*


Willkommen Gast. Bitte einloggen oder registrieren. Haben Sie Ihre Aktivierungs E-Mail übersehen?

Einloggen mit Benutzername, Passwort und Sitzungslänge

f) Was der Mensch braucht — und die Erde bietet 558

Administrator Beiträge: 10835 Forumgründer *****
f) Was der Mensch braucht — und die Erde bietet
« am: Mai 30, 2011, 08:03:22 Vormittag »
GS II/90 — Nehmen wir an, ein mäßiger Esser braucht für den Tag drei Pfund an Speise; das läßt sich auf dreihundertfünfundsechzig Tage überaus leicht berechnen. Das ist sonach auch ein naturgerechtes Bedürfnis eines Menschen. Dieses Quantum darf er für sich alljährlich sich ersammeln. Hat er Weib und Kinder, so kann er für jede Person dasselbe Quantum zusammenbringen, und er hat da vollkommen seinem Naturrechte zur gerechten Folge gehandelt. — Einem starken Esser, der besonders schwere Arbeiten verrichten muß, sei das Doppelte sich zu ersammeln vollkommen frei gestattet.

Wenn dieses allgemein beachtet wird, dann wird die Erde nimmer von einer Not zu klaffen haben. Denn vom Herrn aus ist ihr fruchtbarer Flächenraum so gestellt, daß bei gehöriger Bearbeitung und Verteilung des Bodens zwölftausend Millionen Menschen vollkommen genügend ihren Lebensunterhalt finden können. Gegenwärtig aber leben kaum etwas über eintausend Millionen Menschen auf der Erde, und darunter gibt es bei siebenhundert Millionen Notleidende.

Worin liegt der Grund davon? Weil eben die Bedingungen dieses göttlichen Gesetzes, welches in der Natur eines jeden Menschen gegründet ist, nicht in die lebendige Ausübung gebracht werden.

Gehen wir aber weiter! Wie groß da ein Mensch ist und wieviel er zur Bedeckung seiner Haut bedarf, läßt sich ebenfalls überaus leicht bemessen. Es sei aber einem jeden Menschen gestattet, sich nach Beschaffenheit der Jahreszeit eine vierfache Hautbedeckung zu verschaffen. Das ist der naturgerechte Maßstab für die Ansammlung der Kleiderstoffe und der Bereitung derselben. Ich will aber noch einmal soviel hinzufügen, was die Oberkleidung betrifft, und viermal soviel für die Unterkleidung, und das des reinlichen Wechsels wegen.

Wenn dieser Maßstab beachtet wird, dann wird es auf der ganzen Erdoberfläche keinen nackten Menschen geben. Aber wenn auf der Erde ungeheure Kleiderstoff-Fabriken errichtet sind, die alle Kleiderstoffe in ihrem Urzustande um erzwungene Schandpreise an sich kaufen, daraus dann eine zahllose Menge, und das bei weitem mehr luxuriöser als nützlicher Kleidungszeuge fabrizieren und dieselben dann zumeist um himmelsschreiende Preise an die dürftige Menschheit verkaufen, zudem aber auch viele wohlhabende Menschen sich im Verlaufe der Jahre, besonders weiblicherseits, mit mehr als hundertfachem Kleiderwechsel versehen; da wird dieses naturgerechte Ebenmaß auf das allergewaltigste gestört, und von tausend Millionen Menschen müssen wenigstens sechshundert Millionen in dürftiger Kleidung umhergehen.

Wie groß braucht denn ein Haus zu sein, um ein Paar Menschen mit Familie und der nötigen Dienerschaft ehrlich und bequem zu beherbergen? Gehet aufs Land und überzeuget euch, und ihr werdet darüber sicher ins klare kommen, daß zu einer gerechten und bequemen Beherbergung keine hundert Zimmer fassende Schlösser und Paläste erforderlich sind.

Was über ein solches gerechtes Verhältnis ist, ist wider die Ordnung Gottes und somit wider Sein Gebot.

Wie groß muß denn ein Grundstück sein? Nehmen wir ein mittelerträgliches Land! Auf diesem kann bei mäßiger Bearbeitung, und zwar auf einem Flächenraume von tausend Quadratklaftern für einen Menschen selbst in Mitte ein vollkommen hinreichender, ein Jahr dauernder Lebensbedarf erbeutet werden. Bei einem guten Boden genügt die Hälfte; bei einem schlechten Boden lassen wir das Doppelte vom Mittelboden für eine Person gelten. Soviel Personen sonach ein Familienhaus zählt, so oftmal darf es naturrechtlich solchen bestimmten Grundboden-Flächenraum in den Besitz nehmen. Wir wollen aber in unserem Ausmaße recht freigebig sein und geben für die Person das Doppelte und bestimmen solches auch vollkommen als naturrechtlich von Gott aus gebilligt. — Wenn die Gründe so verteilt würden, so könnten ebenfalls siebentausend Millionen Familien auf der Erdoberfläche ihr gesichertes Grundbesitztum finden.