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4. Kapitel – Vom Wesen der Materie und ihrer Urgrundgeister 740

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4. Kapitel – Vom Wesen der Materie und ihrer Urgrundgeister
« am: Juni 12, 2011, 05:10:54 Nachmittag »
4. Kapitel – Vom Wesen der Materie und ihrer Urgrundgeister.

2. Januar 1847

[Er.01_004,01] Es ist schon oben bemerkt worden, daß der Zweck der Materie nicht im Bestehen derselben liegen kann.

[Er.01_004,02] Daß dieses richtig ist, ersieht jeder Mensch leicht an dem fortwährend neuen Entstehen und Wiedervergehen derselben Materie. Das Laub, das in einem Jahre den Baum ziert, fällt im Herbste ab, und kommt das Frühjahr, so ist schon wenig mehr vom abgefallenen Laube unter den Bäumen zu entdecken, höchstens noch einige wenige Blattskelette, von denen keines den nächsten Herbst in seiner Art erlebt. Also geht es mit dem Grase, wie auch mit den Früchten der Bäume; aber nicht nur diese vegetabilischen Gegenstände, sondern auch Mineralien und hauptsächlich Tiere jeder Gattung entstehen und vergehen. Berge, deren Spitzen vor ein paar Jahrtausenden sich über die höchsten Wolkenregionen erhoben, sind jetzt um wenigstens zwei Viertel niederer; denn die Schärfe der Winde, die auflösende Kraft des Blitzes und des Eises haben diese stolzen Spitzen verweht wie Spreu, und nichts als höchstens irgend ein zerbröckelter Felsblock löst sich noch irgend langsam in einem tiefen Graben auf, und ein nichtiges Gerölle muß sich's gefallen lassen, durch die Einflüsse von Regen, Wind und Elektrizität in den sandigen Alpentriften nach und nach verwittert und vernichtet zu werden. Alles das ist eine Folge des veränderten Schwerpunktes der Materie.

[Er.01_004,03] Es gab einst übergroße Tiere auf dem Erdkörper, sowie auch Urwälder, besetzt mit riesenhaften Bäumen. Wo sind diese nun? Wo ein Mamelhud? Wo einer von den Bäumen, die da einem Jahrtausende trotzten, wo ein Baum mehr Holz hatte als jetzt ein Wald von hundert Joch? Fluten kamen, versenkten dieses alles tiefer in den Schoß der Erdrinde, vernichteten also ein ganzes Geschlecht, ja nicht nur eines, sondern tausend Geschlechter von Bäumen und Tieren, und nichts mehr von allem dem trägt nun die Erdoberfläche.

[Er.01_004,04] Von jenen Tieren werden nur hie und da versteinerte Knochen vorgefunden und aufbewahrt in den von Menschen errichteten wissenschaftlichen Kunst- und Naturmuseen bis zu einer Feuersbrunst, welche noch die letzten Überreste von den Schwerpunkten in diesen aus der Urzeit überbliebenen Knochenresten der riesigen Urweltstiere in jene staubige Materie verwandelt, deren Dasein gewöhnlich die Wäscherinnen ein vollkommenes Ende machen; es ist nämlich die Asche, als das letzte, überaus flüchtige Überbleibsel aller Materie.

[Er.01_004,05] Was die endliche Vernichtung jener Urweltsbäume betrifft, deren Reste gegenwärtig noch häufig unter dem Namen Steinkohle angetroffen werden, braucht keine besondere Erklärung; denn alle diese feurigen und dampfenden Erfindungen dieser Zeit werden in eben nicht gar zu langer Zeit die letzten Reste aus der Erdrinde geholt und verzehrt haben. Und so verrichtet hier die neuerfundene Industrie der Menschen dieses letzte Vernichtungswerk durch Feuer und Dampf an den letzten Überresten dieser Urweltsbäume. Also verändert hier das Feuer noch den letzten Schwerpunkt dieser Materie, und sehet: von ihr bleibt nichts mehr übrig als eben wieder ein wenig Asche, welche auf Äcker und Wiesen gestreut in längstens einem Jahre durch die Einwirkung des Regens und der Elektrizität in der Luft gänzlich wieder aufgelöst wird, sodaß somit auch ein solcher Baum, der einst über hundert Morgen Landes bedeckte, in seinem letzten Reste vollkommen sein materielles Dasein verloren hat.

[Er.01_004,06] Aber, wird mancher sagen, das ist eben auch das Traurige, daß alles Dasein einer gewissen Vernichtung entgegengeht.

[Er.01_004,07] Ich aber sage: Das ist gar nicht traurig; denn die Materie ist der Tod, wie das Fleisch Sünde ist durch den Tod.

[Er.01_004,08] Soll denn der Tod und die Sünde bleiben? Ich meine, daß es wohl besser ist, alle Materie und alles Fleisch mit der Zeit zu verderben und dadurch das im Tode gefangene Leben aus der Materie wieder frei zu machen, als die Materie zu unterstützen und am Ende alles freie Leben in den Tod der Materie übergehen zu lassen, was doch in Meiner Absicht nie liegen kann, indem Ich Selbst als die ewige, allmächtige Urkraft und Macht aller Kräfte und Mächte Selbst das allereigentlichste Leben bin und somit nicht für den Tod, sondern nur für das Leben wirken kann.

[Er.01_004,09] Da sonach aber die Materie nur als ein Mittel zur Regulierung und Freimachung des freien Lebens da ist, so kann ja das unveränderliche Bestehen der Materie nie möglich ein Zweck derselben sein. Sie ist sonach nur so lange da, als sie als Mittel zum Zwecke da sein muß; ist durch sie irgend ein Lebenszweck erreicht worden, dann vergeht sie wieder also, als wäre sie nie dagewesen.

[Er.01_004,10] Überhaupt ist die Materie, wie ihr schon wisset, in sich nichts anderes als eine zweckmäßige Erscheinlichkeit Meines aus Mir Selbst fixierten Willens.

[Er.01_004,11] Aus dem aber geht hervor, daß sie eben auf die Art wieder kann aufgelöst werden, als wie sie fixiert wurde.

[Er.01_004,12] Diese Fixierung aber eben ist der Hauptschwerpunkt in der Materie, oder das belebende und erhaltende Prinzip; wird dieses nun von irgend einem materiellen Körper zurückgezogen, dann ist es mit der Materie auch gar.

[Er.01_004,13] Damit aber dennoch vor den Augen der Menschen nicht zu urplötzliche Entstehungen und Vergehungen geschehen, so lasse Ich dieses obenerwähnte Prinzip Meines Willens niemals also plötzlich zurücktreten, wie auch niemals einen Punkt also plötzlich ergreifen, daß dadurch sogleich ein Ding ins Dasein träte, wie im Gegenteile vergehe. Am langsamsten geht freilich auf diese Weise das Werden und Vergehen bei den großen Weltkörpern vor sich; das Warum könnet ihr jetzt schon leicht fassen. Also ist es aber eben auch bei der Erde der Fall, daß der Schwerpunkt, der sie belebt, nach und nach verringert wird, und so fort und fort, bis sie endlich auch das Los aller Materie teilen wird.

[Er.01_004,14] Nun wüßten wir so gründlich als möglich den Grund der Veränderung des Schwerpunktes in der Materie, wie deren dadurch bewirkte Vergänglichkeit, und wüßten auch, worin das eigentliche Hauptprinzip des Schwerpunktes in der Materie besteht.

[Er.01_004,15] Aber dennoch sehe Ich, daß ihr das Wesen dieses Prinzipes gewisserart bildlich beschauen möchtet; auch das soll hier gezeigt werden.

[Er.01_004,16] Für das materielle Auge beschaulich, wenn es möglich wäre, würde sich dieser in dem Erdkörper agierende Schwerpunkt als ein Feuer darstellen, welches in für euch unglaublicher Schnelligkeit die bestimmten Organe der Erde, die dazu geeignet sind, durchzuckt und dadurch die zur Erhaltung des Erdkörpers in allen Teilen desselben erforderliche Reaktion bewirkt.

[Er.01_004,17] Könntet ihr aber dieses Feuer mit geistigen Augen betrachten, so würdet ihr da ein zahlloses Geisterheer entdecken, das eben von Meinem Willen hier gehalten und zu der zweckmäßigen, bestimmten Tätigkeit angetrieben wird.

[Er.01_004,18] Das sind demnach die Urgrundgeister, gebannt zur tätigen Belebung jener sie umgebenden Materie, durch die sie zeitgerecht endlich selbst höher und höher aufsteigen und dann, in leichtere Materie gekleidet, von Stufe zu Stufe in das vollkommene, freie Leben übergehen können.

[Er.01_004,19] Diese Art Geister, die sich dem sinnlichen Auge als ein Feuer darstellen, bestimmen sonach den tätigen und die ganze Materie belebenden Schwerpunkt.

[Er.01_004,20] Wie gestaltig aber durch diesen Schwerpunkt durch die verschiedenen Schichtungen des Erdkörpers, d. i. durch dessen Knochen, Eingeweide, Fleisch und Blut auch die zahllosen Nebenschwerpunkte des Erdkörpers zur zweckdienlichen Tätigkeit angetrieben werden, davon wollen wir in der nächsten Mitteilung das Nähere dartun.