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143. Johannes' und Martins Gespräch mit den Sonnentöchtern über den Herrn 532

Administrator Beiträge: 10836 Forumgründer *****
143. Johannes' und Martins Gespräch mit den Sonnentöchtern über den Herrn
« am: Juni 03, 2011, 02:51:07 Nachmittag »
[BM.01_143,01] Nach diesen Worten verstummen sie ganz, und die drei sagen zu Martin, Petrus und Johannes: „Ach, da habt ihr's nun! So ihr das schon im voraus gewußt habt, warum hießet ihr uns, ihnen unser enthülltes Angesicht zu zeigen? Nun liegen die Armen ganz leblos vor uns! Wer wird ihnen nun ein neues Leben wiedergeben? Könnet etwa ihr das? Oh, wenn ihr es könnet, da erwecket die Armen wieder, denn sie dauern uns gar sehr! Ach, wenn wir uns vor ihnen doch nicht enthüllt hätten!“

[BM.01_143,02] Spricht Johannes: „Macht euch nichts daraus! Was hier diesen durch eure – von Gott, dem Herrn, eigens erhöhte – übermächtige gestaltliche Schönheit begegnete, ist ihnen überaus gut und heilsam. Eben dadurch sind sie einer letzten, aber überaus schweren materiellen Bürde ledig geworden, die sie sonst noch lange gequält und unfähig gehalten hätte, höhere und höchste Freuden der Himmel Gottes zu genießen. Nun aber ist diese Bürde mit einem Hiebe von ihnen gewichen auf ewig. So werden sie auch bald zu einem besseren und reineren Leben erstehen und werden euch ohne Ärger, Schande und Schaden beschauen können gleich uns. Sie werden euch recht viel nützen können, indem sie doch Töchter des Allerhöchsten und heiligen Vaters sind!

[BM.01_143,03] Sie sind jetzt freilich so gut wie tot. Denn es wurde ihnen nun ihre falsche Liebe genommen, die sie bis jetzt belebt hatte bei weitem mehr denn die Liebe zu Gott, dem ewigen Herrn aller Herrlichkeit und alles Lebens. Aber seht, dort vom Hintergrunde dieser großen Gesellschaft kommt soeben ein Mann, ein Vater, zwischen zwei Töchtern hierher! Dieser wird die nun tot Scheinenden schon zur rechten Weile wieder ins Leben zurückrufen, und vor euren Augen wird sich dadurch Gottes Herrlichkeit auftun. Daher macht euch nichts daraus; denn was diesen begegnet ist, ist ein heilsamster Akt für ihre noch sehr eitel gewesenen Herzen.“

[BM.01_143,04] Sprechen die drei: „O du herrlicher, uns schon bekannter Freund! Da du uns nun so viel Tröstendes gesagt hast, so sage uns auch, wer denn jener Mann ist, der nun zwischen seinen zwei Töchtern hierher wandelt. Ist es auch ein Bruder von euch und entstammt er gleich wie ihr dem heiligen Planeten?“

[BM.01_143,05] Spricht Johannes: „Wie ihr Ihn nun daherwandeln sehet, ist Er wohl uns allen ein Bruder. Er entstammt so wie wir Seinem hier sichtbar gestaltlichen Wesen nach der Erde, d.i. jener kleinen Welt, die eure Weisen gemeinweg den Heiligen Planeten nennen. Aber dessenungeachtet ist Er dennoch unser aller Meister und somit auch Herr! Denn wer ein Meister ist, der ist auch ein Herr. Er aber ist unser Meister in allen Dingen; also ist Er auch ein Herr über alle Dinge, von Gott verordnet!“

[BM.01_143,06] Sprechen die drei: „Oh, wenn so, da ist er ja um sehr vieles mehr denn ihr? Vielleicht so wie bei uns der oberste Weise, dem nicht nur alle Menschen dieser großen Welt, sondern auch alle Berge und Wässer und alle Tiere und Pflanzen gehorchen müssen?“

[BM.01_143,07] Spricht Johannes: „Ja, ja, ungefähr so; aber noch etwas mehr, wie ihr es selbst bald werdet kennenlernen!“

[BM.01_143,08] Sprechen die drei: „Müssen wir uns etwa auch vor ihm verhüllen?“

[BM.01_143,09] Spricht Johannes: „Hat keine Not! Der kennt euch schon lange und eure ganze Welt, bevor sie noch war und bevor wir und eure Weisen waren!“

[BM.01_143,10] Das nimmt die drei Sonnentöchter so wunder, daß sie darauf erwidern: „Was sagst du?! Das ist etwas, was wir noch nie vernommen haben, selbst von unseren größten und höchsten Weisen nicht. Denn diese sagen, unsere Lichtwelt sei wie eine Mutter aller andern Welten und sei daher auch die älteste unter allen. Wenn aber unsere große Welt, die nahezu kein Ende hat, die älteste ist – was da sicher und gewiß ist, da wir schon oft Zeugen waren, wie aus ihrem weiten Schoße neue, freilich nur kleine Welten geboren wurden –, wie kann da ein Weiser einer anderen, sicher kleineren Welt, die auch aus unserer Welt geboren ward, älter sein als unsere Weisen, ja älter als unsere große, nahezu endlose Welt!

[BM.01_143,11] O du sonst herrlicher Freund, da hast du dich doch wohl sicher ein wenig verrechnet. Es müßte nur sein, daß jener Meister ein Urengelsgeist wäre; dann freilich wäre es etwas anderes, dann könntest du wohl recht haben. Aber weil das schwerlich der Fall sein wird – was wir daraus entnehmen, daß ihn gar kein Lichtglanz umgibt, was doch bei den anderen Engelsgeistern stets so mächtig der Fall ist, daß wir gegen sie nahezu ganz finster erscheinen –, so mußt du es uns schon zugute halten, so wir dir hier einen kleinen Rechenfehler zur Last legen.“

[BM.01_143,12] Spricht Johannes: „Meine geachtetsten Töchter! Eure Weisen rechnen wohl gut, wir aber rechnen besser. Denn seht, es ist ein großer Unterschied zwischen uns und euch: Wir sind wahrste Kinder des Allerhöchsten; ihr alle aber seid nur Seine Geschöpfe und könnt nur durch uns Seine Kindeskinder werden! Das wisset ihr auch aus dem Munde eurer Weisen. Wenn aber also, saget mir, wer da älter ist: die Kinder oder die Kindeskinder, was ihr seid?“

[BM.01_143,13] Hier stutzen die drei und sagen nach einer Weile: „Oh, deine Frage ist von einer zu tiefen Weisheit! Diese können wir dir nicht beantworten. Vielleicht könnten es unsere Weisen wohl, was wir aber auch nicht behaupten können, da wir natürlich nicht berechnen können, wie tief sie mit ihrer Weisheit reichen. Lassen wir aber nun diese Sachen ruhen, denn euer Meister und Herr – wie du es uns gesagt hast – ist schon ziemlich nahe gekommen. Wir wollen uns auf seinen Empfang würdig vorbereiten! Nur das sage uns noch, wie er es am liebsten hat, daß man ihm entgegenkommt, auf daß wir uns innerlich und äußerlich darauf vorbereiten können!“

[BM.01_143,14] Spricht Johannes: „Über diesen Punkt wendet euch nur an euren zweiten Vater Martin, der euch ehedem lieben gelehrt hat. Er wird es euch schon ganz genau sagen!“

[BM.01_143,15] Darauf wenden sich die drei sogleich an Martin und dieser spricht:

[BM.01_143,16] (Martin:) „Meine geliebtesten Töchter! Bei diesem Meister und Herrn gilt nichts als einzig allein die reine Liebe! Daher kommet Ihm mit der größten Liebe entgegen, so werdet ihr Ihn gewinnen. Habt ihr aber Ihn gewonnen, so habt ihr alles gewonnen, denn Ihm sind alle Dinge möglich. Er könnte euch sogar zu wirklichen Gotteskindern machen, dessen bin ich völlig überzeugt!“

[BM.01_143,17] Sprechen die drei: „Dürften wir ihn denn auch so lieben, wie wir dich ehedem geliebt haben? Dürften wir uns auch so nach unserer neuerwachten Herzenslust fest an ihn schmiegen?“

[BM.01_143,18] Spricht Martin: „Allerdings, die Liebe kann vor Ihm nie einen Fehltritt machen. Würde Er auch im äußersten Falle zu euch sagen: ,Rühret mich nicht an!‘, so lasset euch dadurch dennoch nicht abhalten und erglühet nur desto mehr zu Ihm. Fasset Ihn ehernfest in eure Herzen, so wird Er euch dann schon von selbst entgegenkommen und wird euch in aller Fülle gestatten, wonach eure Herzen dürsten! Hat Er euch einmal in Sein Herz aufgenommen, dann erst werdet ihr eine Seligkeit in euch empfinden, von der kein Weiser eurer Welt auch nur die leiseste Ahnung hat!“

[BM.01_143,19] Sprechen die drei: „Ach, jene beiden Herrlichsten werden sicher solch eine Seligkeit in größter Fülle genießen? Was für ein mächtiger Himmelsgeist muß er doch sein, daß ihr, als wahre Kinder des allerhöchsten Geistes, ihn als eueren Herrn und Meister bekennt! Sicher muß Er der erste Sohn des Allerhöchsten sein und daher auch Sein Liebling und Sein alles?!“

[BM.01_143,20] Spricht Martin: „Ja, ihr habt nun beinahe das Zentrum getroffen; so wird sich die Sache ziemlich verhalten. Aber nun seid ganz ruhig, Er wird nun sogleich hier sein! Sehet, die Toten fangen bei Seiner Annäherung auch schon sich zu rühren an; daher also nur ruhig! Nicht wahr, meine geliebtesten Töchter, ist Er nicht endlos liebenswert?“

[BM.01_143,21] Sprechen ganz entzückt die drei: „Ach Himmel, ach Himmel! Oh, solch eine Liebenswürdigkeit haben sicher alle endlosen Himmel nicht noch einmal! Ach, welch eine unbeschreiblichste Sanftmut strahlt aus seinem ganzen Wesen! Ach, je näher er kommt, desto endlos liebenswerter wird er! O vergib uns, so wir dir sagen müssen, daß ihr, auch als Kinder des Allerhöchsten, doch nahe wie leere Schatten gegen ihn erscheint. Ach, je näher er kommt, desto klarer wird es unseren Herzen, daß man außer ihm kein Wesen mehr lieben könnte!

[BM.01_143,22] O Freund, o du unser neuer geistiger Vater, wir können nun unsere Herzen nimmer zurückhalten; zu mächtig verlangt es sie nach ihm! Nun bleibt er ungefähr zehn Schritte vor uns stehen, und – ach, da sieh hin! Siehe, er winkt mit dem Zeigefinger! O sage uns, wem, wem gilt dieses heilige Winken? Siehe, die Berge dieser Welt neigen sich, sooft er winkt! Und dort unten tief im Tale, wie das große Wasser sich erhebt und erbebt! – O sage uns, wem gilt dieses heilige Winken?“

[BM.01_143,23] Spricht Martin, auch ganz gerührt: „Euch, euch, meine geliebtesten Töchterchen, und nach euch diesmal sicher eurer ganzen Welt! Daher eilet nun hin und tuet, wie ich euch früher gelehrt habe!“

[BM.01_143,24] Sprechen die drei: „Ach, führe uns hin! Wir haben nicht den Mut und die Kraft, denn unsere zu mächtige Liebe erlahmt unsere Glieder!“

[BM.01_143,25] Martin, Johannes und Petrus greifen nun sogleich den dreien unter die Arme und führen sie sanft zu Mir hin.