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19. Über Schwermut und deren Behandlung 522

Administrator Beiträge: 10835 Forumgründer *****
19. Über Schwermut und deren Behandlung
« am: Mai 30, 2011, 08:13:35 Vormittag »
I.K.L. (v. 12.6.1894) — Schreibe, Mein Kind, ein Wort für die kranke Schwester, die bei Mir ihre Hilfe sucht und all ihr Vertrauen in Mich setzt, aber dennoch nicht stark genug ist im Glauben an Mich, ansonst sie nicht Schwermut ergriffen hätte.

Du fragst, Mein Kind, was Schwermut ist, woraus sie entsteht und wie diesem Leiden gesteuert werden kann? — Nun siehe, das will Ich dir sagen, weil gar viele an diesem Übel leiden und auch in dir Hang zu Schwermut vorhanden ist.

Die Schwermut ist im allgemeinen dem weiblichen Geschlechte mehr eigen als dem männlichen und hat ihren Grund meist in einer unglücklichen Neigung, einem verletzten Herzen oder versagten Wunsche, der zu tief sich dem Herzen eingeprägt hat, um je wieder verwischt werden zu können. Daraus entsteht Unzufriedenheit mit sich selbst, mit dem Geschicke, mit Meiner ganzen Führung und mit der ganzen Umgebung.

Ein Unbefriedigtsein des Herzens ist der erste Schritt zur Schwermut. Und wenn da ein solches Kind nicht alsobald Mein Vaterherz aufsucht und Mich zum Führer wählt, Mich in sein Herz aufnimmt und in Mir und Meiner Liebe alles findet, dann kann ein solcher Schritt die schrecklichsten Folgen nach sich ziehen, daß — so es möglich wäre — Mir eine solche Seele ewiglich verlorenginge, wenn Meine Liebe nicht ewiglich währte und auch nach Ewigkeiten sich einer Seele noch erbarmte.

Das zeigt dir nun die eine Seite der Schwermut. Nun gibt es aber noch eine, die ganz besonders Meine im Werden stehenden Kinder oftmals ergreift, so sie zu wenig Vertrauen in Meine Liebe setzen und aus eigener Gerechtigkeit sich der Seligkeit befleißen, also nicht aus Gnade und Erbarmen und durch das Verdienst Jesu, sondern aus eigener Kraft sich die Seligkeit verdienen wollen.

Durch vieles und lang anhaltendes Beten, durch gute Werke, durch Fasten und Kasteien und durch die gänzliche Aufopferung eures Fleisches sowie durch ein heiliges Leben, insoweit ihr rein oder heilig zu leben vermöget, könnet ihr euch wohl den Kampf erleichtern, aber nimmermehr die Seligkeit erkaufen.

Darum suchet euch nicht den Weg zu erschweren durch allerlei selbstauferlegte Bürden und stellet keine zu großen Anforderungen an euch selbst, sondern tuet nur, was Ich von euch begehre, so wird Meine Gnade und Mein Erbarmen euch retten und Meine Liebe euch alle aufnehmen in die Zahl der Kinder Gottes!

So hast du nun auch die zweite Art der Schwermut, die Meine Kinder von Mir trennt und ihre Herzen mit Traurigkeit erfüllt, ob ihres Unvermögens und ihrer Schwachheit willen — was aber nicht die rechte Traurigkeit ist, die aus der Demut entspringt und darum Mir auch nicht wohlgefält. Ich sehe lieber Meine Kinder heiter und fröhlich, mit der festen Zuversicht im Herzen.

Wie kann diesem Leiden gesteuert werden?

So wir hier auf die in erster Art Leidenden zurückkehren wollen, müssen wir einen Punkt berühren, der von vielen verkannt, mißachtet und darum auch nicht als in den Bereich des Geistes gehörig angesehen und beachtet wird. Weil es aber dennoch ein tief ins menschliche Leben eingreifender Punkt ist, will Ich euch ein Wort darüber geben und so höret:

Der Unglücklichen durch den falschen Begriff von Liebe ist eine große Zahl. Im geistigen Sinne die Liebe betrachtet, ist sie das Herrlichste und Edelste, was ein Menschenherz beglücken kann. Im materiellen Sinn dagegen ist sie eine Unheil verkündende Macht, die das Herz bestrickt und es in Fesseln legt, es blind und unzurechnungsfähig macht und zu den größten Torheiten führen würde, so nicht Meine Hand dazwischen griffe, um die Wege der Menschen zu ebnen, das heißt, nach Meinem Sinne zu lenken.

Da sind wir nun am Hauptpunkte der Frage: Wie ist dem Leiden zu steuern? Ist die Liebe nicht göttlichen Ursprungs? Und woran erkennen wir die wahre und die falsche Liebe?

Die wahre Liebe ist freilich göttlichen Ursprungs und in jedes Menschen Herz gelegt als ein Gottesfunke, welcher aber so lange schlummert, bis er von außen zur Tätigkeit angeregt wird. Wie aber alles, was für höhere Zwecke bestimmt ist, einer Läuterung und gründlichen Reinigung unterzogen werden muß, so bedarf auch die im Herzen schlummernde Liebe einer Reinigung. Sie wird zuerst von der Materie entzündet und zu wahrer Liebestätigkeit erweckt; hat sie darin einen gewissen Grad erreicht und ist Mein Zweck ein höherer für die Seele des Menschen, so entziehe Ich ihm die Materie, welche zur Erweckung der Liebe vonnöten, aber nicht dauernd für ihn bestimmt war.

Hat der Mensch diese Periode unter mancherlei Kampf und Anfechtung siegreich überstanden, so tritt Mein Geist ihm näher und entzündet abermals die schon zur Flamme gewordene Liebe, worauf das eigentlich wahre In-der-Liebe-Leben beginnt und ein Leben des Geistes seinen Anfang nimmt.

So ihr nun den Grund dieser Leiden und Schmerzen einsehet, da werdet ihr auch bald das Mittel zur Befreiung von denselben finden — und das bin Ich. Die Liebe aller Liebe will sich euch geben und euch völlig zu ihrem Eigentum ersehen. Das sagt euch die Liebe des Vaters, die euch gerne von allem Leid befreien und euch zu fröhlichen, glücklichen Kindern der Liebe gestalten möchte.

Was nun noch weiter die Erkennungszeichen der wahren und der falschen Liebe betrifft, so sage Ich:

Die wahre Liebe wird sich stets selbstlos und uneigennützig erweisen, sie wird nicht das Ihre suchen, sondern nur der andern Wohl und Glück im Auge haben, sich in jeder Lage des Lebens zurechtfinden und Meine Führung preisen. So tut die wahre Liebe, die stets sich gleich bleibt und ewig währt; die falsche Liebe aber wird nur so lange sich als treu und wahr erweisen, bis sie anscheinend ihren Zweck erreicht und ihre Wünsche befriedigt sieht. Hat sie es so weit gebracht, dann wird sie sich bald entlarven und mit ihrer wahren Gestalt zum Vorschein kommen; sie wird alsbald zu herrschen anfangen und versuchen, sich alles untertan zu machen.

Daß es mit solcher Liebe seine geweisten Wege hat, könnet ihr leicht begreifen; und ihr werdet auch einsehen, daß Ich da mit starken Mitteln eingreifen muß, um solch eine vom Hochmut ergriffene Seele auf den Weg der Demut und der wahren Liebe zurückzuführen.

So habe Ich euch nun wieder einen Punkt erleuchtet, der euch manches Dunkel erhellt und Mich als den Gott der Liebe erscheinen läßt trotz allerlei Not und Bedrängnis, in die Ich die Meinen führe, um sie vor dem gänzlichen Verfalle des Leibes und der Seele zu retten. — So betrachte auch du, Mein Kind, dein Leiden als eine züchtigende Gnade Gottes und widerstrebe Mir nicht! Denn siehe, Ich will deine Seele reinigen und läutern und dich für Mein himmlisches Reich zubereiten.

Mein liebes Kind, du bittest Mich um einen Wink, wie dem Leiden deiner Schwester abzuhelfen wäre, wie du es anstellen sollst, um sie zur Annahme deiner Ratschläge zu bewegen. Mache dir hierüber gar keine Sorge und überlasse auch dieses Mir. Ich werde zur rechten Zeit mit Meinen Mitteln eingreifen, und diese werden ihren Zweck nicht verfehlen.

Und was die sonstige Behandlung dieser Kranken betrifft, so ist hier eine fortgesetzte Wachsamkeit nötig, besonders in bezug auf ihr inneres Seelenleben und ihre Gedankenwelt. Um letztere zu regeln, ist besonders ein langes Alleinsein zu vermeiden, um sie vor dumpfem Brüten zu bewahren, welches die schlimmsten Folgen, hauptsächlich sinnliche Ausschweifungen aller Art, sowie Sittenlosigkeit und allerlei Wahnvorstellungen und ein tolles Durcheinander im Gehirn verursachen kann. Dadurch werden die Kranken der Selbständigkeit beraubt und der Spielball fremder Einflüsse infolge Zudringens arger Geister, die solch ein Wesen auf Augenblicke völlig in Besitz nehmen, um durch dasselbe ihre sehr niederen und rohen Gelüste zu befriedigen und um ihre Feindseligkeit und völlige Gottentfremdung auf irgendeine Weise kundzugeben. Das alles sind Folgen der Sinnenreizung durch sinnliche Grübeleien infolge schlechter Erziehung. Werden solche üblen Keime nicht schon im Kinde getötet, ja bleiben sie völlig unbeachtet von seiten der Eltern, dann setzt sich eine Menge arger Geister in das Fleisch solcher armen Wesen, daß ihr Geist umnachtet, ihr Herz finster wird und sie für lange Zeit unfähig sind, sich einem reinen und guten Einflusse hinzugeben.

Solche Unglückliche nennet ihr "wahnsinnig", sperret sie in Irrenhäuser, wo sie, umgeben von lauter Kranken solcher Art, meist noch finstereren Geistern anheimfallen und da vollends an Leib und Seele zugrunde gerichtet werden. Anstatt daß ihr sie in euer tägliches Gebet einschließen würdet und ihr Unglück euch Mitleid und herzliches Erbarmen einflößen würde, habt ihr eine Art Abscheu und heimliche Verachtung für sie, manchmal sogar Furcht und Entsetzen. Ich sage euch, stündet ihr im wahren Glauben und hättet ihr eine rechte Liebe zu Mir und eurem Nächsten, so könnte Ich euch die Kraft verleihen, den Kranken durch Auflegen der Hände zu helfen. Aber ihr seid noch nicht stark genug, solch göttliche Kraft Meines heiligen Geistes zu empfangen und dennoch in wahrer Herzensdemut zu verbleiben. Darum muß Ich noch allezeit mit Meiner Hilfe verziehen und muß euch in eurer Schwäche belassen, auf daß ihr Mir nicht verlorengehet, sondern euch stets von neuem das Kreuz zu Mir, eurem Vater, treibt.

Es ist wahrlich keine leichte Sache für Mich, den Allmächtigen, euch nicht mit Meiner Allmacht, sondern mit Meiner gottväterlichen Geduld und Sanftmut in steter Willensfreiheit und nach eurer eigenen Selbsttätigkeit zu führen und zu leiten mit der Liebe und Weisheit eines Vaters und nicht mit der Macht und Kraft eines lebendigen Gottes. Die Macht Gottes würde zerstörend auf euer sündiges Fleisch wirken. Aber die Liebe des Vaters wirkt belebend, erquickend und stärkend. Darum freuet euch und danket von ganzem Herzen, daß ihr nicht einem großen, allmächtigen Gott, sondern einem liebenden Vater in die Arme gefallen seid. Nur als liebender Vater kann Ich noch länger euch in eurer Schwachheit ertragen und Meine ganze Liebe über euch ergießen, euch täglich so viel Kraft schenken, als ihr zum Tragen eures Kreuzes brauchet, und in Meiner Liebe euch zeigen, wie ihr tun und handeln sollet, um Mir und Meiner Liebe näherzukommen.