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Merkmal der geistigen Aufwärtsentwicklung 8

Moderatorin Beiträge: 1364 ***
Merkmal der geistigen Aufwärtsentwicklung
« am: Mai 21, 2020, 10:03:31 Vormittag »
Merkmal der geistigen Aufwärtsentwicklung

Das ist das Zeichen der geistigen Aufwärtsentwicklung, daß der Mensch sich nicht mehr begnügt mit den Freuden, die ihm die Welt bietet, sondern er nach Höherem strebt, daß ihm auch das weltliche Wissen nicht genügt, sondern er nachgrübelt über Dinge, die über das weltliche Wissen hinausgehen. Er sucht Aufschluß zu erhalten über alles, was außerhalb des Irdischen liegt, weil ihn das Irdische nicht mehr befriedigt, und also strebt er. Im gleichen Maß denkt er nun auch über sich selbst nach, er übt scharfe Kritik an sich und seinem Denken und Handeln, er sucht sich zur Vollkommenheit zu gestalten.
Und an solchen Menschen wird auch das Wort Gottes wirksam, es fällt auf guten Boden, der Mensch nimmt es auf, er durchdenkt es, und er sucht danach zu leben. Denn sowie er sich von der Welt und ihren Freuden zu lösen beginnt, sowie er nach höherem Wissen strebt, wird ihm das Wort Gottes dargeboten in der für ihn wirksamsten Weise. Und er beachtet es und sucht danach zu leben.
Und also beginnt die langsame Wandlung seines Wesens, es beginnt die geistige Aufwärtsentwicklung, es beginnt die Seele zu reifen, und der Mensch erfüllt seine Erdenlebensaufgabe.
Also muß unweigerlich erst die Verzichtleistung auf die Welt und deren Freuden vorausgehen, ehe der Trieb im Menschen erwacht nach einem wertvolleren Leben, ehe er sich geistig betätigt durch ernstes Nachdenken und Streben nach Gott. Denn beides zugleich ist unmöglich. Ein Mensch, der noch der Welt angehört, hört nur mit halbem Ohr auf die Lehren, die dem Menschen das höhere Wissen vermitteln, denn die Welt übertönet sie, und solange die Welt noch lockt und reizt, findet der Mensch kein Gefallen an geistigen Dingen, er ist weder wissensdurstig noch wahrheitsverlangend, er hat keinen Trieb zur Veredlung seines Wesens, er beachtet nur die Welt und stellt seinen Körper völlig in den Dienst dieser.
Und daher achtet er nicht des göttlichen Wortes, es ist ihm leerer Schall, es ertönet nur an seinem Ohr, dringt aber nicht bis in das Herz ein und läßt auch nicht seinen Willen tätig werden, an sich selbst zu arbeiten, er wird sich seiner Unvollkommenheit nicht bewußt, sondern hält sich in seiner Überheblichkeit für ein Geschöpf, das kraft- und machtvoll ist, aber er wird niemals ein Zeichen dieser Kraft und Macht abzulegen fähig sein. Sein geistiges Streben setzt erst ein, sowie er sich seiner Unzulänglichkeit bewußt ist, und dieses wieder setzt Nachdenken und strenge Selbstkritik voraus.
Ein Mensch aber, der die Welt liebt und ihren Tand, der ist noch weit davon entfernt, innerliche Selbstbetrachtungen anzustellen, sondern sein Leben ist ein Hetzen und Jagen nach irdischen Gütern, und er sucht alles von außen zu gewinnen, sein inneres Wesen aber beachtet er nicht, und darum erkennt er sich selbst nicht und auch nicht die Notwendigkeit eines Wandelns seiner selbst, seines Wesens und seines Willens. Er bleibt so lange auf gleicher geistiger Stufe stehend, bis er selbst Hand anlegt, bis er sich bemüht, ein Leben zu führen dem Wort Gottes gemäß. Dann aber löset er sich auch von der Welt, und er sucht Anschluß an das geistige Reich.
Je weiter der Mensch in seiner geistigen Entwicklung ist, desto emsiger arbeitet er an sich selbst. Denn die Annäherung an Gott ist sein Ziel, und diese setzt ein Angleichen an das Wesen der ewigen Gottheit voraus, also ein Sich-Gestalten zur Liebe. Der Gott-zustrebende Mensch erkennt seine Unzulänglichkeit, seinen weiten Abstand von Gott, und er sucht sich darum zu wandeln. Er hat aber nur dann Erfolg, wenn er nicht nur an sich allein denkt, sondern auch den Mitmenschen zu beeinflussen sucht, daß er die Arbeit an sich selbst in Angriff nimmt. Denn er gestaltet sich zur Liebe, so er sich liebend am Mitmenschen betätigt, so er diesem mit Rat und Tat beisteht, wo er allein zu schwach ist.
Sowie der Mensch nur ein Eigenleben führt, sowie er nur sein eigenes Seelenleben zu heben sucht, ist in ihm noch die Ichliebe zu stark, und diese fördert ihn nicht. Und darum muß das geistige Wirken auch große Kreise ziehen, denn sowie der Mensch ernstlich seine Vervollkommnung anstrebt, will er sich auch mitteilen, er will, was ihm selbst erstrebenswert gilt, auch denen zuteil werden lassen, die er liebt. Und so wird er auch arbeiten für das Reich Gottes, wenngleich er nicht offiziell als Diener Gottes gilt. Er wird sich mitteilen, d.h. seine geistigen Gedanken aussprechen und sie auch auf die Mitmenschen zu übertragen versuchen, er wird sie dadurch hineinziehen in das gleiche Streben, er wird selbst ein Beispiel geben durch Liebeswirken und zur Liebebetätigung anregen, er wird ein Vertreter sein für die Lehre Christi, für das göttliche Wort, sowie er die Menschen anhält zum Liebeswirken.
Und also reifet er selbst durch seine Fürsorge um die Mitmenschen, er gestaltet sich zur Liebe, und er wird Erfolg haben, denn er wird wissend werden, das Wissen wird ihn beglücken und ihn wieder anspornen zur Weitergabe. Denn ihm wird das Wort Gottes zugeleitet, sowie er mit diesem arbeiten will. Geistige Arbeit setzt Wissen voraus, und geistige Arbeit leistet der Mensch, der seinen Mitmenschen auf den Weg der Liebe zu leiten sucht. Denn er muß ihm auch den Segen der Liebe vorstellen, er muß ihn aufklären, wozu die Liebe ihm verhilft, er muß ihn belehren und kann dies nur, sowie er selbst wissend ist.
Es ist dies der Gang der Höherentwicklung, daß der Mensch durch Liebetätigkeit sich in die Fähigkeit versetzt, Wissen entgegenzunehmen, daß er dieses Wissen verwertet, indem er es auf die Mitmenschen zu übertragen sucht, und daß er dadurch wieder steigt, also einen Fortschritt in der geistigen Entwicklung verzeichnen kann. Doch niemals darf der Mensch nur auf sich allein bedacht sein, denn dann übt er nicht die Nächstenliebe. Er ist dann nur verstandesmäßig tätig, d.h. bemüht zu reifen, jedoch die Tätigkeit des Herzens fehlt ihm, und daher kann die Seele nicht reifen, denn nur durch uneigennützige Nächstenliebe gelangt sie zur Höhe.

Bertha Dudde 3214   

Uranfang  –  Endziel  –  Erlösungsprozeß

Das Wissen um den Uranfang und das Endziel jeglichen Schöpfungswerkes ist schon als geistiger Fortschritt zu verzeichnen, denn erst in einem bestimmten Reifegrad kann dem Menschen dieses Wissen geboten werden. Wird nun dieses Wissen einem noch unreifen Menschen vermittelt, so wird dieser es ablehnen, es wird ihm nicht faßbar sein, und also bleibt es völlig ohne Eindruck. Sein Reifezustand genügt nicht, um ihn die Wahrheit erkennen zu lassen, und folglich bleibt er noch auf einer niedrigen Reifestufe stehend, d.h., er bleibt ohne Erkenntnis der Wahrheit.
Der Reifegrad des Menschen wird erhöht durch uneigennütziges Liebeswirken, daher wird ein liebetätiger Mensch jenes Wissen nicht ablehnen, selbst wenn es ihm völlig neu ist und seinem bisherigen Denken widerspricht. Denn einem in der Liebe stehenden Menschen wird die reine Wahrheit immer annehmbar erscheinen, weil diese ihren Ursprung in Gott hat und der Mensch selbst durch seinen Lebenswandel mit Gott in Verbindung steht. Die Gottverbundenheit aber erleuchtet sein Denken, und dieses wird der Wahrheit näherkommen. Erst mit dem Wissen um Uranfang und Endziel des Geschaffenen beginnt der Seele Zustand lichtvoll zu werden, denn nun begreift der Mensch den Zusammenhang aller Dinge, aller Geschehen; er begreift den Zusammenhang des Schöpfers mit Seinen Geschöpfen und des geistigen Reiches mit der Erde.
Sein Wissen wird immer umfangreicher, die Liebe zu Gott nimmt ständig zu, denn der Wissend-Gewordene muß Gott lieben und Ihm angehören wollen, weil er Seine große Liebe zu erkennen beginnt. Das Wissen ist immer ein innerlicher Reichtum, es bewegt das Herz, es treibt die Seele an, ständig diesen Reichtum zu vermehren, denn so der Mensch in das Wissen eingedrungen ist, gibt er sich nicht mehr zufrieden, sondern er verlangt ständig nach Vermehrung dieses Wissens. Das geistige Wissen beglückt, es wird die Seele stets erheben und darum angestrebt werden von einem jeden, der durch die Liebe in einem bestimmten Reifegrad steht, der ihm die Zuleitung geistigen Wissens ermöglicht.
Und ist er erst in dieses Wissen eingeführt, so kann er sich auch erlösend betätigen und also sich einschalten in den Erlösungsprozeß, der alles wieder dem Zustand zuführen will, der uranfänglich des Geistigen Beschaffenheit war, höchste Vollkommenheit, Freiheit und Kraft und Liebe. Das Wissen um Uranfang und Endziel des Geistigen in jedem Schöpfungswerk, das im letzten Stadium als Mensch dem Wesen wieder zum Bewußtsein kommen kann, ist schon ein Grad des Lichtes, ein Teilzustand von Freiheit und Kraft. Es befindet sich der Mensch nicht mehr in dunkler Geistesnacht, und er ist auch dem Gegner Gottes nicht mehr gänzlich verfallen, er hat sich schon frei gemacht durch Liebeswirken aus dessen Macht und steht nur noch in Momenten geschwächten Willens ihm ringend gegenüber, denn das geistige Wissen ist eine Licht- und Kraftausstrahlung Gottes, die ihn befähigt, sich seiner Gewalt zu entwinden.
Obgleich nun das geistige Wissen dem noch völlig unreifen Menschen unannehmbar erscheint und zumeist also auf Ablehnung stoßen wird, soll es doch ihm auch nahegebracht werden, auf daß es zuerst dessen Verstandestätigkeit anregt, auf daß es ihn zum Nachdenken bewegt. Und je nach seiner Willigkeit kann es ihn fördern, es kann ihn anspornen, den geistigen Reifegrad zu erringen, der ihn fähig macht zum Aufnehmen von Wissen, das dem geistigen Reich entströmt und die geistige Aufwärtsentwicklung fördert. Es muß in das Dunkel der Nacht Licht hineingetragen werden, ansonsten der Mensch niemals aus dem Dunkel hinausgeführt werden könnte, ansonsten er niemals den rechten Weg finden würde, der nach oben führt.
Doch nur die Wissenden können ein rechtes Licht bringen, nur sie vermögen, den Unwissenden zu belehren, und nur, wo ein bestimmter Reifegrad erreicht ist, kann das rechte Wissen vertreten sein. Licht aus den Himmeln, das strahlend leuchtet, das Wissen, das verständlich und umfassend Aufschluß gibt über den gesamten Heilsplan Gottes, über Sinn und Zweck der Schöpfung und des Erdenlebens, über die unendliche, nie sich verringernde Liebe Gottes, über das Binden und Erlösen alles von Ihm einst abgefallenen Geistigen und über das Endziel, das ewige Leben im geistigen Reich.
Dieses Wissen ist unendlich beglückend, sowie es in einem bestimmten Reifegrad empfangen wird, und es kann, obgleich noch nicht voll wirkend, doch dazu führen, daß der Mitmensch danach strebt, auch das Ziel, einen höheren Reifegrad der Seele, zu erreichen. Denn sowie der Mensch weiß, was er einst war und was er wieder werden soll, legt er auch seinem Erdenleben eine andere Bedeutung bei, und er lebt bewußt, d.h. immer ein Ziel vor Augen, das er eifrig verfolgt. Dann ist auch nicht mehr finsterste Nacht um ihn, sondern die Lichtstrahlen brechen durch und künden ihm einen Tag an, einen lichten, klaren Tag, den er nützen kann zu eifriger Arbeit, an dem er wirken kann in Kraft und Freiheit und sich also am großen Erlösungswerk beteiligen kann.

Bertha Dudde 3350   

Gott – zugewandter Wille – Aufwärtsentwicklung

Alles Geistige, das den Willen in sich trägt, zu Mir zu gelangen, kann nur aufwärtssteigen in seiner Entwicklung, denn selbst Versuchungen aller Art werden diesen Willen nicht mehr wandeln, weil Ich das Geistige zu Mir ziehe und es ewiglich nicht mehr zurücksinken lasse in den Zustand des Mir-abgewandten Willens. Denn sowie der Wille des Geistigen in voller Freiheit Mich anstrebt, ist der Bann gebrochen; es hat sich frei gemacht von Meinem Gegner, und der Kampf dessen gilt nun nur noch der Rückgewinnung, die Ich aber verhindere durch Meinen Willen.
Es ist zwar noch ein steter Kampf des Geistigen, das als Mensch verkörpert das Erdenleben zurücklegen muß, weil Aufwärtsentwicklung immer einen Kampf bedingt. Doch sowie der Wille Mir gilt, verfügt er auch über die Kraft zum Widerstand gegen den Feind seiner Seele. Und es ist der Wille des Menschen selbst bestimmend, in welcher Zeit die Aufwärtsentwicklung vor sich geht und welchen geistigen Erfolg er am Ende seines Lebens verzeichnen kann. Denn das Streben des Menschen nach Mir muß wieder im völlig freien Willen stattfinden, wenngleich Ich es verhindere, daß der Gegner seinen Willen bindet und ihm hörig macht.
Es kann ein Mensch mit Mir zugewandtem Willen nie mehr absinken in die Gewalt Meines Gegners, jedoch schneller oder langsamer sich gänzlich ihm entwinden, also längere oder kürzere Zeit seines Lebens im Kampf stehen mit ihm. Denn sowie sein Wille außerordentlich tätig wird und diese Tätigkeit als Liebeswirken zum Ausdruck kommt, wird auch der Kampf leichter werden, er wird nachlassen entsprechend seiner Liebetätigkeit. Denn dieser Waffe erliegt der Gegner. Und also entwindet sich der Mensch seiner Macht sicher durch Wirken in Liebe, und seine Seele reifet in kurzer Zeit und im völlig freien Willen. Fallen lasse Ich ihn ewiglich nicht mehr, doch liebetätig muß er von selbst werden, denn Mein Wille zieht sich zurück, auf daß der seine sich frei entfalten kann um seiner Vollendung willen.
Und darum gehen die Seelen in verschiedenen Reifegraden in das geistige Reich ein am Ende ihres Lebens, wenngleich sie Mir bewußt zustrebten, wenngleich sie den Mir zugewandten Willen in sich tragen, denn Ich verhindere wohl die Übermacht des Gegners über sie, fördere aber nicht ihre geistige Aufwärtsentwicklung durch Meinen Willen, so sie nicht selbst ihren Willen tätig werden lassen. Der Mir zugewandte Wille trägt ihnen stets die Kraft ein aufwärtszustreben, denn Ich halte schützend die Hand über jedem Menschen, der sich Meiner Gegenmacht entwinden will und Mich zum Ziel hat. Ich ziehe ihn unaufhörlich zu Mir. Und er wird auch sicherlich sein Ziel erreichen, nur die Zeitdauer bestimmet er selbst, weil er freien Willen hat und diesen nützen kann nach seinem Ermessen.

Bertha Dudde 3575   

„Das Himmelreich leidet Gewalt ....“

So lasset Mich euch eine Erklärung geben, in welcher Weise Ich Mein Wort verstanden haben will: „Das Himmelreich leidet Gewalt, und nur, wer Gewalt brauchet, reißet es an sich ....“ Es ist nicht eine Ausübung von Gewalt dem Mitmenschen gegenüber zu verstehen, sondern nur die Gewalt über sich selbst, über die eigenen Begierden, die dem Menschen zum Besitz verhilft, zur Einnahme des himmlischen Reiches in aller Herrlichkeit. Es kann ihm dies nicht gegeben werden, sondern er muß es sich erringen, er muß einen Kampf führen um das höchste Gut, um die ewige Seligkeit.
Und solange der Mensch auf Erden weilt, wird dieser Kampf seinen körperlichen Begierden gelten müssen, deren Erfüllen immer hinderlich ist für die Erreichung des Zieles, geistige Aufwärtsentwicklung. Wer siegen will in diesem Kampf, der muß sich selbst Gewalt antun. Und also muß er kämpfen mit seinem Gegner, der in ihn stets körperliche Begierden, das Verlangen nach irdischen Gütern, hineinlegen wird, der ihn also locket mit weltlicher Pracht und irdischem Glanz. Auf alles zu verzichten, was ihm solcherart geboten wird, erfordert eine Willensstärke, es erfordert Gewalt an sich, kraft derer er aber ganz gewiß das Himmelreich an sich reißen wird, denn wer Mir zuliebe opfert, der empfängt in reichstem Maße, und was ihm geboten wird, was Ich ihm biete, ist wahrlich von unbeschreiblichem Wert.
Nimmermehr kann das Himmelreich kommen zu Menschen, die lau und träge sind, die nicht ringen, sondern alles ihren Gang gehen lassen, die durch Worte nur und Wünsche ihr Verlangen nach dem Himmelreich bezeugen, die aber nimmermehr Worte und Wünsche zur Tat werden lassen. Und also ist die Zeit gekommen, wo mehr denn je Gewalt angewendet werden muß, soll das Himmelreich den Menschen offenstehen. Doch Ich komme in Meiner Liebe allen Kämpfenden entgegen. Ich helfe ihnen im Kampf gegen sich selbst, indem Ich ihnen die Verlockungen dieser Welt verringere, indem Ich ihnen die Hinfälligkeit und Vergänglichkeit alles dessen vor Augen stelle, was sie begehrten und was aufzugeben einen harten Kampf wider sich selbst erfordert.
Ich weiß um die Schwäche des Menschen und bewerte seinen Willen, ihm also beistehend, so er nur Mich und Mein Reich erringen will, es ihm jedoch an Kraft mangelt, Gewalt anzuwenden wider sich selbst und seine Begierde. Und so fordere Ich nicht mehr Anwendung von Gewalt, als er fähig ist. Ich lasse ihn durch irdische Not gehen, um ihm das Himmelreich begehrenswert zu machen, und so er nur die geringste Gewalt anwenden will, wird es ihm auch gelingen, das Himmelreich an sich zu reißen. Doch immer muß sein Wille selbst tätig werden. Er muß gegen seine Begierden ankämpfen, er muß alles Weltliche verachten lernen und also opfern, was ihm lieb ist und so seine Kraft und sein Wille dazu nicht ausreicht, wende Ich Gewalt an.
Ich ziehe ihn zu Mir und nehme ihm, was er von selbst nicht aufgeben will. Und so er sich ergeben in Meinen Willen schickt, hat er den innerlichen Kampf bestanden. Er hat gleichfalls Gewalt angewendet und das Himmelreich an sich gerissen mit Meiner Unterstützung, die Ich keinem versage, der willig ist und Mir durch sein Gebet dieses bezeuget. Ihm steht das Himmelreich offen, und so er die kurze Erdenlebenszeit zurückgelegt hat, wird er aufgenommen von Mir in Mein Reich der Herrlichkeit, wie Ich es verheißen habe, und er wird ewig selig sein.

Bertha Dudde 3722   

Gottes Wille oder Zulassung  –  Freier Wille

In Meinem Willen von Ewigkeit sind alle Geschehnisse begründet, jedoch immer dem Willen der Menschen im letzten Stadium ihrer Entwicklung Rechnung tragend, auf daß dieser nicht unfrei werde. Und es ist somit jedes Geschehen von Mir in seiner Auswirkung erkannt und dieser entsprechend auch dann zugelassen, wenn der verkehrte Wille des Menschen Anlaß dazu war. Und also bin Ich stets und überall beteiligt, weil nichts geschehen kann ohne Meinen Willen oder Meine Zulassung. Der freie Wille des Menschen muß unangetastet bleiben, soll seine geistige Aufwärtsentwicklung nicht unmöglich gemacht werden. Und er kann daher diesen Willen nützen nach jeder Richtung hin, er kann ihn mißbrauchen, doch dann muß er auch die Folgen selbst tragen.
Wer die Freiheit des menschlichen Willens anerkennt, dem wird daher auch die Notlage der gesamten Menschheit verständlich sein, weil diese indirekt durch die Menschen hervorgerufen worden ist, die ihren Willen Meiner Ordnung von Ewigkeit entgegen nützen zu Handlungen, Verfügungen und Gesinnungen, die sich schädigend an den Mitmenschen auswirken.
Daß dadurch auch die Not unermeßlich groß ist, daß die Aufwärtsentwicklung gehemmt und der geistige Zustand auf ein Minimum zurücksinkt, muß dem Menschen dann ebenso verständlich sein, so er bedenkt, daß Meine Ordnung von Ewigkeit unbedingt innegehalten werden muß, soll der Mensch reifen an seiner Seele, und daß ein jeder Verstoß gegen Meine Ordnung einen geistigen Rückgang bedeutet und gleichzeitig irdische Not als Mittel zur Behebung eines Mißstandes, der schadenbringend für die Seele ist. Ich kann nicht kraft Meines Willens das Denken der Menschen in die rechte Bahn lenken und den freien Willen des Menschen außer Kraft setzen, weil dies wieder ein Verstoß wäre gegen Meine Ordnung von Ewigkeit, denn dieser liegt tiefste Weisheit und übergroße Liebe zu Meinen Geschöpfen zugrunde.
Also kann Ich Selbst Mir nicht untreu werden, indem Ich das einmal als höchst weise Erkannte dem Willen des Menschen entsprechend umwerfen und Meinen Willen damit als unbeständig erklären würde. Mein Wille ist fest und unwandelbar, und also lasse Ich auch dem Willen des Menschen seine Freiheit, nur dessen Auswirkung suche Ich wieder nutzbar zu machen für die Seele des einzelnen, wie es Meine Weisheit als segenbringend erkennt. Und in diesem Zusammenhang müsset ihr auch für jedes Geschehen Verständnis aufbringen, auch wenn es sich leidvoll an euch auswirkt, ihr müsset dennoch Meine Hand spüren und sie vertrauensvoll ergreifen, denn Ich weiß um den Willen eines jeden von Ewigkeit und lenke also auch das Schicksal eines jeden diesem seinen Willen entsprechend.
Und so könnet ihr dennoch ruhig und sorglos durch euer Erdenleben gehen, solange ihr selbst euch Mir gläubig anvertraut, denn Mein Wille vermag alles zu bannen, so auch die Auswirkung bösen Denkens und schlechten Willens derer, die euch übelwollen, ohne jedoch ihrem freien Willen Einhalt zu gebieten. Ich kenne euch seit Ewigkeit, wie Ich auch die Menschen kenne, die Mir abgewandten Willens sind und die Freiheit ihres Willens mißbrauchen. Und seit Ewigkeit liegt auch Mein Plan fest.
Also brauchet ihr, die ihr Mein sein wollet, auch nicht den Willen eurer Mitmenschen zu fürchten, solange ihr Mich liebet und um Schutz bittet gegen alles euch feindlich Gesinnte. Doch verstehet, daß und warum so viel Elend ist um euch, warum Ich es zulasse und dem Willen der Menschheit freien Lauf lasse. Mein Wille steht dennoch über allem, was geschieht, weil Meine Weisheit von Ewigkeit erkannte, was den Menschen in der letzten Zeit dienlich ist für ihre Seelen.

Bertha Dudde 3756   


Einwirken der Lichtwesen auf das Schicksal  – 
Wahrheit des göttlichen Wortes

Alle Kundgaben haben ihren Ursprung in Mir, sowie sie nach innigem Gebet als Stimme des Geistes vernehmbar sind. Es wäre also widersinnig, anzunehmen, daß Ich Mir jemals widersprechen könnte, und darum ist es geboten, einer jeden Kundgabe Wert beizulegen, und so wird auch deren Sinn leichter verständlich sein.

Ich stelle euch geistige Betreuer zur Seite auf Erden, und Ich gebe diesen auch das Recht, auf euer Erdenleben einzuwirken insofern, als daß sie euch führen auf euren irdischen Wegen, daß sie euer Schicksal lenken und fügen nach Meinem Willen. Und so wird sich euer Erdenleben gestalten immer so, wie es für euer seelisches Ausreifen dienlich ist.
Es kann wohl kaum von einer restlosen Erfüllung auf Erden gesprochen werden, weil dann das Ausreifen in Frage gestellt wäre. Es müssen vielmehr ständige Kämpfe stattfinden, durch welche der Mensch ausreifen kann, dem es ernst ist um seinen geistigen Aufstieg. Sowie aber dieser angestrebt wird und die Gefahr nicht mehr besteht, daß der Mensch sich wieder an die Welt verliert, tragen sie auch den irdischen Wünschen Rechnung, weil dies Mein Wille ist; und auch dann ist eine geistige Aufwärtsentwicklung garantiert, wenngleich ein irdisches Glück konform geht mit einer geistigen Arbeit. Dann aber ist es Mein Wille, den die geistigen Betreuer ausführen, und dann kann der Mensch beruhigt sein Erdenglück genießen, es wird ihm keinen geistigen Nachteil eintragen, sowie das Gebet des Menschen stets lautet: Vater, Dein Wille geschehe.
Ein überstarkes Begehren kann wohl die geistige Arbeit des Menschen beeinflussen, indem sie weniger eifrig ausgeführt wird, doch dann sind die geistigen Betreuer entsprechend tätig, um dem Begehren Schranken anzulegen, d.h., sie gestalten das Leben schicksalsmäßig und bestimmen den Menschen zur Verzichtleistung, jedoch niemals zwangsweise, sondern nur durch gedanklichen Einfluß, um ihn von dem überstarken Begehren abzubringen und ihn wieder, so er ergeben ist in Meinen Willen, mit Meiner Gnadengabe zu überschütten.

Doch ein Mir zustrebendes Kind ist Mir überaus lieb und wird treulich von Mir behütet bis zum Ende. Und ihm erhöre Ich auch jegliche Bitte, Ich nehme Mich aller seiner Wünsche an und schenke ihm auch auf Erden schon Glück und Freude, so es nur nach Mir verlangt und Mich nicht ausschaltet aus seinem Begehren, sowie es Mir mit Liebe sich nähert und jede Bitte vertrauensvoll Mir vorträgt. Denn Meine Liebe ist stets zu geben bereit und schaffet den Meinen auch auf Erden einen Zustand der Seligkeit und des Friedens.

Bertha Dudde 4118   


Geistige Aufgabe vorangestellt vor irdischer Tätigkeit

Die geistige Aufgabe des Menschen soll der irdischen Tätigkeit vorangestellt werden. Dies gilt nicht nur für Meine Diener auf Erden, sondern für einen jeden Menschen, denn es ist das Erdenleben ihm darum gegeben worden, daß er sich geistig aufwärtsentwickeln soll. Und er wird auch beides vereinigen können, er wird, so er die geistige Aufwärtsentwicklung zum Ziel hat, stets in seiner irdischen Tätigkeit Unterstützung finden von geistigen Wesen, die ihn fördern in jeder Weise. Es ist eine falsche Annahme, aus irdischer Überlastung für geistiges Streben keine Zeit aufbringen zu können, sondern er wird Erhöhtes leisten können auch irdisch, so er die geistige Arbeit allem voranstellt.
Für den Menschen, der keine besondere geistige Mission auszuführen hat, gilt nur die Bedingung, daß er den festen Willen hat, an seiner Seele zu reifen, und Mich um Gnade und Beistand anfleht. Einen stillen Gedanken zu Mir wird er stets senden können, auch in einer verantwortungsreichen Tätigkeit; er muß innerlich mit Mir verbunden sein, er muß sich eins fühlen mit Mir und Meinen Willen zu erfüllen trachten. Dann stehe Ich ihm auch bei und vermehre seine Kraft. Stellt aber der Mensch das Irdische über seine geistige Entwicklung, dann wird er immer mehr von letzterer abgehen, er wird das Geistige als etwas Unwirkliches betrachten und keine Bindung suchen mit Mir, und dann bleibt er unweigerlich stehen auf der Stufe seiner Entwicklung, oder er geht zurück und endet wieder dort, wo er vor endlosen Zeiten stand, in der festen Materie.
Von Meinen Dienern auf Erden aber verlange Ich restlosen Einsatz für ihre Aufgabe und segne dann auch jede irdische Tätigkeit. Es bleibt jedem Menschen selbst überlassen, ob er seine Aufgabe ernst nimmt, sein Wille muß selbst tätig werden, wenngleich er von Mir jegliche Unterstützung erwarten kann; aber es darf die geistige Arbeit nicht nebenhergehen, sondern sie muß des Menschen Denken ständig bewegen, soll er doch den Irdisch-Schaffenden den Beweis liefern, daß sich beides vereinbaren läßt, ein ernstes geistiges Streben und auch das Erfüllen der irdischen Tätigkeit, daß Ich nichts Unmögliches von den Menschen verlange, sondern nur euer Wille sich einverstanden erklären muß, beides zu leisten.
Ich verlange nur ein ständiges Leben mit Mir.
Es dürfen sich eure Gedanken nicht von Mir ab- und der Welt zuwenden, Ich will euer ständiger Führer und Begleiter sein und niemals aus euren Gedanken ausgeschaltet werden. Zudem bleibt einem jeden Menschen auch Zeit für kurze innere Einkehr, es bleibt einem jeden Menschen eine Stunde der Besinnlichkeit, wo er wieder großen Fortschritt erzielen kann durch innige Verbindung mit Mir, durch gedankliche Aussprache und ein stilles Gebet.
Zu jeder Zeit seid ihr auf Erden zu ersetzen in eurer irdischen Tätigkeit, euch aber bleibt nur das, was ihr geistig euch erworben habt, was niemand für euch leisten konnte und was nicht durch anderes zu ersetzen ist. Werdet im geistigen Streben nicht lau und gleichgültig, lasset euch anregen durch Mein Wort, führet geistige Gespräche, und schreitet ständig vorwärts, dann wird euch auch jede irdische Arbeit gelingen, Ich werde sie segnen, und ihr werdet eure Erdenaufgabe erfüllen und zum Ziel gelangen.

Bertha Dudde 4337   

Stimme des Gewissens  –  Liebegebot  –  Wissen

Was euch auf Erden zur Erreichung des Zieles nötig ist, das lasse Ich euch in reichstem Maße zukommen, auf daß euch das Ausreifen der Seele nicht unmöglich ist. Ich weiß aber auch seit Ewigkeit für jeden einzelnen das Maß an Gnade, das er nützet. Ich weiß sonach auch, welche Mittel ihm dienlich sind und wie er sich zu diesen einstellt. Darum auch die verschiedenen Lebensschicksale, die aber alle Wege sind zum Ziel, zur letzten Vollendung, wenn der Mensch sie beschreitet und zur Höhe strebt. Das Leben auf Erden besteht für einen jeden in einer anderen Tätigkeit, die ihm Erfolge oder Fehlschläge einträgt.
Die verschiedensten Berufe zeitigen strebsame, auf irdischen Erfolg bedachte Menschen, die also entsprechend ihrer Erfolge auch verschiedene Ansprüche an das Leben stellen, die jedoch zumeist dem Wohlbehagen des Körpers gelten. Dieses irdische Streben trägt ihnen aber keine geistige Aufwärtsentwicklung ein, weshalb also diese völlig unabhängig ist von den Lebensverhältnissen und der Tüchtigkeit eines Menschen. Um geistig vorwärts zu schreiten, ist nur ein Lebenswandel nach Meinem Willen nötig, und diesen Lebenswandel kann ein jeder Mensch führen, ob arm oder reich, ob hoch oder niedrig, ob jung oder alt, ob klug oder beschränkt in seinem Wissen.
Ich habe den Menschen in das Herz einen Mahner gelegt, so daß ein jeder auch von sich aus weiß, was gut oder böse ist, weil er genau weiß, wie eine jede Handlung sich an sich selbst auswirkt. Wer diesen Mahner beachtet, wer also der Stimme seines Gewissens Gehör schenkt, der geht auch den rechten Weg, der zum Ziel führt. Es wird aber die Stimme des Gewissens erst herangebildet durch Erziehung, durch Belehrungen, durch Aufnehmen Meines Wortes, kurzum, durch ein Wissen, das einem jeden von euch vermittelt wird durch das Evangelium, das euch verkündet wird durch Wort und Schrift.
Dieses Evangelium gibt euch Meinen Willen kund, der sich in einem Gebot zusammenschließt: Liebet Gott über alles und den Nächsten wie euch selbst. Wer dieses Gebot erfüllt, der lebt in Meiner Ordnung, und sein geistiger Aufstieg ist ihm gewiß. Er kann auch ohne tieferes Wissen sein, so reifet dennoch seine Seele aus. Er kann aber auch von Mir ein Wissen entgegennehmen. Es werden die Menschen so bedacht, wie sie die ihnen zugehende Gnade verwerten wollen. Wer viel austeilen will, wird viel empfangen; wer aber nur für sich lebt, doch dies in Meiner ewigen Ordnung, der wird auf Erden auch unwissend sein können, doch nicht leer sein an geistigen Gütern, denn er wird in hellstem Licht stehen, also wissend und kraftvoll sein, sowie er seine körperliche Hülle ablegt.
Um vollkommen zu werden auf Erden, dazu gehört kein besonderes Wissen, sondern nur der Wille zu uneigennütziger Nächstenliebe, und diesen kann ein jeder Mensch aufbringen, der nach mehr strebt, der auf den Mahner im Herzen hört, der Meinen Willen erfüllt, weil er fühlt, daß er Mir nur dann wohlgefällt, wenn er aus eigenem Antrieb gut ist zu den Mitmenschen, wenn er Mir und dem Nächsten die Liebe entgegenbringt, die Ich von ihm fordere, und darum den Menschen als wichtigstes Gebot das Liebegebot gegeben habe.

Bertha Dudde 4833   

Begründung von naturbedingten Zerstörungen

Die Welt, d.h. die irdische Schöpfung, steht in ständig fortschreitender Entwicklung, denn nichts, was Gott geschaffen hat, bleibt im Ruhezustand, also ständig auf gleicher Stufe, sondern es wird durch immerwährende Veränderung erst seinen eigentlichen Zweck erfüllen. Dieser Veränderungsvorgang braucht nicht immer ersichtlich zu sein, d.h., er kann sich so langsam vollziehen, daß der Mensch wenig oder keine Veränderung wahrnimmt, er kann aber auch so plötzlich und in so gewaltigem Umfang sich abspielen, daß ganze Schöpfungen vernichtet und umgestaltet werden und dies wieder nicht dem Menschen zum Bewußtsein kommt, weil er selbst schwerlich einen solchen Vorgang überlebt. Dennoch gehören solche Umwälzungen zu dem Entwicklungsprozeß des gesamten Geistigen, das zeitweise aufgestört werden muß aus einer Untätigkeit, in die es verfällt als Folge seines Widerstandes gegen Gott.
Alle Schöpfungen gehen aus der Hand Gottes hervor zu einem bestimmten Zweck, zum Ausreifen des Geistigen, das in diesen Schöpfungswerken gebunden ist. Laut Gesetz von Ewigkeit erfüllt also die Schöpfung ihren Zweck, weil das Geistige darin im Mußgesetz die Tätigkeit verrichtet, die ihm zum Ausreifen verhilft. Doch es kann der Mensch, das verkörperte Geistige im Zustand des freien Willens, seine Außenform, die ihm zum gleichen Zweck gegeben wurde, mißbrauchen, indem er seine geistige Aufgabe unbeachtet läßt, und er kann zudem auch die Schöpfungen, die das noch unentwickelte Geistige bergen, hindern an ihrer Bestimmung durch vorzeitiges Zerstören aus schlechten Motiven, durch Nützen zu Gott-widrigem Zweck, durch Hindern am Dienen, und er kann so gewissermaßen die zum Ausreifen des Geistigen bestimmten Schöpfungswerke mißbrauchen, wodurch das Geistige in Aufruhr gerät und seine Umhüllung zu sprengen sucht, was in Zerstörungen zum Ausdruck kommt, die naturbedingt sind, also nicht unmittelbar durch Menschenwillen veranlaßt werden.
Denn das noch gebundene Geistige kann sich dem menschlichen Willen widersetzen, weil es nicht durchweg Gott-widersetzlich eingestellt ist und die geistige Aufwärtsentwicklung gewissermaßen selbst will. Dann wirkt sich das Wüten gegen die göttliche Ordnung von selbst zerstörend aus, wie umgekehrt Aufbau und Fortentwicklung ein Handeln nach göttlichem Gesetz, in göttlicher Ordnung, zur Voraussetzung hat. Und so ergibt es sich von selbst, daß sich auch ganze Schöpfungswerke auflösen können, wenn gegen die göttliche Ordnung verstoßen wird, in einem Ausmaß, daß dem eigentlichen Zweck nicht mehr entsprochen wird von seiten der Menschen, die nur zum Zwecke der Aufwärtsentwicklung die irdische Schöpfung beleben und gebrauchen dürfen.
Werden die Schöpfungen, die eigens für die Menschen erstehen, um deren Ausreifen zu ermöglichen, von diesen nur zu anderen Zwecken gebraucht oder mißbraucht, dann bedeutet das eine Gefahr insofern, als daß das Geistige darin revoltiert, weil es das Widergesetzliche empfindet und die eigene Entwicklung bedroht sieht. Es ist also eine durch Gottes Willen erfolgende Zerstörung von Schöpfungen in großem Ausmaß oft ein Hilfsakt für das darin gebundene Geistige, das durch Menschenwillen, der falsch gerichtet ist, in seiner Entwicklung gehindert wird und doch zu seinem Recht kommen will. Zudem sind neue Schöpfungen auch als Beginn einer neuen Erlösungsepoche anzusehen, denn die harte Materie birgt wieder das Geistige in sich, das gezwungen ist zu einem Entwicklungsgang durch die gesamte Schöpfung, weil es in der Vorperiode im freien Willen versagt hat.
Es mußte seines freien Willens wieder beraubt werden und geht nun in gebundenem Willen wieder den Weg des Gesetzes .... es muß dienen, weil es seine Bestimmung als Mensch nicht erkennen wollte und sündigte wider das Gesetz der ewigen Ordnung .... Darum auch jeder Neuschöpfung das gleiche Prinzip zugrunde liegt: ein Dienen nach göttlicher Bestimmung im Mußzustand und ebenso im Zustand des freien Willens. Immer muß das Prinzip der Liebe vorherrschen, soll die Aufwärtsentwicklung des Geistigen vor sich gehen und Aufbau zu erkennen sein. Wo aber dagegen gesündigt wird, ist Zerfall und Unordnung und schließlich gänzliche Auflösung die Folge.

Bertha Dudde 5151   


Gnadenborn  –  Gottes Wort

Der Gnadenborn Gottes ist unerschöpflich und steht euch allen zur Verfügung, denn Er weiß es, wie nötig ihr Menschen ihn brauchet, wie viele Gnaden euch zugeteilt werden müssen, auf daß ihr stark genug werdet für die Arbeit, die ihr auf Erden zu leisten habt, die eure Seele wandeln soll. Ihr könnet es nicht aus eigener Kraft, ihr müsset von Gott Kraftzufuhr erhalten, und da ihr selbst sie euch nicht erwerbet, ist es gewissermaßen ein Geschenk, das Er euch bietet, aus dem Born Seiner Gnade zu schöpfen ungemessen.
Und ob auch der Mensch noch so strebsam ist, er ist von sich aus zu schwach, eine geistige Aufwärtsentwicklung seiner Seele in Angriff zu nehmen, und darum erbarmet sich die Liebe Gottes, und sie hilft nach, wo der Mensch zu versagen droht. Sie schenkt ihm ein reichliches Maß von Gnadenkraft, die er nur zu nützen brauchet, die ihm wohl dargeboten wird, aber nicht eher wirksam werden kann, bis der Mensch selbst es will, bis er sie verwertet nach göttlichem Willen.
In vielerlei Weise kann diese Gnadenzuwendung vor sich gehen, immer hat sie ihren Ausgang in Gott, d.h., Gott Selbst veranlaßt alles, was dem Menschen dienen kann zum Ausreifen, und alle diese Mittel und Wege sind Gnadenzuwendungen Gottes, die er nicht verdient hat, sondern ein rechtes Geschenk Gottes sind. Und so kann jedes Mittel, das dem Menschen zur Vollendung verhilft, als Gnadenmittel angesehen werden, und der Born Seiner Liebe ist unerschöpflich.
Gott wird nie aufhören, den Menschen zu helfen, daß sie geistig ausreifen können, doch nicht immer wird Seine Hilfe angenommen, nicht immer wird Gebrauch gemacht von den Mitteln, die Seine unendliche Liebe den Menschen zuwendet; nicht immer können sie darum wirksam werden, weil der freie Wille des Menschen nicht ausgeschaltet werden darf, ansonsten jede Gnadengabe ein Ausreifen garantieren müßte, was aber stets nur dann möglich ist, wenn der Mensch willig ist, sie anzunehmen und auszunützen.
Und so ist auch Sein göttliches Wort ein unermeßlich wirksames Gnadenmittel, das dem unerschöpflichen Quell Seiner Gnade entströmt. Es ist das lebendige Wasser in seiner Kraft unübertrefflich und trägt dem Menschen mit Sicherheit die Seelenreife ein, doch auch wieder nur dann, wenn der Wille des Menschen bereit ist, diesem Wasser die Kraft zu entziehen, wenn er selbst sich labt und stärkt, wenn er an die Kraft glaubt, die Gott ihm durch Sein Wort vermitteln will. Am Born Seiner unermeßlichen Liebe sich erquicken zu dürfen ist wahrlich ein Gnadengeschenk, das niemand verschmähen sollte, denn nichts anderes kann seiner Seele einen solchen Auftrieb geben, nichts anderes als Sein göttliches Wort fördert ihre Reife und bringt die Wesenswandlung zustande.
Und euch Menschen wird keinerlei Beschränkung auferlegt, Sein Gnadenmaß steht euch unbegrenzt zur Verfügung, ihr dürfet immer der göttlichen Hilfe gewiß sein, nur müsset ihr im freien Willen danach trachten, denn von euch selbst hängt es ab, ob die Gnade auch wirksam werden kann. Darum gehet nicht am Born des Lebens vorüber, suchet den Weg zum Quell des lebendigen Wassers, und so ihr ihn gefunden habt, haltet dort Rast und nehmet göttliche Gnadengabe in Empfang, auf daß ihr nicht vergeblich auf Erden gelebt habt, auf daß ihr ausreifet an eurer Seele und euer Ziel auf Erden erreichet.

Bertha Dudde 5412   


Weltenwende

Die Weltenwende steht kurz bevor. Was das bedeutet, wisset ihr Menschen nicht, denn es geht ein Zeitabschnitt zu Ende, was ihr nicht für möglich haltet. Es beginnt eine neue Erlösungsperiode unter völlig anderen Bedingungen, eine Zeitepoche nimmt ihren Anfang, die nicht mit der jetzigen zu vergleichen ist. Es wird eine neue Welt erstehen, d.h., die Erde wird völlig neue Schöpfungen tragen, und es werden Menschen diese Schöpfungen sehen dürfen, die noch die der alten Erde kannten, und sich der Wunder Gottes erfreuen, die Seine unendliche Macht und Weisheit und Seine übergroße Liebe bezeugen.
Es geht die Menschheit dem Ende entgegen, denn nur wenige werden die neue Erde erleben und beleben dürfen. Denn sie setzt einen Reifezustand ihrer Bewohner voraus, weil sich auch das Leben auf der neuen Erde ganz anders gestalten wird, weil die Menschen auf ihr mit dem Reiche der seligen Geister in Verbindung stehen so, daß sie miteinander verkehren dürfen, belehrt werden und darum in hohem Wissen stehen, was nur ausgereifte Seelen ertragen können, und darum ein hoher Entwicklungsgrad Bedingung ist, den nur wenige Menschen auf der alten Erde erreichen bis zum Ende.
Die Zeit geht ihrem Ende entgegen. Und da die Menschen nur auf niedriger Erkenntnisstufe stehen, glauben und fassen sie das nicht und tun daher auch nichts, um zu höherer Reife zu gelangen. Sie stehen auch zum Teil in der Erwartung, daß eine bessere Zeit anbricht, daß die Menschen sich wandeln werden und also eine geistige Wende eintritt noch auf dieser Erde, weil ihnen ein solches Ende, wie es bevorsteht, nicht glaubwürdig erscheint. Sie wollen nicht wahrhaben, was aber unwiderruflich kommen wird. Es geht um die geistige Aufwärtsentwicklung, nicht um einen irdischen Aufstieg, der allen Menschen als Wichtigstes erscheint. Die geistige Entwicklung aber wird vernachlässigt und macht sonach das Leben auf dieser Erde zwecklos. Darum wird es beendet, wenngleich es den Menschen unfaßbar erscheint, daß diese Erde vergehen soll.
Der Zustand auf der Erde ist untragbar geworden, es ist eine Finsternis über die Erde gebreitet, die fast undurchdringlich ist, die Erde ist als Schulhaus des Geistigen untauglich geworden und muß daher gewandelt werden, daß der eigentliche Zweck auf ihr wieder erfüllt werde. Wo noch ein Lichtfünkchen leuchten kann, dort ist auch eine Verbindung zum geistigen Reich, und diese Bindung bleibt bestehen, auch wenn die Erde in ihrer alten Form vergeht, d.h., es wird auch auf der neuen Erde dieses Licht leuchten dürfen, es wird hinübergenommen auf die neue Erde, weil es gleichsam schon über der Erde erstrahlte und also von der Zerstörung dieser nicht berührt werden kann.
Menschen, die mit Gott innige Verbindung suchen, werden das Ende dieser Erde überleben, sie werden entrückt werden und dem Paradiese der neuen Erde zugeführt, weil sie nicht mehr von der Erdenschwere zurückgehalten werden, sondern im geistigen Reich die Unterstützung finden in den letzten schweren Tagen, die der Erde noch bevorstehen. Diese also werden die geistige Wende erleben, aber in anderer Form, als die Menschen sie sich vorstellen. Alles wird gewandelt werden, jegliches Schöpfungswerk wird aufgelöst, und das in der Form gebundene Geistige kommt in neuer Verformung auf der neuen Erde wieder zur fortschreitenden Entwicklung.
Schöpfungen herrlichster Art werden das Menschenauge entzücken, und ein unbeschreiblicher Jubel wird von den Lippen derer ertönen, die gewürdigt werden, die neuen Schöpfungen zu sehen und mit den alten auf dieser Erde zu vergleichen. Und es kommet, wie es verkündet ist, die Erde wird vergehen in ihrer jetzigen Form, doch sie wird neu erstehen und die Weisheit, Allmacht und Liebe Gottes bezeugen dem Menschengeschlecht, das hervorgeht aus den Besten dieser Erde, aus denen, die Gott erkennen, Ihn lieben und Ihm die Treue bewahren in der Zeit des schwersten Glaubenskampfes, der dem letzten Ende vorangehen wird.
Ihr Menschen stehet vor der Weltenwende. Sorget dafür, daß ihr sie erlebet in der Kraft des Glaubens und dem Licht der Erkenntnis. Sorget dafür, daß ihr gehöret zu jenen, die von dieser Erde genommen werden, um auf der neuen Erde Gottes Macht und Herrlichkeit zu bezeugen. Strecket zu Ihm eure Hände empor, daß Er euch errette aus der Finsternis, daß Er euch hole zu Sich in Sein Reich, wo Er euch wieder neue Aufgaben stellen wird. Ihn und Seinen Namen zu verherrlichen, Der die Welt regieret von Ewigkeit zu Ewigkeit.

Bertha Dudde 5524   


Licht der Wahrheit  –  Lampen ohne Öl  –  Verbrauchtes Gewand

Euch ist es gegeben, aufklärend zu wirken, ein Licht hineinzutragen in das Dunkel der Nacht, denn Nacht ist es rings um euch, wo noch kein Licht entzündet wurde. Nacht ist es, wo die reine Wahrheit fehlt, wo die Menschen im Irrtum dahinwandeln, wo sie noch nicht recht unterrichtet sind auf geistigem Gebiet, Nacht ist, wo der Geist des Menschen noch nicht erweckt ist zum Leben, der erst das Licht entzündet im Herzen des Menschen. Was euch Menschen auch an geistigem Wissen unterbreitet wird, es bleibt für euch ohne Wert, solange ihr nicht in der Liebe lebet, denn so lange bleibt es nur ein totes Wissen. Schauet ihr aber um euch, so werdet ihr nicht viel Liebemenschen finden können und folglich auch wenig Licht, weil erst die Liebe das Licht ausstrahlt, weil erst das Wissen dann lebendig ist, wenn die Liebe es belebt hat.
Überall, wo die Liebe gelehrt wird, wird Mein Urgesetz verkündet, und dort ist auch Wahrheit. (11.12.1953) Dort also sind die rechten Vertreter Christi, und diese reden aus Meinem Geist. Ob sie nun erreichen, daß die Zuhörer die Liebegebote erfüllen, liegt an diesen selbst, doch nur von dem Erfüllen der Gebote der Liebe zu Mir und zum Nächsten ist der Reifezustand des Menschen abhängig und also auch die Erhellung des Geistes, die volle Erkenntnis, das Licht, das den Menschen von innen erleuchtet.
Erfüllung der Liebegebote bedingt einen Lebenswandel nach Meinem Willen, das Sich-Bewegen in Meiner Ordnung von Ewigkeit, also eine Wandlung des Bösen zum Guten. Dies allein ist Mein Wille, und dazu sollen die Menschen angeregt werden durch Meine rechten Vertreter auf Erden, dies allein ist die Weinbergsarbeit, die von Meinen Knechten ausgeführt werden soll, den Menschen darüber aufzuklären, daß nur ein Leben in Liebe ihn vollenden kann, daß nur die Liebe den Zusammenschluß mit Mir herstellen kann.
Alles, was den Menschen daher als Evangelium nahegebracht werden soll, darf nur die Veredelung des Menschen, ein Umgestalten zur Liebe bezwecken, dann ist es eine rechte Weinbergsarbeit, die Meine Knechte auf Erden ausführen. Warum aber ist auf Erden so wenig Licht, wo Mein Evangelium doch in der ganzen Welt verkündet wird? Oder wird weniger Mein Evangelium verkündet und mehr auf Äußerlichkeiten Wert gelegt? Wird das Verkünden der göttlichen Liebelehre nur als nebensächlich behandelt, um dafür andere Lehren in den Vordergrund zu stellen? Und achten die Menschen dieser Meiner Liebelehre hinzugefügten Lehren und Gebote mehr als ersterer? (12.12.1953) Bedenket euch diese Fragen einmal ernstlich und ziehet die rechten Schlüsse.
Wenn Ich von der Erfüllung Meiner Liebegebote ein geistiges Ausreifen abhängig mache, wenn geistiges Streben die irdische Not verringert oder unnötig macht, wenn ihr aber mehr denn je in der Welt irdische Not ersehen könnet, dann muß also die geistige Aufwärtsentwicklung zu wünschen übriglassen und also auch auf ein Vernachlässigen dessen geschlossen werden, was Ich als Wichtigstes immer wieder den Menschen vorstelle: die Liebe zu üben. Und also auch muß das Evangelium der Liebe den Menschen nicht eindringlich genug gepredigt werden.
Also müssen zuwenig rechte Vertreter Meiner Liebelehre, zu wenige treue Knechte auf Erden Mir dienen, wenngleich alle für Meinen Namen einzutreten glauben. Es ist zuviel Schein und zuwenig Wahrheit, es ist der Tod auch dort, wo man Mich verkünden sollte und zu verkünden glaubt, es ist nichts Lebendiges mehr, sondern nur noch ein traditioneller Schein, der Abglanz dessen, was einst erstrahlte in vollster Lebensfähigkeit. Und darum ist auch kein Leben mehr unter den Menschen, keine Erkenntnis, keine Wahrheit und kein geistiger Fortschritt, nur noch ein verbrauchtes Gewand ist übrig, das keinen Dienst mehr verrichtet, das aber in Ehren gehalten wird in übertriebener Weise.
Es sind Lampen ohne Öl, die den Menschen als Lichtspender vorgetäuscht werden, die keinen winzigen Strahl mehr aussenden können. Und darum ist überall Finsternis, überall ist Nacht des Geistes, und nur ganz selten flammen kleine Lichtlein auf, nur ganz selten hat ein rechter Vertreter Meines Reiches mit seinem Licht Zutritt in die Dunkelheit. Doch deren Licht wird hell erstrahlen, sie werden Aufklärung zu geben vermögen und die Wahrheit hineintragen, das Licht der Erkenntnis, das jeden wohltätig berühren wird, der das Licht sucht.

Bertha 5824   


Geistiger Zwang der Seele unzuträglich

Ein geistiger Zwang darf auf keinen Menschen ausgeübt werden, soll er vollkommen werden können auf Erden. Und darum kann ihm nur immer wieder das Wort Gottes nahegeführt werden, zu dem er dann selbst Stellung nehmen muß in freiem Willen. Er soll nur um das Gebot der Liebe wissen, doch jedes andere Gebot beeinträchtigt seinen freien Willen und ist daher nicht von Segen für die Aufwärtsentwicklung der Seele. Setzt sich der Mensch mit diesem göttlichen Liebegebot auseinander, dann beginnt auch sein Wille tätig zu werden, sowie er jenes Gebot annimmt. Dann ist sein Denken und Handeln frei, es entspricht der Richtung seines Willens für oder gegen Gott, und jede Handlung wird nun von Gott gewertet entsprechend diesem Willen.
Wird aber der geringste Zwang ausgeübt, wird der Mensch durch Gebote veranlaßt zu bestimmten Handlungen, so bleiben sie doch ohne tieferen Wert vor Gott, sowie sie Auswirkungen jener Gebote, nicht aber des freiesten Willens des Menschen sind. Und es ist dies ein Nützen der Lebenskraft ohne jeglichen Segen für die Seele. Ihr Menschen müsset auseinanderhalten die uranfängliche Bestimmung des Geistigen und den völlig kraftlosen Zustand zur Zeit seines Erdenwandels.. Und ihr müsset wissen, daß dieser nur die Folge des eigenen verkehrten Willens war.
Verständlicherweise muß der uranfängliche Zustand wieder im völlig freien Willen angestrebt und erreicht werden, was jedes Muß-Gesetz während des letzten Stadiums als Mensch ausschaltet. Nun kann dem Menschen der Weg gezeigt werden durch das Gebot der Liebe zu Gott und zum Nächsten. Und dieses Gebot soll ihm auch nur gegeben werden in Form der göttlichen Lehre, die als Gottes Wort ihm nahegebracht werden soll und nun seine eigene freieste Stellungnahme dazu fordert. Er soll keineswegs durch Strafe oder Lohnverheißung sich dazu gezwungen fühlen, nur die Auswirkung eines Liebelebens oder eines Lebens in Lieblosigkeit soll ihm vorgehalten werden, auf daß sein eigenes Verantwortungsgefühl dadurch geweckt werde seiner Seele gegenüber.
Dies aber bedeutet keinen Zwang für die Seele des Menschen, denn solange er nicht ernstlich seinen Willen Gott zuwendet, fehlt ihm auch der Glaube an alles, an Gott, an ein Fortleben der Seele und an eine Verantwortung nach seinem Tode. Und solange bedeutet jegliche geistige Aufklärung keinen Glaubenszwang, kein Beschneiden des freien Willens. Dennoch kann er aus eigenem Antrieb die Liebe üben, und er wird dadurch in den Zustand schwacher Erkenntnis geraten und nun auch ernstlich Stellung nehmen zum Wort Gottes und dies aus völlig freiem Willen.
Jeder geistige Zwang muß ausgeschaltet (werden = d. Hg.), denn er ist nur zum Schaden für die Seele des Menschen. Doch die Lehre Christi soll emsig verbreitet werden, und die guten Willens sind, werden sie annehmen und ihr Leben danach einrichten. Sie werden streben nach der Höhe und Gottes Wohlgefallen erringen, weil sich ihr Wille frei Ihm zugeneigt hat und dies allein bewertet wird.

Bertha Dudde 3798   

Tätigkeit und Fähigkeit des Wesens im Mußzustand

Auch das unscheinbarste Geschöpf auf Erden genießet Gottes Liebe und Fürsorge, denn es ist aus Seiner Liebekraft hervorgegangen und auf ewig untrennbar verbunden mit Ihm. Es hat aber auch einen Daseinszweck zu erfüllen, und darum wurde ihm das Leben gegeben, sei es als Mensch oder Tier, im freien oder im Muß-Zustand. Jedem Geschöpf ist eine Aufgabe zugewiesen, die es erfüllen muß. Kommt es nun dieser Aufgabe nach, dann wird es frei aus der jeweiligen Form und kann sich in einer höheren Form wieder neu verkörpern. Also muß jedes Geschöpf eine Tätigkeit verrichten, die jedoch stets von der vorhergehenden abweicht, weil verschiedene Fähigkeiten entwickelt werden müssen, die sich im Laufe von unendlich vielen Verkörperungen wohl wiederholen, aber immer dem Entwicklungsgrad des Wesens angepaßt sind.
Vor der Verkörperung als Mensch unterliegt die Tätigkeit jener Geschöpfe dem Willen Gottes und vollzieht sich daher in einer gewissen Gesetzmäßigkeit, weshalb den Geschöpfen immer die gleichen Fähigkeiten eigen sind, die dann das Wesen in einer Verformung kennzeichnen. Und so gibt es vor der Verkörperung als Mensch unendlich viele Verformungen, und in einer jeden ist die Aufgabe des Wesens anders, und jede Tätigkeit entspricht dem göttlichen Willen, Seiner unübertroffenen Weisheit und Seiner übergroßen Liebe. Sie hat das Ausreifen der Geschöpfe zur Folge, den sicheren Aufstieg zur Höhe, zur letzten Verkörperung als Mensch, dessen Daseinszweck wieder die Aufwärtsentwicklung der Seele ist.
Und in dieser letzten Entwicklungsperiode nimmt sich die göttliche Liebe ganz besonders Ihrer Geschöpfe an, die nun aus eigenem Antrieb, nicht mehr dem Mußgesetz unterworfen, eine Tätigkeit verrichten müssen, die aber immer die Aufwärtsentwicklung der Seele sichern soll. Jegliche Tätigkeit als Mensch aber muß dienende Liebe beweisen, dann entspricht sie dem Willen Gottes und wird auch gesegnet sein. Auch nun ist die Liebe Gottes unentwegt Seinen Geschöpfen zugewandt. Und sie äußert sich sonderlich darin, daß sie dem Menschen Gelegenheiten schafft, wo er sich dienend betätigen kann. Jede irdische Arbeit ist eine solche Gelegenheit, und dementsprechend, wie der Mensch sich einstellt zu einer Arbeit, ist auch seine geistige Entwicklung, immer von dem Liebegrad abhängig, der den Menschen beim Ausüben seiner Tätigkeit beseelt.
Der göttliche Wille aber beendet den Erdenlauf einer jeden Seele zu einer von Ihm in Seiner Weisheit bestimmten Zeit, um dann das Wesen, ob vollkommen oder unvollkommen, in das geistige Reich zu versetzen, wo es weiter von Seiner Liebe betreut wird und auch nun in dienender Liebe sich betätigen muß, um vollkommen zu werden und um endlich als Ziel den Zusammenschluß mit Gott zu finden, der einziger Zweck jedes Wesens ist auf Erden und im geistigen Reich.

Bertha Dudde 4144   


Bedeutung der Zeitepoche  –  Verkörperung Christi auf Erden

Eine Zeitepoche von größter Bedeutung findet nun ihr Ende, die nach der Sündflut begonnen hat und gewissermaßen einmalig ist. Denn in dieser Epoche stieg Gott Selbst zur Erde, um den Menschen einen gangbaren Weg zu zeigen, weil sie versagten, weil sie sich der Bedeutung ihres Erdenganges als Mensch nicht bewußt waren und zwecklos werden ließen, was höchst erfolgreich sein konnte, weil sie das Erdenleben nicht nützten zur Aufwärtsentwicklung der Seele. Gott Selbst verkörperte Sich als Mensch auf der Erde in dieser Zeitepoche, Er nahm Fleisch an und lebte also als Mensch mitten unter den Menschen.
Was den Menschen bis dahin nicht gelungen war, das gelang Ihm, daß Er Sich als Mensch löste von allem Menschlichen und Gott zustrebte im freien Willen. Es ist falsch, anzunehmen, daß das Göttliche im Menschen Jesu Ihn bewahrte vor menschlichen Schwächen und menschlichem Empfinden; im Gegenteil, Er mußte ganz besonders ankämpfen dagegen und trug doch den Sieg davon, weil Ihm die Liebe Kraft gab und weil Sein Wille überaus stark war durch die Liebe.
Er lieferte also den Menschen den Beweis, daß es möglich ist, sich durch die Liebe zu einem Gott-gleichen Wesen zu entwickeln, was die Aufgabe eines jeden Menschen, also Sinn und Zweck des Erdenlebens überhaupt ist. Er lieferte den Beweis als Mensch und die Gottheit verband Sich mit Ihm, weil der Mensch Jesus Sich zur Liebe gestaltete. Dieser Akt also fand nach göttlichem Ratschluß in dieser Zeitepoche statt, und das ganze Universum nahm daran teil. Die Menschen vor und nach der Menschwerdung Gottes auf dieser Erde haben teil an den Gnaden des Erlösungswerkes, das der Mensch Jesus also vollbracht hat für alle Wesen in der ganzen Ewigkeit.
Und doch geht nun auch diese Epoche zu Ende, weil die Menschheit das Erlösungswerk Christi völlig ignoriert und somit keine Hilfe in Anspruch nimmt, den Erdenlebenszweck zu erfüllen. Es gibt für diese Menschheit kein Mittel mehr, da sie das beste Mittel zurückweisen, bzw. unbeachtet lassen. Eine Epoche nimmt also nun ihr Ende, die überaus bedeutsam ist und doch nicht in ihrer Bedeutung erkannt wird. Doch das Erlösungswerk bleibt bestehen, die Gnaden des Erlösungswerkes werden gleichfalls in Ewigkeit nicht unwirksam werden; die Lehre Christi, das reine Wort Gottes, wird unvergänglich sein und in die neue Zeitepoche mit hinübergenommen werden, und ob auch die alte Erde vergeht insofern, als daß die gesamte Erdoberfläche umgestaltet wird und nichts mehr von den Schöpfungen der alten Erde erhalten bleibt.
Jesus Christus als Gottes Sohn und Erlöser der Welt wird auf der neuen Erde der Inbegriff der geistigen Aufwärtsentwicklung bleiben, Sein göttliches Wort wird auch nun wieder gelehrt, es wird den Menschen der neuen Erde nahegebracht durch persönlichen Umgang mit der lichtvollen geistigen Welt, wie auch mit Gott Selbst, Der als Vater mitten unter Seinen Kindern weilt, die den Weg Christi gegangen sind und sich ebenfalls zur Liebe gewandelt haben. Mit ihnen wird Gott als die ewige Liebe verkehren wie ein Vater mit seinen Kindern. Und diesen Menschen der neuen Erde hat Jesus Christus die Seligkeit erkauft durch Sein Blut, durch Seinen Tod am Kreuze.

Bertha Dudde 4774   


Geistiges Wissen abhängig vom Reifegrad

Völlige Unkenntnis ist ein Zeichen geistigen Tiefstandes, denn das Wissen um Göttlich-Geistiges hängt nicht von der Verstandestätigkeit eines Menschen ab oder von dem Maße ihm zugeführten Wissens durch Mitmenschen, sondern allein von seiner Seelenreife, von dem Grade seiner geistigen Entwicklung, so daß also der einfältigste Mensch, dessen Seele schon über einen Reifegrad verfügt als Folge eines Lebenswandels in Liebe, sich selbst ein wahrheitsgetreues Bild machen wird über Gott, über seinen Erdenlebenszweck, über sein Verhältnis zu Gott, seinem Vater von Ewigkeit. Er wird gefühlsmäßig nur die Lehren annehmen, die der Wahrheit entsprechen, er wird irdisch seines Verstandeswissens wegen vielleicht nicht sehr geschätzt sein, er wird einfältigen Geistes sein und doch richtiger denken auf geistigem Gebiet. Und die geringe Erkenntnis genügt, um ihn zu einem Lebenswandel zu veranlassen, der dem Willen Gottes entspricht, der dann aber nach seinem Tode ihm blitzschnell hellstes Licht einträgt im geistigen Reich.

Nicht das vollständige Wissen auf Erden ist Beweis eines hohen Reifegrades der Seele, denn auch geistiges Wissen kann sich der Mensch verstandesmäßig aneignen, nur ist es dann auch mehr Verstandeswissen als geistiges Gut, wenn des Menschen Lebenswandel entsprechend ist, und ein Wissen, das also noch nicht als geistiger Schatz anzusprechen ist, kann dem Menschen mit dem Moment des Todes auch wieder verlorengehen, sofern es nicht vom Herzen, sondern nur vom Verstand angenommen wurde. Denn auch geistiges Wissen kann zu reinem Verstandeswissen werden durch eifriges Studium, wenn die Aufwärtsentwicklung der Seele außer acht gelassen wird, wenn der Reifegrad der Seele also noch ein sehr niedriger ist, der Verstand jedoch als hochentwickelt sich mit Problemen beschäftigt, die geistige Gebiete berühren.
Dann kann also nicht von Unkenntnis gesprochen werden, doch eines mangelt dem „Wissenden“ .... das Licht. Denn noch so vieles Wissen auf diesem Wege erworben, gibt ihm doch kein Licht, daß er hell und klar nun alle Zusammenhänge erkennen könnte, daß er beglückt wäre ob seines Wissens. Licht kann ihm nur von innen werden als Folge eines Lebenswandels in Liebe. Denn Licht strahlet allein der Geist aus Gott aus, der erst dem Verstandeswissen das rechte Leben gibt. Und dann erst ist es ein Wissen, das als geistiger Schatz gewertet werden kann, das unvergänglich ist und mit hinübergenommen wird in das geistige Reich.
Und darum kann selbst die reine Wahrheit erst dann begriffen werden, wenn der Geist aus Gott dem Menschen Erhellung gibt, was immer einen Grad von Seelenreife voraussetzt, der nur durch einen Lebenswandel nach dem Willen Gottes erreicht werden kann. Entsprechend ist dann auch der Lichtzustand, die Erkenntnis, nach dem Tode des Menschen, und ein guter, aber einfältiger Mensch, der auf Erden über wenig Wissen verfügte, kann von strahlenderem Licht umflossen sein bei seinem Eintritt in das jenseitige Reich als ein im geistigen Wissen stehender Mensch, dem es auf Erden an Liebe mangelte und zu dem der Geist aus Gott noch keinen Zutritt fand.

Bertha Dudde 5784


Haushaltung Gottes 01_004,05 Wer aber seine Liebe zu Mir richtet und an Mich heftet, der verbindet seine Liebe wieder mit der Liebe oder mit dem Leben alles Lebens; der wird dann lebendig durch und durch.