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Sechster Brief des Abgarus an Jesus zehn Wochen später geschrieben 1001

Administrator Beiträge: 10837 Forumgründer *****
Sechster Brief des Abgarus an Jesus zehn Wochen später geschrieben
« am: Juni 10, 2011, 07:14:38 Nachmittag »
Sechster Brief des Abgarus an Jesus zehn Wochen später geschrieben.

[BJ.01_Brief_6,01] Abgarus, ein kleiner Fürst in Edessa, Jesu dem guten Heilande alles Heil, der um Jerusalem erschienen ist, ein Heil allen Völkern, die eines guten Herzens sind und den rechten Willen haben, nach Seinem Worte ihr Leben einzurichten!

[BJ.01_Brief_6,02] O Herr, vergib mir meine große Dreistigkeit und mein schon wahrhaft unverschämtes Zudringen zu Dir! Aber Du weißt es ja, daß gute Ärzte bei den Menschen stets in größtem Ansehen standen, weil sie allezeit noch in den Dingen der Natur die sichersten Kenntnisse besaßen, darum sich bei großen Erscheinungen in der Natur jedermann gerne an sie wandte, um von ihnen einen wennschon matten Aufschluß zu erhalten.

[BJ.01_Brief_6,03] Um wie endlos höher über alle naturkundigen Ärzte der Welt stehst Du in meinen Augen, der Du nicht nur Arzt in allen Dingen, sondern auch zugleich Schöpfer und Herr aller Natur bist von Ewigkeit!!! Dir kann ich daher nun ganz allein meine gegenwärtige sonderbare Staatsnot vortragen und Dich dann aus aller Tiefe meines Herzens um die gnädige Abwendung dieser sonderbaren Not anflehen.

[BJ.01_Brief_6,04] Siehe, wie Du es sicher vom Grunde schon lange weißt, ist vor zehn Tagen hier ein kleines Erdbeben verspürt worden, welches, Dir ewig Dank, ohne besondere Spuren vorüberging. Ein paar Tage nach diesem Erdbeben fing (jedoch) alles Wasser an, trüb zu werden, und jeder Mensch, der das Wasser trank, bekam Kopfschmerzen und ward darauf ganz unsinnig.

[BJ.01_Brief_6,05] Ich gab da sogleich ein strenges Gebot heraus, daß da in meinem ganzen Lande das Wasser so lange niemand gebrauchen darf, bis ich es wieder zu gebrauchen gebieten werde. Unter der Zeit aber sollen alle meine Staatsbürger zu mir nach Edessa kommen, allwo sie Wein und Wasser bekommen werden, das ich nun für den Zweck auf großen Schiffen eigens von einer ziemlich entfernten griechischen Insel holen lasse.

[BJ.01_Brief_6,06] Ich glaube, weil mich zu dieser Handlung rein nur die Liebe zu meinem Volke und die wahrste Erbarmung über dasselbe antrieb, keine schlechte Tat begangen zu haben. Darum bitte ich Dich, o Herr, in aller Demut und Zerknirschtheit meines Herzens, Du wollest mir und meinem Volke aus dieser Not helfen!

[BJ.01_Brief_6,07] Denn siehe, es will sich das Wasser nicht klären, und dessen tolle Wirkung ist stets die gleiche. O Herr, ich weiß, daß Dir alle guten und bösen Kräfte und Mächte untertan sind und müssen weichen Deinem Winke; daher bitte ich Dich, Du wollest Dich gnädigst meiner erbarmen und mich wegen des armen Volkes befreien von dieser Plage! Dein göttlicher heiliger Wille geschehe!


[BJ.01_Brief_6,08] Als der Herr diesen Brief gelesen hatte, erregte Er sich tief in Seinem Innern und sprach laut wie ein Donner: „O Satana, Satana! Wie lange willst du Gott, deinen Herrn, noch versuchen!? Was tat dir, du ärgste Schlange, dies arme, gute Völklein, daß du es also scheußlich plagest?

[BJ.01_Brief_6,09] Auf daß du wieder erfahrest, daß Ich dein Herr es bin, so habe es in diesem Lande von diesem Augenblicke an ein Ende mit deiner Bosheit! Amen.

[BJ.01_Brief_6,10] Hast du dir einst nicht bloß der Menschen Fleisch bedungen, es zu proben, was Ich dir gestattete wie bei Hiob?! Was machst du mit Meiner Erde?! – Hast du Mut, so greife Mich an! Aber Meine Erde und die Menschen, die Mich in ihren Herzen tragen, lasse in Ruhe bis zur Zeit, die Ich dir zur allerletzten Freiheitsprobe gönnen werde!“