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Wichtige Lebenswinke, Satan – Stammvater der Materie und aller Menschenseelen

Gottes Erlösungsplan

Von der Hölle bis zum Himmel, Band 2, Kapitel 153

[RB.02_153,01] Rede Ich: „Lieber Freund, dein Herz ist gut, weil du ein gebührendes Mitleid mit deinen Brüdern hast – eine Eigenschaft, die gar vielen deiner irdischen Glaubensgenossen mangelt. Aber deine Erkenntnis ist noch sehr gering.

[RB.02_153,02] Meinst du denn, Ich kümmere Mich etwa um die Menschheit auf der Erde nicht mehr? Oder glaubst du, daß dein Herz mehr Liebe hat als das meinige? Oder daß Ich nicht mehr einsehen könne, was der auf Erden lebenden Menschheit frommen möchte? Siehe, dein Herz ist ja gut. Aber gut wie ein Blinder, der einen Geier koset in der Meinung, er sei eine sanfte Taube! Weißt du wohl, woher die meisten Menschen der Erde ursprünglich stammen und wie sie jeweils geführt werden müssen, um durch allerlei Erlösungsmittel zu wahren, freien Menschengeistern herangebildet zu werden? Siehe, das hast du noch nie gewußt und eingesehen. Und dennoch willst du Mich ganz leise beschuldigen, als hätte Ich die Schuld, daß es nun mit der Menschheit so schlecht und elend stehe. Das ist sehr eitel von deines Herzens Weisheit!

[RB.02_153,03] Hast du auf der Erde nie gesehen, wie die Metalle aller Art und das Glas bereitet werden? So du je in einem Schmelzofen das Erz sich erglühen und dann zischend und tobend in ein Becken ergießen sahst – was mußte dein Gefühl dabei empfinden, so es an die Möglichkeit dachte, daß solche Materie etwa irgendeine stumm-intelligente Empfindung haben könnte? Welch ein Schmerz muß ihr innewohnen, so sie durch des Feuers Allgewalt in ihrer ersten Form gänzlich zerstört und in eine neue überzugehen genötigt wird! Und so du dann das abgekühlte feste, blanke und nützliche Metall ansiehst, wird es dir dabei auch so wehmütig zumute? Siehe, dann hast du eine Freude und lobst den Verstand der Menschen, die durch die Kraft des Feuers so nützliche Metalle und so herrlich schimmerndes Glasgeschirr zuwege bringen.

[RB.02_153,04] Und so ist es auch mit der Bildung des Menschen. So er krank ist oder lahm, blind, taub, stumm und manchmal voll Aussatz – da wird ein weiser Arzt alles aufbieten, um den Kranken wieder gesund zu machen. Aber so die Krankheit starke und schmerzliche Heilmittel fordert, ist es da vom Arzte wohl weise und liebevoll, aus einem unzeitigen Mitleidsgefühl dem Heilbedürftigen jene Mittel vorzuenthalten, durch die dem Kranken einzig und allein zu helfen ist?

[RB.02_153,05] So du Ohren hast zu hören, so höre: Satan ist ursprünglich als ein Geistmensch geschaffen worden. Als er aber durch ein Gesetz seine volle Freiheit hätte erkennen und annehmen sollen, ward er unwillig und fiel durch die Verachtung des Gesetzes und somit auch durch die Verachtung Gottes. Da er aber gleich Adam ein Urvater der ferneren Menschen für die Ewigkeit hätte werden sollen, so trug er auch gleich einem Samenkorn Aeonen von künftigen Menschen in sich und riß sie sogestaltet von Mir, seinem Schöpfer, los. Die Folge davon war die materielle Schöpfung aller Welten, welche da ist ein notwendiges Gericht. – Er allein für sich kann wohl noch lange bleiben, was er ist; aber die zahllosen Keime der Menschen werden ihm genommen, auf dem freilich harten Wege durch die Materie. Diese Keime aber gehen aus seinem gesamten Wesen hervor: bald aus seinen Haaren, aus seinem Haupte, bald aus seinem Halse, seiner Zunge, seinen Zähnen, seiner Brust, aus seinen Eingeweiden, aus seiner Haut, seinen Händen und Füßen. Und siehe, je nachdem die jeweilige Menschheit aus des gefallenen Satans einem oder dem andern Teile hervorgeht, muß sie auch entsprechend behandelt und geführt werden, um die Stufe der wahren Vollendung zu erreichen.

[RB.02_153,06] Wenn man das weiß, kann man dann mit Grund gegen Mich auftreten und fragen: ,Herr, warum hilfst Du den Elenden nicht und läßt sie verschmachten und zugrunde gehen?‘ Siehe, Ich lasse niemanden zugrunde gehen, selbst den Satan und die barsten Teufel nicht. Aber so lassen kann Ich sie nicht, wie sie – wider alle Meine Ordnung, von der die Erhaltung aller Dinge abhängt – es in ihrer eigensüchtigen Blindheit wollen. Sondern Ich muß auf jede mögliche ordnungsmäßige Weise sorgen, daß sie alle am Ende doch jenes Ziel erreichen, das ihnen von Meiner Ordnung von Ewigkeit her gestellt ist.

[RB.02_153,07] Meinst du aber etwa, daß da in diesen Gräbern lauter armes Proletariat, das gewisserart wegen seiner Armut zu sündigen genötigt ist, im Gerichte gefangen rastet? Oh, da bist du in großer Irre! Siehe, die da unten sind lauter Großstämmler, lauter Wesen, die in den verschiedensten Dingen wohlunterrichtet waren. Aber da sie alles, was sie kannten und hatten, nur zum Vorteile ihres Hochmutes, ihrer harten Unversöhnlichkeit, ihrer fleischlichen Wollust, ihres Neides und Geizes verwendet und somit ihre Seele zu sehr vermaterialisiert haben – so stecken sie nun auch in den Gräbern desselben Gerichtes, das sie sich selbst bereitet haben!

[RB.02_153,08] Dort hinter dem Grabmal wirst du eine Öffnung entdecken. Gehe hin, schaue hinein und sage Mir, was du siehst! Dann erst wollen wir weiter diese Sache miteinander erörtern.“
2
Gefangene der Materie

Wie sollen sie erlöst werden? Vorschlag des Franziskaners

Von der Hölle bis zum Himmel, Band 2, Kapitel 152

[RB.02_152,01] Rede Ich: „Siehe, das erläutert dir das Gefühl deines eigenen Lebens, dem Ruhe und Bewegung zu gleichen Teilen beigegeben ist! Du kannst natürlicherweise gehen und stehen, sitzen oder liegen. So du lange umhergegangen und dadurch etwas müde geworden bist, welches Bedürfnis empfindet dann dein Leben?“  (Antwort: „Nach Ruhe!“) – „Gut, sage Ich, und du suchst dann auch Ruhe und nimmst dir diese. So du aber wieder völlig ausgeruht hast und siehst muntere Bewegung um dich her – etwa eine Herde munterer Lämmer, die Vöglein von Ast zu Ast hüpfen, einen Bach rasch dahinrauschen und dergleichen mehr – sage Mir, welch ein Bedürfnis fängt dann dein durch die Ruhe neugestärktes Leben wieder zu empfinden an?“ – (Antwort: „Oh, nach Bewegung, nach viel Bewegung!“)

[RB.02_152,02] „Wieder gut! So wird es dir auch aus dieser Inschrift klar werden, daß sowohl die Ruhe wie die Bewegung an und für sich nichts sind als nur abwechselnde Bedürfnisse jedes Seins und Lebens. Dinge, die notwendig gerichtet sind, müssen sich freilich entweder in ununterbrochener Ruhe oder in unausgesetzter Bewegung befinden. Aber Wesen, die ein freieres Leben in sich bergen, haben Ruhe und Bewegung unter einem Dach zum freien Gebrauch anheimgestellt. Daher die Bitte: ,Herr, gib der Ruhe eine wahre Ruhe und der Bewegung eine wahre Bewegung‘ nichts anderes besagt als: ,Herr, gib uns die Ruhe und die Bewegung frei und halte uns nicht mehr im Gericht!‘ Oder noch deutlicher: ,Führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns vom Übel des Gerichtes!‘ – Sage Mir, hast du das nun wohl verstanden?“

[RB.02_152,03] Spricht der Franziskaner: „Ja, Herr und Vater, das ist mir nun ganz klar! Aber wer sind denn die, welche da unten ruhen und aus deren Bedürfnis solch eine Inschrift sich hier unseren Augen beschaulich darbietet? Wer sind sie, die hier nach Erlösung dürsten?“

[RB.02_152,04] Rede Ich: „Höre! Alle, die von der Materie gefangen sind, ruhen unter diesen Denkmälern, die ihnen das Gericht über alle Materie zum ewigen Gedächtnis Meiner urgöttlichen Weisheit, Macht und Stärke gesetzt hat.

[RB.02_152,05] Deine Seele ging ebenfalls aus einem solchen Grabe hervor und wurde in ein anderes Grab gelegt, bereitet aus Blut und Fleisch. Darin spann sie sich wie eine Seidenraupe wieder in eine leichtere und eines sich fortentwickelnden Naturlebens fähige Materie, die sie nach ihrer eigenen Form ausbildete. Als ihr dies gelang, hatte sie eine größere Freude an der Form als an sich selbst und hing sich ganz an die tote Form des Fleisches.

[RB.02_152,06] Das Fleisch aber ist wie alle Materie in sich selbst tot. Wird nun die Seele mit der Materie eins, wie soll sie dann ungerichtet bleiben, so alle Materie in ihr selbst dem unvermeidlichen Gerichte anheimfallen muß? In die Seele ist zwar ein neuer Geist gelegt. Mit ihm eins zu werden, sollte die Seele eigentlich alles aufbieten. Aber so die Seele alles tut, um mit ihrer Materie eins zu werden – wie soll dann der Geist in der Seele ein Herr seines Hauses werden?

[RB.02_152,07] Ich sage dir: Da wird der Geist selbst in der Materie begraben! Und hier siehst du solche begrabene Geister in einer Unzahl. Jedes Grab birgt seinen eigenen. Und dessen Worte sind es, die du hier auf der schwarzen Tafel gelesen hast und noch lesen kannst auf zahllosen anderen. Aber der noch lebendige Geist ächzt und seufzt aus seinem harten Grabe um Erlösung. – Und da sage du Mir, was wir hier machen sollen?“

[RB.02_152,08] Spricht der Franziskaner: „Herr, keiner, der nur einen Funken Liebe in seinem Herzen trägt, wird da um eine rechte Antwort verlegen sein. Man helfe ihnen, so man helfen kann und mag! Und man helfe ihnen bald, so es möglich ist! Sie sollen hervorgehen aus ihren Gräbern. Die Materie lassen wir wie durch einen chemischen Apparat sich verflüchtigen und das rein Geistige soll dann frei werden!

[RB.02_152,09] Daß die Menschen nun auf der Welt zumeist schlecht und gröbst materiell werden, kann ihnen mein Herz durchaus zu keiner Sünde rechnen. Denn man betrachte nur ihre leiblich-irdische Stellung, ihre unverschuldete Armut! Dann in moralischer Beziehung ihre totale Erziehungslosigkeit, meist eine Folge der allgemeinen wirtschaftlichen Verarmung, die wieder aus den ehernen Herzen der reichen Geizhälse folgt – und man richte dann einen armen, aller Not und Verzweiflung preisgegebenen Menschen! Von einer Moral und geistigen Bildung kann da keine Rede sein. Für die Bildung des Geistes geschieht für die Armen nichts, außer daß sie genötigt werden, an Sonn- und Feiertagen in eine sogenannte Kirche zum lateinischen Gottesdienst zu gehen und sich im Winter nicht selten Füße und Hände zu erfrieren.

[RB.02_152,10] Wenn nun die meisten Menschen dieser Art in jeder Hinsicht schlecht werden, wenn sie sich gegen jedes Gesetz empören, ja sogar zu Gottesleugnern werden – wer kann es ihnen im Ernste verargen, so er diese und noch viele andere Umstände genau erwägt! Ich nicht, wahrlich, bei Deinem heiligsten Namen nicht! Darum wahrhaft helfen, zuerst leiblich und dann erst moralisch – dann wird es mit der Erde bald besser aussehen als nun!

[RB.02_152,11] Die Erde ist nun eine barste Hölle für die Menschheit. Man mache sie wenigstens zu einem Viertel-Paradies, und die Menschen werden Gott wieder anerkennen! Denn in der Hölle tut sich's mit dem Studium der höheren Moral auf keinen Fall mehr, dessen bin ich voll überzeugt. Also helfen, wo zu helfen ist und dann heraus mit allen, die in den Gräbern schmachten! Das ist für ewig mein lebendigster Wahlspruch.“
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Eintritt in das Museum im Hause Roberts

Eine Art Seelenfriedhof

Von der Hölle bis zum Himmel, Band 2, Kapitel 151

[RB.02_151,01] Rede Ich: „Ja, Mein liebster Freund, wenn du schon das für einen vollkommenen Himmel ansiehst, was im Grunde nur eine etwas bessere Geisterwelt ist, in der der eigentliche Himmel erst in den Geist des Menschen einzufließen anfängt, damit er daraus erst neugestaltet wird – was wirst du dann erst sagen, so du in den wirklichen Himmel aus dir selbst heraus eingehen wirst?

[RB.02_151,02] Ich sage dir, daß dies alles nur ein Voranfang zum Eingang ins wahre Himmelreich ist. Schau, diese Urväter, Propheten, Apostel und die Mutter Maria mit dem Joseph könntest du ja gar nicht ansehen und das Leben behalten, zeigten sie sich dir in ihrer eigentlichen Himmelsgestalt. Aber mache dir nichts daraus, denn deshalb bin Ich Selbst da, um euch alle nach und nach in den wahren Himmel einzuführen. Und Ich meine, daß Ich den rechten Weg am besten kennen werde!“

[RB.02_151,03] Spricht der Franziskaner: „Ja, Herr, dann ist Robert Blum doch auch noch lange nicht im eigentlichen Himmel?“ – Rede Ich: „Freilich noch nicht! Dieses Haus ist zwar schon seinem Herzen entsprossen und ist, soweit wir es jetzt kennen und sehen, schon ziemlich vollendet. Aber da gibt es noch zahllose Fächer und Gemächer, die dem Robert noch ebenso unbekannt sind wie dir. Aber mit der rechten Geduld wird euch noch alles bekannt werden.

[RB.02_151,04] Nun aber begeben wir uns durch die große Pforte in das Museum, dort werden euch allen die Augen ein wenig weiter aufgetan.“

[RB.02_151,05] Spricht der Franziskaner: „Herr, was werden wir darin wohl alles zu sehen bekommen?“ – Rede Ich: „Wirst es bald ersehen! Siehe, ein Teil unserer Gäste ist schon drinnen, hörst du ihr grenzenloses Erstaunen? Auch wir werden uns gleich dort befinden. Sieh nur genau durch die Pforte, die hoch und breit genug ist, und du wirst so manches zu schauen anfangen. Sage Mir aber, was du allenfalls schon erschaust!“

[RB.02_151,06] Der Franziskaner sieht emsig noch von ferne durch die große Pforte und sagt nach einer Weile: „Herr, das ist ganz sonderbar! Ich erschaue nichts als einen nahezu endlosen Friedhof mit einer Unzahl von Grabmälern. Wahrlich, ein sonderbares Museum! Je näher wir der Pforte kommen, desto klarer stellt sich ein unendlicher Friedhof meinen Blicken dar. – Ich sehe nun auch schon eine Menge unserer vorangeeilten Gesellschaft sich um die Denkmäler auf den Gräbern herumtummeln. Aber von einem freudigen Erstaunen vernehmen meine Ohren nichts, wohl aber hie und da Ausrufe wie von großem Entsetzen. Herr, in diesem Museum werden wir sicherlich wenig Amüsantes finden!“

[RB.02_151,07] Rede Ich: „Oh, sei darum unbesorgt! Ich sage dir, da wirst du unaussprechlich viel und wunderbar Amüsantes finden. Und da wir soeben durch die große Pforte in dieses Museum eintreten, sage Mir abermals, was du nun siehst!“

[RB.02_151,08] Spricht der Franziskaner: „Herr, was ich früher gesehen habe, tritt nun klarer und ausgeprägter vor meine Augen. – Aber unsere Gäste, wie geschäftig sie sind! Mir kommen sie vor wie eine Lämmerherde, die im Frühjahr zum ersten mal auf die Weide getrieben wird. Da gibt's des Springens und Blökens auch kein Ende. Ich muß denn doch einmal so ein prachtvolles Grabdenkmal fest in Augenschein nehmen.“

[RB.02_151,09] Der Franziskaner tritt einem solchen Grabmal näher und bemerkt bald eine erhabene Schrift auf einer schwarzen ovalen Platte. Er bemüht sich, diese Schrift zu lesen, bringt aber keinen Sinn heraus, weil da einige ihm ganz unbekannte Buchstaben vorkommen. Demutsvoll wendet er sich daher an Mich und bittet, daß Ich ihm diese Schrift erläutern möchte.

[RB.02_151,10] Ich aber sage ihm: „Mein Freund, so wir in diesem Museum eine jede Denkschrift lesen und entziffern wollten, hätten wir die ganze Ewigkeit vollauf damit zu tun. Aber es wäre dies gerade solch eine Arbeit, wie wenn du berechnen wolltest, wieviel Samenkörner für eine künftige Fortpflanzung, die ins Unendliche geht, sich schon in einem Samenkorn befinden. Um unendliche Dinge zu begreifen, muß man nie beim Einzelnen anfangen, auch nicht bei dem Gegenstand, den man ergründen möchte, sondern immer einfach bei sich selbst. Verstehst du dein eigenes Wesen, so wirst du auch alles andere verstehen und ergründen können. Aber solange du dir selbst nicht zur vollsten Klarheit geworden bist, kann auch alles andere in dir zu keiner Klarheit werden. Wenn das Auge blind ist, woher soll der Mensch dann Licht bekommen und wissen, worauf er steht und was ihn umgibt? Ist aber das Auge hell, dann ist auch alles hell im Menschen und um ihn herum. Und geradeso ist es auch mit dem Geistmenschen.

[RB.02_151,11] Die Seele, als die äußere substantielle Form des Menschen, hat in sich eigentlich gar kein Licht außer dem, das von außen in sie eindringt von anderen Wesen, die schon lange ein eigenes inneres Licht haben; ihr Erkennen ist darum auch nur ein stückweises. Denn welche Teile des seelischen Weltbildes in ihr gerade unter den Brennpunkt eines von außen dringenden Strahles zu stehen kommen, die werden dann von der Seele auch in ihrer Einzelheit erkannt und beurteilt, wie sie sich der Seele vorstellen. Fällt das Licht aber von irgendeinem Teil auf einen anderen, so tritt dadurch ein volles Vergessen des früher Gesehenen ein. Etwas ganz anderes taucht dann wie ein Meteor in der Seele auf und wird von ihr nur so lange erkannt und beurteilt, als es sich im Lichte befindet. Weicht durch eine Wendung das von außen eindringende Licht auch wieder vom zweiten, erleuchtet gewesenen Teile, dann ist es auch mit dem Verständnis der Seele über den zweiten erleuchteten Teil aus. Und so könnte die Seele eine Ewigkeit um die andere sich von außen her erleuchten lassen und würde doch immer noch auf demselben Erkenntnispunkte stehen, auf dem sie zuvor stand.

[RB.02_151,12] Aber etwas anderes und für dich noch Unbegreifliches ist es, wenn in der Seele der eigentliche, lebendige Geist vollkommen auftaucht und die ganze Seele von innen heraus aufs hellste erleuchtet. Das ist dann ein ewiges Licht, das nimmer erlischt und alle Teile in der Seele durch und durch erleuchtet, ernährt und vollkommen sich entfalten macht. So also das in der Seele bewerkstelligt wird, dann braucht sie nicht mehr einzelne Teile zu lernen, sondern dann ist alles auf einmal in der Seele zur vollen Klarheit gediehen. Und der völlig wiedergeborene Geistmensch braucht dann nicht mehr zu fragen: „Herr, was ist dieses und jenes?“ Denn der Wiedergeborene dringt dann selbst in alle Tiefen Meiner göttlichen Weisheit.

[RB.02_151,13] Damit du aber diese Wahrheit gründlicher einsehen mögest, will Ich dir nun diese Schrift lesen und du wirst sogleich tausend Fragen in dir entstehen sehen. Und so habe denn acht! So lautet das hier Geschriebene:

[RB.02_151,14] „Die Ruhe ist gleich dem Tode tatlos. Aber dies Ruhen ist dennoch kein Ruhen, sondern eine Hemmung der Bewegung. Räumet hinweg die Hemmpunkte, und die Ruhe wird wieder zur Bewegung! Die Bewegung selbst aber ist dennoch keine solche, sondern das Suchen eines Ruhepunktes. Und ist der Ruhepunkt gefunden und die Bewegung zur Ruhe geworden, dann ist die Ruhe wieder keine solche, sondern ein fortwährendes Streben nach der Bewegung. Diese erfolgt auch sobald wieder als die Hemmpunkte hinweggeschafft werden, durch die aus der Bewegung eine Ruhe ward. Und so gibt es eine Ruhe ohne Ruhe und eine Bewegung ohne Bewegung. Die Ruhe ist eine Bewegung, und die Bewegung ist eine Ruhe. Ja, es gibt im Grunde weder eine Ruhe noch eine Bewegung. Denn beide heben sich fortwährend auf wie eine gleich bejahende und eine gleich verneinende Größe. – O Welt, die du unter diesem Steine ruhst, du ruhst nicht, sondern bewegst dich in deinem Bestreben, das da ist deine sündige Schwere. Jetzt reifst du dem Leben entgegen. Deine Hemmbande suchst du unablässig zu zerreißen. Und so sie zerrissen sein werden, dann wirst du hinaus ins Unendliche stürzen und wirst im Unendlichen wieder suchen, was du nun hast. Ein Leben weilt, ein Leben flieht; aber das weilende will fliehen, und das fliehende sucht die Weile. – Gott, du Urquell des wahren Lebens, gib der Ruhe die wahre Ruhe und der Bewegung die wahre Bewegung!“

[RB.02_151,15] Sage Mir nun, hast du diese Inschrift verstanden?  Spricht der Franziskaner: „Herr, das war für mich rein japanisch, mehr kann ich darüber nicht sagen! Aber erläutere uns das doch ein wenig mehr!“

 Von der Hölle bis zum Himmel, Band 2, Kapitel 151
4
Verschiedene Sphären im geistigen Reich

B.D. 3316 empfangen am  3.11.1944

Unmittelbar nach dem Leibestode verläßt die Seele den Körper und entschwebt in das geistige Reich, das je nach ihrem Reifezustand nahe oder weit entfernt von der Erde sein kann. Das ist zwar nicht räumlich zu verstehen, sondern die Entfernung ergibt sich durch die Verschiedenheit der Sphären, alle zwar dem geistigen Reich angehörend, weil sie abseits und außerhalb der irdisch-materiellen Welt liegen und die Seele, die noch unreif ist, einen sehr langen Weg zeitlich zu gehen hat, bevor sie in die Lichtsphären gelangt. Eine reife Seele dagegen ist blitzschnell nach ihrem Leibestode in jene Sphären versetzt, denn sie bedarf weder Zeit noch Raum, um die Entfernung von der Erde in die Lichtsphären zu überwinden. Ihr genügt allein die Kraft, die ihr Reifezustand der Seele eingetragen hat.

Die unvollkommenen Seelen dagegen vermögen sich nicht so schnell von der Erde zu trennen, weil sie einmal kraftlos sind, um sich zur Höhe zu schwingen, und dann auch noch mit ihren Sinnen an den irdischen Dingen gefesselt sind. Sie wollen nicht von der Erde und bleiben also lange Zeit in Erdennähe, zumeist in der Umgebung, die sie zu Lebzeiten ihr eigen nannten. Folglich empfinden sie auch nicht sogleich den Wechsel aus dem irdischen in das geistige Reich. Denn es erscheint ihnen ihr Aufenthaltsort noch irdisch und sind sich oft die Seelen nicht bewußt, daß sie nicht mehr ihr körperliches Leben haben. Doch es befremdet sie, daß sie mit den Menschen auf der Erde nicht mehr die Verbindung herstellen können, daß sie sich nicht Gehör verschaffen können und von den Menschen unbeachtet gelassen werden.

Dieser Umstand bringt sie langsam zum Erkennen ihrer Lage, zu dem Erkennen, daß sie nicht mehr auf der Erde weilen, sondern jenseits dieser im geistigen Reich. Solange die Seele noch irdisch gesinnt ist, vermag sie jedoch nicht, sich aus dieser Umgebung zu entfernen; sie ist noch erdgebunden, und es ist dies für sie ein quälender Zustand, weil ihr alles unerreichbar ist, was sie begehrt oder zu besitzen glaubt. Und sie soll nun langsam das Verlangen nach irdischen Gütern überwinden; erst wenn ihr dieses gelungen ist, entfernt sie sich mehr und mehr von der Erde, die Sphären nehmen andere Gestalt an, das Auge ersieht keine irdischen, sondern nur geistige Schöpfungen, je nach dem Reifezustand der Seele, d.h., das geistige Auge der Seele ist fähig, geistige Dinge zu schauen, die das unvollkommene Wesen nicht zu schauen vermag, wenngleich sie vorhanden sind.

Scheidet jedoch eine reifere Seele ab von der Erde, dann vermag sie sofort im geistigen Reich ihre Umgebung zu unterscheiden, weil das geistige Auge diese Fähigkeit hat infolge ihrer Seelenreife. Eine solche Seele wird auch die Seelen erkennen, die ihr begegnen im Jenseits, während umgekehrt die unreifen Seelen dies nicht vermögen, d.h., sie erkennen nur die Seelen der gleichfalls in der Dunkelheit Wandelnden, die also im gleichen unvollkommenen Zustand sich befinden. Jedoch lichtvolle Wesen sind ihnen unsichtbar, und selbst wenn sie in Verhüllung ihres Lichtes sich ihnen nähern, erkennen sie diese nicht.

Das geistige Auge erschließt sich erst in einem bestimmten Reifezustand, dann aber ist auch Licht um die Seelen, während geistige Finsternis die Seelen umgibt, die nichts zu schauen vermögen, weil ihnen die geistige Sehe noch verschlossen ist. Irdische Dinge dagegen stehen ihrem Verlangen entsprechend ihnen sichtbar vor Augen; es sind dies aber nur Truggebilde, die in Wirklichkeit nicht existieren, sondern durch das Verlangen der Seele ihr erscheinen, um jedoch einem Schemen gleich zu vergehen, sowie die Seele sie fassen und benützen will, denn an deren Vergänglichkeit soll die Seele erkennen, daß sie etwas Höheres anstreben soll als irdisch-vergängliche Güter.

Solange die Seele also noch solche begehrt, werden sich ihr auch keine Lichtwesen nahen, denn materiell gesinnte Seelen schenken den Worten der Lichtwesen kein Gehör, so diese in der Umhüllung kommen und ihnen das Evangelium bringen wollen. Ihnen kann nur durch das Gebet eines Menschen Hilfe gebracht werden in dieser Lage, dann erst wenden sie sich von der Materie ab, und dann suchen sie im geistigen Reich Ersatz. Es kommen ihnen hilfswillige Wesen entgegen, die sie belehren und ihnen den Weg weisen zur Höhe.

Und je williger sie die Belehrungen von den Lichtwesen annehmen, desto eher wird ihnen das geistige Auge erschlossen, und sie sind nun der Finsternis entrückt, sie sind in Sphären eingegangen, wo sie Licht empfangen und Licht abgeben dürfen. Sie haben den Weg zurückgelegt, der kurze, aber auch sehr lange Zeit dauern kann, je nach der Hartnäckigkeit, mit welcher die Seele die materiellen Güter anstrebt, die sie so lange an die Erde fesseln, bis sie überwunden sind, um nun eingeführt werden zu können von den Lichtwesen in die reine Wahrheit, um nun wirken zu können im Jenseits für das Reich Gottes, indem die Seele das Wissen nun austeilt an bedürftige Seelen, die noch in Finsternis des Geistes dahingehen.

Amen
5
Ein jeder Mensch trägt nach seiner Individualität den Himmel wie die Hölle in sich

Geistige Sonne Band 2, Kapitel 110

[GS.02_110,01] Ihr werdet euch denken, mehr aber noch so mancher andere, so er bei dieser Mitteilung gegenwärtig wäre: Es ist wohl recht löblich und auch moralisch nützlich, dergleichen Eröffnungen zu vernehmen, durch welche gewisserart bildlich das Grundböse dargestellt wird; aber es gibt nun bereits eine Unzahl Beschreibungen der Hölle auf Erden. Sie scheinen alle ähnlichen Ursprungs zu sein, aber wie verschieden sind sie voneinander! Bei dem einen ist die Hölle ein feuriger Schwefelpfuhl, bei dem andern ein nagender Glühwurm, wieder bei andern ein wütend Feuer, eine ewige Finsternis, ein ewiger Tod. Bei einigen werden die Verdammten gepeinigt, gesotten und gebraten, bei den andern sind sie barste Freiherren. Einige wieder erblicken in der Hölle nichts als eine entsetzliche Kälte, andere wieder den glühendsten Zorneifer. Einige erblicken darin elendeste, verkrüppelte und ausgehungerte Menschengestalten, andere wieder eine Vereinigung der sonderbarsten, scheußlichsten Gestalten, die nur je menschlicher Phantasie entstammen können. Und so hat man unter dem Begriffe der Hölle einen wahrhaften Proteus vor sich, den man unter keiner Gestalt festhalten kann.

[GS.02_110,02] Wird hier auch eine den menschlich reinen Begriffen vollkommen zusagende und für diese Zeit wohlbegreifliche Darstellung der Hölle gegeben, wer bürgt dafür, daß diese Darstellung mit der Zeit nicht wieder durch eine andere verdrängt wird? Denn nichts existiert so vielfach unter allerlei Gestalten unter den Menschen als eben dieser Schreckensort unter dem Begriff „die Hölle“.

[GS.02_110,03] Gut, sage ich euch, meine lieben Freunde! Euer bedenklicher Einwurf hat seinen guten Grund, denn er stützt sich vollkommen auf die Realität des vorhandenen Begriffes der Hölle. Darum aber will und muß auch ich euch hier die Hölle in einem solchen allgemeinen Lichte zeigen, in welchem jede mögliche, bis jetzt irgendwo auf der Erde vorhandene Darstellung der Hölle ihre vollkommene Rechtfertigung finden soll.

[GS.02_110,04] Wenn man die Hölle nur nach der Äußerlichkeit oberflächlich betrachtet, so ist es begreiflich, warum sie als ein wahrer Proteus in stets anderer Erscheinlichkeit auftritt. Aber ganz anders verhält es sich mit der Sache dann, wenn man sie vollkommen aus ihrem Grunde betrachtet.

[GS.02_110,05] Damit ihr aber solches klar einsehet, wollen wir durch kleine Beispiele diese sehr verfängliche Sache so beleuchten, daß sie vor jedermanns Augen unter der Beleuchtung der Sonne dastehen soll.

[GS.02_110,06] Nehmen wir einen Staat an, in dem es viele Tausende von Menschen gibt. Alle diese Menschen, Kretins, Trottel und unmündige Kinder ausgenommen, machen sich allerlei bunte Begriffe von der geheimen Staatspolitik. Wer solche näher kennenlernen will, darf sich darüber nur mit verschiedenen Menschen in ein Gespräch einlassen. Die einen sehen nichts als Krieg vor sich, die anderen nichts als geheime Verrätereien, wieder andere geheime Volksbetrügerei, andere wieder lauter Klugheit. Einige schreien laut über Ungerechtigkeit, andere können wieder nicht genug lobhudlerische Worte finden, um die Verfassung und die geheime staatskluge Politik über den grünen Klee zu loben.

[GS.02_110,07] Das wären aber noch lauter nüchterne Ansichten des gebildeteren Teiles im Volke über die geheim-politische Staatsverwaltung. Wer aber Lächerlichkeiten vernehmen will, der begebe sich in finstere Dorfstuben mancher Landbauern. Da darf er überzeugt sein, daß er in solchen Kabinetten alles vernehmen wird, was eine ungebildete, rohe menschliche Phantasie nur hervorzubringen imstande ist. Zum Beispiel, daß der Kaiser die Absicht habe, eine Stadt vergiften zu lassen, oder daß er in einem Lande die Pest dem Volke einimpfen lassen will, oder daß er mit einem fremden Monarchen einen Bund geschlossen habe, irgendein Landesvolk mit dem Schwert in einer Nacht umzubringen und die Güter der umgebrachten Untertanen auf diese gewalttätige Weise an sich zu reißen, an andere Albernheiten nicht zu denken, wonach der Monarch bei irgendeiner Gelegenheit entweder seine eigene Seele oder die Seelen seiner Untertanen zur Gewinnung eines großen irdischen Vorteils dem Teufel leibhaftig verschrieben habe! Daß das alles sich so verhält, braucht keines näheren Beweises, indem es einem jeden freisteht, sich davon tagtäglich zu überzeugen.

[GS.02_110,08] Daß sich die Sache so verhält, unterliegt also keinem Zweifel, frage aber: Wer aus all diesen tausend und tausend politischen Begriffsaufstellern hat den rechten Begriff, den rechten Grund der geheimen Staatsverwaltung aufgestellt? Im Grunde keiner; aber dessen ungeachtet hält ein jeder mit geheimnisvoller, weise tuender Miene den seinen für den richtigen. Wie aber ist es möglich, über etwas begründete Begriffe aufzustellen, wovon man selbst keinen Begriff hat?

[GS.02_110,09] Sehet, der Grund davon liegt zum Teil in der äußeren Erscheinlichkeit wie in der Individualität dessen, der die Erscheinlichkeit betrachtet. Je weniger inneren geweckten Grund der Betrachtende hat, desto unsinnigere Begriffe kombiniert er sich von der Erscheinlichkeit. Und sehet, gerade also verhält es sich bis jetzt mit dem Begriffe der Hölle.

[GS.02_110,10] Nur äußerst wenigen Sehern ward es vergönnt, in den Grund dieses Ortes einen tieferen Blick zu tun, aber sehr vielen ward es gestattet, eines oder das andere Erscheinliche dieses Ortes zu erblicken. Und so hat die Darstellung des Erscheinlichen durch ihre voluminöse Masse stets den wahren Grund überboten. Aus diesem Grunde hat sich dann die Hölle unter so mannigfachen Gestalten vervielfacht und niemand wußte und weiß es bis jetzt vollkommen, wie er mit diesem Orte daran ist.

[GS.02_110,11] Frage aber weiter: Wer im Staate könnte wohl von der geheimen Staatsverfassung den richtigsten Grundbegriff aufstellen? Sicher niemand anderer als der kluge Monarch selbst.

[GS.02_110,12] Wenn sich die Sache unwiderlegbar so verhält, da wird diese Frage auch für das düstere jenseitige Verhältnis passen, und die Antwort wird keine andere sein, als daß nur derjenige über diesen Ort den richtigen und allgemein geltenden Grundbegriff aufstellen kann, der da ein Herr ist wie über alle Himmel, so auch über alle Höllen!

[GS.02_110,13] Wie aber jemand, der in den Grund der geheimen Staatsverwaltung eingeweiht ist, mit leichter Mühe den Grund aller im Volke kursierender Begriffe erschauen wird, so wird auch derjenige, der den wahren Grund dieses Ortes unter dem Begriffe der Hölle vom Herrn aus kennt, den Grund aller anderen albernen Begriffe darüber einsehen.

[GS.02_110,14] Ein jeder Mensch trägt nach seiner Individualität den Himmel wie die Hölle in sich.

[GS.02_110,15] Wird er nun durch einen gewissen Zustand seiner eigenen Individualität ansichtig, so wird er dadurch nur seiner eigenen unausgebildeten Hölle oder seines höchst unvollkommenen Himmels ansichtig. Auf diesem Wege können dann zahllosfache verschieden aussehende Höllen entstehen.

[GS.02_110,16] Ist aber das hernach schon als Grund anzunehmen? Sicher so wenig, als wenn einer, der am seichten Ufer mit einem Spazierstäbchen das Meer mißt, wo es höchstens einen halben Schuh tief ist, dann im Ernste auftreten und fest behaupten möchte, das Meer sei nur einen halben Schuh tief, denn er selbst habe es gemessen. Ebenso gilt es auch hier von der Behauptung aller Seher, die da sagen: Ich habe die Hölle in diesem und jenem Zustande also gesehen. Wie wenig aber jemand das seichte Ufer, das wohl auch zum Meere gehört, als den eigentlichen Hauptgrund des Meeres ansehen kann, ebensowenig kann auch eine solche geschaute Erscheinlichkeit der Hölle als deren wahrer Grund angenommen werden.

[GS.02_110,17] Wie sich aber der eigentliche Grund finden und gründlichst beschauen läßt, solches wird die Folge zeigen.
6
Seliges Los der Reifen und Zustand der Unvollkommenen im Jenseits

B.D. 4801 empfangen am  24.12.1949

Es wird euch ein seliges Los beschieden sein in Meines Vaters Hause. Ihr werdet alles vorfinden, was euch Freude macht, so eure Seele rein ist und frei von irdischem Verlangen, so sie reif ist für das geistige Reich. Worin aber diese Seligkeiten bestehen, die Freuden für eure reine, vergeistigte Seele, das könnet ihr Menschen erst dann begreifen, wenn euer Streben auf Erden schon geistigen Gütern gilt, wenn euch die Erde mit ihrem Besitz nicht mehr zu reizen vermag. Es sind geistige Genüsse, die der Seele unbeschreibliche Wonnen bereiten, es sind Genüsse, die das Empfinden der Seele berühren, wie irdische Genüsse den Körper, so daß sie also überaus glücklich ist, weil sie sich irdisch nichts mehr ersehnt.

Wie auf Erden, so empfindet die Seele auch im Jenseits das Schöne, und wie auf Erden kennt sie auch das Glücksempfinden, doch in weit ausgeprägterem Maß. Ihr Sehnen gilt gleichfort dem Vermehren geistiger Güter, und diese Sehnsucht wird der Seele auch erfüllt. Sie kann unvorstellbare Schöpfungen schauen und hören und schöpfet daraus ständig Weisheit und Kraft. Sie bewegt sich in reizvollster Umgebung, wofür sich auf Erden kein Vergleich finden läßt, weil die irdischen Schöpfungen arm und dürftig dagegen sind und daher den Menschen auch die Vorstellungskraft fehlt für die Wunderdinge göttlicher Liebe, die Er Seine Kinder schauen läßt.

Und da jedes Wesen mit gleichgesinnten Seelen Verbindung hat, wird die Seligkeit erheblich gesteigert und das Licht ständig erhöht. Denn der Zustand im Jenseits der noch unvollkommenen Wesen kann wohl geschildert werden, weil er sich nicht viel von dem auf der Erde unterscheidet, so daß oft die Seelen sich noch auf Erden lebend wähnen, und das lange Zeit hindurch. Wie auf Erden die Menschen in der Materie leben und nicht verstehen können, wie geistig strebende Menschen sich von der Welt zurückziehen und dennoch glücklich sind, so leben erstere auch im geistigen Reich im gleichen Verlangen nach der Materie, das ihnen soweit erfüllt wird, daß sie selbst die Erfüllung nicht beglücken kann, bis sie nach langer Zeit sich von ihr zu trennen beginnen in der Erkenntnis ihrer Wertlosigkeit.

Doch das geistige Reich des Lichtes mit seinen Bewohnern ist diesen Wesen verschlossen. Es ist eine andere Welt, für die sie noch kein Verständnis haben und in der sie auch nicht bestehen könnten, weil die Lichtfülle sie aufzehren würde. Es sind aber immer Lichtwesen unerkannt unter ihnen, die sie belehren und ihren Willen zu lenken suchen, sich zu lösen von irdischen Begierden und etwas Höheres anzustreben, um nach oft langer Zeit auch in das Lichtreich eingehen zu können.

Es können Seelen im gleichen Unvollkommenheitsgrad ins Jenseits kommen, jedoch verschieden lange Zeit brauchen, um auszureifen, je nach der Liebefähigkeit ihrer Herzen, die mitunter im geistigen Reich sich schneller wandeln als auf Erden, doch auch sehr lange Zeit gebrauchen können, ihre Fehler und Untugenden abzulegen. Immer aber sind es für diese unreifen Seelen bekannte Begriffe, was ihnen zu Gesicht kommt, während im Lichtreich der Seele völlig Unbekanntes entgegentritt und das Schauen und Hören ungeahnte Seligkeit auslöst und die Wunder kein Ende nehmen. Denn die Verheißung Jesu erfüllet sich: „Was keines Menschen Auge je gesehen und keines Menschen Ohr je gehört, das habe Ich bereitet denen, die Mich lieben.“

Amen
7
Der Geist, Schöpfer seiner eigenen Welt.

Geistige Sonne, Band 2, Kapitel 119

[GS.02_119,01] Ein guter Landschaftsmaler und zugleich ein großer Freund schöner Landpartien kommt von einer Landpartie nach Hause. Die Gegend, die er bei dieser Landpartie gesehen hat, gefällt ihm so überaus, daß er sich für immer in derselben aufhalten möchte. Seine Geschäfte aber lassen solches nicht zu. Was bleibt ihm daher übrig, um sich wenigstens dem Scheine nach in dieser für ihn so herrlichen Gegend zu befinden? Er malt diese Gegend mit großer Kunstfertigkeit auf zwei leere, große Wände seines Wohnzimmers so vortrefflich, daß ein jeder Besucher sich hoch verwundernd augenblicklich die herrliche, allgemein bekannte Gegend erkennt.

[GS.02_119,02] Frage: Wo hat denn unser Maler das Vorbild für diese Gegend hergenommen? Hat er etwa Kupferstiche vor sich gehabt? Oder hat er selbst an Ort und Stelle früher die Gegend konturmäßig aufgenommen? Nein, weder eins noch das andere, sondern er hat die lebendige Kontur der Gegend in seiner Phantasie festgehalten und sie hier auf der Wand getreu wiedergegeben.

[GS.02_119,03] Das ist richtig, und ein jeder Mensch sieht davon die Möglichkeit ein, aber sicher sieht es nicht ein jeder Mensch ein, auf welche Weise unser Maler die schöne Gegend in seiner Phantasie auf die Wand gebracht hat. Hier fragt es sich also: Wie und auf welche Weise hat dieser Maler die Gegend in seiner Phantasie auf die Wand gebracht? Sehet, das ist ein wichtiger Lebensprozeß und besagt gar viel; daher wollen wir ihn auch ein wenig näher beleuchten. Wir haben bei der Gelegenheit der Beschauung unserer Zentralsonne so klar als möglich kennen und einsehen gelernt, was alles in dem Geiste des Menschen vorhanden ist. Wäre es nicht in dem menschlichen Geiste vorhanden, woher wohl könnte er von dem je eine Idee fassen und sich irgendeine Vorstellung machen, was noch nie ein sterbliches Auge geschaut hat?

[GS.02_119,04] Nun aber kann der Mensch in sich selbst zu unbegreiflich hohen und übersinnlich geistigen Anschauungen gelangen, und so muß er ja alles das in sich haben, was je eine Phantasie hervorbringen kann.

[GS.02_119,05] Die Phantasie eines Menschen aber kann rein und unrein sein. Rein ist sie dann, wenn, freilich selteneren Falles, der unsterbliche Geist des Menschen in seinem Leibe schon so absolut dasteht, daß seine reinen Bilder durch die Bilder der Außenwelt nicht getrübt und verunreinigt werden. So kann auch die Phantasie durch Auffassung bloß äußerer Bilder rein sein, wenn sie durch die Kraft der Seele die geschauten Bilder festhält und sie dann bei Gelegenheit naturgetreu wiedergibt. Unrein aber ist die Phantasie, wenn sich der Geist noch zu sehr passiv in seinem Leibe sowohl zu seinen inneren Bildern wie zu denen der Außenwelt verhält, wo sich dann alles durcheinandermengt, Geistiges und Naturmäßiges, und niemand daraus klug werden kann, wenn er ein Phantasiebild aufstellt, was es so ganz eigentlich vorstellt, ob Geistiges oder Naturmäßiges. Zu dieser Klasse unreiner Phantasiebilder gehören alle jene mittelalterlichen mystischen Obszönitäten (Unanständigkeiten), laut welcher der Himmel seine wunderliche Gestalt erhalten hatte, die Hölle und das sogenannte Fegfeuer zu einem Bratofen wurde und dergleichen Torheiten mehr.

[GS.02_119,06] Daraus aber geht hervor, daß im Geiste, der das ganze Leben seiner Seele wie seines Leibes ausmacht, vorerst schon alles vorhanden sein muß, vom Kleinsten bis zum Größten, was die ganze Unendlichkeit faßt, also Himmel und Hölle, und zwischen diesen beiden Extremen die ganze naturmäßige Welt. Und dieses endlos lebendigreiche Vermögen des Geistes ist das, was ihr im allgemeinen Sinne die „Phantasie“ nennet.

[GS.02_119,07] Wenn dann jemand, aus dieser reichen Kammer etwas hervorholen will, so darf er nur seine Liebe erwecken. Je stärker die Liebe wird, desto heftiger ihre Flamme und desto heftiger ihre Wärme und ihr Licht.

[GS.02_119,08] Durch diese Eigenschaft der Liebe wird das von ihr erfaßte Bild selbst lebendig, prägt sich durch das Licht der Liebe immer deutlicher aus, bis es endlich wie die Gegend unseres Malers die Vollreife erlangt hat. Und dieses durch die Eigenschaft der Liebe ausgereifte Bild im Menschen selbst ist die eigentliche innere Welt des Geistes.

[GS.02_119,09] Nun wissen wir, woher der Maler das Bild genommen hat. Allein das ist das geringere, wir wissen noch etwas mehr, und das besteht darin, daß der Geist auf diese Weise der Schöpfer seiner eigenen Welt ist.

[GS.02_119,10] Wir wissen aber auch, daß jedes Ding in der Welt entsprechend gut oder schlecht sein kann, und dazu wird es von der Liebe gemacht. Ist die Liebe nach der Ordnung Gottes, so wird durch sie alles gut; ist diese gegen die Ordnung Gottes, so wird durch sie alles schlecht. – Auf diese Weise entwickelt dann ein jeder Mensch in sich entweder den Himmel oder die Hölle.

[GS.02_119,11] Eine jede Tat und Handlung muß eine Ortsunterlage und an und für sich selbst eine gewisse Form oder besser Zeremonie haben, unter welcher sie geschieht.

[GS.02_119,12] Wie kommt euch aber eine Gegend auf der Erde vor, in welcher ihr Denkmäler vieler Greueltaten findet? Sicher wird euch bei ihrem Anblicke ein geheimer Schauder befallen. Sehet, das ist schon die Form des Höllischen; denn im Geiste bildet sich hernach ebenfalls eine solche Welt aus, die voll Denkmäler von Greueltaten ist. In dieser Welt erschaut der Geist unendliche Tiefen zurück und in ihnen sein unverbesserliches böses Verhalten. Aber ganz anders verhält es sich, wenn ihr in eine Gegend kommt, in der von jeher edle Menschen gewohnt haben, die viel Gutes und Edles taten. Gar anheimelnd wird es euch da vorkommen, und es wird euch ein verklärendes Gefühl überkommen, als befändet ihr euch etwa im Schoße Abrahams. Das ist ein Vorgefühl des Himmels. – Im absolut geistigen Zustande prägt sich dann eben dieses Gefühl samt der Form auf das Lebendigste aus. Diese Form ist des Himmels geistige Örtlichkeit und ist, wie ihr leicht einsehet, ebenfalls ein Werk des Geistes.

[GS.02_119,13] Aus dem aber geht dann klar hervor, daß ein jeder Mensch durch die Art seiner Liebe der Schöpfer seiner eigenen inneren Welt wird, und daß er nie in irgendeinen Himmel oder in irgendeine Hölle kommen kann, sondern nur in das Werk seiner Liebe. Darum heißt es auch: „Und eure Werke folgen euch.“ – Und auf eben diese Weise, wie wir jetzt die Erscheinlichkeit der Hölle durchgemacht haben, machen es unsere bekannten Sonnenschüler durch. Was aber mit ihnen hernach geschieht, wollen wir nächstens betrachten.
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Schilderungen vom Jenseits nur bildhaft und vergleichsweise

B.D. 5441 empfangen am  18.7.1952

Alles, was über euer Erdenleben hinausgeht, wird euch ein Mysterium bleiben, selbst wenn es euch durch die Liebe und Güte des himmlischen Vaters erklärt wird, denn es kann euch nur immer in einer für euch faßlichen Weise erläutert werden, solange ihr auf Erden weilt. Ihr könnet euch nur so weit eine Vorstellung machen trotz Erklärungen, wie es eurem Fassungsvermögen und euren Erkenntnissen entspricht, und diese Kenntnisse suchet ihr auch auf jene Welt zu übertragen, die euch noch verschlossen ist.

Doch ihr bedenket nicht, wie unsagbar begrenzt euer Wissen ist und wie unsagbar klein und dürftig auch diese Erde ist, die ihr belebet, gemessen an den Herrlichkeiten vieler anderer Schöpfungen im Reiche Gottes. Ihr bedenket nicht, daß alle Vergleichsmöglichkeiten fehlen, um euch Menschen ein volles Verständnis für jene überirdische Welt geben zu können. Darum ist es auch unmöglich, euch Aufklärung zu geben, die gänzlich der Wahrheit entspricht. Ihr könnet nur vergleichsweise Beschreibungen erhalten, aus denen ihr ersehen könnet, daß genau wie auf Erden Gesetze befolgt werden müssen, daß die göttliche Ordnung im geistigen Reich unbedingt eingehalten werden muß, wenn auch die Aufwärtsentwicklung im Jenseits ihren Fortgang nehmen soll.

Es ist ferner unmöglich, geistige Eindrücke den Menschen auf der Erde zu vermitteln oder sie ihnen annähernd zu erklären. Für das, was die Wesen im jenseitigen Reich empfinden, gibt es keine Worte, die euch Menschen ihren Zustand beschreiben könnten. Es sind unter diesen Empfindungen zu verstehen die Wirkung dessen, was sie erleben, was sie schauen und was sie fühlen angesichts der unbeschreiblichen Schöpfungen, ganz gleich, ob seliger oder unseliger Art. Solches euch Menschen wiedergeben zu wollen ist nur auf dem Wege von Entsprechungen möglich, daß euch also irdische Begriffe nahegebracht werden, die euch wohl Sinn und Zweck erkennen lassen, aber niemals Wirklichkeit sind.

Ein Ende durch den Leibestod gibt es nicht, die Seele lebt weiter in Sphären, die sie sich selbst durch das Erdenleben geschaffen hat. Selig oder unselig kann ihr Los sein, wie es aber auch sei, es kann euch Menschen nur bildhaft vor Augen geführt werden, und jede Aufklärung darüber, jede Schilderung ist immer nur ein schwacher Versuch, ein Problem mit euch bekannten Begriffen zu lösen, um in euch das Verantwortungsgefühl zu bestärken der Seele gegenüber, der ihr Menschen selbst auf Erden das Los im Jenseits gestaltet.

Der Menschheit ist das Wissen um jenseitige Dinge vorenthalten, und sie wird auch niemals eindringen können in ein Gebiet, das erst dann zu betreten ist, wenn die geistige Entwicklung eines Menschen den Grad erreicht hat, daß er geistig zu schauen vermag. Doch dann wird es immer noch nicht möglich sein, seine Eindrücke und Empfindungen den Mitmenschen verständlich wiederzugeben, weil das irdische Reich und das geistige Reich zwei ganz getrennte Gebiete sind, wo eines für das andere nicht mehr zuständig ist, also die Gesetze, die in dem einen gelten, völlig aufgehoben sind in der anderen Welt. Und dennoch ist das geistige Reich Wirklichkeit, und ein jeder wird sich selbst davon überzeugen können, so er seine körperliche Hülle ablegt und eingeht in jenes Reich, und dann wird er es verstehen, daß die Menschen auf dieser Erde keinen Aufschluß erhalten konnten, der völlig der Wahrheit entspricht.

Amen
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Neue Offenbarungen Gottes an die Menschen des 21. Jahrhunderts / Re: Die Unsterblichkeit der Seele
« Letzter Beitrag von Maria am Mai 20, 2018, 08:36:03 Vormittag »
Unsterblichkeit der Seele

B.D. 1874b empfangen am 4.4.1941

Der Aufbau eines menschlichen Wesens erfordert immer die gleichen Bestandteile, Körper, Seele und Geist. Der Körper, die Außenhülle, führt die Funktionen aus, welche die Seele bestimmt. Also ist der Körper nur das Organ, durch welches der Wille der Seele zur Ausführung gebracht wird. Mit dem Moment des Todes benötigt die Seele keines Organes mehr, das ihr wie auf Erden, also in dem sichtbaren Schöpfungswerk dient, weil sie ihren Aufenthaltsort wechselt und in Regionen hinübergeht, wo nichts nach außen Ersichtliches getan zu werden braucht. Es ist der Körper hinfällig geworden, der nur das Mittel war für die irdische Laufbahn, wo sich die Seele gestalten sollte zur Trägerin des göttlichen Geistes.

Der Geist, das dritte Bestandteil des Lebewesens, schlummert wohl in jedem Menschen, tritt jedoch erst in Aktion, wenn der Wille der Seele ihm mehr Aufmerksamkeit schenkt als dem Körper, wenn also die Seele die irdischen Anforderungen nicht so wichtig nimmt als die Anforderungen, die der Geist ihr stellt, die immer eine Zurücksetzung der irdischen Bedürfnisse bedeuten. Denn Körper, Seele und Geist gehören wohl zusammen, können jedoch getrennte Ziele verfolgen.

Es kann die Seele ihren Willen mehr den Ansprüchen des Körpers zuwenden, sie kann diese aber auch unbeachtet lassen und ihren Willen nur dem Geist in sich nutzbar machen, und eben diese Willensrichtung bestimmt ihr jenseitiges Leben, d.h. den Zustand, in dem die Seele nach dem Erdenleben weilt, der ihr Glück oder Leid eintragen kann. Es ist also das irdische Leben, die Funktion des Körpers, nur ein vorübergehendes Stadium, in dem sich die Seele befindet. Die Seele treibt ihn zu allem Handeln auf Erden, sie ist aber keineswegs als erloschen zu denken, so der Körper seine Funktion nicht mehr ausführen kann.

Es hat die Seele den Körper wohl verlassen, weil sie nun Aufenthalt nimmt in Regionen, wo sie eine Außenhülle nicht mehr benötigt. Die Seele aber gleichfalls als beendet anzusehen wäre eine völlig falsche Auffassung ihres Wesens. Denn die Seele ist etwas, was nicht vergehen kann. Sie kann wohl durch den leiblichen Tod des Menschen den Körper nicht mehr zu seinen Funktionen bestimmen, sie kann auch durch mangelnde Reife, d.h., wenn sie dem Geist in sich zu wenig Beachtung geschenkt hat, in einen Untätigkeitszustand verfallen; niemals aber kann sie "nicht mehr sein". Denn sie ist etwas Geistiges, das unvergänglich ist, während der Körper aus irdischem Stoff, aus Materie, besteht und daher einer ständigen Veränderung unterworfen ist, doch sich zuletzt auflöst in seine Urbestandteile, sowie die Seele den Körper verlassen hat.

Amen
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Neue Offenbarungen Gottes an die Menschen des 21. Jahrhunderts / Die Unsterblichkeit der Seele
« Letzter Beitrag von Maria am Mai 20, 2018, 06:48:12 Vormittag »
Glaube an die Unsterblichkeit der Seele

Wahrheit

B.D. 3699 empfangen am 27.2.1946

Des Leibes Tod ist nicht der Seele Ende. Diese Erkenntnis, der Glaube daran, fehlt den Menschen, und darum werten sie das Erdenleben nicht aus, wie es Meinem Willen entspricht. Sie schaffen sich gewissermaßen nur Ordnung für ihren Leib, nicht aber für ihre Seele, sie handeln ihrer Seele gegenüber verantwortungslos, weil sie von ihrer Existenz und von ihrer Unsterblichkeit nicht überzeugt sind. Und darum muß ihnen als erstes die Unsterblichkeit der Seele vorgehalten werden, so eure Bemühungen, sie zu einem anderen Lebenswandel zu veranlassen, Erfolg haben sollen. Doch der Glaube daran erfordert auch eigenes Nachdenken, das ihren eigenen Willen bedingt und nicht zwangsmäßig erreicht werden kann.

Die Unsterblichkeit der Seele wird auch den Sinn und Zweck des Erdenlebens verständlich machen, und dann erst ist die Möglichkeit gegeben, daß der Mensch sich wandle, daß er das Leben der Seele als wichtiger erkennt als das des Leibes. Es sind zwei große Gefahren, in denen die Menschheit schwebt. Der Unglaube an die Seele und ihre Unsterblichkeit und die irrigen Lehren, die auch dem an die Unsterblichkeit der Seele Glaubenden hinderlich sind zum geistigen Aufstieg, weil sie ihm ein falsches Bild der ewigen Gottheit geben und weil die Menschen dann zumeist eines versäumen, die innige Verbindung mit Mir herzustellen gedanklich oder auch durch rechtes Gebet.

Nur dies verbürgt ihnen geistigen Aufstieg, weil Ich Selbst dann wirksam werden kann. Und darum gilt die wichtigste Arbeit Meiner Diener auf Erden dem Ausrotten irriger Lehren und dem Erwecken des Glaubens an ein Fortleben nach dem Tode. Und es werden die Menschen Meine Diener anhören müssen, wollen sie Erfolg haben in der kurzen Erdenzeit, die ihnen noch bis zum Ende verbleibt.

Sie werden sich nur dort vollwahre Erklärungen holen können, wo solche vom Himmel herab geboten werden; sie werden sowohl über das Leben der Seele nach dem Tode als auch über die Lehre Christi nur mittelbar oder unmittelbar von Mir belehrt werden können, dann aber kann ihr Glaube ein überzeugter werden, der allen Einwänden standhalten wird, der geistigen Aufstieg sichert und der Seele ein ewiges Leben einträgt in Seligkeit, andernfalls das Los der Seele ein unseliges ist, weil sie nie und nimmer aufhört zu sein, jedoch in dem Zustand in der Ewigkeit ist, den sie sich selbst geschaffen hat durch ihren Willen, durch ihren Unglauben und einen Meinem Willen widersprechenden Lebenswandel.

Wer fest an die Unsterblichkeit der Seele glaubt, wird auch viel eher die Arbeit an seiner Seele in Angriff nehmen, doch lau und träge oder gänzlich unfähig und unwillig dazu bleibt der Mensch, der sein Leben mit dem Tode des Leibes beendet glaubt. Ihr Meine Diener könnet darum nicht ernstlich genug ihnen das Fortleben der Seele vorstellen, wenngleich ihr es ihnen nicht beweisen könnet. Doch durch ernstes Nachdenken darüber kann der Mensch auch in sich zur Überzeugung gelangen, daß eure Rede Wahrheit ist, weil Ich Selbst ihnen helfe, das Rechte zu erkennen, so sie nur ernstlich wollen und euch nicht ungehört abweisen.

Das Erdenleben gewinnt eine ganz andere Bedeutung für den Glaubenden, er betrachtet es dann nicht mehr als Selbstzweck, sondern nur als Mittel zum Zweck und hält sich seinen Lebenswandel selbst vor, den er dann je nach seiner Willensstärke zu bessern sucht. Und sowie ihm die reine Wahrheit unterbreitet wird, festigt sich auch sein Glaube, während irrige Lehren ihn nur zerstören und den Menschen in die Finsternis zurücksinken lassen. Darum muß die Wahrheit verbreitet werden, um den Seelen das Leben zu bringen, denn Irrtum und Lüge ist der Seele Tod im geistigen Reich, der aber nicht ein Vergehen ihrer selbst, sondern nur völlige Kraftlosigkeit bedeutet und darum ein Zustand äußerster Qual ist, den Ich von jeder Seele abwenden möchte und ihr darum immer wieder Boten zusende, die ihr Hilfe bringen sollen, ehe es zu spät ist.

Amen
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