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95. Verlangen, das Wesen des Herrn zu erforschen. Des Herrn Rezept 558

Administrator Beiträge: 10838 Forumgründer *****
95. Verlangen, das Wesen des Herrn zu erforschen. Des Herrn Rezept
« am: Juni 08, 2011, 08:10:58 Vormittag »
[BM.01_095,01] Chanchah nimmt ehrfurchtsvoll das Kleid, das im Augenblicke, als sie es berührt, schon ihr ganzes Wesen überaus herrlich schmückt. Als sie so himmlisch bekleidet dasteht, weint sie vor Freude und spricht: „O Freund, welchen Namen wohl führst du? O sage es mir, daß ich ihn in mein Herz mit der glühendsten Schrift für ewig zeichne!“

[BM.01_095,02] Rede Ich: „Schönste Chanchah, dafür ist schon gesorgt! Was du tun möchtest, ist schon geschehen. Forsche nur in deinem Herzen und du wirst das finden, was du nun von Mir suchst zu vernehmen! Ich sage dir: Deine Liebe zu Mir wird dir alles verraten!“

[BM.01_095,03] Chanchah macht über Meine Worte große Augen und stutzt gewaltig. Nach einer Weile spricht sie, ganz in sich vertieft: „,Deine Liebe zu mir wird dir alles verraten! Was du tun möchtest, das ist schon geschehen. Forsche nur in deinem Herzen und du wirst es finden, was du von mir suchest zu vernehmen!‘?

[BM.01_095,04] Sonderbar, höchst sonderbar! Hm, hm, wie kann der so reden?! Warum brennt denn aber mein Herz gar so mächtig vor Liebe, so er mit mir spricht? In seiner Stimme liegt eine so unbegreifliche Zaubermacht, daß mir vorkommt, dieser müßte durch die Macht seiner Rede Welten erschaffen und wieder zerstören können! Eine Milde, nie gekannt, dabei aber doch voll wahrhaft göttlichen Ernstes! Wahrlich, wahrlich, wahrlich, – ich ahne Großes!

[BM.01_095,05] O du heilig Wort, auf der Erde noch nie vernommen! O heiliger Klang solcher Rede: ,Deine Liebe zu mir wird dir alles verraten!‘ Ich will ja nur eines, seinen Namen nur will ich. Und er spricht: ,Alles! Alles!‘ Wie endlos größer wohl ist das Alles denn das Eine! Ich wollte ja nur eines, und er spricht: alles!

[BM.01_095,06] O Lama! Lama! Du großer, heiliger Lama, wie soll ich dies fassen?! Ach, ach, wie herrlich doch ist seine Gestalt, welch erhabenste Majestät in seinen Augen! Es sind wohl die andern zwei auch wunder erhabene Gestalten und scheinen auch sehr weise und mächtig zu sein. Aber wenn ich diesen einen ansehe, da erbrennt mein Herz wie die große Kaiserfackel, die, so sie angezündet wird über dem großen Fackelturme der kaiserlichen Burg, die ganze Stadt erleuchtet heller denn der volle Mond.

[BM.01_095,07] (Sich zu Mir wendend:) Ach, du lieber Freund, ja du göttlicher Freund! Was für Worte hast du zu mir geredet! Wer außer dir kann ihren Sinn deuten? Sie haben in mir tiefe Ahnungen erweckt, und ach – ich kann es dir unmöglich mehr verhehlen – eine Liebe, ja eine wunderbar mächtigste Liebe zu dir, du Herrlichster! Ja, du hast recht, du hast wahr gesprochen: ,Deine Liebe zu mir!‘ Ja wohl, Liebe zu dir, du Herrlichster!

[BM.01_095,08] Siehe, als ich auf der Erde wandelte in den schönen und großen Gärten, an denen meiner Brüder Stadt so reich ist, da horchte ich oft den leisen Tönen nach, mit denen die Schwäne, die gar lieblichen Anblicks über dem Spiegel eines zierlichen Teiches dahinwogten, die sinkende Sonne begrüßten. Es waren herrliche Töne; aber wie gar nichts waren sie im Vergleiche zur sanftesten Milde des Tones deiner Rede!

[BM.01_095,09] Oft ging am frühen Morgen ich lustwandeln und nahm meine Windzither mit mir. Sie klang herrlich, wenn der heitersanfte Morgenhauch ihre Saite begrüßte, daß darob mein Herz vor Freude erbebte. Ja, damals wohl erbebte mein Herz – denn damals hatte ich ja deine Stimme noch nicht gehört; jetzt würde Chanchahs Herz die Khalank nicht rühren, seit es erbebte beim Himmelsklang deiner Rede!

[BM.01_095,10] Ach wie süß klangen einst auch die Worte meiner Mutter, so sie mich rief und sprach: ,Chanchah, du mein Leben, komme ans Herz deiner Mutter, die dich mehr liebt denn ihr eigenes Leben!‘ – Ach, du lieber Freund, in diesem Rufe lag mehr Harmonie, als die Welt sie fassen kann. Wie gar so selig war die muntere Chanchah bei diesem Rufe! Die Erde ward schöner, ward wie verklärt, ja sie ward zu einem Himmelsgarten!

[BM.01_095,11] Aber, o Freund, du Herrlichster, damals habe ich deiner Rede Klang noch nicht gehört! Oh, wie tief in den Staub sinkt das alles nun zurück, so ich dich ansehe und deiner himmlischen Rede Ton in meinem bebenden Herzen vernehme, wie ein heiliges Echo, aus den Himmeln wiederklingend! Ach du Herrlichster, was werde ich beginnen, wenn mein Herz stets ungestümer für dich, ganz ewig allein für dich erbrennt?!

[BM.01_095,12] Lama, Lama, Du bist wohl groß und herrlich, wo Du bist. Dich soll man wohl mehr lieben denn alles. Aber was kann die arme Chanchah dafür, wenn ihr Herz diesen, sicher Deinen Freund auch, gar so innigst ergriff!

[BM.01_095,13] Aber du, o Herrlichster, wirst mir doch nicht zürnen, darum ich es wage, dich so mächtigst zu lieben? Kann ich ja doch nicht dafür, daß du meinem Herzen so heilig geworden bist!

[BM.01_095,14] Man lehrte mich auf der Erde wohl, daß es für die Guten einen Himmel gibt, der noch tausendmal schöner sei denn Peking, die große Kaiserstadt, und erhabener als die Majestät der blauen Berge. Ich aber finde diese Himmelspracht nun ganz leer und finde, daß nie der Himmel höchste Pracht, sondern nur ein Herz dem andern ewig ein Himmel der Himmel bleibt!

[BM.01_095,15] Ich habe in dir meinen Himmel der Himmel gefunden! Ach möchtest du auch in mir wenigstens so ein kleines Lustgärtchen finden!“ – Mit diesen Worten sinkt die Holde Mir zu Füßen.

[BM.01_095,16] Martin sagt: „O Herr – ,Bruder‘ wollt ich sagen; hätte Dich bald verraten! – etwas Ähnliches von einer jungfräulichen Weichheit ist mir noch nicht vorgekommen. Das will ich doch Liebe nennen! Da ist unsereiner gerade ein räudiger Ochse dagegen! – Bruder Borem, bei der können wir beide noch hübsch lange in die Schule gehen! Was meinst du?“

[BM.01_095,17] Spricht Borem voll der höchsten Achtung: „Allerdings, lieber Bruder Martin, in der beseligendsten Gesellschaft des Meisters aller Meister werden wir mit dem Lernen wohl ewig nie fertig werden. Übrigens alle Achtung vor dieser holdesten Chinesin; mit der Zartheit ihrer Gefühle und mit der echt orientalischen Glut ihrer Liebe werden wir es freilich noch lange nicht aufnehmen können. Es ist außerordentlich erfreulich, sie reden zu hören und daneben die Steigerung ihrer Liebe zu betrachten. Überaus beseligend für uns aber ist es zu wissen, wohin ihre nun noch blinde Liebe ihren Zug nimmt!“

 

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