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21. Kur für Skrofulöse 534

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21. Kur für Skrofulöse
« am: Mai 30, 2011, 08:12:45 Vormittag »
J.L. (v. 9.7.1848) — Wie oft wirst du Mir noch mit Rezepten kommen? — Glauben, glauben und ein volles Vertrauen, das ist besser denn alle Rezepte und Medizinen! Denn weißt du, bei den Fleischkuren werden wir unsere Rechnung nicht finden. Ich rate wohl jemandem, der schwach im wahren Glauben ist, für sein leidig Fleisch gern ein Mittel. Beachtet er es genau, so wird es ihm wohl besser. Ist er aber zu bequem, alles genau zu beachten, und macht Mein angeratenes Mittel dann nicht schnell die erwünschte Wirkung, so wird unser Patient noch schwächer im Glauben, als er früher war. Und siehe, so eine Kur bringt Mir sodann den erwünschten geistigen Nutzen nicht, welchen du dadurch zu erreichen wähnst. — Wir aber arbeiten nur für den Geist und nicht für das Fleisch! Daher habe Ich es auch nicht gerne, so du Mir um Medizinen für irgendein Fleisch kommst.

Das Mädel soll nicht saure Sachen essen sowie auch keine blähenden Speisen wie Kohl, Bohnen und dergleichen, da sie ein skrofulöses Fleisch hat. Warum hat sie denn für ihren Skrofelkropf den Jodgeist gebraucht? Sie hat auch in den Füßen verborgene Skrofeln, und vom Halse haben sie sich nun auf die Brust gelegt. Hätte sie ihren Hals, nach deinem öfteren Rate, mit nüchternem Speichel gerieben, so hätte sie nun eine freie Brust. Nun aber, ist es etwa besser, so sie den Skrofelkropf samt dem guten Jodgeiste an der Brust hat? Nun sollen wir beide wieder Wunder wirken? Wäre freilich gut, wenn der rechte Glaube da wäre. Aber der ist nicht da, und somit wird es auch mit einem Wunder etwas schwergehen.

Es wird ihr demnach vorerst ein rechter Glaube, dann eine recht breite Geduld anempfohlen. Dann aber sollte sie nicht soviel singen, reden und nicht in einem fort ihre Freundinnen küssen, was die Skrofelsucht vermehrt. Also solle sie auch besonders abends gleich nach dem Untergang der Sonne in ihrem Zimmer sein und die Zugluft besonders im Zimmer meiden — und nicht gleich nach dem Tische sich an den Nähtisch setzen, was ihr sehr schadet. Ebenso soll sie auch das rohe Obst meiden, sonst wird sie viel leiden.

Nun soll sie aber frischen Leinsamen stoßen, daraus leichte Breiumschläge machen und etwas erwärmt auflegen. Dann des Tages zweimal einen Reinigungstee nehmen, unter Tags auch fleißig Wasser trinken, aber keinen Wein, kein Bier und auch keinen Kaffee, sondern zum Frühstück eine Suppe oder einen schwachen Kakao.

Am besten aber wäre ein Maisabsud mit etwas Milch und ein wenig Zucker. Überhaupt würde ihr Maisgrütze in einer Fleischbrühe sehr gut zustatten kommen. Wenn sie das gläubig gebraucht, so wird es schon wieder mit ihr besser werden. — Amen.