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Die wahre Heimat 87

Moderatorin Beiträge: 1352 ***
Die wahre Heimat
« am: Januar 05, 2020, 06:35:24 Vormittag »
Ankunft im ewigen Morgen

Beschränktheit der göttlichen Allmacht bei Erziehung des menschlichen Gemüts

[GS.01_059,01] Ihr fraget hier wohl, ob wir uns diesem Zuge noch weiter anschließen sollen. Ich sage euch, auch dieses ist notwendig. Ihr müsset dieses ebenfalls vom Anfange an bis zum Ende sehen. Denn jetzt ist unsere Gesellschaft überaus selig überrascht und ist von der Liebe des Herrn zu sehr gefangengenommen. Erst am rechten Orte und an rechter Stelle wird diese erste Aufwallung des Liebegefühls geordnet werden, und da auch wird sich unser Hauptredner bei der besten Quelle noch um so manches erkundigen.

[GS.01_059,02] Denn solches ist namentlich allen besseren römischen Katholiken eigen, daß sie aus dem Grunde überaus lichtdurstig im Reiche der Geister und somit auch jetzt in dem wahren Himmel anlangen; daher sie auch tausend Fragen für eine haben, um sich in all ihren Winkeln Licht zu verschaffen, welche bei ihrem Leibesleben stets in großer Finsternis gehalten worden sind.

[GS.01_059,03] Sehet, wir sind dem rechten Platze schon ziemlich nahe. Unser wohlbekanntes Kleinhügelland lächelt uns schon wieder entgegen, und die Sonne des Himmels steht hier gar nieder und leuchtet ein wunderherrliches rötliches Licht, auch unsere Gesellschaft bemerkt solches und verwundert sich über die Einfachheit dieser vor ihnen liegenden Gegend.

[GS.01_059,04] Nun, da ist ja das uns bekannte Häuschen, und auch seine Bewohner sind uns schon bekannt. Sehet, wie sie liebefreundlichst und voll der höchsten Wonne dem Vater und der ganzen Ihm folgenden Gesellschaft entgegeneilen.

[GS.01_059,05] Der Vater empfängt sie ebenfalls mit offenen Armen und spricht zu ihnen: Sehet her, um wie vieles Ich schon wieder reicher geworden bin! Jeder Arbeiter ist seines Lohnes wert; sehet, also habe auch Ich gearbeitet und bringe Meinen Lohn mit Mir. Neue Brüder und neue Schwestern bringe Ich hierher, und sie sollen so wie ihr um Mich sein, damit Mein Wort erfüllt werde ewig, welches lautet: „Wo Ich bin, da sollen auch Meine Diener sein; und die Mich lieben, sollen bei Mir wohnen!“

[GS.01_059,06] Hier wendet Sich der Herr zu unserem früheren Hauptredner und sagt zu ihm: Nun, Mein geliebter Freund, Bruder und Sohn! Siehe, dahier ist so Mein Plätzchen; wie gefällt es dir? – Unser Hauptredner faßt sich und spricht: O Herr! Wie kannst Du mich um so etwas fragen? Da könnte ich wohl eher fragen, wie es Dir hier gefällt? Denn was mich betrifft, so wird es mir dort wohl ewig am allerbesten gefallen, wo Du bist und wohnst, und wo es Dir am allerbesten gefällt.

[GS.01_059,07] Wahrlich, hier sieht es ja nahe also aus, wie es bei uns armen Landleuten auf der Erde ausgesehen hat. Und was für eine herrliche Aussicht man da genießt! Da unten diese endlos weit gedehnte Ebene, mit welcher unaussprechlichen Pracht ist sie geziert! Städte und ungeheuer prachtvolle Paläste gibt es ja in einer ganz unfaßbaren Unzahl; und dieses herrliche Hügelland mit den niedlichen kleinen Wohnhäusern scheint dort nach vorwärts hin auch ewig kein Ende nehmen zu wollen.

[GS.01_059,08] Wie kommt es aber, daß die Ebene da unten dennoch so unaussprechlich prachtvoller erscheint als dieses Hügelland? – Aber ich bin noch ein armseliger Tropf; ich merke erst jetzt, daß ich mich schon wieder in tausend Fragen verloren habe, daher vergib mir!

[GS.01_059,09] Der Vater nimmt unseren Hauptredner bei der Hand und spricht zu ihm: Siehe, in dieser Gegend da unten wohnen gewöhnlich Menschen, welche durch den alleinigen Glauben an Mich ein vollkommen gerechtes Leben geführt haben. Darunter sind zuallermeist die sogenannten Protestanten und noch andere christliche Sekten. In dem weiteren Hintergrunde aber wohnen Heiden, die auf der Welt ihrem Glauben zufolge ein gerechtes Leben geführt und erst hier den Glauben an Mich angenommen haben. Dort, mehr in jenem Hintergrundsteile, der sich zwischen Mittag und Abend hinzieht, ist die Wohnung derjenigen katholischen Christgläubigen, welche sich teils römische, teils aber griechische Katholiken nennen, sich aber hier ohne Beschädigung ihres Lebens und ihrer Freiheit nicht völlig haben von ihren Irrtümern zu reinigen vermocht. Diese sind darum nicht etwa unselig, sondern sie genießen auch eine große Seligkeit, auch sind sie nicht etwa an ihre Gegend gebannt, sondern können nach einer tieferen Innewerdung des eigentlichen Grundwahren auch weiter vorwärts gelangen.

[GS.01_059,10] Du möchtest wohl wissen, worin solch ein Irrtum besteht? Siehe, ein solcher Irrtum besteht darin: Wenn jemand aus Gottesfurcht den Glauben wie genötigt annimmt und dann diesem Glauben getreu lebt, kann er Gott nimmer so recht liebend erfassen, weil er Ihn zu sehr fürchtet. Diese übertriebene Gottesfurcht ist sonach der kleine Irrtum, und dieser ist, ohne Beschädigung des Lebens und der Freiheit, nicht so leicht hinauszubringen. Du denkst dir freilich: Wie kann der Allmächtige solches sprechen? Siehe, wo es sich um die völlige Freiheit eines Wesens handelt, da muß Ich Selbst mit Meiner Allmacht hübsch daheim bleiben. Denn würde Ich diese gebrauchen, so wäre es mit einem solchen augenblicklich gar, und Ich würde dann statt frei lebender, denkender, wirkender und handelnder Kinder lauter gerichtete Maschinen haben, die sich stets unerbittlich gezwungen, aber nimmer freiwillig nach Meinem Willen bewegen würden. Ich kann daher nur da von Meiner Allmacht Gebrauch machen, wo sie fürs erste im höchsten Grade notwendig ist und dabei aber fürs zweite dennoch nie den freien Geist in seinem Erkennen und Wollen beschränkt.

[GS.01_059,11] So will Ich dir gleich ein Beispiel geben, auf welche Weise Ich von Meiner Allmacht Gebrauch mache.

[GS.01_059,12] Was die naturmäßige Welt betrifft und was überhaupt die Gestaltung aller Geschöpfe anbelangt, so sind sie Werke Meiner Allmacht. Wenn dann die freien Geister zufolge Meines Wortes und des darnach geführten Lebenswandels das Leben aus Mir in sich aufgenommen haben, so wirket Meine Allmacht, daß alles das, was die frei gewordenen lebendigen Geister als nutzwirkend Gutes und Wahres in sich erkennen, sie alsogleich reell zu ihrem freiwilligen Gebrauche im reichlichsten Maße erschauen und davon eben sogleich den freien Gebrauch machen können.

[GS.01_059,13] Diese untere Gegend ist zumeist ein solches Werk Meiner Allmacht und entspricht in allem dem Glaubenswahren und daraus hervorgehenden Nutzwirkenden, wie solches sich im Inwendigsten dieser seligen Geister vorfindet. Und also ist es der Fall allenthalben, wo du deine Augen nur immer hinwenden willst, entweder über den ganzen endlosen Mittag hin oder über den ganzen Abend hin, wie auch über den ganzen Norden hin.

[GS.01_059,14] Du fragst hier in deinem Gedanken: Ist denn solches nicht auch der Fall mit diesem ewigen Morgen? Nein, dieser steht unter einem ganz anderen Verhältnisse und ist in all seinen Teilen vollkommen unveränderlich fest also, wie eine jede naturmäßige Welt fest ist. Und die unerschütterliche Festigkeit des Morgens steht als inwendige ewige Grundfeste gegenüber der äußeren naturmäßigen Festigkeit. Der Grund davon aber liegt darin, weil fürs erste Ich Selbst in Meinem Wollen ewig unveränderlich bin; und was Ich einmal bestimmt gestaltet habe, das bleibt auch ewig also unveränderlich und bestimmt, wie unveränderlich und bestimmt Ich Selbst in Meinem ewigen Wollen bin.

[GS.01_059,15] Fürs zweite aber ist diese Gegend darum eine unveränderlich feste, weil Meine Kinder, die hierher zu Mir kommen, zufolge ihrer großen Liebe zu Mir in ihrem Wollen und in ihrem Erkennen vollkommen eins sind mit Mir, oder, mit andern Worten gesagt, weil sie sich völlig bis auf den letzten Tropfen gedemütigt und zufolge ihrer Liebe zu Mir ihren Willen völlig hintangegeben und an dessen Stelle Meinen ewig lebendigen in sich aufgenommen haben.

[GS.01_059,16] Daher auch wollen sie hier nichts anderes, als was Ich will. Mein Wille aber ist eine allerklarste, ewig festbestimmte Darstellung des Guten und Wahren. Daher ist denn auch diese Gegend, in der Ich mit den Meinen wohne, eine vollkommen unveränderlich feste und ist in ihr nirgends eine Täuschung. Was du hier ansiehst, das ist auch vollkommen so von innen, wie von außen. Alle die Pflanzen, die Bäume, die Früchte, die Getreidefelder sind hier nicht bloß erscheinliche Entsprechungen, sondern sie sind vollkommene bestimmte Realitäten. Wenn du hier von einem Orte zum andern gehst, so kannst du deine Schritte zählen, und du wirst hin und her dieselbe Entfernung finden.

[GS.01_059,17] Du fragst mich wohl, ob diese Festigkeit mit der Festigkeit der Welt etwas gemein hat? Die Festigkeit dieser Himmelswelt hat mit der Festigkeit der materiellen Welt durchaus nichts gemein, denn die Festigkeit der Welt ist ebenfalls nur eine scheinbare, und dauert für einen betreffenden Geist nur so lange, als er ein Bewohner der Materie ist, hat er aber die Materie verlassen, dann vergeht für ihn auch deren Festigkeit. Aber nicht also ist es hier; denn diese Festigkeit ist eine wahre Festigkeit und ist unveränderlich und unzerstörbar für alle Ewigkeiten der Ewigkeiten, weil sie ist ein vollkommener Ausdruck Meiner ewigen Vaterliebe!

[GS.01_059,18] Du fragst, wie weit diese Gegend wohl geht? Mein lieber Freund, Bruder und Sohn! Diese Gegend, wie du sie gegen den Morgen hin erschaust, hat fürder ewig nimmer ein Ende und ist sonach so groß, daß, wenn auf allen unendlich vielen Weltkörpern ewighin Menschen geboren werden und alle kommen möchten in diese Gegend, so würden sie nach dem Verlaufe von tausend Ewigkeiten im Verhältnisse zu der Größe dieser Gegend noch nicht mehr betragen, als ein Sandkörnchen beträgt im Verhältnisse zu der Unendlichkeit des ewigen Raumes.

[GS.01_059,19] Du fragst Mich nun wohl, wie Ich solches alles übersehen kann, und ob diejenigen, so von hier endlos weit gegen den tieferen Morgen hin wohnen, Mich wohl je zu sehen bekommen? – Mein lieber Freund, Bruder und Sohn! Auch solches will Ich dir sagen; denn Meinen Kindern soll nichts vorenthalten sein! –

Geistige Sonne Band 1, Kapitel 26 empfangen durch Jakob Lorber

Haushaltung Gottes 01_004,05 Wer aber seine Liebe zu Mir richtet und an Mich heftet, der verbindet seine Liebe wieder mit der Liebe oder mit dem Leben alles Lebens; der wird dann lebendig durch und durch.
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Im ewigen Morgen-Hügelland
« Antwort #1 am: Januar 05, 2020, 06:38:50 Vormittag »
 Im ewigen Morgen-Hügelland

 Kleines Liebe-Examen – Wie stellt ihr euch den Herrn vor?

[GS.01_046,01] Nun sehet, nach unserer bereits schon gewohnten Schnellreise-Weise sind wir auch schon an Ort und Stelle. Da eben vor uns steht schon ein solches Häuschen. Sieht es nicht beinahe so aus, wie etwa bei euch auf der Erde ein recht niedliches Alpenhaus in der Schweiz? Ihr saget: Ja, fürwahr, es sieht wirklich so aus; es ist zwar ein großer Unterschied zwischen solch einem Häuschen und einem Palaste oder gar einer großen Stadt dort mehr unten in der früheren Ebene, aber dessen ungeachtet möchten wir es lieber bewohnen als einen solchen Palast.

[GS.01_046,02] Nun gut, wir wollen nun in das Innere eines solchen Hauses gehen und seine Einrichtung betrachten und auch dessen allfällige Bewohner. Sehet, wir sind schon im Innern des Hauses. Ihr fraget nun: Aber, lieber Freund, wie kommt denn das, daß dieses Haus sich inwendig nicht verändert nach der gewöhnlichen geistigen Art, sondern ein unveränderliches Haus ist, wo das Inwendige genau dem Äußeren entspricht?

[GS.01_046,03] Liebe Freunde, solches werdet ihr im Verfolge und im Verkehr mit den Bewohnern dieser Gegend genau kennenlernen, und zwar im Verfolge, wie sich unsere Anschauung nach und nach gestalten wird, und im Verkehr mit den Einwohnern, wie sich diese vor uns zeigen werden.

[GS.01_046,04] Bemerket ihr hier nicht auch allerlei landwirtschaftliche Gerätschaften? – Es gibt Sicheln, Hauen, Rechen, Krampen und Pickel; sogar der Pflug mangelt nicht und die Egge, und wenn ihr euch einmal rechts umsehet, hinter diesem Hause befinden sich sogar ein kleines Wirtschaftsgebäude und eine Stallung für ein oder zwei Paar Ochsen. Und da seht ihr wieder eine Küche, hier ein Zimmer für Dienstleute und da vorne ein recht geschmackvolles Zimmer für die Eigentümer dieses Hauses. Was sagt ihr zu dem allem?

[GS.01_046,05] Es nimmt euch wohl ein wenig wunder, wie ich sehe, denn ihr sagt es in euch: Wahrlich, die Sache kommt uns ganz heimelig vor, und wir möchten wirklich ohne vieles Bedenken hier verbleiben; dessen ungeachtet aber nimmt diese ganze irdische Einrichtung sich in dem offenbaren Himmel ein wenig sonderbar aus.

[GS.01_046,06] Meine lieben Freunde, ich habe es mir wohl gedacht, daß euch solches ein wenig befremden wird. Noch mehr aber dürfte solches so manche pikfesten Erzpapisten befremden, welche sich den Himmel unter einem ewigen Müßiggange vorstellen. Wie es jedoch solchen hier ergeht, werden wir im Verlaufe der weiteren Durchwanderung unserer mittägigen Gegend schon noch hinreichend kennenlernen.

[GS.01_046,07] Damit ihr aber wisset, warum ihr hier alles landwirtschaftliche Gerät also angetroffen habt wie auf der Erde, so sage ich euch vor der Hand nur so viel, daß auf der Erde solcher Art Gerätschaften unmöglich je wären erfunden worden, wenn sie nicht zuvor in der vollkommen entsprechenden Weise und Form in allen den Himmeln wären vorhanden gewesen.

[GS.01_046,08] Alsdann kann es euch nicht wundernehmen, wenn ihr hier im geistigen Reich des Himmels Ureigentümliches findet, denn alle diese Gerätschaften bezeichnen die Liebtätigkeit und stehen hier als Mittel zur Erzeugung des Guten und Ersprießlichen da. – Mehr brauchen wir vor der Hand nicht zu wissen.

[GS.01_046,09] Nun sehet aber, von einem Acker kommt soeben der Besitzer dieses Hauses daher; wir wollen ihm entgegengehen und ihm unsern Gruß und unser Anliegen darbringen. Er hat uns schon erschaut und eilt uns mit offenen Armen entgegen. Wie gefällt euch sein Anzug? Ihr saget: Lieber Freund, fürwahr gar nicht übel; denn solche Anzüge sind wir zu sehen gewohnt. Er sieht ja aus wie so ein recht gottesfürchtiger, emsiger Landmann auf unserer Erde. Wir sehen an ihm ein gewöhnliches, eben nicht gar zu feines Hemd und dann auch Beinkleider, ebenfalls aus derselben Leinwand verfertigt. Das ist aber auch alles, was wir an diesem guten Manne entdecken. Wenn er nicht um die Mitte einen roten Gürtel hätte, so würde er sich eben nicht zu viel von einem Pantalone unterscheiden.

[GS.01_046,10] Ja, meine lieben Freunde, hier geht es schon nicht mehr so glänzend zu als wie dort in den Palästen. Ihr fraget hier freilich und saget: Lieber Freund, soll denn das wohl ein höherer Seligkeitsgrad sein denn derjenige da unten in der endlos großen Ebene, die von zahllosen Herrlichkeiten und von einer unaussprechlichen Pracht strotzet? Ich sage euch: Der Seligkeitsgrad hier ist um ebensoviel erhabener, um wieviel er derjenigen Herrlichkeit und Pracht dem Außen nach nachsteht. Wie aber solches, das wird sich euch bald klar dartun. – Sehet, unser Mann ist schon hier, und so wollen wir ihn denn auch sogleich empfangen.

[GS.01_046,11] Höret, er spricht: Seid mir tausendmal willkommen, meine geliebten Brüder! Ich sehe, ihr habt eine bedeutende Gesellschaft noch mit euch gebracht; ich weiß es schon, was diese hier sucht. Ich sage es euch aber auch zugleich, es wird diese liebe, gute Gesellschaft noch so manche Anstrengung und Selbstverleugnung kosten, bis sie sich in dieses höhere Leben eingewöhnen wird, und selbst dann wird es sie wieder eine noch weitere Mühe und bedeutende Anstrengung kosten, bis sie sich dieses höhere Leben völlig zu eigen machen wird. Aber du, mein lieber Bruder, weißt es ja, daß durch die Liebe und Geduld alle Schwierigkeiten besiegt werden können.

[GS.01_046,12] Und so soll von mir auch nichts verabsäumt werden, was da erforderlich ist zur wahren, ewigen, lebendigen Versorgung dieser lieben Brüder und Schwestern.
[GS.01_046,13] Nun, meine lieben Freunde, wollen wir uns ein wenig in meine Wohnung begeben und wollen auch sogleich das Hauptpaar dieser Gesellschaft mitnehmen und mit ihnen übereinkommende Anstalten treffen, damit sie alsobald nach der ewigen Liebeordnung untergebracht werden. Und so lasset uns gehen!

[GS.01_046,14] Sehet, unser Gastfreund winkt auch schon dem Hauptpaare der Gesellschaft, und dieses begibt sich, gar freudig dem Winke unseres lieben Gastfreundes folgend, mit uns in dessen Wohnung. – Wir sind nun schon im Inwendigen des Zimmers, und so denn habet acht auf alles, was da vor sich gehen wird.

[GS.01_046,15] Unser Gastfreund spricht zu dem Paare: Meine lieben Freunde, seid mir in der ganzen Tiefe meiner Liebe willkommen und saget mir frei und offen, was euch bewogen hat, eure große Herrlichkeit zu verlassen und hier auf den Hügeln, auf denen keine Pracht, kein Reichtum und keine Üppigkeit zu Hause sind, euer ferneres Fortkommen zu suchen.

[GS.01_046,16] Der befragte Mann spricht: Himmlischer Freund! Ich kenne dich noch nicht, wer du bist deinem Wesen nach, da du mich aber aus deinem innersten Lebensgrunde um den Beweggrund unserer Unternehmung fragst, so sage ich dir, daß der Herr der alleinige Beweggrund zu dieser meiner und somit unser aller Unternehmung ist.

[GS.01_046,17] Der Gastfreund spricht: Solches von euch zu vernehmen, ist die einzige Wonne meines Herzens, aber der Herr hat euch ja ohnedies einen unermeßlich großen Lohn beschieden, wollt ihr denn mehr? Denn ich meine, es sollte ja doch genug sein, so der Herr euch alles gegeben hat, was nur immer euer Herz in aller seiner denkenden Tiefe ersinnen mag; und ich meine, daß demnach eine solche Unternehmung von euch beinahe so aussieht wie Undank.

[GS.01_046,18] Der Mann spricht: Lieber Freund, dem Außen nach möchte es wohl also aussehen, aber nicht unserem Inwendigen nach. Denn siehe, was würdest wohl du tun an meiner Stelle, wenn du noch tausendfach größere Herrlichkeiten der Beschaulichkeit nach besäßest denn ich, so du aber bei all solcher unaussprechlichen Herrlichkeit dennoch nicht solltest je den heiligen Geber wesenhaft zu Gesichte bekommen? Siehe, du würdest sicher bei deiner großen Liebe zum Herrn lieber alles verlassen, um dadurch möglicherweise dem Herrn näher und näher zu kommen.

[GS.01_046,19] Der Gastfreund spricht: Liebe Freunde, solches sehe ich wohl gar gut ein und weiß auch, warum du solches zu mir gesprochen hast. Weißt du aber auch ganz gewiß, daß du hier den Herrn wirst zu Gesichte bekommen und wann? Oder weißt du, ob diese Gegend unter diejenigen zu zählen ist, in denen der Herr wesenhaft persönlich erscheint?

[GS.01_046,20] Der Mann spricht: Lieber Freund! Solches weiß ich freilich nicht; aber so viel weiß ich, daß dem Herrn das Kleine lieber ist denn das Große, indem Er Selbst gesagt hat: „Lasset die Kleinen zu Mir kommen!“ Und so glaube ich, auf keinem Irrwege zu sein, wenn ich mich nun hier vor dir befinde, indem ich aus Liebe zum Herrn alle meine Pracht verlassen habe und habe gesucht die Einfachheit und die Niedrigkeit dieser Hügel.

[GS.01_046,21] Unser Gastfreund spricht: Mein lieber Freund, du hast mir recht geantwortet, nur meine ich, daß deine Antwort hier nicht am rechten Platze ist; denn siehe, der Herr spricht ja solches nur vor der Welt, indem Er doch offenkundig dargibt, daß alle weltliche Größe vor Ihm ein Greuel ist; und wieder spricht Er: „Wer auf der Welt der Geringste ist, der ist vor Ihm oder in den Himmeln der Größte.“ Du bist aber nun nicht mehr auf der Welt, sondern du bist im Himmel. Auf der Welt warst du klein, ja du warst ein unbeachteter Hirte auf den Alpen, der Herr aber hat dich darum in dem Himmel groß gemacht. Frage dich demnach selbst, was du suchest?

[GS.01_046,22] Der Mann spricht: Lieber Freund, ich erkenne wohl, daß du mich in der Weisheit aus dem Herrn ums Unendliche übertriffst; aber solches weiß ich auch, daß ich im Verlaufe meiner schon lange andauernden großen Seligkeit den Herrn dennoch nie anderartig denn allein nur in Seiner heiligen Gnadensonne geschaut habe.

[GS.01_046,23] Der Gastfreund spricht: Was willst du denn mehr? Hast du denn nie gelesen: „Der Herr Gott Jehova wohnt im unzugänglichen Lichte?“ Wie magst du dich denn hernach Ihm mehr, als es dir möglich ist, nahen?

[GS.01_046,24] Der Mann spricht: Lieber Freund, solches ist wahr; aber der Herr Gott Jehova war auch ein Mensch auf der Erde, und hat sonach unsere Natur angenommen und als Mensch den Seinigen die Verheißung gemacht, daß sie bei Ihm wohnen werden ewiglich. Er hat ja sogar dem mitgekreuzigten Missetäter gesagt: „Heute noch wirst du bei Mir im Paradiese sein!“ Und Paulus, der Apostel, freute sich, zum Herrn zu kommen Also glaube auch ich, daß es in den Himmeln Gottes auch irgend möglich sein sollte, dem Vater in Christo menschlich zu begegnen, und Ihn mit dem allerliebeerfülltesten Herzen und allerseligst wonnigsten Auge zu erschauen!

[GS.01_046,25] Der Gastfreund spricht: Nun gut, weil du also glaubst, so magst du hier verweilen, denn was der Herr gesprochen hat auf der Erde, das ist wahrlich auch im gleichen Maße gesprochen für alle Himmel; und das darum, weil eben alle Himmel aus dem Worte gemacht sind, welches der Herr gesprochen hat auf der Erde. Aber nun, mein lieber Freund, kommt etwas anderes.

[GS.01_046,26] Siehe, da unten warst du ein Herr in deinem erhabenen, großen Besitztume, und deine ganze Gesellschaft war es gleicher Weise mit dir. Hier aber werdet ihr dienen müssen und werdet müssen euch das Brot und die Nahrung mit eurer Hände Arbeit verdienen. Denn siehe, ich selbst muß auch arbeiten und hier das Erdreich bebauen, damit ich eine Ernte mache und mir somit den Unterhalt verschaffe.

[GS.01_046,27] Das Erdreich ist zwar sehr gesegnet vom Herrn und trägt mehr denn hundertfältige Frucht; aber dessen ungeachtet will es dennoch fleißig bearbeitet sein, sonst läßt der Herr Seinen Segen über selbem nicht gedeihen. Somit werdet ihr hier ackern und das Feld bebauen müssen mit allerlei landwirtschaftlichen Werkzeugen, werdet müssen mit den Sicheln auf das Feld gehen, das Getreide schneiden, es in Garben binden, in die Scheuern bringen und dann den Kern aus der Ähre lösen. Und das werdet ihr alles als Diener und nicht als Selbstbesitzer irgendeines Grundes tun müssen. Ja, sogar einen großen Fleiß werdet ihr dabei anwenden müssen, denn man wird es nicht dulden, so da von euch jemand seine Hände möchte müßig im Sacke herumtragen.

[GS.01_046,28] Alles dieses überdenket euch nun wohl, und habt ihr solches für euch als rätlich gefunden, dann bleibet hier; denn an Arbeit gibt es hier keinen Mangel, wohl aber häufig an Arbeitern. Sagen euch aber diese unabänderlichen Bedingungen nicht zu, da möget ihr gar wohl wieder in eure Herrlichkeit zurückkehren.

[GS.01_046,29] Der Mann spricht: O lieber Freund! Sorge dich dessen nicht, wir sind zwar seit lange schon an die Weichlichkeit gewöhnt, aber darum doch nicht der gesegneten Arbeit entwöhnt. Denn was wir samt und sämtlich auf der Erde taten und alldort zwar aus Eigenliebe, das werden wir hier sicher nur noch ums Tausendfache lieber aus Liebe zum Herrn tun und aus dieser Liebe heraus auch aus Liebe zu dir, du sicher nicht unbedeutender Freund des Herrn!

[GS.01_046,30] Der Gastfreund spricht: Nun, wenn es denn also ist, so bleibet hier! Der Mann spricht: O lieber Freund, wir sind aber unser etliche hundert Köpfe; wie wirst du wohl in diesem deinem bescheidenen Häuschen uns alle unterbringen? Der Gastfreund spricht: Mein lieber Freund, sorge dich dessen nicht! Hast du denn nie gehört, was der Herr als Mensch auf der Erde gesprochen hat, hat Er nicht gesagt: „In Meines Vaters Reiche sind viele Wohnungen!?“ Nun, da sehet an die Hügel, so weit gegen Morgen hin euer Auge reicht, und sehet, wie viele gleiche Wohnhäuser es über denselben gibt; allda werdet ihr wohl alle Platz finden. – Ihr fraget, wem wohl alle diese Wohnungen zu eigen sind? Ich sage euch: Diese Wohnungen gehören samt und sämtlich nur einem Besitzer, und ich will euch daher unterbringen in dieselben und euch allenthalben die Arbeit anweisen. Ihr fraget, ob ich ein befugter Sachwalter des Inhabers aller dieser Wohnungen bin? Meine lieben Freunde, wenn ich es nicht wäre, wie könnte ich hier solches zu euch sprechen? Und wie könnte ich es mir herausnehmen, euch mit dem Willen anderer zur Last zu fallen, so mir das Recht nicht zustände, damit zu verfügen nach meinem rechtlichen und liebewilligen Wohlgefallen?

[GS.01_046,31] Dich und dein Weib will ich allhier in meiner Wohnung behalten; deine liebe Gesellschaft aber will ich verteilen in meiner nächsten Nachbarschaft. Und so denn gehet hinaus und gebet ihnen solches kund!

[GS.01_046,32] Das Ehepaar geht hinaus und gibt liebefreundlichen Angesichtes solches der ängstlich harrenden Gesellschaft kund. Und nun sehet, wie die ganze Gesellschaft dankbarst niederfällt und dem Herrn dankt, daß Er ihr also liebegnädig war und sie allesamt hier hat die erfreuliche dienende Unterkunft finden lassen.

[GS.01_046,33] Nun geht unser Gastfreund hinaus und legt ihnen allen seine Hände auf, und zeigt ihnen die Wohnungen an, dahin sie sich zu verfügen haben.

[GS.01_046,34] Beachtet aber nun auch, wie sich die früheren Formen unserer Gesellschaft nach der Händeauflegung verändert haben. – Ihre früher weiße Farbe ging in eine natürlich gerötete Farbe über, und ihr überaus subtil zartes Wesen hat eine reelle Festigkeit angenommen. Und sehet, wie heiter, munter und vergnügt sie nun aussehen, während sie früher in ihrem Ausdrucke einen geheimnisvollen Weisheitsernst zeigten.

[GS.01_046,35] Sie gehen auseinander, und bei jeder der ihnen angewiesenen Wohnungen harren ihrer schon die Einwohner mit offenen Armen.

[GS.01_046,36] Nun aber kommt unser Gastfreund mit dem Stammelternpaar dieser Gesellschaft wieder herein und fragt dasselbe soeben: Meine lieben Freunde! Wie stellt ihr euch denn so den Herrn vor, damit, wenn Er einmal vor euch käme, ihr Ihn auch erkennen würdet?

[GS.01_046,37] Der Mann spricht: O lieber Freund, der du uns im Namen des Herrn so liebreich aufgenommen hast, siehe, das ist eine überaus hart zu beantwortende Frage! Denn in unserer Religion auf der Erde hatten wir uns nie mit einer menschlich bildlichen Form des Herrn beschäftigt, sondern lediglich nur mit Seinem Worte und dachten uns dabei: in dieser Welt wird sich der Herr uns ohnehin sogleich zu erkennen geben, und wir werden Ihn an Seiner Stimme und aus Seinem Worte erkennen. Nun erst sehe ich ein, daß die wahre Liebe zum Herrn nebst Seinem Worte auch Seine gestaltliche Wesenheit ergreifen will; sie hat es aber nicht in sich, weil sie solches nie beachtet, und somit auch nicht in sich aufgenommen hat. – Also wirst wohl du, lieber Freund, auch da die liebevolle Güte haben und uns die Gestalt des Herrn beschreiben.

[GS.01_046,38] Der Gastfreund spricht: Nun wohl denn, da ihr solches in eurem Grunde lebendig wünschet, so sage Ich euch: Sehet Mich an; denn gerade also, wie Ich aussehe, sieht auch der Herr menschlich gestaltlich aus.

[GS.01_046,39] Der Mann spricht: Ach, lieber Freund, solches dient mir wohl zu einem großen Troste und zu einer großen Freude, und ich bin schon überselig, ein so vollkommenes Ebenmaß des Herrn vor mir zu erblicken. Welch eine Seligkeit aber wird mir dann erst werden, wenn ich den Herrn Selbst erschauen werde!

[GS.01_046,40] Der Gastfreund spricht: Wahrlich, deine Liebe zum Herrn ist groß geworden; darum freue dich in deinem Vollmaße, denn siehe, Ich bin der Herr! – und du sollst nun bei Mir wohnen ewiglich!

[GS.01_046,41] Sehet, wie sich alles plötzlich verändert hat, sehet, wie nun von der Mittagsgegend nichts mehr zu erschauen ist. Aber die frühere Einfachheit dieser Gegend ist geblieben; und sie ist der allein wahre, ewige, allerhöchste Morgen des Herrn! – Für uns ist es aber noch nicht Zeit, hier zu verweilen, sondern uns nach dem Willen des Herrn noch weiter in den Mittag zu begeben. Also gehen wir wieder weiter!

Geistige Sonne Band 1, Kapitel 46, empfangen durch Jakob Lorber

Haushaltung Gottes 01_004,05 Wer aber seine Liebe zu Mir richtet und an Mich heftet, der verbindet seine Liebe wieder mit der Liebe oder mit dem Leben alles Lebens; der wird dann lebendig durch und durch.
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„In Meines Vaters Hause sind viele Wohnungen ....“
« Antwort #2 am: Januar 05, 2020, 06:44:37 Vormittag »
„In Meines Vaters Hause sind viele Wohnungen ....“

In Meines Vaters Hause sind viele Wohnungen. Könnet ihr den Sinn dieser Meiner Worte verstehen? Daß ich euch Wohnung verheiße im Hause Meines Vaters, euch aber gleichzeitig zu verstehen geben will, daß für jedes Meiner Geschöpfe die Wohnung bereit ist, die geeignet ist zur Aufnahme des einzelnen, daß Ich euch damit sagen will, was ihr auf Erden noch nicht erreicht habt, könnet ihr in Meinem Reich noch anstreben, weil Ich unzählige Möglichkeiten habe, euer Ausreifen im geistigen Reich zu fördern.

Mir steht nicht nur die Erde zur Verfügung, sondern alle Meine Schöpfungen sind Ausreifungsstationen für das noch unvollkommene Geistige, bis es endlich so weit ist in seiner Entwicklung, daß es in himmlischer Glückseligkeit Besitz ergreifen kann von den herrlichsten geistigen Schöpfungen, denn überall ist es im „Hause Meines Vaters“, im Bereich Meiner unendlichen Liebe, und stets wird es sich dort aufhalten, wo ihm der Vater Wohnung bereitet hat, entsprechend seines Liebegrades und seiner Fähigkeit, zu walten und wirken in dem Reich, das ihm von Mir aus zugewiesen ist.

In Meines Vaters Hause sind viele Wohnungen. Kein Wesen ist heimatlos, die ewige Heimat nimmt alle Seelen auf, doch diese Heimat ist vielseitig gestaltet, sie kann die herrlichsten Blumengärten und schönsten Paläste aufweisen, sie kann aber auch endlos weite öde Gegenden enthalten, deren Durchwanderung auch endlose Zeiten erfordert, doch stets zweigen sich auch in jenen öden Gegenden Wege ab, die in blumenreiches Land führen, und es kommt nur darauf an, ob die Wanderer dieser Wege achten, ob sie aufmerksam spähen nach einem Ausweg aus der Öde und diesen Ausweg auch betreten.

Jeder wird aufgenommen in Meiner ewigen Heimat, und jedem steht es zu, Besitz zu ergreifen von einer Wohnstätte. Wie sie aber beschaffen ist, untersteht allein ihrem Wollen. Und darum sage Ich: In Meines Vaters Hause sind viele Wohnungen. Denn ein jeder Mensch, ein jedes Wesen, bereitet sie sich selbst je nach dem Grade seiner Vollkommenheit. Doch ob auch diese seine Wohnung noch so dürftig ist, sie kann durch seinen Willen und seine Arbeit wahrlich schnell umgestaltet werden, und die lieblichsten Heimstätten können entstehen, so die Seele nur das Verlangen nach einer solchen hegt und eifrig nach Erfüllung strebt. Dann stehen ihr zahllose Helfer zur Seite und schaffen und wirken mit ihr, und es kann ein paradiesischer Aufenthalt werden, wo zuvor eine öde und düstere Gegend war.

Einmal kommt jede Seele in ihre wahre Heimat zurück, doch solange sie noch unvollkommen ist, wird sie sich heimatlos fühlen, wenngleich sie schon das Reich betreten hat, von dem sie einstmals ausgegangen ist. Ich aber habe viele Schulhäuser, und es wird die Aufwärtsentwicklung mit Sicherheit vorangehen, wenngleich oft lange Zeit dafür benötigt wird. Einmal wird auch der verlorene Sohn zurückkehren und wieder die Wohnung beziehen, die er einstmals besaß, er wird im Vaterhaus weilen, wo alle Kinder versammelt sind um den Vater, er wird liebevoll aufgenommen werden von der ewigen Liebe, Die ihm den Platz anweiset neben Sich. Doch endlose Zeiten werden noch vergehen, bis alle Meine Kinder heimgefunden haben, bis sie Wohnung nehmen können in Meinem Hause; endlose Zeiten werden noch vergehen, doch keines Meiner Kinder gebe Ich auf .... Die Liebe des Vaters ziehet sie, und dieser Liebe wird keines Meiner Kinder ewig widerstehen können.

Kundgabe 5449, empfangen durch Bertha Dudde

Haushaltung Gottes 01_004,05 Wer aber seine Liebe zu Mir richtet und an Mich heftet, der verbindet seine Liebe wieder mit der Liebe oder mit dem Leben alles Lebens; der wird dann lebendig durch und durch.
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Die wahre Heimat
« Antwort #3 am: Januar 05, 2020, 06:47:33 Vormittag »
Die wahre Heimat

Das geistige Reich ist wohl ein ganz anderes Gebiet als das irdische Reich, und es gehört ein starker Wille dazu, jenes Reich anzustreben, wenn der Mensch noch mitten in der Welt steht  Es sind zwei ganz verschiedene Reiche, und das eine Reich scheint das andere völlig auszuschalten. Doch je ernster der Wille ist, das geistige Reich zu betreten und darin zu verweilen, desto mehr wird dieses Reich auch an Realität gewinnen, und immer mehr kann sich das Empfinden verstärken, daß das geistige Reich die eigentliche Heimat ist, daß die Erde nur etwas Vergängliches ist von kurzer Zeitdauer, das der Mensch nur durchschreitet, um in seine wahre Heimat zu gelangen.

Zumeist aber wird für den Menschen das geistige Gebiet unwirklich erscheinen, und er wird immer wieder kämpfen müssen, er wird Gewalt anwenden müssen, um für kurze Zeit gedanklich der Welt zu entfliehen und hinüberzuschweifen in die geistige Welt. Aber es wird ihm gelingen, wenn dies sein ernster Wille ist. Doch eines muß in ihm vorhanden sein: das Verlangen nach Gott und daraus hervorgehend ein Liebeleben. Dann ist des Menschen Seele schon im geistigen Reich verwurzelt, denn die rechte Liebe kommt aus Gott und führt zu Gott zurück, Dessen Reich nicht von dieser Welt ist.

Es muß aber die rechte Liebe im Menschen sein, die Liebe zu Gott und zum Nächsten. Denn sowie der Mensch noch in der Ichliebe steht, wird er auch mehr mit dem irdischen Reich verbunden sein, und dann erscheint ihm eine „geistige“ Welt unglaubwürdig, es ist ihm diese geistige Welt so fern und vermag ihn auch nicht zu reizen, mit ihr Verbindung zu suchen. Darum wird der Grad der Liebe ausschlaggebend sein, wieweit das geistige Reich dem Menschen wirklich scheint, wieweit es ihn beherrscht, wie stark es seine Gedanken beeinflußt. Aber es kann ihm zur Überzeugung werden, er kann sich mehr im geistigen Reich als in dieser Welt bewegen, wenn die Liebe in ihm entflammt ist, die Gott und dem Nächsten gilt.

Und dann vermag der Mensch auch überzeugt dem Mitmenschen gegenüber dieses geistige Reich zu vertreten, weil er selbst ganz überzeugt davon ist, und er wird auch immer wieder dessen Erwähnung tun, was sein Inneres bewegt. Er wird das geistige Reich als allein-erstrebenswert hinstellen und die Mitmenschen zu bewegen suchen, gleichfalls dieses Reich anzustreben und die irdische Welt als wertlos hintenanzusetzen, immer diese irdische Welt als vergänglich ansehend und dessen mehr zu achten, was unvergänglich ist.

Und es wird der Mensch weit eher den inneren Frieden finden, der mit dem geistigen Reich verbunden bleibt und dieses zum Ziel seines Strebens auf Erden macht. Volle Beglückung wird niemals durch die irdische Welt der Mensch finden, denn auch er lernt die Vergänglichkeit dieser Welt kennen, und sein Leben wird unbefriedigt bleiben, wenn er immer nur nach irdischen Gütern verlangt und sich an der Erfüllung irdischer Wünsche genügen läßt, denn seine Seele spürt es, daß sie anderes verlangt, um glücklich zu sein.

Seine Seele wird sich nicht zufriedengeben damit, was die Welt ihr bieten kann, sie wird erst wahre Seligkeit empfinden können, wenn ihr Güter aus dem geistigen Reich geboten werden. Dann erst hat sie den Boden des geistigen Reiches betreten, dann erst hat sie die wahre Heimat gefunden, dann erst erkennt sie das geistige Reich als ihre Heimat an, und dann erst weiß sie, daß dieses Reich wirklich ist und daß es ihr nicht mehr genommen werden kann, wenn sie einmal in der Heimat angelangt ist, wenn sie ins Vaterhaus zurückgefunden hat, aus dem sie einstmals ihren Ausgang nahm.

Amen

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Eingang der Seele in das Lichtreich
« Antwort #4 am: Januar 05, 2020, 07:48:08 Vormittag »
Eingang der Seele in das Lichtreich

Jede geistige Bitte soll euch erfüllt werden. Diese Verheißung habe Ich euch gegeben, weil Meine Liebe euch alles erfüllt, was eurer Seele zum Heil gereichet. Und so könnet ihr auch dessen gewiß sein, daß ihr nach eurem Leibestode eingehet in ein Reich des Lichtes und der Seligkeit, wenn euer Wandel auf Erden ein Wandel war in Meinem Willen, wenn ihr eure Liebe zu Mir unter Beweis gestellt habt durch ein Wirken in uneigennütziger Nächstenliebe, wenn ihr auf Erden gewandelt seid mit Mir, wenn Ich euer steter Begleiter sein durfte auf Erden. „Wer an Mich glaubt, der wird leben in Ewigkeit ....“

Und wer ein Leben führt in Liebe, der hat auch den rechten, lebendigen Glauben an Mich, und ihm wird daher ein seliges Los beschieden sein im geistigen Reich. Und ihn wird auch blitzschnell die Erkenntnis überkommen, er wird sich in (wahrem) wahrheitsgemäßem Denken bewegen, und das ist seine (ihre) Seligkeit, daß die Seele mit ihrem Licht, das sie durchstrahlt, auch die Seelen beglücken kann, die noch in der Dunkelheit sind und nach Licht verlangen, sie wird im Beglücken anderer ihre eigene Beglückung finden, und daher muß ihr selbst zuvor ein helles Licht leuchten.

Ihr Menschen könnet euch von dieser Seligkeit sowohl als auch von der Art der Betätigung keine Vorstellung machen, aber ihr dürfet es glauben, daß diese Seelen nicht mehr nach der Erde zurückverlangen, zumal sie wissen, daß kein Mensch auf der Erde zurückbleibt und eine jede Seele ihre Lieben wiedersieht in kurzer Zeit. Es sollen diese darum auch nicht trauern, sondern immer nur danach streben, einen hohen Liebegrad zu erreichen, der ein geistiges Schauen zuläßt, weil dieser Grad Voraussetzung ist, daß sich die Seelen wiedersehen gleich nach dem Abscheiden von dieser Welt, ansonsten die Seelen erst im Jenseits diesen Grad anstreben und erlangen müssen.

Doch daß die Menschen sich einmal wiedersehen, ist volle Wahrheit, und es ist dieser Moment überaus beseligend, wenn die Vereinigung im geistigen Reich stattfindet. Ihr Menschen, die ihr von Schicksalsschlägen hart betroffen werdet, bleibet immer dessen eingedenk, daß nur Meine Liebe und Weisheit Begründung ist, was auch geschieht in eurem Erdenleben. Bleibet dessen eingedenk, daß Ich euch nicht Leiden zufügen will, sondern erhöhte Seligkeiten, die ihr oft durch Leiden gewinnet. Und daran sollet ihr nicht zweifeln, sondern euch ergeben in alles fügen, und wahrlich, der Segen wird nicht ausbleiben.

Und werdet ihr einmal zurückblicken auf euer Erdendasein, dann erfüllt euch tiefste Dankbarkeit und Liebe zu Mir, Den ihr als euren Vater erkennet, Dem nur das Los Seiner Kinder am Herzen liegt, das sie im jenseitigen Reich erwartet. Wisset, daß eures Bleibens auf dieser Erde nur noch sehr kurz ist und daß ihr darum ein größeres Maß von Leid auf euch nehmen müsset, um zum Ziel zu gelangen, daß ihr euch vereinigt mit Mir im freien Willen. Und jedes Gebet, das ihr zu Mir sendet, wird aus dem Herzen kommen und darum auch gehört werden von Mir.

Ihr werdet oft eure Gedanken in das Reich senden, das eure wahre Heimat ist, und auch aus diesem Reich Ströme des Lichtes und der Kraft entgegennehmen dürfen, ihr werdet auch in steter geistiger Verbindung bleiben mit denen, die euch nur vorangegangen sind und die euch, wenn euer Reife- und Lichtgrad ein hoher ist, beistehen werden, daß auch ihr euer Ziel noch auf Erden erreichet. Denn eine Seele, die schon Licht verbreiten darf, wird auch euch Menschen das Licht zustrahlen können, und das bedeutet, daß ihr euch dann in vollster Wahrheit bewegt, denn wo Licht ist, kann sich kein Irrtum halten, weil er erkannt wird als Irrtum, und wer nun in der Wahrheit wandelt, dessen Weg muß unwiderruflich zum Ziel führen.

Und glaubet es, daß Ich um jeden Gedanken eures Herzens weiß, und so auch weiß Ich, was euch noch fehlet, und sorge dafür, daß es euch zugeführt wird. Und ob auch die Mittel schmerzhaft sind, die Ich zuweilen anwende, so bringen sie doch den Seelen Freiheit aus ihren körperlichen Fesseln, und sie tauschen das Erdenleben nur gegen ein weit schöneres Leben ein im geistigen Reich, wo sie Mir dienen in Liebe und darum auch Seligkeiten genießen werden, die ihnen das Erdenleben nicht bieten kann. Denn sie sind in die ewige Wahrheit eingegangen, wo sie einstmals ihren Ausgang genommen haben.

Amen

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Re: Die wahre Heimat
« Antwort #5 am: Januar 05, 2020, 07:50:42 Vormittag »
Vaterhaus und Seligkeit

Ihr sollet in Mein Vaterhaus einziehen, ihr sollet dort weilen in Ewigkeit, wo Ich euch einst hingestellt hatte zu seligstem Wirken. Aber ihr werdet dann euren Gott und Vater von Ewigkeit schauen können in Jesus Christus, Ich Selbst werde unter euch sein, und eure Seligkeit wird grenzenlos sein und bleiben, denn in Ewigkeit nimmt die Herrlichkeit in Meinem Reiche kein Ende. Was ihr Menschen auf Erden erreichen könnet, ist so unfaßlich und überwältigend, daß ihr nichts anderes mehr auf Erden anstreben würdet, so euch diese Herrlichkeit vorstellbar wäre.

Ihr aber müsset ohne Wissen darum nach Meinem Reich trachten, ihr müsset im freien Willen in euer Vaterhaus zurückkehren, weil dann erst die Seligkeit euer Los ist, die zur Voraussetzung hat, daß das Wesen im freien Willen zur Vollkommenheit gelangt ist. Einmal ist diese Seligkeit euch bestimmt, doch euch selbst ist es freigestellt, wie lange ihr eure Heimkehr ins Vaterhaus noch verzögern wollet, ihr selbst bestimmt die Zeit, und sie kann schon bei eurem Leibestode vorüber sein und euch die Vollendung eingetragen haben auf dieser Erde. Ich erwarte euch alle, und Ich halte für alle von euch die Wohnung bereit.

Lasset euch durch diese Meine Worte angesprochen fühlen, lasset euch anregen, ernstlich danach zu trachten, zu Mir zu kommen in Mein Reich, stellet euch das herrlichste Los vor, und ihr werdet doch nicht annähernd das rechte Bild haben von dem, was Ich bereitet habe für die Meinen, für die Menschen, die Mich lieben aus ganzem Herzen und ganzer Seele. Und alles dieses könnet ihr erreichen, so ihr nur Meine Gebote haltet, Mich und den Nächsten zu lieben. Ihr sollet euch nur durch uneigennützige Nächstenliebe so gestalten, daß euch das geistige Reich mit seinem Licht aufnehmen kann, ohne daß ihr vergehet. Dann könnet ihr einziehen in euer Vaterhaus, dann komme Ich Selbst euch entgegen und führe euch allen Herrlichkeiten entgegen, und ihr werdet in Meiner Nähe, von Meiner Liebe durchflutet, unbeschreiblich selig sein und es bleiben bis in alle Ewigkeit.

Amen

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Seligkeit im geistigen Reich
« Antwort #6 am: Januar 05, 2020, 08:04:14 Vormittag »
Seligkeit im geistigen Reich

Ihr könnet die Seligkeit derer nicht ermessen, die ihre körperliche Hülle ablegen und eingehen dürfen in das Reich des Lichtes, in ihre ewige Heimat. Alles Erdenleid lassen sie hinter sich, nichts Schweres bedrückt sie, kein Feind bedrängt sie, Furcht und Traurigkeit ist ihnen fremd, ihre Augen sehen nur Schönes, überaus liebliche Gegenden, herrliche Gebilde Meines Schöpferwillens, und lichtvolle Gestalten nähern sich ihnen, um sie einzuführen in das Reich des Friedens und der Seligkeit. Und in dieser Umgebung dürfen sie weilen und sich nach eigenem Willen betätigen. Und die Freiheit ist ihre Seligkeit nach einem Zustand, da ihre Seelen noch gefesselt waren und von irdischer Materie umgeben.

Ihre Herzen sind liebefähig und liebewillig, sie sind so von der Liebe durchglüht, daß sie darum allein schon selig sind, denn sie finden ständige Erfüllung. Sie schließen sich mit Seelen zusammen, die ihnen völlig gleichen, also im gleichen Reifegrad stehen, und diese Verbindungen erhöhen die Seligkeit, weil der Zusammenschluß aus Liebe auch die Kraft des einzelnen Wesens vermehrt sowie auch den Tätigkeitsdrang und ein gemeinsames Liebewirken nun die Folge ist, das aber ungemein beglückt, denn es ist eine Kraftentfaltung, die immer wieder neue Kraft einträgt.

Der Zustrom von Kraft aber ist ein Gefühl höchster Wonne, denn er ist der Beweis der Gottnähe. Meine Geschöpfe spüren Mich und gelangen auch je nach ihrem Reifegrad, der Lichtdurchstrahlung möglich macht, zur Anschauung Meiner Selbst in der für sie erträglichen Weise. Ihre innere Seligkeit steigert sich, denn das Verlangen nach Mir erhöht sich ständig und findet immer Erfüllung. Was das heißt, kann kein Mensch auf Erden begreifen, denn die irdische Liebe ist nur ein Abglanz der geistigen Liebe und schon auf Erden das Begehrenswerteste, im geistigen Reich aber übertrifft sie alles, was an Herrlichkeiten der Seele geboten wird, weil sie die ständige Zufuhr von Licht und Kraft bedeutet und also auch ständige Nähe Gottes.

Sowie aber Meine Geschöpfe in das Lichtreich eingegangen sind, bin Ich für sie der Inbegriff der Seligkeit, und sie geben Mich nimmermehr auf. Und dann wird ein jeder den Lohn empfangen für seine Liebe, die Mir auf Erden gegolten hat. Ich erhöhe ständig die Seligkeit, Ich erfülle die Seele mit Meiner Liebe und bereite ihr immer neue Wonnen, denn „was keines Menschen Auge je gesehen und keines Menschen Ohr je gehört, das habe Ich bereitet denen, die Mich lieben.“

Amen

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„Was keines Menschen Auge je gesehen ....“
« Antwort #7 am: Januar 05, 2020, 08:10:53 Vormittag »
„Was keines Menschen Auge je gesehen ....“

Ich habe kein anderes Ziel, als euch selig zu machen, euch die Herrlichkeiten Meines Reiches zu schenken, euch schauen zu lassen, was keines Menschen Auge je gesehen hat, euch unbegrenzt zu beglücken und euch als Meine Kinder an Mein Herz zu ziehen, weil Meine Liebe zu euch unermeßlich ist. Und Ich erreiche auch einmal dieses Ziel. Doch es können auch noch endlose Zeiträume vergehen, weil eines dazu erforderlich ist, daß auch ihr Mir eure Liebe schenket, daß ihr im freien Willen zurückverlanget zu Mir, von Dem ihr einst euren Ausgang genommen habt.

Und darum werbe Ich auch ständig um eure Liebe, Ich suche euch Kenntnis zu geben von Meinem Wesen, das höchst vollkommen ist, also Ich auch eure Liebe gewinnen muß, wenn ihr Mein Wesen recht erkennet. Und darum offenbare Ich Mich euch. Ich beweise Mich euch als existent, und Ich kläre euch über Mein Wesen auf, über Mein Walten und Wirken, über Meinen Plan von Ewigkeit. Ich enthülle vor euren Augen ein Bild, das ihr lieben könnet und auch werdet, wenn ihr nur eure Augen öffnet und das Bild aufnehmet in euer Herz Und auf daß ihr Mich recht erkennet, spreche Ich euch an.

Ihr Menschen seid noch blind im Geist, und daher könnet ihr (euch = d. Hg.) auch keine rechte Vorstellung machen von Mir, eurem Gott und Schöpfer, Der euer Vater sein will. Ihr hattet einst durch euren Abfall zur Tiefe jegliche Erkenntnis verloren, und in diesem dunklen Geisteszustand seid ihr auch noch bei dem Beginn eures Menschen-Daseins. Und will Ich eure Liebe gewinnen, so muß Ich euren Geist erhellen, Ich muß euch ein kleines Licht schenken, das euch das Bild eures Gottes und Schöpfers beleuchtet, auf daß ihr Mich erkennen lernet. Ich muß euch Aufklärung geben über eure Erschaffung, euren Ausgang aus einem höchst vollkommenen Wesen, Das ihr zwar nicht schauen konntet, Das euch aber unermeßlich beseligte. Ich muß euch Kenntnis geben darüber, was ihr waret, was ihr seid und was ihr wieder werden sollet.

Und das Wissen um alles soll dazu beitragen, daß ihr Mich Selbst erkennen und lieben lernet, daß ihr Mir zustrebet und wieder mit Mir vereinigt sein möchtet. Dies ist das Ziel während eures Erdenlebens, daß ihr den Zustand der Lichtlosigkeit vertauschet mit einem Zustand hellsten Lichtes, wo sich der Geist in euch, der Mein Anteil ist, äußern kann euch gegenüber und euch immer helleres Licht erstrahlet. Dann werdet ihr eurem Gott und Schöpfer immer näherkommen, und dann könnet ihr während der Dauer eures Erdenlebens auch das Ziel erreichen: völligen Zusammenschluß mit Mir und also auch jene Seligkeit, die Ich euch schenken will im Übermaß Meiner Liebe.

Und dann ist eure endgültige Rückkehr erfolgt; Mein Werben um eure Liebe hat Erfolg gehabt, und nun kann Meine Liebe euch beglücken, und ihr werdet Mich schauen können von Angesicht zu Angesicht. Denn nun bin Ich euch in Jesus Christus zum schaubaren Gott geworden, und euer Verlangen ist erfüllt, das euch einstmals bewogen hat, euch von Mir abzuwenden und dem zu, den ihr als schaubaren Gott anerkanntet, der aber zu Meinem Gegner geworden ist, weil er selbst sich erhob wider Mich. Endlos lange Zeiten waret ihr nun durch euren Abfall getrennt von Mir und endlos lange Zeiten in einem Zustand der Unseligkeit.

Nun aber könnet ihr Mich Selbst erschauen in aller Macht und Herrlichkeit, denn Ich wurde in Jesus Christus für euch zu einem schaubaren Gott. Und eure Seligkeit wird kein Ende nehmen, ihr werdet Mich und Meine Nähe ständig ersehnen, und es wird euch ständig Erfüllung werden. Und was keines Menschen Auge je gesehen und keines Menschen Ohr je gehört hat, das werde Ich denen bereiten, die Mich lieben, denn Meine endlose Liebe gilt euch, Meinen Kindern, bis in alle Ewigkeit.

Amen

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Himmlische Herrlichkeit
« Antwort #8 am: Januar 05, 2020, 08:16:53 Vormittag »
Himmlische Herrlichkeit .... Geistiges Schauen

Das Wissen um die Herrlichkeit des ewigen Lebens hat Gott dem Menschen vorenthalten, weil es das Handeln und Denken beeinflussen würde insofern, als daß der Mensch nicht anders könnte als gut sein, um sich die ewige Herrlichkeit zu erringen. Dann aber könnte er niemals vollkommen werden, denn die Vollkommenheit setzt einen guten Lebenswandel aus freiem Antrieb voraus, nicht aber um eines Lohnes willen. Ist der Mensch aus innerstem Antrieb gut, d.h., gestaltet er sich zur Liebe, dann wird ihm auch auf Erden schon das Wissen um die ewige Herrlichkeit erschlossen, je nach dem Grade seiner Seelenreife. Die Vorstellungsgabe für Dinge, die im überirdischen Bereich liegen, wird geweckt, und es werden ihm bildhafte Eindrücke vermittelt und durch seinen Geist der Seele übertragen. Es ist dies das geistige Schauen, was einen bestimmten seelischen Reifegrad voraussetzt.

Diesen Menschen schadet dann das Wissen um die ewige Herrlichkeit nichts, d.h., es ist dieses erst die Folge ihres rechten Lebenswandels vor Gott. Wenn der Mensch auch davon in Kenntnis gesetzt wird, daß das Leben nach dem Tode unvergleichlich schön und wonnevoll ist für einen zur Liebe sich gestaltenden Menschen, so ist dieser Hinweis doch kein Zwang, weil es dem Menschen freisteht, dies zu glauben oder nicht. Und glauben wird es wiederum nur der Mensch, der sich bemüht, nach dem Willen Gottes zu leben, während den anderen der Glaube mangelt. Folglich wird auch nur der tief gläubige, den Willen Gottes erfüllende Mensch geistig zu schauen vermögen, denn ihm allein werden die Herrlichkeiten der Ewigkeit offenbart.

Immer aber wird das Schauen, das ein Beweis der Reife seiner Seele ist, kurz vor der Vollendung des Leibeslebens dem Menschen beschieden sein, denn es bedarf dieser ein längeres Verweilen auf der Erde nicht mehr, da er seinen Zweck erfüllt und das innige Verhältnis zu Gott hergestellt hat. Nur um der Menschheit willen ruft Gott ihn nicht zuvor schon zu Sich, auf daß ihr ein kleiner Beweis geboten wird von der Wahrhaftigkeit des göttlichen Wortes: „Keines Menschen Auge hat es je gesehen und keines Menschen Ohr je gehört, was Ich bereitet habe denen, die Mich lieben.“ Denn das irdische Auge vermag solches nicht zu schauen, das geistige Auge aber kann diese Eindrücke nur empfangen in einem bestimmten Grad der Vollkommenheit.

Was nun das geistige Auge erschaut, das vermag der Mensch nur schwer wiederzugeben, weil es über das Begriffsvermögen des Erdenmenschen geht und Worte nicht annähernd es schildern können. Doch die übermittelten Eindrücke müßten den Mitmenschen genügen, tief gläubig zu werden und sie zu veranlassen, einen Gott-gefälligen Lebenswandel zu führen. Doch wo der Mensch seinen Willen dagegensetzt, würde auch nicht die herrlichste Beschreibung der ewigen Seligkeit vermögen, diesen zu wandeln, denn es ist das Erkennen und das Wissen um das jenseitige Leben im Vollkommenheitszustand die Folge des Gott-zugewandten Willens. Gott aber wandelt diesen Willen nicht durch Zwang, sondern Er läßt ihm seine Freiheit.

Amen

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Wohnungen in des Vaters Haus .... Ewige Heimat
« Antwort #9 am: Januar 05, 2020, 08:23:19 Vormittag »
Wohnungen in des Vaters Haus .... Ewige Heimat

Und Ich will euch einführen in Meines Vaters Haus. So Ich euch diese Verheißung gegeben habe, dürfet ihr selig sein in dem Bewußtsein, dereinst als Kinder Gottes die Wonnen des ewigen Lebens zu genießen, denn Mein Wort ist Wahrheit, und Meine Verheißung erfüllet sich, so ihr Meinen Willen erfüllet. Alle Not wird für euch ein Ende haben, jede irdische Sorge abfallen, und in Freiheit des Geistes, ungebunden durch irdische Materie, werdet ihr weilen dürfen in jenen Gefilden, die dem Reich der seligen Geister angehören und überaus herrlich sind.

Auf Erden könnet ihr die Seligkeit nicht fassen, die in jenem Reich den Seelen beschieden ist, und dennoch sollet ihr Meinem Wort Glauben schenken und so leben, daß des Vaters himmlische Wohnungen von euch bezogen werden können nach eurem Ableben auf dieser Erde, die Wohnungen, die des Vaters Liebe für die Seinen hergerichtet hat und die wahrlich der Aufenthalt derer sein werden, die Mein geworden sind durch ihren Willen und einen Lebenswandel in Liebe.

Was sorget ihr euch dann noch um euer leibliches Wohl, so ihr wisset, daß euer Erdenleben nur ein kurzer Übergang ist zum wahren Leben in der Ewigkeit? Nützet euer Erdenleben nur zur rechten Gestaltung eurer Seelen, und euer Los im Jenseits wird ein unvergleichlich seliges sein, denn euch wird alles gegeben werden, wonach euer Herz Verlangen trägt. Doch sorget, daß das Verlangen des Herzens nicht dem Körper gilt, denn dieser vergeht, was aber ewig bleibt, ist nur geistiges Gut, und dieses begehret von ganzem Herzen.

Dann wird eure Seele in überaus schöner Gegend weilen, sie wird sich bewegen in Schöpfungen, die ihr auf Erden nicht zu ahnen vermögt, und sie wird in ihrer Heimat sein, im Vaterhaus, wo die Nähe des Vaters sie unendlich beglückt und Seine Liebe ihr alles zukommen läßt, was ihre Seligkeit erhöht. Denn Meine Liebe zu euch, Meine Kinder auf Erden, ist übergroß, und Ich bereite euch allen ein seliges Leben, so ihr zu Mir zurückkehret aus freiem Willen. Denn in Meinem Hause sind viele Wohnungen, und alle harren auf euch, daß ihr sie einnehmet und Meine Herrlichkeiten zu schauen vermögt, die Ich für euch bereitet habe.

Lebet auf Erden in Liebe, und Meine Liebe wird euch im geistigen Reich beschieden sein. Wendet eurem Nächsten in Liebe zu, wessen er bedarf leiblich oder geistig, und Meine Liebe wird euch zuwenden im gleichen Maß, denn wie ihr ausmesset, so wird auch euch zugemessen werden in Meinem Reich. Und glaubet an Meine Verheißung, so wird das kurze Erdenleben, das euch noch beschieden ist, trotz aller Not erträglich sein für euch, denn was euch auch auf Erden genommen wird. Ich bedenke euch in Meinem Reich tausendfach, so ihr freiwillig hingebet und euch also löset von der Materie, um geistiges Gut zu empfangen. Denn kurz ist die Zeit eurer irdischen Not, ewig aber währet euer Leben in der Ewigkeit, und der Seligkeiten in Meines Vaters Hause wird kein Ende sein.

Amen

Kundgabe 3808, empfangen durch Bertha Dudde

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Die ureigentümliche Gott-Sonne
« Antwort #10 am: Januar 05, 2020, 05:01:03 Nachmittag »
Die ureigentümliche Gott-Sonne. Erklärung der persönlich wesenhaften Allgegenwart des Herrn. Vorbereitung zum Vatertisch.

[GS.01_060,01] Da sieh einmal empor und betrachte diese von hier aus gar nieder stehende Sonne. In dieser Sonne bin Ich ureigentümlich vollkommen zu Hause. Diese Sonne befindet sich im ewigen unverrückten Zentrum Meines göttlichen Seins. Die Strahlen, die aus dieser Sonne ausgehen, erfüllen in ihrer Art die ganze Unendlichkeit und sind in sich selbst nichts anderes als Mein Liebewille und die aus demselben ewig gleichfort ausgehende Weisheit. Diese Strahlen sind demnach allenthalben vollkommen lebendig und sind allenthalben vollkommen gleich Meiner Wesenheit.

[GS.01_060,02] Wo immer demnach ein solcher Strahl hinfällt, da bin Ich Selbst also wie in der Sonne ganz vollkommen gegenwärtig, nicht nur allein wirkend, sondern auch persönlich; und diese Persönlichkeit ist demnach auch allenthalben eine und dieselbe. Wo du hier nur immer hingehen willst, da wirst du Mich auch allenthalben vollkommen zu Hause antreffen. Gehe in welches dieser dir sichtbaren kleinen Wohnhäuser du nur immer willst, und du kannst versichert sein, daß du Mich in einem jeden als einen vollkommenen Hausherrn antreffen wirst.

[GS.01_060,03] Du sagst zwar jetzt, auf diese Weise sei Ich denn doch nicht der eigentliche Grund-Christus, der da auf der Erde gewandelt und gelehrt hatte, sondern nur ein lebendiges und vollkommenes Abbild desselben und wohne an und für sich dennoch im unzugänglichen Lichte. Du sagst noch ferner: Wenn es sich mit der Sache also verhält, so kommt da ja offenbar eine Vielgötterei heraus.

[GS.01_060,04] Höre, mein lieber Freund, Bruder und Sohn! Du denkst in dieser Hinsicht noch naturmäßig; wenn du aber erst vollends inwendig geistig denken wirst, so wird dir diese Sache ganz anders vorkommen. Damit du aber aus deinem naturmäßigen Denken desto leichter in das geistige eingehst, so will Ich dich durch naturmäßige Beispiele dahin leiten. –

[GS.01_060,05] Siehe, auf der Welt sahst du nur eine Sonne, wenn du aber gegen die Sonne einen Spiegel hieltest, so war dieselbe Sonne auch im Spiegel, und du kannst unmöglich behaupten, daß die im Spiegel vorhandene Sonne eine andere war als diejenige, die am Himmel leuchtet. Wenn du aber mehrere tausend solcher Spiegel aufgestellt hättest, hättest du da nicht in einem jeden Spiegel eine vollkommene Sonne erblickt, welche ein ebenso starkes Licht und eine ganz gleiche Wärme dich verspüren ließe?

[GS.01_060,06] Du sagst, solches müsse allerdings der Fall sein. – Ich will dir aber ein noch stärkeres Beispiel geben.

[GS.01_060,07] Du wirst auf der Erde öfter von der Wirkung der sogenannten großen Hohlspiegel gehört haben. Du sprichst: O ja, ich war selbst einmal im Besitze eines solchen. – Wenn du die Strahlen der Sonne mit einem solchen Spiegel auffängst, so werden sie in ihrer Widerstrahlung aus dem Spiegel oft ums mehr als das Tausendfache heftiger wirkend denn die eigentlichen Strahlen aus der wirklichen Natursonne.

[GS.01_060,08] Wenn du von solchen Spiegeln auch mehrere Tausende der Sonne gegenüber aufstellst, so wirst du bei dieser Gelegenheit von einem jeden einzelnen dieselbe heftige Wirkung wahrnehmen. Solches ist sicher und vollkommen wahr.

[GS.01_060,09] Was wirkt denn aber aus all diesen Spiegeln? Siehe, nichts anderes als stets eine und dieselbe Sonne, welche du durch diese bedeutende Spiegelanzahl vervielfältigt hast.

[GS.01_060,10] Nun aber frage Ich dich: Ist durch diese Vervielfältigung wohl im Ernste die Sonne vervielfältigt worden oder nur deren Wirkung? Du sagst nun: Allerdings nur die Wirkung. Gut, sage Ich dir. Wieviel Sonnen aber hattest du demnach in deinen Spiegeln? Du sprichst: Dem Spiegel nach genommen so viele, als da Spiegel waren; aber der Sonne nach genommen hatte ich immer nur eine und dieselbe. –

[GS.01_060,11] Nun siehe, was da dieses naturmäßige Beispiel zeigt, das stellt sich hier in der größten lebendigen Wirklichkeit und Fülle dar.

[GS.01_060,12] Du sagst zwar in dir: Solches sehe ich jetzt wohl ein; wenn man aber dessenungeachtet jede Spiegelsonne untersuchen und ihr näherkommen wollte, um eben die Sonne in ihrem eigentümlichen Wesen kennenzulernen, so werden einem aber dabei all die Spiegelsonnen nichts nützen, und der Sonne eigentliche Wesenheit bleibt dem forschenden Auge dennoch völlig fremd.

[GS.01_060,13] Solches ist richtig; was hättest aber du samt der Erde dabei gewonnen, wenn sich die eigentliche Sonne der Erde und dir also genähert hätte, wie du sie dir mittels des Spiegels genähert hast? Siehe, da wäre wohl die ganze Erde samt dir augenblicklich wie ein kleiner Wassertropfen auf einem weißglühenden Eisen aufgelöst worden. Was hätte dir dann die Annäherung der wirklichen Sonne genützt?

[GS.01_060,14] Siehe, bei weitem mehr ist solches mit dieser Meiner Sonne der Fall. Sie muß ewig in einem unzugänglichen Zentrum stehen, dem sich kein Wesen über die bestimmte Ordnung nahen kann; denn jede Annäherung über das bestimmte Maß würde jedem Wesen die völlige Vernichtung bringen. Solches wurde auch dem Moses gesagt, als er Gottes Angesicht schauen wollte; denn unter „Schauen“ mußt du hier nicht das Wahrnehmen mit den Augen verstehen, sondern das sich völlige Nahen dem Grundwesen der Gottheit.

[GS.01_060,15] Siehe nun, wenn Ich aber Einer und Derselbe bin, wie Ich bin in der Sonne, und bin aber vor dir also, daß du dich Mir vollkommen nahen kannst, wie ein Bruder dem andern, – ist solches nicht mehr wert? Und ist das nicht mehr Liebe und Erbarmung, als so du dich dieser Sonne wirklich nahen könntest, von ihr aber dann bei deiner Annäherung völlig vernichtet würdest?

[GS.01_060,16] Ferner, wie unvollkommen glücklich wärest du und Ich, wenn es Mir nicht möglich wäre, Mich Selbst als Vater überall hin in Meiner ganzen Fülle persönlich wesenhaft zu versetzen, wo immer nur Meine Kinder sind.

[GS.01_060,17] Siehe, der Himmel ist unendlich! Wäre Mir eine solche wesenhafte, Meiner Einheit völlig unbeschadete endlose Vervielfachung nicht möglich, wie verwaist wären da Meine Kinder und wie allein dastehend wäre Ich Selbst mitten unter ihnen?

[GS.01_060,18] Daß Ich aber vollkommen Derselbe bin und habe dasselbe lebendige göttliche Bewußtsein und alle die göttliche Liebe, Weisheit und Machtfülle, solches kannst du ja daraus entnehmen, daß Ich dich persönlich wesenhaft hierher geführt und habe dir gezeigt auf diesem Wege die Macht Meiner Liebe, Meiner Weisheit und Meines vollkommenen göttlichen Wollens. Wenn dir dieses alles noch nicht genügen sollte, so denke dir, was du willst, und Ich will es, daß es sogleich als erschaffen vor dir erscheine.

[GS.01_060,19] Siehe, du wolltest eine dir bekannte Erdgegend. Da sieh hin vor dich; Ich habe sie schon, dir sichtbar und fühlbar, geschaffen!

[GS.01_060,20] Du sprichst jetzt: Wahrlich, solches kann nur der alleinige Gott tun! – Gut, sage Ich dir; also wirst du aber auch einsehen, daß Ich, der Ich hier vor dir stehe und dir die Wunder Meines Seins enthülle, vollkommen Derselbe bin, der Ich dort urwesentlich ewig bin in jener Sonne!

[GS.01_060,21] Du sprichst: Ja, solches glaube ich nun völlig. Aber wenn ich nun zu einem andern Hause ginge, Du aber hier bliebest, und ich träfe dort offenbar ein zweites Wesen, mit Dir eines und desselben Ursprunges, wird dasselbe wohl vollkommen mit Dir eins sein und wird es Dir gleichen in allem?

[GS.01_060,22] Ich sage dir: Das kommt von deiner Seite nur auf einen Versuch an. Ich will denn machen, daß du gedankenschnell dort in tiefer Ferne von hier dich bei einem Hause, wie das da ist, befindest. Ich aber werde hier verweilen, und deine Gesellschaft soll dir davon Zeugnis geben bei deiner Rückkunft; und du magst es Mir dann kundgeben, ob du Mich dort vollkommen wiedergefunden hast oder nicht. – Und so denn – sei dort !

[GS.01_060,23] Nun siehe, Mein lieber Freund, Bruder und Sohn! Du bist nun hier, wie du siehst, im tiefen Morgen; das kannst du erkennen, wenn du dich nach allen Seiten umsiehst und nichts anderes mehr erblickst, auch deine Gesellschaft nicht, als nur den endlos weit gedehnten Morgen mit seinen Wohnungen. – Sage Mir nun, bin Ich hier nicht ganz Derselbe?

[GS.01_060,24] Siehe, also muß es ja sein; und wäre es nicht also, da wäre sogar nie etwas erschaffen worden, und kein Mensch wäre als solcher denkbar! Denn das Leben eines jeden Menschen ist ja eben auch nur ein Mir vollkommen ebenbildliches. Und wenn ein Mensch nach Meinem Worte gelebt hat, oder wenn Millionen also gelebt haben, kann da nur einer aus ihnen sagen: Christus lebt in mir, oder können das nicht alle zahllosen Gerechten sagen? Wenn aber alle solches sagen können, bin Ich darum ein geteilter Christus in ihnen oder ein ewig ungeteilter?

[GS.01_060,25] Ich bin ewig immer Einer und Derselbe in eines jeden Menschen Herzen. Und wenn Millionen und Millionen ihre Herzen mit Mir erfüllt haben, und zwar ein jeder für sich vollkommen, so hat deswegen nicht ein jeder für sich einen eigentümlichen, anderen Christus, sondern in eines jeden Herzen wohnt ein und derselbe Christus vollkommen! – Nun, was sagst du jetzt? Bin Ich hier nicht vollkommen derjenige, als den du Mich dort bei deiner Gesellschaft verließest?

[GS.01_060,26] Du sprichst: Ja Herr! Du bist vollkommen Ein und Derselbe und ist da kein Unterschied weder in der Gestalt noch im Worte noch in deinem göttlichen Wollen; und ich kann mir nichts anderes denken, als Du wärest in gleicher Schnelligkeit mit mir hierher gezogen! – Ja, so erscheint es dir wohl; aber wie Ich dir gesagt habe, daß dir bei deiner Zurückkunft deine Gesellschaft über Meine dortige beständige Gegenwart Zeugnis geben wird, also wirst du es auch sogleich erfahren. Ich sage dir daher: Sei wieder dort! – Nun siehe, du bist ja schon wieder hier; nun sage Mir, wie du Mich denn dort gefunden?

[GS.01_060,27] Du sprichst: Du warst ja selbst dort, wie Du hier bist, und war nicht der leiseste Unterschied. Ich sage dir: Das ist richtig; aber nun frage auch deine Gesellschaft, ob Ich Mich unterdessen von hier entfernt habe? Siehe, die Gesellschaft spricht: Nicht im geringsten, im Gegenteil hat der Herr zu uns gesprochen, wie es dir nun dort ergeht. Nun siehe, du machst jetzt große Augen und verwunderst dich darüber. Ich sage dir aber, daß solches nichts weniger als wunderbar ist, sondern es ist vollkommen geordnet.

[GS.01_060,28] Wärest du auf der Welt ein Optiker gewesen, so wäre dir solches noch anschaulicher begreiflich. – Wie kommt es denn, daß mehrere Menschen für sich einen und denselben Gegenstand nur als einen erschauen, und dennoch sieht ein jeder einzelne nur den seinigen? Siehe, das liegt im Auge des Menschen. Von dem Gegenstand gehen nach allen Richtungen Strahlen aus, und ein jeder nimmt das Strahlenbild in sein Auge auf. Ein jeder beschaut dann in sich nur dieses aufgenommene Strahlenbild, welches in allem dem beschauten Gegenstande vollkommen ähnlich ist.

[GS.01_060,29] Ist deswegen der Gegenstand vervielfacht oder zerrissen worden, wenn ihn jeder als denselben in sich erschaut? Du sprichst: Mitnichten. – Siehe, also ist es auch hier der Fall lebendig, was auf der Welt nur naturmäßig und somit auch tot erscheinlich ist.

[GS.01_060,30] Du sollst aber dieses Wunder noch tiefer beschauen. Zuvor jedoch mußt du dieses dir bis jetzt Kundgegebene als ein wahres Himmelsbrot ein wenig verdauen.

[GS.01_060,31] Ich aber will unterdessen in diese Meine Wohnung gehen, allda durch Meine Diener Meinen Tisch bestellen lassen, damit du samt deiner ganzen Gesellschaft zum ersten Male vollkommen mit Mir zu Tische sitzen sollest und genießen allda das Brot deines wahren himmlischen Vaters! – Und so verharre du denn ein wenig hier, bis Ich wiederkomme und dich führe in Mein Haus!

Geistige Sonne Band 1, Kapitel 60, empfangen durch Jakob Lorber

Haushaltung Gottes 01_004,05 Wer aber seine Liebe zu Mir richtet und an Mich heftet, der verbindet seine Liebe wieder mit der Liebe oder mit dem Leben alles Lebens; der wird dann lebendig durch und durch.