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82. Der höllische Sturm auf dem Meere 562

Administrator Beiträge: 10838 Forumgründer *****
82. Der höllische Sturm auf dem Meere
« am: Juni 08, 2011, 08:15:35 Vormittag »
[BM.01_082,01] (Bischof Martin:) „Aber was doch das ist?! Sieh, dort aus dem tiefen Abend heraus entsteigen dem Meere ganz dichte Wolkenmassen etwa so, wie ich sie manchmal vor schweren Gewittern auf der Erde hinter den Bergen habe aufsteigen sehen. Diese Wolkenmassen ziehen sich stets näher und näher und es blitzt aus ihnen schon ganz entsetzlich.

[BM.01_082,02] Auch sehe ich nun eine Menge großer und kleiner Wasserhosen vor dem schwarzgrauen Gewölke einherziehen. Das sieht nun einmal ganz frappant drohend aus! Unsere Alten entdecken nun auch den heranziehenden Sturm und bemühen sich nun nach allen Kräften, das sichere Ufer zu erreichen. Wie sie arbeiten mit Händen und Füßen und wie oft sie da hinfallen!

[BM.01_082,03] Nein, das ist ja, wie man zu sagen pflegt, der Welt ungleich! Und doch scheint ihnen ihre Mühe wenig zu nützen: statt näher kommen sie nur stets weiter weg vom Ufer. Ah, das muß eine sehr fatale Situation für diese Alten beiderlei Geschlechtes sein!

[BM.01_082,04] Ich sehe wohl auch noch die zwei weißen Männer draußen in weiter Ferne gegen Mittag wie zwei Sterne glänzen. Aber sie scheinen sich um diesen herannahenden großen Sturm nicht im geringsten zu kümmern. Und siehe, dieser kommt stets näher und näher, und das mit Begleitung von nun schon über tausend Wasserhosen und zahllosen Blitzen! Auch donnern höre ich schon ganz entsetzlich, und Orkane heben die Wasserwogen nun auch zu Bergen hoch empor. O Tausend, Tausend, das Ding sieht nun recht schlimm aus!

[BM.01_082,05] Aber nur die Alten, die Alten! Ah, was die zusammenarbeiten, und doch ist alle ihre Mühe und Arbeit vergeblich! Da sieht man wohl so ganz klar, was ein Mensch gegen solche unerhörten Kraftäußerungen vermag. Wenn mit dem Menschen nicht eine Gotteskraft wirkt, dann ist er die allerbarste Null in der ganzen Unendlichkeit. Aber neugierig bin ich nun ganz absonderlich, was da noch alles zum Vorschein kommen wird.“

[BM.01_082,06] Spricht Borem: „Gib nun recht acht, und du wirst es gleich sehen, wohin sich dieser Sturm wenden wird! Sei unbesorgt um die Alten, die sich da abmühen, das Ufer zu erreichen, um dem herannahenden Sturme zu entgehen – sie geht er nichts an. Aber jene zwei weisen Boten draußen im Mittage, die sind die Zielscheibe der Rache nun, darum sie den Bitten dieser Damen kein willfähriges Ohr geliehen haben.

[BM.01_082,07] Siehe, das ist nun schon ein bißchen höllisch; aber nur so anflugsweise. Denn da diese auf den Grund ihrer Dummheit gekommen sind, fanden sie auch noch einige Überreste vom irdischen Aristokratenstolz und mit selbem verbundener Herrschsucht. Diese Überreste entzündeten sich an der Flamme der sie demütigenden Erinnerung, wie sie von den zwei Boten auf die vermeintlich schnödeste Art in Frösche verwandelt und dann nach ihrer Meinung unbarmherzig ins verfluchte Meer getrieben wurden.

[BM.01_082,08] Da jene Überreste auf solche Art bei ihnen in Brand gerieten, ergriff dieser auch bald ihr ganzes Wesen, trieb sie an den Rand der ersten Hölle und verschaffte ihnen dort sogleich eine Menge gleichgesinnter und gleichbeschaffener Gehilfen. Mit diesen vereint ziehen sie nun in jenen Sturmwolken einher und wollen Rache nehmen an den zweien und hernach auch an allen, die die zwei abgesandt haben. Gib nun nur acht, denn die Hauptsache wird nun sogleich angehen!“

[BM.01_082,09] Spricht Bischof Martin: „Ich danke dir und vor allem dem Herrn für diese Erklärung. Aber neben diesem Dank muß ich dir auch bekennen, daß ich nun auf diese Greteln eine förmliche Wut in mir empfinde, während mich früher wirklich eine Art von Barmherzigkeit ergriffen hatte. Wenn ich nur die Kraft von jenen zwei Boten hätte, sapprament, da ginge es diesen Sturmheldinnen schlecht! Aber ich hoffe, diese zwei werden sich wohl auch gegen diese saudummen, grauslichen Kreaturen zu verteidigen verstehen?

[BM.01_082,10] Schau, der Sturm beugt sich nun wirklich in einem rechten Winkel gegen Mittag. Blitze zucken schon millionenweise nach jenen zwei Weisen hin, die noch fortwährend ganz unbeweglich gleich den Fixsternen Kastor und Pollux dort im fernen Mittage weilen. Sapprament, wie das Meer gewaltig wogt und wie der Sturm saust und braust und tobt!

[BM.01_082,11] Aber schau nur die armen Alten an, was sich diese plagen! Sie können nun gar nicht mehr stehend sich erhalten, sondern hocken und kriechen auf Händen und Füßen. Nein, die müssen nun ja eine wahre Höllentortur ausstehen! Oh, oh, oh, nun trennt sich ein Fetzen von einer Wolke und fliegt zu den Alten herüber! Was wird denn da daraus?

[BM.01_082,12] Schau, schau, dieser Fetzen umhüllt nun den ersten Alten, der sich ins Meer stürzte, und trägt ihn heraus ans Ufer! Nun ist er da. Das ging schnell wie ein Blitz! Und nun, da sieh, nun sammelt sich der Wolkenfetzen, wird kleiner und kleiner und sieht stets mehr einer menschlichen Gestalt ähnlich!

[BM.01_082,13] Ah, ah – sieh, das ist ja gar eine Dame, und zwar die erste – gerade die, deren Hinterhaupt ich nun beschaue! Sie tröstet ihren Vater und liebkost ihn sogar. Der Alte ist darob ganz selig, daß er seine für ewig verloren geglaubte Tochter in ihrer wahren Gestalt nun wieder in seinen Armen besitzt. Das ist sehr rührend, ich muß es offen gestehen! – Aber die andern stürmen nun darauf los, daß es eine barste Schande ist!

[BM.01_082,14] Ah, ah, ah; nun erschaue ich auch die Nachhut des Sturmes! Da gibt es ja ein unzähliges Heer von lauter Drachen und Krokodilen und Gott weiß was alles noch für Geschmeiß. Das gibt erst den Hauptlärm!

[BM.01_082,15] Das Brüllen, das Pfeifen, das Zischen! Das Meer siedet förmlich unter den Sturmwolken und sieht schon ganz glühend aus. Große Feuerbälle wälzen sich in den Wolken herum. Einige sind schon ganz in der Nähe der zwei, die nun besser sichtbar sind als ehedem.

[BM.01_082,16] Nun kehren sich die beiden um und bedräuen den Sturm. Aber dieser weicht nicht, sondern, wie es sich zeigt, wird er nur intensiver und rasender.

[BM.01_082,17] Nein, die Sache sieht sonderbar aus! Da sieh, da sieh, die beiden nehmen nun förmlich Reißaus und schweben in größter Eile herüber zu den zweien am Ufer, nämlich zu dem Alten, den seine Tochter noch ganz zärtlich kost. Sie sind auch schon da, Gott sei's gedankt, und begrüßen den Alten samt seiner Tochter gar sehr freundlich. Ah, das ist sehr schön, herrlich und rührend; aber nun wendet sich der Sturm auch hierher!

[BM.01_082,18] Nein, dieser wahre Frösche- und Geschmeiß-Sturm ist ja über alle Maßen keck! Bin doch neugierig, was da noch alles herauskommen wird?“

[BM.01_082,19] Spricht Borem: „Gib nur unausgesetzt acht, nun kommt die Entwicklung dieses zweiten Aktes! Da wirst du ein bißchen von einem Gerichte zu Gesicht bekommen, denn hier wird eine große Löse vor sich gehen!“

[BM.01_082,20] Spricht Bischof Martin: „Ja, Bruder, ja, da wird es freilich eine große Löse geben müssen, bei der es für den Himmel sicher wenig gute Körner, für die Hölle aber überaus viel wertloseste Spreu abgeben wird. Aber nun nur wieder fest das Auge in die vorliegende Szene gesteckt!

[BM.01_082,21] Da, da sieh! Der Sturm naht sich dem Ufer! Der Alte und seine gerettete Tochter haben eine große Furcht vor demselben; aber die zwei weisen Boten trösten sie und sagen deutlich vernehmbar:

[BM.01_082,22] ,Fürchtet euch nicht vor dieser Spiegelfechterei, denn sie ist bloß ein Schein ohne Sein. Wenn die Blindheit rast, haben die Sehenden gut ausweichen! So da wären tausend blinde Krieger gegen einen Sehenden und möchten gegen ihn ziehen mit Schwertern und Lanzen, sagt, was wohl würden sie gegen einen einzigen wehrfähigen, wohlerfahrenen Krieger ausrichten? Siehe, dieser einzige würde sie alle gar leicht übel umbringen!

[BM.01_082,23] Viel leichter aber als auf der Welt geht es hier in der Geisterwelt, in der die Blindheit solcher Geisterlein auch mit Taubheit geschlagen ist. Glaubet es fest, dieses gesamte Sturmgeschmeiß fangen wir zwei leicht in einen Sack hinein und können sodann mit ihnen tun, was wir wollen. Gebt nur recht acht, und ihr werdet sogleich sehen, was da geschehen wird!‘

[BM.01_082,24] Daß die zwei Weisen mit dem Alten und seiner Tochter schon auf recht freundlichem Fuße stehen, ist nun ganz klar, und ich bin dessen sehr froh. Wie aber die zwei der großen Wut des dem Ufer stets näher kommenden rasendsten Sturmes begegnen werden, und wie ihn gar in einen Sack einsperren – das zu sehen wird wohl außerordentlich der Mühe wert sein!

[BM.01_082,25] Nun sind die noch auf dem Wasser befindlichen Alten schon ganz in die Sturmwolken gehüllt und schreien entsetzlich um Hilfe. Aber es erscheint von keiner Seite eine, außer daß sie der Sturm selbst durch seine Kraft dem Ufer näher schiebt ungefähr so, als wenn ein starker Wind Gegenstände vor sich hinschöbe, die auf einer Eisfläche lägen.

[BM.01_082,26] Nun sind die Alten endlich einmal am Ufer und der Sturm schleudert Millionen Blitze gegen die zwei. Diese aber breiten im Ernste einen großen Sack auf. Und der eine spricht nun zum Sturme: ,Höre, du wildes Ungetüm – hier in diesen Sack ziehst du ein oder zur Hölle – was dir lieber ist!‘

[BM.01_082,27] Schrecklich erdröhnt nun ein mächtigster Donner, zahllose Blitze schießen aus dem stets kleiner werdenden Sturmwolkenknäuel nach allen Richtungen hin. Und nun steckt mitten durch die Wolkenmasse ein scheußliches Ungeheuer einen gar schrecklich aussehenden Kopf hinaus und sperrt den Rachen aber schon so weit auf, als wollte er die ganze Gotteserde mit einem Drucke verschlingen.

[BM.01_082,28] Ah, das sieht schon entsetzlich schrecklich aus! Aber unsere zwei scheinen gar keine Furcht vor diesen Schrecknissen zu haben, sondern der eine sagt noch einmal: ,Sack – oder Hölle!‘

[BM.01_082,29] Oh, oh, da sieh, nun schrumpft der ganze ungeheure Sturmwolkenknäuel samt dem ungeheuer großen Kopf in einen Knäuel zusammen, der kaum größer ist als ein Fünf-Eimer-Faß, rollt gegen die Mündung des Sackes und durch diese wirklich in den Sack hinein!

[BM.01_082,30] Wahrlich, das ist dem Anscheine nach ein rechter Spaß! Ah, ah, der ganze Sturm in einem Sack! Das sieht aber doch geradeso aus, als befände man sich vor einem leibhaftigen Märchen von Tausendundeiner Nacht! Was wird denn da weiter geschehen?

[BM.01_082,31] Der Sturm liegt nun in diesem veritablen Strohsack so ruhig, als ob er nie einer Bewegung fähig gewesen wäre. Wahrlich, das ist doch ein höchst burleskes Bild! Der ganze ungeheure Sturm mit allen seinen drohendsten Schrecknissen in einem Strohsack! Bruder, wenn hinter dieser Erscheinung auch etwas Weises steckt, so will ich doch alles heißen, was du mich immer heißen magst!“

[BM.01_082,32] Spricht Borem: „O Bruder, darin liegt eine überaus weise Bedeutung! Hast du denn nie gehört, wie die rechten Büßer in Sack und Asche Buße gewirkt haben, um die Vergebung ihrer vielen und schweren Sünden von Gott dem Herrn zu erlangen?

[BM.01_082,33] Siehe, hier ist diesen Sturmhelden durch die zwei Boten ob ihrer ausgelassensten Bosheit ein Gericht verkündet worden: nämlich die Wahl zwischen selbstzuwählender Bußdemütigung – d.i. einzugehen in den Sack – oder aber im entgegengesetzten Falle durch göttliche Macht genötigt einzugehen in die Hölle des ersten Grades, die da ist die äußerste Demütigung und tiefste Beschämung der Seele!

[BM.01_082,34] Das erste, frei zu wählende Gericht kann einer Seele zum Leben gereichen, so sie dieses mit Beharrlichkeit an sich vollführt und sich von einem falschen Ehrgefühl nimmer abwendig machen läßt. Das zweite Notgericht zur Hölle aber gereicht der Seele nur zum Tode, weil dieses Gericht ein über sie erlassenes ist für den Fall, daß sie nimmer in eine Selbstdemütigung eingehen will. Sie muß gedemütigt werden zur Sicherung anderer Seelen, die durch so einen freigelassenen Hochmut einer einzigen Seele großen Schaden leiden könnten. Ob und wie aber solche zur Hölle gerichtete Seelen auch noch zum Leben gelangen, und welche weiteren Wege sie geführt werden, das weiß allein der Herr und der, dem es der Herr allzeit höchst geheim offenbart.

[BM.01_082,35] Siehst du nun, welch eine weise Bedeutung nun dein Strohsack bekommt? In einen Sack gehen heißt: sich in allen seinen Lüsten und Begierden gefangennehmen und sich in solcher Eigengefangennehmung von selben losmachen und sodann als ein neues gottwohlgefälliges Geschöpf aus so einem Sack hervorgehen. Verstehst du nun diese dir so närrisch vorkommende Erscheinung?“

[BM.01_082,36] Spricht Bischof Martin: „Ja, Bruder, ja, ich verstehe sie nun bis auf den Grund, zugleich aber auch, daß ich noch ein sehr großer Esel und Ochse bin! Schau, wie klar und wie einleuchtend, und ich habe über so eine erhabene Erscheinung lachen können! O ich dummes Vieh, ich! O lieber Bruder, du mußt mehr als eine himmlische Geduld haben, daß du mich nicht auch in so einen Strohsack hineinschichtest!“

[BM.01_082,37] Spricht Borem: „Laß das gut sein. Ich sage dir, wie ich dir schon gesagt habe: du bist einem großen und herrlichen Ziele nahe. Bearbeite nun fleißig dein Herz und gib auf alles acht, so wirst du bald die große bevorstehende Löse an dir selbst gewahr werden!“

 

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