*


Willkommen Gast. Bitte einloggen oder registrieren. Haben Sie Ihre Aktivierungs E-Mail übersehen?

Einloggen mit Benutzername, Passwort und Sitzungslänge

22. Rat für Dickblütige 517

Administrator Beiträge: 10836 Forumgründer *****
22. Rat für Dickblütige
« am: Mai 30, 2011, 08:12:23 Vormittag »
J.L. (v. 18.8.1841) − Manchmaliger geheimer Ärger ist deines Weibes Grundübel und "vergället" ihr das sehr erregbare Blut; daher kommt auch ihre Verschleimung. Du wirst sagen und fragen: "Sind denn so kleine häusliche Ärgerlichkeiten auch von solch gallischer Wirkung? Solches sagt man ja nur von bedeutendem Zorn oder von andern großen Gemütsbedrückungen."

O siehe, das ist ganz irrig und falsch genommen. Denn eigentlich zornmütige Menschen haben auch eigentlich sehr wenig Galle, sondern nur ein zu reges Blut, welches für Einwirkungen böser Geister sehr empfindlich ist. Wird allenfalls durch einen Zornausbruch die Galle auch gewaltig in Anspruch genommen bei solchen Menschen, so schadet ihnen das aber dennoch nicht; denn ihr sehr leichtes, regsames Blut schafft bald wieder alles aus dem Leibe.

Aber ganz anders ist das bei jenen Menschen, besonders weiblichen Geschlechtes, welche schon von der Geburt aus ein mehr dickes Blut haben. Diese Menschen haben darum auch stets mehr ein unbehagliches Gemüt und können sich heimlich sogar über eine Fliege ärgern, obschon sie eigentlich eines Zornes unfähig sind. Dadurch aber geschieht es dann, daß ihr Blut beständig mit galligen Substanzen untermengt ist. Wo das Blut dann seine Nährsäfte in den Leibesorganismus absetzt, dahin gelangen auch die im Blute aufgelösten galligen Teile und verdichten somit die Säfte.

Solches Übel aber kann leichtlich behoben werden durch geistige Mittel und durch ein gerechtes Fasten, aber niemals durchs Baden in warmen, gesottenen und somit aller Lebenskraft beraubten Wässern und am allerwenigsten durch das Trinken gar abgestandener mineralischer Wässer zur Vertreibung irgendeines Hader von selbst vergehen würde, wenn sich das Blut durch eine gerechte geistige und natürliche Diät gehörig verdünnen würde.

Was aber ist diese geistige Diät? — Enthaltsamkeit von allen Ärgerlichkeiten, sie mögen was immer für einen Grund haben. Denn sobald das nicht streng beachtet wird, kann an keine Besserung gedacht werden. Ich will hier nicht die verschiedenen Gründe anführen, durch welche all der Ärger erzeugt wird. Genug, daß Ich sage, sie müssen samt und sämtlich von Grund aus vermieden werden, sonst wird da von einer Gesundheit nie die Rede sein.

Wie kann aber solches gar leicht vermieden werden? Im beständigen, wahrhaften Hinblick in vollem Glauben und aller Liebe auf Mich, aber nicht auch nebenbei auf die Welt und allfällige Verwandte, die zwar viel Gebete tun aus den Büchern, aber wenige aus dem Herzen; darum sie auch große Stücke halten auf Weltärzte; aber dem wahren Hausarzte trauen sie nicht allein ohne einen Weltarzt! Siehe, solches heißt soviel als rein nichts! Denn also sitzt der Kranke zwischen zwei Sesseln auf dem Boden und wird von keinem getragen.

Das wäre somit die geistige Diät, welche gar leicht beachtet wer den kann.

Was aber die natürliche Diät betrifft, so besteht diese in einem gerechten Fasten. Dieses aber besteht darin, daß sich da enthalten werden solle von allen fetten Speisen und schweren Getränken. Denn dieses alles ist ein Gift für derlei Naturen, die ein mehr dickes Blut haben. — Ebenso ist auch der Genuß des Kaffees überaus schädlich schon an und für sich; so er aber noch zu fett und manchmal zu stark genossen wird, da kann durch ihn die Natur so ganz und gar verdorben werden, daß ihr kaum durch ein Wunder zu helfen ist. — Ebenso schädlich sind auch alle Leckereien und zeitweiligen Speisewechslungen, durch welche dann über einen Tisch alles verdorben wird, was allenfalls sieben ordentliche, einfache Tage gutgemacht haben. Ebenso ist auch alle Obstnascherei, besonders an den Nachmittagen, äußerst schädlich, wenn das Obst nicht ehedem gesotten oder gebraten ist.

Weizenbrot, wie zum Beispiel gutgebackene Semmeln, reines Wasser, von allem Fett befreite Milch, frische Fleischbrühen mit Kräutern, als: Salbei und Quendeln, süße Rüben, Meerrettich zum mäßig genossenen Rindfleisch, dann und wann ein Lamm- oder Kalbbraten, dann manchmal auch etwas Wein mit Wasser genossen — solches bedingt die Gesundheit des Leibes, wie auch manchmal eine in der Fleischbrühe eingekochte Maisgrütze. — Alles andere aber ist ein Gift für derlei Naturen, besonders wenn sie schon sehr durch die Apotheken geschwächt worden sind!

Das ist die wohl zu beachtende natürliche Diät. Ferner ist solchen Naturen auch alles Abkühlen nachteilig. Wohl aber ist ihnen eine beständige Bewegung zu empfehlen, natürlich mit Maß und Ziel. Das Schlafen unter Tags aber, wie das warme Baden, gebiert des Leibes Tod für solche Naturen!

Siehe Mein lieber A. H. W., solcher Natur ist dein Weib und hat sich durch eigene Schuld also leidend gemacht. Wenn sie solches alles im Vertrauen zu Mir beachten will, da kann's besser werden mit ihr; sonst aber wird sie siechen ihr Leben lang. Noch immer ist sie voll Schwächen und mag Mir nie voll vertrauen, sondern fürchtet ihre Verwandten oft beinahe mehr denn Mich und hält noch so manche Stücke auf weltliche Beziehungen, was denjenigen durchaus nicht gut ansteht, die Ich erwählet habe!

Solches aber magst du beachten, so wird's wohl besser werden; aber sonst lange nicht. — Ich möchte sagen Amen. Aber hier kommt es auf dein Amen an. Verstehe es!