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Die Liebe 247

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Die Liebe
« am: November 23, 2015, 07:46:57 Nachmittag »
Das Gesetz der Liebe ist die göttliche Ordnung; Dies ist die Wahrheit die uns frei macht vom Übel.


Empfangen vom Herrn durch G. Mayerhofer, am 28. März 1875

Schon mehreres sagte Ich dir über dieses Wortes Bedeutung und seine Tiefe. Beinahe in jedem Worte, das Ich euch gab, wird der Liebe Erwähnung getan, und doch hat noch keiner von euch – nicht der Anderen zu gedenken – es in seiner ganzen Fülle verstanden, was Liebe heißt, was sie ist, wie sie aufgefasst und wie sie praktisch ausgeübt werden soll; und so will Ich nun wieder einen Lichtstrahl Meiner Liebe zu euch senden, der euch über das Wesen der Liebe näheren Aufschluss geben und selbes näher beleuchten soll.
Sehet, Meine Kinder, „Liebe“, dieses Wort ist gleich ausgesprochen, und gewöhnlich wird dabei an nichts anderes gedacht, als an einen unklaren Begriff derselben, oder an die sinnliche oder geschlechtliche Liebe, wie ihr selbe auf eurer Erde kennt, sie ausübt, und leider nur zu sehr sie missdeutet und missbraucht.
Diese Liebe, wie sie bei euch gang und gebe ist, diese soll nicht der Inhalt dieses Wortes sein, sondern jene Liebe, welche Ich Selbst repräsentiere, welche Mein Ich ausmacht, welche der Grundton der ganzen Schöpfung ist, auf welcher alle Gesetze des Universums beruhen, und welche wohl oft in einzelnen Fällen als schwacher Lichtstrahl durch das dicke Gewebe eurer sinnlichen Natur hindurchleuchtet, und euch fühlen lässt, dass es noch eine ganz andere Stufe von Gefühlen gibt, die hier auf Erden nur geahnt, teilweise erfasst, aber nie ganz festgehalten werden können.
Diese Liebe, welche eine Haupteigenschaft Meines Ichs und gleichsam der Träger alles Geschaffenen ist, – diese Liebe hat keine Grenzen und kein Ende, ist in sich selbst stets die gleiche, beständige und ausdauernde, und es können nur durch den wahren Begriff von ihr die zwei Grundgesetze Meines geistigen Reiches erst verstanden und ausgeübt werden; denn – Liebe Gott über Alles – ist nur dann verständlich, wenn vorerst der Begriff „Gott“, und dann der Begriff „Liebe“ festgestellt ist; - ebenso das zweite Gesetz: Liebe deinen Nächsten wie dich selbst – nur dann erst verstanden und im wahren Sinn ausgeübt werden kann, wenn der
Begriff „Nächster“ und der Begriff „Liebe zu ihm“ in seine Grenzen eingerahmt ist.
Der Begriff „Gott“ ist bei euch Allen ein so verschiedener, dass es der Mühe wert ist, vorerst eigentlich diese Idee richtig aufzufassen, damit nicht irrige Vorstellungen zu falschen Schlüssen führen.
Sehet nun, Meine Kinder, um das Wort „Gott“und was es bedeutet, zu begreifen, müsset ihr von euren weltlichen, Ideen gänzlich abgehen: denn der Gedanke eines Gottes ohne Anfang und ohne Ende ist für ein endliches Wesen nicht fassbar. (2. Joh.: Der natürliche Mensch – nichts –, der Geist – Alles. –)
Ihr sollet aus dem Bestehenden nur den Schluss ziehen, dass über der Materie ein großes Geisterreich besteht, wo Gesetze walten, die in der Materie ihren sichtbaren Ausdruck finden, dass aber neben oder über dieser nicht wegzuleugnenden Tatsachen auch ein Gesetzgeber sein muss, der Alles so geregelt hat, dass menschliches Grübeln nie darüber zu einem fasslichen Resultate führen kann, weil eben die Gesetze göttlicher Natur, und das Urteilen darüber menschlichen Ursprunges ist.
Ferner könnt ihr aus der Materie wahrnehmen, dass wenn gleich in seine ursprünglichen Elemente aufgelöst, doch nichts sich in Nichts verwandeln lässt; daher die Materie anscheinend ebenso unverwüstbar ist, wie das Geistige in ihr keine Unsterblichkeit bei jedem Schritte beweist.
Aus diesem die unendliche Fortdauer und auch seinen nie gehabten Anfang bedingend – erhellt, dass die Gottes-Idee nur eine geahnte, aber wohl nie eine ganz begriffene werden kann, weil unüberschreitbare Grenzen im Denk- und Fassungs-Vermögen dieselbe beschränken.
Wenn sich nun die Idee eines Gottes festgestellt hat, so ist natürlich die zweite Frage: welche Eigenschaften hat Er, oder wird Er wohl haben, soweit selbe den geschaffenen Wesen begreifbar und fassbar sind, und so weit selbe selbst in der sichtbaren Materie sich überall ausgedrückt finden?
Nun, hier stoßen die aufmerksamen Beobachter bei ihrem Forschen überall auf eine gewisse väterliche Fürsorge (Theleologie) welche Alles bedacht, Alles so geordnet hat, dass neben dem Bedürfnisse des Hungers die Sättigungsmittel, neben der Furcht vor Gefahr die Rettungsmittel sich vorfinden, was ganz natürlich auf die Eigenschaften hinführt, wie selbst der Mensch in seinem engeren Beisammenleben sowohl, als wie auch im Tierleben die väterliche Vorsorge vorfindet, deren Grundbasis eben keine andere sein kann, als „Liebe“, d.h. Liebe zu seinen Kindern, die bei einem Schöpfer des Universums als Liebe zu allem Erschaffenen ebenfalls ihren Ausdruck findet und da sein musste, ehe selbst die Welten erschaffen wurden, da der Gedanke des Erschaffens doch dem Akte selbst vorausgehen musste. Nun sind wir wieder bei dem eigentlichen Worte „Liebe“ angekommen, welches der Zweck dieser Belehrung sein soll.
Die Frage ist also: „Wie ist denn diese Liebe beschaffen, welche das ganze sicht- und unsichtbare Reich des Wesenden erschaffen konnte, und zwar so, wie wir die materielle Schöpfung sehen, und die geistige teilweise ahnen?“
Diese Liebe also euch zu erklären, muss Ich aus Beispielen der sichtbaren Natur oder aus dem Materiellen das Geistige erklären, damit es euch fasslicher wird, und ihr euch leichter auf diesen Standpunkt erheben könnet, von wo aus diese große Übersicht über alles Geschaffene möglich ist.
Wenn ihr die Natur betrachtet, so wird euch die Ordnung auffallen, dass nirgends ein Sprung, sondern überall nur ein sanfter Übergang von Stufe zu Stufe, von einem Ding zum andern ist, und dieses allein schon beweist euch den ersten Hauptpunkt der Liebe, wo sie sich
zeigt, das heißt: Die Sanftmut! –
Die Liebe, die mit der Weisheit verbunden ein ewiges Fortschreiten, ein ewiges Steigen von Gefühl zu Gefühl bedingt, diese Liebe will, eben weil sie eine allgemeine, allumfassende ist dass jeder Übergang ein sanfter sei; weil Liebe nur liebend den Weg, zum Fortschritt bezeichnet, und höchstens strengrichterlicher Ernst große Gegensätze aneinander reihen würde, um seinen Zweck (vermeintlich) zu erreichen.
So entwickelten sich die Welten nach und nach aus der Dunstform bis zum festen Körper, und bis zum Aufenthalte lebender Wesen. – Wenn ihr auch auf eurer Erde selbst die Spuren großer Revolutionen der Massen auffinden könnet, so sind diese Revolutionen doch nur nach und nach vorbereitet worden, so zwar, dass selbst die letzte große Umwälzungs­Epoche nicht so fürchterlich war, als es euch scheint.
Selbst bei dem wie grausam scheinenden Tode mancher Tiere, Anderen zur Nahrung dienen müssen, ist der Tod nicht so grausam, wie ihr es glaubt, erstens weil das Tier den Tod selbst nicht kennt, sondern nur dem Schmerz entfliehen will, und zweitens weil bis zum Aufzehren schon Bewusstlosigkeit eingetreten ist. Ja manche Tiere haben selbst in ihren Zerstörungswaffen eine Art Gift, aber nur für ihre Beute, die selbe bei erster Berührung schon bewusstlos macht, wo der Verlauf des Aufgehens in andere Organismen dann willen- und schmerzlos vorübergeht (trotz erscheinlich schmerzhafter Zuckungen).
Sanftmut ist ein großes Prinzip der Liebe, weil Liebe nichts Böses, nichts Hartes will, und deswegen könnt ihr selbst in anderen Gegenständen bemerken, wie z.B.in den Farben des Regenbogens dieselben sanft in einander übergehen, wie die Töne der Harmonie sich sanft verschmelzen, das Herz und das Gefühl langsam von Stufe zu Stufe höher ziehend, – und wie eurem Einschlafen, selbst der Tod bei dem sich selbstbewussten Menschen langsam denselben ins Geisterreich hinüber führt, wo er seine Laufbahn als Geist so antreten wird, wie er selbe als Mensch geendet hat.
Dieser Sanftmut ist aber noch beigesellt die (Liebe-) Sorge für das geistige und leibliche Wohl, wodurch gesorgt ist, dass das Tier instinktiv seine Nahrung findet, die zugleich als Vorbereitung zu seinem Übergange in höhere Stufen dient; bei dem Menschen sind es seine Vernunft und sein Verstand, die ihm erfinden und entdecken helfen, was zu seinem zeitlichen Leben nötig ist, damit er sich dann mehr dem Geistigen hingeben könne.
Die Liebe hat neben diesen Eigenschaften auch noch die Eigenschaft der Beständigkeit. Alles, was die Liebe schuf, schuf sie so, dass der Akt des Schaffens nur einmal nötig war, und später die Erhaltung desselben bedingt schon in den Keimen lag, welche jedes Ding oder Wesen als das charakterisierte, was es sein oder einst werden sollte! –
So sehet ihr in der ganzen Schöpfung, wohin immer euer Auge blickt, oder euer forschender Geist dringt, dass Liebe der erste Grundgedanke, und zwar Liebe für Alles im gleichen Masse war, welche den großen Welten-Sonnen ihre Bahn ebenso gut bezeichnete, wie dem kleinsten Wurme seine Wege, welche er durchlaufen muss, um als Wurm seine Mission zu erfüllen, und als Nährmittel einem anderen Tiere zu seinem Bestande als Grundlage zu dienen.
So ist Meine Liebe eine allgemeine, eine allumfassende, sie kennt keinen Unterschied, kein Rang- und Geburts-Verhältnis, gerade entgegengesetzt euren Ansichten. Meine Liebe schuf Welten und Wesen, nicht aber, um über sie zu herrschen, der Herrsch-Gedanke lag Mir ferne, sondern Meine Liebe schuf Wesen, um von diesen Wesen ihre eigene Liebe – je nach dem Masse der Einsicht – wieder zurück zu erhalten.
Meine Liebe schuf Alles, um aus dem Erschaffenen durch Erkenntnis desselben den mit Geist begabten Menschen ihre Liebe wieder zu gewinnen, damit sie auf allen Welten und Sonnen durch das Geschaffene den Schöpfer vorerst erkennen, und dann Ihn lieben lernen sollen, da die Liebe nur Gegenliebe, nicht aber sklavisches Beugen vor der Macht will.
Meine Liebe schuf alle Geister und Menschen frei, mit freiem Willen, weil ungezwungen sie zurückkehren sollten zu Mir, von Dem sie ausgegangen waren. – Meine Liebe hält daher auch das Banner der Sanftmut und der Duldung fest, weil eben, was frei geschaffen wurde, auch irren kann; allein eben durch das Fehlen kann und muss es erst seine eigene Würde selbstständig wieder gewinnen, da die Liebe als Gottes-Geist nur vergeistigte selbständige Wesen um Sich haben will, die sich ihren Sieg errungen haben, denen nicht im Schlafe alle Seligkeiten zu Teil werden sollten, ohne Mühe und ohne Kampf (und somit auch ohne Sieges-Bewusstsein).
So war und ist Meine Liebe die Liebe einer Vaters, der Seine Kinder liebt, ihnen aber auch verzeiht, wenn sie unwissend oft gegen die Gesetze ihres liebenden Vaters fehlten. –
Dieses Alles ließ Ich euch schreiben, damit ihr von eurem Kastengeiste abweichen sollet, und nicht ein Jeder glaube, er sei etwas Besseres als ein Anderer, dem Geburt und Verhältnisse eine untergeordnete Stellung eingeräumt haben. – –
Mich als Gott kann man nur dann von ganzem Herzen lieben, wenn man Meine Eigenschaften begriffen, und in Meiner sichtbaren Natur nur diejenigen Eigenschaften ausgedrückt findet, die eines Gottes würdig sind.
Nur dann kann der Mensch Gott über Alles lieben, wenn er erfasst hat, wie hoch Gott über alles Geschaffene erhaben eben jene Eigenschaften repräsentiert, die den höchsten Geistesadel Ausmachen, und wo ein stetes Annähern wohl, aber ein Erreichen nie möglich ist. (Assyntoten. Liebe und Demut.)
Was die Nächstenliebe betrifft, so entspringt selbe vorerst aus der Gottesliebe, und führt ebenfalls wieder zur ersteren zurück; denn nur wer – erstens den Begriff „wer sein Nächster ist“, und zweitens – wie weit die Selbstliebe als Maßstab zur Nächstenliebe dienen soll – ganz aufgefasst, nur der kann sodann den Nächsten wie sich selbst lieben, und indirekt durch diese Liebe seinem Gott beweisen, dass er die Gesetze der Liebe begriffen und eben Gott zu Liebe die Nächstenliebe im vollsten Maße frei ausüben will. –
Schon oben habe Ich euch gezeigt, wie Herrschgedanken Mir stets ferne waren und sind, und eben dieser Nachweis führt zur Nächstenliebe; denn wenn ihr alle Menschen als Brüder und Schwestern erkennet, wie Ich selbe als Meine Kinder betrachte, nur dann tritt auch in eurem Herzen die Sanftmut und die Duldung auf, indem ihr erstens die Fehler Anderer leichter beurteilet, und zweites – indem ihr dem Nächsten nichts als nur Gutes erweisen wollet; denn Liebe im Großen wie im im Einzelnen will nur beglücken, und nie beschämen, wenn sie auch das Recht dazu hätte.
So muss die Nächstenliebe die Leiter sein, auf welcher der Mensch emporklimmend zur Gottesliebe gelangt; wie es Gott als Herr des Weltalls verdient, und auch verlangen kann, um so mehr, da selbst auf eurer kleinen Erde geschichtliche Beweise vorliegen, was Er persönlich für euch Menschen sowohl, als wie wie für Sein ganzes Geisterreich getan hat.
Zu dieser Liebe müsset ihr euch Alle aufschwingen können, zu der Ich euch während Meines Lebenswandels Beweise genug geliefert habe, wie selbe allgemein, die ganze Menschheit umfassend, Keinen über und Keinen unter Mir erkannte, sondern Allen Alles sein wollte, Vater, Bruder, Sohn! –
So müsset ihr die Worte verstehen, wo Ich sagte: „Liebet auch eure Feinde“, – oder: „wenn Jemand von euch den Rock will, dem gebet auch den Mantel“ (dazu), – oder wie Ich noch am Kreuz rief: „Vater, verzeih ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun!“. –
Diese allgemeine Liebe gegen alles Erschaffene muss euch durchglühen, wollet ihr Meine Kinder werden, und eure Selbstliebe, die als Maßstab der Nächstenliebe von Mir hingestellt ist, soll so eingerichtet sein, dass ihr für euch selbst nichts wollet, als was gerecht und eure menschliche Würde nicht verletzt; denn nur das Gute sollet ihr dem Nächsten angedeihen lassen, nicht aber eine Affenliebe für den Körper z.B. auch auf Andere übertragen wollen, was der Fehler von so vielen Müttern ist, welche dadurch ihre Kinder verziehen und nur Schlechtes statt Gutes damit anrichten.
Erhaben über alle kleinen Rang- und Geburtsunterschiede, erhaben über alle menschlichen Schwächen, – der Meinigen gleich, soll eure Liebe stets nur darauf bedacht sein, Gutes zu tun, Leiden zu lindern, zu trösten und zu helfen, ebenso wie Ich – neben Meinem großen Geisterreiche und den Weltkomplexen – nicht das kleinste Tier vergesse, sondern der nehmliche Schöpfer und liebende Vater dem größten Engelsgeiste und dem kleinsten Wurme bin.
So, erhaben über die menschlichen Vorurteile, soll eure Liebe Grad für Grad zu Mir empor steigen, euren eigenen Geist und eure Seele veredelnd, die Nächstenliebe im rein geistigen Sinne ausüben; denn so ausgeübt ist sie die wahre Gottesliebe, wie sie von Allen gefühlt und aufgefasst werden sollte. –
Wohl gibt es Augenblicke in eurem Prüfungsleben, wo ihr einen Strahl jener kosmopolitischen Liebe fühlet, jedoch nur auf kurze Zeit, wenn ein großer Gedanke des allgemeinen Wohles der Menschheit euch durchzuckt: und so manche angenehme Stunde verlebet ihr, wenn ihr, nachdem ihr einen geliebten Gegenstand gesunden, selbem Alles geben wollet, Blut und Leben, wo ihr eure ganze Habe zu seinen Füßen legen möchtet, nur um mit einem Liebesblicke dafür belohnt zu werden!
Sehet, solchen Wonne-Momenten liegt diese große Liebe zu Grunde, die Mich bewog, das große Universum zu schaffen, es mit Liebe- und Lebenfühlenden Wesen zu bevölkern, die aber ebenfalls – aus Liebe erschaffen – nur durch das Band der Liebe einander entgegenkommen und an einander gekettet sein sollen.
Solche Momente sind Strahlen jener Nächstenliebe, wie Ich sie gegen Alles fühle, wie sie nie wankt, und stets die gleiche ist, weil eben Derjenige, der wahrhaft und geistig liebt, wie Ich, auch Mir ebenfalls Mein Bruder, Mein Nächster ist!
Die Innigkeit solcher Liebe ist es nur, die euch zu erhalten schwer fällt weil stets wieder irdische, soziale Verhältnisse euren geistigen Blick trüben, und daher gelingt es euch nur auf Momente, Gefühle festzuhalten, die einst ganz in euer Herz gelegt waren, um dort bleibend Wohnung zu nehmen. –
Der Mensch, wie Ich ihn schuf, war ein ganz anderer, als wie ihr jetzt seid; – ihm gehorchte die ganze Natur, er kante bloß das Regiment der Liebe, und Hass sollte ferne von ihm bleiben; allein ein Gebot stellte Ich ihm als Probe seines Gehorsames, und dieses eine Gebot, er hielt es nicht; verjagte sich selbst aus dem Paradiese der allgemeinen Liebe, und musste sich dann zumeist nur mit der geschlechtlichen sinnlichen Liebe zufrieden stellen, welche ihn nach und nach so herabzog, dass er auf den Standpunkt herunterkam, auf dem ihr jetzt ihn sehet, wo er schon alles Heilige, allen Geistige abgestreift, nur mehr den tierischen Bedürfnissen als den geistigen seines Ichs nachjagt. –
Und was wird er in der andern Welt sein, wenn er diese verlassen muss? – Die Antwort ist sehr leicht und heißt:
„Das, zu was er sich hier gemacht hat.“
Deswegen „erhebt euch“ – Manche von euch stehen schon am Rande ihres Lebens, – kurz ist die Zeit, die noch übrig bleibt, zu verbessern, was Jahre vergeudet haben, – die Zeit, sie steht nicht still, sie flieht, mit jedem Pulsschlag geht eine Sekunde in die Ewigkeit hinüber, von wo sie nimmer zurückkehrt, und euch auch nie mehr zurückbringt, was ihr in dieser Minute oder Sekunde getan oder versäumt habt! – Beachtet es wohl, es sind gewichtige Worte die Ich zu euch rede, – erhebet euch von euren angeborenen Irrtümern der Ungleichheit, des Rangstreites und des Herrschenwollens: – erhebet euch auf den Standpunkt, wo Ich stehe als Meister, umgeben von seligen Engelsgeistern, die Alle Mich preisen, Mich lieben und Mir Hosianna singen, eben weil Ich Der bin, der Ich sein muss, d.h. der liebende Vater, Der nur aus Liebe Welt und Geisterreich geschaffen hat, um Liebe wieder zu ernten, aber nicht einseitige Liebe; auch nicht bloß in einzelnen Momenten der Begeisterung, sondern stete, konstante Liebe, die stets Meine eigene als Ideal im Auge hat, und so sich Meinem Throne nähern kann, wo – wie Ich einst sagte – Seligkeiten für Jene aufbewahrt sind, die keines Menschen Auge je gesehen, noch keines Mensch Ohr je gehört hat.
Dieses ist der Zweck dieses Wortes, euch aus eurem Taumel zu wecken, damit ihr nicht glaubet, wenn ihr etwa einem Armen von eurem Überflusse gegeben, ihr dann schon weiß Gott was für ein großes Opfer gebracht habt; dieses ist noch lange keine Nächsten- noch Gottes-Liebe.
Meine Nächsten-Liebe steht noch bei weitem höher, denn sie dehnt sich auch auf die unter Mir stehenden nicht vernünftigen Wesen aus.
Seid gegen Tiere ebenso sanft und geduldig, wie gegen eure Nächsten; denn wisset, dort, wo keine polizeilichen Gesetze euch verfolgen, dort, wo ihr frei und ohne Zwang handeln könnet, dort zeigt sich, wessen Geistes Kinder ihr seid!
Gegen die Gesetze der Regierung sündigt ihr nicht, weil ihr die plötzliche Strafe fürchtet; aber gegen Meine Liebesgesetze waget ihr hundert- und tausendmal zu sündigen, weil ihr Mich nicht sehet, weil Ich nicht gleich als strafender Richter auftrete und euch züchtige, eben weit Ich der Gott der Liebe bin und nicht der des Zornes; aber am meisten strafet ihr euch durch solches Gebaren selbst, indem ihr eure Seele und euren Geist in den Schlamm der Leidenschaften herunterziehet und euch oft unvernünftigen Tieren gleich stellt, während ihr doch mit ganz andern Eigenschaften ausgerüstet, als Herr der sichtbaren Welt, anders euch benehmen solltet, um auch würdige Bürger Meiner geistigen Welt, und nebenbei noch Meine Kinder zu werden.
Letzteres ist nicht so leicht erkauft, wie ihr glaubet, – dazu gehört, wie Ich es Selbst gezeigt habe, Aufopferungssinn, ein großes Humanitäts-Gefühl, und ein steter Hinblick auf Den, Der euch Dieses und schon Vieles gab, um euch zu dem zu stempeln, was ihr doch Alle gern sein und werden möchtet, d.h. Meine Kinder!
Soll Ich aber Jemandem diesen Titel verleihen, so muss er doch wenigstens teilweise Meine Eigenschaften anstreben, und sich selbe eigen machen, so viel es ihm während seiner kurzen Lebensreife möglich ist, damit Ich dann, wenn er im Geisterreiche angekommen, ihm hilfreiche Hand bieten und das weitere Fortschreiten möglich machen kann. –
Gesetze der Liebe habe Ich eingesetzt in der ganzen Welt, nach welchen Alles geschaffen wurde, Alles besteht, sich erhält und vervollkommnet; Gesetze der Liebe sind es, welche euch Menschen veredeln, vergeistigen und Mir näher führen können; diese Gesetze sind unwandelbar, wie Ich Selbst; wer dagegen fehlt, straft sich nur selbst, indem er sich das Vorwärtsschreiten erschwert, in Verhältnisse kommt, die nicht immer die angenehmsten sind: und ebendeswegen will Ich als liebender Vater euch im Voraus den Weg zeigen, und so euch manche Mühe und Arbeit ersparen, damit euch diese Gesetze keine Zwangs-Gesetze werden sollten, sondern damit ihr spielend und genießend den Pfad gehen sollet, den Ich Allen bestimmt habe, die Mich, Meine Schöpfung und Meine Liebes-Gesetze begreifen und auffassen gelernt haben!
Amen!