heißt die Demütigen, denn ihrer ist das Himmelreich (Matth. 5, 3) das heißt: Erkennet eure Unwissenheit und Unfähigkeit und kommet demütigen Herzens zu Jesu um Erleuchtung, Antwort und Erklärung bittend, und sie wird euch zuteil werden. Nun gebe ich euch die Aufklärung:

16. Der Vater des Menschen, der hier gemeint ist, heißt in der Entsprechung „Hochmut der Verstandesweisheit“, er ist derselbe Teufel, von dem Jesus zu den Pharisäern sagte: „Der Teufel ist euer Vater, und die Wünsche eures Vaters möchtet ihr gerne vollziehen. Von Anfang war er ein Menschenmörder, und bestand nicht in der Wahrheit; denn in ihm ist keine Wahrheit. Wenn er lügt, so spricht er, was ihm recht eigen ist; denn er ist ein Lügner und ein Vater der Lügner. (Joh. 8, 44).

17. War es denn nicht recht, daß Jesus gekommen ist, durch Seine Lehren diesen Teufel von den Menschen zu trennen? Denn er ist der Vater der Lüge im Menschen und ist ein Teufel, der den Menschen in die geistige Finsternis der Hölle bringt.

18. Jetzt kommen wir zur Trennung der Tochter von ihrer Mutter. Was bedeutet hier Tochter und was Mutter? Die Tochter ist die „Weltweisheit“, die Mutter aber die „Verstandesweise Selbstsucht“, darum muß die Weisheit von ihrer Mutter getrennt und durch die Lehre der Liebe erzogen und selbst zur Liebe werden.

19. Und wer ist endlich die Schwiegertochter, die von der Schwiegermutter getrennt werden soll? Die Schwiegermutter ist die „Selbstliebe“ und diese gebar die Tochter namens „Begierde“. Diese Schwiegertochter muß von ihrer Schwiegermutter getrennt, und durch die Lehre der Nächstenliebe in die Barmherzigkeit und Selbstlosigkeit gekehrt werden, wodurch die Begierde der Selbstliebe sich verliert und in eine Menschen beglückende Tugend der christlichen Liebe sich verwandelt.

20. Im Vers 36 heißt es, daß des Menschen Feinde seine eigenen Hausgenossen sein werden. Und wer sind diese Hausgenossen? Diese Hausgenossen sind alle Untugenden und schlechten Eigenschaften, welche den Menschen vom Geistigen zur Materie ziehen, daher sind sie Feinde des Menschen, weil sie ihn in den Tod des Geistes ziehen, und ihn nach dem Leibestode in die Hölle bringen.

21. Vers. 37 sagt: Wer Vater oder Mutter mehr liebt als Mich, ist Meiner nicht wert; und wer Sohn oder Tochter mehr liebt als Mich, der ist Meiner nicht wert.

22. Wer also den Hochmut seiner Verstandesweisheit und die verstandesweise Selbstsucht mehr liebt als Jesum, der ist Seiner nicht wert; und wer die kluge Verstandesweisheit und die Weltweisheit mehr liebt als Jesum, der ist Seiner nicht wert.

23. Nun kommt Lukas (14, 26) an die Reihe, wo es heißt: So jemand Mir nachfolgen will und nicht entsagt seinem Vater, seiner Mutter, Weib und Kindern, Brüdern und Schwestern, ja sogar seinem eigenen Leben, der kann nicht Mein Jünger werden.

24. Dieser Vers bei Lukas besagt euch: Wer nicht entsagt seinem Hochmut, der Verstandesweisheit, seiner verstandesweisen Selbstsucht, seiner Fleischliebe und deren Gedankenbildern, seinen Klug- und Weisheiten, ja sogar seinem eigenen Leben in den angeführten Untugenden, der kann nicht Mein Kind werden.

25. Die letzte Forderung der Jesu Liebe an einen Menschen, der Sein Kind werden will, ist es: Daß er muß sein Kreuz, das Er ihm aufladet, aus Liebe zu Ihm willig tragen, damit er Seiner wert wird. Darum sagte Jesus: Kommet alle zu Mir, die ihr mühselig und beladen seid, Ich will euch erquicken. Denn wenn Jesus jemanden ein schweres Kreuz aufladet, so soll er nicht gegen Ihn murren, weil es für seine Heilung aufgeladen ist, damit er die Materie zu hassen anfange und zu Jesu im Gebete und Liebe komme und Ihn bitte, was ihm Not ist.

26. Hiermit sind alle schwierigen und ‚Anstoß erregenden Stellen beleuchtet und erklärt, und ihr ersehet daraus, daß es bloß geistige Entsprechungsbilder eurer Untugenden waren, die euch von nun an so viel Anstoß erregen sollten, daß ihr in die Gegentugenden übersiedeln könntet, welche heißen: Demut des Herzens zu Gott und dem Nächsten, --- selbstlose Barmherzigkeit, --- demütiger Glaube an Jesu Vaterworte, --- demütige Ergebenheit den göttlichen Geboten und Lehren, --- Keuschheit in der Tat und in Gedanken und Worten; --- kindliches Vertrauen und kritisierloses Entgegenkommen zu Jesu, --- und das Aufgeben aller Untugenden und schlechten weltlichen Eigenschaften und Laster, welche gegen Jesu Gebote und Lehren verstoßen.

27. Seht, diese Forderung stellte Jesus an jeden Menschen, der Sein Kind werden will, und so auch an euch, da ohne Befolgen Seiner Forderungen niemand zu Jesu in den Himmel kommen kann und wird. Amen!


Franz Schumi - Schrift Nr. 78 (1902)

 

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