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Siebter Brief des Abgarus an Jesus neun Wochen nach Empfang der sechsten Antwort 1030

Administrator Beiträge: 10837 Forumgründer *****
Siebter Brief des Abgarus an Jesus neun Wochen nach Empfang der sechsten Antwort
« am: Juni 10, 2011, 07:13:45 Nachmittag »
Siebter Brief des Abgarus an Jesus neun Wochen nach Empfang der sechsten Antwort an den Herrn geschrieben und fünf Tage vor dem Einzug in Jerusalem an den Herrn gelangt.

[BJ.01_Brief_7,01] Abgarus, ein kleiner Fürst in Edessa, Jesu dem guten Heilande alles Heil, der erschienen ist in der Gegend um Jerusalem, ein Heil allen Völkern, ein Herr und ein gesalbter König von Ewigkeit, ein Gott aller Kreatur, aller Menschen und aller Götter, der guten wie der bösen!

[BJ.01_Brief_7,02] O mein Gott, o mein Herr, o Du alleiniger Erfüller meines Herzens und vollster Inbegriff aller meiner Gedanken! Ich weiß es zwar wohl schon aus Deinem ersten gnädigsten Briefe an mich, daß mit Dir nach Deinem eigenen unbegreiflichen Ratschlusse das alles geschehen muß, was eben die argen jerusalemitischen Juden mit Dir vorhaben.

[BJ.01_Brief_7,03] Ich kann es mir wohl auch dunkel vorstellen, daß das alles schon so wird sein müssen. Aber daß sich mein Dich nun über alles liebendes Herz dagegen sträubet, von meiner menschlichen Seite betrachtet, das wirst Du, o Herr, sicher noch besser einsehen als ich, ein schwacher Mensch. Daß ich aber vollen Grund habe, Dir, o Herr, solches zu berichten, wird die Folge zeigen im Verlaufe dieses meines Schreibens.

[BJ.01_Brief_7,04] Siehe, ich als ein römischer Vasall, ein naher Verwandter des Tiberius, der da Kaiser (Cäsar) in Rom ist, habe auch in Jerusalem meine römischen getreuen Beobachter, die besonders ein scharfes Auge auf das dortige überaus hochmütige Priestertum haben. Diese meine Beobachter haben mir genau berichtet, was diese stolzen, übermütigen Priester und Pharisäer mit Dir vorhaben.

[BJ.01_Brief_7,05] Sie wollen Dich nicht nur nach ihrer Art steinigen oder verbrennen; nein, das ist ihnen viel zu wenig, sondern sie wollen an Dir ein Exempel der allerunmenschlichsten Grausamkeit statuieren! – Höre, o Herr! Diese Bestien in Menschengestalt wollen Dich an das Kreuz mit scharfen Nägeln heften lassen und Dich so lange daran hängen lassen, bis Du langsam vor den ungeheuersten Schmerzen stürbest am Schandpfahle! Und dieses Meisterstück menschlicher Bosheit wollen sie an diesem bald kommenden Osterfeste ausführen!

[BJ.01_Brief_7,06] Herr, sei es, wie es wolle – aber mich hat es bis ins Innerste empört! Ich weiß, wie diese rein sinnlichen und herrschsüchtigen Bestien Dich gar nicht darum töten wollen, weil Du Dich als ihren verheißenen Messias ausgibst vor dem Volke. O das würde diese priesterliche Hyänenbrut wenig kümmern; denn ich weiß es nur zu gut, daß sie bei sich weder an einen Gott, noch viel weniger an Dich glauben und unter sich aus einer Gotteslästerung sich wenig machen.

[BJ.01_Brief_7,07] Aber sie haben einen ganz anderen Plan! – Siehe, diese Bestien wissen, daß sie von Rom ihrer geheimen Konspirationen wegen mit Argusaugen beobachtet werden. Und der sehr scharfsichtige Pilatus hat einen solchen hohepriesterlichen Aufstandsversuch, so fein er auch angelegt war, schon im vorigen Jahre genau durchschaut und hat, wie Du es weißt, bei fünfhundert Arme und auch Wohlhabende, zumeist leider Galiläer, vor dem Vorhofe am Feste ergreifen und sogleich enthaupten lassen, wodurch er sich freilich die Feindschaft des Herodes zuzog, da das meistens seine Untertanen getroffen hat.

[BJ.01_Brief_7,08] Dieses Beispiel wirkte stark erschütternd auf die Gemüter der Templer. Um die lästige Scharte auszuwetzen, haben sie nun Dich ausersehen, wollen Dich als einen Staatsrebellen beim Pontius anklagen und Dich auch als den Haupträdelsführer des vorjährigen Aufstandes bezeichnen, um sich auf diese Art vor dem römischen Hofe wieder weiß zu waschen und dadurch Roms lästige Argusaugen von sich abzuwenden, um dann wieder leichter ihre Hochverratspläne zu schmieden, was ihnen aber auf keinen Fall gelingen wird. Du siehst es ohne dies mein Schreiben auch, und endlos besser, daß sie von Rom aus auf ein Haar durchschaut sind.

[BJ.01_Brief_7,09] Willst Du, o Herr, einen Dienst von mir, Deinem innigsten Freunde und Anbeter, so sende ich darob sogleich Eilboten nach Rom und zu Pontius, und ich stehe Dir dafür, daß diese Bestien in gleicher Zeit in dieselbe Grube fallen werden, die sie Dir bereitet haben!

[BJ.01_Brief_7,10] Doch da ich Dich, o Herr, nur zu wohl kenne und wohl weiß, daß Du keines Menschen Rates bedarfst, so wirst Du wohl tun, was Dir am besten deucht. Ich als Mensch aber habe das als eine meiner ersten Pflichten angesehen, Dir die Sache also getreu kundzugeben, wie sie sich auf ein Haar also und nicht anders verhält – verbunden mit meinem herzinnigsten Danke für Deine Gnade, die Du mir und meinem Volke erwiesen hast.

[BJ.01_Brief_7,11] O Herr, lasse mich wissen, was ich hier für Dich tun soll! – Dein allzeit heiliger Wille geschehe!