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39. Kapitel – Die leitenden Geister der unteren Luftregion 583

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39. Kapitel – Die leitenden Geister der unteren Luftregion
« am: Juni 12, 2011, 04:30:04 Nachmittag »
39. Kapitel – Die leitenden Geister der unteren Luftregion.

27. Februar 1847

[Er.01_039,01] Überall, wo nur immer ein großes Geschäft betrieben wird, mag es wie immer gestaltet sein, müssen Geschäftsleiter bei dem Geschäfte angestellt sein, welche alles ordnen, leiten, die Maschinen in der Ordnung erhalten und die Kräfte in denselben bemessen. Ohne solche Direktoren würde was immer für eine Arbeit entweder gar nicht oder nur höchst schlecht vonstatten gehen. Also ist es auch in unserer unteren geistigen Luftregion.

[Er.01_039,02] Es ist wahr, daß diese eigentlich nur der Sammelplatz ist, wo vereinzelte und zerstreute seelische Intelligenzen sich um ein geistiges Zentrum gewisserart instinktmäßig ansammeln, weil sie dieses als das ihnen Eigentümliche erkennen. Diese Ansammlung aber würde dennoch äußerst plump und klumpenhaft ausfallen, wenn sie nicht nach einer festgesetzten, bestimmten Ordnung geschähe. Es wäre gerade also, als wenn jemand alles Baumaterial, das für ein Haus bestimmt ist, übereinanderwerfen ließe. Dadurch würden wohl auch Steine, Kalk, Mörtel, Holz, Läden, Dachziegel und alles, was zu einem Hause gehört, in einen Haufen zusammenzuliegen kommen; aber welch ein Unterschied wäre da wohl zwischen einem solchen Haufen und zwischen einem ordnungsmäßig aufgeführten Hause, wo ein jedes Material seinen ordnungsmäßigen und baukunstgerechten Platz einnimmt.

[Er.01_039,03] Wie es aber bei einem Hause, das erbaut werden sollte, der Fall ist, so das Material einmal vorhanden ist, ebenso ist es auch in geistiger Hinsicht in unserer unteren Bausphäre. Es ist hier Material im Überfluß, Intelligential-Seelenspezifika und geistige Zentra in Überfülle vorhanden; aber das Material, wennschon in einem jeden Partikel eine eigene lebendige Intelligenz ruht, kann sich doch nicht selber zu einem vollkommenen Menschenwesen erbauen, und das darum nicht, weil eine jede einzelne Intelligenz auch nur in sich ein Einziges aus dem zahllos Vielen erkennt. Wenn die zahllos vielen, zu einem Wesen erforderlichen Intelligenzen erst unter einer Form und in einem Wesen durch die geistigen Baumeister verbunden werden, sodann erst kann ein solches Wesen nach und nach auch zu einer allgemeinen, alle Ordnung übersehenden Erkenntnis gelangen, was aber freilich erst nach und nach geschehen kann, wie es euch eure eigene Erfahrung lehrt, derzufolge – wie ihr sagt – noch nie ein Gelehrter vom Himmel gefallen ist, noch weniger ein Weiser.

[Er.01_039,04] Was heißt aber „Lernen“? – Das heißt nichts anderes, als die einzelnen Intelligenzen der Seele wecken und sie dann miteinander zu einem gemeinsamen Wirken verbinden.

[Er.01_039,05] Je mehr solcher Intelligenzen jemand durch Fleiß und Eifer in sich geweckt und miteinander verbunden hat, desto gelehrter und desto vielwissender wird er. Aber diese Gelehrtheit ist noch lange keine Weisheit; denn die Weisheit ist eine Erweckung des Geistes, welcher, so er einmal völlig erweckt wurde, alle zahllosen Intelligenzen seiner Seele in einem Nu durchdringt, sie erweckt und alle in sich selbst zu einem vollkommenen, gottähnlichen Wissen vereinigt.

[Er.01_039,06] Es ist damit der gleiche Fall, als so jemand bei stockfinsterer Nacht in ein großes Kunstmuseum hineingeführt würde. Wenn ihn da auch jemand darin herumführt und ihn die Kunstgegenstände betasten und fühlen läßt und erklärt ihm dabei den befühlten Gegenstand noch so klar, so wird der in das Museum Geführte dennoch eine sehr matte Vorstellung – und das nur von wenigen Gegenständen des Museums – bekommen; denn wo ein zahlreicher Kunstreichtum vorhanden ist, wieviel davon läßt sich wohl in einer kurzen Zeit von dem ins Museum Geführten betasten und wie viele Kunstschätze können da erklärt werden? Sicher wird der Hineingeführte zu seinem Professor sagen: „Herr, wenn da nur Licht wäre, so würden wir ja mit der größten Leichtigkeit gar vieles mit einem Blicke übersehen können, das wir hier im Finstern mühsam und unsicher mit unserem groben Tastsinne erkennen!“ Dieser hat recht; denn also fragt auch der Geist im Menschen, und also ist dann ein solcher aus der Finsternis des Museums Unterrichteter ein Gelehrter.

[Er.01_039,07] Wann aber für jemanden, der sich in diesem Museum befindet, auf einmal die Sonne aufgeht und das Museum in allen Räumen durch und durch beleuchtet, wird er wohl auch noch herumzutappen notwendig haben, um die Gegenstände zu erkennen? O nein, er übersieht sie ja auf einmal mit einem Blicke und übersieht alles, was im Museum ist, und nicht nur teilweise. Und sind die Gegenstände des Museums geordnet, so wird er auch mit leichter Mühe den Hauptzweck der in diesem Museum aufgestellten Kunstgegenstände, wie auch den speziellen Zweck eines jeden einzelnen Gegenstandes mit großer Leichtigkeit erkennen.

[Er.01_039,08] Sehet, da ist die erste Bildung gleich dem mechanischen Lernen, und eine aus diesem Lernen möglichst vielfache Sichzueigenmachung der Gegenstände in dem Museum ist dann gewöhnlich die Gelehrtheit der Weltmenschen.

[Er.01_039,09] Die Weisheit aber ist das Zweite; sie schaut das endlos Viele auf einmal im klarsten Lichte, was die Gelehrtheit nur teilweise in der Nacht betappt.

[Er.01_039,10] Aus dem geht aber hervor, daß mit der ordnungsmäßigen Zusammenfassung aller der zu einem Wesen gehörigen seelischen Partikelintelligenzen noch bei weitem nicht jene allgemeine Erkenntnis verbunden ist, welche dazu erforderlich ist, um eben in unserer unteren Wesenbauregion die einzelnen seelischen Intelligenzen um ein geistiges Zentrum so zu ordnen und zu verbinden, daß daraus mit der Zeit wirklich ein vollkommenes Erkennen hervorgehen kann. Es ist daher auch begreiflich, daß sich unsere oberwähnten Seelenintelligenzpartikel nicht von selbst ordnen können, sondern es müssen da solche Wesen fortwährend gegenwärtig sein, die über solche Wesenbauordnung zu wachen und dieselbe zu leiten haben.

[Er.01_039,11] Wer sind aber diese Baumeister? – Das wird sehr leicht zu erraten sein. Das sind zuerst als oberste Leiter die Engel; also gibt es in eurer Region sehr häufig und sehr viele Engel.

[Er.01_039,12] Als der oberste Leiter dieses großen Geschäftes bin Nr. 1 Ich Selbst, der Ich sicher nicht weit von euch sein kann, indem Ich eben hier Selbst euch in eurem Kunstmuseum ein Licht um das andere aufstecke und anzünde, – und da,  wo Ich Mich aufhalte, halten sich noch gar viele auf, die gerne um Mich sind und zu allen Zeiten gern um Mich waren.

[Er.01_039,13] Aber es ist hier eben darum auch ein großer Konflikt; denn wo der Himmel seine größte Tätigkeit entwickelt, da ist eben auch die Hölle nicht minder tätig. Es muß aber auch hier also sein; denn sonst wäre keine Freischwebe zwischen diesen beiden Polarpunkten denkbar.

[Er.01_039,14] Wie aber Engel unter Meiner Leitung und andere gute Geister unter der Leitung der Engel obbesagten Wesenbau von der Pflanze bis zum Menschen fortführen, das wird der Gegenstand unserer nächsten Betrachtung sein.