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Über den jüngsten Tag, das Gericht und die Auferstehung des Fleisches 667

Administrator Beiträge: 10837 Forumgründer *****
Über den jüngsten Tag, das Gericht und die Auferstehung des Fleisches
« am: Mai 12, 2013, 11:18:02 Vormittag »
Das Wort Gottes - Die größte Bibliothek göttlicher Offenbarung / Martin Luther im Jenseits / 57. Über den jüngsten Tag, das Gericht und die Auferstehung des Fleisches

(Aufklärung über den jüngsten Tag und das Gericht. Blut und Fleisch werden das Himmelreich nicht erben. Langeweile und Kälte beim Warten im Grabe. Der Engel des letzten Posaunenschalls. Auferstehung des Fleisches. Christuslehre ist das geistige Licht, römische Dogmen sind die geistige Finsternis.)


Sogleich rief der Sprecher: „Brüder und Schwestern, kommet heraus aus den Gräbern zu einer religiösen Besprechung!“ Und sogleich entstiegen der Erde Kopf an Kopf eine Riesenmenge Geister samt ihren Bischöfen und Priestern und zogen zu uns heraus aus den Friedhofsmauern und lagerten sich uns gegenüber.

Als dies geschehen, trat Ich vor und sagte: „Die Priesterschaft soll vortreten!“ Dies geschah sogleich.

Darauf fragte Ich: „Ja, saget Mir, was wartet und hocket ihr in euren modernden Gräbern?“

Nun erwiderte Mir ein Bischof: „Unsere Lehre berichtet uns, dass am jüngsten Tag auf den Schall der Posaune des Engels alle Menschen in ihren Fleischleibern auferstehen und zum Gerichte gehen werden, die einen zum Leben im Himmel, die anderen zum Tode in die Hölle. Also wird der Herr Jesus die Lämmer und Böcke sondern und jedem seinen verdienten Lohn geben, daher warten und ruhen wir im Grabe bis dies erfolgen wird.“

„Freund!“, erwiderte Ich, „Da verstehst du den Paulus nicht. Es heißt doch ausdrücklich, dass Blut und Fleisch das Himmelreich nicht ererben werden. Sodann wartet ihr umsonst schon hunderte von Jahren. Es sind euch schon manche durchgegangen und haben ihr Ziel erreicht, aber die Mehrzahl hockt und wartet ruhig. Ich bin nun da, um euch ein Licht anzuzünden, wenn ihr Mich ruhig anhören wollt.“

Der Bischof erwiderte Mir: „Weißt du, Freund, wenn Du etwas Gescheites zu sagen weißt, so sage es uns nur. Denn es ist uns sehr langweilig, auch fühlen wir eine gewisse materielle Kälte und es wäre uns ganz recht, ein gutes Licht darüber zu bekommen, wie wir eigentlich daran sind. Also sage nur, was Du weißt, denn es steht uns frei, anzunehmen oder zu lassen, daher nur heraus mit der Aufklärung!“

„Da ihr gutmütigen Charakters seid, so will Ich euch sogleich erklären, wie die Worte Pauli an die Korinther zu fassen sind, nämlich: Der jüngste Tag ist jeder Tag, den du lebst, denn der vergangene ist der alte. Der jüngste Tag für deine Seele war aber derjenige, an dem du gestorben bist. Denn an diesem Tag vollzog sich eine Änderung in dir: Das Tageslicht hat sich in starke Abenddämmerung verwandelt, und das war schon ein Gericht, denn dadurch hast du deinen Lohn für deinen Glauben und deine Werke auf der Welt angetreten.
Siehe, dein Anzug ist grau und schmutzig, dein Wesen noch sehr materiell und daher spürst du materielle Kälte. Du bist sehr traurig und missvergnügt, auch mit der Speise steht es schlecht, du hungerst. Sage Mir, ob das nicht wahr ist und ob das dir kein Gericht ist?“

„Ja wahrlich,“ sagte der Bischof, „ich bin hier schlechter daran als der größte Arrestant auf der Welt, denn dieser bekommt sein Essen und eine Zelle, dass er sich nicht gar so gewaltig zu beklagen hat. Aber ich kann nur klagen und jammern über meine unerwartete Lage und es hilft alles nichts. Ich habe gebetet zu Gott, zu Maria, zu verschiedenen Heiligen, aber es half alles nichts. Daher habe ich aufgehört zu beten und trage ruhig mein Schicksal. Nun erzähle weiter!“

„Es ist gut, dass du erkennst, dass es nicht nach deiner Erwartung ausgefallen ist. Darum wird es dir leicht verständlich, woher das alles stammt, und so höre: Über den jüngsten Tag und das jüngste Gericht hast du genug Beweise, dass du schon die Folgen dieser beiden trägst. Der Engel mit dem Posaunenschall war eben dein letzter Aushauch, wo du vom irdischen zum geistigen Leben erwachtest, wobei wohl auch ein Todesengel dabei war, der die geistige Verbindung deiner Seele mit dem Fleischleibe trennte. Die Auferstehung des Fleisches sind deine guten und schlechten Werke, die du im Fleischleben getan. Diese folgten dir hierhin mit und sind nun dein Seelenkleid, das, wie du siehst, sehr traurig aussieht. Was sagst du nun zu dieser Aufklärung?“

„Ja, was soll ich sagen? Ob ich sie glaube, dass sie der Wahrheit entspricht oder nicht, so habe ich doch die traurigen Beweise davon an meinem Leibe zu tragen und so glaube ich, dass Du die Wahrheit gesprochen. Ich muss sie glauben: Ich sehe mich und meine ganze Gemeinde, samt Mitbischöfen und Priestern, dass es ihnen ebenso geht wie mir, ja, dass es manchem besser geht als mir, denn sein Kleid sieht doch viel schöner aus. Und wo man nichts verbergen kann, da spreche man lieber frei von der Leber weg. Vielleicht kann durch meine Aufrichtigkeit mir geholfen werden.“

Ich erwiderte darauf: „Wenn du und deine Amtskollegen nicht renitent werdet, wenn Ich euch die volle Wahrheit sagen werde, so kann euch noch geholfen werden, dass ihr in eine bedeutend bessere Lage gelangen werdet. Denn Ich bin ein hoher Geist und es ist Mir möglich, alles für euch zu tun, wenn ihr Mir glauben und nicht opponieren werdet.
Siehe, hier habe Ich eine bedeutende Gesellschaft. Ich hatte viel Mühe, sie ihres Irrtums zu überzeugen, nun aber sind sie wie Lämmer beisammen. Die echte Religion Jesu hat Römisch-Katholische, Protestanten und Juden zu einer Herde vereinigt. Und frage da die römischen Priester, ob sie das Wahre nicht hier gefunden und ob sie nicht glücklich sind.“

Sogleich traten die römisch-katholischen Priester vor und sagten: „Solange wir an den römischen Dogmen und Zeremonien festhielten, waren wir in einem solchen traurigen Zustand wie ihr. Schauet uns jetzt an! Unsere Kleider sind schon bedeutend lichter und schöner als eure und unsere Zustände sind höchst zufriedenstellend, und wir nehmen sichtbar an unserem geistigen Fortschritt zu. Tut auch ihr so wie wir und es wird euch allen gut gehen.“

Der Bischof fragte nun den Sprecher: „Ja, saget Mir, wie könnt ihr mit ketzerischen Protestanten und Juden zusammen harmonieren? Das ist doch gegen unsere römisch-katholische Religion.“

Allein dieser blieb ihm die Aufklärung nicht schuldig und sagte: „Siehe, ganz gut! Wir wissen, dass Christus, Petrus und alle Apostel Juden nach dem Fleische und Anzuge waren, daher werden wir durch die anwesenden Juden immer daran erinnert und so können wir die Juden ganz gut unter uns leiden. Was die Protestanten betrifft, so haben sie die Lehre der Apostel als ihre Glaubenslehre. Ist diese nicht richtig, dann lehrten auch Christus und die Apostel nicht richtig, und somit sind wir dann lauter Schwindler und Betrüger. Letzteres sind wir aber entschieden, solange wir nach den päpstlichen Menschensatzungen lehren und leben, weil wir in Christi Lehre das Licht, in Dogmen die Finsternis predigen. Und dass das wahr ist, beweist euch euer Seelenzustand, wovon du selber gebeichtet hast.

Durch die Lehre Christi des Neuen Testaments, auf welcher die protestantische Religion basiert und die eben die Lehre der Liebe, Demut und Duldsamkeit ist, können wir alle wie Brüder und Schwestern untereinander in bester Eintracht leben. Siehe die Diener unseres Anführers an! Sie sind schön wie Engel und gescheit und mächtig und hurtig, dass sich alles über sie wundert. Was erst, wenn du sie singen hören würdest? Ich sage dir, sie singen himmlisch schön. Wenn du erst wüsstest, wie mächtig unser Anführer ist, du würdest verstummen vor Ihm, doch wir wollen nicht vorgreifen und treten wieder ab.“