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6. Vaterwort und Gebet des Hilfesuchenden 615

Administrator Beiträge: 10836 Forumgründer *****
6. Vaterwort und Gebet des Hilfesuchenden
« am: Mai 30, 2011, 08:21:02 Vormittag »
G.M. (v. 11.1.1871) — Da du Mich anflehst, diesem Bruder eine Erleichterung in seinem Leiden zu bringen, so schreibe nun und sage ihm:

Ich weiß wohl, wo es ihm fehlt — und er weiß, warum es ihm fehlt. Und so haben wir zwei uns keine Generalbeichte abzulegen. Da er aber schon seit längerer Zeit — mürbe gemacht durch seinen hilflosen Zustand — Mich um Hilfe bittet, so will Ich denn Gnade für Recht ergehen lassen und ihm den Weg zeigen, wie er eine rechte Hilfe von Mir erlangen kann und was er für sich selbst vorerst tun soll, auf daß Mein Segen fruchte. — So höre!

Bei seinem Übel ist die Tatlosigkeit der Bewegungsnerven das Haupthindernis der Genesung. Um nun dieses zu beseitigen, müssen die Nerven durch besseres Blut ernährt werden, und dazu gehört eine für ihn vielleicht starke, aber notwendige Verleugnung seiner Hauptgewohnheiten. Denn Ich kann sein Blut nicht verbessern, wenn er jeden Augenblick zu dessen Vergiftung besonders durch Tabak und Kaffee beiträgt...

Da aber auch bei euren menschlichen Heilmitteln und Ärzten das Vertrauen der wichtigste Hebel zur Wirkung der gegebenen Arznei ist, so muß er auch in Mich, als ersten Arzt der Welt, sein ganzes Vertrauen setzen. Mit inbrünstigem Gebete muß er sein ganzes Schicksal in Meine Hände legen und dann geduldig abwarten, was und wann Ich die gehoffte Linderung eintreten lassen werde.

Auch jetzt betet er — es ist aber nicht das Gebet, wie Ich es will und es Mir angenehm ist. Es darf nicht mechanisch sein. Es muß, Mir entsprechend, ein geistiges Gebet sein. Nur dann dringt es zu Mir. Es muß mit dem Herzen und nicht mit den Lippen vollführt werden.

Um zu diesem Gebete aber den Weg zu finden, soll er zuvor über sein ganzes Leben etwas nachdenken, soll betrachten, wie er sich in der Vergangenheit gegen Mich verhalten, wie er Meine Gnade geachtet oder mißachtet hat; wie er endlich nach so vielen Verfehlungen gegen Mich, gegen seine Seele und endlich auch gegen seinen Körper bis dorthin gekommen ist, wo er sich jetzt befindet.

Wenn ihn dann so eine recht herzliche Reue überkommt, wenn er klar einsieht, wie sehr und wie oft er gegen Mich gefehlt, wenn er dann begreift, daß die Strafe für seine Fehler noch hätte schlimmer kommen können — dann flehe er zu Mir, bekenne vor Mir offen seine Schuld, bekenne, wie wenig er diese Langmut seines Vaters verdient hat, der ihm jetzt noch im vorgerückten Alter wieder die Hand bietet, um den längst verlorenen Sohn zu retten.

Wenn er so, zerknirscht, vor Mir steht, Meiner Gnade und Meiner Huld alles überlassend, dann werde Ich neues Leben erst in seine Seele und durch diese in seinen Körper einfließen lassen. Und mit seinem heiligen Versprechen, jetzt alle weltlichen Ideen fahren zu lassen und nur sein geistiges Heil suchend, wird er dann bald fühlen, was es heißt, auf seinen himmlischen Vater vertrauen, der ebenso wie ein irdischer Vater ein flehendes Kind nie zurückweisen wird.

Hier liegt nun der Weg offen vor ihm! Will er ihn wandeln, wird er die guten Folgen davon bald ersehen. Ist aber seine Eigen- und Weltliebe stärker, so wird er sich die Folgen, die daraus erwachsen werden, selbst zuzuschreiben haben.

Frei habe Ich den Menschen erschaffen, und frei muß Ich ihn lassen. Er ist Herr seines Schicksals und kann wählen entweder den Weg nach oben oder nach unten. — Amen.

Liebevollster Vater! Hier liege Ich schon, jahrelang unbeweglich, mir und den Meinen zur Last, ein lebendiger Vorwurf meines eigenen, vergangenen Lebens. — O Du allerliebster, gnädigster und huldvollster Vater und Herr, der Du mir so lange geduldig zugeschaut hast, wie ich leichtsinnig ohne Vorbedacht meine weltliche Existenz und meinen Körper so nach und nach ruinierte. Mit welchem Gewissen soll ich vor Dich hintreten, wenn ich bedenke, daß ich nicht nur mich, sondern auch meine Lebensgefährtin und die Kinder, die ich in eitler Lust gezeugt, nun mit unglücklich gemacht und dem weltlichen Elend preisgegeben habe.

Du, o Vater, hast trotz all dieser Fehler mich doch nicht vergessen. Und jetzt, wo ich auf keine Rettung mehr hoffte, jetzt sendest Du mir Hilfe, mir Unwürdigem! — Was vermag ich Dir denn dafür zu bieten? Ein von Vorwürfen zerrissenes Herz und ein mit Sünden beladenes Gewissen, das sind die Gaben, die ich vor Deinem Throne hinlegen kann. Und doch, nach solchen Opfern würdigst Du mich, mir Deine hilfreiche Hand zu reichen! Ja, lasse sie mich fassen, diese so oft mir nahe gewesene und stets von mir verschmähte Hand! Lasse sie mich fassen und festhalten, auf daß sie mich herausziehe aus diesem Elend, in das mich meine eigene Schuld geworfen hat.

Vater! Als verirrtes, aber reuiges Kind rufe ich zu Dir, verzeih und hilf mir! Mehr kann ich nicht erflehen. Denn auch dieses verdiene ich nicht. Aber Deine unbegrenzte Liebe und Gnade, die auch den Wurm im Staube nicht vergißt, erfüllt mich mit der heißen Hoffnung, daß Du auch mich, den verlorenen Sohn, in Deine Arme aufnehmen und meine bis jetzt ausgestandenen Leiden als eine kleine Abschlagszahlung meiner Schuld ansehen wirst.

Du willst mich Blinden führen und aus all meinen Fehlern und Verirrungen nur eine beste Stufenleiter zu Deinem Herzen erbauen. — Wer kann solche Huld und solche Liebe würdigen? — Ein Sterblicher nicht! Sondern nur stille weinend kann das verirrte Ich Deinem väterlichen Rufe folgen. — Amen.