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Die Gedankenwelt - Geheimnisse des geistigen Wesens Gottes 355

Administrator Beiträge: 10835 Forumgründer *****
Die Gedankenwelt - Geheimnisse des geistigen Wesens Gottes
« am: Mai 10, 2013, 11:05:14 Vormittag »
Die Gedankenwelt
Gottfried Mayerhofer, Lebensgeheimnisse, Kap.15


[Lg.01_015,01] Vieles habe Ich euch schon gesagt über Meine Schöpfung, Ich habe euch in die tiefsten Geheimnisse Meines geistigen Wesens so manche Blicke tun lassen, habe euch erklärt die Wechselwirkung zwischen Geist und Materie, Ich habe euch die Wichtigkeit und Notwendigkeit der großen Zentralsonnen so wie des kleinsten Infusionstierchens erklärt, habe euch bewiesen, wie alles zusammenhängt, wie es eine Kette bildet von Mir ausgehend bis zum letzten unauflösbaren Atom. Und doch fehlt noch die Haupterklärung zu allem diesem, der Anfangs- oder Grundstein, so wie der Schlußstein Meiner Schöpfung, Meines Ich und eurer selbst, und dieser Schlußstein oder erste Motor alles Daseienden, welcher der Urgrund von allem gewesen und stets sein wird, ist der Gedanke, von wo aus erst alle andern Fäden auslaufen. Dieser Gedanke, und die ganze Welt der Gedanken als nur geistige Faktoren, soll nun vor euren Augen entrollt werden wie ein großartiges Panorama, von wo ihr eine, aber nur geistige Übersicht gewinnen könnt über die ganze Schöpfung, über alles Dagewesene und noch Werdende!

[Lg.01_015,02] Denn ohne einen Gedanken wäre kein Geisterreich und keine materielle Welt entstanden oder erschaffen worden, ja wenn Ich euch Mein Wesen geistig vorstellen wollte, so müßte Ich euch Dasselbe unter dem Gedanken der Unendlichkeit vorstellen! Denn nur dieser Gedanke bezeichnet Mein Ich ganz, der Ich unendlich in Zeit, Raum und Macht bin!

[Lg.01_015,03] Wollt ihr euch in die frühesten Zeiten zurückversetzen, wo noch kein Stern am Firmamente glänzte und keine Sonne um die andere kreiste, damals, wo selbst das Geisterreich noch nicht geschaffen war, so ist es eben in jener Zeit, wo nur Mein Gedanke, Ich allein, wesete, leuchtete und existierte!

[Lg.01_015,04] Um Mich herum war alles finster, leblos und starr, nur Ich allein lebte, und eben als lebender, ewiger Gedanke leuchtete Ich bloß allein in der ganzen Schöpfung, oder besser gesagt, bloß Ich allein hatte das Bewußtsein des Seins, wo eben der Gedanke – Leben, und das Leben – Licht, als Erreger des Lebens allein vorhanden war.

[Lg.01_015,05] Sehet, dort bestand die Welt nur aus einem Wesen, Einem Gedanken im unendlichen Äther mit all seinen schlafenden Elementen, ausgedrückt durch das in ihm wohnende Zentrum, Mein Ich, belebt und wesend!

[Lg.01_015,06] Dort wußte nur Ich allein – Ich bin, Ich lebe; und wenn ihr diesen Zustand im mindesten begreifen wollt, so vergleichet ihn mit dem eurigen, wo ihr auch in der ganzen Schöpfung mit dem Bewußtsein ein abgeschlossenes Ganzes zu sein, mitten in derselben steht, und ein jeder sich bewußt ist, was heißen will: Ich bin, ich lebe.

[Lg.01_015,07] Ihr sagt: „Ich bin“ und doch tausend und tausend von andern verschiedenen Prozessen gehen in euch vor, ohne daß ihr es ahnt; ihr rufet aus: „Ich bin!“ und euer geistiges Seelen-Gewand, welches sich bis zum letzten Haargefäß-Nerv eurer Haut ausdehnt, umfaßt euer ganzes Ich, ohne daß ihr von der Ausdehnung oder Umspannung des menschlichen Körpers Notiz nehmt.

[Lg.01_015,08] So ist und war einst auch Mein Ich, Ich lebte, Mein ganzes Wesen umfaßte den unendlichen Äther, und nur einer Anregung von innen bedurfte es, um diese weit ausgedehnte, nie endende Außenseite Meines Ich zu belebender Tätigkeit anzuspornen!

[Lg.01_015,09] Also des Schaffens Erstes war der Gedanke; er war es, der vorerst Geistiges und dann Geistiges im Materiellen schuf.

[Lg.01_015,10] Ohne den Gedanken regte sich aus dem Zentrum, Meinem Ich, nichts! Und es war also die Gedankenwelt, welche, vorerst belebt in allen Einzelheiten ausgedrückt, Meinen außer Mich gestellten Geistern und Meiner materiellen Welt den Impuls gegeben hat zu werden, zu bestehen, sich zu erhalten und zu vervollkommnen.

[Lg.01_015,11] So müßt ihr auch überhaupt die Gedankenwelt als eine geistige, abstrakte Welt auffassen, wo eben sie (die Gedanken) die ersten Anreger, Verarbeiter und Erhalter alles dessen sind, was sichtbar und unsichtbar die geistige und materielle Welt heißt!

[Lg.01_015,12] Mein erster Gedanke also, als Ich die Welt erschuf und in dem Bewußtsein der Geister und lebenden Wesen Mein Eigenes sich widerspiegeln sehen wollte, wobei aber stets das Verhältnis blieb wie Licht zum Reflex, Mein erster Gedanke also war: „Es werde!“ und mit diesem wurde alles belebt, von Meinem Innern ausgehend bis zum letzten Atom; die Assimilation des Gleichgesinnten begann geistig wie später materiell; und was die Funktionen bewirken in eurem Körper bis in die kleinsten Lebensfasern, das war auch bei Mir der Fall, aus einem Gedanken des Werdens entwickelten sich die Millionen und Millionen Konsequenzen, als Folgen von Ursache und Wirkung, überall war der Gedanke das anregende Prinzip, und seine weitere Ausarbeitung der weitere Erfolg, woraus endlich aus einem Gedanken, von Mir als unendlichem Gott und Schöpfer gedacht, die große Geister-Familie und die große materielle Welt entstanden, welche so wie Ich ewig sind, und ebenso Meine Schöpfungsgedanken, auch ihr Gang vom Entstehen, Sich-Bilden und Vervollkommnen ebenfalls ewig oder unendlich, stets vorwärtsschreitend, einen Gedanken aus dem andern entwickelnd, ergänzend und fortleitend.

[Lg.01_015,13] Ich mußte euch alles dieses vorausschicken, damit ihr wenigstens von dem Gedanken, seinem geistigen Bereich und seiner Tragweite eine entfernte Idee bekommt, wie der Gedanke aus sich selbst sich herausbildend endlich eine Welt voll Gedanken erzeugen kann, und wie am Ende alles, was besteht, nur die sichtbare Überkleidung einer unsichtbaren geistigen Gedankenwelt ist.

[Lg.01_015,14] Ich mußte dies alles voraussenden; denn ihr seid gewöhnlich mit dem Begriff eines Wortes gleich fertig und haltet es nicht der Mühe wert, in dessen tiefere, geistige Fassung einzudringen. Denn vom Denken, vom Gedanken redet ihr oft, und zwar so gedankenlos, daß es erstaunlich ist, wie ihr intelligente Wesen, Abkömmlinge von einem geistigen Wesen wie Ich, solch oberflächliche Begriffe von dem haben könnt, was gerade euch als Bewohner zweier Welten hinstellt, das heißt einer unendlichen geistigen und einer ewig sich erneuernden materiellen Welt!

[Lg.01_015,15] Nachdem Ich nun euch erwiesen habe, daß der Gedanke die Hauptsache bei allem Geschaffenen ist, nachdem Ich euch erklärt habe, wie auch der weiter ausbildende Faktor ist, welcher, nachdem er sich selbst ausbildete, auf die ihn umschließende Materie geistigen Einfluß ausübt, so wollen wir von unserer geistigen Schöpfungssphäre zurückkehren in engere, euch näherstehende Kreise, die euch eher faßlich, eher begreiflich sind, weil sie teils euer Leben selbst berühren, teils sogar euer geistiges und materielles Leben ganz ausmachen, dasselbe formen, erhalten und vervollkommnen!

[Lg.01_015,16] Denn hier ist der Punkt, wo Ich euch aufmerksam mache, daß wie im großen Schöpfungsraum die Welten sich formten und ausbildeten durch den belebenden Gedanken, ebenso formt und bildet sich euer materielles irdisches Gewand oder der äußere Ausdruck in eurem Seelen-Menschen durch die Eigenheit der in ihm wohnenden Gedankenwelt, welche dann der Außenseite den Typus aufdrückt, wie dem Geistigen im Innern.

[Lg.01_015,17] So werdet ihr sehen, wie diese große Gedankenwelt eigentlich nur die wahre geistige Welt allein ist, nach welcher einst alles gerichtet und klassifiziert werden wird; denn der Gedanke war bei Mir das erste anregende Element, und so ist er auch in einem jeden lebenden Wesen der Faktor, welcher einst bemessen den hieraus entspringenden Handlungen und Taten ihren Voll- oder Nenn-Wert aufdrücken wird.

[Lg.01_015,18] Als Ich den ersten Gedanken zum Werden der ganzen sicht- und unsichtbaren Welt durch das „Es werde!“ in die weiten Räume hinausrief, da begann alles Meinem Wesen gemäß sich zu gestalten, und nachdem Ich als Gott unendlich, als Wesen nur die Liebe mit unendlicher Weisheit verbunden bin, nur Geistiges oder Materielles schaffen kann, welches Mir ähnlich ist, so waren also auch die Welten und selbst die Geister so geschaffen, wie sie dem Schöpfer der Liebe und Weisheit Selbst entsprechen konnten, das heißt, sie waren alle perfekt, ohne Fehler, nach göttlichen Gesetzen geregelt, sich zu erhalten, zu vervollkommnen und so Meinem großen Zweck als Schöpfer zu entsprechen.

[Lg.01_015,19] Was Ich in jener Zeit getan habe, und wie Meine Werke Meinem Ich als Schöpfer und ewigem Liebewesen entsprechen, ebenso ist auch bei euch als geistige Wesen euer äußerer Umriß das getreue Abbild des Innern; doch ist es bei euch der Fall, daß ihr voneinander nicht herunterlesen könnt, was in hieroglyphischen Buchstaben die Seele oft auf euer Antlitz gezeichnet hat, nur manchmal verrät das Auge als Spiegel der Seele, wie ihr es wohl nennt, was aus dem Innern hervorleuchtet, ob ihr es wollt oder nicht!

[Lg.01_015,20] Die Wissenschaft, welche einst ein eifriger Verfechter der Wahrheit und Liebe aufstellen wollte – die Physiognomik, ist eben zum Besten der Menschheit nicht weiter verfolgt worden, sonst würde es in der Welt ganz anders aussehen, wenn ein Mensch an dem andern ersehen könnte, welch Geistes Kind er ist!

[Lg.01_015,21] Wie aber dieses geschieht, auch das will Ich euch erklären, damit ihr seht, wie analog (ähnlich) in der ganzen Schöpfung alles ist, und was im Großen als stetiges Gesetz, auch im Kleinen das nämliche ist!

[Lg.01_015,22] Ich habe euch vorher gesagt, daß das Bewußtsein: ich lebe, die ganze menschliche Seele und mit ihr die irdisch-körperliche Außenseite erfüllt, in ebendem Maße, wie Mein ganzes großes All von Meinem göttlichen Lebensbewußtsein erfüllt, und dort der genaue Abdruck davon ist.

[Lg.01_015,23] Was nun in Meiner Schöpfung geschieht, wo alles nach Meinen göttlichen Gesetzen sich formend, nur Göttliches, Hehres, Schönes hervorbringen kann, da alle Schöpfungs-Elemente vom Zentrum, Meinem Ich, bis in die letzten Räume hinausgehend, überall wo nur noch eine Welt leuchten kann, überall die nämlichen Prinzipien verfolgend und alles Geschaffene der Ab- und Ausdruck Meines Ich in verschiedenen entsprechenden Bildern und Schöpfungen ist; ebenso ist es in euch die Gedankenwelt, welche ohne euer Zutun ebenfalls so verfährt, die verschiedenen Organe entweder mehr oder weniger ausbildet, welche zur Ausführung des Gedankens nötig sind, und zwar diese Ausführung durch entwickelten mechanischen Prozeß vollführt, wodurch die Haut oder sonst andere den einzelnen Organen naheliegende Überkleidungen dann getreu im Äußern abbilden und wiedergeben, was im innern Seelenmenschen die Lieblingsgedanken des Menschen sind.

[Lg.01_015,24] Durch die Gedanken oder Gedankenwelt wird der mechanische Lebensprozeß beschleunigt, aufgehalten oder gar zerstört: Je nachdem die Gedanken die Nerven anregen, ebenso die Wirkung der Nerven auf die Organe, welchen sie als Leiter dienen. Und so ist sogar Gesundheit, Krankheit oder selbst der Tod zunächst nicht Folge der Störung der Funktionen im menschlichen Körper, sondern der leichte unsichtbare Gedanke, welcher die Nerven vibrieren macht, die Ausscheidungsprozesse oder den Stoffwechsel beschleunigt, dieser ist der eigentliche Urheber entweder eines gesunden oder kranken, der Bildner eines schönen oder häßlichen Körpers, und da die meisten Leidenschaften als Resultate von mit Liebe gehegten Gedanken im Angesicht der Menschen ihre Spuren zurücklassen, so sind auch schöne und häßliche Gesichtsformen der Ausdruck des innern Seelenlebens.

[Lg.01_015,25] Ihr seht aus diesem leisen, aber fortdauernden Wirken eines geistigen Seelenlebens, welche Freuden, welche Leiden für den Menschen daraus entspringen, und wie sodann wieder gestörte Lebensfunktionen auf den Geist rückwirkend selbst jenen verdüstern, wo dann der Mensch die Welt, die Verhältnisse, sich selbst ganz anders beurteilt, als es wirklich der Fall sein sollte, und wovon dann die Folgen sind – Krankheit, Leiden, Starrheit, oder gar ein verfrühter Tod!

[Lg.01_015,26] Alles dieses entspringt aus der Gedankenwelt, welche insofern auf den Körper, und der Körper wieder auf den Geist rückwirkend, auch den Menschen zu andern Schlüssen, zu andern Handlungen bestimmt, die auch – weil alles eine geistige Kette ist – auf andere Menschen, Familien und Staaten einwirkt, wo die geistigen Resultate eine andere Wendung erfahren, besonders wenn machthabende Personen, geistig krank, Weh und Leiden über ganze Völker bringen, die alle nicht wissen, warum ihnen so geschieht, es ihnen auch nie in den Sinn kommen wird, daß eine Lieblingsidee eines Herrschers seine Gesundheit untergräbt, ihn zu andern Schlußfolgerungen zwingt, und so namenloses Elend verbreitet, wo dann gewöhnlich Mir die Schuld beigemessen wird, während Ich doch ganz und gar nichts dabei zu tun habe, als nur das wieder zum Guten zu benützen, was geistig und körperlich kranke Menschen Böses verursachen.

[Lg.01_015,27] Wenn ihr so die ganze unsichtbare Welt der Gedanken betrachtet, welch Hin- und Herwogen, welch reichhaltiger Stoff zum Guten und Bösen oft sich von einem einzigen Menschen auf Tausende und Millionen verbreitet, wie ein in ein stilles Wasser geworfener Stein Kreise und Kreise um sich bildet, bis diese Bewegung die Ruhe des Wassers unterbricht an fernen Stellen, wo die kleineren Bewohner dieser letzten Ufer nicht begreifen noch ahnen können, daß ein weit von ihnen oft aus Mutwillen geworfener Stein Ursache ist, daß ihre Wohnungen zerstört und ihre Jungen getötet werden.

[Lg.01_015,28] So ist das Gedankenmeer ein ewig wogendes, flutendes; in allen lebenden Wesen gären die Gedanken, steigen auf wie Luftblasen aus stehendem Wasser, alles denkt, fühlt, sucht sich seine Verhältnisse, sein Leben zu verbessern, alles baut, zerstört, versucht, gibt sich Mühe, vom Bekannten das Unbekannte zu entziffern. So ist also diese große Gedankenwelt eigentlich der Hauptfaktor Meiner Schöpfung, denn diese Welt ist wie die Meine unbegrenzt, ist ewig, und wenn es die Umstände begünstigen, unendlich!

[Lg.01_015,29] Daher trachtet wohl, diese geistige Welt der Gedanken im Zaume zu halten, trachtet nur so zu denken, wie es Meinen Kindern geziemt; denn der Gedanke ist der Bildner eurer Hülle diesseits und euer Abdruck für das Jenseits; dort kommt ihr an mit dem Resultat, welches die Gedanken auf eurer Erde zurückgelassen haben. Hier ist es euch und anderen verborgen; dort aber nicht; die Hülle von außen richtet sich nach dem Innern, und wie innen so der Ausdruck von außen. Dort herrscht keine Verstellung und dort gibt es kein Geheimnis vor andern, ein jeder sieht im andern die Gedanken, und gemäß ihnen den moralischen Wert oder Unwert des Individuums.

[Lg.01_015,30] Diese Gedankenwelt als geistiger Träger der Materie ist eben deswegen so mächtig, weil sie unermüdet Neues schafft, baut, zerstört, wechselt und ändert, und auf diese Art nichts isoliert für sich, sondern als Ganzes angesehen deswegen die größte Wichtigkeit hat, weil, wie die Umstände kommen mögen, aus dem leichten aufsteigenden und wieder sich verflüchtigenden Gedanken die Tat wird, deren Folgen dann nicht mehr in der Hand der Denkenden als einzelnen liegen, sondern der ganzen geistigen und materiellen Welt angehören.

[Lg.01_015,31] Man kann sich die Unendlichkeit nicht besser vorstellen als in dem Begriff einer Gedankenwelt; denn alle bekannten Geschwindigkeiten, alle Entfernungen und Zeiträume verschwinden gegen die Schnelle des Gedankens, gegen seine Macht und seine Wirkung, besonders wenn ersteres ihm verliehen und das zweite ihn begünstigt.

[Lg.01_015,32] So nehmet auch ihr, Meine Kinder, euch in acht, in dem großen Reiche der Gedankenwelt Meiner würdig zu wandeln, beschleicht euch ein nicht erlaubter Gedanke, so vertilgt oder überwachet ihn; denn vom Denken zum Werden ist ein kurzer Sprung, und die Folgen davon lasten auf euch als Urhebern des Gedankens!

[Lg.01_015,33] Schmeichelt euch nicht mit der Idee, „es waren ja nur Gedanken, bis zur Ausführung hat es seine geweisten Wege!“ Es ist nicht wahr, ihr betrügt euch selbst damit; denn wie Ich oben sagte, ist die Gelegenheit da, so wird der Gedanke zur Tat, welche, wenn auch bereut, doch nicht zu verwischen ist, sie steht als Faktum, als eine Denksäule auf eurem Lebensweg, deren ihr euch dann entweder freuen oder schämen mögt!

[Lg.01_015,34] Nicht umsonst habe Ich euch dieses Wort gegeben. Alles hat sein Warum, und auch hier liegt ein großes „Warum“ zugrunde, weil Ich nur zu sehr weiß, wie leicht ihr es mit dem Denken nehmt, und ihr gerade das für das Schwächste haltet, was eigentlich das Stärkste ist; denn der Gedanke ist eine geistige Potenz, und mit solchen Kräften ist nicht zu scherzen!

[Lg.01_015,35] Ich muß euch belehren und eure Gewissens-Waagschale noch zarter machen; denn ihr gehört für ewig Meinem Geister- und nur kurz dem materiellen Reiche an.

[Lg.01_015,36] Lernet selbst denken! Lernet logisch denken! Lernet moralisch denken! Diese drei Arten des Denkens müssen euch geläufig werden, dann werdet ihr die Zukunft leichter entziffern, die Gegenwart leichter beurteilen, euer geistiges Ich besser aufbauen und tüchtiger für das andere Leben vorbereiten können.

[Lg.01_015,37] Suchet in dem weltbewegten Meer der Gedanken von Millionen von Wesen das Steuer-Ruder eures geistigen Menschen nie zu verlieren; der Gedanke beglückt oder verdammt euch; dieses ist euer innerer Wert, der nur allein endgültig für jetzt und für immer ist.

[Lg.01_015,38] Was hilft's, wenn die Menschen euch vergöttern und ihr euch selbst der Schwäche, des Wankelmutes beschuldigen müßt, die Vergötterer werdet ihr einst ob ihres Wahns, und euer eigenes Ich bedauern müssen.

[Lg.01_015,39] Die Gedankenwelt, als Einschreibebuch eures eigenen Ich, ist das Vademecum (Führer), welches euch begleitet, ist euer Geleitschein hier und euer Paß für dort, wo sodann alles verzeichnet sein wird, was euch kenntlich macht und zu eurer weiteren Befähigung den Ausschlag geben wird!

[Lg.01_015,40] Suchet in eurem Lebensbuche weiße Blätter zu vermeiden, als Zeichen unbenutzter Zeit; suchet aber auch zu vermeiden, daß nicht auf jenen Blättern Gedanken aufgezeichnet stehen, deren ihr euch schämen müßtet, gelangten sie zu fremder Einsicht.

[Lg.01_015,41] Der Gedankenmensch ist eure lebendige Photographie, das Licht des Geistes malt sie; trachtet danach, daß sie gelungen ausfällt und euch zeigt, wie ihr sein sollt, wollt ihr einst „Meine Kinder“ genannt werden.

[Lg.01_015,42] Das materielle Sonnenlicht schont bei einem von einer Person abgenommenen Lichtbild keine Mängel, alle trägt es schonungslos auf das für dieses Licht empfängliche Papier; so auch Mein geistiges Wahrheits-Licht, auch dieses zeigt dem im Jenseits ankommenden Menschen die Gestalt auf, wie sein innerer Gedanken-Mensch es gebaut hat während des irdischen Lebens. Wohl dem, der aus dieser Gedanken-Prüfung gut hervorgeht, und außer einigen Makeln willenloser Fehler doch ein Bild darstellt, welches den Schönheits-, Liebe- und Weisheits-Regeln entspricht, welche Ich als ersten Gedanken in alle Welt und in alle Wesen gelegt habe!

[Lg.01_015,43] Soviel über diesen Gedanken. Erkennet und erwäget Meine Worte! Die Zeit, die alles verschlingende Zeit, raubt euch Minute um Minute, das Leben vergeht wie ein Traum, und ein Erwachen erwartet euch im ewigen Lichte Meiner Geisterwelt, wo Gedanken, unwägbare Dinge für dieses Leben, gewichtig in die Waagschale des moralischen Wertes fallen; da dort Geister Geistiges wägen, und einem jeden seine geistige Laufbahn von neuem bezeichnen!

[Lg.01_015,44] So sei euch dieses Wort gegeben, um euch von der Materie die Brücke zu zeigen, welche euch schon hier gegeben ist, um das Bürgerrecht einer Welt zu erringen, in welcher ihr einst gewesen seid, und in welche ihr wieder zurückkehren müßt! Einst gewesen, als göttliche Ableger Meines Schöpfungs-Gedankens, und bald dorthin zurückkehren sollt ihr als gereinigte Geistes-Menschen, euch stets mehr und mehr Mir und Meinen Geistern nähern! Amen!