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Eindrücke der Materie auf Seele und Geist 324

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Eindrücke der Materie auf Seele und Geist
« am: Juli 12, 2013, 02:11:34 Nachmittag »
Erde und Mond, 43. Kapitel – Eindrücke der Materie auf Seele und Geist.

4. März 1847

[Er.01_043,01] Ihr möget die Tierwelt wie die Pflanzenwelt durchgehen, ja selbst die Mineralwelt nicht außer acht lassen, – und überall werdet ihr eine selbständige Intelligenz, neben dieser Intelligenz aber auch eine Nötigung finden. Diese selbständige Intelligenz läßt sich nicht nur aus dem verschiedenartigen eigenschaftlichen Charakter erkennen, sondern auch – was besonders für Psychologen wichtig ist – aus dem Eindrucke, den die verschiedenen Dinge und Sachen auf das menschliche Gemüt machen.

[Er.01_043,02] Auf wen kann der Eindruck gemacht werden? – Auf einen Menschen, und zwar allein nur auf die Seele und auf den Geist desselben.

[Er.01_043,03] Wie muß aber der Mensch eigenschaftlich beschaffen sein, damit er für Eindrücke aufnahmefähig ist?

[Er.01_043,04] Er muß lebendig und vollkommen intelligent sein; und damit auf ihn alles einen Eindruck machen kann, so muß er schon vorher alle Intelligenzen in sich, d. i. in seiner Seele vereinigen, – also er muß lebendig und komplett intelligent sein.

[Er.01_043,05] Frage: Wie kann aber dann eine tote Sache oder ein totes Ding auf den Menschen irgend einen Eindruck machen, da der Eindruck ja eine Wirkung ist? Wie kann aber ein totes Ding oder eine tote Sache wirken?

[Er.01_043,06] Wie kann ein totes Wesen in dem lebendigen Wesen sein ähnliches Ebenbild hervorrufen? Hieße das nicht das Leben foppen und für einen Narren halten, wenn man im Ernste so toll sein könnte zu behaupten, der Tod als ein Objekt kann sich aus dem Leben eines anderen Objektes wieder einen Tod erwecken?

[Er.01_043,07] Wenn aber von der Erweckung die Rede ist, wie kann da ein Tod erweckt werden, wenn er tot ist? Der Begriff „Tod“ setzt entweder eine gänzliche Wesenlosigkeit oder wenigstens eine vollkommene Wirkungslosigkeit eines Wesens voraus, was im Grunde eines und dasselbe ist; denn gar kein Wesen kann sicher auf niemand einen Eindruck machen, weil es gar nicht da ist, ebenso auch ein völlig wirkungsloses Wesen; denn würde solch ein Wesen auf jemand einen Eindruck machen können, da wäre es doch sicher nicht ganz wirkungslos, weil der Eindruck doch sicher eine Wirkung ist.

[Er.01_043,08] Aus dem geht aber hervor, daß all dasjenige, was auf die menschliche Seele irgend einen Eindruck macht, nicht tot, sondern insoweit intelligent lebendig sein muß, um in der lebendigen Seele sein gleichlebendiges Intelligenzspezifikum zu erregen und es als das ihm Ähnliche vor die Augen der Seele zu einer beschaulichen Vorstellung zu bringen, welche Vorstellung dann eben der obbezeichnete Eindruck ist, den irgend ein Ding oder eine Sache auf den Menschen gemacht hat. Aus dem aber geht auch noch hervor, daß es – was schon einige bessere Naturforscher schwachweg gefunden haben – in der Körperwelt selbst nirgends einen Tod gibt; sondern das, was der kurzsichtige Mensch „Tod“ nennt, ist nur ein Übergang von einer weniger intelligenten Form in eine höhere, wo die Intelligenzen schon vielfacher vereinigt sind.

[Er.01_043,09] Sicher bemächtigen sich des Menschen verschiedene Gefühle beim Anblicke von Steinmassen. „Ja, die Steine sind ja tot, –“ sagt man; „wie können sie dann in der lebendigen Seele ein Gefühl hervorrufen? Sollten etwa die toten Bilder in der Seele gleiche lebendige hervorrufen?“ – Eine solche Behauptung oder Mutmaßung wäre noch ums unvergleichliche dümmer, als so jemand behaupten wollte, daß, wenn man Samenkörner über einen ruhigen Wasserspiegel hielte, in dem sie sich abspiegelten, diese abgespiegelten Samenkörnerbilder im Wasser zu keimen anfangen werden und wahrscheinlich die Wurzeln in die Luft hinaustreiben und Früchte unter dem Wasserspiegel reifen lassen. Allein, dieses wäre nicht einmal so dumm; denn da wäre das Objekt, das sich im Wasserspiegel abspiegelt, nicht tot, und es wäre von ihm eher zu vermuten, daß es imstande wäre, durch sein Ebenbild im Wasser etwas Lebendiges seinesgleichen hervorzurufen, als daß ein vollkommen totes Objekt es vermöchte, in der lebendigen Seele eine lebendige Vorstellung zu erzeugen.

[Er.01_043,10] Steingruppen und Felsenmassen bewirken aber in der menschlichen Seele lebendige Gefühle, die manchmal voll Anmut, manchmal voll Begeisterung und voll Bewunderung sind. Sollte wohl der tote Stein diese lebendigen Gefühle hervorrufen können? – Da sage Ich auch: Wer Ohren hat, der höre, und wer Augen hat, der schaue, was der lebendige Geist zu dem lebendigen Geiste spricht!

[Er.01_043,11] Diese Steinmassen sind so gut wie der allerlebendigste Cherub aus der allmächtigen ewigen Kraft Gottes hervorgegangen. Wie könnte denn auch wohl das ewige Urleben alles Lebens sage „tote“ Steine erschaffen?!

[Er.01_043,12] Ich als der Urschöpfer kann wohl die endlose Fülle Meiner Ideen fixieren – also spricht der Herr – und kann die lebendigen Intelligenzen wie gleichsam einzelne Gedanken in der erscheinlichen Materie des Steines festhalten, sie nach und nach frei machen und in der Fülle und Herrlichkeit beschaulich Mir, dem Schöpfer, und denen, die aus Mir sind, vorführen, auf daß nicht alle endlose Fülle Meiner Ideen als wie ein ganzes unveränderliches Bild vor Meinen Augen schwebe; denn eben in dieser materiellen Schöpfung sperrt Sich der Schöpfer Selbst die zu endlose Ideenfülle ab und führt sie Sich durch das Freiwerden und Auflösen der Materie wieder wie einzelne Gedanken zu Seiner göttlichen Beschaulichkeit vor.

[Er.01_043,13] Wenn aber demnach der Schöpfer Seine Ideen und Gedanken, die sicher nicht tot sind, in der Erscheinlichkeit der Materie gewisserart wie der Buchbinder ein Buch eingebunden hat, so dürfte wohl auch in dem Steine Leben vorhanden sein, also eine große Menge Intelligenzen, welche sich in der lebendigen menschlichen Seele, die ihren lebendigen Teil davon schon genommen hat, wieder finden, um sich gewisserart als lebendig wieder in der Seele zu regenerieren.

[Er.01_043,14] Sehet, das ist die Charakteristik, die aus jedem Dinge oder aus jeder Sache in die lebendige Seele des Menschen hineinstrahlt, und diese Charakteristik rührt von den lebendigen intelligenten Kräften her, welche in der Materie festgehalten sind.

[Er.01_043,15] Diese Charakteristik beurkundet die freie Intelligenz, durch die ein jedes Ding in seiner Art einer oder mehrerer Fähigkeiten und Fertigkeiten gewisserart sich selbst bewußt ist. Neben dieser Charakteristik aber beurkundet sich auch eine Nötigung, wie z.B.: daß der Stein fest sein muß, die Pflanze unter dieser oder jener Gestalt wachsen und Früchte tragen muß, sowie das Tier in seiner Art das sein und tun muß, wozu es bestimmt ist. Diese Nötigung liegt nicht in der Materie, sondern das ist ein Werk der vollkommenen Geister, denen solches Geschäft gegeben ist.

[Er.01_043,16] Wie aber die Geister solches Geschäft hier in dieser Region verrichten, werden wir in der Folge durch gewisserart dramatische Darstellungen und Erzählungen so klar als nur immer möglich beleuchten.