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Mitgliederbereich - Diskussionsthemen => Neue Offenbarungen Gottes an die Menschen des 21. Jahrhunderts => Thema gestartet von: Maria am Mai 20, 2018, 06:48:12 Vormittag

Titel: Die Unsterblichkeit der Seele
Beitrag von: Maria am Mai 20, 2018, 06:48:12 Vormittag
Glaube an die Unsterblichkeit der Seele

Wahrheit

B.D. 3699 empfangen am 27.2.1946

Des Leibes Tod ist nicht der Seele Ende. Diese Erkenntnis, der Glaube daran, fehlt den Menschen, und darum werten sie das Erdenleben nicht aus, wie es Meinem Willen entspricht. Sie schaffen sich gewissermaßen nur Ordnung für ihren Leib, nicht aber für ihre Seele, sie handeln ihrer Seele gegenüber verantwortungslos, weil sie von ihrer Existenz und von ihrer Unsterblichkeit nicht überzeugt sind. Und darum muß ihnen als erstes die Unsterblichkeit der Seele vorgehalten werden, so eure Bemühungen, sie zu einem anderen Lebenswandel zu veranlassen, Erfolg haben sollen. Doch der Glaube daran erfordert auch eigenes Nachdenken, das ihren eigenen Willen bedingt und nicht zwangsmäßig erreicht werden kann.

Die Unsterblichkeit der Seele wird auch den Sinn und Zweck des Erdenlebens verständlich machen, und dann erst ist die Möglichkeit gegeben, daß der Mensch sich wandle, daß er das Leben der Seele als wichtiger erkennt als das des Leibes. Es sind zwei große Gefahren, in denen die Menschheit schwebt. Der Unglaube an die Seele und ihre Unsterblichkeit und die irrigen Lehren, die auch dem an die Unsterblichkeit der Seele Glaubenden hinderlich sind zum geistigen Aufstieg, weil sie ihm ein falsches Bild der ewigen Gottheit geben und weil die Menschen dann zumeist eines versäumen, die innige Verbindung mit Mir herzustellen gedanklich oder auch durch rechtes Gebet.

Nur dies verbürgt ihnen geistigen Aufstieg, weil Ich Selbst dann wirksam werden kann. Und darum gilt die wichtigste Arbeit Meiner Diener auf Erden dem Ausrotten irriger Lehren und dem Erwecken des Glaubens an ein Fortleben nach dem Tode. Und es werden die Menschen Meine Diener anhören müssen, wollen sie Erfolg haben in der kurzen Erdenzeit, die ihnen noch bis zum Ende verbleibt.

Sie werden sich nur dort vollwahre Erklärungen holen können, wo solche vom Himmel herab geboten werden; sie werden sowohl über das Leben der Seele nach dem Tode als auch über die Lehre Christi nur mittelbar oder unmittelbar von Mir belehrt werden können, dann aber kann ihr Glaube ein überzeugter werden, der allen Einwänden standhalten wird, der geistigen Aufstieg sichert und der Seele ein ewiges Leben einträgt in Seligkeit, andernfalls das Los der Seele ein unseliges ist, weil sie nie und nimmer aufhört zu sein, jedoch in dem Zustand in der Ewigkeit ist, den sie sich selbst geschaffen hat durch ihren Willen, durch ihren Unglauben und einen Meinem Willen widersprechenden Lebenswandel.

Wer fest an die Unsterblichkeit der Seele glaubt, wird auch viel eher die Arbeit an seiner Seele in Angriff nehmen, doch lau und träge oder gänzlich unfähig und unwillig dazu bleibt der Mensch, der sein Leben mit dem Tode des Leibes beendet glaubt. Ihr Meine Diener könnet darum nicht ernstlich genug ihnen das Fortleben der Seele vorstellen, wenngleich ihr es ihnen nicht beweisen könnet. Doch durch ernstes Nachdenken darüber kann der Mensch auch in sich zur Überzeugung gelangen, daß eure Rede Wahrheit ist, weil Ich Selbst ihnen helfe, das Rechte zu erkennen, so sie nur ernstlich wollen und euch nicht ungehört abweisen.

Das Erdenleben gewinnt eine ganz andere Bedeutung für den Glaubenden, er betrachtet es dann nicht mehr als Selbstzweck, sondern nur als Mittel zum Zweck und hält sich seinen Lebenswandel selbst vor, den er dann je nach seiner Willensstärke zu bessern sucht. Und sowie ihm die reine Wahrheit unterbreitet wird, festigt sich auch sein Glaube, während irrige Lehren ihn nur zerstören und den Menschen in die Finsternis zurücksinken lassen. Darum muß die Wahrheit verbreitet werden, um den Seelen das Leben zu bringen, denn Irrtum und Lüge ist der Seele Tod im geistigen Reich, der aber nicht ein Vergehen ihrer selbst, sondern nur völlige Kraftlosigkeit bedeutet und darum ein Zustand äußerster Qual ist, den Ich von jeder Seele abwenden möchte und ihr darum immer wieder Boten zusende, die ihr Hilfe bringen sollen, ehe es zu spät ist.

Amen
Titel: Re: Die Unsterblichkeit der Seele
Beitrag von: Maria am Mai 20, 2018, 08:36:03 Vormittag
Unsterblichkeit der Seele

B.D. 1874b empfangen am 4.4.1941

Der Aufbau eines menschlichen Wesens erfordert immer die gleichen Bestandteile, Körper, Seele und Geist. Der Körper, die Außenhülle, führt die Funktionen aus, welche die Seele bestimmt. Also ist der Körper nur das Organ, durch welches der Wille der Seele zur Ausführung gebracht wird. Mit dem Moment des Todes benötigt die Seele keines Organes mehr, das ihr wie auf Erden, also in dem sichtbaren Schöpfungswerk dient, weil sie ihren Aufenthaltsort wechselt und in Regionen hinübergeht, wo nichts nach außen Ersichtliches getan zu werden braucht. Es ist der Körper hinfällig geworden, der nur das Mittel war für die irdische Laufbahn, wo sich die Seele gestalten sollte zur Trägerin des göttlichen Geistes.

Der Geist, das dritte Bestandteil des Lebewesens, schlummert wohl in jedem Menschen, tritt jedoch erst in Aktion, wenn der Wille der Seele ihm mehr Aufmerksamkeit schenkt als dem Körper, wenn also die Seele die irdischen Anforderungen nicht so wichtig nimmt als die Anforderungen, die der Geist ihr stellt, die immer eine Zurücksetzung der irdischen Bedürfnisse bedeuten. Denn Körper, Seele und Geist gehören wohl zusammen, können jedoch getrennte Ziele verfolgen.

Es kann die Seele ihren Willen mehr den Ansprüchen des Körpers zuwenden, sie kann diese aber auch unbeachtet lassen und ihren Willen nur dem Geist in sich nutzbar machen, und eben diese Willensrichtung bestimmt ihr jenseitiges Leben, d.h. den Zustand, in dem die Seele nach dem Erdenleben weilt, der ihr Glück oder Leid eintragen kann. Es ist also das irdische Leben, die Funktion des Körpers, nur ein vorübergehendes Stadium, in dem sich die Seele befindet. Die Seele treibt ihn zu allem Handeln auf Erden, sie ist aber keineswegs als erloschen zu denken, so der Körper seine Funktion nicht mehr ausführen kann.

Es hat die Seele den Körper wohl verlassen, weil sie nun Aufenthalt nimmt in Regionen, wo sie eine Außenhülle nicht mehr benötigt. Die Seele aber gleichfalls als beendet anzusehen wäre eine völlig falsche Auffassung ihres Wesens. Denn die Seele ist etwas, was nicht vergehen kann. Sie kann wohl durch den leiblichen Tod des Menschen den Körper nicht mehr zu seinen Funktionen bestimmen, sie kann auch durch mangelnde Reife, d.h., wenn sie dem Geist in sich zu wenig Beachtung geschenkt hat, in einen Untätigkeitszustand verfallen; niemals aber kann sie "nicht mehr sein". Denn sie ist etwas Geistiges, das unvergänglich ist, während der Körper aus irdischem Stoff, aus Materie, besteht und daher einer ständigen Veränderung unterworfen ist, doch sich zuletzt auflöst in seine Urbestandteile, sowie die Seele den Körper verlassen hat.

Amen
Titel: Schilderungen vom Jenseits nur bildhaft und vergleichsweise
Beitrag von: Maria am Mai 20, 2018, 08:38:55 Vormittag
Schilderungen vom Jenseits nur bildhaft und vergleichsweise

B.D. 5441 empfangen am  18.7.1952

Alles, was über euer Erdenleben hinausgeht, wird euch ein Mysterium bleiben, selbst wenn es euch durch die Liebe und Güte des himmlischen Vaters erklärt wird, denn es kann euch nur immer in einer für euch faßlichen Weise erläutert werden, solange ihr auf Erden weilt. Ihr könnet euch nur so weit eine Vorstellung machen trotz Erklärungen, wie es eurem Fassungsvermögen und euren Erkenntnissen entspricht, und diese Kenntnisse suchet ihr auch auf jene Welt zu übertragen, die euch noch verschlossen ist.

Doch ihr bedenket nicht, wie unsagbar begrenzt euer Wissen ist und wie unsagbar klein und dürftig auch diese Erde ist, die ihr belebet, gemessen an den Herrlichkeiten vieler anderer Schöpfungen im Reiche Gottes. Ihr bedenket nicht, daß alle Vergleichsmöglichkeiten fehlen, um euch Menschen ein volles Verständnis für jene überirdische Welt geben zu können. Darum ist es auch unmöglich, euch Aufklärung zu geben, die gänzlich der Wahrheit entspricht. Ihr könnet nur vergleichsweise Beschreibungen erhalten, aus denen ihr ersehen könnet, daß genau wie auf Erden Gesetze befolgt werden müssen, daß die göttliche Ordnung im geistigen Reich unbedingt eingehalten werden muß, wenn auch die Aufwärtsentwicklung im Jenseits ihren Fortgang nehmen soll.

Es ist ferner unmöglich, geistige Eindrücke den Menschen auf der Erde zu vermitteln oder sie ihnen annähernd zu erklären. Für das, was die Wesen im jenseitigen Reich empfinden, gibt es keine Worte, die euch Menschen ihren Zustand beschreiben könnten. Es sind unter diesen Empfindungen zu verstehen die Wirkung dessen, was sie erleben, was sie schauen und was sie fühlen angesichts der unbeschreiblichen Schöpfungen, ganz gleich, ob seliger oder unseliger Art. Solches euch Menschen wiedergeben zu wollen ist nur auf dem Wege von Entsprechungen möglich, daß euch also irdische Begriffe nahegebracht werden, die euch wohl Sinn und Zweck erkennen lassen, aber niemals Wirklichkeit sind.

Ein Ende durch den Leibestod gibt es nicht, die Seele lebt weiter in Sphären, die sie sich selbst durch das Erdenleben geschaffen hat. Selig oder unselig kann ihr Los sein, wie es aber auch sei, es kann euch Menschen nur bildhaft vor Augen geführt werden, und jede Aufklärung darüber, jede Schilderung ist immer nur ein schwacher Versuch, ein Problem mit euch bekannten Begriffen zu lösen, um in euch das Verantwortungsgefühl zu bestärken der Seele gegenüber, der ihr Menschen selbst auf Erden das Los im Jenseits gestaltet.

Der Menschheit ist das Wissen um jenseitige Dinge vorenthalten, und sie wird auch niemals eindringen können in ein Gebiet, das erst dann zu betreten ist, wenn die geistige Entwicklung eines Menschen den Grad erreicht hat, daß er geistig zu schauen vermag. Doch dann wird es immer noch nicht möglich sein, seine Eindrücke und Empfindungen den Mitmenschen verständlich wiederzugeben, weil das irdische Reich und das geistige Reich zwei ganz getrennte Gebiete sind, wo eines für das andere nicht mehr zuständig ist, also die Gesetze, die in dem einen gelten, völlig aufgehoben sind in der anderen Welt. Und dennoch ist das geistige Reich Wirklichkeit, und ein jeder wird sich selbst davon überzeugen können, so er seine körperliche Hülle ablegt und eingeht in jenes Reich, und dann wird er es verstehen, daß die Menschen auf dieser Erde keinen Aufschluß erhalten konnten, der völlig der Wahrheit entspricht.

Amen
Titel: Der Geist, Schöpfer seiner eigenen Welt
Beitrag von: Maria am Mai 20, 2018, 08:55:04 Vormittag
Der Geist, Schöpfer seiner eigenen Welt.

Geistige Sonne, Band 2, Kapitel 119

[GS.02_119,01] Ein guter Landschaftsmaler und zugleich ein großer Freund schöner Landpartien kommt von einer Landpartie nach Hause. Die Gegend, die er bei dieser Landpartie gesehen hat, gefällt ihm so überaus, daß er sich für immer in derselben aufhalten möchte. Seine Geschäfte aber lassen solches nicht zu. Was bleibt ihm daher übrig, um sich wenigstens dem Scheine nach in dieser für ihn so herrlichen Gegend zu befinden? Er malt diese Gegend mit großer Kunstfertigkeit auf zwei leere, große Wände seines Wohnzimmers so vortrefflich, daß ein jeder Besucher sich hoch verwundernd augenblicklich die herrliche, allgemein bekannte Gegend erkennt.

[GS.02_119,02] Frage: Wo hat denn unser Maler das Vorbild für diese Gegend hergenommen? Hat er etwa Kupferstiche vor sich gehabt? Oder hat er selbst an Ort und Stelle früher die Gegend konturmäßig aufgenommen? Nein, weder eins noch das andere, sondern er hat die lebendige Kontur der Gegend in seiner Phantasie festgehalten und sie hier auf der Wand getreu wiedergegeben.

[GS.02_119,03] Das ist richtig, und ein jeder Mensch sieht davon die Möglichkeit ein, aber sicher sieht es nicht ein jeder Mensch ein, auf welche Weise unser Maler die schöne Gegend in seiner Phantasie auf die Wand gebracht hat. Hier fragt es sich also: Wie und auf welche Weise hat dieser Maler die Gegend in seiner Phantasie auf die Wand gebracht? Sehet, das ist ein wichtiger Lebensprozeß und besagt gar viel; daher wollen wir ihn auch ein wenig näher beleuchten. Wir haben bei der Gelegenheit der Beschauung unserer Zentralsonne so klar als möglich kennen und einsehen gelernt, was alles in dem Geiste des Menschen vorhanden ist. Wäre es nicht in dem menschlichen Geiste vorhanden, woher wohl könnte er von dem je eine Idee fassen und sich irgendeine Vorstellung machen, was noch nie ein sterbliches Auge geschaut hat?

[GS.02_119,04] Nun aber kann der Mensch in sich selbst zu unbegreiflich hohen und übersinnlich geistigen Anschauungen gelangen, und so muß er ja alles das in sich haben, was je eine Phantasie hervorbringen kann.

[GS.02_119,05] Die Phantasie eines Menschen aber kann rein und unrein sein. Rein ist sie dann, wenn, freilich selteneren Falles, der unsterbliche Geist des Menschen in seinem Leibe schon so absolut dasteht, daß seine reinen Bilder durch die Bilder der Außenwelt nicht getrübt und verunreinigt werden. So kann auch die Phantasie durch Auffassung bloß äußerer Bilder rein sein, wenn sie durch die Kraft der Seele die geschauten Bilder festhält und sie dann bei Gelegenheit naturgetreu wiedergibt. Unrein aber ist die Phantasie, wenn sich der Geist noch zu sehr passiv in seinem Leibe sowohl zu seinen inneren Bildern wie zu denen der Außenwelt verhält, wo sich dann alles durcheinandermengt, Geistiges und Naturmäßiges, und niemand daraus klug werden kann, wenn er ein Phantasiebild aufstellt, was es so ganz eigentlich vorstellt, ob Geistiges oder Naturmäßiges. Zu dieser Klasse unreiner Phantasiebilder gehören alle jene mittelalterlichen mystischen Obszönitäten (Unanständigkeiten), laut welcher der Himmel seine wunderliche Gestalt erhalten hatte, die Hölle und das sogenannte Fegfeuer zu einem Bratofen wurde und dergleichen Torheiten mehr.

[GS.02_119,06] Daraus aber geht hervor, daß im Geiste, der das ganze Leben seiner Seele wie seines Leibes ausmacht, vorerst schon alles vorhanden sein muß, vom Kleinsten bis zum Größten, was die ganze Unendlichkeit faßt, also Himmel und Hölle, und zwischen diesen beiden Extremen die ganze naturmäßige Welt. Und dieses endlos lebendigreiche Vermögen des Geistes ist das, was ihr im allgemeinen Sinne die „Phantasie“ nennet.

[GS.02_119,07] Wenn dann jemand, aus dieser reichen Kammer etwas hervorholen will, so darf er nur seine Liebe erwecken. Je stärker die Liebe wird, desto heftiger ihre Flamme und desto heftiger ihre Wärme und ihr Licht.

[GS.02_119,08] Durch diese Eigenschaft der Liebe wird das von ihr erfaßte Bild selbst lebendig, prägt sich durch das Licht der Liebe immer deutlicher aus, bis es endlich wie die Gegend unseres Malers die Vollreife erlangt hat. Und dieses durch die Eigenschaft der Liebe ausgereifte Bild im Menschen selbst ist die eigentliche innere Welt des Geistes.

[GS.02_119,09] Nun wissen wir, woher der Maler das Bild genommen hat. Allein das ist das geringere, wir wissen noch etwas mehr, und das besteht darin, daß der Geist auf diese Weise der Schöpfer seiner eigenen Welt ist.

[GS.02_119,10] Wir wissen aber auch, daß jedes Ding in der Welt entsprechend gut oder schlecht sein kann, und dazu wird es von der Liebe gemacht. Ist die Liebe nach der Ordnung Gottes, so wird durch sie alles gut; ist diese gegen die Ordnung Gottes, so wird durch sie alles schlecht. – Auf diese Weise entwickelt dann ein jeder Mensch in sich entweder den Himmel oder die Hölle.

[GS.02_119,11] Eine jede Tat und Handlung muß eine Ortsunterlage und an und für sich selbst eine gewisse Form oder besser Zeremonie haben, unter welcher sie geschieht.

[GS.02_119,12] Wie kommt euch aber eine Gegend auf der Erde vor, in welcher ihr Denkmäler vieler Greueltaten findet? Sicher wird euch bei ihrem Anblicke ein geheimer Schauder befallen. Sehet, das ist schon die Form des Höllischen; denn im Geiste bildet sich hernach ebenfalls eine solche Welt aus, die voll Denkmäler von Greueltaten ist. In dieser Welt erschaut der Geist unendliche Tiefen zurück und in ihnen sein unverbesserliches böses Verhalten. Aber ganz anders verhält es sich, wenn ihr in eine Gegend kommt, in der von jeher edle Menschen gewohnt haben, die viel Gutes und Edles taten. Gar anheimelnd wird es euch da vorkommen, und es wird euch ein verklärendes Gefühl überkommen, als befändet ihr euch etwa im Schoße Abrahams. Das ist ein Vorgefühl des Himmels. – Im absolut geistigen Zustande prägt sich dann eben dieses Gefühl samt der Form auf das Lebendigste aus. Diese Form ist des Himmels geistige Örtlichkeit und ist, wie ihr leicht einsehet, ebenfalls ein Werk des Geistes.

[GS.02_119,13] Aus dem aber geht dann klar hervor, daß ein jeder Mensch durch die Art seiner Liebe der Schöpfer seiner eigenen inneren Welt wird, und daß er nie in irgendeinen Himmel oder in irgendeine Hölle kommen kann, sondern nur in das Werk seiner Liebe. Darum heißt es auch: „Und eure Werke folgen euch.“ – Und auf eben diese Weise, wie wir jetzt die Erscheinlichkeit der Hölle durchgemacht haben, machen es unsere bekannten Sonnenschüler durch. Was aber mit ihnen hernach geschieht, wollen wir nächstens betrachten.
Titel: Seliges Los der Reifen und Zustand der Unvollkommenen im Jenseits
Beitrag von: Maria am Mai 21, 2018, 06:26:37 Vormittag
Seliges Los der Reifen und Zustand der Unvollkommenen im Jenseits

B.D. 4801 empfangen am  24.12.1949

Es wird euch ein seliges Los beschieden sein in Meines Vaters Hause. Ihr werdet alles vorfinden, was euch Freude macht, so eure Seele rein ist und frei von irdischem Verlangen, so sie reif ist für das geistige Reich. Worin aber diese Seligkeiten bestehen, die Freuden für eure reine, vergeistigte Seele, das könnet ihr Menschen erst dann begreifen, wenn euer Streben auf Erden schon geistigen Gütern gilt, wenn euch die Erde mit ihrem Besitz nicht mehr zu reizen vermag. Es sind geistige Genüsse, die der Seele unbeschreibliche Wonnen bereiten, es sind Genüsse, die das Empfinden der Seele berühren, wie irdische Genüsse den Körper, so daß sie also überaus glücklich ist, weil sie sich irdisch nichts mehr ersehnt.

Wie auf Erden, so empfindet die Seele auch im Jenseits das Schöne, und wie auf Erden kennt sie auch das Glücksempfinden, doch in weit ausgeprägterem Maß. Ihr Sehnen gilt gleichfort dem Vermehren geistiger Güter, und diese Sehnsucht wird der Seele auch erfüllt. Sie kann unvorstellbare Schöpfungen schauen und hören und schöpfet daraus ständig Weisheit und Kraft. Sie bewegt sich in reizvollster Umgebung, wofür sich auf Erden kein Vergleich finden läßt, weil die irdischen Schöpfungen arm und dürftig dagegen sind und daher den Menschen auch die Vorstellungskraft fehlt für die Wunderdinge göttlicher Liebe, die Er Seine Kinder schauen läßt.

Und da jedes Wesen mit gleichgesinnten Seelen Verbindung hat, wird die Seligkeit erheblich gesteigert und das Licht ständig erhöht. Denn der Zustand im Jenseits der noch unvollkommenen Wesen kann wohl geschildert werden, weil er sich nicht viel von dem auf der Erde unterscheidet, so daß oft die Seelen sich noch auf Erden lebend wähnen, und das lange Zeit hindurch. Wie auf Erden die Menschen in der Materie leben und nicht verstehen können, wie geistig strebende Menschen sich von der Welt zurückziehen und dennoch glücklich sind, so leben erstere auch im geistigen Reich im gleichen Verlangen nach der Materie, das ihnen soweit erfüllt wird, daß sie selbst die Erfüllung nicht beglücken kann, bis sie nach langer Zeit sich von ihr zu trennen beginnen in der Erkenntnis ihrer Wertlosigkeit.

Doch das geistige Reich des Lichtes mit seinen Bewohnern ist diesen Wesen verschlossen. Es ist eine andere Welt, für die sie noch kein Verständnis haben und in der sie auch nicht bestehen könnten, weil die Lichtfülle sie aufzehren würde. Es sind aber immer Lichtwesen unerkannt unter ihnen, die sie belehren und ihren Willen zu lenken suchen, sich zu lösen von irdischen Begierden und etwas Höheres anzustreben, um nach oft langer Zeit auch in das Lichtreich eingehen zu können.

Es können Seelen im gleichen Unvollkommenheitsgrad ins Jenseits kommen, jedoch verschieden lange Zeit brauchen, um auszureifen, je nach der Liebefähigkeit ihrer Herzen, die mitunter im geistigen Reich sich schneller wandeln als auf Erden, doch auch sehr lange Zeit gebrauchen können, ihre Fehler und Untugenden abzulegen. Immer aber sind es für diese unreifen Seelen bekannte Begriffe, was ihnen zu Gesicht kommt, während im Lichtreich der Seele völlig Unbekanntes entgegentritt und das Schauen und Hören ungeahnte Seligkeit auslöst und die Wunder kein Ende nehmen. Denn die Verheißung Jesu erfüllet sich: „Was keines Menschen Auge je gesehen und keines Menschen Ohr je gehört, das habe Ich bereitet denen, die Mich lieben.“

Amen
Titel: Ein jeder Mensch trägt nach seiner Individualität den Himmel wie die Hölle
Beitrag von: Maria am Mai 21, 2018, 06:30:39 Vormittag
Ein jeder Mensch trägt nach seiner Individualität den Himmel wie die Hölle in sich

Geistige Sonne Band 2, Kapitel 110

[GS.02_110,01] Ihr werdet euch denken, mehr aber noch so mancher andere, so er bei dieser Mitteilung gegenwärtig wäre: Es ist wohl recht löblich und auch moralisch nützlich, dergleichen Eröffnungen zu vernehmen, durch welche gewisserart bildlich das Grundböse dargestellt wird; aber es gibt nun bereits eine Unzahl Beschreibungen der Hölle auf Erden. Sie scheinen alle ähnlichen Ursprungs zu sein, aber wie verschieden sind sie voneinander! Bei dem einen ist die Hölle ein feuriger Schwefelpfuhl, bei dem andern ein nagender Glühwurm, wieder bei andern ein wütend Feuer, eine ewige Finsternis, ein ewiger Tod. Bei einigen werden die Verdammten gepeinigt, gesotten und gebraten, bei den andern sind sie barste Freiherren. Einige wieder erblicken in der Hölle nichts als eine entsetzliche Kälte, andere wieder den glühendsten Zorneifer. Einige erblicken darin elendeste, verkrüppelte und ausgehungerte Menschengestalten, andere wieder eine Vereinigung der sonderbarsten, scheußlichsten Gestalten, die nur je menschlicher Phantasie entstammen können. Und so hat man unter dem Begriffe der Hölle einen wahrhaften Proteus vor sich, den man unter keiner Gestalt festhalten kann.

[GS.02_110,02] Wird hier auch eine den menschlich reinen Begriffen vollkommen zusagende und für diese Zeit wohlbegreifliche Darstellung der Hölle gegeben, wer bürgt dafür, daß diese Darstellung mit der Zeit nicht wieder durch eine andere verdrängt wird? Denn nichts existiert so vielfach unter allerlei Gestalten unter den Menschen als eben dieser Schreckensort unter dem Begriff „die Hölle“.

[GS.02_110,03] Gut, sage ich euch, meine lieben Freunde! Euer bedenklicher Einwurf hat seinen guten Grund, denn er stützt sich vollkommen auf die Realität des vorhandenen Begriffes der Hölle. Darum aber will und muß auch ich euch hier die Hölle in einem solchen allgemeinen Lichte zeigen, in welchem jede mögliche, bis jetzt irgendwo auf der Erde vorhandene Darstellung der Hölle ihre vollkommene Rechtfertigung finden soll.

[GS.02_110,04] Wenn man die Hölle nur nach der Äußerlichkeit oberflächlich betrachtet, so ist es begreiflich, warum sie als ein wahrer Proteus in stets anderer Erscheinlichkeit auftritt. Aber ganz anders verhält es sich mit der Sache dann, wenn man sie vollkommen aus ihrem Grunde betrachtet.

[GS.02_110,05] Damit ihr aber solches klar einsehet, wollen wir durch kleine Beispiele diese sehr verfängliche Sache so beleuchten, daß sie vor jedermanns Augen unter der Beleuchtung der Sonne dastehen soll.

[GS.02_110,06] Nehmen wir einen Staat an, in dem es viele Tausende von Menschen gibt. Alle diese Menschen, Kretins, Trottel und unmündige Kinder ausgenommen, machen sich allerlei bunte Begriffe von der geheimen Staatspolitik. Wer solche näher kennenlernen will, darf sich darüber nur mit verschiedenen Menschen in ein Gespräch einlassen. Die einen sehen nichts als Krieg vor sich, die anderen nichts als geheime Verrätereien, wieder andere geheime Volksbetrügerei, andere wieder lauter Klugheit. Einige schreien laut über Ungerechtigkeit, andere können wieder nicht genug lobhudlerische Worte finden, um die Verfassung und die geheime staatskluge Politik über den grünen Klee zu loben.

[GS.02_110,07] Das wären aber noch lauter nüchterne Ansichten des gebildeteren Teiles im Volke über die geheim-politische Staatsverwaltung. Wer aber Lächerlichkeiten vernehmen will, der begebe sich in finstere Dorfstuben mancher Landbauern. Da darf er überzeugt sein, daß er in solchen Kabinetten alles vernehmen wird, was eine ungebildete, rohe menschliche Phantasie nur hervorzubringen imstande ist. Zum Beispiel, daß der Kaiser die Absicht habe, eine Stadt vergiften zu lassen, oder daß er in einem Lande die Pest dem Volke einimpfen lassen will, oder daß er mit einem fremden Monarchen einen Bund geschlossen habe, irgendein Landesvolk mit dem Schwert in einer Nacht umzubringen und die Güter der umgebrachten Untertanen auf diese gewalttätige Weise an sich zu reißen, an andere Albernheiten nicht zu denken, wonach der Monarch bei irgendeiner Gelegenheit entweder seine eigene Seele oder die Seelen seiner Untertanen zur Gewinnung eines großen irdischen Vorteils dem Teufel leibhaftig verschrieben habe! Daß das alles sich so verhält, braucht keines näheren Beweises, indem es einem jeden freisteht, sich davon tagtäglich zu überzeugen.

[GS.02_110,08] Daß sich die Sache so verhält, unterliegt also keinem Zweifel, frage aber: Wer aus all diesen tausend und tausend politischen Begriffsaufstellern hat den rechten Begriff, den rechten Grund der geheimen Staatsverwaltung aufgestellt? Im Grunde keiner; aber dessen ungeachtet hält ein jeder mit geheimnisvoller, weise tuender Miene den seinen für den richtigen. Wie aber ist es möglich, über etwas begründete Begriffe aufzustellen, wovon man selbst keinen Begriff hat?

[GS.02_110,09] Sehet, der Grund davon liegt zum Teil in der äußeren Erscheinlichkeit wie in der Individualität dessen, der die Erscheinlichkeit betrachtet. Je weniger inneren geweckten Grund der Betrachtende hat, desto unsinnigere Begriffe kombiniert er sich von der Erscheinlichkeit. Und sehet, gerade also verhält es sich bis jetzt mit dem Begriffe der Hölle.

[GS.02_110,10] Nur äußerst wenigen Sehern ward es vergönnt, in den Grund dieses Ortes einen tieferen Blick zu tun, aber sehr vielen ward es gestattet, eines oder das andere Erscheinliche dieses Ortes zu erblicken. Und so hat die Darstellung des Erscheinlichen durch ihre voluminöse Masse stets den wahren Grund überboten. Aus diesem Grunde hat sich dann die Hölle unter so mannigfachen Gestalten vervielfacht und niemand wußte und weiß es bis jetzt vollkommen, wie er mit diesem Orte daran ist.

[GS.02_110,11] Frage aber weiter: Wer im Staate könnte wohl von der geheimen Staatsverfassung den richtigsten Grundbegriff aufstellen? Sicher niemand anderer als der kluge Monarch selbst.

[GS.02_110,12] Wenn sich die Sache unwiderlegbar so verhält, da wird diese Frage auch für das düstere jenseitige Verhältnis passen, und die Antwort wird keine andere sein, als daß nur derjenige über diesen Ort den richtigen und allgemein geltenden Grundbegriff aufstellen kann, der da ein Herr ist wie über alle Himmel, so auch über alle Höllen!

[GS.02_110,13] Wie aber jemand, der in den Grund der geheimen Staatsverwaltung eingeweiht ist, mit leichter Mühe den Grund aller im Volke kursierender Begriffe erschauen wird, so wird auch derjenige, der den wahren Grund dieses Ortes unter dem Begriffe der Hölle vom Herrn aus kennt, den Grund aller anderen albernen Begriffe darüber einsehen.

[GS.02_110,14] Ein jeder Mensch trägt nach seiner Individualität den Himmel wie die Hölle in sich.

[GS.02_110,15] Wird er nun durch einen gewissen Zustand seiner eigenen Individualität ansichtig, so wird er dadurch nur seiner eigenen unausgebildeten Hölle oder seines höchst unvollkommenen Himmels ansichtig. Auf diesem Wege können dann zahllosfache verschieden aussehende Höllen entstehen.

[GS.02_110,16] Ist aber das hernach schon als Grund anzunehmen? Sicher so wenig, als wenn einer, der am seichten Ufer mit einem Spazierstäbchen das Meer mißt, wo es höchstens einen halben Schuh tief ist, dann im Ernste auftreten und fest behaupten möchte, das Meer sei nur einen halben Schuh tief, denn er selbst habe es gemessen. Ebenso gilt es auch hier von der Behauptung aller Seher, die da sagen: Ich habe die Hölle in diesem und jenem Zustande also gesehen. Wie wenig aber jemand das seichte Ufer, das wohl auch zum Meere gehört, als den eigentlichen Hauptgrund des Meeres ansehen kann, ebensowenig kann auch eine solche geschaute Erscheinlichkeit der Hölle als deren wahrer Grund angenommen werden.

[GS.02_110,17] Wie sich aber der eigentliche Grund finden und gründlichst beschauen läßt, solches wird die Folge zeigen.
Titel: Verschiedene Sphären im geistigen Reich
Beitrag von: Maria am Mai 22, 2018, 06:57:26 Vormittag
Verschiedene Sphären im geistigen Reich

B.D. 3316 empfangen am  3.11.1944

Unmittelbar nach dem Leibestode verläßt die Seele den Körper und entschwebt in das geistige Reich, das je nach ihrem Reifezustand nahe oder weit entfernt von der Erde sein kann. Das ist zwar nicht räumlich zu verstehen, sondern die Entfernung ergibt sich durch die Verschiedenheit der Sphären, alle zwar dem geistigen Reich angehörend, weil sie abseits und außerhalb der irdisch-materiellen Welt liegen und die Seele, die noch unreif ist, einen sehr langen Weg zeitlich zu gehen hat, bevor sie in die Lichtsphären gelangt. Eine reife Seele dagegen ist blitzschnell nach ihrem Leibestode in jene Sphären versetzt, denn sie bedarf weder Zeit noch Raum, um die Entfernung von der Erde in die Lichtsphären zu überwinden. Ihr genügt allein die Kraft, die ihr Reifezustand der Seele eingetragen hat.

Die unvollkommenen Seelen dagegen vermögen sich nicht so schnell von der Erde zu trennen, weil sie einmal kraftlos sind, um sich zur Höhe zu schwingen, und dann auch noch mit ihren Sinnen an den irdischen Dingen gefesselt sind. Sie wollen nicht von der Erde und bleiben also lange Zeit in Erdennähe, zumeist in der Umgebung, die sie zu Lebzeiten ihr eigen nannten. Folglich empfinden sie auch nicht sogleich den Wechsel aus dem irdischen in das geistige Reich. Denn es erscheint ihnen ihr Aufenthaltsort noch irdisch und sind sich oft die Seelen nicht bewußt, daß sie nicht mehr ihr körperliches Leben haben. Doch es befremdet sie, daß sie mit den Menschen auf der Erde nicht mehr die Verbindung herstellen können, daß sie sich nicht Gehör verschaffen können und von den Menschen unbeachtet gelassen werden.

Dieser Umstand bringt sie langsam zum Erkennen ihrer Lage, zu dem Erkennen, daß sie nicht mehr auf der Erde weilen, sondern jenseits dieser im geistigen Reich. Solange die Seele noch irdisch gesinnt ist, vermag sie jedoch nicht, sich aus dieser Umgebung zu entfernen; sie ist noch erdgebunden, und es ist dies für sie ein quälender Zustand, weil ihr alles unerreichbar ist, was sie begehrt oder zu besitzen glaubt. Und sie soll nun langsam das Verlangen nach irdischen Gütern überwinden; erst wenn ihr dieses gelungen ist, entfernt sie sich mehr und mehr von der Erde, die Sphären nehmen andere Gestalt an, das Auge ersieht keine irdischen, sondern nur geistige Schöpfungen, je nach dem Reifezustand der Seele, d.h., das geistige Auge der Seele ist fähig, geistige Dinge zu schauen, die das unvollkommene Wesen nicht zu schauen vermag, wenngleich sie vorhanden sind.

Scheidet jedoch eine reifere Seele ab von der Erde, dann vermag sie sofort im geistigen Reich ihre Umgebung zu unterscheiden, weil das geistige Auge diese Fähigkeit hat infolge ihrer Seelenreife. Eine solche Seele wird auch die Seelen erkennen, die ihr begegnen im Jenseits, während umgekehrt die unreifen Seelen dies nicht vermögen, d.h., sie erkennen nur die Seelen der gleichfalls in der Dunkelheit Wandelnden, die also im gleichen unvollkommenen Zustand sich befinden. Jedoch lichtvolle Wesen sind ihnen unsichtbar, und selbst wenn sie in Verhüllung ihres Lichtes sich ihnen nähern, erkennen sie diese nicht.

Das geistige Auge erschließt sich erst in einem bestimmten Reifezustand, dann aber ist auch Licht um die Seelen, während geistige Finsternis die Seelen umgibt, die nichts zu schauen vermögen, weil ihnen die geistige Sehe noch verschlossen ist. Irdische Dinge dagegen stehen ihrem Verlangen entsprechend ihnen sichtbar vor Augen; es sind dies aber nur Truggebilde, die in Wirklichkeit nicht existieren, sondern durch das Verlangen der Seele ihr erscheinen, um jedoch einem Schemen gleich zu vergehen, sowie die Seele sie fassen und benützen will, denn an deren Vergänglichkeit soll die Seele erkennen, daß sie etwas Höheres anstreben soll als irdisch-vergängliche Güter.

Solange die Seele also noch solche begehrt, werden sich ihr auch keine Lichtwesen nahen, denn materiell gesinnte Seelen schenken den Worten der Lichtwesen kein Gehör, so diese in der Umhüllung kommen und ihnen das Evangelium bringen wollen. Ihnen kann nur durch das Gebet eines Menschen Hilfe gebracht werden in dieser Lage, dann erst wenden sie sich von der Materie ab, und dann suchen sie im geistigen Reich Ersatz. Es kommen ihnen hilfswillige Wesen entgegen, die sie belehren und ihnen den Weg weisen zur Höhe.

Und je williger sie die Belehrungen von den Lichtwesen annehmen, desto eher wird ihnen das geistige Auge erschlossen, und sie sind nun der Finsternis entrückt, sie sind in Sphären eingegangen, wo sie Licht empfangen und Licht abgeben dürfen. Sie haben den Weg zurückgelegt, der kurze, aber auch sehr lange Zeit dauern kann, je nach der Hartnäckigkeit, mit welcher die Seele die materiellen Güter anstrebt, die sie so lange an die Erde fesseln, bis sie überwunden sind, um nun eingeführt werden zu können von den Lichtwesen in die reine Wahrheit, um nun wirken zu können im Jenseits für das Reich Gottes, indem die Seele das Wissen nun austeilt an bedürftige Seelen, die noch in Finsternis des Geistes dahingehen.

Amen
Titel: Eintritt in das Museum im Hause Roberts - Seelenfriedhof
Beitrag von: Maria am Mai 22, 2018, 06:59:56 Vormittag
Eintritt in das Museum im Hause Roberts

Eine Art Seelenfriedhof

Von der Hölle bis zum Himmel, Band 2, Kapitel 151

[RB.02_151,01] Rede Ich: „Ja, Mein liebster Freund, wenn du schon das für einen vollkommenen Himmel ansiehst, was im Grunde nur eine etwas bessere Geisterwelt ist, in der der eigentliche Himmel erst in den Geist des Menschen einzufließen anfängt, damit er daraus erst neugestaltet wird – was wirst du dann erst sagen, so du in den wirklichen Himmel aus dir selbst heraus eingehen wirst?

[RB.02_151,02] Ich sage dir, daß dies alles nur ein Voranfang zum Eingang ins wahre Himmelreich ist. Schau, diese Urväter, Propheten, Apostel und die Mutter Maria mit dem Joseph könntest du ja gar nicht ansehen und das Leben behalten, zeigten sie sich dir in ihrer eigentlichen Himmelsgestalt. Aber mache dir nichts daraus, denn deshalb bin Ich Selbst da, um euch alle nach und nach in den wahren Himmel einzuführen. Und Ich meine, daß Ich den rechten Weg am besten kennen werde!“

[RB.02_151,03] Spricht der Franziskaner: „Ja, Herr, dann ist Robert Blum doch auch noch lange nicht im eigentlichen Himmel?“ – Rede Ich: „Freilich noch nicht! Dieses Haus ist zwar schon seinem Herzen entsprossen und ist, soweit wir es jetzt kennen und sehen, schon ziemlich vollendet. Aber da gibt es noch zahllose Fächer und Gemächer, die dem Robert noch ebenso unbekannt sind wie dir. Aber mit der rechten Geduld wird euch noch alles bekannt werden.

[RB.02_151,04] Nun aber begeben wir uns durch die große Pforte in das Museum, dort werden euch allen die Augen ein wenig weiter aufgetan.“

[RB.02_151,05] Spricht der Franziskaner: „Herr, was werden wir darin wohl alles zu sehen bekommen?“ – Rede Ich: „Wirst es bald ersehen! Siehe, ein Teil unserer Gäste ist schon drinnen, hörst du ihr grenzenloses Erstaunen? Auch wir werden uns gleich dort befinden. Sieh nur genau durch die Pforte, die hoch und breit genug ist, und du wirst so manches zu schauen anfangen. Sage Mir aber, was du allenfalls schon erschaust!“

[RB.02_151,06] Der Franziskaner sieht emsig noch von ferne durch die große Pforte und sagt nach einer Weile: „Herr, das ist ganz sonderbar! Ich erschaue nichts als einen nahezu endlosen Friedhof mit einer Unzahl von Grabmälern. Wahrlich, ein sonderbares Museum! Je näher wir der Pforte kommen, desto klarer stellt sich ein unendlicher Friedhof meinen Blicken dar. – Ich sehe nun auch schon eine Menge unserer vorangeeilten Gesellschaft sich um die Denkmäler auf den Gräbern herumtummeln. Aber von einem freudigen Erstaunen vernehmen meine Ohren nichts, wohl aber hie und da Ausrufe wie von großem Entsetzen. Herr, in diesem Museum werden wir sicherlich wenig Amüsantes finden!“

[RB.02_151,07] Rede Ich: „Oh, sei darum unbesorgt! Ich sage dir, da wirst du unaussprechlich viel und wunderbar Amüsantes finden. Und da wir soeben durch die große Pforte in dieses Museum eintreten, sage Mir abermals, was du nun siehst!“

[RB.02_151,08] Spricht der Franziskaner: „Herr, was ich früher gesehen habe, tritt nun klarer und ausgeprägter vor meine Augen. – Aber unsere Gäste, wie geschäftig sie sind! Mir kommen sie vor wie eine Lämmerherde, die im Frühjahr zum ersten mal auf die Weide getrieben wird. Da gibt's des Springens und Blökens auch kein Ende. Ich muß denn doch einmal so ein prachtvolles Grabdenkmal fest in Augenschein nehmen.“

[RB.02_151,09] Der Franziskaner tritt einem solchen Grabmal näher und bemerkt bald eine erhabene Schrift auf einer schwarzen ovalen Platte. Er bemüht sich, diese Schrift zu lesen, bringt aber keinen Sinn heraus, weil da einige ihm ganz unbekannte Buchstaben vorkommen. Demutsvoll wendet er sich daher an Mich und bittet, daß Ich ihm diese Schrift erläutern möchte.

[RB.02_151,10] Ich aber sage ihm: „Mein Freund, so wir in diesem Museum eine jede Denkschrift lesen und entziffern wollten, hätten wir die ganze Ewigkeit vollauf damit zu tun. Aber es wäre dies gerade solch eine Arbeit, wie wenn du berechnen wolltest, wieviel Samenkörner für eine künftige Fortpflanzung, die ins Unendliche geht, sich schon in einem Samenkorn befinden. Um unendliche Dinge zu begreifen, muß man nie beim Einzelnen anfangen, auch nicht bei dem Gegenstand, den man ergründen möchte, sondern immer einfach bei sich selbst. Verstehst du dein eigenes Wesen, so wirst du auch alles andere verstehen und ergründen können. Aber solange du dir selbst nicht zur vollsten Klarheit geworden bist, kann auch alles andere in dir zu keiner Klarheit werden. Wenn das Auge blind ist, woher soll der Mensch dann Licht bekommen und wissen, worauf er steht und was ihn umgibt? Ist aber das Auge hell, dann ist auch alles hell im Menschen und um ihn herum. Und geradeso ist es auch mit dem Geistmenschen.

[RB.02_151,11] Die Seele, als die äußere substantielle Form des Menschen, hat in sich eigentlich gar kein Licht außer dem, das von außen in sie eindringt von anderen Wesen, die schon lange ein eigenes inneres Licht haben; ihr Erkennen ist darum auch nur ein stückweises. Denn welche Teile des seelischen Weltbildes in ihr gerade unter den Brennpunkt eines von außen dringenden Strahles zu stehen kommen, die werden dann von der Seele auch in ihrer Einzelheit erkannt und beurteilt, wie sie sich der Seele vorstellen. Fällt das Licht aber von irgendeinem Teil auf einen anderen, so tritt dadurch ein volles Vergessen des früher Gesehenen ein. Etwas ganz anderes taucht dann wie ein Meteor in der Seele auf und wird von ihr nur so lange erkannt und beurteilt, als es sich im Lichte befindet. Weicht durch eine Wendung das von außen eindringende Licht auch wieder vom zweiten, erleuchtet gewesenen Teile, dann ist es auch mit dem Verständnis der Seele über den zweiten erleuchteten Teil aus. Und so könnte die Seele eine Ewigkeit um die andere sich von außen her erleuchten lassen und würde doch immer noch auf demselben Erkenntnispunkte stehen, auf dem sie zuvor stand.

[RB.02_151,12] Aber etwas anderes und für dich noch Unbegreifliches ist es, wenn in der Seele der eigentliche, lebendige Geist vollkommen auftaucht und die ganze Seele von innen heraus aufs hellste erleuchtet. Das ist dann ein ewiges Licht, das nimmer erlischt und alle Teile in der Seele durch und durch erleuchtet, ernährt und vollkommen sich entfalten macht. So also das in der Seele bewerkstelligt wird, dann braucht sie nicht mehr einzelne Teile zu lernen, sondern dann ist alles auf einmal in der Seele zur vollen Klarheit gediehen. Und der völlig wiedergeborene Geistmensch braucht dann nicht mehr zu fragen: „Herr, was ist dieses und jenes?“ Denn der Wiedergeborene dringt dann selbst in alle Tiefen Meiner göttlichen Weisheit.

[RB.02_151,13] Damit du aber diese Wahrheit gründlicher einsehen mögest, will Ich dir nun diese Schrift lesen und du wirst sogleich tausend Fragen in dir entstehen sehen. Und so habe denn acht! So lautet das hier Geschriebene:

[RB.02_151,14] „Die Ruhe ist gleich dem Tode tatlos. Aber dies Ruhen ist dennoch kein Ruhen, sondern eine Hemmung der Bewegung. Räumet hinweg die Hemmpunkte, und die Ruhe wird wieder zur Bewegung! Die Bewegung selbst aber ist dennoch keine solche, sondern das Suchen eines Ruhepunktes. Und ist der Ruhepunkt gefunden und die Bewegung zur Ruhe geworden, dann ist die Ruhe wieder keine solche, sondern ein fortwährendes Streben nach der Bewegung. Diese erfolgt auch sobald wieder als die Hemmpunkte hinweggeschafft werden, durch die aus der Bewegung eine Ruhe ward. Und so gibt es eine Ruhe ohne Ruhe und eine Bewegung ohne Bewegung. Die Ruhe ist eine Bewegung, und die Bewegung ist eine Ruhe. Ja, es gibt im Grunde weder eine Ruhe noch eine Bewegung. Denn beide heben sich fortwährend auf wie eine gleich bejahende und eine gleich verneinende Größe. – O Welt, die du unter diesem Steine ruhst, du ruhst nicht, sondern bewegst dich in deinem Bestreben, das da ist deine sündige Schwere. Jetzt reifst du dem Leben entgegen. Deine Hemmbande suchst du unablässig zu zerreißen. Und so sie zerrissen sein werden, dann wirst du hinaus ins Unendliche stürzen und wirst im Unendlichen wieder suchen, was du nun hast. Ein Leben weilt, ein Leben flieht; aber das weilende will fliehen, und das fliehende sucht die Weile. – Gott, du Urquell des wahren Lebens, gib der Ruhe die wahre Ruhe und der Bewegung die wahre Bewegung!“

[RB.02_151,15] Sage Mir nun, hast du diese Inschrift verstanden?  Spricht der Franziskaner: „Herr, das war für mich rein japanisch, mehr kann ich darüber nicht sagen! Aber erläutere uns das doch ein wenig mehr!“

Titel: Gefangene der Materie - Wie sollen sie erlöst werden?
Beitrag von: Maria am Mai 22, 2018, 07:02:08 Vormittag
Gefangene der Materie

Wie sollen sie erlöst werden? Vorschlag des Franziskaners

Von der Hölle bis zum Himmel, Band 2, Kapitel 152

[RB.02_152,01] Rede Ich: „Siehe, das erläutert dir das Gefühl deines eigenen Lebens, dem Ruhe und Bewegung zu gleichen Teilen beigegeben ist! Du kannst natürlicherweise gehen und stehen, sitzen oder liegen. So du lange umhergegangen und dadurch etwas müde geworden bist, welches Bedürfnis empfindet dann dein Leben?“  (Antwort: „Nach Ruhe!“) – „Gut, sage Ich, und du suchst dann auch Ruhe und nimmst dir diese. So du aber wieder völlig ausgeruht hast und siehst muntere Bewegung um dich her – etwa eine Herde munterer Lämmer, die Vöglein von Ast zu Ast hüpfen, einen Bach rasch dahinrauschen und dergleichen mehr – sage Mir, welch ein Bedürfnis fängt dann dein durch die Ruhe neugestärktes Leben wieder zu empfinden an?“ – (Antwort: „Oh, nach Bewegung, nach viel Bewegung!“)

[RB.02_152,02] „Wieder gut! So wird es dir auch aus dieser Inschrift klar werden, daß sowohl die Ruhe wie die Bewegung an und für sich nichts sind als nur abwechselnde Bedürfnisse jedes Seins und Lebens. Dinge, die notwendig gerichtet sind, müssen sich freilich entweder in ununterbrochener Ruhe oder in unausgesetzter Bewegung befinden. Aber Wesen, die ein freieres Leben in sich bergen, haben Ruhe und Bewegung unter einem Dach zum freien Gebrauch anheimgestellt. Daher die Bitte: ,Herr, gib der Ruhe eine wahre Ruhe und der Bewegung eine wahre Bewegung‘ nichts anderes besagt als: ,Herr, gib uns die Ruhe und die Bewegung frei und halte uns nicht mehr im Gericht!‘ Oder noch deutlicher: ,Führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns vom Übel des Gerichtes!‘ – Sage Mir, hast du das nun wohl verstanden?“

[RB.02_152,03] Spricht der Franziskaner: „Ja, Herr und Vater, das ist mir nun ganz klar! Aber wer sind denn die, welche da unten ruhen und aus deren Bedürfnis solch eine Inschrift sich hier unseren Augen beschaulich darbietet? Wer sind sie, die hier nach Erlösung dürsten?“

[RB.02_152,04] Rede Ich: „Höre! Alle, die von der Materie gefangen sind, ruhen unter diesen Denkmälern, die ihnen das Gericht über alle Materie zum ewigen Gedächtnis Meiner urgöttlichen Weisheit, Macht und Stärke gesetzt hat.

[RB.02_152,05] Deine Seele ging ebenfalls aus einem solchen Grabe hervor und wurde in ein anderes Grab gelegt, bereitet aus Blut und Fleisch. Darin spann sie sich wie eine Seidenraupe wieder in eine leichtere und eines sich fortentwickelnden Naturlebens fähige Materie, die sie nach ihrer eigenen Form ausbildete. Als ihr dies gelang, hatte sie eine größere Freude an der Form als an sich selbst und hing sich ganz an die tote Form des Fleisches.

[RB.02_152,06] Das Fleisch aber ist wie alle Materie in sich selbst tot. Wird nun die Seele mit der Materie eins, wie soll sie dann ungerichtet bleiben, so alle Materie in ihr selbst dem unvermeidlichen Gerichte anheimfallen muß? In die Seele ist zwar ein neuer Geist gelegt. Mit ihm eins zu werden, sollte die Seele eigentlich alles aufbieten. Aber so die Seele alles tut, um mit ihrer Materie eins zu werden – wie soll dann der Geist in der Seele ein Herr seines Hauses werden?

[RB.02_152,07] Ich sage dir: Da wird der Geist selbst in der Materie begraben! Und hier siehst du solche begrabene Geister in einer Unzahl. Jedes Grab birgt seinen eigenen. Und dessen Worte sind es, die du hier auf der schwarzen Tafel gelesen hast und noch lesen kannst auf zahllosen anderen. Aber der noch lebendige Geist ächzt und seufzt aus seinem harten Grabe um Erlösung. – Und da sage du Mir, was wir hier machen sollen?“

[RB.02_152,08] Spricht der Franziskaner: „Herr, keiner, der nur einen Funken Liebe in seinem Herzen trägt, wird da um eine rechte Antwort verlegen sein. Man helfe ihnen, so man helfen kann und mag! Und man helfe ihnen bald, so es möglich ist! Sie sollen hervorgehen aus ihren Gräbern. Die Materie lassen wir wie durch einen chemischen Apparat sich verflüchtigen und das rein Geistige soll dann frei werden!

[RB.02_152,09] Daß die Menschen nun auf der Welt zumeist schlecht und gröbst materiell werden, kann ihnen mein Herz durchaus zu keiner Sünde rechnen. Denn man betrachte nur ihre leiblich-irdische Stellung, ihre unverschuldete Armut! Dann in moralischer Beziehung ihre totale Erziehungslosigkeit, meist eine Folge der allgemeinen wirtschaftlichen Verarmung, die wieder aus den ehernen Herzen der reichen Geizhälse folgt – und man richte dann einen armen, aller Not und Verzweiflung preisgegebenen Menschen! Von einer Moral und geistigen Bildung kann da keine Rede sein. Für die Bildung des Geistes geschieht für die Armen nichts, außer daß sie genötigt werden, an Sonn- und Feiertagen in eine sogenannte Kirche zum lateinischen Gottesdienst zu gehen und sich im Winter nicht selten Füße und Hände zu erfrieren.

[RB.02_152,10] Wenn nun die meisten Menschen dieser Art in jeder Hinsicht schlecht werden, wenn sie sich gegen jedes Gesetz empören, ja sogar zu Gottesleugnern werden – wer kann es ihnen im Ernste verargen, so er diese und noch viele andere Umstände genau erwägt! Ich nicht, wahrlich, bei Deinem heiligsten Namen nicht! Darum wahrhaft helfen, zuerst leiblich und dann erst moralisch – dann wird es mit der Erde bald besser aussehen als nun!

[RB.02_152,11] Die Erde ist nun eine barste Hölle für die Menschheit. Man mache sie wenigstens zu einem Viertel-Paradies, und die Menschen werden Gott wieder anerkennen! Denn in der Hölle tut sich's mit dem Studium der höheren Moral auf keinen Fall mehr, dessen bin ich voll überzeugt. Also helfen, wo zu helfen ist und dann heraus mit allen, die in den Gräbern schmachten! Das ist für ewig mein lebendigster Wahlspruch.“
Titel: Satan – Stammvater der Materie und aller Menschenseelen
Beitrag von: Maria am Mai 22, 2018, 07:04:34 Vormittag
Wichtige Lebenswinke, Satan – Stammvater der Materie und aller Menschenseelen

Gottes Erlösungsplan

Von der Hölle bis zum Himmel, Band 2, Kapitel 153

[RB.02_153,01] Rede Ich: „Lieber Freund, dein Herz ist gut, weil du ein gebührendes Mitleid mit deinen Brüdern hast – eine Eigenschaft, die gar vielen deiner irdischen Glaubensgenossen mangelt. Aber deine Erkenntnis ist noch sehr gering.

[RB.02_153,02] Meinst du denn, Ich kümmere Mich etwa um die Menschheit auf der Erde nicht mehr? Oder glaubst du, daß dein Herz mehr Liebe hat als das meinige? Oder daß Ich nicht mehr einsehen könne, was der auf Erden lebenden Menschheit frommen möchte? Siehe, dein Herz ist ja gut. Aber gut wie ein Blinder, der einen Geier koset in der Meinung, er sei eine sanfte Taube! Weißt du wohl, woher die meisten Menschen der Erde ursprünglich stammen und wie sie jeweils geführt werden müssen, um durch allerlei Erlösungsmittel zu wahren, freien Menschengeistern herangebildet zu werden? Siehe, das hast du noch nie gewußt und eingesehen. Und dennoch willst du Mich ganz leise beschuldigen, als hätte Ich die Schuld, daß es nun mit der Menschheit so schlecht und elend stehe. Das ist sehr eitel von deines Herzens Weisheit!

[RB.02_153,03] Hast du auf der Erde nie gesehen, wie die Metalle aller Art und das Glas bereitet werden? So du je in einem Schmelzofen das Erz sich erglühen und dann zischend und tobend in ein Becken ergießen sahst – was mußte dein Gefühl dabei empfinden, so es an die Möglichkeit dachte, daß solche Materie etwa irgendeine stumm-intelligente Empfindung haben könnte? Welch ein Schmerz muß ihr innewohnen, so sie durch des Feuers Allgewalt in ihrer ersten Form gänzlich zerstört und in eine neue überzugehen genötigt wird! Und so du dann das abgekühlte feste, blanke und nützliche Metall ansiehst, wird es dir dabei auch so wehmütig zumute? Siehe, dann hast du eine Freude und lobst den Verstand der Menschen, die durch die Kraft des Feuers so nützliche Metalle und so herrlich schimmerndes Glasgeschirr zuwege bringen.

[RB.02_153,04] Und so ist es auch mit der Bildung des Menschen. So er krank ist oder lahm, blind, taub, stumm und manchmal voll Aussatz – da wird ein weiser Arzt alles aufbieten, um den Kranken wieder gesund zu machen. Aber so die Krankheit starke und schmerzliche Heilmittel fordert, ist es da vom Arzte wohl weise und liebevoll, aus einem unzeitigen Mitleidsgefühl dem Heilbedürftigen jene Mittel vorzuenthalten, durch die dem Kranken einzig und allein zu helfen ist?

[RB.02_153,05] So du Ohren hast zu hören, so höre: Satan ist ursprünglich als ein Geistmensch geschaffen worden. Als er aber durch ein Gesetz seine volle Freiheit hätte erkennen und annehmen sollen, ward er unwillig und fiel durch die Verachtung des Gesetzes und somit auch durch die Verachtung Gottes. Da er aber gleich Adam ein Urvater der ferneren Menschen für die Ewigkeit hätte werden sollen, so trug er auch gleich einem Samenkorn Aeonen von künftigen Menschen in sich und riß sie sogestaltet von Mir, seinem Schöpfer, los. Die Folge davon war die materielle Schöpfung aller Welten, welche da ist ein notwendiges Gericht. – Er allein für sich kann wohl noch lange bleiben, was er ist; aber die zahllosen Keime der Menschen werden ihm genommen, auf dem freilich harten Wege durch die Materie. Diese Keime aber gehen aus seinem gesamten Wesen hervor: bald aus seinen Haaren, aus seinem Haupte, bald aus seinem Halse, seiner Zunge, seinen Zähnen, seiner Brust, aus seinen Eingeweiden, aus seiner Haut, seinen Händen und Füßen. Und siehe, je nachdem die jeweilige Menschheit aus des gefallenen Satans einem oder dem andern Teile hervorgeht, muß sie auch entsprechend behandelt und geführt werden, um die Stufe der wahren Vollendung zu erreichen.

[RB.02_153,06] Wenn man das weiß, kann man dann mit Grund gegen Mich auftreten und fragen: ,Herr, warum hilfst Du den Elenden nicht und läßt sie verschmachten und zugrunde gehen?‘ Siehe, Ich lasse niemanden zugrunde gehen, selbst den Satan und die barsten Teufel nicht. Aber so lassen kann Ich sie nicht, wie sie – wider alle Meine Ordnung, von der die Erhaltung aller Dinge abhängt – es in ihrer eigensüchtigen Blindheit wollen. Sondern Ich muß auf jede mögliche ordnungsmäßige Weise sorgen, daß sie alle am Ende doch jenes Ziel erreichen, das ihnen von Meiner Ordnung von Ewigkeit her gestellt ist.

[RB.02_153,07] Meinst du aber etwa, daß da in diesen Gräbern lauter armes Proletariat, das gewisserart wegen seiner Armut zu sündigen genötigt ist, im Gerichte gefangen rastet? Oh, da bist du in großer Irre! Siehe, die da unten sind lauter Großstämmler, lauter Wesen, die in den verschiedensten Dingen wohlunterrichtet waren. Aber da sie alles, was sie kannten und hatten, nur zum Vorteile ihres Hochmutes, ihrer harten Unversöhnlichkeit, ihrer fleischlichen Wollust, ihres Neides und Geizes verwendet und somit ihre Seele zu sehr vermaterialisiert haben – so stecken sie nun auch in den Gräbern desselben Gerichtes, das sie sich selbst bereitet haben!

[RB.02_153,08] Dort hinter dem Grabmal wirst du eine Öffnung entdecken. Gehe hin, schaue hinein und sage Mir, was du siehst! Dann erst wollen wir weiter diese Sache miteinander erörtern.“
Titel: Jenseitiges Los entsprechend dem Sinnen und Trachten auf Erden
Beitrag von: Maria am Mai 23, 2018, 08:11:29 Vormittag
Jenseitiges Los entsprechend dem Sinnen und Trachten auf Erden

B.D. 6054 empfangen am  16.9.1954

Wie euer Sinnen und Trachten ist auf dieser Erde, so wird auch euer Los sein nach eurem Leibestode im jenseitigen Reich. Suchtet ihr auf dieser Erde das Licht und die Wahrheit, so wird auch drüben das Licht euch erwarten, zoget ihr die Finsternis vor, weil euch die irdische Materie die Augen blendete, so weilet ihr auch drüben in dunkler Umgebung, in einer Sphäre, wo ihr euch unglücklich fühlet, weil euch das Licht mangelt. Doch es geschieht euch nach eurem Willen. Es wird euch auf Erden ständig das Licht nahegebracht, und es wird euch der Weg zum ewigen Leben hell und klar beleuchtet, so daß ihr ihn nur einzuschlagen brauchet, um nach eurem Leibestode in das Lichtreich zu gelangen. Wenn ihr aber dem Licht entfliehet, wenn ihr die dunklen Wege beschreitet, dann könnet ihr auch nur in dunklen Gebieten landen.

Daß ihr Menschen euch doch so wenig damit befaßt, was mit euch nach eurem Leibestode geschieht. Ihr werfet diese Gedanken von euch, so sie einmal in euch auftauchen, und ihr wendet eure Augen nur immer der Welt und ihrer Materie zu, und da diese vergänglich ist, könnet ihr nichts davon hinübernehmen in das jenseitige Reich. Und so die materiellen Güter euer einziger Reichtum sind auf Erden, kommet ihr im jenseitigen Reich also arm und nackt an. Warum sammelt ihr euch nicht auf Erden die Güter, die Bestand haben, die euch begleiten auf eurem Weg in das jenseitige Reich, warum gieret ihr nur nach den vergänglichen Gütern dieser Welt?

Es wird euch immer wieder die Auswirkung eures Lebenswandels vor Augen gestellt, ihr werdet aufmerksam gemacht auf euren Zustand nach eurem Abscheiden von dieser Erde , ihr schenket den Warnungen und Mahnungen wenig Beachtung, ihr lebet weiter skrupellos in den Tag hinein, und ihr könnet doch morgen schon abberufen werden und den letzten Gang antreten müssen. Und dann empfanget ihr, was ihr anstrebtet auf Erden, Licht oder Finsternis. Es kann euch nichts anderes gegeben werden, als was ihr euch durch euren Erdenlebenswandel erworben habt. Doch solange ihr auf Erden lebet, gedenket der Zeit nach eurem Tode, gedenket eurer Seele, die unvergänglich ist und der ihr auf Erden das Los im Jenseits bereitet, strebet das Licht an auf Erden, und schaffet ihr die Seligkeit im geistigen Reich.

Amen
Titel: Wertlosigkeit irdischen Wissens im Jenseits
Beitrag von: Maria am Mai 23, 2018, 08:13:03 Vormittag
Wertlosigkeit irdischen Wissens im Jenseits

B.D. 5801 empfangen am  4.11.1953

Wertet euer irdisches Wissen nicht zu hoch, denn ihr könnet nichts damit beginnen in der Ewigkeit. Es kann euch wohl für die Dauer eures Erdenlebens nützen, doch so ihr es nicht anwendet, um euch ein geistiges Wissen zu verschaffen, indem ihr durch irdisches Wissen die Erkenntnis erlanget, daß ihr Geschöpfe Gottes seid, und euch dann bemühet, zur vollen Wahrheit aus Gott zu gelangen, werdet ihr keine Vorteile besitzen, so ihr in das geistige Reich eingehet. Doch auch das geistige Wissen ist als irdisches Wissen zu werten, das nur rein verstandesmäßig gewonnen wurde, das also wohl geistige Probleme berührt, doch wie jedes andere irdische Wissen gewonnen wurde durch Studium zum Zwecke einer beruflichen Tätigkeit.

Und ob ihr auch das Buch der Väter auswendig lernet, ob ihr euch bemüht, das göttliche Wort auszulegen wieder auf Grund prophetischer Aussprüche, ob ihr Satz für Satz verstandesmäßig beherrschet, es kann dies alles nicht höher gewertet werden als jedes andere Wissen, das nicht geistige Probleme zum Inhalt hat. Denn am Ende bleibt der Seele nur das als Anteil, was uneigennütziges Liebewirken ihr an Weisheit eingetragen hat, es bleibt der Seele nur das, was ihr der Geist in sich vermitteln konnte. Und das erfordert kein weltliches Studium, kein scharfes Verstandesdenken und kein ungewöhnliches Erinnerungsvermögen. Denn der Geist gibt es ihr, wenn sie es braucht.

Und was nützet euch ein Reichtum, den ihr drüben nicht verwerten könnet, es ist totes Wissen, es gibt euch kein Licht, und auf Erden könnet ihr noch nicht einmal die Wahrheit dieses Wissens beweisen, solange euer Geist euch nicht die rechte Erkenntnis und die Urteilskraft vermittelt. Diesen Geist in euch müsset ihr aber selbst angehen, ihr müsset es ihm ermöglichen, sich euch gegenüber zu äußern. Dann erst wird es Licht werden in euch und hellstrahlendes Licht werdet ihr auch verbreiten beim Eingang in das geistige Reich.

Gesegnet aber, der sich vom Geist belehren lässet und gleichzeitig sein irdisches Wissen zu erweitern suchte .Ihm wird viel Gedankengut zugehen, ihm wird auch irdisch ein Wissen erschlossen werden, sowie sein Streben vorerst der Gewinnung geistiger Güter gilt. Und dieser wird jegliches Wissen wahrhaft segenbringend anwenden, wenn sein irdisches Leben abgeschlossen ist. Er wird austeilen können im geistigen Reich alles, was er besitzet, denn er wird auch wieder führend und belehrend auf die Menschen einwirken können, die gleich ihm forschen und streben im Verlangen nach Gott und nach der Wahrheit.
Amen
Titel: Sterbeszenen - Ein Gelehrter
Beitrag von: Maria am Mai 23, 2018, 08:16:18 Vormittag
Sterbeszenen - Ein Gelehrter

Jenseits der Schwelle Band 1, Kapitel 2

[JS.01_002,01] Gehen wir an das Krankenlager eines Gelehrten, für dessen irdische Lebenserhaltung – wie ihr zu sagen pflegt – kein Kräutlein mehr gewachsen ist, und betrachten diesen zweiten berühmten Mann, wie er sich in den letzten Stunden noch diesseits befindet – und wie er drüben erwacht und welche Richtung ihm seine Liebe gibt.

[JS.01_002,02] Der Mann, den wir nun betrachten werden, war auf der Welt ein Philosoph und zugleich ein Astronom „in optima forma“, wie ihr zu sagen pflegt.

[JS.01_002,03] Dieser Mann hat in seinem großen Eifer, die Sterne zu mustern und zu berechnen, ein Alter von etlich siebzig Jahren erreicht, hat sich aber bei einer anhaltenden Sternguckerei an einem sehr kalten Winterabend dergestalt abgekühlt, daß man ihn bei seinem Tubus beinahe ganz erstarrt angetroffen hatte, von wo er dann von seinem Freunde sogleich in seine erwärmte Wohnung gebracht und augenblicklich mit der bestmöglichen ärztlichen Hilfe versehen ward, der zufolge er auch in der Zeit von ein paar Stunden wieder soweit zurechtgebracht wurde, daß er seinen sogenannten letzten Willen seinen Freunden kundgeben konnte, welcher also lautete:

[JS.01_002,04] „Im Namen der unerforschlichen Gottheit! Da man nicht wissen kann, wie lange das unerforschliche Geschick einem Menschen noch dies elende Leben belassen wird, und man auch nicht weiß, welch ein Ersatz einem dafür zuteil wird, so ist es mein Wille, daß ihr, meine lieben Freunde, zuerst meinen Leichnam – so ich sterben sollte – durch Einbalsamierung vor der Verwesung bewahret und ihn in einem wohlvermachten Kupfersarge in eine Gruft bringet, darin schon mehrere meiner wertesten Kollegen ruhen und gewisserart meiner harren. Das Eingeweide aber, das da zuerst in Fäulnis übergeht, tuet in eine eigene Testinal-Urne unter Spiritus und setzet es in mein Museum an einen Ort, der jedermann sogleich in die Augen fällt, auf daß ich wenigstens in der Erinnerung der Menschen fortlebe, so schon an kein anderes Fortleben nach dem Tode des Leibes zu denken ist.

[JS.01_002,05] Was mein Vermögen betrifft, so wisset ihr, meine Freunde, es ohnehin, daß ein Gelehrter auf dieser Welt selten mehr besitzt, als er zu seinen täglichen geistigen und physischen Auslagen benötigt, und so ist es denn auch bei mir jetzt, wie es allezeit war. Ich habe kein Geldvermögen je gehabt und kann daher auch keines hinterlassen. Veräußert aber bald nach meinem Hintritt meine hinterlassenen Effekten und besorget damit das, was ich gleich anfangs anbefohlen habe.

[JS.01_002,06] Meine drei noch lebenden Kinder, die alle gut versorgt sind, benachrichtiget, wenn ich nicht mehr bin, und der älteste Sohn, mein Liebling, der mein Fach gewählt hat, soll der Erbe meiner sämtlichen Bücher und Schriften sein und soll ehestmöglich meine noch unedierten Schriften zum Drucke befördern.

[JS.01_002,07] Damit sei mein Wille beschlossen für diese schöne Sternenwelt, die ich fürderhin nimmer schauen und berechnen werde!

[JS.01_002,08] Ach, was ist doch der Mensch für ein elend Wesen! Voll erhabener Ideen, voll überirdischer Hoffnungen, solange er noch gesund auf der Erde umherwandelt, – aber am Rande des Grabes schwinden sie alle dahin wie die Träume und Luftschlösser eines Kindes und an ihre Stelle tritt die traurige Wirklichkeit, der Tod als der letzte Moment unseres Daseins und mit ihm die Vernichtung, die keine Schranken hat!

[JS.01_002,09] O Freunde! Es ist ein schwerer, schrecklicher Gedanke vom „Sein“ bis zum „Nichtsein“ für den, der – wie ich nun – am Rande des Grabes steht! Mein Inneres ruft mir zu: ‚Du stirbst, du stirbst jetzt! Nur wenige Minuten noch und über dein ganzes Wesen hat sich die schwarze Nacht der ewigen, schrankenlosen Vernichtung gesenkt!‘ O Freunde, dieser Zuruf ist erschrecklich für den, der am Grabesrande steht, mit dem einen Auge noch die lieben schönen Sterne beschaut und mit dem andern die ewige tote Nacht, in der keine Idee die Moderasche durchweht, kein Bewußtsein, keine Erinnerung!

[JS.01_002,10] Wohin, wohin wird dieser Staub in tausend Jahren verweht werden? Welcher Orkan wird ihn aus dem Grabe entwirren, und welche Meereswoge wird ihn dann wieder verschlingen oder welch anderes neues Grab?

[JS.01_002,11] O Freunde! Reicht mir einen Trank, denn ich bin ganz entsetzlich durstig! Einen Trost gebt mir zur Linderung meiner großen Angst! Gebt mir den besten Wein – und viel, damit ich mich noch einmal erquicke und berausche und leichter den schrecklichen Tod erwarte!

[JS.01_002,12] O du furchtbarer Tod, du größte Schande für den erhabenen Menschengeist, der so Herrliches erschaffen hat und Entdeckungen gemacht, die ihm zur größten Ehre gereichen! Dieser Geist muß nun sterben, die größte Schande ist sein Lohn: der Tod, die ewige Vernichtung!

[JS.01_002,13] O Fatum, o Gottheit, habt ihr ewige Sterne kreieren können, warum nicht auch einen Menschen, der nicht stürbe?! O du Tollheit, wie groß mußt du sein in der Gottheit, die ein Vergnügen daran hat, Erhabenstes zu erschaffen, um es dann wieder zu zerstören auf ewig oder zu bilden aus Menschen schändlich Gewürm oder Infusorien!

[JS.01_002,14] Muß ich denn sterben? Warum muß ich denn sterben? Was tat ich, was taten Millionen, daß sie sterben müssen? Wahrlich, in einem Tollhause hätte eine bessere Schöpfungsnorm statuiert werden können, als diese sterbliche da ist, gestellt von einer höchst weise sein sollenden Gottheit!“

[JS.01_002,15] Hier ermahnten die umstehenden Freunde und Ärzte unseren Astronomen zur Ruhe, die ihm not tue, so er wieder genesen wolle. Denn es stünde ja noch nirgends geschrieben, daß er nun wegen dieser freilich wohl sehr starken Verkühlung sterben müsse, wohl aber könnten ihm solche mächtigen Gemütsaufregungen im Ernste das teure Leben kosten.

[JS.01_002,16] Diese Mahnung aber fruchtete bei unserem Astronomen sehr wenig, denn er fuhr darauf nur desto ärger auf und sprach in einem höchst aufgeregten Ton: „Weg, weg mit eurer Hilfe! Weg mit diesem elenden verfluchten Leben! Wenn der Mensch nicht ewig leben kann, dann ist das Leben die größte und schändlichste Prellerei und der Tod und das Nichtsein nur die Wahrheit! Schämen muß sich der Weise eines solchen Scheußlebens, das nur von heute bis morgen dauert! Ich will daher auch nicht mehr leben! Mich ekelt nun dieses miserabelste Leben tausendmal mehr an als der elendeste Tod; daher gebt mir Gift, stärkstes Gift gebt mir, auf daß ich ehestens dieses Scheußlebens loswerde! Verflucht sei solch ein Leben, solch ein Mückenleben, und ewige Schande der Urkraft oder Gottheit oder welch ein Kloakengeist sie sonst ist, die es nicht konnte oder nicht wollte, dem erhabenen Menschen ein Leben zu geben, das sich mit den Sternen auch der Dauer nach messen könnte! Daher weg mit diesem Leben, weg mit dieser Gottheitsprellerei! Kann sie dem Menschen kein besseres Leben geben, so soll ihr auch für das gepfiffen sein, das mag sie für sich behalten! Lebt wohl, ihr meine lieben Freunde, ich sterbe, ich will sterben, ja ich muß sterben; denn nun könnte ich als ein erhabenster Menschengeist nimmer die Schande dieses Fopplebens ertragen!“

[JS.01_002,17] Hier ermahnen die Ärzte unseren Astronomen wieder zur Ruhe. Aber er verstummt und gibt keinen Bescheid mehr. Die Ärzte reichen ihm Moschus, aber er schleudert ihn von sich. Die Ärzte bitten ihn, daß er Medizin nehmen solle, aber er wird stets stummer und fängt an zu röcheln. Man reibt ihn und sucht ihn wieder aus dieser Lethargie zu retten, allein es ist vergeblich. Nach einer Zeit von ein paar Stunden legt sich zwar das Röcheln, aber an seine Stelle tritt ein grelles Delirium – in der Welt also erscheinlich –, in welchem der Astronom folgendes mit einer hohlen Kreischstimme aussagt:

[JS.01_002,18] „Wo seid ihr denn, die ich so sehr liebte, ihr schönen Sterne? Schämt ihr euch meiner denn, weil ihr euer holdes Antlitz vor mir verberget? O schämt euch meiner nicht! Denn euer harret ja ein gleiches Los, das mich nun getroffen. Ihr werdet auch sterben, wie ich nun gestorben bin! Aber grollet darum dem schwachen Schöpfer nicht, wie ich ihm gegrollt habe. Denn seht, er hatte sicher wohl den besten Willen, aber zu wenig Weisheit und Kraft, darum alle seine Werke so hinfällig und vergänglich sind. Er hätte freilich wohl besser getan, wenn er nie etwas erschaffen hätte, wodurch er sich bei uns, seinen weisen Geschöpfen, nur blamiert hat; denn ein unvollkommenes Werk läßt auf keinen vollkommenen Meister schließen! Daher nicht mehr gegrollt dem armen Hascher von einem Schöpfer, der am Ende zu tun haben wird, sich selbst über die schrankenlose Vergänglichkeit all seiner Werke hinaus zu erhalten.

[JS.01_002,19] O du armer Schöpfer du! Jetzt sehe ich es erst ein, daß du wohl ein recht gutes Wesen bist und selbst die größte Freude hättest, so dir deine Schöpfung besser gelungen wäre, aber: ‚Ultra posse nemo tenetur‘. Ein Schelm, der's besser machen will, als er's kann. Du aber hast es nicht über dein Vermögen besser gemacht, daher bist du auch kein Schelm!

[JS.01_002,20] O du armer guter Mensch Jesus, der du der Welt wohl die weiseste Moral gegeben hast unter mehrfachen Scheinwundern! Du hast dich auch zu viel auf deinen vermeintlichen Gott-Vater verlassen, der dich gerade dann ob seiner evidenten Schwäche im Stiche ließ, als es gerade am meisten an der Zeit gewesen wäre, dich am mächtigsten mit einer Allkraft zu unterstützen, mit der du deine Feinde hättest wie Spreu verwehen können! Als du am Schandpfahle hingst, war es freilich wohl zu spät auszurufen: ,Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen!?‘ Denn sieh, dein Gott hat dich schon lange verlassen müssen, weil ihm für deine wie nun für meine Erhaltung die Kraft ausgegangen ist! Er tat zwar, was er konnte, und hätte auch gern mehr getan, aber siehe, da gilt immer das ‚ultra posse nemo tenetur‘! –

[JS.01_002,21] Ah, das ist aber doch lächerlich! Jetzt bin ich gestorben und lebe aber dennoch – wie ein gefoppter Esel! Das Rarste bei der Sache ist, daß es mir nun geradeso vorkommt, als wäre es die reinste Unmöglichkeit, je sterben zu können! – Wo aber nur die Erde hingerutscht ist, und meine guten Freunde? Ich sehe zwar nichts und höre auch nichts, außer mich allein nur, aber ich bin dabei bei hellstem Bewußtsein, und meine Erinnerung erstreckt sich nun ganz klar bis tief und weit über den Mutterleibesstand zurück. Es ist wahrlich sonderbar! Sollte die Gottheit mir etwa zeigen wollen, daß sie mehr vermag, als ich in dieser meiner letzten Zeit von ihr erwartet habe? Oder lebt noch mein Leib im allerletzten Vernichtungsmoment und mein nunmehriges Leben gleicht dem Nachglanz jener Sonnen, die vor Trillionen Jahren erloschen sind und nur in der Emanation ihres Lichtes durch den unendlichen Raum fortleben?

[JS.01_002,22] Aber für solch ein Scheinleben, das – mathematisch richtig – wohl auch ewig dauern muß, weil der ausgehende Strahl nie an eine endliche Grenze stoßen und somit nie völlig aufhören kann, bin ich mir meiner selbst nun zu klar bewußt, ja tausendmal klarer als je irgendwann in meinem ganzen irdischen Leben. Nur, wie gesagt, daß ich nichts höre und sehe außer mich allein. – Aha, aha, still nun! Mir kommt es vor, als vernähme ich ein leises Gemurmel, ein Geflüster! Auch will sich meiner wie ein leiser, sehr süßer Schlaf bemächtigen. Und doch ist es kein Schlaf, – nein, nein, es ist nur, als ob ich von einem Schlafe erwachen sollte!? – Doch nun stille, stille; ich höre Stimmen aus der Ferne, bekannte Stimmen, sehr bekannte Stimmen! Stille, sie kommen, sie kommen näher!“

[JS.01_002,23] Hier verstummte unser Astronom völlig und bewegte auch die Lippen nicht mehr, woraus die ihn umstehenden Freunde und Ärzte schlossen, daß es nun mit ihm völlig aus sein werde, da ohnehin die halbe Rede, die hier angeführt ist, von den Umstehenden mehr als ein röchelndes Gekreische denn als ein artikulierter Ausdruck vermeintlicher innerer Phantasie des starr werdenden Organismus vernommen ward.

[JS.01_002,24] Die Ärzte schritten zwar wohl noch zu den extremsten Wiederbelebungsmitteln – aber sie waren nun fruchtlos – und ließen dann den nach ihrer Meinung in die tiefste Lethargie versunkenen Astronomen ruhen und warteten ab, was die Natur von selbst zum Vorschein bringen werde. Aber sie warteten vergeblich, denn die Natur brachte da weiter nichts zum Vorschein als den bald wirklich erfolgte Leibestod.

[JS.01_002,25] Wo aber für der Ärzte Natur die „ultima linea rerum“ erfolgt ist, da empfehlen sie sich. Und wir empfehlen uns auch, aber nicht wie die Ärzte, sondern wie Geister, die dem für dieser Erde gestorbenen Manne auch ins Jenseits folgen können und beobachten, was er da beginnen wird und wohin sich wenden.

[JS.01_002,26] Sehet, da ist er noch ganz wie auf der Welt auf seinem Lager – und daneben niemand außer die drei euch schon bekannten Engel. Und dort hinter den drei Boten noch Jemand!

[JS.01_002,27] Hört, noch redet er und spricht: „Siehe, nun höre ich wieder nichts. Was waren denn das früher für akustische Täuschungen? Hm, hm, nun alles mäuschenstill. Bin ich denn noch, oder ist es aus mit mir? Oh, aus ist es auf keinen Fall, denn ich fühle mich ja, ich bin mir klarst bewußt ich denke, ich erinnere mich an alles haarklein, was ich je verrichtet habe, – nur die Nacht, Nacht, die verruchte Nacht, die will nicht weichen! Ich will einmal aus Spaß doch zu rufen anfangen, und das so laut als möglich. Vielleicht wird mich per Spaß doch jemand vernehmen?! – Heda! – Niemand in meiner Nähe, der mir aus dieser Nacht hülfe?! Zu Hilfe, so da jemand sich zufällig irgend in meiner Nähe befindet!“

[JS.01_002,28] Nun meldet sich der Bote A und spricht zu B: „Bruder, hebe ihn aus seinem Grabe!“ Und der Bote B beugt sich über den Astronomen und spricht: „Es geschehe dir, wie es der Herr allen Lebens und Seins ewig gleich will, – erhebe dich aus deinem irdischen Grabe, du irdischer Bruder!“

[JS.01_002,29] Seht, nun erhebt sich im Augenblick der Astronom und sein Leib fällt wie ein aufgelöster Dunst zurück! Aber der Astronom ruft: „Bruder, hast du mich aus dem Grabe gezogen, so ziehe mich auch aus meiner Nacht!“ Und der Bote C spricht: „Also ist es von Ewigkeit des Herrn Wille, daß alle Seine Geschöpfe, und ganz besonders Seine Kinder, Licht haben und im Lichte wohlsehend wandeln sollen. Sonach öffne deine unsterblichen Augen und sehe und schaue, was dir wohlgefällt. Es sei!“

[JS.01_002,30] Nun öffnet der Astronom in der geistigen Welt zum ersten Mal seine Augen und sieht klar seine Umgebung und hat eine rechte Freude, daß er – nach seiner Idee – nun wieder Menschen sieht und einen Boden, auf dem er fußt. Nun fragt er aber: „Liebe Freunde, wer seid ihr denn? Und wo bin ich? Denn mir kommt es hier zum Teil sehr heimelig und zum Teil doch wieder sehr fremd vor. Auch bin ich so leicht und ungewöhnlich gesund und begreife nicht so recht, wie ich hierher gekommen bin und wie eurer Worte Kraft mich sehend gemacht hat. Denn ich war im Ernste stockblind!“

[JS.01_002,31] Der Engel A spricht: „Du bist für die Welt dem Leibe nach gestorben und bist nun – für ewig lebend deiner Seele und deinem Geiste nach – hier in der eigentlichen wahren Welt des Lebens der Geister. Wir drei aber sind Engel des Herrn, zu dir gesandt, dich zu erwecken und zu führen den rechten Weg zum Herrn, deinem Gott und unserem Gott, zu deinem Vater voll Liebe, Geduld und Erbarmung, Der auch unser Vater ist, heilig, überheilig, Den du in deiner letzten Erdenstunde ,eine schwache Gottheit‘ nanntest, da du blind warst, Der dir aber auch alles verzieh, darum, weil du blind und schwach warst! Nun weißt du alles, tue nun danach und du wirst überselig sein gleich uns ewig!“

[JS.01_002,32] Der Astronom spricht: „Brüder, Freunde Gottes, führt mich, wohin ihr wollt, ich folge euch! Aber wenn ich je der endlosen Gnade sollte teilhaftig werden, zur Anschauung Gottes zu gelangen, da stärket mich gewaltigst! Denn zu elend, schmachvoll und unwert fühle ich mich für ewig, diesen heiligsten Anblick zu ertragen! – Aber dort sehe ich ja noch jemanden, der uns gar so freundlichst anblickt! Wer ist denn dieser Herrliche? Sicher auch ein Bote der Himmel?“

[JS.01_002,33] Der Engel A spricht: „Ja, wohl ein Bote aller Himmel! Gehe hin zu Ihm, der Weg ist kurz. Er Selbst wird es dir offenbaren.“

[JS.01_002,34] Der Astronom geht hin, und der gewisse Jemand geht ihm entgegen und spricht: „Bruder, kennst du Mich denn nicht?“ Und der Astronom antwortet: „Wie sollte ich dich kennen, sehe ich dich doch zum ersten Male?! Wer bist du aber, du lieber, herrlicher Bruder?“

[JS.01_002,35] Der Freundlichste spricht: „Siehe an Meine Wundmale! Siehe, Ich bin dein schwacher Jesus und komme dir entgegen, um mit Meiner Schwäche zu helfen deiner Schwäche; denn käme Ich mit Meiner Kraft dir entgegen, so hättest du kein Leben! Denn siehe, jedes beginnende Leben ist eine zarte Pflanze, die ohne Luft nicht fortkommt, aber der Orkan tötet das Leben der Pflanze! Also bin Ich nun auch nur ein zartes Lüftchen, dir entgegenkommend, um dich voll zu beleben, und kein Orkan, dich zu zerstören. Liebe Mich, wie Ich dich liebe von Ewigkeit, so wirst du das wahre ewige Leben haben!“

[JS.01_002,36] Spricht der Astronom: „O du mein allergeliebtester Jesus! Du also bist es, – der die herrlichste Lehre den Bewohnern der Erde gegeben und sie dich dafür gekreuzigt haben!? O lehre auch mich den rechten Weg, der zu Gott führt, den du gelehrt hast; von mir sollst du dafür nie gekreuzigt werden! Aber, so es dir möglich, lasse mich dabei auch die große Schöpfung in ihrer Klarheit beschauen, die mich durch mein ganzes Leben so sehr beschäftigt hat!“

[JS.01_002,37] Spricht Jesus: „Dein Weg zu Gott wird nicht weit sein, so du ihn sogleich betreten willst; willst du aber zuvor deine Sterne durchmustern, dann wirst du einen langen Weg haben. Wähle nun, was du lieber willst!“

[JS.01_002,38] Spricht der Astronom: „Mein geliebtester Jesus, siehe, für Gott bin ich noch lange nicht reif. Daher sei mir, so es dir möglich ist, behilflich, daß ich in den Gestirnen reif werde.“

[JS.01_002,39] Spricht der Herr: „Es geschehe dir nach deiner Liebe! Aus diesen drei Engeln wähle dir einen, der dich führen wird und dir am Ende deiner Reise zeigen, Wer dein vermeintlicher Jesus ist, Den du als einen Menschen kennst, der gekreuzigt ward!“ –

[JS.01_002,40] Sehet nun wieder, wie dieser Astronom sein „Wasser“ sucht und nur im selben Mir zuschwimmen will, nicht beachtend, daß Ich schon bei ihm und er bei Mir war! Daher hütet euch vor dem zu gelehrten Wasser der Sternkundigen und Geologen, denn es hat seinen Zug nicht nach Mir, sondern nach der Liebe des Gelehrtenfaches! – Zu diesem Zweck dies längere Exempel. – Amen.
Titel: Sammeln geistiger Schätze auf Erden
Beitrag von: Maria am Mai 24, 2018, 10:23:06 Vormittag
Sammeln geistiger Schätze auf Erden - Reue im Jenseits

B.D. 4455 empfangen am  9.10.1948

Der Ärmsten einer wird sein im geistigen Reich, wer sich auf Erden nicht geistige Schätze gesammelt hat und also leer eingehet durch die Pforten des Jenseits. Und Ich möchte euch vor diesem Los bewahren, weil ihr bitterste Reue empfinden werdet, so ihr rückschauend die vielen Gelegenheiten erkennet, die ihr ungenützt ließet. Die Armut im geistigen Reich ist so bedrückend und hoffnungslos, daß sie euch quält und euren Willen völlig lähmt und ihr daher euch schwerlich aus dem qualvollen Zustand befreien werdet. Und es ist doch auf Erden so leicht, in den Besitz geistiger Güter zu gelangen, wenn ihr nur Meiner gedenket und mit Mir zu reden begehret. Dieses Verlangen schon garantiert euch die Zuleitung Meines Wortes in verschiedener Form.

Ihr werdet immer dorthin geführt, wo ihr Mein Wort empfangen könnet, so ihr es nicht von Mir gedanklich entgegennehmet, d.h. in euren Gedanken Meine Stimme erkennet. Sicher aber ist, daß ihr euch innerlich gedrängt fühlen werdet zum Liebeswirken, sowie ihr gedanklich mit Mir in Verbindung tretet, also Mich zu erreichen suchet. Denn Ich melde Mich durch Meine Mahnung zur Liebe, weil Ich dann erst mit euch ganz in Verbindung treten kann. Also suche Ich euch als erstes zum Liebeswirken anzuregen und tue dies direkt durch die innere Stimme oder durch Hinweise und Ermahnungen von außen, durch Verkünder Meines Wortes, die nur die Liebe predigen.

Höret ihr sie an und befolget ihr das Wort, das in Mir seinen Ausgang genommen hat, so sammelt ihr euch auch geistige Güter und erwerbet so einen Reichtum, der euch bleibt in Ewigkeit, der euch weder auf Erden noch im Jenseits genommen werden kann und der sich gleichfort vermehret, selbst wenn ihr ständig davon austeilet. Mit diesen Gütern gesegnet in das jenseitige Reich einzugehen ist wahrlich das Erstrebenswerteste, denn es sichert euch ein ewiges Leben, ein Leben im geistigen Reich in Tätigkeit, die allein beglückend genannt werden kann und von euch überaus wohltätig empfunden werden wird.

Wer aber völlig leer eingehet, der kann sich nur schwer im jenseitigen Reich geistige Güter erwerben, obwohl es nicht ganz hoffnungslos ist. Denn auch dort wird den Seelen das Evangelium gepredigt, doch wie auf Erden steht es ihm frei, es anzunehmen; wie auf Erden hängt die Aufnahme lediglich vom Willen ab, der aber außerordentlich geschwächt ist und ohne Hilfe durch Kraftzuführung sich nicht recht entscheidet. Und auch diese Kraftzufuhr ist vom Willen der Seele bedingt, sie zu nützen zur Liebetätigkeit, oder von liebender Fürbitte eines Menschen, weshalb ihr Menschen nicht oft genug euch dieser armen Seelen erbarmen könnet, die eure Hilfe dringend benötigen, weil sie auf Erden versäumten, sich geistige Schätze zu sammeln, die ihren Zustand im Jenseits zu einem seligen machen. Ihre Not ist groß, doch die Menschen hören nicht auf Mein Wort, sie glauben nicht und gehen darum arm und finsteren Geistes ein in das jenseitige Reich.
Amen
Titel: Los der Seele nach dem Leibestode
Beitrag von: Maria am Mai 24, 2018, 10:27:12 Vormittag
Los der Seele nach dem Leibestode

B.D. 7490 empfangen am  30.12.1959

Ihr betretet eine ganz andere Welt nach eurem Tode, als es die Erde ist, aber ihr selbst habt auf Erden die Möglichkeit, euch diese Welt zu gestalten, so daß sie euch beglückt und ihr sie gern eintauschet gegen das Leben auf dieser Erde. Denn ihr könnt euch ein Reich des Lichtes und der Seligkeit erwerben, wenn euer Lebenswandel auf Erden entsprechend ist, wenn ihr eifrige Seelenarbeit leistet und euch Güter sammelt für das geistige Reich. Dann wird die Welt, die ihr betretet, für euch wahrhaft ein Reich der Seligkeit sein, ihr werdet aus dem Jubeln und Staunen nicht herauskommen, und nimmermehr würdet ihr auf die Erde zurückkehren wollen, wenn dies im Bereich der Möglichkeit läge.

Ihr schaffet euch also selbst die Welt, die euch aufnimmt nach dem Tode des Leibes. Und darum solltet ihr verantwortungsbewußt leben auf dieser Erde. Denn ebenso könnet ihr ein Reich betreten, das finster oder öde ist, in dem ihr euch unglücklich fühlet und das ihr dennoch nicht beliebig verlassen könnet, weil es das Reich ist, das euer freier Wille anstrebte, solange ihr auf Erden wandeltet. Es war dies gleichfalls eure eigene Angelegenheit, es war euer eigener Wille, denn euer Lebenswandel auf Erden war dementsprechend, daß er euch kein anderes Los im geistigen Reich eintragen konnte als in Qual und Gebundenheit, in Finsternis und Schwäche.

Doch in jedem Fall betretet ihr eine andere Welt, ein Reich, das geistig ist, wo alle irdischen Güter euch verlorengegangen sind, wo ihr nur das vorfindet, was ihr geistig euch erworben habt auf Erden. Und darum ist es ein entsetzlicher Zustand für solche Seelen, die sich keinerlei geistige Güter erwarben, die nur um irdische Güter sich bemühten und daher gänzlich besitzlos eingehen in das jenseitige Reich, wo es nun überaus schwer ist, zu geistigen Gütern zu kommen, wenn auch dies nicht unmöglich ist.

Denn die Welt, in der sie nun wohnen, ist beschaffen ihrem Seelenzustand gemäß. Sie kann für die Seele ein unaufhörliches Wandern durch dürre, öde Stätten bedeuten, wo sie nicht das Geringste vorfindet, um ihren Hunger zu stillen, der solche Seelen ständig quält, der nur gestillt werden kann mit Gaben der Liebe, mit Kraftzuführung, die durch liebende Fürbitte für solche Seelen erworben wird. Darum ist schon selig zu nennen die Seele, der über das Grab hinaus gute Gedanken nachfolgen und die auf Erden gute Werke getan hat, die ihr nun nachfolgen in die Ewigkeit.

Aber arm und bedürftig sind die Seelen, die sich keine Liebe erworben haben auf Erden bei ihren Mitmenschen, denen mehr ungute Gedanken nachfolgen und die unter diesen Gedanken noch mehr zu leiden haben, als ihr Menschen auf Erden euch dies vorzustellen vermögt. Darum lasset allen Abgeschiedenen immer gute Gedanken folgen in die Ewigkeit, erbarmt euch ihrer, und helft ihnen, daß sie aus der ersten Finsternis herausfinden, lasset sie nimmer allein, sondern schenkt ihnen öfter euer Gedenken, das ihnen wohltun wird und das sie als Kraftzufuhr empfinden werden, als kleine Hilfe auf dem Weg nach oben, den sie nur beschreiten können, wenn ihnen diese Hilfe gewährt wird.

Die Seele schafft sich selbst ihr Los, das sie drüben erwartet im jenseitigen Reich, und daß es ein schönes, beglückendes sei, dafür sollet ihr noch auf Erden tätig sein, ihr sollet euch geistige Güter erwerben und unentwegt Werke der Liebe verrichten, denn solche Werke werden euch immer nachfolgen in die Ewigkeit und für euch einen geistigen Reichtum ausmachen, mit dem ihr zu eurer und anderer Seelen Beglückung arbeiten könnet, mit dem ihr euch jederzeit eure Seligkeit erhöhen und anderen Seelen Kraft zuführen könnet, daß sie auch ihre Schritte zur Höhe lenken und einmal selig werden können, wenn auch dieser Gang zur Höhe sehr viel Kraft und Mühe erfordern wird, aber es ist ihnen doch bei gutem Willen möglich, zur Höhe zu gelangen, wenn sie nur Hilfe finden bei ihren geistigen Freunden und bei den Menschen auf Erden, die fürbittend immer solcher Seelen gedenken.
Amen
Titel: Weiterentwicklung der jenseitigen Schüler
Beitrag von: Maria am Mai 24, 2018, 10:29:25 Vormittag
Weiterentwicklung der jenseitigen Schüler

Das Mittelreich (Hades)

Geistige Sonne, Band 2, Kapitel 120

[GS.02_120,01] Kommen sie etwa, wie ihr zu sagen pflegt, aus der Hölle zurück in den Himmel? Das wäre sehr irdisch gesprochen, denn diese Schüler kommen eigentlich nie in die Hölle, sondern nur in den Zustand, in ihrer eigenen Sphäre dieselbe zu beschauen. Es braucht nichts weiter als eines gerechten Abscheues des antipolarischen oder höllischen Zustandes, und unsere Schüler sind wieder in ihrer eigentlichen positiv himmlischen Sphäre. Da aber der Himmel sich nicht durch die alleinigen Erkenntnisse und Einsichten erlangen läßt noch durch eine nonnenhaft untätige Gebets- und Verehrungs-Liebe, sondern nur durch die Werke der Liebe, die ein ersprießliches Wohltun gegen den Nächsten zum Grunde haben, so müssen unsere Schüler, um den wahren Himmel zu erreichen, sich nun auch gefallen lassen, sich in einen ernstlich tätigen Zustand zu begeben. –

[GS.02_120,02] Worin aber besteht dieser? Das werden wir mit wenigen Worten gesagt haben. – Sehet an die naturmäßig-geistige Sphäre eurer Erde oder das sogenannte „Mittelreich“, welches auch den Namen „Hades“ führt, und ungefähr das ist, was ihr als Römischgläubige, freilich stark irrig, unter dem „Fegfeuer“ verstehet. Am besten kann dieses Reich einem großen Eintrittszimmer verglichen werden, wo alle ohne Unterschied des Standes und Ranges eintreten und sich dort zum ferneren Eintritt in die eigentlichen Gastgemächer gewisserart vorbereiten.

[GS.02_120,03] Also ist auch dieser Hades jener erste naturmäßig-geistige Zustand des Menschen, in den er gleich nach dem Tode kommt.

[GS.02_120,04] Denn niemand kommt entweder sogleich in den Himmel noch in die Hölle, außer es müßte im ersten Falle jemand schon auf der Erde entweder vollkommen wiedergeboren sein aus der reinen Liebe zum Herrn, oder er müßte im zweiten Falle ein böswilligster Frevler gegen den Heiligen Geist sein. Im ersten Falle wäre sonach der Himmel ohne Eintritt in das Mittelreich, im zweiten Falle aber sogleich die unterste Hölle zu erwarten. Der Himmel im ersten Fall darum, weil ihn ein solcher Mensch schon in der höchsten Vollendung in sich trägt, und im zweiten Falle die Hölle darum, weil ein solcher Mensch alles Himmlischen ledig geworden ist. Doch das ist nur eine Nebenbemerkung, die nicht zur Sache gehört; daher wollen wir uns dabei auch nicht länger aufhalten, sondern sogleich unsere Blicke dahin wenden, wo und was unsere Schüler zu tun bekommen.

[GS.02_120,05] Dieses große Mittelreich ist die Hauptwerkstätte für alle himmlischen Geister. Da bekommen alle vollauf zu tun. Denn denket euch diesen Ort, der jede Stunde eures Tages über fünf bis siebentausend neue Ankömmlinge erhält. Diese müssen sogleich durchgeprüft und an den ihnen vollkommen entsprechenden Ort gebracht werden oder: sie müssen sobald in einen solchen Zustand hineingeleitet werden, der mit ihrer Grundliebe in eins zusammenfällt. Daher müssen sie in all ihren Neigungen erforscht und erprobt werden. Wohin sie dann am meisten neigen, dahin muß ihnen auch geistig der Weg geöffnet sein.

[GS.02_120,06] Auf der Welt tut sich das freilich nicht; denn das wäre der barste sogenannte St. Simonismus, welcher in kürzester Zeit die ganze Erde in ein Raub- und Mordnest verwandeln möchte. Aber im Geisterreiche wird eben dieser St. Simonismus beobachtet, und ein jeder kann demzufolge seiner Neigung ungehindert nachgehen. –

[GS.02_120,07] Man wird hier freilich sagen: Wenn es dort so zugeht, wer wird da in den Himmel gelangen? Dort gilt es aber anders; es heißt: Jeder Arzt muß seinen Patienten vom Grunde aus erkennen, bevor er ihm eine Medizin verschreiben kann, die ihn vom Grunde aus heilen soll. Denn jenseits ist niemandem mit einer Palliativ-Kur etwas gedient. Also muß jenseits gewisserart werktätig ein jeder neue Ankömmling ein Generalbekenntnis seines Lebens von A bis Z ablegen. Ist solches geschehen, dann erst geschieht eine Veränderung des Zustandes, welcher die vollkommene Enthüllung heißt. In diesem Zustande steht ein jeder Geist völlig nackt da und gelangt dann in einen dritten Zustand, welcher die Abödung, wohl auch die Abtötung alles dessen genannt wird, was der Mensch von der Welt an Sinnlichem mitgenommen hat.

[GS.02_120,08] Von da aus erst kommt der Geistmensch dann im guten Falle in den Himmel oder im schlimmen Falle in die erste Hölle.

[GS.02_120,09] Wie sich dieser Ort der Abödung in der Erscheinlichkeit darstellt, hat euch mein Vorgänger in der abendlichen Gegend hinreichend gezeigt, als ihr euch in der stockfinsteren Gegend unter den „Moosessern“ befunden habt. Wie diese Geister dann daraus nach und nach in den ersten Himmel gelangen oder auch gleicherweise in die erste Hölle, das alles habt ihr bildlich klar dargestellt gesehen.

[GS.02_120,10] Daher können wir nun sogleich die Frage lösen, was bei all diesen Gelegenheiten unsere Schüler eigentlich zu tun bekommen. Ihr Geschäft ist erforschen und die Wege zu öffnen bis zum Orte der Abödung. In diesem haben sie vorderhand dann nichts mehr zu tun; denn für das Weitere müssen schon tüchtigere Engelsgeister sorgen.
[GS.02_120,11] Wie aber geschieht solche Erforschung und Wegeröffnung? Wir haben früher den sogenannten St. Simonismus berührt und wollen nun durch ein kleines Beispiel die Sache in aller Kürze so klar als möglich darstellen. Und so höret denn:

[GS.02_120,12] Ein jeder Mensch, der hier seinen Standespflichten gemäß gelebt hat und auch bei seinem Austritte aus dieser Welt mit allen sogenannten geistlichen Gütern versehen worden ist, fragt jenseits sogleich nach dem Himmel. Er wird auch erscheinlichermaßen sogleich in einen Zustand erhoben, der für ihn des Himmels Örtlichkeit bildet.

[GS.02_120,13] Solcher Himmel aber wird allezeit in seiner Wahrheit dargestellt, welche wahrlich himmelhoch verschieden ist von dem, was der neue Ankömmling in seiner begründeten Idee mit hinübergebracht hat. Daß ihm aber ein solcher Himmel ebensowenig gefällt, als wie es hier manchem gegenwärtigen Bischofe, Prälaten und anderen geistlichen Würdenträgern gefallen möchte, wenn sie auf einmal zum Nutzen ihrer Brüder mit eigener Hand den Pflug ergreifen müßten, das läßt sich sehr leicht einsehen.

[GS.02_120,14] Daher verlangt auch ein solcher Himmelsgast, dem es in solch einem (wahren) Himmel gar nicht gut wird, gleich wieder von selbem hinaus. Und wie er wieder in seinen gewöhnlichen Zustand zurückkommt, so sucht er sogleich in sich, was ihn auf der Erde am meisten vergnügt hat. Er findet zum Beispiel, daß schöne Weiber und Mädchen seine größte Freude auf der Erde waren. Solches merken sobald die ihn erforschenden und leitenden Geister und stellen ihm vor, daß dieses für den Himmel nicht taugt, indem seine Begierde unlauter ist. Aber da protestiert er und spricht: Setzet mich nur auf die Probe, lasset mich zu der schönsten Weibern und Mädchen, und ich werde mich mit ihnen ganz gebührlich unterhalten. Nach solcher Äußerung wird dem Gaste sogleich gewillfahrt. Er wird genau in jene Zustände geführt, in denen er sich nach und nach ganz leibhaftig in all jenen Szenen befindet, die ihm auf der Welt so viel Vergnügen gemacht haben. Hier aber weichen die (leitenden) Geister zurück und lassen ihn allein handeln, doch immer unter ihrer für ihn unsichtbaren Beobachtung.

[GS.02_120,15] Daß der Gast hier alle seine Szenen repetiert, braucht kaum erwähnt zu werden. Was aber mit ihm weiter geschieht und was dann das Geschäft unserer Geister ist – davon in der Folge.
Titel: Das Wissen um den seligen wie auch unseligen Zustand
Beitrag von: Maria am Mai 25, 2018, 06:45:01 Vormittag
Das Wissen um den seligen wie auch unseligen Zustand

B.D. 7126 empfangen am  21.5.1958

Ihr könnet nicht die Seligkeiten ermessen im Reiche des Lichtes, wie ihr euch auch keine Vorstellung machen könnet von den Qualen, welche die Seelen im Reiche der Finsternis erdulden müssen. Doch immer wieder werdet ihr durch Mein Wort von beidem in Kenntnis gesetzt; ihr seid also nicht ganz ohne Wissen. Ob ihr jedoch glaubet, das steht euch frei, ist aber bestimmend für euer eigenes Los, wenn eure Seele den Leib verläßt und hinübergeht in das jenseitige Reich. Denn sowie ihr glaubt, was euch durch Mein Wort immer wieder gesagt wird, werdet ihr auch entsprechend euren Erdenwandel führen, denn kein gläubiger Mensch lebt verantwortungslos in den Tag hinein, ein jeder wird sich bemühen, nach Meinem Willen zu leben, wenngleich seine Willensschwäche ihn oft zum Fall bringen kann.

Doch wiederum soll nicht allein die Furcht vor der Finsternis oder die Erwartung der Seligkeiten im Lichtreich ihn zu seinem Lebenswandel veranlassen, denn dies allein würde seinen Seelenzustand nicht sehr günstig beeinflussen, aber der gläubige Mensch denkt nach, und es treibt ihn von innen heraus an zu einem Gott-gefälligen Leben, während berechnend nur der Mensch ist, der einen sogenannten Formglauben sein eigen nennt, der wohl Kenntnis hat durch Mein Wort, der aber gleichsam alles nur durch einen Druck von außen, durch Gebote oder Bestimmungen, ausführt und der um des verheißenen Lohnes oder der zu fürchtenden Strafen willen jenen Geboten nachkommt. Ein rechter Glaube aber stellt auch die Verbindung her mit Dem, an Den der Mensch glaubt. Und dann fühlt er auch in sich die Verantwortung Mir gegenüber, und er ist bemüht, Meinem Willen gemäß zu leben auf Erden, weil er Mich Selbst nicht betrüben will, weil er auch fühlt, daß Ich ihn liebe und er sich dieser Liebe würdig erweisen möchte.

Doch das Wissen um den sowohl seligen als auch unseligen Zustand, den eine Seele zu erwarten hat nach dem Leibestode, soll das Verantwortungsbewußtsein im Menschen heben; er soll wissen, daß er nicht zwecklos sein Erdendasein lebt, er soll nicht sagen können, daß ihm keine Hinweise gegeben worden seien über die Auswirkung eines rechten oder verkehrten Lebenswandels. Und es soll ihm auch gleichzeitig der Zweck dessen vorgestellt werden, der eben in dem Zustand besteht, den die Seele erreichen kann. Und darum muß er auch wissen, wie jener Zustand beschaffen sein kann.

Aber Beweise dafür können euch nicht erbracht werden, doch einem Ernst-Strebenden werden auch immer wieder Beweise aus dem Jenseits zugehen, die ihn dann nicht mehr zum Glauben zwingen, weil nur ein gläubiger Mensch sie wird erfahren dürfen oder sie jenen Schwachgläubigen als Gnadenbeweis dienen sollen, die eine kleine Stärkung ihres schwachen Glaubens benötigen, aber von sich aus willig sind, Meinem Willen gemäß zu leben auf Erden.

Doch wer achtsam ist, der wird auch Dinge erleben und sehen, die er als Beweis gelten lassen kann, doch zum Glauben zwingen dürfen keine Bekundungen aus dem Jenseits, und darum werden immer nur einzelne über Erlebnisse zu berichten wissen, die in das jenseitige Leben hineinragen. Und diesen einzelnen wird wieder nur Glauben geschenkt werden von ebenfalls geistig-strebenden Menschen, während die Ungläubigen sie verspotten und als Lügner oder Phantasten hinstellen werden und sie darum auch keinen Nutzen ziehen für sich selbst.

Aber es offenbart sich auch die jenseitige Welt, sowohl das Lichtreich als das Reich der Finsternis, doch niemals so, daß die Menschheit gezwungen ist zum Glauben, weshalb auch Erscheinungen jeglicher Art immer abgestritten werden können oder auch jeder einzelne machen kann daraus, was er will. Und wieder wird der Lebenswandel des einzelnen, wenn er in Liebe geführt wird, auch bestimmend sein für rechte Erkenntnis, es wird der liebende Mensch gestärkt werden zu immer eifrigerem Streben, wozu ihm auch die Lichtwelt helfen wird, und für ihn wird es keine Zweifel mehr geben über ein Fortleben nach dem Tode, das entsprechend ist seinem auf Erden geführten Lebenswandel. Und er wird suchen das höchste Ziel zu erreichen, denn er wird in ständiger Bindung bleiben mit Mir.
Amen

Titel: Gerechtigkeit - Ausgleich im Jenseits
Beitrag von: Maria am Mai 25, 2018, 06:46:19 Vormittag
Gerechtigkeit - Ausgleich im Jenseits

B.D. 5323 empfangen am  24.2.1952

Es gibt eine Gerechtigkeit, es gibt einen Ausgleich, wenn nicht auf Erden, dann im jenseitigen Reich, wo die Seele erntet, was sie gesät hat. Ihr Menschen, bedenket dies, daß niemand sich etwas nehmen kann, was ihm nicht zusteht, daß er für Heller und Pfennig Rechenschaft ablegen muß und daß er bezahlen muß, was er sich widerrechtlich angeeignet hat. Bedenket, ihr Menschen, daß Ich euch nichts erlassen kann, weil Ich ein gerechter Gott bin, und daß ihr darum euch mit großer Schuld belastet, die ihr glaubet, ungestraft sündigen zu können. Einmal kommt der Tag der Vergeltung für jeden, der auf Erden dahinlebt ohne Skrupel, weil er nicht an Mich als einen gerechten Gott glaubt und darum Sünde über Sünde anhäufet.

Euer aller Erdenleben ist bald vorüber, was euch bleibt, ist nur geistiges Gut, und wehe, wer solches nicht aufweisen kann. Er wird nackt und arm drüben ankommen und in größtem Elend und in Finsternis umherirren und das ist der Ausgleich für das Leben auf der Erde, so es nicht gelebt wurde nach Meinem Willen unter Beachtung des Gebotes der Liebe zu Mir und dem Nächsten, so der Mensch nur an sich dachte und Meinem Gegner zu Gefallen lebte, so er im Weltgenuß schwelgte und seinen Leidenschaften und Trieben freien Lauf ließ. Wer nur an sich selbst dachte auf Erden, der wird verlassen drüben weilen, und niemand wird ihm eine Liebe antun, wie er selbst darben ließ, die auf Erden seine Hilfe benötigten. Er wird Heller und Pfennig bezahlen müssen, weil niemand seine Schuld für ihn zahlen kann außer Jesus Christus, an Den aber die Seele nicht glaubt, die völlig ohne Liebe war.

Ihr Menschen, betrachtet von dieser Seite euer Erdenleben, und wisset, daß ihr nicht skrupellos dahinleben dürfet, weil einmal das Leibesleben beendet ist und die Seele abtragen muß, was ihr an Schuld aufgebürdet wurde  und wisset, daß alles, was ihr der Welt als Tribut gezahlt habt, der Seele entzogen wurde und ihre Armut im jenseitigen Reich Folge davon ist. Wisset, daß es einen Ausgleich gibt für jede Stunde, die ihr Meinem Gegner zujubelt, die ihr den Freuden der Welt huldigt und Meiner gänzlich vergesset, denn das Erdenleben ist euch gegeben zur Vollendung eurer Seele.

Doch was tut ihr? Ihr versorget nur euren Körper, ihr gebt ihm Erfüllung aller Wünsche, ihr berauschet euch an weltlichen Vergnügungen, ihr gehet allzuwillig in die Netze, die euch der Feind eurer Seelen stellt. Ihr nehmet der Seele und gebet dem Körper. Und ihr müsset es tausendfach bezahlen. Denn eure Not wird übergroß sein, so ihr in das geistige Reich eintretet, wo nur das bewertet wird, was sie an unvergänglichen Gütern mitbringt. Sie wird großen Mangel leiden, und niemand wird ihr helfen, wenn sie sich nicht an Jesus Christus wendet, von Dem sie aber in ihrer Finsternis nichts weiß. Nur Er kann ihr helfen, doch Ewigkeiten können vergehen, bis der Seele die Erkenntnis kommt und sie sich an Ihn wendet, Ewigkeiten kann sie ihre Schuld mit sich herumschleppen, weil Meine Gerechtigkeit sie nicht entlasten kann, solange sie selbst Mich nicht darum bittet.
Amen
Titel: Ruhen die Toten?
Beitrag von: Maria am Mai 25, 2018, 03:37:09 Nachmittag
Ruhen die Toten?

B.D. 2553  empfangen am  16.11.1942

Der Glaube, daß die Seelen ruhen nach dem Tode, ist nur insofern berechtigt, als daß die unreifen Seelen in einem völlig untätigen Zustand verharren, weil es ihnen an Kraft mangelt. Es ist dies aber kein Zustand wohltätiger Ruhe, sondern ein Zustand der Qual, des Gefesseltseins und der Ohnmacht und folglich kein erstrebenswerter Zustand. Tätig sein dürfen die Seelen im Jenseits erst in einem gewissen Reifezustand, wo ihnen ständig Kraft zugeht, um tätig sein zu können. Dann aber nützen sie diese Kraft ohne Einschränkung.

Da ihre Tätigkeit aber nicht an irdische Materie gebunden ist, muß sie auch anders sein als die Tätigkeit auf Erden; sie kann auch nicht verglichen werden mit jener, denn es sind gänzlich andere Voraussetzungen im geistigen Reich, die eine Tätigkeit bedingen oder zulassen. Es ist ein ständiges Belehren und Vermitteln geistigen Wissens, es ist ein rein geistiger Vorgang, der den gebenden Seelen Glück und Seligkeit bereitet und den empfangenden Seelen ihre Qualen verringert und sie zu Kraft-Empfängern macht.

Es ist wohl ein Dienen in Liebe, jedoch nur so lange mit irdischer Tätigkeit zu vergleichen, wie die Seelen noch im Dunkelheitszustand sich auf der Erde lebend glauben, wo sie sich durch ihre eigenen Begierden ihre Umgebung selbst schaffen in ihrer Vorstellung und dieser Vorstellung entsprechend sie sich auch im Liebeswirken betätigen müssen. Je heller es aber in ihr wird, desto mehr entfernt sie sich von der Erde in ihren Gedanken, und nun ist ihre Tätigkeit nicht mehr an irdische Materie gebunden, auch nicht in ihrer Vorstellung. Und im rein geistigen Vermitteln des empfangenen Wissens besteht nun das Wirken jener Seelen im Jenseits, im geistigen Reich.

Es hat eine jede gebewillige und Kraft-empfangende Seele ihr anvertraute Schützlinge auf Erden oder im Jenseits, denen sie sich mit liebevoller Fürsorge unermüdlich widmet. Diese Schützlinge muß sie gedanklich in die Wahrheit zu leiten versuchen, sie muß einwirken auf das Denken und also in ihnen Klarheit schaffen, ohne dabei den Willen jener Seelen zu zwingen, und es erfordert dies eine unsagbare Geduld und Liebe. Denn es sind zwei völlig isolierte Wesen, die einander gegenüberstehen, die völlig frei handeln und denken können und daher das rechte Denken nicht zwangsmäßig übertragen werden darf, soll das noch unentwickelte Geistige nicht gehindert werden, gleichfalls einen hohen Reifegrad zu erlangen. Es muß das geistige Wissen den noch unwissenden Seelen so dargeboten werden, daß es ohne Widerstand angenommen wird und das Verlangen wachruft nach vermehrter Gabe. Es muß also das empfangende Wesen sich völlig frei dafür entscheiden, dann erst wirkt das übertragene Wissen als Kraft, und es beglückt.

Und es ist diese Tätigkeit des Übertragens eine Arbeit, die nur in Liebe ausgeführt werden kann, weil sie zumeist äußerst mühevoll ist. Doch der Zustand einer zur Untätigkeit verdammten Seele ist so erbarmungswürdig, daß die Lichtwesen unentwegt ihnen zu helfen suchen, daß sie bereit sind zur mühevollsten Arbeit, um diese Seelen aus ihrem Zustand zu erlösen. Andererseits aber erhöht es ihre Seligkeit, so ihr Liebeswirken erfolgreich ist, denn es zieht dieses Wirken unvorstellbare Kreise, weil jedes empfangende Wesen wieder sein Wissen weiterleitet im nun erwachten Drang, gleichfalls zu helfen den Seelen der Finsternis und also erlösend tätig zu sein.
Amen
Titel: Stets wachsende Seligkeit bedingt Tätigkeit
Beitrag von: Maria am Mai 25, 2018, 03:39:23 Nachmittag
Stets wachsende Seligkeit bedingt Tätigkeit

Geistige Sonne, Band 2, Kapitel 003

[GS.02_003,01] Sehet nun, unsere erhabene Gesellschaft speiset, und unser Prior wie auch die andern verwundern sich hoch über den unendlichen Wohlgeschmack dieses Brotes und ebenso auch über den des lebendigen Wassers. Und der Prior spricht in der größten Devotion: O Herr und aller liebevollster heiliger Vater! Dieses Brot schmeckt ja gerade also, als wenn es zusammengesetzt wäre aus den aller schmackhaftesten und allernährendsten Speisen der ganzen Erde, und das Wasser, als wäre es ein Auszug aus den allerbesten Weinen, die je irgend auf der Erde wachsen, wenn man hier eine solche Vergleichung machen darf und kann.

[GS.02_003,02] Der Herr spricht: Ja, Mein lieber, geliebter und geliebtester Sohn! Du hast den Geschmack dieser einfachen Mahlzeit nicht schlecht bemessen. Siehe, wie aus der reinen Liebe in Mir alle guten Früchte auf der Erde wie auf allen anderen Weltkörpern zum Vorschein kommen und ihr Geschmack, ihr Wohlgeruch, ihre Tauglichkeit bezüglich der Ernährung und dann ihre schätzbare Wirkung hervorgehen, – also wird auch dieses Brot als der erste Grundbegriff alles dessen, was auf allen Weltkörpern vorkommt, dieses in liebeguter und brauchbarer Art ursächlich in sich enthalten.

[GS.02_003,03] Aus diesem Brote stammt jedes Brot ab, weil dieses Brot ein wahrhaftiges, lebendiges Brot ist, und ist gleich Meiner Liebe, die sich hier allen Meinen Kindern zur ewigen lebendigen Sättigung darbietet. Und das Wasser ist ebenfalls wie das Brot der Grund aller Dinge, denn es ist das Licht der Liebe, und ist somit der Mitgenuß für alle Meine Kinder ewig an Meiner Weisheit, d.h. alle Meine Kinder, die hier bei Mir sind, sind in Meiner Weisheit Tiefe, und somit auch in aller Meiner Macht und Kraft!

[GS.02_003,04] Siehe, das ist das wahre lebendige Wasser, von dem Ich auf der Erde geredet habe zum Weibe am Jakobsbrunnen, daß denjenigen ewig nimmer dürsten wird, der von diesem Wasser trinken wird!

[GS.02_003,05] Der Prior spricht: O Herr und allerliebevollster, heiligster Vater! Dieses sehe ich jetzt ganz klar ein. Fürwahr, nach dem Genusse dieses Wassers fange ich an, in die unbegreiflichen Tiefen Deiner Allmacht und Deiner Weisheit zu schauen, daß es mich wahrhaft erhaben seligst angenehm zu schauern anfängt. Aber dieses möchte ich denn doch noch wissen, ob ich fürderhin nimmermehr so ein Wasser werde zu trinken und so ein gutes Brot daneben zu essen bekommen?

[GS.02_003,06] Der Herr spricht: O Mein geliebter Sohn, darum sei dir ja nicht bange. Diese Speise und dieser Trank wird hier ewig nimmer ausgehen, und du wirst es allzeit in so reichlicher Menge haben können, daß du dich irgend eines Mangels ewig nie wirst zu beklagen haben. Denn in diesem Meinem Reiche gibt es ewig unversiegbare Quellen, Flüsse, Ströme und Meere in endlos großer Menge. Daher ist denn auch durchaus nicht zu befürchten, als sollte davon nicht ein jeder in der hinreichendsten Menge haben.

[GS.02_003,07] Siehe, Ich bin nur auf den materiellen Weltkörpern etwas ökonomisch und halte da Meine wahrhaftigen Bekenner und Nachfolger so kurz als möglich. Denn da der Mensch die Wege des Lebens werktätig studieren muß, um sich auf diesen Wegen das ewige Leben eigen zu machen, da gehört kein voller Magen dazu. Denn ihr habt ja bei euern Studien ein altes Sprichwort: „Ein voller Bauch schlägt alles in Wind und Rauch“, – oder: „plenus venter non studet libenter.“

[GS.02_003,08] Siehe, eben daher bin Ich auch aus höchst weisen Gründen etwas karg auf den Weltkörpern, dafür aber bin Ich dann hier die unendliche Freigebigkeit selbst; und es muß alles in der allerhöchsten Reichlichkeit und Fülle ewig vorhanden sein. Auf den Weltkörpern sehe Ich nicht gern, so da jemand spricht: Dieser Stein ist mein. Hier aber will Ich euch ganze Sonnengebiete, wie ihr zu sagen pfleget, an den Rücken hängen. Denn Ich habe dergleichen Schätze ja in endloser Menge; die ganze Unendlichkeit ist erfüllt von den größten Wunderwerken Meiner Liebe, Weisheit und Allmacht. Warum sollte Ich da karg sein? Wenn auf der Erde ein tausend Klafter großes Fleckchen tausend Taler kostet, so gebe Ich hier um einen Taler tausend Sonnen mit allen ihren Planeten her. Ich meine, dieser Umtausch wird doch von einiger Bedeutung sein.

[GS.02_003,09] Darum sorge dich denn ja nicht, ob du immer etwas zu essen und zu trinken haben wirst; denn bei so viel Grundstücken wird sich doch mit der leichtesten Mühe von der Welt ein ehrliches Stückchen Brot gewinnen lassen.

[GS.02_003,10] Der Prior spricht: O Du mein herzinnigst allerliebster Jesus! Für diese Deine Verheißung bin ich noch viel zu ungeheuer blöd und dumm. Ich bin ja hier in diesem Häuschen so unendlich zufrieden und unaussprechlich selig, daß ich mir ja nicht ein Sonnenstäubchen mehr hinzuwünschen könnte. Dafür überlaß ich auch diese von Dir erwähnten unendlichen Güter von ganzem Herzen einem andern viel Würdigeren denn ich bin. Wenn ich nur die Versicherung habe, daß Du hier beständig zu Hause bist, da brauche ich für die ganze Ewigkeit nichts mehr. Denn das Bewußtsein des ewigen Lebens in Deiner Gegenwart und die allerwunderbarst selige Anschauung Deiner Allmachts-Werke, dann dieses mir von Dir geschenkte Weibchen und dieser mein Bruder in mein Mitgefühl und in meine Mitliebe aufgenommen und nur so manchmal ein Stückchen Brot und ein kleines Schlückerl von dem Wasser, da bin ich ja schon für die ganze Ewigkeit unaussprechlich seligst versorgt!

[GS.02_003,11] Der Herr spricht: Ja, Mein lieber Sohn, das sehe Ich wohl; aber siehe, dieses dein seliges Gefühl ist nur ein erster Anflug der eigentlichen wahren Seligkeit. Würdest du hier bloß in aller Ruhe und Untätigkeit dieses alles genießen, so würdest du mit der Länge der Dauer bei aller Anmut dennoch übersättiget werden, und es würde dich gar vieles, was dich jetzt erfreut, nicht mehr erfreuen. Darum habe Ich für die stets wachsende Seligkeit dadurch schon von Ewigkeit vorgesorgt, daß ein jedes Meiner Kinder hier fortwährend eine wohlangemessene Tätigkeit und einen guten Wirkungskreis überkommt; daher auch kann nicht von einem beständigen Bleiben in einer solchen Hütte die Rede sein.

[GS.02_003,12] Wir werden daher selbst diese Hütte auf eine Dauer verlassen und uns in Meine Stadt begeben. Allda wirst du erst dein Eigentum kennenlernen, wie mit demselben Deine wahrhaftige ewige Bestimmung. Darum wollen wir uns nun auch wieder erheben und unsere Reise weiter fortsetzen. Die Heere der Geister aber, die du vorhin unsrer harrend erblickt hast, sind keineswegs der vollkommene summarische Inbegriff aller der Einwohner dieses ewigen obersten Morgenhimmels, sondern diese Heere gehören allein deinem künftigen Wirkungskreise an. Doch nicht hier, sondern in Meiner Stadt und in deinem eigenen Wohnhause in derselben sollst du das Nähere erfahren. Sehet, der Prior sinkt fast in den Boden vor dem unendlichen Ausspruche des Herrn. Aber der Herr stärkt ihn und winkt nun allen dreien, Ihm zu folgen. Also folgen denn auch wir diesem erhabenen Zuge weiter.
Titel: Lehre vom Seelenschlaf
Beitrag von: Maria am Mai 26, 2018, 07:02:20 Vormittag
Lehre vom Seelenschlaf

B.D. 8991  empfangen am  7.6.1965

Daß ihr gewillt seid, euch für Mein von oben euch zugeleitetes Wort einzusetzen, veranlaßt Mich, euch auch darüber ein Wissen zu erschließen, welchen Irrtum ihr bisher vertreten habt. Es ist die Lehre über den Seelenschlaf, die euch ein völlig falsches Bild gibt von der Seele und ihrem Zustand, wenn sie das geistige Reich betritt. Diese Lehre wird begründet mit der Behauptung, daß nirgends in der Schrift von einer unsterblichen Seele gesprochen wird, die aber widerlegt werden kann mit dem einen Satz: „Wer an Mich glaubt, der wird leben in Ewigkeit.“

Und der Schlaf ist ein Bruder des Todes, also wird ein Schlafender nicht leben, sondern tot sein, er wird in dunkler Nacht dem Zustand des Todes verfallen, also kann von einem Leben in Ewigkeit keine Rede sein. Und schlimm ist es für euch alle, die ihr in diesem Bewußtsein von der Erde scheidet, denn euch fehlt wahrlich jede Kenntnis, und es wird lange dauern, bis ihr zu einem Schimmer von Erkenntnis gelangt. Denn wahrlich, ihr gehet völlig blind von dieser Erde, und ihr werdet drüben nur dann ein wenig Licht bekommen, wenn euer Erdenwandel ein Leben in Liebe gewesen ist.

Aber bevor ihr euch nicht von dieser Irrlehre löset, werdet ihr auch nicht wissen, daß ihr gestorben seid, weil ihr euch noch im Zustand des Ichbewußtseins befindet, das für euch auch das Bewußtsein des Weiterlebens ist, nur ihr euch in andere Gegenden versetzt glaubet, aber ewig nicht zur Ruhe kommen werdet, zu der Ruhe, die für euch der Schlafzustand bedeutet. Und so werdet ihr immer noch leben, aber nicht im Zustand der Seligkeit, sondern in verwirrtem Denken, das entsprechend der Lehre ist, die ihr als Mensch vertreten habt auf Erden. Alles, was aus Mir hervorgegangen ist, bleibt bestehen bis in alle Ewigkeit, aber es kann im Zustand des Todes eingehen in das jenseitige Reich, und diesen Todeszustand wählet ihr alle, die ihr diese Irrlehre verbreitet.

Und ihr strebet nicht das Leben an, das euer Los sein soll, wenn ihr das geistige Reich betretet. Denn dann erst beginnt euer Leben, vorausgesetzt, daß ihr ein Leben in Liebe führet und euch von dieser Irrlehre zu trennen vermögt. Denn ob ihr auch glaubet an eine „Auferstehung am jüngsten Tage“, wo alle, die in ihren Gräbern ruhen, erweckt werden, so wird dies auch euer Los sein, daß ihr nicht eher zum Leben kommet, bis ihr die Unsinnigkeit dieser Lehre einsehet, und euer Dasein in der jenseitigen Welt wird eben so sein, daß ihr in Untätigkeit, im Zustand des Schlafes, verharret ewige Zeiten hindurch oder ihr euch solange in einer Welt beweget, die ihr immer noch als die Erde ansehet, die ihr schon längst verlassen habt.

Gerade ihr Menschen, die ihr diese Irrlehre vertretet, ihr wisset nicht, welchem Ungeist ihr verfallen seid, und ihr werdet ein Übermaß von Liebe aufbringen müssen, auf daß ihr plötzlich erkennet, wie es sich in Wirklichkeit verhält, und ihr könnet von Glück reden, wenn ihr auf Erden einen Fürbitter zurücklasset, der euch hilft, zur rechten Erkenntnis zu kommen. Immer aber ist der Liebegrad entscheidend, daß euch bei eurem Abscheiden von der Erde die Erkenntnis blitzschnell überfällt.

Doch weil ihr nicht an die „Unsterblichkeit der Seele“ glaubet, glaubet ihr auch nicht an eine Vermittlung aus dem geistigen Reich, die euch Kenntnis geben würde, und das ist euer Nachteil, denn es würde euch Aufschluß gegeben von dem ständigen Aufstieg der Seelen, die in das jenseitige Reich eingehen, und ihr würdet diese Irrlehre ablehnen als satanisch und nur darauf hinzielend, euch von dem jenseitigen Aufstieg zurückzuhalten, der euch bald das rechte Leben eintragen würde, das ihr alle einmal erreichen sollet.
Amen
Titel: Seelenschlaf - Irrlehre
Beitrag von: Maria am Mai 26, 2018, 07:03:39 Vormittag
Seelenschlaf - Irrlehre

B.D. 6541  empfangen am  6.5.1956

Ein überaus irriger Gedanke ist es, die Seelen der Abgeschiedenen in ewigem Schlaf zu wähnen, bis der Tag des Gerichtes gekommen ist. Es beweiset dieser Gedanke eine völlige Unkenntnis des Entwicklungsprozesses der Seele, er beweiset ferner keine rechte Einstellung zu Mir, ansonsten der Mensch nicht so verkehrt denken könnte und es beweiset, daß der Glaube an ein Fortleben der Seele nach dem Tode nicht vorhanden ist, denn ein Todesschlaf Ewigkeiten hindurch, wie es die Menschen annehmen, kann nicht mehr mit „Fortleben“ bezeichnet werden. Dieser irrige Gedanke ist aber zudem von großem Nachteil für alle jene Seelen, die abgeschieden sind, weil ein Gebet für diese Seelen unterbleibt und darum eine Hilfeleistung ausscheidet, die alle Seelen so nötig brauchen können.

Aber es lassen sich die Menschen nicht belehren, die sich diese Anschauung zu eigen gemacht haben, die falsch unterrichtet wurden und doch an dem Irrtum festhalten wie an einem Evangelium. Auch hier ist das Wirken Meines Gegners offensichtlich, der gerade am Gebet für die Seelen die Menschen hindern will, weil ein solches Gebet ihnen zur Freiwerdung verhelfen könnte, was er zu unterbinden sucht. Doch ob auch die Wahrheit jenen Irrlehren entgegengesetzt wird, die Menschen gehen nicht den einzigen Weg, der ihnen Klarheit verschaffen könnte. Sie brauchten nur ernstlich Mich um Aufklärung anzugehen, wenn sie denen nicht glauben wollen, die ihren Irrtum berichtigen möchten, sie brauchten nur sich an Mich Selbst zu wenden. Doch diesen Weg gehen sie nicht, und darum sind sie unbelehrbar und gehen von ihrem Irrtum nicht ab.

Jene abgeschiedenen Seelen aber sind in großer Not, wenn ihrer nicht im Gebet gedacht wird, und auch die Menschen auf Erden können nicht vom geistigen Reich aus eines Besseren belehrt werden, weil sie an eine Verbindung der Lichtwelt mit den Menschen auf der Erde nicht glauben und darum sich auch diesen wissenden Kräften nicht gedanklich überlassen. Für sie gilt nur das Erdenleben als Mensch bis zum Tode, und ihre Vorstellung eines „ewigen Schlafes der Seele“ bis zum „jüngsten Gericht“ beweiset nur, daß ihnen jegliches Wissen mangelt um den Erlösungsprozeß des Geistigen, um Meine Wesenheit, die Liebe, Weisheit und Allmacht ist, und um das Erlösungswerk Jesu.

Ihr Wissen ist sehr beschränkt und entspricht nicht im geringsten der Wahrheit; und tritt ihnen die Wahrheit nahe, dann wehren sie ihr. Und dennoch suchen sie, ihre Anschauungen mit dem Wort Gottes, mit der Schrift, zu belegen, doch nicht ihr „erweckter Geist“ lässet sie jene Schriftstellen finden, sondern Mein Gegner, der sich selbst Mein Wort zunutze macht, wenn er Verwirrung stiften kann, was ihm aber wieder nur gelingt, wo der Verstand des Menschen tätig ist, wo nicht Ich Selbst um Erleuchtung durch den Geist angerufen werde, wenn der Mensch eine Klärung verlangt.

Der Buchstabe tötet, erst der Geist macht lebendig. Wer sich nicht zuvor Mir übergibt, daß Ich sein Denken recht leite, dem wird der Buchstabe wahrlich zum Tode verhelfen, weil sich des Buchstabens auch Mein Gegner bedienen kann, der ihn nun völlig anderen Sinnes auslegt und so den größten Irrtum den Menschen annehmbar scheinen lässet. Und es ist wahrlich eine bedenkliche Lehre, die Lehre vom Todesschlaf der Seele, eine Lehre, die auch im Jenseits hellste Empörung auslöset bei den Seelen, die Hilfe benötigen, die „leben“ und doch so schwach sind, daß sie dankbar wären für jede Kraftzuwendung, die ihnen ein Gebet in Liebe vermitteln könnte.

Und es sollen die Menschen jener Seelen oft im Gebet gedenken, deren Angehörigen auf Erden in diesem Irrglauben leben, auf daß sie zu Kraft gelangen, aufwärtssteigen und nun ihrerseits gedanklich einwirken können auf jene. Ein Liebeleben auf Erden wird den Seelen zwar bald auch helle Erkenntnis schenken, dennoch müssen sie sich erst von Irrlehren frei machen, bevor sie selbst ein Tätigkeitsfeld zugewiesen bekommen, weil jegliche Tätigkeit im geistigen Reich in der Verbreitung der reinen Wahrheit besteht.

Glücklich darum die Seele, die ein Liebeleben führte auf Erden, die sich darum leicht löset von verkehrten Anschauungen und falschem Geistesgut. Die anderen aber befinden sich in größter Not, denn jede Irrlehre wird sich schädigend für die Seele auswirken, die Lehre vom ewigen Todesschlaf aber ganz besonders, weil sie wirklich zu einer Verfinsterung führen kann, die dem Tode gleich ist, und auch gleichzeitig die Hilfsmöglichkeiten gering sind eben durch den Glauben, daß Gebete nichts nützen. Wer aber sich ernstlich an Mich Selbst wendet, der wird hell und klar erkennen, wie irrig diese Lehre ist.
Amen
Titel: Wiedersehen im Jenseits im Lichtreich
Beitrag von: Maria am Mai 26, 2018, 07:05:03 Vormittag
Wiedersehen im Jenseits im Lichtreich

B.D. 5365  empfangen am  15.4.1952

Es ist ein unvergleichlich seliger Moment, wenn die Seele von der Erde abscheidet und eintritt in das Lichtreich, in Sphären, wo es nichts Unschönes mehr gibt, wo die Seele von einer Welle beseligenden Lichtes umfangen wird, wo sich ihr überschöne Wesen nahen und ihr ein Maß von Liebe entgegenbringen, das sie fast überwältigt. Die Lichtstrahlungen sind ihrem Reifezustand angepaßt, also immer in dem Grade, daß sie wohl unvorstellbar beseligen, nicht aber die Seele verzehren, was ein Übermaß von Licht wohl könnte, für das die Seele noch nicht aufnahmefähig ist.

In unendlicher Weite sieht sie die wunderbarsten Schöpfungen, denn ihr geistiges Auge hat nun die Fähigkeit, geistige Schöpfungen erschauen zu können, die nicht mehr Materie sind und doch genauso wahrhaft vor ihr erstehen, also keine Selbsttäuschung sind. Und inmitten dieser Schönheit, die ihr Auge erblickt, findet sie ihre Lieben, die ihr vorangegangen sind in dem Reifegrad, daß das Lichtreich sie aufnehmen konnte. Für die Menschen ist die Seligkeit eines solchen Wiedersehens nicht auszudenken, doch im geistigen Reich ist die Seele fähig, tiefere Eindrücke aufzunehmen, ohne zu vergehen, und sie empfindet bewußt die Seligkeit, die Gott ihr bereitet, und singt Ihm im Herzen Lob und Dank, wie sie überhaupt, so das Lichtreich ihre Heimat geworden ist, in Liebe erglüht zum Vater, Der ihr alle diese Seligkeiten bereitet hat.

Das Zusammenwirken mit Seelen im gleichen Reifegrade erhöht ihre Kraft und ihren Tätigkeitswillen, und diesen wendet sie nun den Seelen zu, die noch weit unter ihr stehen, um ihnen zu verhelfen zur gleichen Seligkeit. Und sie nimmt sich in erbarmender Liebe derer an, die ihr nahestanden auf Erden und noch in unteren Sphären weilen, die auf der Erde durch Unglauben und Lieblosigkeit in ihrer geistigen Entwicklung zurückgeblieben sind und darum im Jenseits noch unselig in der Finsternis oder im Dämmerlicht weilen.

Sie erkennt wohl diese Seelen und kann sich ihnen auch nahen und ihnen ihre Hilfe anbieten, doch sie selbst wird von jenen Seelen nicht erkannt, und darum wird auch oft ihre Hilfe abgewiesen. Doch die Liebe und Geduld einer Lichtseele ist unentwegt bemüht um diese Seelen und erreicht es auch einmal, daß sie Einfluß gewinnt. Ihre Seligkeit, die sie in der ständigen Liebeausstrahlung Gottes empfängt, die unvergleichlichen Schöpfungen des Lichtreiches und das Zusammenwirken mit Wesen, mit denen sie in beglückender Liebe verbunden ist, gibt ihr ständig den Auftrieb zu erlösender Tätigkeit, sie findet selbst ihre Beglückung darin, zu geben, was sie selbst empfängt; sie findet stets Erfüllung ihres Sehnens nach Gott und kann nicht anders als gleichfalls beglücken wollen.

Die Herrlichkeit des Lichtreiches den Menschen auf der Erde zu beschreiben ist unmöglich, weil eben eine ausgereifte Seele nur die Lichtfülle ertragen und daher auch die Seligkeit verstehen kann und dafür der noch unvollkommene Mensch kein Verständnis hat. Doch eines soll und kann er glauben, daß es ein Wiedersehen gibt im jenseitigen Reich, daß der Tod kein Ende setzt dem eigentlichen Leben der Seele und daß diese Seelen einander erkennen, wenn ein bestimmter Reifegrad erreicht ist, den aber viele Seelen noch nicht besitzen. Und darum kann es auch für manche Seele lange dauern, bis sie das Glück der Vereinigung mit ihren Lieben erfährt; doch das Verlangen danach ist oft der Anlaß zum Streben nach der Höhe. Die Liebekraft der Seelen ist ständig tätig, um aus der Tiefe die Seelen zu erlösen und ihnen zu verhelfen zur Seligkeit, zum Eingehen in das Reich, wo strahlendes Licht sie umfängt, wo sie Gott schauen können und alle Not ein Ende hat.
Amen
Titel: Es gibt ein Wiedersehen im geistigen Reich
Beitrag von: Maria am Mai 27, 2018, 07:01:53 Vormittag
Wiedersehen im Jenseits

B.D. 6312  empfangen am  15.7.1955

Es gibt ein Wiedersehen im geistigen Reich, davon könnet ihr Menschen überzeugt sein. Doch ob euch ein Wiedersehen mit euren Lieben schon vergönnt ist gleich nach eurem Abscheiden von dieser Erde, das ist von dem Reifegrad abhängig, in dem sowohl eure Seelen als auch die Seelen eurer Lieben stehen, denn wo dieser noch nicht so hoch ist, daß ein geistiges Schauen möglich ist, muß er erst erreicht werden, was auch noch lange Zeiten dauern kann. Erst in einem bestimmten Reifegrad ist die Seele fähig, die Eindrücke in sich aufzunehmen. Sie muß also selbst im Licht stehen, um erkennen zu können, wer sich ihr naht, wenngleich eine Seele in niedrigem Reifegrad sich auch von Wesen umgeben weiß, die sie aber nicht erkennen kann, solange ihr das geistige Sehvermögen fehlt.

Die Seligkeit der Wesen besteht aber nun darin, sich mitteilen zu können denen, die ihnen nahestanden auf Erden. Und darum werden die Seelen, die schon im Licht stehen als Folge ihrer Reife, immer den Ihrigen sich nahen, und zwar, um sich entweder mit gleich-geistig-reifen Wesen auszutauschen oder um den noch schwachen Seelen zu helfen, auch zur Höhe zu gelangen. Es werden also die reiferen Seelen die Fähigkeit haben, die Seelen zu erkennen, doch nicht umgekehrt, weil die schwachen Seelen angeregt werden sollen, zu streben, doch nicht durch Beweise dazu gezwungen werden. Denn immer wäre es ein Beweis, wenn sich ihnen eine Lichtseele nähert, die sie erkennt als mit ihr auf Erden verbunden gewesen.

Und so ist also das Gnadengeschenk der Wiedersehensfreude auch wieder Anteil des reifen Geistigen, das unsagbar glücklich darüber ist und nun seinerseits alles tut, um den noch unreifen Seelen gleichfalls zu diesem Glück zu verhelfen. Diese bemühen sich in liebevollster Weise um jene und lassen nicht nach, sie anzuspornen, doch immer jenen noch unkenntlich, weil sie in gleicher Umhüllung, in gleichem Gewande, sich ihnen nahen. Das Verlangen nach ihnen nahe gestandenen Seelen zieht diese auch heran und kann noch ein ungeheurer Auftrieb sein, und ist der Moment des Erkennens gekommen, dann sind die Seelen unendlich dankbar und beglückt. Und dann erkennen sie erst die Fürsorge, die ihnen gegolten hat, und sie nehmen sich in gleicher Weise der noch im Dunkeln schmachtenden Seelen an, sie verhelfen auch ihnen wieder zur Höhe, denn eine jede Seele verlangt nach denen, die ihr einmal nahestanden auf Erden.

Es gibt ein Wiedersehen, doch die Zeit, da es möglich ist, bestimmet ihr selbst. Habt ihr nun diese sichere Erkenntnis auf Erden schon gewonnen, so werdet ihr auch alles tun, um den Grad wenigstens auf Erden zu erreichen, der euch das Eingehen in die Lichtsphären gestattet, und ihr werdet von denen empfangen werden, die ihr liebet und euch sofort erkennen können, oder aber unerkannt von ihnen in Verbindung treten können mit ihnen, um nun schon an diesen Seelen eure Erlösungsarbeit beginnen zu können.

Sorget nur dafür, daß ihr nicht völlig erkenntnislos hinübergehet, sorget dafür, daß ihr schon zu Gott in Jesus Christus gefunden habt, daß ihr als erlöst durch Ihn eingehen könnet in das geistige Reich. Dann wird dieser Eingang euch schon Seligkeiten schenken, die in den Freuden eines Wiedersehens bestehen. Lange aber werdet ihr mitunter warten müssen, wenn ihr selbst nicht die Reife erlanget auf Erden, denn alles kann nur im Rahmen der Gesetzmäßigkeit vor sich gehen, und die Freiheit eures Willens muß geachtet werden auch im geistigen Reich, auf daß ihr einmal selig werdet.
Amen
Titel: Wiedersehen im Jenseits im Reifezustand
Beitrag von: Maria am Mai 27, 2018, 07:03:29 Vormittag
Wiedersehen im Jenseits im Reifezustand

B.D. 4781  empfangen am  14.11.1949

Im geistigen Reich erkennen die Seelen einander, die im gleichen Reifegrad stehen und in einem bestimmten Reifegrad licht empfänglich sind, die also die Fähigkeit haben, geistig schauen zu können, während die Seelen in der Finsternis einander nicht erkennen, wenngleich sie auf Erden verbunden waren. Sie können dann wohl Wesen wahrnehmen und auch mit ihnen in Verkehr treten, doch von einem Erkennen kann keine Rede sein, denn leibliche Kennzeichen besitzen sie nicht mehr und Geistiges zu sehen, erfordert einen bestimmten Reifegrad.

Es kann aber eine Lichtseele eine ihr von der Erde bekannte Seele wiederfinden und sich ihr auch nahen, ohne jedoch von dieser erkannt zu werden, weshalb die Lichtseelen auch helfend beistehen können, jedoch in einer Verhüllung, damit die Lichtstrahlung, die von ihnen ausgeht, keinen zwingenden Einfluß ausübt auf die unvollkommenen Wesen. Und es finden darum solche von der Erde unreif abgeschiedenen Seelen im geistigen Reich hilfswillige Seelen, die sich ihnen nahen, weil Liebe sie mit jenen verband, als sie noch auf Erden weilten.

Dennoch muß die Seele sich aus eigenem Willen ihren Belehrungen und Ratschlägen öffnen. Sie kann auf den rechten Weg gewiesen werden, muß ihn aber nun selbst gehen. Stehen dagegen Seelen in einem Reifegrade, daß sie beide lichtempfänglich sind, wenn auch in verschiedener Stärke, so besitzen sie auch die Fähigkeit, geistig zu schauen und erkennen sich zur unbeschreiblichen Freude. Und sie finden sich nun zu gemeinsamem Wirken zusammen, sich ergänzend und belehrend und stets in Liebe sich äußernd, was die Seele ungemein beglückt.

Ein Wiedersehen im geistigen Reich ist also feststehend, nur kann es auch geraume Zeiten dauern, bis eine Seele in die Lichtsphären eingeht und dann erst ihre Lieben wiedersieht, erkennend, daß diese ihr schon oft nahe waren als Berater und Führer auf dem Wege nach oben. Die Seligkeit des Wiederfindens ist unbeschreiblich und wiegt viel Leid auf, das die Seelen im Jenseits zuvor ertragen müssen, bis sie zum Licht gelangen. Doch wo eine Lichtseele hilft durch ihre Liebe, dort wird auch das Ziel sicher erreicht, denn die Liebe ist die stärkste Kraft, die dem noch Unerlösten hilft, die auch ihm den Eingang sichert in das geistige Reich, in das Reich des Lichtes und der Seligkeit.
Amen
Titel: Vom Reiche Gottes im Menschen
Beitrag von: Maria am Mai 27, 2018, 07:07:01 Vormittag
Vom Reiche Gottes im Menschen

Geistige Sonne, Band 1 Kapitel 5

[GS.01_005,01] Wenn ihr je auf einem hohen Berge eine Zeitlang verweilen würdet, und das an einem vollkommen schönen und reinen Tage, was würdet ihr da wohl bemerken? Mancher aus euch würde wohl eine Zeitlang ganz entzückt sein, denn das großartige romantische Naturgemälde würde durch seine vielfach abwechselnden Formen einen hinreichenden Stoff zur erheiternden Betrachtung bieten. Ein anderer würde aber dabei ganz anders denken und würde aus diesen seinen Gedanken sagen: Was, ist denn das so etwas Außerordentliches? Man sieht weit und breit, was denn? Nichts als einen Berg um den anderen; mancher ist höher, mancher wieder niederer; hier und da sind die höchsten Spitzen überschneit, auf einigen anderen Punkten ragen wieder einige plumpe Felsspitzen empor, und diejenigen Berge, die am weitesten davon entfernt sind, nehmen sich darum auch am passabelsten aus, während die näheren nichts als Spuren über Spuren der stetigen Zerstörung aufzuweisen haben. Das ist das immerwährende Einerlei dieser berühmten Gebirgsaussicht. Ein Dritter befindet sich auch in der Gesellschaft auf der hohen Bergesspitze. Dieser, wie ihr zu sagen pfleget, ein Hasenfuß, bereut schon nahe weinend, daß er sich solch eine Mühe genommen hat, die Gebirgshöhe zu besteigen. Fürs erste, sagt er, sieht er hier nichts anderes als auf einem gesunden ebenen Boden in der Niederung, fürs zweite friere es ihn noch obendrauf für solche Strapaze, und fürs dritte möchte er vor Hunger in die Steine beißen, und wenn er gar noch bedenkt, daß er den schauerlichen Rückweg wird machen müssen, so fangen ihm alle Sinne zu schwinden an.

[GS.01_005,02] Hier hätten wir also drei Gebirgsbesteiger. Warum findet der erste für sein Gemüt so viel Erhebendes, der zweite nichts als abstrakte plumpe Formen, und der dritte ärgert sich sogar, für solchen Spottpreis sich eine solche Mühe gemacht zu haben? Der Grund liegt einem jeden sehr nahe, weil er in ihm selbst liegt. Wie denn also? Der erste ist mehr lebendigen und geweckten Geistes; nicht die Formen und der Berge hohe Zinnen sind es, die ihn selig stimmen, sondern diese Stimmung ist ein Rapport des höheren Lebens in entsprechender Form über solchen hohen Bergen. Denn wir haben schon bei anderen Gelegenheiten zur Genüge vernommen, welch ein Leben sich auf den Bergen kündet. Und eben von diesem Leben hängt ja das Wonnegefühl desjenigen Besuchers der Höhen ab, welcher selbst mit geweckterem und lebendigerem Geiste dieselben betritt. Der Geist des anderen ist noch in tiefem Schlafe, darum gewahrt er auch nichts anderes, als was seine fleischlichen Augen sehen und sonach sein irdisch trockener Verstand bemißt. Wenn ihr ihn zahlet und gebet ihm dann seinen Kenntnissen als Geometer angemessen mathematische Meßwerkzeuge in die Hand, so wird er euch auf alle Gebirgsspitzen hinaufklettern und ihre Höhen recht wohlgemut bemessen. Ohne diesen Hebel aber dürfte es euch kaum gelingen, ihn wieder auf eine Gebirgsspitze hinaufzubringen. Was den Geist des dritten betrifft, so läßt sich davon nahe gar nichts reden, denn bei ihm lebt nur der Tiermensch, der alle seine Seligkeit im Bauche findet. Wollet ihr ihn wieder einmal auf eine Gebirgshöhe bringen, müßt ihr fürs erste dafür sorgen, daß er ohne alle Beschwerde hinaufkommt, und fürs zweite, daß er in der Höhe etwas Gutes zu essen und zu trinken bekommt. So wird er auch noch einmal eine Gebirgshöhe besteigen, wenn schon nicht mit eigenen, so doch mit den Füßen eines wohlabgerichteten Saumtieres. Da wird er sagen: Bei solchen Gelegenheiten bin ich schon dabei, denn die Gebirgsluft ist vermöge ihrer Reinheit der Verdauung ja viel günstiger als die dumpfe Luft der Täler.

[GS.01_005,03] Sehet, aus diesem Beispiel können wir die große und wichtige Lehre ziehen, welche genau auf unsere einfache geistige Sonne paßt. Und diese Lehre stimmt auf ein Haar genau mit dem Text des Evangeliums überein, welcher also lautet: wer da hat, dem wird es gegeben, daß er in der Fülle besitze, wer aber nicht hat, der wird noch das verlieren, was er hat.
(Matth.13,5.) In diesem Schrifttext steckt noch ein anderer, der mit dem obigen Beispiele noch mehr übereinstimmt, und dieser Text lautet also: Das Reich Gottes kommt nicht mit äußerem Schaugepränge; denn siehe, es ist in euch! (Luk.17,21.) Merket ihr jetzt, was es mit der einstweiligen Einfachheit der geistigen Sonne für eine Bewandtnis hat? Ihr saget: Wir merken zwar etwas, aber noch nicht völlig klar, was damit gesagt und angezeigt sein soll. Ich aber sage euch: Nur eine kleine Geduld, und die Sache wird sogleich mit wenig Worten so klar wie die Sonne am hellen Mittage leuchtend auftreten. Warum sahet ihr die geistige Sonne also einfach? Weil ihr nur die eigentliche Außenseite gesehen habet. Ich aber sage euch: Es gibt auf derselben eine unendlich großartige und wunderbare Mannigfaltigkeit, von der ihr euch bis jetzt durchaus noch keinen Begriff machen könnet. Diese Mannigfaltigkeit liegt aber nicht auf der geistigen Sonne, sondern sie liegt im Inwendigen der Geister. Wenn ihr somit dieselben erblicken wollet, da müsset ihr mit reingeistigen Augen in die Sphäre eines oder des andern seligen Geistes blicken, und ihr werdet die sonst einförmige geistige Sonnenwelt alsbald in zahllose Wunder übergehen sehen. Denn solches müßt ihr wissen, daß wohl jedem Geiste eine und dieselbe Unterlage gegeben wird, welche da ist pur Meine Gnade und Erbarmung, und diese spricht sich gleichmäßig in der von euch geschauten geistigen Sonne aus. Was aber dann die Ausstaffierung dieser gegebenen Unterlage betrifft oder die eigentliche bewohnbare Welt für den Geist, so hängt diese lediglich von dem Inwendigen eines Geistes ab, welches da ist die Liebe zu Mir und die aus dieser Liebe hervorgehende Weisheit. Damit ihr solches noch klarer ersehen möget, will Ich euch noch ein recht anschauliches Beispiel hinzufügen. Einer oder der andere aus euch befände sich auf irgendeinem weiten ebenen Felde; auf diesem Felde trifft er nichts als in der Mitte einen Baum, unter dessen Schatten ein üppiges Gras wächst. Auf dieses Gras legt sich der Wanderer nieder, schläft ruhig ein und stärkt sich dadurch. Aber in diesem süßen und stärkenden Ruhezustande hat sich ein wunderbarer Traum seiner bemächtigt. In diesem Traume ist der einsame und einfache Wanderer in den herrlichsten Palästen mit lauter Fürsten beschäftigt, verkehrt mit ihnen und genießt dadurch eine überaus große Seligkeit. Ich frage euch nun: Wie kommt denn dieser Mensch auf diesem öden leeren Felde zu solch einer innern Gesellschaft?

[GS.01_005,04] Sehet, alles dieses ist ein Angehör seines Geistes und ist im Geiste selbst vorhanden. Es ist eine Schöpfung durch die Kraft der Liebe seines Geistes und ist geordnet nach der Weisheit, die hervorgeht aus solcher Liebe. Wenn ihr nun dieses Beispiel ein wenig durchdenket, so wird es euch sicher klar, wie dereinst im Geiste ein jeder nach seiner Liebe und der daraus hervorgehenden Weisheit der Schöpfer seiner eigenen für ihn bewohnbaren Welt sein wird und diese Welt ist das eigentliche Reich Gottes im Menschen. –

[GS.01_005,05] Wer daher die Liebe Gottes in sich hat, dem wird auch die Weisheit in demselben Grade zukommen, in welchem er die Liebe hat. Und also wird es dem gegeben, der da hat, nämlich die Liebe. Wer aber diese nicht hat, sondern allein seinen trockenen Weltverstand, den er als die Weisheit ansieht, dem wird alsdann auch dieser benommen werden, und das zwar auf die allernatürlichste Weise von der Welt, wenn ihm das Weltliche oder sein Leibesleben genommen wird.

[GS.01_005,06] Sehet, also verhalten sich die Sachen. Der eine Gebirgsbesteiger geht mit Liebe auf die Berge, und die Liebe ist auf den Höhen die Schöpferin seiner Seligkeit. Wer aber mit seinem Verstande nur auf die Berge geht, der wird sicher keine beseligende Zahlung finden, sondern er wird durch seine Mühe noch in seinem Verstande gewaltig beeinträchtigt werden, indem ihm dieser da oben spottwenig oder gar nichts abwerfen wird. Und der dritte, der gar nichts hat, der wird in der Höhe von allem ledig werden, denn der Tote kann am Leben doch kein Vergnügen finden, indem er stumm für dasselbe ist. Also ist auch ein Stein schwer auf eine Höhe zu bringen; aber wenn er in der Höhe losgemacht wird, stürzt er mit desto größerer Heftigkeit in die Tiefe des Todes hinab. Wenn ihr alles dieses nun genau zusammenhaltet, so wird euch die geistige Sonne sicher nicht mehr so einfach vorkommen wie ehedem. Was alles aber auf derselben sich noch kündet, werden wir durch die nächsten Fortsetzungen klärlichst erfahren. Daher gut für heute.
Titel: Gedenket oft der Todesstunde
Beitrag von: Maria am Mai 27, 2018, 07:08:13 Vormittag
Gedenket oft der Todesstunde

B.D. 7458  empfangen am  18.11.1959

Euch allen sei es gesagt, daß mit jedem Tag sich die Zeitspanne verringert, die euch noch bleibt bis zum Ende, daß die Gnadenzeit bald vorüber ist, wo ihr schaffen und wirken könnet nach eurem Willen. Und all euer Schaffen und Wirken sollte nur noch dem Heil eurer Seelen gelten, nur ihrer solltet ihr gedenken und alles Weltliche zurückstellen, denn in der Sorge um euer Seelenheil würde euch schon alles Nötige hinzugegeben werden, so daß ihr dennoch erhalten würdet ohne euer Zutun. Aber das Heil der Seele ist in großer Gefahr, so wie ihr jetzt euer Erdenleben führet, nur des Weltlichen achtend und nicht gedenkend, daß eure Lebenszeit bald vorüber ist.

Ihr lebt in einer verkehrten Einstellung dahin, ihr gedenket nur eures Körpers, und ob ihr euch auch der Welt gegenüber als „Christen“ hinstellen wollet, ihr lebet nicht mit Christus, Der euer ewiges Heil ist und bleiben will, aber nur mit euch verbunden sein kann, wenn ihr in der Liebe lebt, Ihr liebet noch zu sehr euch selbst, denn alles, was euch gedanklich bewegt, gilt der Verbesserung eurer Lebensbedürfnisse; ihr suchet nur dem Körper zuzuwenden, was ihm zum Behagen gereicht. Aber gedenket ihr eurer Seele und dessen, was sie bedarf zur Seligwerdung? Und ihr wißt es doch, daß eures Bleibens auf dieser Erde nicht ewig ist, daß euch schon der nächste Tag den Abruf bringen kann und daß dann allein der Seele Zustand maßgebend ist für das Los, das sie im jenseitigen Reich erwartet. Dann sind alle Dinge hinfällig, die der Körper besessen hat und die der Mensch zurücklassen muß in dieser Welt. Dann waren alle Bemühungen umsonst, die nur dem Körper und seinem Wohlbehagen gegolten haben, die Seele aber steht arm und dürftig am Tor zur Ewigkeit.

Wolltet ihr Menschen euch doch nur den unglücklichen Zustand der Seele vor Augen halten, wolltet ihr ernsthaft oft der Todesstunde gedenken, und wolltet ihr es doch glauben, daß die Zeit bald beendet ist, die euch noch als kurze Gnadenfrist bewilligt ist, damit ihr euch wandelt. Ein jeder Tag kann eurer Seele Reichtum bringen, wenn ihr ihn richtig auslebt, wenn ihr Liebewerke verrichtet, Liebe und Güte ausstrahlet auf eure Mitmenschen und helfet, wo eure Hilfe benötigt wird; wenn ihr euch im Gebet verbindet mit eurem Vater von Ewigkeit, wenn ihr das rechte Verhältnis herstellet zu Ihm wie das eines Kindes zum Vater.

Es braucht für euch kein Opfer zu sein, ihr könnt wahrlich ein Gott-gefälliges Leben führen, doch ihr müsset Seiner öfter gedenken, ihr dürfet eure Gedanken nicht ausschließlich der Welt und ihren Anforderungen zuwenden, ihr müsset immer wissen, daß alles vergänglich ist, was die Welt euch bieten kann, daß aber unvergänglich ist, was von Gott kommt. Und um von Gott etwas zu erhalten, was ihr als geistigen Reichtum buchen könnet, müsset ihr euch Ihm verbinden und verbunden bleiben durch Gebet und Liebewirken. Es wird nicht viel verlangt von euch, aber ohne diese innige Bindung werdet ihr immer arm bleiben, und eure Seele wird bei ihrem Ableben sehr dürftig und armselig beschaffen sein. Und doch kann ihr nichts geschenkt werden, was sie sich nicht selbst erwirbt. Darum könnt ihr Menschen immer nur gewarnt und ermahnt werden, nicht leichtfertig durch das Leben zu gehen, sondern immer der Stunde eures Todes gedenken, wo ihr dann Rechenschaft ablegen müsset, wie ihr euer Erdenleben genützt habt zum Wohl eurer Seelen.

Besinnet euch, gehet in euch und strebt das Ausreifen eurer Seele an, und es wird euch stets dabei geholfen werden, wenn ihr nur Gott gegenüber den guten Willen bezeuget, Ihm näherzukommen, um einmal ganz bei Ihm verbleiben zu dürfen, sowie eure Seele dessen würdig geworden ist.
Amen
Titel: Helfende Hand Jesu Christi - Erlösung aus Tiefe
Beitrag von: Maria am Mai 28, 2018, 10:15:14 Vormittag
Helfende Hand Jesu Christi - Erlösung aus Tiefe

B.D. 5277  empfangen am  20.12.1951

Auf Erden wie im Jenseits streckt sich den Seelen, die in der Tiefe weilen, die rettende Hand des Heilands entgegen, um aus der Tiefe emporzuverhelfen denen, die Seine Hand ergreifen. Die Liebe und Barmherzigkeit Gottes ist unentwegt tätig, erlösende Hilfe zu bringen; die Seelen aber müssen selbst wollen, daß ihnen geholfen werde, ansonsten jede Gnadenzuwendung Gottes wirkungslos bleibt. Diesen Willen kann aber nur ein Notzustand bewegen zur Anforderung der Hilfe.

Im jenseitigen Reich ist jede unvollkommene Seele in Leid und Qual, während auf Erden die Seele sich zu betäuben sucht mit irdischen Freuden und darum viel schwerer sich entschließt, Gott um Hilfe anzurufen. Doch die geistige Not ist gleich groß und wirkt sich dann im Jenseits fühlbar aus. Auf Erden könnte die Seele wohl leicht zur Höhe gelangen, weil der Mensch seine Lebenskraft nützen kann zu Gott-gefälligen Handlungen, während die Seele im Jenseits kraftlos ist und auf die Hilfe der Lichtwesen oder der Menschen angewiesen ist. Auf Erden fehlt aber weit mehr der Wille zu gutem Handeln, der bei den Seelen im Jenseits nur so lange schwach ist, wie der Seele die Kraft mangelt, aber ständig zunimmt, so ihr nur einmal Kraft vermittelt wurde.

Die Qualen im Jenseits können eine Willenswandlung bewirken, und dann ist auch der Aufstieg zur Höhe gesichert. Ohne Willenswandlung ist aber auch auf Erden kein geistiger Aufstieg möglich, und da die Welt ständig betäubend auf den Menschen einwirkt, muß auch er zuweilen in einen Notzustand versetzt werden, der eine Willenswandlung bewirken soll. Dann aber ist die helfende Hand Jesu Christi, die göttliche Liebe, stets bereit, aus der Tiefe emporzuheben, und es gibt für alle Seelen die Hoffnung auf Erlösung, doch den Zeitpunkt bestimmt sie selbst durch ihren Willen, der unbedingt nach oben gerichtet sein muß. Einmal wird auch der stärkste Gegenwille gebrochen, doch nicht im Zwang, sondern die göttliche Liebe bewirket solches, die immer wieder an das Wesen herantritt, bis sie erkannt und erwidert wird, bis der Wille in dem Wesen mächtig wird, sich Gott zu eigen zu geben.
Amen
Titel: Traget den Seelen im Jenseits das Evangelium vor
Beitrag von: Maria am Mai 28, 2018, 10:17:00 Vormittag
Zutragen des Evangeliums den jenseitigen Seelen - Liebe

B.D. 5901  empfangen am  12.u.13.3.1954

Traget den Seelen im Jenseits das Evangelium vor, erinnert sie an Meine Gebote der Liebe, die erfüllt werden müssen auch im jenseitigen Reich, will die Seele zur Höhe steigen. Gebet ihnen Kenntnis von Meinem Willen, der immer nur ihr Zuwenden zu Mir fordert und der beachtet werden muß, um nun von Meiner Liebe ergriffen zu werden. Es gilt für die Erde und auch für das jenseitige Reich das gleiche, die Umgestaltung des Willens des Wesens, der anfänglich gegen Mich gerichtet und daher gewandelt werden muß, was immer nur durch die Liebe geschehen kann, denn ein uneigennütziges Werk der Liebe ist schon der erste Schritt zu Mir und trägt dem Wesen Kraft ein.

Die Seelen, die kraftlos sind im Jenseits, sind arm an Liebe und das müsset ihr ihnen erklären, daß sie nur dann Hilfe erwarten können, wenn sie bereit sind, Liebe auszuteilen denen, die gleich ihnen arm sind und unselig. Ohne Liebe ist ihr Denken falsch, und es können sich ihnen, wie auch auf Erden, Wesen nahen, die sie falsch belehren, ohne daß sie den Irrtum erkennen. Erst eine hilfsbereite Seele erkennt die Wahrheit, und daher müsset ihr den Seelen zuerst Meine Gebote der Liebe vorstellen und sie aufmerksam machen, daß sie nur gegeben wurden, damit die Menschen die Verbindung mit Mir herstellen durch das Erfüllen der Liebegebote, weil ein Liebewirken ihnen Kraft einträgt, die ihnen stets weiterhilft nach oben.

Ihr könnet die Seelen belehren noch und noch, sie werden euch nicht glauben oder euch nicht verstehen, wenn sie nicht liebewillig sind, und wollet ihr ihnen nun helfen, so muß eure größte und erste Sorge sein, sie anzuregen zu liebevollen Hilfeleistungen an den anderen Seelen, die in Not sind und sich an sie wenden. Erst diese Liebewilligkeit öffnet ihre geistigen Augen und Ohren, und dann können sie alles verstehen, was ihr ihnen unterbreitet. Mein Evangelium ist nur die Liebelehre, weil alles weitere von selbst kommt, so diese Meine Liebelehre befolgt wird. Es kann der Seele im Jenseits nicht allein das Wissen zugetragen werden, denn sie versteht es so lange nicht, wie sie nicht bereit ist zum Liebewirken, was im jenseitigen Reich ebenso ausgeführt werden muß und ausgeführt werden kann wie auf Erden, doch immer die Bereitwilligkeit erfordert, ansonsten die Seele ohne Kraft ist.

Solange eine Seele nur sich selbst und ihr trauriges Los zu ihrem gedanklichen Inhalt werden lässet, ist keine Möglichkeit einer Hilfeleistung oder Kraftzufuhr gegeben. Sie muß erst ihre Augen wenden auf ihre Umgebung, oder, so sie allein ist in öder Gegend, müssen ihre Gedanken auf die Erdenmenschen gerichtet sein, denen sie helfen konnte und es unterlassen hat. (13.3.1954) Sie muß darüber Reue empfinden und ihr Unrecht gutmachen wollen, und dann werden sich ihr auch Wesen zugesellen, die in arger Not sind, und sowie sie nun willig ist, ihnen zu helfen, geht ihr auch unverzüglich Kraft zu, ihr Vorhaben auszuführen. Es muß erst die Liebe in ihr entzündet werden, was oft sehr lange Zeit dauern kann, aber durch liebevolle Unterstützung von seiten eines Menschen möglich ist, wenn dieser der Seele darüber Aufklärung gibt, was ihr mangelt, und wenn er sie zu belehren sucht, immer durch liebenden Hilfswillen dazu angetrieben.

Die Liebe erreicht alles, die Liebe überwindet alles, die Liebe ist selbst die Kraft, die einer Seele zur Erlösung verhilft. Solange die Seele nur an sich selbst denkt, wird sie schwerlich aus ihrer mißlichen Lage befreit werden, sie kann aber weich und liebewillig werden, wenn sie von kleinen Lichtstrahlen berührt wird, weil solche immer nur Liebefunken sind, die ihr Herz treffen sollen, um zu zünden. Jede Seele, welche die Finsternis als Qual empfindet, wird von solchen Lichtstrahlen wohltätig berührt, und bei ihr ist auch Hoffnung, daß sie dem Licht nachgeht, daß sie also auch bereit ist, andere Seelen dem Licht zuzuführen.

Und diesen Seelen soll nur immer die Liebe gepredigt werden, die in Jesus Christus und Seinem Erlösungswerk ihre Krönung fand. Ein anderes Wissen benötigen solche Seelen vorerst nicht, doch sie müssen um den Grund ihrer Notlage wissen und auch, wie sie solche beheben können. Und erst wenn sie diese Erkenntnis haben, ist ihr Aufstieg gesichert, erst wenn sie selbst liebetätig sein wollen, empfangen sie Kraft und können nun in Liebe wirken, um nun stets mehr Kraft entgegenzunehmen und in immer helleres Licht einzugehen.

Das Licht beglückt die Seelen ungemein, und in ihrem Glück wird auch ihr Liebewille stets größer, und es kann nun eine einzige Seele im Jenseits Erlöserarbeit leisten in umfangreichstem Maß. Denn sowie sie selbst erkannt hat, vermittelt sie auch den anderen Seelen ihre Erkenntnis und sucht sie zu gleichem Streben in Liebe zu veranlassen. Denn wie auf Erden, so gilt auch im geistigen Reich nur das Gebot: Liebe Gott über alles und deinen Nächsten wie dich selbst.
Amen
Titel: „Wer sein Leben lieb hat, der wird es verlieren.“
Beitrag von: Maria am Mai 28, 2018, 10:18:25 Vormittag
„Wer sein Leben lieb hat, der wird es verlieren.“

B.D. 5024  empfangen am  20.12.1950

Der Wille zu leben bedeutet einen sicheren Sieg über den Tod. Irdisch zwar könnet ihr dem leiblichen Tode nicht gebieten, doch auch dann noch kann der Leibestod der Übergang zum Leben sein, wenn dazu der Wille im Menschen mächtig wurde, daß er das ewige Leben erwirbt. Dieser Lebenswille wird von Mir aus gutgeheißen, wenngleich Ich die Worte sprach: Wer sein Leben lieb hat, wird es verlieren, und wer es hingibt, der wird es gewinnen. Wer nur an sein Leibesleben denkt, wie er es erhalten kann, der wird gar bald erfahren, daß er selbst völlig machtlos ist und von der Erde genommen wird, ohne sich dagegen wehren zu können. Dieser Lebenswille also ist nicht gemeint, um über den Tod Sieger zu sein.

Das rechte Leben der Seele muß begehrt werden, und für dieses Leben muß sich der Wille des Menschen einsetzen mit aller Kraft, dann gibt es für ihn keinen Tod mehr in Ewigkeit, dann wird er leben in Licht und Kraft und ununterbrochen tätig sein können zur eigenen Beglückung. Dann hat er wahrhaft den Tod überwunden, und der Austritt der Seele aus ihrem Körper ist ein Erwachen zu neuem Leben, unbeschwert durch die körperliche Hülle, frei von jeglicher Materie und doch in ungeahnter Kraftfülle. Dieses Leben sollen die Menschen auf Erden liebgewinnen und nur danach streben, es dereinst zu besitzen, dann sehnen sie den Tod herbei, dann wollen sie das Erdenleben hingeben um des rechten Lebens in der Ewigkeit willen.

Die Menschen aber hängen noch viel mehr an ihrem Leibesleben, sie fürchten es zu verlieren, sie haben das Erdenleben lieb, und darum verlieren sie es, und ihr Los ist der Tod. Und wieder ist nicht gemeint der Leibestod, sondern der Tod des Geistes, in den die Seele unweigerlich versinkt, die das Leben auf der Erde lieb hat. Und dieser Tod ist schlimmer, als es sich der Mensch vorstellen kann, denn er hat sich selbst verloren, er ist des irdischen Lebens verlustig gegangen, und seine Seele ist ohne Licht und Kraft, völlig machtlos und in tiefster Finsternis. Der geistige Tod ist ihr eine unbeschreibliche Qual, weil sie sich ihrer selbst bewußt ist, also nicht ausgelöscht ist mit dem Moment des Todes, sondern weiter vegetiert in qualvollem Zustand.

Das Verlangen nach Tätigkeit, die beglückend ist, wird immer nur der Lebende erfüllen können, weil dazu Kraft gehört, die nur einem lebenden Wesen innewohnt, während ein Wesen ohne Kraft tot ist. Was aber auf Erden vermittelst der dem Menschen zuströmenden Lebenskraft gewirkt wird, kann in rein weltlicher Tätigkeit bestehen, die irdisch materielle Güter wohl vermehrt, aber für das geistige Reich ohne Wert sind, oder auch in einer geistigen Tätigkeit, die unvergängliche Schätze zeitigt und also auch ein Leben in der Ewigkeit garantiert. Und darum soll der Wille des Menschen ernsthaft auf das ewige Leben gerichtet sein, auf daß er dann die Lebenskraft nützet zur Gewinnung geistiger Kraft, dann wird er Sieger werden über den Tod, denn dann ist ihm ein ewiges Leben gewiß, und er wird den Tod nicht schmecken in Ewigkeit.
Amen
Titel: Wer sparsam sät, wird mager ernten
Beitrag von: Maria am Mai 28, 2018, 10:21:44 Vormittag
Wer sparsam sät, wird mager ernten

Geistige Sonne Band 1, Kapitel 23

[GS.01_023,01] Da wir uns hier gehörig von unserer Reise ausgeruht und bei dieser Gelegenheit haben so manchen weitgedehnten Rückblick dahin senden können, von wannen wir hergekommen sind, so wird uns die Weiterreise ja eben keine so großen Beschwerden mehr machen. – Sehet, da zieht sich gleich ein ziemlich breites Tal, mit einer kleinen Meereseinbuchtung versehen, landeinwärts. Gehen wir unseren Weg zur rechten Seite der Bucht vorwärts. Hier möget ihr schon wieder freier wandeln, denn nun haben wir festen Boden. – Da sehet einmal in die Tiefe des Tales hinein nach vorwärts, wo es sich ganz zusammenengt. Dorthin müssen wir sobald gelangen und unsere erste kleine Station machen. Also nur munter darauf losgeschritten, und wir werden bald an Ort und Stelle sein. – Sehet, wie das Tal immer enger und enger wird und von allen Seiten her die furchterregendsten Hochgebirgsfelsen also herabhängen, als wollten sie jeden Augenblick herabstürzen. Allein, lasset euch alles dessen nicht bange werden; es wird niemandem dabei auch nur ein Haar gekrümmt.

[GS.01_023,02] Nun sehet, da sind wir schon bei unserer engen Kluft; wie gefällt es euch hier? Ihr saget: Eben gerade nicht am besten. Das tut aber nichts zur Sache, wenn wir erst einen schärferen Blick in diese Gegend tun werden, so wird sie euch schon ein wenig besser zu munden anfangen, als es soeben der Fall ist. Sehet, da neben der Kluft geht zur linken Hand ebenfalls ein enger Graben, sich gegen Mittag hinziehend, hinein. Was erblickt ihr da? Ihr sagt, wie ihr sehet: Wir sehen abhängende Gebirgstriften, hier und da sparsame Äcker über denselben; hier und da, mehr in der Niederung, ist ein kleines Häuschen wie gegen den Berg hinzugedrückt erbaut. Hier und da wieder sehen wir große und überaus hoch herabstürzende Wasserquellen; Bäume und Gesträuche gibt es auch hier und da. Dieses Tal hat also das Aussehen einer höchst eingeengten Gebirgsgegend in der Schweiz auf dem Erdkörper.

[GS.01_023,03] Sehet ihr keine Menschen? – Ihr saget: Bis jetzt hat sich noch nichts Ähnliches unseren Blicken dargestellt; aber, wie es uns vorkommt, da nicht ferne bei der ersten Bauernhütte erblicken wir soeben einige ganz armselige Landleute der Hütte entsteigen. Sie sind ebenso mit graulodenem Kleide angetan wie auf der Erde. Auch dort, weiter vorne, erblicken wir ganz ähnliche Landleute, die auf dem Acker damit beschäftigt zu sein scheinen, einiges Unkraut aus dem besseren Getreide zu jäten und, wenn wir uns nicht täuschen, so erblicken wir dort auf einer mehr im Hintergrunde befindlichen Gebirgstrift eine etwas mager aussehende Kuhherde. Das, lieber Freund und Bruder, wie du dich selbst überzeugen kannst, ist aber auch alles, was wir von lebenden Wesen hier erschauen. – Geht dieses Tal noch tiefer hinein oder hat es mit der letzten Ansicht schon ein Ende?

[GS.01_023,04] Liebe Freunde und Brüder, dieses Tal geht noch gar tief hinein, wird nach und nach stets breiter und freundlicher, jedoch nicht zu vergleichen mit denjenigen Gegenden, die wir vor der ersten Säule erschaut haben. Ihr fraget: Was bedeutet denn dieses Tal? Ich sage euch: dieses Tal und noch gar viele seinesgleichen ist nichts als eine vollgültige Enthüllung desjenigen Textes in der Schrift, der also lautet: „Wer sparsam säet, der wird auch sparsam ernten.“ – Ihr fraget mich abermals: Wer waren denn diese Leute auf der Erde? Ich sage euch: Das waren auf der Erde sehr angesehene und wohlhabende Menschen und taten der armen dürftigen Menschheit manches Gute. Die größten Wohltäter aber waren sie dennoch ihrer selbst.

[GS.01_023,05] So war der Besitzer der ersten Hütte, die ihr da im Vordergrunde erschauet, ein überaus reicher Mann. Dieser Mann hat bei jeder Gelegenheit den Armen mitunter ganz ansehnliche Stipendien gegeben. Aber alle diese Stipendien zusammengenommen machten nicht den zehntausendsten Teil seines Vermögens aus. Nun sehet, dieser Mann hatte wohl Nächstenliebe; wäget aber die Nächstenliebe ab mit seiner stark vorherrschenden Eigenliebe, so werdet ihr sobald den Grund einsehen, warum er nun hier ein gar so dürftiger Landmann ist. Ihr saget: Beiläufig sehen wir ihn wohl ein; aber so ganz gründlich noch nicht. – Gut, ich will euch den Grund sogleich ganz klar darstellen. Solches müßt ihr aber zuvor wissen, daß man hier im Reiche des Geistes sich auch ganz außerordentlich wohl auf die Kapital- und Zinsenrechnung versteht, und zwar mit einer solchen Genauigkeit, daß sogar auf die Atome der kleinsten Zinsmünze Rücksicht genommen wird.

[GS.01_023,06] Und so denn merket wohl auf: Dieser hier dürftige ,Landmann‘ besaß auf der Erde ein Vermögen in runder Zahl von zwei Millionen Silbergulden. Nach eurem gesetzlichen Zinsfuße warf ihm dieses ansehnliche Kapital jährlich einmalhunderttausend Silbergulden an Zinsen ab. Die Früchte dieses Kapitals hatte dieser Mann auf der Erde volle dreißig Jahre hindurch genossen. Dadurch hat er sich sein ursprüngliches Vermögen noch um drei Millionen Silbergulden vergrößert. Sein Hauswesen bestritt er mit den Zinseszinsen. Von diesen Zinseszinsen, welche ebenfalls sehr ansehnlich waren, machte er auch allerlei wohltätige Spenden, welche am Ende seines Lebens zusammengenommen bei fünfzigtausend Gulden ausmachten. – Wie verhält sich diese Summe zu seinem Hauptkapitale und zu den alljährlichen Zinsen, welche dasselbe abwirft? – Es ist ein Fünftel seines jährlichen Haupteinkommens. Er bekommt aber das Fünffache als Hauptzinsenertrag seines Kapitals nach den erworbenen fünf Millionen alljährlich, während diese Summe von fünfzigtausend Gulden, für wohltätige Zwecke verwendet, sich auf seine ganze Lebenszeit erstreckt. Diese Summe wird bei uns genau auf die dreißig Jahre ausgemessen, und was da entfällt auf ein Jahr, wird als Kapital angenommen. Von diesem Kapitale kommen ihm nun die Zinsen zugute. Das Kapital stellt seine ganze Wirtschaft dar, und der Ertrag dieser Wirtschaft steht mit den gesetzlichen Zinsen stets in der genauen Übereinstimmung. Die zwei Personen, die noch an seiner Seite sind, das sind sein Weib und ein verstorbener Sohn. Diese haben gewisserart mit dem Geiste des Vaters mitgearbeitet, daher haben sie gar kein eigenes Kapital, sondern müssen alle drei von dem Zinsertrage leben, welchen diese Bauernwirtschaft abwirft.

[GS.01_023,07] Ihr fraget: Können diese Menschen nie zu einem größeren Gute gelangen? Die Möglichkeit ist wohl vorhanden; aber es geht solches hier noch ums Bedeutende schwerer als bei euch auf der Erde. Ihr wißt aber, wie schwer es einem ist, auf dem gesetzlichen Zinswege sich mit einem Kapitale von etwas über tausend Gulden zu einer Million zu erheben. Sehet, noch schwerer ist es hier, zu einem größeren Besitztume sich emporzuarbeiten, denn was dieser magere Grund trägt, reicht mit der genauesten Not kaum hin, um diesen drei Personen die allernötigste Subsistenz zu geben. Daher ist da mit der Ersparnis nicht wohl weiterzukommen.

[GS.01_023,08] Es bietet sich nur ein Fall dar, durch welchen sich die armseligen Bewohner dieser Gegend nach und nach emporhelfen können, und dieser Fall besteht darin: Es kommen von Zeit zu Zeit ganz entsetzlich arme Pilger durch diese enge Kluft herein. Diese sind gewöhnlich nackt und voll des drückendsten Hungers. Wenn diese Pilger solche Häuser erblicken, so verlegen sie sich alsbald aufs Betteln. Wenn dann einem solchen Bettler ein solcher Landmann bei aller seiner Dürftigkeit dennoch mit offenen Armen entgegengeht, ihn führt in seine ärmliche Hütte, ihn daselbst mit der nötigen Kleidung versieht und sein kärgliches Mahl brüderlich mit ihm teilt, so wird durch eine solche Unterstützung sein Kapital um die Hälfte vergrößert, jedoch ihm unbewußtermaßen. – Tut er solches öfter oder behält sogar einen gar Armseligen in seiner Pflege, indem er zu ihm spricht: Lieber Bruder! Siehe, ich bin arm und habe wenig; bleibe darum aber dennoch hier, und ich will dieses wenige allzeit brüderlich mit dir teilen solange ich etwas haben werde, und habe ich mit dir alles verzehrt, was ich habe, so will ich dann auch mit dir gern den Bettelstab ergreifen.

[GS.01_023,09] Wenn solches der Fall ist, so wird sobald das Kapital eines solchen Landmannes heimlich verhundertfacht. Und wenn bei einer solchen Gelegenheit noch mehrere Dürftige zu ihm kommen, und er nimmt sie liebfreundlich auf und bietet alles Mögliche auf, sie zu versorgen, so daß er z.B. mit den Pilgern im Falle seiner gänzlichen Versorgungsunfähigkeit zu den andern Nachbarn geht und für sie um Unterkunft und mögliche Versorgung bittet, so wird dadurch sein Kapital vertausendfacht; jedoch ohne sein Wissen.

[GS.01_023,10] Wenn es dann geschieht, daß er zufolge seiner Nächstenliebe sich aller seiner Habseligkeit also entblößt hat, daß er dann im Ernste mit seinem Pilger den Bettelstab ergreift, so wird er einige Zeit belassen, auf daß er bettele um den Unterhalt vorerst seines armen Aufgenommenen und so nebenbei erst auch für sich; – für sich aber dennoch also, daß er stets den größeren Teil seinem armen Bruder zuwendet. Da geschieht es denn, daß ihm unbekanntermaßen vom Herrn ein Engelsgeist entgegenkommt, sich nach seinen Umständen erkundiget und er dann spricht: Lieber Freund, du siehst, daß ich arm bin, jedoch solche Armut drückt mich nicht; aber daß ich diesem meinem Bruder nicht mehr helfen kann, solche Armut drückt mich. – Was glaubet ihr, was da geschieht? – Hier kehrt sich der arme Bruder um und spricht zu ihm: Ich kam nackt zu dir, du hast mich bekleidet, hast mich, den Hungrigen und Durstigen, gespeiset und getränket und achtetest nicht auf deine Gabe, auf daß du sogar mit mir den Bettelstab ergriffest und suchtest allenthalben Brot für mich. Siehe, also bin Ich aber nun auch dein großer Lohn, denn Ich, dein armer Bruder, bin der alleinige Herr Himmels und aller Welten und kam zu dir, auf daß Ich dir helfe.

[GS.01_023,11] Dieweil du auf der Erde warst, hast du zwar sparsam gesät, und eine sparsame Ernte mußte daher notwendig dein Anteil sein. Mit deiner sparsamen Ernte aber hast du keinen Wucher mehr getrieben, sondern hast erweichen lassen dein Herz und mochtest keinen Armen vor deiner Hütte vorüberziehen sehen, ohne mit ihm zu teilen deine sparsame Ernte. Siehe, solches hat dir geholfen und dich zu einem reichen Einwohner des Himmels gemacht. Siehe, dieser Bruder, der dir hier entgegenkam, wird dich führen in dein neues Besitztum.

[GS.01_023,12] Hier verschwindet der Herr, und der abgesandte Bote führt den liebtätigen armen Bewohner dieser Gegend hinüber in den goldenen Mittag, allda für ihn ein dem Kapitale seiner Liebtätigkeit wohl angemessenes neues Besitztum harrt. –

[GS.01_023,13] Wenn der also Beglückte zum Boten spricht: Lieber Freund und Bruder, siehe, ich bin unendlich glücklich, darum mir die unendliche Gnade und Erbarmung des Herrn solches beschert hat; ich weiß, daß dieses neue Besitztum sicher von gar herrlicher und reichlicher Art sein wird. Allein siehe, hier sind andere arme Brüder; an diese trete ich dieses mir bestimmte Gut ab, mich aber lasse wieder zurückziehen in meine ärmliche Hütte; denn es könnte ja geschehen, daß sich unter den vielen Armen, die vielleicht noch meine ärmliche Hütte besuchen werden, wieder einmal der Herr einfinden könnte. Und so will ich zurückziehen und in meiner armen Hütte noch jeglichem armen Bruder mit hundertfach größerer Liebe entgegenkommen, als solches bis jetzt der Fall war. Wahrlich, ich kann dir sagen, wenn ich solch eines Glückes noch einmal in meiner ärmlichen Hütte möchte gewürdigt werden, so werde ich in dieser meiner ärmlichen Hütte in alle Ewigkeit glücklicher sein, als gäbest du mir die größten und herrlichsten Güter in einem allerschönsten Teile des Himmels! Und so denn lasse mich wieder zurückziehen.

[GS.01_023,14] Alsdann geschieht es auch, daß der Geist den armen Landmann mit seiner kleinen Familie zurückziehen läßt. Wenn dieser aber dann in seine ärmliche Hütte kommt, so harrt seiner auch schon der Herr mit offenen Armen und macht ihn sogar zu einem Bürger des ewigen Morgens!

[GS.01_023,15] Sehet, solche Szenen gehen da wohl öfter vor sich, aber ihr möchtet es kaum glauben, welch ein hoher Grad der Selbstverleugnung dazu erfordert wird. Denn die Armut hat nur gar zu häufig die fast notwendige Eigenliebe unzertrennlich bei sich; darum da auch ein Armer nur für sich um Unterstützung bittet. Hat er sich dann ein kleines Stipendium zusammengebettelt, so reicht dieses kaum für seinen Bedarf hin, und die eigene Not und Armseligkeit läßt es ihm beinahe gar nicht zu, seine höchst sparsame Gabe mit einem andern armen Bruder zu teilen; aus welchem Grunde ihr schon auf der Erde unter der armen Klasse der Menschen nicht selten einen verheerenden Neid antreffet. – Aus dem geht aber hervor, daß solche armbestellte Einwohner dieses Tales vor den Bettelnden sich soviel als möglich verbergen. Aus dem Grunde sehet ihr auch wenige außer den Häusern, die ihr aber außerhalb erblicket, sind schon von solch guter Art.

[GS.01_023,16] Nächstens wollen wir das sehr schroffe Tal zu unsrer rechten Hand gegen den Norden zu beschauen. Und somit gut für heute.
Titel: Es geht um das ewige Leben
Beitrag von: Maria am Mai 30, 2018, 10:09:43 Vormittag
Es geht um das ewige Leben

B.D. 5000  empfangen am  13.u.14.11.1950

Es geht um das ewige Leben, um das Leben der Seele im geistigen Reich nach dem Ableben des Menschen auf der Erde. Es geht um die ganze Ewigkeit. Begreifet ihr Menschen die Tragweite dessen, denket einmal darüber nach, welch große Verantwortung ihr habt im Erdenleben, in dem ihr selbst euch das Los in der Ewigkeit schaffet, in dem euch alle Mittel zur Verfügung stehen, selig zu werden, und die ihr ungenützt lasset zu unermeßlichem Schaden für eure Seele. Bedenket, daß ihr zur Verantwortung gezogen werdet für euer Denken, Wollen und Handeln auf Erden und daß ihr nichts mehr ungeschehen machen könnet, wie ihr auch nichts mehr nachholen könnet, was ihr versäumet habt zu tun, daß ihr aber entsprechend eurem Erdenleben Vergeltung findet, und das in gerechtester Weise.

Jeder Gedanke, jede Handlung wirkt sich von selbst so aus, daß der Mensch vom Ziel abgedrängt oder ihm zugeführt wird. Und darum soll sein Streben stets sein, sich das Wohlgefallen Gottes zu erwerben, um dereinst vor Seinem Richterstuhl bestehen zu können. (14.11.1950) Es geht um euer Seelenheil, und ihr achtet während des Erdenlebens nur des Körpers und seiner Bedürfnisse, der Seele aber achtet ihr nicht. Die Liebe Gottes aber will euch nicht fallenlassen, sie will nicht, daß ihr verlorengehet für ewige Zeiten, sondern daß ihr das ewige Leben habt. Die Liebe Gottes wirbt um euch, solange ihr auf Erden weilet.

Mit unendlicher Geduld erträgt Gott eure Fehler und Schwächen, und Seine Barmherzigkeit kennt keine Grenzen. Solange ihr auf Erden weilet, gilt euch Seine Liebe und verlangt nach Vereinigung mit euch. Und diese Vereinigung mit der höchsten Liebe versetzt euch in einen Zustand der Seligkeit, die Er euch bereiten will, weil ihr alle Seine Kinder seid. Es ist ein überaus schweres Beginnen, euch zur Seligkeit zu leiten, solange ihr selbst nicht den Willen dazu habt. Und doch kann dieser Wille nicht gezwungen werden, sondern in vollster Freiheit müsset ihr euch umgestalten und das Urwesen wieder annehmen, als das ihr einst euren Ausgang genommen habt von Gott, eurem Schöpfer und Vater von Ewigkeit. Dann seid ihr wieder Gott-ähnliche Wesen, die eine Verbindung mit Ihm eingehen können, ohne vergehen zu müssen in Seinem Licht.

Und diese Wandlung eures Wesens ist eure Erdenaufgabe, euer Ziel und eure Bestimmung. Sie ist nicht schwer, so ihr nur nach Gott verlanget; sie kostet aber einen schweren Kampf, so ihr Anhänger der Welt seid. Daher ist die Welt euer Feind, eure Gefahr und euer Untergang. Und darum sollet ihr sie meiden, ihr sollet nicht in ihren Bann geraten, ihr sollet sie überwinden und allein nach dem göttlichen Reich trachten, das euch wahrlich um vieles köstlichere Güter bietet; ihr sollet nach Gott verlangen, Der euch alles geben kann und will, was euch selig macht.
Amen
Titel: Wille zum Leben - Angst vor dem Tode
Beitrag von: Maria am Mai 30, 2018, 10:11:03 Vormittag
Wille zum Leben - Angst vor dem Tode

B.D. 2776  empfangen am  16.6.1943

Es ist im Menschen der Wille zum Leben stark entwickelt, solange seine Seelenreife noch sehr niedrig ist; und es ist dies auch verständlich, weil die Welt ihn noch gefangenhält und ihm Erfüllung seiner Wünsche vortäuscht. Das irdische Leben hinzugeben erscheint dem Menschen überaus schwer, solange der Glaube an ein Fortleben ihm mangelt, denn letzterer läßt ihn das ganze Erdenleben anders betrachten.

Ein tief gläubiger Mensch betrachtet das Erdenleben nur als eine Zwischenstation, als eine Schule, die er durchmachen muß, um aufgenommen zu werden in das Reich, wo das eigentliche Leben beginnt. Und dieser Glaube wird ihm auch Kraft geben, alle Hindernisse und Schwierigkeiten des Erdenlebens zu überwinden, während der Glaubenslose oft an jenen zerbricht und sein Leben wegwirft in der Annahme, es selbst endgültig beenden zu können.

Wer im tiefen Glauben steht, der wird leichten Herzens sein Leben hingeben, so es von ihm gefordert wird, denn sein Augenmerk ist auf das Leben nach dem Tode des Leibes und sein Verlangen ist auf die Vereinigung mit Gott gerichtet, weil er es fühlt, daß dies erst das wahre Leben ist.

Solange der Mensch der Erde und ihren Gütern Beachtung schenkt, ist sein Streben nach oben gehemmt, er begehrt mit allen Sinnen die Welt, und der Gedanke, einst von dieser Welt scheiden zu müssen, ist ihm unerträglich und bedrückend. Und daraus kann auf seinen Geisteszustand geschlossen werden, denn die Liebe zur Welt tut der Liebe zu Gott und zum Nächsten Abbruch, und dann ist der Mensch noch sehr unreifen Geistes, d.h., seine Seele hat noch nicht den Zusammenschluß mit dem Geist in sich gefunden, er steht nicht in der Erkenntnis und weiß nichts Besseres dem Erdenleben entgegenzusetzen.

Und dann ist ihm jeder Gedanke an den Tod schrecklich, er will leben, um zu genießen, er begehrt die Güter der Welt, und geistiges Gut lässet er unbeachtet. Und es ist dies ein geistiger Tiefstand, der nicht genug gerügt werden kann, ist doch der Mensch in der größten Gefahr, nun sein Leben zu verlieren irdisch und auch geistig.

Denn so er das Erdenleben nicht nützet, um den Anschluß an Gott zu finden, lebt er es vergeblich, und er muß daher eher sein Erdenleben hingeben, um nicht in die tiefste Liebe zur Materie zu versinken, was dem geistigen Tode gleichkommt. Denn das Erdenleben ist eine Gnade, es ist dem Menschen gegeben zur Höherentwicklung der Seele und zum Überwinden der Materie, um eingehen zu können in das geistige Reich. Wird aber die eigentliche Aufgabe des Menschen auf der Erde außer acht gelassen, so kettet er sich selbst an die Materie und muß nun gewaltsam von ihr losgerissen werden, indem sein Erdenleben beendet wird.

Solange dem Menschen der Gedanke an den Leibestod unerträglich ist, beachtet er seine eigentliche Erdenaufgabe nicht. Der Wille zum Leben ist in ihm so stark, daß er alles tut, um das Leben zu schützen, um es zu verlängern, im Glauben, es selbst in der Hand zu haben, und doch wieder im Gefühl der Furcht, es vorzeitig verlieren zu müssen. Erst im Hinblick auf das jenseitige Reich, im Glauben an ein Fortleben der Seele, beginnt der Tod seine Schrecken zu verlieren, denn es erkennt der Mensch dann, daß sein Erdenleben nur eine Vorstufe ist für das eigentliche Leben, das ewig währt.
Amen

Titel: Furcht vor dem Tode
Beitrag von: Maria am Mai 30, 2018, 10:12:04 Vormittag
Furcht vor dem Tode

B.D. 6616  empfangen am  8.8.1956

Der Tod ist nur der Durchgang zu dem Leben, das ewig währet. Ihr Menschen brauchtet alle nicht den Tod zu fürchten, wenn euer Wandel auf Erden Meinem Willen entsprechen würde, wenn ihr in göttlicher Ordnung diesen Erdenwandel zurückgelegt hättet, denn dann würde euch auch kein Schrecken befallen angesichts des Todes, weil eure Seele sich nur dessen freuen würde, aus dem Leib entfliehen zu können, um in ihre Heimat einzugehen, wo der irdische Körper völlig überflüssig ist, aber dennoch von keinem Vergehen gesprochen werden kann, sondern ein freies licht- und kraftvolles Leben die Seele erwartet. Jesus Christus ist auferstanden am dritten Tage aus Seinem Grabe.

Er hat es euch gezeigt, daß es kein Vergehen gibt nach dem Tode des Leibes, Er hat euch den Beweis gebracht, daß ein rechter Lebenswandel nur eine Umwandlung des irdischen in einen geistigen Leib zur Folge hat, daß der Mensch bestehenbleibt, nur seine Hülle eine Verwandlung erfahren hat, die aber für den Aufenthalt im geistigen Reich unumgänglich nötig ist. Und ihr alle könntet diese Umwandlung an euch selbst zuwege bringen, und es hätte wahrlich der Tod seinen Stachel verloren.

Aber weil ihr Menschen nicht glaubet an ein Leben nach dem Tode, darum unterlasset ihr es auch, euch selbst für den Aufenthalt im geistigen Reich vorzubereiten, und weil eure Seele daher keinerlei Aussicht hat, nach dem Leibestode ein lichtvolles, strahlendes Geisteskleid anzuziehen, darum fürchtet ihr den Tod, und das auch mit Recht, denn ihr könnet nicht vergehen, aber es kann euch noch die Erdenschwere anhaften, und das Erwachen nach dem Leibestode wird kein freudiges sein. Aber ihr werdet erwachen, und ob eure Seele noch so mangelhaft gestaltet ist. Sie wird es erfahren, daß sie nicht vergangen ist und nicht vergehen kann. Und vor diesem Lose fürchtet ihr Menschen euch unbewußt, die ihr den Tod fürchtet. Doch ihr sollet gedenken Dessen, Der den Tod überwunden hat.

Jesus Christus will euch zum Leben auferwecken, Er will euch ein ewig-unverwüstliches Leben geben, das ihr nimmermehr verlieren sollet. Nehmet Sein Gnadengeschenk an, gedenket Seiner in bangen Stunden und empfehlet Ihm eure Seele, und bittet Ihn, daß Er sie nicht dem Tode verfallen lassen möge, daß Er Sich ihrer erbarme und ihr zum Leben verhelfen möge.Und ihr werdet diese Bitte wahrlich nicht vergeblich an Ihn gerichtet haben. Und eure Furcht wird schwinden und einer seligen Ruhe Platz machen, einer Ruhe, die nur Jesus Christus allein ihr schenken kann.

Der lebendige Glaube an Jesus Christus verjaget alle Schrecken des Todes, denn es weiß der Mensch, daß er auferstehen wird zum Leben, gleichwie Jesus auferstanden ist am dritten Tage. Wer aber diesen Glauben an Ihn nicht besitzet, der fürchtet den Tod, oder er glaubt sich vergangen, zum Nichts zurückgekehrt, aus dem er sich auch hervorgegangen wähnet. Und es wird ein schlimmes Erwachen sein für diesen wie auch für alle, die ohne Christus lebten auf Erden. Und lange wird es dauern, bis sie sich überzeugt haben, daß sie nicht vergangen sind, daß sie aber aus ihrem toten Zustand nur herausfinden, wenn sie nach Dem rufen, Den sie nicht anerkennen wollten auf Erden, Der aber allein ihnen wieder das Leben schenken kann.

Der Tod brauchte nur der Übergang zu sein in ein neues, unvergängliches Leben. Er brauchte keinesfalls die Menschen zu beunruhigen, weil Jesus Christus ihn überwunden hat, weil Er das Erlösungswerk vollbrachte, um die Menschen zu befreien aus einem Zustand, den Sein Gegner in die Welt gebracht hatte. Aber das Erlösungswerk und die Auferstehung Jesu wird nicht recht gewertet von den Menschen. Viele wissen davon und glauben doch nicht, und sie können daher auch nicht von den Auswirkungen des Erlösungswerkes und der Auferstehung Nutzen ziehen. Doch der lebendige Glaube gibt den Menschen die feste Zuversicht und nimmt ihnen daher auch jegliche Furcht vor dem Tode. Und diese werden selig einschlafen im Herrn und froh erwachen bei Ihm im Reiche des Lichtes und der Seligkeit. Denn für diese gibt es ewig keinen Tod mehr, für sie gibt es nur noch ein ewiges Leben.
Amen
Titel: Angst vor Sterben - Schauen ins geistige Reich zuvor
Beitrag von: Maria am Mai 30, 2018, 10:13:17 Vormittag
Angst vor Sterben - Schauen ins geistige Reich zuvor

B.D. 6637  empfangen am  6.9.1956

Der geistige Tod ist weit entsetzlicher als der irdische Tod. Und der geistige Tod ist es, den die Menschen unbewußt fürchten, die Angst vor ihrem Leibestode haben, denn es ist die Angst davor, was nach dem Leibestode aus ihnen wird, eine Angst, die eben den Menschen befallen kann, der nicht an ein Fortleben nach dem Tode glaubt. Es ist die Seele, die es fühlt, in einem armseligen Zustand zu sein, und die dieses Bewußtsein als Angst auf den Körper überträgt, der sich darum wehret gegen ein Hinscheiden, solange es ihm möglich ist.

Die Angst vor dem Tode ist ein ungewolltes Eingeständnis der seelischen Unreife, denn es fehlt dem Menschen jegliche Erkenntnis und darum auch die Zuversicht an die Erbarmung Gottes, die Hoffnung auf eine Hilfe, die ihr doch jederzeit geleistet würde, wenn sie um Hilfe rufen würde. Sie ist in völliger Nacht und fürchtet unbewußt eine noch tiefere Nacht, der sie entgegengeht. Eine ausgereifte Seele erwartet in völliger Ruhe ihre letzte Stunde, sie sehnt sich nach der Befreiung aus ihrer leiblichen Hülle, sie gibt sich Dem hin, an Den sie glaubt, und empfiehlt sich Ihm und Seiner Gnade. Und oft werden solche Seelen schon vor ihrem Tode einen Blick tun dürfen in das Reich, das sie erwartet, und glückstrahlend die Augen öffnen, um sie dann für immer zu schließen und ihrem Körper zu entfliehen in das Reich, das sie geschaut haben.

Die Angst vor dem Tode ist ein deutliches Zeichen, in welcher Verfassung die Seele steckt, und solchen Seelen muß viel Hilfe geleistet werden von seiten der Mitmenschen, daß sie noch in letzter Minute erwachen und sich an den Einen wenden, Der ihnen helfen will und helfen kann. Ein stilles, inniges Gebet zu Jesus Christus kann jeder aufsteigen lassen, der einer Seele Todesringen und Angst miterlebt, wenn er dieser Seele zur inneren Ruhe verhelfen will. Denn jene Seele wird diese Hilfe spüren und den letzten Rettungsanker ergreifen, und sie wird von der Liebe des Mitmenschen getragen, wenn sie den Körper verläßt, hin zu Jesus Christus, Der Sein Ohr nicht verschließet einem innigen Gebet um Hilfe.

Darum sollen sich die Menschen derer ganz besonders annehmen, die sich fürchten vor dem Sterben und die dadurch bekennen, daß sie noch weitab stehen vom Licht, von der rechten Erkenntnis und darum auch von Gott. Die Todesangst beweiset, daß sie Hilfe benötigen, ansonsten eine selige Ruhe sie erfüllen würde, wenn sie die Stunde ihres Abscheidens von dieser Erde herankommen fühlen. Und es ist ein Werk größter Barmherzigkeit und Liebe, einer bangenden Seele Beistand zu gewähren, der nun nur noch darin bestehen kann, daß der Retter Jesus Christus Selbst angerufen wird, daß Er Sich jener Seele erbarmen möge. Dieser liebende Bittruf wird gehört werden, und er kann der Seele Rettung sein, daß sie bewahrt bleibt vor finsterster Nacht .
Amen
Titel: Sterbestunde
Beitrag von: Maria am Mai 30, 2018, 10:14:23 Vormittag
Sterbestunde

B.D. 2348  empfangen am  27.5.1942

Das Lösen der Seele von dem Körper ist ein Vorgang, der zumeist schmerzvoll von letzterem empfunden wird, weil ein bestimmter Reifegrad erforderlich ist zur schmerzlosen Trennung, dieser aber selten vom Menschen erreicht wird. Immer wird die Sterbestunde dem Menschen das Bewußtsein eintragen, daß er nach solcher aufhört zu streben, daß er aus eigener Kraft nichts mehr vermag, so er die menschliche Hülle verlassen hat. Und je nach dem Zustand seiner Seele wird ihm nun die Sterbestunde mehr oder weniger schwer werden.

Solange der Mensch noch auf Erden weilt, ist ihm auch die Möglichkeit gegeben, sich zu entschlacken, und es dankt die Seele es ihrem Schöpfer im Jenseits, wenn Er der Seele noch die Gelegenheit gibt vor ihrem Abscheiden, auf daß sie im Jenseits nicht so zu leiden braucht. Denn da Gott gerecht ist, muß die Seele im Jenseits das Los auf sich nehmen, und sie bedarf viel größerer Qualen, um den Reifegrad zu erreichen. Ohne diesen ist aber kein Eingehen in die Lichtsphären möglich, also müssen Leiden und Qualen diesen erhöhten Reifegrad der Seele eintragen, und es ist sonach ein langes Ringen vor dem Tode immer als Aufstieg zur Höhe anzusehen.

Die Menschen sehen zwar nur den Leidenszustand dessen, und es trägt dies dazu bei, daß sie nur den Tod deshalb fürchten, weil die Todesstunde ihnen unerträglich dünkt, und doch bereitet diese wieder nur die übergroße Liebe dem Menschen, um ihm ein desto helleres Licht zuzuwenden im Jenseits. Und diese Liebe liegt allem zugrunde, Leiden und Schmerzen sendet Gott immer nur zu dem Zweck über die Erde, daß des Menschen körperliches Verlangen ertötet werde, daß er nur mehr seiner Seele gedenkt und diese zur Vollkommenheit zu gestalten sucht. Jedes Leid, das diesen Erfolg hat, ist gesegnet von Gott. Die Erdenzeit geht schnell vorüber und kann mit gutem Willen zurückgelegt werden unter Verzichtleistung auf alles Irdische, dann gestaltet sich die Seele nach dem Willen Gottes und benötigt am Ende ihres Lebenswandels kein außergewöhnliches Leid mehr, um in das Lichtreich eingehen zu können.

Stets aber trägt das Leid zur erhöhten Reife bei und ist darum eine Gnade für den Menschen, der sonst seine Fehler und Schwächen im Jenseits ablegen müßte, was gleichfalls äußerst leidvoll wäre, also Leid ihm keineswegs erspart bleibt, wenngleich die Stunde des Todes scheinbar still und schmerzlos vorübergeht. Gott weiß um den Seelenzustand des Menschen, und Er weiß auch um dessen Willigkeit, alles Unreine zu bekämpfen, und so kommt Er dem Menschen entgegen, indem Er ihm Gelegenheit gibt, seinen Vorsatz auszuführen, indem Er die Sterbestunde ihm noch zur letzten Möglichkeit werden läßt, sich zu entschlacken und gereinigt eingehen zu können in die Ewigkeit.
Amen
Titel: Die Entwicklung einer Seele im Jenseits
Beitrag von: Maria am Mai 30, 2018, 10:16:30 Vormittag
Die Entwicklung einer Seele im Jenseits

Des alten Bischof Martin irdisches Ende und seine Ankunft im Jenseits

Bischof Martin, Die Entwicklung einer Seele im Jenseits, Kapitel 1

[BM.01_001,01] Ein Bischof, der auf seine Würde große Stücke hielt und ebensoviel auf seine Satzungen, ward zum letzten Male krank.

[BM.01_001,02] Er, der selbst noch als ein untergebener Priester des Himmels Freuden mit den wunderlichsten Farben ausmalte – er, der sich gar oft völlig erschöpfte in der Darstellung der Wonne und Seligkeit im Reiche der Engel, daneben aber freilich auch die Hölle und das leidige Fegefeuer nicht vergaß, hatte nun – als selbst schon beinahe achtzigjähriger Greis – noch immer keinen Wunsch, von seinem oft gepriesenen Himmel Besitz zu nehmen; ihm wären noch tausend Jahre Erdenleben lieber gewesen als ein zukünftiger Himmel mit allen seinen Wonnen und Seligkeiten.

[BM.01_001,03] Daher denn unser erkrankter Bischof auch alles anwandte, um nur wieder irdisch gesund zu werden. Die besten Ärzte mußten stets um ihn sein; in allen Kirchen seiner Diözese mußten Kraftmessen gelesen werden; alle seine Schafe wurden aufgefordert, für seine Erhaltung zu beten und für ihn fromme Gelübde gegen Gewinnung eines vollkommenen Ablasses zu machen und auch zu halten. In seinem Krankengemach ward ein Altar aufgerichtet, bei dem vormittags drei Messen zur Wiedergewinnung der Gesundheit mußten gelesen werden; nachmittags aber mußten bei stets ausgesetztem Sanktissimum die drei frömmsten Mönche in einem fort das Breviarium beten.

[BM.01_001,04] Er selbst rief zu öfteren Malen aus: „O Herr, erbarme Dich meiner! Heilige Maria, du liebe Mutter, hilf mir, erbarme dich meiner fürstbischöflichen Würden und Gnaden, die ich trage zu deiner Ehre und zur Ehre deines Sohnes! O verlasse deinen getreuesten Diener nicht, du alleinige Helferin aus jeder Not, du einzige Stütze aller Leidenden!“

[BM.01_001,05] Aber es half alles nichts; unser Mann verfiel in einen recht tiefen Schlaf, aus dem er diesseits nicht mehr erwachte.

[BM.01_001,06] Was auf Erden mit dem Leichnam eines Bischofs alles für ‚hochwichtige‘ Zeremonien geschehen, das wisset ihr, und wir brauchen uns dabei nicht länger aufzuhalten; dafür wollen wir sogleich in der Geisterwelt uns umsehen, was unser Mann dort beginnen wird!

[BM.01_001,07] Seht, da sind wir schon – und seht, da liegt auch noch unser Mann auf seinem Lager; denn solange noch eine Wärme im Herzen ist, löst der Engel die Seele nicht vom Leibe. Diese Wärme ist der Nervengeist, der zuvor von der Seele ganz aufgenommen werden muß, bis die volle Löse vorgenommen werden kann.

[BM.01_001,08] Aber nun hat dieses Mannes Seele schon völlig den Nervengeist in sich aufgenommen, und der Engel löst sie soeben vom Leibe mit den Worten: „Epheta“, d.h. „Tue dich auf, du Seele; du Staub aber sinke zurück in deine Verwesung zur Löse durch das Reich der Würmer und des Moders. Amen.“

[BM.01_001,09] Nun seht, schon erhebt sich unser Bischof, ganz wie er gelebt hatte, in seinem vollen Bischofsornate und öffnet die Augen. Er schaut erstaunt um sich und sieht außer sich niemanden, auch den Engel nicht, der ihn geweckt hat. Die Gegend ist nur in sehr mattem Lichte gleich einer ziemlich späten Abenddämmerung, und der Boden gleicht dürrem Alpenmoose.

[BM.01_001,10] Unser Mann erstaunt nicht wenig über diese sonderbare Bescherung und spricht nun zu sich: „Was ist denn das? Wo bin ich denn? Lebe ich noch oder bin ich gestorben? Denn ich war wohl sehr krank und es kann leicht möglich sein, daß ich mich nun schon unter den Abgeschiedenen befinde! – Ja, ja, um Gotteswillen, es wird schon so sein! – O heilige Maria, heiliger Joseph, heilige Anna, ihr meine drei mächtigsten Stützen: kommet und helft mir in das Reich der Himmel!“

[BM.01_001,11] Er harrt eine Zeitlang, sorglich um sich spähend, von welcher Seite die drei kommen würden; aber sie kommen nicht.

[BM.01_001,12] Er wiederholt den Ruf kräftiger und harrt; aber es kommt immer noch niemand!

[BM.01_001,13] Noch kräftiger wird derselbe Ruf zum drittenmal wiederholt, – aber auch diesmal vergeblich!

[BM.01_001,14] Darob wird unserem Manne überaus bange. Er fängt an, etwas zu verzweifeln und spricht in seiner stets verzweifelter werdenden Lage: „Oh, um Gotteswillen, Herr, steh mir bei! (Das ist aber nur sein angewöhntes Sprichwort.) – Was ist denn das? Dreimal habe ich gerufen, – und umsonst!

[BM.01_001,15] Bin ich denn verdammt? Das kann nicht sein, denn ich sehe kein Feuer und keine Gottstehunsbei!

[BM.01_001,16] Hahahaaaaa (zitternd) – es ist wahrhaft schrecklich! – So allein! O Gott, wenn jetzt so ein Gottstehunsbei herkäme, und ich – keinen Weihbrunn, dreimal consekriert, kein Kruzifix, – was werde ich tun?!

[BM.01_001,17] Und auf einen Bischof soll der Gottstehunsbei eine ganz besondere Passion haben! – Oh, oh, oh (bebend vor Angst), das ist ja eine ganz verzweifelte Geschichte! Ich glaube gar, es stellt sich bei mir schon Heulen und Zähneklappern ein?

[BM.01_001,18] Ich werde mein Bischofsgewand ablegen, da wird Gottstehunsbei mich nicht erkennen! Aber damit hätte Gottstehunsbei vielleicht noch mehr Gewalt über unsereinen?! – O weh, o weh, was ist der Tod doch für ein schreckliches Ding!

[BM.01_001,19] Ja, wenn ich nur ganz tot wäre, da hätte ich auch keine Furcht; aber eben dieses Lebendigsein nach dem Tode, das ist es! O Gott, steh mir bei!

[BM.01_001,20] Was etwa geschähe, so ich mich weiterbegäbe? Nein, nein, ich bleibe! Denn was hier ist, das weiß ich nun aus der kurzen Erfahrung; welche Folgen aber nur ein rätselhafter Tritt weiter vor- oder rückwärts hätte, das wird allein Gott wissen! Daher will ich in Gottes Namen und im Namen der seligsten Jungfrau Maria lieber bis auf den Jüngsten Tag hier verharren, als mich nur um ein Haarbreit vor- oder rückwärts bewegen!“
Titel: Bischof Martins Langeweile in seiner Vereinsamung und sein Sinnen auf Abwechslun
Beitrag von: Maria am Mai 31, 2018, 06:58:39 Vormittag
Bischof Martins Langeweile in seiner Vereinsamung und sein Sinnen auf Abwechslung

Bischof Martin, Die Entwicklung einer Seele im Jenseits, Kapitel 2

[BM.01_002,01] Nachdem unser Mann die Zeit von einigen Stunden da mauerfest gestanden war und sich dabei nichts ereignet und in seiner Nähe verändert hatte, ihm aber entsprechend die Zeit (denn auch in der naturmäßigen Sphäre der Geisterwelt gibt es eine Erscheinlichkeit gleich der irdischen Zeit) ganz verzweifelt lang geworden war, fing er wieder an, mit sich zu phantasieren:

[BM.01_002,02] „Sonderbar, nun stehe ich da wenigstens eine halbe Ewigkeit auf ein- und demselben Fleck, und es bleibt alles völlig beim alten! Nichts rührt sich! kein Moos, kein Haar auf meinem Haupte, auch mein Gewand nicht! Was wird da am Ende herauskommen?

[BM.01_002,03] Bin ich vielleicht gar dazu verdammt, ewig hier zu bleiben? – Ewig? Nein, nein, das kann nicht sein, denn da wäre das schon eine Hölle! Und wäre das hier der Fall, müßte ja auch schon die schreckliche Höllenuhr mit ihrem allerschrecklichsten Pendel zu erschauen sein, der da bei jeder Schwingung den Ruf tut: ,Immer!‘ – oh, erschrecklich! –, dann wieder: ,Nimmer!‘ – ooh, noch erschrecklicher!

[BM.01_002,04] Gott sei Dank, daß ich nur dies Schreckenszeichen der Ewigkeit nicht sehe! Oder wird das erst nach dem Jüngsten Tage ersichtlich! Wird etwa schon bald das Zeichen des Menschensohnes am Firmamente zum Vorscheine kommen? Wie viele Millionen Jahre stehe ich denn schon hier? Wie lange werde ich etwa noch stehen müssen, bis der erschrecklichste Jüngste Tag kommen wird?!

[BM.01_002,05] Wahrlich kurios: Auf der Welt läßt sich nichts sehen, was da in Bälde auf den Jüngsten Tag irgendeinen Bezug hätte; aber hier in der Geisterwelt sieht es noch endlos stummer aus! Denn da werden tausend Jahre gleich einem völlig stummen Augenblicke, und eine Million tut einen ebenso geringen Bescheid! Wenn ich nicht so festen Glaubens wäre, möchte ich beinahe an dem einstigen Eintreffen des Jüngsten Tages zu zweifeln anfangen, wie überhaupt an der Echtheit des ganzen Evangeliums!

[BM.01_002,06] Denn es ist doch kurios, alle die Propheten, die darin vorkommen, haben eine frappante Einstimmigkeit mit den delphischen Orakelsprüchen! Man kann aus ihnen machen, was man will: sie lassen sich mit einigen exegetischen Drehungen auf alles anwenden und niemand kann dabei klar sagen: ,Auf dies alleinige Faktum beziehen sie sich!‘ Kurz, sie passen im Grunde alle für den Steiß so gut wie fürs Gesicht! – Und der Heilige Geist, der im Evangelium soll verborgen stecken, muß gar ein seltenster Vogel sein, weil er sich seit den alten Apostelzeiten nimmer irgendwo hat blicken lassen, außer im albernen Gehirn einiger protestantisch-ketzerischer Schwärmer à la Tausendundeine Nacht!

[BM.01_002,07] Ich habe zwar noch immer einen sehr festen Glauben, aber ob er unter diesen Umständen noch länger fest bleiben wird, dafür könnte ich wahrlich nicht gutstehen!

[BM.01_002,08] Auch mit der in meiner Kirche überaus vielgepriesenen Maria, wie mit der ganzen Heiligen Litanei scheint es seine sonderbaren Wege zu haben! Wäre irgend etwas an der Maria, so hätte sie mich doch schon lange erhören müssen; denn von meinem Absterben bis zum gegenwärtigen Augenblicke sind nach meinem peinlichen Gefühl etwa ein paar Millionen Erdjahre verstrichen; von der Mutter Gottes, wie von ihrem Sohne, noch von irgendeinem andern Heiligen ist aber auch nicht die leiseste Spur zu entdecken. Das sind wahrlich Helfer in der Not, wie man sich keine besseren wünschen könnte! – Sage zwei Millionen Jahre komplett – und von allen keine Spur!

[BM.01_002,09] Wenn ich nur keinen so festen Glauben hätte, da stünde ich schon lange nicht mehr auf diesem überaus langweiligen Fleck; nur mein dümmster Glaube hält mich! Aber lange wird er mich nicht mehr halten! Sollte ich etwa noch einige Millionen Jahre länger hier hocken wie ein Buschklepper und nach Ablauf solch einer schauderhaft langen Zeit ebensowenig erreichen wie bisher? Da wäre ich ein Narr! Ist's denn nicht genug, daß ich auf der Erde einen Narren gespielt habe für nichts und wieder nichts? Daher werde ich mit dieser fruchtlosen Komödie hier bald ein Ende machen!

[BM.01_002,10] Auf der Welt wurde ich für die Dummheit doch ehrlich bezahlt und es lohnte sich dort, einen Narren zu machen; aber da an der Sache, wie nun meine millionenjährige Erfahrung es zeigt, nichts ist, werde ich mich sehr bald von all der Narrheit ganz gehorsamst empfehlen!“ –

[BM.01_002,11] Seht, jetzt wird er bald diese Stelle verlassen, nachdem ihm der Engel die etlichen Stunden seines Hierseins in ein Millionen Jahre dauerndes Gefühl umgewandelt hatte. – Noch steht unser Mann mauerfest auf dem Punkte und schaut etwas schüchtern umher, um sich gleichsam einen Weg auszusuchen, den er fortwandeln möchte. Nun fixiert er gegen Abend einen Punkt, wo es ihm vorkommt, als bewege sich dort etwas. Er wird darum auch sichtlich verlegen und spricht wieder bei sich:

[BM.01_002,12] „Was sehe ich denn dort in einiger Ferne nun zum erstenmal seit einigen Millionen Jahren meines entsetzlich langweiligen Hierseins? Die Geschichte verursacht mir eine große Bangigkeit, denn es kommt mir vor, als wäre das etwa doch irgendeine leise Vorbereitung zu einem Gerichte!

[BM.01_002,13] Soll ich's wagen, mich dahin zu begeben? Am Ende ist das mein Untergang für ewig? Vielleicht aber doch auch eine endliche Erlösung?!

[BM.01_002,14] Nun ist schon alles ein Gottstehunsbei; denn wer wie ich Millionen von Erdenjahren auf einen Punkt gebannt zugebracht hat, dem ist es schon völlig einerlei, was da noch weiter mit ihm geschehen dürfte! Was Ärgeres wohl kann einem ehrlichen Menschen noch obendarauf geschehen, als über alle Bildsäulen hinaus dauernd Millionen Jahre – im echten Sinne des Wortes auf einen Punkt gebannt – so ganz eigentlich verdammt zu sein?!

[BM.01_002,15] Daher, wie die Bergleute auf der Erde sagen, wenn sie in einen Stollen fahren, sage ich nun auch: Glück auf! Hol's der Kuckuck; ich probier' es einmal! Mehr als ewig tot werden kann ich nicht! Und wahrlich, das könnte mir nur höchst erwünscht sein; denn so ein Leben fortleben, wie nun dies meinige – Millionen Jahre auf einem Flecke! – kein Fixstern würde es aushalten! Da ist ein ewiges Nichtsein ja ein endloser Gewinn dagegen!

[BM.01_002,16] Daher keinen Augenblick mehr gezaudert! Geht's wohin's will! Es ist nun ein – nein, das sag' ich doch noch nicht gerade heraus; denn hier ist noch eine starke Terra incognita für mich! Daher nur bescheiden, solange man nicht weiß, worauf so ganz eigentlich die Füße stehen!

[BM.01_002,17] Die Geschichte dort rührt sich immer mehr; es ist wie ein Bäumchen, das vom Winde beunruhigt wird! – Nur Mut, meine des Gehens freilich schon überlange entwöhnten Füße! Wir wollen einmal sehen, ob es sich mit dem Gehen noch tun wird!

[BM.01_002,18] Zwar hab' ich auf der Welt einmal gehört – soviel ich mich entsinnen kann –, ein Geist dürfte eigentlich nur denken, so wäre er auch schon dort, wo er sein wollte. Aber eben mit der Geisterschaft meiner Person scheint es seine krummen Wege zu haben! Denn ich besitze Füße, Hände, Kopf, Augen, Nase, Mund – kurz alles, was ich auf der Erde gehabt habe, – Magen auch; aber der hat schon lange einen wahren Kardinalfasttag! Denn gäbe es um mich her nicht ein reichliches Moos mit viel Tau darauf, wäre ich wohl schon lange zu einem Atom eingeschrumpft! Vielleicht gibt es dort auch für den Magen irgend etwas Besseres?!

[BM.01_002,19] Noch einmal: Glück auf! Eine Veränderung, wenn sonst nichts; diese kann auf keinen Fall schlechter sein als mein jetziger Zustand. Denn wer Millionen Jahre auf einem Flecke steht, der wird sich doch etwa mit einem wahren Millionzustande rühmen können?! – Also, in Gott's Namen!“
Titel: Bischof Martin in Gesellschaft eines scheinbaren Kollegen
Beitrag von: Maria am Mai 31, 2018, 07:00:42 Vormittag
Bischof Martin in Gesellschaft eines scheinbaren Kollegen

Die guten Vorschläge des Führers

Bischof Martin, Die Entwicklung einer Seele im Jenseits, Kapitel 3

[BM.01_003,01] Seht, nun setzt unser Mann seine Füße in Bewegung und geht behutsam und prüfenden Schrittes seinem sich stets mehr bewegenden Gegenstande zu!

[BM.01_003,02] Nach wenigen Schritten auch schon ganz wohlbehalten dort, staunt er nicht wenig, unter dem Baume auch einen Mann seinesgleichen zu finden, nämlich auch einen Bischof in optima forma, – freilich nur der Erscheinlichkeit nach; denn in Wirklichkeit ist das der Engel, der stets unsichtbar unserem Manne zur Seite war. Der Engel selbst aber ist der selige Geist Petri.

[BM.01_003,03] Höret nun, wie unser Mann seinen vermeintlichen Kollegen anredet und sich weiterhin mit ihm bespricht! So beginnt er:

[BM.01_003,04] „Seh ich recht oder ist es bloß ein Augentrug? Ein Kollege, ein Mitarbeiter im Weinberge des Herrn?! Welch eine endlose Freude, nach Millionen Jahren endlich wieder einmal einen Menschen, und einen Kollegen noch dazu, in dieser Wüste aller Wüsten zu finden!

[BM.01_003,05] Ich grüße dich, lieber Bruder! Sage, wie bist denn du hierher gekommen? Hast du etwa auch schon mein Alter in dieser schönen Geisterwelt erreicht? Weißt, so zirka fünf Millionen Jahre auf einem und demselben Flecke, – fünf Millionen Jahre!“

[BM.01_003,06] Der Engel als vermeintlicher Bischofskollege spricht: „Ich bin fürs erste dir ein Bruder im Herrn und natürlich auch ein alter Arbeiter in Seinem Weinberge. Was aber mein Alter betrifft, da bin ich der Zeit und dem Wirken nach älter, aber der Einbildung nach viel jünger als du.

[BM.01_003,07] Denn siehe, fünf Millionen Jahre der Erde sind ein ganz respektabler Zeitraum für einen geschaffenen Geist, – obschon vor Gott kaum etwas, indem Sein Sein weder durch die Zeitenfolge noch durch Raumesausdehnungen bemessen wird, sondern in allem ewig und unendlich ist!

[BM.01_003,08] Du bist daher in einer großen Irre als Neuling in der endlosen Welt der Geister. Denn wärest du fünf Millionen Jahre hier, dann hättest du schon lange ein anderes Kleid, indem in dieser Zeit der Erde Berge schon lange werden geebnet und ihre Täler ausgefüllt, ihre Meere, Seen, Flüsse und Moräste ausgetrocknet sein. Und auf der Erde wird auch eine ganz neue Schöpfung bestehen, von der nun noch nicht einmal der leiseste Keim in die Furchen gelegt ist!

[BM.01_003,09] Auf daß du, lieber Bruder, es aber selbst merkst, daß dein vermeintliches Alter bloß eine in dir selbst hervorgelockte Phantasie ist, als Entwicklung zugelassen aus dir selbst entstammte nach deinen eigenen Begriffen von Zeit und Raum, die bei dir stark mit der Hölle eingesalzen sind – so siehe dich um und du wirst noch deinen erst vor drei Stunden abgeschiedenen Leichnam entdecken!“

[BM.01_003,10] Seht, unser Mann kehrt sich nun schnell nach rückwärts und entdeckt wirklich seinen Leichnam noch auf dem dazu in der Domkirche eigens errichteten Paradebette, darum eine zahllose Menge Kerzen und eine noch größere Menge müßiger und neugieriger Menschen, die dasselbe umstehen. – Als er solchen Schauspiels ansichtig ward, da wurde er sehr ärgerlich und sprach:

[BM.01_003,11] (Der Bischof:) „Liebster Bruder, was soll ich da tun? Ach, welch ein gräßlicher Unsinn! Mir werden vor der entsetzlichsten Langeweile Minuten zu Ewigkeiten, und doch bin ich es ja, der diesen Leib bewohnt hat! Ich weiß mir vor Hunger und Lichtmangel kaum zu helfen, und diese Narren vergöttern meinen Fleischrock! Hätte ich nun als Geist denn nicht Kraft dazu, diesen Plunder klein zu zerreißen und wie Spreu untereinander zu werfen? – O ihr dummen Gottstehunsbei! Was wollt ihr denn hier dem stinkenden Dreck für eine Wohltat erweisen?!“

[BM.01_003,12] Der Engel spricht: „Kehre dich wieder zu mir und ärgere dich nicht; tatest du doch dasselbe, als du noch der äußeren Naturwelt angehörtest! Lassen wir das Tote den Toten begraben; du aber wende dich von all dem ab und folge mir, so wirst du zum Leben gelangen!“

[BM.01_003,13] Der Bischof fragt: „Wohin aber soll ich dir folgen? Bist du etwa gar mein Namenspatron, der hl. Bonifazius, daß du dich nun so sehr um mein Heil zu kümmern scheinst?“

[BM.01_003,14] Spricht der Engel: „Ich sage in des Herrn Jesu Namen: du sollst mir zu Jesus folgen! Der ist der rechte Bonifazius aller Menschen; aber mit deinem Bonifazius ist es nichts, und ich bin es schon ganz und gar nicht, wofür du mich anzusehen scheinst, – sondern ein ganz anderer!

[BM.01_003,15] Folge mir aber, d.h. tue, was ich dir nun sagen werde, so wirst du fürs erste alles fassen, was dir bis jetzt begegnet ist, und wie, durch was und warum. Fürs zweite wirst du dich sogleich auf einem besseren Grunde befinden; und endlich fürs dritte wirst du eben daselbst den Herrn quo-ad personam kennenlernen, durch Ihn den Weg in die Himmel, und danebenher auch mich, deinen Bruder!“

[BM.01_003,16] Spricht der Bischof: „Rede, rede, ich möchte schon lieber fliegen als gehen von diesem langweiligsten Orte!“

[BM.01_003,17] Spricht der Engel: „So höre! Lege sogleich dein lächerliches Gewand ab und ziehe da diesen gemeinen Bauernrock an!“

[BM.01_003,18] Spricht der Bischof: „Nur her damit; hier vertausche ich dies langweilige Kleid gerne mit dem gemeinsten Fetzen!“

[BM.01_003,19] Spricht weiter der Engel: „Gut – sieh, schon bist du im Bauernrocke; nun folge mir!“

Titel: Aufenthaltswechsel der Seele
Beitrag von: Maria am Mai 31, 2018, 07:01:46 Vormittag
Aufenthaltswechsel der Seele

Tod des Leibes

B.D. 6817  empfangen am  24.8.1957

Die Seele ist euer eigentliches Ich, das unvergänglich ist, das nur seinen Aufenthalt wechselt bei dem Leibestode, das den Erdengang beendet hat, um in einer anderen Sphäre weiterzureifen, wenn sie nicht verharrt im Widerstand gegen Mich und dadurch in die Tiefe sinkt. Dieser Gedanke also müßte euch beglücken, daß ihr keinen Tod zu befürchten habt, daß ihr lebet, wenngleich ihr die Erde verlassen müsset und daß dieses Leben weitaus schöner und beglückender ist, als je das Erdenleben als Mensch für euch sein kann.

Ihr müßtet hoffnungsfroh dem Tag entgegensehen, wo eure Außenhülle von eurem eigentlichen Ich genommen wird, wo alles Schwere von euch abfällt und ihr leicht und unbeschwert euch aufschwingen könnet in eure wahre Heimat, die euch wahrlich Herrlichkeiten bietet, die ihr nicht ahnet. Ihr müßtet frohlocken, daß es keinen Tod gibt für euch, weil eure Seele nur einen Aufenthaltswechsel erfährt, der sie unendlich beglücken kann. Warum also fürchtet ihr den Tod oder sehet mit Unbehagen dem Ende eures Erdenlebens entgegen?

Warum ist für euch Menschen der Tod zum Schrecknis geworden, warum löst er ein Angstgefühl in euch aus, wo er doch in Wahrheit nur ein Übergang ist in eine andere Sphäre? Weil ihr es unbewußt fühlet, daß ihr nicht recht lebtet auf Erden, und weil eure Seele sich nicht das Licht verschafft, das ihr jegliche Furcht nehmen würde. Denn ein Mensch, der Meine Liebegebote erfüllt, der also nach Meinem Willen lebt auf Erden, empfindet keine Furcht vor dem Tode, sondern er sehnet sich danach, seiner irdischen Hülle ledig zu werden, weil er Verlangen hat nach seiner wahren Heimat, weil die Liebe in ihm ein helles Licht entzündet hat und er vorausschauend auch sich in Meiner Nähe weiß, wo ihm kein Leid und Schmerz, keine Trübsal mehr begegnen kann, wo er sich geborgen fühlet in Meiner Liebe.

Und diese selige Gewißheit könnten alle Menschen haben, daß sie ein leiderfülltes, beschwerliches Dasein mit jener Geborgenheit vertauschen bei ihrem Ableben, wenn sie nur in dieser Zielrichtung ihr Erdenleben zurücklegen möchten, wenn sie stets der inneren Stimme folgen möchten, die ihnen klar Meinen Willen kundgibt, wenn sie auf Erden schon in das rechte Verhältnis treten möchten zu Mir, ihrem Gott und Vater von Ewigkeit.

Der Gedanke, daß es aus ist mit dem Tode des Leibes, ist schon der beste Beweis, daß des Menschen Lebenswandel nicht nach Meinem Willen ist, denn jener Gedanke ist Einwirken des Gegengeistes, der die Menschen hindern will an der rechten Erkenntnis und der darum auch das Verlangen nach einem voll ausgelebten irdischen Dasein ständig mehr erhöht, denn jene Menschen glauben nicht an die Unvergänglichkeit ihres Ichs, sie setzen ihm auch die gleiche Begrenzung, wie sie der Außenhülle beschieden ist.

Und darum suchen sie das Erdenleben auszukosten in jeder Weise, immer nur ihres Körpers gedenkend, nicht aber der Seele, die nach dem Leibestode ein sehr zweifelhaftes Los auf sich nehmen muß, die von den Herrlichkeiten ihrer wahren Heimat nichts erfahren kann, weil sie ihrer mangelhaften Gestaltung wegen nicht in jenen Sphären Aufnahme finden kann, wo ungeahnte Seligkeiten ihrer warten. Zwar ist es ihr auch dann noch möglich, sich aus der Tiefe zu lösen und in höhere Sphären einzugehen, aber es erfordert dies weit mehr Überwindung und Anstrengung als auf Erden und kann ohne Hilfe nicht geschehen, doch auch dann muß die Seele selbst den Willen aufbringen, was auf Erden um vieles leichter ist.

Das Ich kann nicht vergehen, aber es schafft sich selbst das Los in Glückseligkeit oder Qual und erst, wenn die Menschen nicht ihren Körper als das „Lebende“ ansehen, sondern die im Körper eingezeugte Seele als ihr eigentliches Ich erkennen lernen, erst wenn sie an die Unvergänglichkeit ihrer Seele glauben lernen, werden sie verantwortungsbewußter leben auf Erden und dann auch den Tod nicht mehr fürchten, der nur den irdischen Leib, nicht aber die in ihm wohnende Seele betrifft. Dann werden sie leben nach Seinem Willen und die Stunde herbeisehnen, wo sich die Seele lösen darf von ihrer Außenhülle, um nun eingehen zu können in das Reich, das ihre wahre Heimat ist.
Amen
Titel: Kurze oder lange Lebensdauer
Beitrag von: Maria am Mai 31, 2018, 07:03:00 Vormittag
Kurze oder lange Lebensdauer

B.D. 7538  empfangen am  4.3.1960

Es ist keine lange Zeit, die euch für das Erdenleben zugemessen ist, im Vergleich zu der endlos langen Zeit eurer Vorentwicklung, die ihr selbst zeitlich nicht zu schätzen vermögt. Und euer Erdenleben kann auch noch verkürzt werden, daß ihr schon vorzeitig abgerufen werdet in die Ewigkeit. Und darum sollt ihr eurer Seele mit allem Eifer gedenken, ihr sollt ihr zukommen lassen, was nur immer möglich ist, ihr sollt ihr Nahrung geben, damit sie nicht zu darben braucht, wenn ihr Sein auf dieser Erde nur kurz ist. Ihr sollt sie immer reichlich mit Speise und Trank versorgen und niemals mit einem sehr langen Erdenleben rechnen, denn ihr wisset nicht den Tag und die Stunde eures leiblichen Endes. Aber eure Seele kann auch in sehr kurzer Zeit ausreifen, wenn euer Wille gut ist und ihr zum Ausreifen verhilft.

Kein Mensch kann seine Lebensdauer bestimmen oder darum wissen, und gerade diese Unkenntnis sollte ihn anspornen zu eifriger Seelentätigkeit, er sollte seinen Lebenswandel so führen, daß er ruhig einen jeden Tag als letzten ansehen kann, ohne für seiner Seele Heil fürchten zu müssen. Und es werden in der Endzeit sehr viele Menschen ihr Leben beenden, denn es wird noch eine große Sichtung stattfinden, und viele Menschen werden zu ihrem eigenen Seelenheil vorzeitig abgerufen werden, weil sie auf Erden es versäumen, an ihrer Seele zu arbeiten, und sie doch nicht dem unbarmherzigen Wüten des Gegners von Gott zum Opfer fallen sollen, der sie nur immer tiefer in den Abgrund zieht, wenn ihm nicht zuvor noch diese Seelen entrissen werden.

Gerade die Menschen, die nicht geistig streben, denken nicht an einen frühen Tod, und sie leben ihr Leben verantwortungslos, ohne aber schlecht genannt werden zu können. Ihrer erbarmet Sich Gott, und Er will ihnen verhelfen zur weiteren Entwicklung im Jenseits, was wohl weit schwerer vor sich gehen wird, aber doch nicht unmöglich ist, während auf Erden leicht ein völliges Absinken zur Tiefe das Los der Seelen sein kann, die ohne Verantwortungsbewußsein durchs Leben gehen.

Gelegenheiten werden euch genug geboten, wo ihr ausreifen könnet im Erdenleben, doch wenn ihr sie nicht ausnützet, wertet ihr auch das Leben als Mensch nicht aus, das euch nur zum Zwecke des Ausreifens eurer Seele gegeben wurde. Und dann ist es auch gleichgültig, ob ihr lange oder nur kurze Zeit auf Erden weilet, wenn ihr die Gnade der Verkörperung als Mensch nicht nützet und eurer Seele zur letzten Reife verhelft. Doch selbst wenn ihr ein hohes Alter erreichet, ist das Erdenleben nur kurz zu nennen, gemessen an der Zeit eurer Vorentwicklung. Aber es genügt trotzdem auch eine ganz kurze Erdendauer, daß ihr euren Zweck auf der Erde erfüllet. Und also ist eure Reife nicht abhängig von der Dauer des Erdendaseins, sondern allein von eurem Willen, dieses Dasein zweckentsprechend auszuwerten.

Und immer wieder wird euch durch das Wort Gottes der rechte Weg gewiesen, um zur Vollendung eurer Seele zu gelangen. Immer wieder werden euch die göttlichen Liebegebote vor Augen gestellt, deren Erfüllung allein Zweck und Ziel des Daseins als Mensch ist. Und die Liebe könnet ihr immer üben, und ob euer Leben noch so kurz ist, es wird eure Seele den Vorteil daraus ziehen, wenn ihr den Lebenswandel in Liebe führt. Haltet ihr aber diese zwei Gebote nicht, so ist euer Leben ein Leerlauf und eure Verantwortung desto größer, je länger euer Erdenleben ist, und ihr könnet dann nur dankbar sein, wenn euer Leben verkürzt wird und euch die Möglichkeit einer Weiterentwicklung im jenseitigen Reich noch bleibt, auf daß ihr nicht gänzlich verlorengeht am Ende der Tage, wo ein jeder gerichtet werden wird nach seinen Werken.
Amen
Titel: Früher Tod der Kinder
Beitrag von: Maria am Mai 31, 2018, 07:04:49 Vormittag
Früher Tod der Kinder

B.D. 8772  empfangen am  6.u.7.3.1964

Und Ich werde euch mit Kraft versehen, weil Ich eure Mitarbeit auf Erden brauche, die euren freien Willen voraussetzt. Ich könnte Mir wohl auch Gefäße erwählen und sie bestimmen zu einer Tätigkeit für Mich, doch dies entspricht nicht Meinem ewigen Gesetz der Ordnung, weil der freie Wille allein bestimmend sein muß und kann, der dann auch die Gewähr des Gelingens bietet. Und es sind wohl auch Menschen willig, für Mich zu arbeiten, doch oft fehlen die Voraussetzungen, um eine Erlösungstätigkeit auf Erden zu verrichten. Und darum weiß Ich es, wer sich dieser Tätigkeit freiwillig unterzieht und Mir als geeignetes Gefäß dienet.

Und ein solches Gefäß werde Ich auch zu erhalten wissen und durch alle Notlagen hindurchführen, sonderlich dann, wenn nicht mehr das Verlangen nach der Welt einen Menschen erfüllt, sondern er seine irdischen Wünsche gänzlich zurückstellt, nur um der geistigen Arbeit willen, die er als überaus wichtig erkennt. Und darum wird die Weinbergsarbeit fortgeführt werden können, und euer Bemühen wird stets von Mir gesegnet sein, gilt es doch, noch viel Aufklärung den Menschen zu bringen, die ein offenes Ohr haben, die sich selbst mit Mir in Verbindung setzen und Fragen stellen, die Ich ihnen durch Meine Diener auf Erden beantworte. Es wird euch immer wieder gesagt, daß Ich viele Schulhäuser habe in Meinem Reich, daß das gesamte Universum Schöpfungen birgt, die alle dem Ausreifen des einst-gefallenen Geistigen dienen. Und jedes Schöpfungswerk hat seine eigene Bestimmung, es wird immer den Wesen zur Aufwärtsentwicklung dienen, deren Zustand den Lebensbedingungen jener Schöpfung entspricht.

Und so können Seelen, die den Gang durch die Erdschöpfungen zurückgelegt haben, sich auch auf anderen Gestirnen verkörpern, bestimmter Anlagen wegen, die nur Ich allein erkenne, die ein Ausreifen auf anderen Gestirnen sichern und dann jenen Seelen auch noch die Verkörperung als Mensch auf Erden eintragen können, die dann schon mit einer Mission betraut werden können.

Und das erklärt euch dann auch das Sterben von kleinen und kleinsten Kindern, deren Seelen dem Gang über die Erde nicht gewachsen wären, die dagegen nicht mehr als Mir noch ganz-widersetzlich bezeichnet werden können, so daß Ich ihnen eine andere Fortbildungsmöglichkeit gebe, in einem der zahllosen Schulhäuser, die auch zumeist ihre Aufgabe erfüllen und dem Wesen eine gewisse Reife geben. Es ist diesen Wesen nun zwar nicht möglich, die Gotteskindschaft zu erreichen, die ihnen ein bestandenes Erdenleben einträgt, doch können sie auch im geistigen Reich zur Seligkeit gelangen. Sie können auch einmal wieder, wenn sie schon einen hohen Lichtgrad erreicht haben, zur Erde niedersteigen zum Zwecke einer Mission und sich dann auch die Gotteskindschaft erwerben.

Es spielen bei der Verkörperung einer Seele als Mensch so viele Umstände, Veranlagungen und auch der Reifegrad mit, den sie in ihren Vorstadien schon erreicht hat und der nicht durch ein Erdenleben sinken soll, aber der Schwäche des Körpers wegen sinken kann, wenn sich die Seele in einem nicht für ihren Zustand tauglichen Mutterleib verkörpert, so daß die Ausreifungsschwierigkeiten dann größer sind und ein gänzliches Versagen zur Folge haben können. Dann befreie Ich die Seele wieder von ihrer Außenhülle und versetze sie dorthin, wo ihr eine Höherentwicklung leichter und sicher ist, weil die Seele nicht mehr im krassen Widerstand gegen Mich steht.

Und so gibt es viele Möglichkeiten, um dem einst Gefallenen zur Rückkehr zu Mir zu verhelfen. Es ist die Erde zwar das niedrigste und armseligste Schöpfungswerk, das aber die höchsten geistigen Erfolge zeitigen kann, wenn das Wesen bereit ist, diesen Erdenweg zu gehen. Und doch ersehe Ich es zuvor, ob der freie Wille oder andere Anlässe ein Ausreifen der Seele unmöglich machen, und immer werde Ich dort helfend eingreifen, wo es die Hilflosigkeit einer Seele erfordert, die mit dem ihr auferlegten Los nicht fertig wird und doch nicht Mir willensmäßig widersteht.

Ihr Menschen könnet das nicht beurteilen, doch alles hat seinen Grund in Meiner Liebe und Weisheit, und so auch müsset ihr für den frühen Tod von Kindern eine Begründung Meinerseits annehmen, denn nichts geschieht ohne Sinn und Zweck, und alles ist nur zum Wohl des Geistigen, das einst sich von Mir entfernte und wieder zu Mir zurückkehren soll. Und Ich habe unendlich viele Möglichkeiten, Mein Ziel einmal zu erreichen, und einstens werdet ihr selbst auch alles wissen und erkennen, was Mich zu Meinem Walten und Wirken veranlaßt. Immer aber bin Ich besorgt um das Schwache und werde ihm beistehen in jeder Weise, denn Ich weiß auch um den Grad des Widerstandes einer Seele, wieweit er nachgelassen hat und ob und wie er noch weiter nachlassen wird, und entsprechend versetze Ich die Seele dorthin, wo sie am schnellsten ihr Ziel erreicht.

(7.3.1964) Es ist wohl der Gang über die Erde die einzige Möglichkeit, die Gotteskindschaft zu erreichen, doch Ich weiß es auch, daß und in welchem Maße eine Seele gefährdet ist, auch den schon erreichten Grad zu verlieren und zurückzusinken, denn dann verhindere Ich dies angesichts des nur noch sehr geringen Widerstandes gegen Mich, der auch den freien Willen nicht bestimmen kann und dieser auch ein Zurücksinken nicht ausschaltet. Doch die Seele kann sich schon vor ihrer Verkörperung als Mensch entscheiden, ob sie den Erdengang zurücklegen will, und ihrem Willen wird entsprochen.

Und so auch ist das weitere Los der gewaltsam zu Tode gekommenen Kinder zu erklären, denen gleichfalls die Gelegenheit geboten wird, auf anderen Gestirnen ihren Entwicklungsweg fortzusetzen und auch auszureifen, wenn auch unter anderen Voraussetzungen. Es kann aber auch eine jede Seele, wenn sie es ernstlich will, zum Zwecke der Erreichung der Gotteskindschaft dann wieder zur Erde kommen als Mensch, wenn sie, in einem bestimmten Lichtgrad stehend, freiwillig eine Mission auf sich nimmt, die große Anforderungen an eine solche Seele stellt.

Ihr Menschen könnet nicht alles durchschauen, euch wird Mein Walten und Wirken niemals voll verständlich sein, doch Ich weiß unzählige Wege, um Meinen Geschöpfen zur Höhe zu verhelfen, und Ich weiß auch um den Verlauf und Ausgang eines jeden Erdenlebens. Dennoch greife Ich nur dann ein und stelle selbst eine Änderung des üblen Ablaufes her, wenn einer willigen Seele dadurch geholfen werden kann, was nur allein Ich weiß.

Der Erdengang als Mensch ist schwer, und es gehört Kraft und Willen dazu, ihn zurückzulegen mit geistigem Erfolg. Dem Schwachen helfe Ich jederzeit, wenn es Mir nicht mehr harten Widerstand entgegensetzt. In welcher Weise aber Meine Hilfe zum Ausdruck kommt, das muß Meiner Liebe und Weisheit überlassen bleiben, immer aber wird es Mein Bemühen sein, Meinen Geschöpfen zum letzten Ausreifen zu verhelfen, und immer werde Ich die Mittel anwenden, die Mir einen Erfolg bringen, denn Ich verlange nach Meinen Kindern und (lasse = d. Hg.) keines ins Verderben fallen, das Mir schon zustrebt, was Ich erkenne und nun auch entsprechend wirke.
Amen
Titel: Eintritt ins Kinderreich
Beitrag von: Maria am Mai 31, 2018, 07:07:27 Vormittag
Eintritt ins Kinderreich

Praktische Methode zur Selbstentwicklung der Kinder

Geistige Sonne Band 2, Kapitel 67

[GS.02_067,01] Hier vor uns ist schon die Pforte; also nur mutig eingetreten! Wir sind in dem Garten. Sehet, wie niedlich und in der schönsten Ordnung alles gestellt ist! Kleine Baumalleen durchkreuzen den großen Garten, und bei jeder Kreuzung entdecken wir ein kleines Baumrondell, welches in der Mitte mit einem kleinen Tempel geziert ist. Die Wege sind mit dem schönsten Rasen überdeckt und geben auf diese Weise einen überaus sanft zu wandelnden Weg ab. Zwischen den Alleen entdecken wir freie Räume, auf denen eine Menge der schönsten Blümchen wachsen, ungefähr in der Art wie allenfalls in einem guten Frühjahre auf den Wiesen eurer Erde.

[GS.02_067,02] Ihr saget hier, wie es wohl kommt, daß diese Blumen nicht nach gärtnerischer Kunst geordnet sind, sondern einfach bunt durcheinandergemischt dem Boden entwachsen? Das kommt daher, weil hier eine schon vollkommene Welt ist, und somit alles Wachstum auf einer jeden Stelle vollkommen entsprechend ist mit den geistigen Begriffsfähigkeiten, welche die Bewohner einer solchen Stelle zu eigen haben.

[GS.02_067,03] Hier wohnen aber eben gerade die (Seelen der) jüngsten Kinderchen, welche auf der Erde bald nach ihrer Geburt dem Leibe nach gestorben sind. Diese Kinderchen können doch unmöglich schon irgend geordnete Begriffe und Vorstellungen vom Herrn und Seinem Worte haben; daher sehet ihr hier auch alles jung, klein und bunt durcheinander.

[GS.02_067,04] Sehet einmal nach vorne. Dort in der Mitte dieses großen Gartens werdet ihr ein Gebäude entdecken, das fast die Gestalt eines großen Treibhauses bei euch hat. Was ist es wohl? Nur zu, wir wollen hingehen, und wir werden gleich sehen, was es ist.

[GS.02_067,05] Sehet, wir sind schon dabei; lasset uns eintreten durch die Türe, die vor uns geöffnet ist, und es wird sich sogleich zeigen, was darin anzutreffen sein wird. Wir sind darin; sehet, eine beinahe unabsehbar lange Kleinbettenreihe befindet sich fortlaufend wie auf einer Terrasse etwa drei Schuh über den Boden gestellt. Sehet weiter! Hinter der vorderen Reihe läßt sich wie durch eine Gasse getrennt auch schon eine zweite, dann eine dritte, vierte, fünfte, usf. bis zehnte erschauen. Und sehet, in einem jeden dieser kleinen Bettchen sehen wir ein Kindlein ruhen, und in einer jeden solchen Gasse gehen fortwährend mehrere hundert Wärter und auch Wärterinnen auf und ab und sehen sorgfältigst nach, ob einem oder dem andern Kindlein etwas vonnöten ist.

[GS.02_067,06] Wieviel solcher Bettchen dürften wohl hier in diesem Raume vorhanden sein? Solches können wir leicht berechnen; auf einer Reihe befinden sich zehntausend solcher Bettlein, und zehn Reihen haben wir in dieser Abteilung gezählt, das wären sonach hunderttausend. Wieviel solcher Abteilungen gibt es aber wohl in diesem Gebäude? Es gibt deren zehn; und so werden im ganzen Gebäude eine Million solcher Bettchen vorhanden sein. Jede Abteilung aber steigt hier von Tag zu Tag nach eurer Rechnung; und die Kindlein, die heute in dieser Abteilung in diesen wunderbaren Lebensbettchen ausgereift werden, die werden sobald in die nächste Abteilung gebracht.

[GS.02_067,07] Wenn auf diese Weise die Kindlein in allen den zehn Abteilungen dieses Gebäudes aus- und durchgereift sind, so kommen sie dann schon in ein anderes Gebäude, wo sie nicht mehr in solchen Bettchen ruhen dürfen, sondern da sind für sie gewisse sanfte Geländerreihen errichtet, in denen sie stehen und gehen lernen. Auch dieses Gebäude hat ebenfalls zehn Abteilungen, in welchen das Gehen fortwährend ausgebildet wird. Sind die Kindlein des Gehens vollkommen kundig, da ist schon ein anderes Gebäude von wieder zehn Abteilungen; in diesem Gebäude wird für das Sprechen der Kindlein gesorgt, welche Sorge also klug eingeleitet ist, daß es sich fürwahr der Mühe lohnt, dahin zu gehen und diese Unterrichtsanstalt näher in den Augenschein zu nehmen.

[GS.02_067,08] In diesem Gebäude haben wir ohnehin nicht mehr viel zu lernen; denn das läßt sich von selbst denken, daß diese ganz unzeitig von der Welt herübergebrachten Kindlein lediglich durch die Liebe des Herrn ausgereift werden, und daß die Aufseher darin solche Engelsgeister sind, welche auf der Erde ähnlichermaßen große Kinderfreunde waren. – Und da wir nun dieses wissen, so begeben wir uns ins dritte Gebäude.

[GS.02_067,09] Sehet, dort mehr gegen Mittag steht es in einer schon ziemlich großgedehnten Form; gehen wir also nur hin und sogleich hinein! Wir sind schon in der einen Abteilung, und zwar in der ersten; merket ihr nicht, wie es da wimmelt von den kleinen Schülern und unter ihnen von freundlichen und geduldigen Lehrern und Lehrerinnen? Und sehet, wie diese Kinderchen mit einer allerverschiedenartigsten und buntesten Menge von allerlei Spielereien versehen sind. Wozu dienen ihnen denn diese? Fürs erste zur stummen Begriffssammlung in ihrer Seele, welche hier eigentlich ihr Wesen ist. Hier hören wir noch nichts reden; aber gehen wir in eine zweite Abteilung.

[GS.02_067,10] Sehet, da sind die Kindlein nicht mehr so bunt durcheinander, sondern sitzen auf weichen langgedehnten niederen Bankreihen. Vor je zehn Kinderchen sehen wir einen Lehrer, der einen Gegenstand in der Hand hält, ihn benennt und von den Kinderchen, so gut es nur immer geht, freiwillig nachsprechen läßt. Die Gegenstände sind allezeit also gewählt, daß sie die Aufmerksamkeit der Kindlein an sich ziehen.

[GS.02_067,11] Zudem werdet ihr hier auch bemerken, daß die langen Bankreihen durch aufsteigende Querwände von zehn zu zehn Kinderchen abgeteilt sind. Das ist darum also gestellt, damit bei der Vorweisung eines Gegenstandes die nächste anstoßende Zehnkinderchenreihe bei der Aufweisung eines Gegenstandes in der Aufmerksamkeit nicht gestört wird.

[GS.02_067,12] In dieser Abteilung lernen die Kinderchen bloß die einfachen Gegenstände benennen. In der nächsten Abteilung werden sie schon auf die Benennung zusammengesetzter Begriffe geleitet, wo nämlich ein Begriff zum Grunde und der andere zur Bestimmung liegt. In der vierten Abteilung lernen sie schon von selbst die Begriffe verbinden und auch diejenigen Worte kennen, durch welche Handlungen und Tätigkeiten, wie auch Zustände, Beschaffenheiten und Eigenschaften ausgedrückt werden.

[GS.02_067,13] In der fünften Abteilung geht schon ein förmliches Plaudern an. Solches wird also bewerkstelligt, daß die Lehrer mittels allerlei Gegenständen gewisse Tafeln zum Anschauungs-Unterricht zeigen und kleine Theater aufführen und lassen sich dann von den Kindlein erzählen, was sie jetzt gesehen haben und was da geschehen ist.

[GS.02_067,14] In der sechsten Abteilung wird dieser Lehrzweig in einem schon etwas größeren und sinnumfassenderen Maßstabe fortgesetzt. Da werden schon etwas größere Bilder-Tafeln gezeigt und Theater in der Art aufgeführt, daß sie auf den Herrn einen Bezug haben; nur wird den Kinderchen hier noch nicht Weiteres davon kundgegeben als bloß nur das äußere Bild, und sie müssen dann dasselbe wieder in der bestimmten Lehrzeit also nacherzählen, wie sie es gesehen haben.

[GS.02_067,15] In der siebenten Abteilung, wo die Kinder schon ganz förmlich reden können und ihre Auffassungsfähigkeit einen merklich höheren Grad erreicht hat, werden bereits bedeutend große, allgemeine, auf den Herrn Bezug habende geschichtliche Darstellungen, nicht nur allein in der Form der Bildertafeln, sondern schon dramatisch gegeben, und das gewöhnlich auf eine für die Kinder so anziehende Weise, daß sich diese förmlich vergaffen und verhören, und eben dadurch sich alles das Geschaute und Gehörte desto tiefer einprägen.

[GS.02_067,16] In der achten Abteilung lassen die Lehrer schon von den Kinderchen selbst kleine Stücke aufführen und sich dann wieder erzählen, was durch solch ein lebendiges Bild dargestellt war.

[GS.02_067,17] Dadurch werden die Kinderchen auf die zweckmäßigste Art zur Selbsttätigkeit und zum Selbstdenken angeleitet.

[GS.02_067,18] In der neunten Abteilung müssen die Kinderchen schon selbst neue Darstellungen zu erfinden anfangen, natürlich unter der Leitung ihrer weisen Lehrer, und die erfundenen müssen sie dann auch darstellen, zuerst bloß stumm, dann aber auch redend.

[GS.02_067,19] In der zehnten Abteilung werden wir schon eine Menge Schauspieler und Dramatiker erschauen, und ihre Sprache wird so wohl gebildet sein, daß ihr dazu werdet sagen müssen: Fürwahr, also kann mancher auf der Erde nicht reden, wenn er auch schon eine Universität durchlaufen hat. Man muß hier freilich wohl sagen:

[GS.02_067,20] Im Geiste lernt es sich schneller denn im materiellen Leibe, welcher nicht selten mit großen Schwächen und Unbehilflichkeiten behaftet ist. Das ist allerdings wahr. Aber würde auf der Erde auch eine ähnliche Lehrmethode beobachtet werden, so würden die dort lebenden und wachsenden Kinder ebenfalls ums Unvergleichliche schneller zum geistig entwickelten Ziele gelangen denn also, wo das Kind zuerst mit allerlei Unrat angestopft wird, welcher hernach bei der gründlicheren Bildung des Kindes erst mühsam hinausgeschafft werden muß, bevor das Kind zu etwas Reinerem aufnahmsfähig wird.

[GS.02_067,21] Um euch ein Bild des näheren Verständnisses wegen zu geben, will ich euch nur darauf aufmerksam machen, was ihr selbst schon öfter erfahren habt. Nehmet ihr ein für die Musik talentiertes Kind an, was könnte ein solches in der frühesten Zeit unter einer wahren und schulgerechten Leitung leisten? Wenn man aber solch einem Kinde statt eines gründlichen Lehrers einen barsten Pfuscher gibt, der gewisserart selbst alles andere besser versteht als gerade das, worin er Unterricht erteilt, gibt dem Schüler dazu noch ein schlechtes Instrument, welches entweder wenig oder gar keinen Ton hat und dazu regelmäßig fortwährend verstimmt ist und das alles unter dem Vorwande: Für den ersten Anfang ist es gut genug! Wird aus solch einem talentierten Musikschüler wohl je etwas werden? Wir wollen sehen.

[GS.02_067,22] Nach drei unnütz verschwendeten Jahren wird endlich unserem Schüler ein etwas besserer Meister gegeben. Dieser aber hat wenigstens drei Jahre zu tun, um allen seither angewöhnten Unflat aus seinem Schüler zu bringen. Nun sind sechs Jahre verstrichen, und unser Schüler kann noch nichts. Man will aber nun den ersten Fehler dadurch gut machen, daß man, um aus dem Kinde etwas zu machen, demselben sogleich einen hervorragenden Meister gibt. Dieser Meister hat aber keine Geduld und der Schüler keine große Freude mehr. Also vergehen wieder drei Jahre, und unser talentvoller Schüler hat es kaum zu einem höchst mittelmäßigen Stümper gebracht, während er bei einer gerechten Grundleitung schon in den ersten drei Jahren hätte etwas Bedeutendes leisten können.

[GS.02_067,23] Sehet, also geht es mit allem Unterrichte auf der Erde; darum auch die Fortschritte der Bildung so langsam vor sich gehen. Hier aber ist alles auf das Zweckmäßigste geordnet, darum geht auch jede Bildung mit Riesenschritten vorwärts. – Die Fortsetzung wird uns noch glänzendere Resultate zeigen.
Titel: Anschauungsunterricht in stufenweisen Abteilungen
Beitrag von: Maria am Mai 31, 2018, 07:10:00 Vormittag
Anschauungsunterricht in stufenweisen Abteilungen

Geistige Sonne, Band 2, Kapitel 68

[GS.02_068,01] Ihr habt jetzt gesehen, wie allda die unmündigen Kindlein sprechen lernen; was folgt aber auf das Sprechen? Sehet, da vor uns ist schon ein anderes Gebäude. In dieses werden wir hineintreten, und es wird sich da sofort zeigen, was mit diesen Kindern ferner geschieht. Wir sind schon im Gebäude, welches gar herrlich gebaut ist, und entdecken hier nicht mehr die früheren Abteilungen, sondern das ganze Gebäude stellt einen sehr großen Saal vor, der Raum genug hat, wie ihr euch mit der inneren Sehe überzeugen könnet, um eine Million solcher Schüler zu fassen, und dazu noch auf je zehn zu zehn einen Lehrer obendrauf.

[GS.02_068,02] Was geschieht aber hier? Sehet, da vor uns ist solch ein Schöckchen, ihr sehet mitten einen runden Tisch, um welchen zehn kleine Schüler mit einem Lehrer bequem logiert sind. Was haben die Schüler vor sich auf dem Tische liegen? Wir erblicken Bücher, deren Blätter etwas steif sind, und auf den Blättern sind der Reihe nach kleine, aber überaus meisterhafte Bilderchen.

[GS.02_068,03] Was tun die Schüler mit diesen Bilderchen? Sie sehen sie an und reden hernach oder sagen gewisserart dem Lehrer ihr angeschautes Bild auf. Das ist der erste Anfang zum Lesen; hier werden bloß ausgearbeitete Bilder gelesen.

[GS.02_068,04] Sehet eine Menge Tische hier im Vordergrunde, welche in einer geraden Linie über die Breite des Saales hinlaufen; da befinden sich, wie ihr sehet, lauter Anfänger im Lesen. Ihr saget hier freilich und fraget: Das ist alles recht, richtig und schön, wenn es sich bloß um das Lesen einer reinen Bilderschrift handelt; aber wenn hier auch das Lesen mittels stummer Zeichen oder sogenannter Buchstaben gang und gäbe ist, so sehen wir noch nicht recht ein, wie möglich diese stummen einlautigen Zeichen aus diesen niedlichen Bilderchen hervorgehen werden.

[GS.02_068,05] Laßt es nur gut sein, meine lieben Brüder und Freunde! Wie solches hier vor sich geht, wird euch schon bei den nächsten Tischreihen klar werden; und ihr werdet euch überzeugen, daß man hier auf ganz natürlichem Wege ohne das vorhergehende Buchstabieren und Syllabieren ganz vortrefflich lesen lernen kann.

[GS.02_068,06] Seht, da ist schon die zweite Reihe; was erblicket ihr hier? Ihr saget: Nichts anderes als im Grunde dieselben Bücher, nur sind die Bilder nicht mehr völlig ausgearbeitet, sondern bloß nur mit den sogenannten Konturlinien gegeben. Sehet, da gehört schon mehr Denken dazu, um aus der Verbindung der Linien das früher gut ausgearbeitete Bild wieder herauszufinden. Zugleich aber werdet ihr daraus ersehen, daß dadurch das innere Gemüt mehr zur Tätigkeit angeleitet wird, je mehr für die äußere Beschauung von einem Bilde hinwegfällt; oder das innere Gemüt wird angeleitet, die abgängige Ausführung selbst hinzuzuschaffen. Was die Schüler bei dieser zweiten Reihe tun, haben wir bereits gesehen.

[GS.02_068,07] Gehen wir zur dritten; wir sind hier. Was sehet ihr hier? Ihr saget: Wieder Bücher wie früher; aber hier sehen wir nur Grundlinien, um welche die anderen Konturlinien bloß durch Pünktchen ausgedrückt sind. Sehet, hier ist es schon schwerer, das eigentliche Bild herauszufinden; aber daß man dabei schon mehr zu der eigentlichen Grundbedeutung, gewisserart zum Fundamente des Bildes zurückgeführt wird, ist ersichtlich. Zugleich wird hier die Bedeutung der Bilder schon gründlicher gelesen, und die Linien fangen an, für sich selbst mehr Bedeutung zu gewinnen.

[GS.02_068,08] Es wird auch zugleich erklärt, was da eine gerade, eine krumme und eine kreisförmige Linie ist.

[GS.02_068,09] Gehen wir zur vierten Reihe; was erblicket ihr da? Ebenfalls wieder Bücher, wo zwar auch noch die Grundlinien vorkommen; aber sie sind mehr mit den Konturpunkten umfaßt. Da aber die vorkommenden Bilder eine Menge historischer, meistens auf den Herrn Bezug habende Situationen darstellen, und somit bei jedem Bilde eine oder auch mehrere menschliche Figuren vorkommen, so werden durch diese Grundlinien alle Teile und Gliederungen des Menschen ersichtlich dargestellt, daraus die Schüler gar leicht ersehen, wie die Teile des Menschen geordnet sind, und was für Bedeutung da die einfachen Linien in bezug auf die verschiedenen Teile und Gliederungen des Menschen haben.

[GS.02_068,10] Was geht aber aus dem hervor? Das werden wir sogleich bei der nächsten Reihe sehen.

[GS.02_068,11] Sehet, wir sind schon bei ihr. Da sehen wir dieselben Linien kleiner aneinandergereiht und hie und da die Endteile der Linien in gewisse Punkte auslaufend. Was besagt denn solches? Es ist noch immer das erste Bild; aber die Linien gehen schon mehr in eine stumme Zeichenform über, und die Schüler müssen diese stummen Zeichen also erkennen, als hätten sie das komplette Bild vor sich.

[GS.02_068,12] Gehen wir aber wieder zur nächsten Reihe. Da erblicket ihr in den Büchern bloß eine, zwei oder drei Hauptlinien, und zwar in viel kleinerem Maßstabe gegeben. Diese einzelnen Hauptlinien werden hie und da mit kleinen Bögchen zusammengehängt, um dadurch anzuzeigen, daß sie zusammengehören. Die Nebenlinien werden nur hie und da mit wenigen kurzen Strichelchen und Punkten angezeigt.

[GS.02_068,13] Sehet, ist das nicht schon eine förmliche Schrift? Ja sicher ist sie es; und sie ist die so ganz eigentliche rechte (oder Ur-)Schrift, welche mit dem ganzen Wesen des Menschen korrespondiert. Ihr saget: Das ist richtig; aber wie sieht es denn mit den einzelnen Lauten oder mit dem sogenannten A. B. C. aus? Ich sage euch: Das liegt schon alles darin; denn die sogenannten Selbstlaute sind durch die Punkte und kleinen Strichelchen angezeigt, die Mitlaute aber werden durch die Hauptlinien und deren Verbindungen dargestellt. Dann liest man hier nie nach den einzelnen Buchstaben und lernt sie auch darum nicht im voraus des Lesens wegen kennen, sondern da ist der Weg gerade umgekehrt. Man lernt hier zuerst aus den allgemeinen Zeichen lesen, wie ihr gesehen habt, und aus diesen allgemeinen Zeichen lernt man erst nachher die einzelnen Grundlautzeichen erkennen und zusammensetzen und aus den zusammengesetzten wieder die allgemeinen Zeichen herausfinden.

[GS.02_068,14] Sehet, das ist hier die Art und Weise, auf die allerkürzeste und allerzweckmäßigste Art den Schülern das Lesen beizubringen.

[GS.02_068,15] Daß zu der Erlernung des Lesens schon die frühere Erlernung des Sprechens ungemein viel beiträgt, braucht kaum erwähnt zu werden, indem solches ohnehin mit den Händen gegriffen werden kann. Denn der Unterschied zwischen den Mitteln besteht bloß darin, daß sie bei der Erlernung des Sprechens plastisch und dramatisch sind, beim Erlernen des Lesens aber sind sie flach gezeichnet und in kleinen Maßstäben dargestellt.

[GS.02_068,16] Wir erblicken aber hier noch mehrere Reihen; was geschieht wohl da? Es wird noch fortwährend vollkommener lesen gelehrt; und dieses besteht darin, daß die Schüler aus der Gestalt dieser inneren Schrift, welche geistig ist, durch Entsprechungen am Ende auch alle weltlichen, äußeren Schriften finden und erkennen lernen; und mit nichts sonst als bloß mit dem Lesen gibt man sich in diesem Gebäude ab. Daß dabei die Schüler auch gewisserart schon von selbst das Schreiben lernen, braucht kaum erwähnt zu werden; denn nach dieser Methode werden, wie ihr zu sagen pflegt, mit einem Streiche zwei Fliegen erschlagen.

[GS.02_068,17] Ihr fraget hier freilich und saget: Ja, wenn diese vielleicht kaum fünf- bis siebenjährigen Kinderchen, nach irdischem Maßstabe genommen, solches alles erlernen, was bleibt ihnen denn dann noch zu erlernen übrig? Denn wie wir gesehen haben, so haben sie während des Sprechenlernens durch die zahllos mannigfaltigen Bildertafeln sich ja ohnehin schon fast alles zu eigen gemacht, was der Mensch in seinem Geiste sich nur vorzustellen vermag. Und noch bei weitem mehreres hat ihnen die Erlernung des Lesens geboten, denn in ihren Bildern kamen ja doch so außerordentlich viele und mannigfaltige Situationen vor, daß man mit ihrer Verwirklichung eine ganze Unendlichkeit ausfüllen könnte. Da ist es fürwahr nicht leicht einzusehen, was für höhere Schulen es hier noch geben sollte.

[GS.02_068,18] Laßt es nur gut sein; die Folge wird es euch zeigen, was man hier noch alles zu erlernen hat. Ihr müßt ja nicht denken, daß man im Reiche der Geister als selbst Geist schon gewisserart, wie ihr zu sagen pfleget, alle Weisheit der Himmel mit dem Löffel gefressen hat, und das noch etwa auf einen Schluck obendrauf. Denn das wäre fürwahr eine außerordentliche Einförmigkeit des Lebens, wenn man sich in einer solchen Stellung befände, die keiner Vollkommenheit mehr fähig wäre. Wenn aber der Herr Selbst immer, was ihr freilich wohl nicht recht begreifen werdet, in der Entwicklung Seiner unendlichen Kraft fortschreitet, was ihr leicht aus der Fortschöpfung und Fortpflanzung aller Dinge erschauen könnet, wie sollte es da für Seine Kinder je irgendeinen Stillstand geben? – Wie aber solche Fortschreitungen geschehen, wird die Folge zeigen.
Titel: Von der heiligen Schule des Lebens
Beitrag von: Maria am Juni 03, 2018, 06:37:15 Vormittag
Von der heiligen Schule des Lebens

Geistige Sonne, Band 2, Kapitel 71

[GS.02_071,01] Es ist hier natürlicherweise nicht der Platz, daß wir die ganze Schöpfungsgeschichte des Menschen, wie auch dessen Geschichte bis in die gegenwärtige Zeit gewisserart von Punkt zu Punkt darstellen sollen, sondern wir erschauen hier nur die Art und Weise, wie solches alles unseren kleinen geistigen Zöglingen beigebracht wird.

[GS.02_071,02] Solches könnt ihr im voraus als zur Genüge bekannt annehmen, daß hier im Reiche der vollkommenen Geister in entsprechender Weise alles ums Unberechenbare weiser und klüger angestellt wird, um irgendeinen guten Zweck zu erreichen, als auf der Erde. Das geschieht schon aus diesem sehr einfachen Grunde, weil man hier nicht bei eins bis ins Infinitum zu zählen anfängt, sondern man fängt hier gewisserart beim Infinitum an und zählt von da bis auf eins zurück, oder was ebendasselbe ist, man geht hier nicht von innen nach außen, sondern von außen nach innen; was freilich wohl auch auf der Erde der beste Weg wäre, wenn die Menschen nicht so eitel töricht und dumm wären.

[GS.02_071,03] Aber da die Menschen auf der Erde nur nach den nichtigsten und eitelsten Dingen streben, so glauben und vertrauen sie dem Herrn nur so lange (wohlgemerkt beim besten Maßstabe der Menschen), solange ihnen leiblichermaßen nichts abgeht. Kommt aber eine geringe Versuchung, da fallen sie sobald in ihre alten Zweifel zurück und werfen sich statt dem Herrn nur einer wenig nützenden und sehr schlecht helfenden Welt in die Arme. Also sind schon die besten Menschen beschaffen; woraus aber erhellet, daß ihr Sinn durchaus nicht nach innen, sondern nur nach außen gekehrt ist

[GS.02_071,04] Wo aber der Glaube, das Vertrauen und die Liebe zum Herrn so überaus höchst dürftig bestellt sind, da läßt sich freilich wohl keine ähnliche geistige Bildung erwarten, in welcher der Mensch in einer Minute einen größeren Fortschritt machen würde als auf die gewöhnliche, höchst elende weltliche Weise in zwanzig Jahren, ja manchmal sogar kaum in hundert, wenn das menschliche Leben überhaupt so lange dauern würde.

[GS.02_071,05] Es sind zwar alle Menschen vom Herrn aus darauf angewiesen, keine andere als diese nur alleinige Bildung anzunehmen. Aber sie lassen die heilige Schule des Lebens ruhen, wissen überhaupt nicht, was sie aus ihr machen sollen, und plagen sich dafür lieber ihr ganzes Leben lang mit nichtigen Erkenntnissen der toten Natur und ihrer Verhältnisse. Und wenn sie sich dann am Ende ihres Lebens fragen: Was Wichtiges und Großes haben wir nun wohl erreicht durch unser mühsames Studium? so wird ihnen ihr eigenes Gefühl die Antwort geben: Wir haben es so weit gebracht, daß wir jetzt im allerwichtigsten Momente unseres Lebens im Ernste nicht einmal wissen, ob wir Männlein oder Weiblein sind; und wissen nicht, ob wir jetzt noch ein Leben zu erwarten haben oder keines.

[GS.02_071,06] Sind Himmel, Hölle und Geisterwelt Märchen, erfunden von arbeitsscheuen Klosterhockern; oder sollte wohl etwas daran sein? Ist nichts daran, was ist dann und was wird dann mit uns? Ist aber etwas daran, wo kommen wir dann hin, aufwärts oder abwärts?

[GS.02_071,07] Sehet, das sind die sicheren Früchte weltlicher äußerer Gelehrtheit. Man wird freilich sagen: Wenn das schon der Gelehrtheit Früchte sind, welche Früchte werden dann diejenigen Menschen haben, die sowohl auf dem Lande wie auch in den Städten nicht viel vernünftiger emporwachsen als das Vieh auf der Weide und das Getier in den Wäldern? Hier sage ich euch nichts, als was der Herr Selbst gesprochen hat:

[GS.02_071,08] „Wer da nicht wiedergeboren wird in seinem Geiste, der wird nicht in das Reich der Himmel oder des ewigen Lebens eingehen!“

[GS.02_071,09] Zur Erlangung der Wiedergeburt des Geistes aber ist die Beobachtung derjenigen heiligen Schule des Lebens in all ihren Teilen notwendig, welche der große heilige Meister alles Lebens aus Seinem eigenen heiligen Munde den Menschen der Erde gepredigt hat und sie besiegelt hat mit Seinem eigenen Blute!

[GS.02_071,10] Wer diese Schule nicht zur Hand nehmen will also werktätig, wie es in der Schule angezeigt ist, der muß sich nur selbst zuschreiben, wenn er dadurch das Leben seines Geistes verwirkt.

[GS.02_071,11] Das ist aber doch wohl sicher, daß ein jeder noch so einfache Besitzer irgendeines Gutes wissen muß und auch wissen wird, daß er fürs erste ein Besitzer eines wie immer gestalteten Gutes ist, und wird fürs zweite wissen, was für ein Gut und von welchem Werte er besitzt.

[GS.02_071,12] So ihm jemand wird wollen sein Besitztum streitig machen, dem wird er sicher einen derben Prozeß an den Hals hängen; warum denn? Weil er ganz bestimmt weiß, daß er ein Besitzer ist, und weiß, was er besitzt.

[GS.02_071,13] So aber daneben jemand ist Besitzer des ewigen Lebens im Geiste, saget, kann dieser wohl fragen, ob seine Seele und Geist mit dem Leben des Leibes vergehen werden oder nicht? Wer da fragt: Wie, wann und was, woher und wohin? der ist sicher kein Besitzer des ewigen Lebens, sondern ist nichts als ein feiler Lohnknecht der Welt und fürchtet sich über alles, das Leben seines Leibes zu verlieren; warum denn? Weil er kein anderes kennt.

[GS.02_071,14] Diejenigen aber, welche da sind und ehedem waren wahre Schüler aus der Schule des Herrn zum ewigen Leben, verachteten den Tod des Leibes und harrten mit großer Freude und Wonne nur der völligen Auflösung der schweren äußeren Lebensbande der Welt. Sie bezeugten die Wahrheit der Schule des Lebens aus dem Herrn – als Märtyrer mit ihrem Blute.

[GS.02_071,15] Suchet in der gegenwärtigen Zeit die Märtyrer! – Es gibt wohl hie und da recht wackere Verteidiger der heiligen Schule des Lebens aus Christo, dem Herrn. Aber diese Verteidiger gleichen den Hühnern auf dem Baume, die sich über den unter ihnen herumtanzenden Fuchs lustig machen, weil ihnen ihr Instinkt sagt, daß ihr Feind ihnen also nicht auf die Haut kommen kann. Sind aber die Hühner am Boden und der Fuchs kommt unter sie, da ist es mit dem „Sichlustigmachen“ über den Feind gar, und die Todesangst nötigt unsere tapferen befiederten Helden zur schleunigsten Flucht.

[GS.02_071,16] Also ist es heutzutage auch der Fall mit der Glaubensstärke. Solange sich jemand in irgendeinem Erdwinkel sicher weiß vor den Krallen herrsch- und habsüchtiger Großen der Welt, so lange auch redet er gleich einem Moses auf Sinai. Haben aber diese großen und mächtigen Freunde der Welt und Feinde der Wahrheit unseren Moses aufgespürt und machen Miene, ihn auf eine weltlich höchst unangenehme Weise in Empfang zu nehmen, dann sieht sich unser Wahrheitsprediger um, ob nicht irgendein Pförtchen zum Entwischen noch offensteht. Sollte dieses verrammt sein, dann wird bei strenger weltlicher Prüfung von seiten des stark bedrohten Propheten diejenige mutige Maßregel ergriffen, welche eurer Wissenschaft nach der sternkundige Kopernicus ergriffen hatte, als er vor sich den Scheiterhaufen zu seinem nicht geringen Troste erblickte; oder wie auch manche wirklich fromme Menschen in Spanien zu den löblichen Zeiten der Inquisition getan haben, da sie auch lieber wollten so manche vom Herrn Selbst ihnen mitgeteilte Lehren verbrennen, als über sich selbst eine bedeutende Unannehmlichkeit kommen lassen.

[GS.02_071,17] Jedoch das sind immer noch an und für sich lobens- und achtenswerte Menschen, denn in sich selbst sind sie dennoch von der Wahrheit überzeugt, nur nach außen hin haben sie nicht Mut, dieselbe zu bekennen.

[GS.02_071,18] Der Herr hat aber da freilich wohl gesagt: „Wer Mich bekennen wird vor der Welt, den werde auch Ich bekennen vor Meinem Vater!“ oder anders gesagt: Wer mich wahrhaft in seinem Geiste wird aufgenommen haben, der wird Mich auch bekennen in der Fülle der Kraft der Wahrheit in ihm vor aller Welt; Ich aber werde ihn darum auch erkennen in der Fülle Meiner Liebe als Vater.

[GS.02_071,19] Wenn aber die Sache sich also ausspricht, so wird daraus sicher nichts anderes zum Vorschein kommen, als fürs erste, wie es da lautet im Worte des Herrn: „Viele sind berufen, aber wenige auserwählt!“ – oder verdeutlicht gesprochen: Es werden zwar viele jenseits das ewige Leben erlangen, aber nur ganz wenigen wird das große Glück zuteil werden, als Kinder ins eigentliche Vaterhaus aufgenommen zu werden. Denn die Erlangung dieser Gnade kostet Gewalt; und die es nicht mit Gewalt an sich reißen, die werden es nicht bekommen.

[GS.02_071,20] Aber auf einer andern Seite heißt es wohl auch: „Mein Joch ist sanft und Meine Bürde ist leicht.“ – Diese Stelle mag denjenigen zum Troste gereichen, welche die Wahrheit wohl in sich überzeugend haben, aber dabei dennoch auch so viel Welt, daß sie ihnen den Mut benimmt, die Wahrheit offen vor der Welt zu bekennen. Diese haben dann wirklich an der in ihnen vorhanden seienden Wahrheit des ewigen Lebens ein sanftes Joch und eine leichte Bürde. Diejenigen wenigen aber, welche alles Weltliche aus sich verbannt haben überkommen dann den Geist der Kraft und Stärke, fürchten keine Welt mehr, bekennen die ewig lebendige Wahrheit in ihnen offen und reißen durch die Gewalt ihres Glaubens und ihrer Liebe zum Herrn das Haus des Vaters an sich.

[GS.02_071,21] Solches aber möget ihr auch daraus ersehen, wenn da irgendein Familienvater hätte sein Gut auf dem Lande und hätte dabei auch mehrere recht brave Dienstboten nebst seinen Kindern. Wenn aber Diebe und Räuber in das Haus einbrechen, da werden die Dienstboten sich vor Furcht und Angst verkriechen; aber die erwachsenen Söhne werden mit aller Kraft, mit allem Mute die frevelnden Räuber und Diebe ergreifen und das Leben des Vaters und der Mutter mit ihrem Mute und mit ihrer Kraft schützen.

[GS.02_071,22] Sind die Dienstboten darum schlecht, weil sie sich verkrochen haben? Nein, das sind sie eben nicht; aber sie sind schwache, wenig belebte und somit mutlose Wesen. Aber die Kinder haben das Leben des Vaters in ihrem Grunde; daher ist ihnen auch nichts so heilig als dasselbe. Sollten sie aber, die Dienstboten nämlich, fürs Verkriechen belohnt werden? Ich meine, man braucht kein Jurist zu sein, um einzusehen, daß man in diesem Falle fürs ängstliche Verkriechen sich keines Lohnes wert gemacht hat.

[GS.02_071,23] Solches aber steht ja auch im Worte des Lebens: „Wer viel säen wird, der wird auch viel ernten, und wer wenig säen wird, wird auch wenig ernten.“

[GS.02_071,24] Ich meine, daß aus diesem bisher Gesagten es eben nicht so schwer zu erkennen sein wird, daß sich die Menschen auf dem Wege ihrer jetzigen Weltschulen eben nicht zu viel des ewigen Lebens werden zu eigen gemacht haben; und die überaus magere Aussaat wird auch eine ebenso überaus magere Ernte zur Folge haben.

[GS.02_071,25] Darum aber zeige ich euch auch nach dem Willen des Herrn die lebendigen Kinderschulen in der Sonne, auf daß ihr daraus entnehmen möchtet, wie man eigentlich auch auf der Erde die Schule des Lebens handhaben sollte! – Wir stehen nun in dem Saale, wo wir nächstens die Schöpfungsgeschichte des Menschen und seine weitere Geschichte auf der Erde und den geistigen Zustand derselben werden erkennen lernen.
Titel: Lehrsaal der Schöpfungsgeschichte des Menschen
Beitrag von: Maria am Juni 03, 2018, 06:39:15 Vormittag
Lehrsaal der Schöpfungsgeschichte des Menschen

Geistige Sonne, Band 2, Kapitel 72

[GS.02_072,01] Sehet, auch in dieses überaus großen Saales Mitte befindet sich ein enorm großer Globus, um den eine Galerie angebracht ist. Und da auch dieser Saal eine große Rotunde ist, deren Rundwand mit vielen bedeutend großen Kapellen versehen ist, so erblicken wir in diesen Kapellen auch noch eine Menge kleinere Globen, welche da zu dem vorbestimmten Zwecke dienen.

[GS.02_072,02] Gehen wir aber hin auf die Galerie und besichtigen dort den großen aufgestellten Globus; allda werden wir die Schöpfungsgeschichte des Menschen erschauen. – Wir sind auf der Galerie; so habet denn acht, wie ein hier anwesender Lehrer solches seinen Schülern kundtun wird.

[GS.02_072,03] Sehet, er neigt sich über die große Kugel und rührt sie an. Und sehet, an der Stelle, wo er sie angerührt hatte, geht sobald ein starkes Licht auf, das Licht ergreift sich, bildet sich aus zu einer Form und die Form ist gleich einem Menschen. – Und sehet weiter: der Lehrer rührt die Kugel abermals an, und ein feiner Staub entsteigt der berührten Stelle, umhüllt die frühere Lichtgestalt, und das Licht gibt nun keinen Schein mehr von sich und ist schon umfaßt in gleicher Form mit einer irdischen Hülle.

[GS.02_072,04] Und nun sehet, der Lehrer beugt sich abermals hin und haucht die noch unbelebte Form an und sie wird lebendig, bewegt sich auf dem Platze von selbst und betrachtet die Dinge um sich. Und sehet wieder weiter: die Form wird des Betrachtens müde, sie fällt dahin und geht in einen Schlafzustand über.

[GS.02_072,05] Aber nun beugt sich der Lehrer wieder hin und rührt die schlafende Form an der Seite an, und ihr sehet von der Seite dieser Form wieder ein Licht aufsteigen, das Licht ergreift sich zu einer zweiten menschlichen Form und steht unbeweglich vor der noch schlafenden ersten Form. Aber der Lehrer berührt wieder die erste Form, und ein wenig nasse schweißige Masse, wie ein trüber Tropfen, entwindet sich der ersten Form, löst sich in einen kleinen Nebel auf und umhüllt als solcher die zweite Lichtform. – Das Licht verschwindet, und die zweite Form ist ähnlich der ersten, aber sie ist noch nicht belebt; darum rührt sie der Lehrer abermals an – und sehet, sie lebt und bewegt sich munter hin und her.

[GS.02_072,06] Aber nun rührt der Lehrer auch die erste Figur wieder an; sehet, sie erhebt sich, und da sie eine zweite erblickt, die ihr ähnlich ist, so hat sie eine sichtbar große Freude daran und führt schon eine Mienensprache mit derselben. – Der Lehrer stellt hier gewisserart den Herrn vor und bewirkt nun scheinbar dasselbe mit der ihm vom Herrn dazu verliehenen Kraft, was der Herr in der großen Wirklichkeit verrichtet hat. Er spricht auch ganz dieselben Worte, die der Herr gesprochen hat und die Schüler merken auch die große Macht solcher Worte.

[GS.02_072,07] Nun aber seht hin, wie sich der Lehrer diesem erstgeschaffenen Menschenpaare offenbart und wie er dieses Menschenpaar lehrt.

[GS.02_072,08] Sehet, der Lehrer rührt sich an an der Brust. Alsbald geht ein heller Strahl aus der angerührten Stelle hin zu dem neugeschaffenen Menschenpaare und stellt sich vor demselben ebenso auf als ein dritter Lichtmensch. Und was der Lehrer nun nach den euch bekannten Worten des Herrn vor den Schülern spricht, dasselbe spricht auch der aus dem Strahle aus des Lehrers Brust dargestellte dritte Mensch zu dem erstgeschaffenen Menschenpaare.

[GS.02_072,09] Es ist nicht weiter nötig, euch den Verlauf der ferneren Darstellung weiter mit ansehen zu lassen, denn es geht nun alles, was ihr aus dem Alten und Neuen Worte wisset, buchstäblich vor sich, nur werden dabei die Zeugungsmomente verhüllt. Denn dafür ist noch eine andere gewisserart geistige Zeit, in der unsere Schüler bei größerer Reife ihres Wesens davon auf eine höchst erbauliche Weise unterrichtet werden.

[GS.02_072,10] Ich mache euch aber darauf aufmerksam, daß die Lehrer auf dieselbe Weise ihren Schülern die ganze fernere Führung des menschlichen Geschlechtes auf eine allerzweckmäßigste Art darstellen und am Ende die ganze Erdoberfläche bevölkern und diese Völker auf der Erdoberfläche selbst handeln lassen. Diese erbauen Hütten und Städte, bändigen Tiere zu ihrem Gebrauche, führen Kriege und verfolgen sich genau so, wie es auf der Erde in Wirklichkeit der Fall war. Und sehet, solches geschieht bis zur gegenwärtigen Zeit.

[GS.02_072,11] Die besonderen Momente in der großen Weltgeschichte, als da ist zuerst die Schöpfung des Menschen, dann die Sündflut Noahs, dann die Bundschließung mit Abraham, Isaak und Jakob, dann die große Führung des israelitischen Volkes unter Moses und dessen Nachfolger, dann die Geschichte unter David und Salomo, dann die Geburt des Herrn und von da an die wichtigsten Momente der Ausbreitung Seiner Lehre bilden Hauptabschnitte des Unterrichtes.

[GS.02_072,12] Ist ein solcher Hauptabschnitt vollendet, so werden die Schüler zu den kleinen, in den Kapellen stehenden Globen geführt und müssen da ihren Lehrern in selbstschöpferischer Art wiederholen, was ihnen die Lehrer auf dem großen Globus gezeigt haben. Dadurch wird das Ganze des Unterrichtes selbst lebendig, und die Schüler wissen dann die Begebenheiten der Erde von Punkt zu Punkt genau so lebendig, als wären sie auf der wirklichen Erde von allem selbst mittätige Zeugen gewesen.

[GS.02_072,13] Wenn die Schüler diesen wichtigen Lehrzweig sich zu eigen gemacht haben, dann erst werden sie wieder zum großen Globus geführt und die Lehrer zeigen ihnen dann zugleich die geistige Erde und wie sich diese bildet aus dem Menschengeschlechte.

[GS.02_072,14] Sie zeigen ihnen die Sphären, wie sich diese stets reiner und heller über der eigentlichen materiellen Erde gestalten, und wie eben diese Sphären dann eine landschaftliche Gestaltung bekommen, sobald der Geist eines verstorbenen Menschen in irgendeine Sphäre aufsteigt und von derselben den ihm zusagenden Besitz nimmt.

[GS.02_072,15] Aber zugleich zeigen die Lehrer den Schülern die unterirdischen stets finsterer werdenden Sphären, und wie die Seelen böser verstorbener Menschen hinabsinken in solche finstere Sphären. Wo sie irgendeinen zusagenden Besitz nehmen, dahin drängen sich auch bald mehrere, fangen an sich zu drücken und, dadurch in Zorn übergehend, sich auch zu entzünden, und haben sie sich entzündet, so erschauen die Schüler, wie solche finstere Seelen dann entsprechendermaßen in die verschiedenartigsten scheußlichsten Gestalten übergehen und sich in diesen in stets tiefere und finsterere Sphären versenken.

[GS.02_072,16] Bei dieser Gelegenheit wird den Schülern auch erklärt, was die Sünde ist und wie ein freies Wesen auf der Erde lebend sich versündigen kann.

[GS.02_072,17] Haben die Schüler dieses alles wohl begriffen, dann werden sie aus diesem Saale hinausgeführt und in einen anderen größeren Garten geleitet, wo sich schon höhere Lehranstalten befinden. Daß die Schüler in diesem ersten Garten natürlicherweise nicht in einem Atem fortlernen, sondern dazwischen gar wohlgeordnete Spielstunden haben, das versteht sich von selbst. Denn auch der Geist hat ordnungsmäßig zu seiner Stärkung ruhender Perioden vonnöten, was der Herr schon bei der ersten Schöpfungsgeschichte dadurch anzeigte, daß Er nach den bekannten sechs Schöpfungswerktagen einen siebenten Ruhetag bestimmt hat.

[GS.02_072,18] Und zu den Zeiten Christi hat der Herr Selbst gezeigt, daß Er nach getaner Arbeit gleich einem jeden andern Menschen geruht hat. Also müssen auch die Geister hier Ruheperioden haben, in denen sie sich wieder zum neuen Unterrichte stärken; und so tritt auch, besonders beim Übertritte von einem Lehrgarten in den andern, eine bedeutende Ruheperiode ein. In dieser wird den Schülern gegönnt, mit ihren Lehrern, wenn sie darnach eine Lust haben, sogar Besuche bei ihren Anverwandten auf dem wirklichen Erdkörper abzustatten, welches aber gewöhnlich allezeit nur dann geschieht, wenn ihre verwandten Erdbewohner im tiefen Schlafe sind und im wachen Zustande nur höchst selten etwas davon wissen; besonders dann schon gar nicht, wenn sie mehr irdisch denn geistig gesinnt sind.

[GS.02_072,19] Manche solcher Schüler, da sie vom Herrn schon gar vieles wissen, haben den Wunsch, den Herrn zu sehen. Solcher Wunsch aber wird nur selten erfüllt und das aus dem Grunde, weil sie als Geister noch zu schwach sind, um dem ewigen, allmächtigen Geiste Gottes gegenüber beständig zu bleiben und solche Nähe auszuhalten. Ihre größte Lieblings-Erholung aber besteht darin, so sie Maria, als ihre allgemeine geistige Obervorsteherin und Mutter, besuchen dürfen. Maria besucht gar oft alle diese großen Lehranstalten; aber nicht allezeit sichtbar den kleinen Geistern, wohl aber den Lehrern.

[GS.02_072,20] Ihr fraget, ob alle verstorbenen Kinder von der Geburt an bis in ihr zwölftes Jahr diese Schulen durchmachen müssen? Allerdings, aber nicht in einem und demselben Garten; denn da gibt es für jedes Alter einen eigenen Anfangsgarten. Aber was den zweiten Garten betrifft, da kommen sie schon alle zusammen. – Wie und was aber dort die nahe zahllos vielen Kindergeister erlernen und in was für einen Zustand sie übergehen, wird euch die Folge zeigen.
Titel: Früher Tod - Barmherzigkeit Gottes - Hohes Alter
Beitrag von: Maria am Juni 03, 2018, 06:41:28 Vormittag
Früher Tod - Barmherzigkeit Gottes - Hohes Alter

B.D. 3260  empfangen am  18.9.1944

Vom Willen Gottes hängt es ab, in welchem Reifegrad der Mensch abberufen wird aus dem Erdenleben in das geistige Reich. Dies ist auch eine scheinbare Ungerechtigkeit, die in den Menschen die Ansicht verstärken kann, daß Gott bestimmte Menschen auserwählt habe zum Selig-Werden, während andere durch Seinen Willen schmachten müssen in einem Gott-fernen Zustand. Und doch ist diese Ansicht gänzlich irrig. Denn auch hier waltet die göttliche Liebe und Weisheit, welche allzeit um den Willen des Menschen weiß und darum das Leben dann beendet, wenn eine Höherentwicklung auf Erden in Frage gestellt ist.

Im gebundenen Zustand vor der Verkörperung als Mensch gibt es nur eine immerwährende Aufwärtsentwicklung bis zu dem Reifegrad des Wesenhaften, der diese letzte Verkörperung zuläßt. Nun aber entscheidet der freie Wille des Menschen selbst, und es kann sowohl die Aufwärtsentwicklung ihren Fortgang nehmen als auch ein Stillstand oder eine Rückentwicklung eintreten, und wieder kommt es darauf an, ob der Mensch als solcher seinen anfänglichen Reifegrad schon erhöht hat und dann erst in die Gefahr gerät, daß seine Entwicklung ins Stocken kommt, oder ob er auf gleicher Stufe verharrt wie am Anfang seiner Verkörperung und dann eine Rückentwicklung zu fürchten ist.

Dann ist es immer ein Werk der Barmherzigkeit Gottes, wenn der Mensch abberufen wird, wenn er auf dem Höchststand seiner Entwicklung auf Erden angelangt ist, d.h., wenn Gottes Liebe ihn davor bewahrt, noch weiter zu sinken oder ein weiteres Leben ungenützt für seine Seele zu lassen. Denn desto größer wird seine Schuld, je mehr er die Gnadenzeit seiner Verkörperung in Anspruch nimmt, ohne sie auszuwerten. Es kann ein Mensch in seiner Jugend streben zur Höhe und dann sein Streben einstellen, und seine bisherige Entwicklung nimmt keinen weiteren Fortgang, dann ruft Gott ihn ab und gibt ihm im Jenseits weitere Möglichkeiten zum Reifen.

Es kann aber auch der Mensch erst in späteren Jahren seinen Willen wandeln, und seine noch mangelhafte Entwicklung kann dann einen plötzlichen Aufschwung nehmen, und er kann also einen höheren Reifegrad erreichen, wenngleich er lange Zeit vorher vergehen ließ, ohne seiner Seele zu gedenken. Dann wird ihm von Gott ein langes Leben geschenkt, denn Gott ersah den Willen des Menschen von Ewigkeit, und Er hat entsprechend dessen Lebenslauf bestimmt. Denn jedes Menschenschicksal ist von der Liebe und Weisheit Gottes erwogen, niemals aber von der Willkür Gottes abhängig. Und keinem Menschen würde Gott die Gelegenheit zum Reifen auf Erden entziehen, so dieser bereit wäre, sie auszunützen.

Doch Seiner Gnade wird nur wenig geachtet, und die Menschen sind nicht willens, entsprechende Hinweise anzunehmen. Und da Gott seit Ewigkeit weiß, welche Menschen sich ganz besonders ablehnend gegen Ihn verhalten, da Er auch weiß, wann der Mensch den höchsten Entwicklungsgrad auf Erden erreicht hat, ist auch die Dauer seines Erdenlebens seit Ewigkeit bestimmt und diese ganz verschieden lang, wie es die göttliche Weisheit als zweckvoll und erfolgreich erkennt. Doch niemals wird Gott ein Erdenleben vorzeitig beenden, das dem Menschen noch eine höhere Reife verspricht, denn Gottes Liebe ist stets und ständig besorgt darum, daß der Mensch auf Erden die höchstmöglichste Reife erzielt; und nimmermehr würde Er dem Menschen eine Möglichkeit vorenthalten, die ein Ausreifen zur Folge hätte.

Doch Er weiß von Ewigkeit um jede Regung des menschlichen Willens, und Er bewahrt die Seele oft von gänzlichem Abfall, d.h. von einer Rückentwicklung, die kommen würde, wenn Er das Erdenleben nicht beendet. Darum wird der ständig Strebende ein hohes Alter erreichen, wie umgekehrt ein hohes Alter immer noch eine langsame Aufwärtsentwicklung beweiset, auch wenn dies der Mitwelt nicht ersichtlich ist. Immer ist ein langes Erdenleben eine Gnade, doch auch ein Leben von kurzer Dauer beweiset die Liebe Gottes, die stets am Werk ist, auch wenn der Mensch sie nicht immer zu erkennen vermag.
Amen
Titel: Verfrühtes Abscheiden von der Welt - Zweck
Beitrag von: Maria am Juni 03, 2018, 06:42:49 Vormittag
Verfrühtes Abscheiden von der Welt - Zweck

B.D. 3258  empfangen am  16.9.1944

Fortgesetzt wird den Menschen das Vergehen irdischer Dinge vor Augen geführt, und ständig tritt der Tod an sie heran, wenn zahllose Menschen verfrüht aus dem Leben scheiden und sie jene machtlos den Ereignissen gegenüberstehen, die Leid und Elend über die Menschen bringen. Doch ihren Sinn wandeln sie nicht, und sie denken auch nicht über die eigentliche Ursache des Leidens und verfrühten Sterbens der Menschen nach. Und darum nimmt das Leid immer schmerzhaftere Formen an, und die Menschheit wird voller Entsetzen das Weltgeschehen verfolgen und erstarren über die Größe des Unglücks, das über sie hereinbricht. Denn sie will es nicht anders, bleiben doch die Menschen völlig unbeeindruckt von dem Elend der Zeit, und sie ziehen keinen Nutzen davon für ihre Seelen. Und darum wendet Gott die schärfsten Mittel an, um sie aufzurütteln aus ihrer Lethargie, denn ob auch die Menschen irdisch und körperlich leiden, ihre Seelen bleiben unberührt davon, sie bleiben gleichgültig den Schicksalsschlägen gegenüber, ansonsten sie sich zu wandeln suchten in der Erkenntnis, daß ihre geistige Einstellung der Anlaß zu dem vermehrten Leid auf Erden ist.

Und darum müssen auch so viele Menschen vorzeitig aus dem Leben scheiden, weil ein längeres Verweilen eher ihren Seelen zum Nachteil als zum Vorteil wäre, indem sie ihren Glauben völlig verlieren und nur noch ihres irdischen Lebens gedenken würden. Darum läßt Gott es auch zu, daß so unzählige Menschen das Leibesleben verlieren trotz mangelhaften Reifezustandes, um eine Rückentwicklung zu verhindern, um ihnen noch im Jenseits die Möglichkeit zu geben auszureifen, denn ihnen bleibt der Zustand auf Erden nicht verborgen, und sie können auch den weiteren Verlauf verfolgen und zur Erkenntnis kommen, daß die Menschen selbst das schwere Erdenleid verschulden durch die Vernachlässigung ihres Seelenheils, durch einen falsch geführten Lebenswandel, durch Glaubenslosigkeit und liebloses Denken.

Es können aber auch die Menschen, die Gott vorzeitig abruft von der Erde, noch angesichts des Todes zur Erkenntnis kommen, sie können sich noch innig Gott verbinden, sie können durch großes Leid noch geläutert werden, und dann hat dieses ihnen einen erhöhten Reifegrad eingetragen, den ein längeres Erdenleben ihnen nicht gebracht hätte, und dann ist ein frühes Abscheiden von der Welt noch für sie von Segen. Und so groß das irdische Leid auf Erden ist, es ist nur ein Mittel zur Gewinnung der Seelen, jedoch von wenigen Menschen nur als solches erkannt.

Die Größe der Not soll sie den Weg zu Gott finden lassen, Der jegliche Not bannen kann und auch bannen wird, so der Mensch gläubig Seiner Hilfe harrt. Wo jedoch auch diese große Not erfolglos ist, wo die Menschen Ihn vergessen und in der größten Gefahr schweben, gänzlich dem Abgrund zuzusteuern, dort beendet Gott so manches Erdenleben, und Er läßt unmenschlich scheinendes Unglück zu, denn Er gedenket stets der Seelen der Menschen, und Er sucht diese zu retten, wenngleich dabei der Körper vergeht, denn nichts ist falsch, was Er tut, sondern alles gut und für die Seele des Menschen von Segen.
Amen
Titel: Verbrennen - Beschleunigter Auflösungsprozeß
Beitrag von: Maria am Juni 03, 2018, 06:44:06 Vormittag
Verbrennen - Beschleunigter Auflösungsprozeß

B.D. 1899  empfangen am  28.4.1941

Alles geht der Erlösung entgegen, weil es den Gang der Höherentwicklung gehen muß. Trennt sich nun das Geistige von der Materie, so hat es die letztere überwunden; nicht immer aber ist das Geistige so völlig ausgereift, daß es keiner irdischen (Verformung) Form mehr bedarf, und es nimmt dann wieder Aufenthalt in einer neuen Form, die gleichfalls Materie ist.

So nun aber die Seele, das Geistige im Menschen, aus dem Körper scheidet, hört die irdische Verformung auf, d.h., die Seele entflieht der letzten Form auf Erden, um nun unbeschwert von jeglicher Materie in ein neues Reich einzugehen, das gänzlich anders als die Erde ist. Es ist der Leib, die letzte irdische Form, nun wieder der Auflösung ausgesetzt, d.h., die geistigen Substanzen, aus denen auch der irdische Leib gebildet ist, müssen, da sie das noch im Anfangsstadium der Entwicklung stehende Wesenhafte sind, den Gang der Höherentwicklung gleichfalls durchmachen und sich zu diesem Zweck wieder den göttlichen Schöpfungswerken zugesellen, deren Zweck eben die Höherentwicklung des Geistigen ist.

Nun kann dies geschehen in vielfacher Weise, jedoch muß ihm immer die Möglichkeit einer dienenden Tätigkeit gegeben werden, also es müssen diese Substanzen sich einem solchen Schöpfungswerk zugesellen, wo es irgendeine Aufgabe zu erfüllen hat, um durch das Erfüllen dieser Aufgabe zu dienen, denn nur durch Dienen kann das Wesenhafte ausreifen. Wird ihm die Möglichkeit zu dienen genommen, dann wird der Höherentwicklungsgang unterbrochen, was für das Wesenhafte einen äußerst qualvollen Zustand bedeutet.

Die Leidenszeit des Geistigen kann zwar scheinbar abgekürzt werden, das Geistige dankt es jedoch nicht dem Menschen, der in seinen Entwicklungsgang eingreift und es am Dienen hindert. Sowie nun der Körper des Menschen an seiner natürlichen Zersetzung gehindert wird, indem man seinen Auflösungsprozeß zu beschleunigen sucht durch Verbrennen desselben oder auch auf chemischem Wege, so geht dieses Geistige einen weit qualvolleren Weg und muß ihn auch gehen, weil dieser Prozeß gegen die göttliche Ordnung verstößt, gegen die Bestimmung, die Gott einem jeden Schöpfungswerk gegeben hat.

Es ist dies eine eigenmächtige Handlungsweise der Menschen, die nicht mit dem göttlichen Willen übereinstimmt. Es soll der menschliche Leib der Erde übergeben werden, so wie es seine Bestimmung ist. „Von der Erde bist du genommen, zur Erde sollst du wieder werden“, sofern Gott Selbst es nicht anders bestimmt durch Sein Eingreifen und Beenden eines Menschenlebens in anderer Weise als durch den natürlichen Leibestod des Menschen. Hat sich die Seele des Körpers entäußert, so ist die Aufgabe des Körpers, also des Geistigen, woraus der Körper gebildet ist, der Seele gegenüber erfüllt. Doch bis dieser sich völlig aufgelöst hat, sind ihm noch weitere Möglichkeiten gegeben, dienend in Aktion zu treten, wenn dies auch dem Menschen wenig verständlich erscheint während nicht die geringste dienende Tätigkeit dem Überbleibsel eines beschleunigten Auflösungsverfahrens obliegt.

Ungemein irrig ist daher die Annahme, daß sich der Körper des Menschen der Seele zugesellt durch einen solcherart herbeigeführten Läuterungsprozeß. Das Geistige der Außenform hat wohl die gleiche Bestimmung, dereinst sich zusammenzuschließen mit unzähligen Seelensubstanzen, um gleichfalls wieder als menschliche Seele den letzten Gang der Entwicklung auf Erden zu gehen.

Jedoch wird dies nie so vor sich gehen, wie die Menschen irrtümlich glauben, weil allem Wesenhaften eine bestimmte Zeit gesetzt ist zu seiner Entwicklung, die der Mensch nicht nach eigenem Gutdünken verkürzen kann durch ein äußeres Verfahren, so er nicht die einzige Möglichkeit der geistigen Höherentwicklung voll und ganz ausnützt auf Erden, d.h. er durch seinen Lebenswandel, seine rechte Einstellung zu Gott, seinen Glauben und durch rege Liebetätigkeit einen Reifegrad erwirbt, der auch der körperlichen Hülle den Erdenlebensweg verkürzen kann, jedoch immer es dem Willen Gottes anheimgestellt werden muß, welche dienende Aufgabe Er dieser noch zuweist.
Amen
Titel: Unvergänglichkeit - Ewigkeit - Selbstmord
Beitrag von: Maria am Juni 03, 2018, 06:45:32 Vormittag
Unvergänglichkeit  - Ewigkeit - Selbstmord

B.D. 974a empfangen am  21.6.1939

Das Problem der Unvergänglichkeit, der Ewigkeits-Begriff, ist vom Menschen nicht zu lösen, denn er fasset verstandesmäßig nicht etwas, was über irdische Begriffe hinausragt einerseits, andererseits ist ihm aber auch geistig keine Erklärung zu geben, die hinreichend wäre zum Verständnis dessen. Erst das Eingehen in Lichtregionen gibt dem Wesen teilweise Aufschluß, es bleibt ihm jedoch auch dann noch ein Problem, das gleich der ewigen Gottheit niemals restlos gelöst und begriffen werden kann. Dies muß vorausgesetzt werden, um das Nachfolgende verständlich zu machen: In Zeiten geistiger Not fühlen sich die Menschen versucht zu glauben, ihrem Leben und somit ihrem Sein ein Ende setzen zu können nach Belieben, weil sie einen begrenzten Zeitraum nur zu existieren glauben und also auch diesen abzukürzen sich für berechtigt und befähigt halten. Denn es fehlt ihnen einfach das Verständnis für die Unvergänglichkeit, für einen unbegrenzten Zeitraum, für die Ewigkeit. Daß sie nimmer aufhören zu sein, ist ihnen nichts Beweisbares, aber der Gedanke viel angenehmer, das Leben einmal beendet zu wissen.
Und es hat der Mensch wohl mitunter ein Unbehagen vor dem zeitlichen Ende, findet sich aber mit diesem Gedanken eher ab als mit dem eines Weiterlebens nach dem Tode, weil er alles auf Erden als zeitlich begrenzt erkannt hat und daher niemals an eine Unvergänglichkeit seines Ichs glauben will und kann. Einem solchen Menschen dann den Begriff „ewig“ klarmachen zu wollen wäre einfach unmöglich.

Der Gedanke, daß etwas, was mit ihm in engstem Zusammenhang steht, niemals aufhören soll zu sein, belastet ihn und weckt in ihm das Verantwortungsgefühl, denn es ist begreiflicherweise das Leben ganz anders anzusehen, sobald mit einem ständigen Bestehen gerechnet werden muß.

(Unterbrechung)

B.D.  974b  empfangen am  22.6.1939

So werden die Menschen, die das Fortleben bewußt verneinen, auch nicht davor zurückschrecken, dem irdischen Leben selbst ein Ende zu setzen, denn sie glauben damit das Ende von allem herbeizuführen, so sie sich ihres Erdenlebens entledigen, und sie bedenken nicht, wie sich ihr Handeln auswirkt, so ihre Ansicht irrig ist. Was sie dahingeben, ist ja nur die Außenform, nicht aber das Leben selbst, dieses müssen sie gleichfort weiterleben. Denn das ist nicht zerstörbar, weder auf Erden noch im Jenseits, es ist im wahren Sinne des Wortes unvergänglich, also von Ewigkeitsdauer.

Es ist kein Ende dessen möglich, weil der Schöpfer aus Sich heraus das Wesen erschaffen hat und alles, was göttlich ist in seiner Ursubstanz, unmöglich je vergehen kann. Und so hat auch der Schöpfer in Seiner Weisheit angeordnet, daß dem Wesen keine Schranken gesetzt sind im Erreichen des Vollkommenheitszustandes, daß es sich auch in der Ewigkeit in ständigem Höherstreben betätigen kann und also fortgesetzt wirken und geben wie auch empfangen kann, ohne sich je zu erschöpfen oder der ewigen Gottheit das letzte abgefordert zu haben.
Der Begriff „Ewigkeit“ ist so wenig vorstellbar dem Erdenmenschen, wie ihm auch die Unvergänglichkeit nicht restlos erklärt werden kann, denn auf Erden ist nichts, was unvergänglich wäre, und die Unvergänglichkeit der Seele kann ihm auch nicht bewiesen, sondern muß von ihm geglaubt werden. Und der Zeitbegriff „Ewigkeit“ ist ebenfalls mit menschlichem Verstand nicht zu analysieren. Denn es kann unmöglich der Versuch dessen zu einem Resultat führen, wenn der Mensch an nichts Irdischem denselben Vergleich aufstellen kann. Es wird vom Menschen erst dann etwas als Wahrheit angenommen, wenn es mit einem Beweis belegt werden kann. Und so bleibt auch hier wiederum nur der Glaube. Es muß der Mensch glauben, was ihm nicht bewiesen werden kann, und er muß folglich die Unvergänglichkeit des Wesens bis in alle Ewigkeit allem sonstigen Denken voransetzen.
Amen
B.D.  974b  empfangen am  22.6.1939
Titel: Eigenmächtiges Beenden des Lebens
Beitrag von: Maria am Juni 05, 2018, 07:32:28 Vormittag
Eigenmächtiges Beenden des Lebens

B.D. 6005  empfangen am  19.7.1954

Es ist euch Menschen eine Zeit zugebilligt zur letzten Erlösung aus eurer Fessel, zur endgültigen Freiwerdung aus der Form. Doch diese Zeit ist verschieden lang bemessen, so wie Ich es als gut erkannte für eure Seele. Nicht willkürlich wird euer Erdenleben von Mir aus beendet, doch jedes einzelnen Seelenreife ist Mir ersichtlich, und so auch weiß Ich um die Gefahr eines Abfalles oder um die Möglichkeit eines weiteren Aufstieges auf Erden. Und Meine Liebe und Barmherzigkeit beendet auch vorzeitig ein Menschenleben, um für die Seele einen Rückgang zu verhindern oder Ich ersehe die Möglichkeit einer Wandlung in letzter Stunde und verlängere daher die Lebensdauer, immer nach weisem Ratschluß, denn Mir ist alles bekannt, was einer Seele zum Heil gereicht. Und nun werdet ihr verstehen, welch schwerwiegendes Vergehen ein eigenmächtiges Beenden des Leibeslebens ist, welche Sünde ihr begehet, daß ihr Meiner Liebe und Barmherzigkeit vorgreifet und die Gelegenheiten nicht ausnützet, die eurer Seele geboten wurden zur Vollendung.

Ihr greifet ein in Meinen Heilsplan und füget euren Seelen einen Schaden zu, der einmal übergroße Reue und Selbstvorwürfe in euch auslösen wird, doch nicht mehr gutzumachen ist im jenseitigen Reich, denn die Vergünstigungen, die ihr auf Erden ausnutzen solltet und konntet, können euch im jenseitigen Reich nimmermehr geboten werden. Ihr habt euch unwiederbringlich etwas verscherzt, selbst wenn es euch noch gelingt, euren Seelenzustand etwas aufzubessern, wenn ihr nun zur Höhe strebet.

Doch eine große Gefahr besteht, daß die Seele absinkt, daß sie sich auflehnt, wie ihr eigenmächtiges Beenden des Lebens eine Auflehnung war, und sie in dieser Abkehr verbleibt. Es bedürfen solche Seelen großer Hilfe, daß sie nicht verlorengehen für ewige Zeiten, doch es geschieht auch ihnen nur nach ihrem Willen. Ich stehe wahrlich allen bei, auch in größter Not, die auch sofort sich verringert, wenn der Mensch nur an Mich denkt, wenn er Mich anruft um Hilfe.

Und die Not ist auch nur das Mittel, eure Gedanken Mir zuzuwenden, auf daß ihr nun auch einen Erfolg von eurem Erdenleben verzeichnen könnet. Die Not bricht nicht unbegründet über den Menschen herein, denn dessen Seele ist in Gefahr, aus der sie durch diese Not herausfinden soll. Und sie gefährdet sich desto mehr, je mehr sie sich verhärtet gegen Mich, um zuletzt Meinem Willen zu trotzen und das Leben hinzuwerfen, das ihr Meine Liebe und Gnade schenkte zur letzten Erlösung.

Denn die Verkörperung als Mensch ist für die Seele eine Gnade, ein Geschenk Meiner Liebe, es ist die letzte Stufe zur Höhe, die sie betreten darf, um dann für Ewigkeit frei und selig sein zu können. Die Seele ist kurz vor ihrem Ziel angelangt und daher für ihr Tun verantwortlich, wenn sie dieses Gnadengeschenk nicht auswertet, sondern es wegwirft in Verblendung des Denkens. Mir ist jede Regung eines Menschenherzens bekannt, und Ich richte wahrlich gerecht. Ich trage der Schwäche Meiner Geschöpfe Rechnung, doch sie ist nicht unverschuldet, und der freie Wille des Menschen belastet ihn, sowie er falsch gerichtet war, also mißbraucht wurde.

Der Mensch kann seine Not nicht beenden durch seinen Eingriff, er wird sie fortsetzen müssen, er wird nicht aus seiner Not herausfinden, und darum wird die Seele unsäglich leiden im jenseitigen Reich, bis sie in gleicher Weise ihrer Herr wird, wie sie es auch auf Erden konnte, bis sie zu Dem ihre Zuflucht nimmt, Der Herr ist über Leiden und Not, weil Er der Sieger ist über Sünde und Tod.
Amen
Titel: Willensfreiheit - Abbruch der Entwicklung
Beitrag von: Maria am Juni 05, 2018, 07:34:22 Vormittag
Willensfreiheit - Abbruch der Entwicklung

B.D. 3794  empfangen am  8.6.1946

Dem menschlichen Willen lasse Ich seine Freiheit. Was das bedeutet, und warum es nicht anders zulässig ist, das werdet ihr erst verstehen können, so ihr wiedergeboren seid im Geist, so ihr Kenntnis habt von Meinem Heilsplan von Ewigkeit, von der Erlösung des Geistigen, das unfrei ist. Dann erst werdet ihr die Notwendigkeit einsehen, daß die Menschen selbst sich zuvor wandeln müssen, wollen sie eine Änderung ihrer Lebenslage erzielen, wenngleich Ich der Herr bin über Himmel und Erde und alles nur möglich ist durch Meinen Willen oder Meine Zulassung.

Wie sich der Mensch selbst zu Meinen ewigen Gesetzen einstellt, wie er sich selbst einfügt oder auflehnt gegen Meine ewige Ordnung, so ist auch das Los auf Erden und im geistigen Reich, das er sich selbst bereitet. Ich werde nie und nimmer den Willen des Menschen gewaltsam brechen, nur durch allerlei Mittel Meine Geschöpfe zu bewegen suchen, ihren Willen selbst zu wandeln. Und ein solches Mittel ist auch die große Not, die über die Erde geht, die jedoch von Menschen selbst veranlaßt ist durch eben ihren verkehrten Willen. Ich muß sie austoben lassen um ihrer selbst willen, will Ich nicht die Möglichkeit unterbinden, als freies Geschöpf dereinst auch den Willen zu gebrauchen in der rechten Richtung und vollkommen zu werden.

Was aus Meiner Kraft hervorgegangen ist, war und bleibt Göttliches, das nimmermehr in unfreiem Zustand verbleiben kann, selbst wenn es sich aus eigenem Willen in diesen versetzt hat. Nehme Ich aber dem Menschen die Willensfreiheit, dann bleibt das Geschöpf ewiglich unfrei, es kann nie wieder in seinen Urzustand zurückkehren, den es nur im freien Willen erreichen kann. Oder aber Ich muß dem aus Mir hervorgegangenen Geschöpf jegliche Kenntnis nehmen von seiner Bestimmung und es dann leiten nach Meinem Willen. Dann aber ist es ein gerichtetes Wesen, das noch weit von der Göttlichkeit entfernt ist.

Soll es seinem Urzustand jedoch näherkommen, dann muß ihm die Freiheit des Willens gegeben werden, und es muß nun den Willen gebrauchen in der rechten Weise. Dazu gab Ich ihm das Leben als Mensch, Ich gab ihm die Fähigkeit, zu denken und zu handeln, und Ich werde seinen freien Willen niemals ausschalten, bevor seine Probezeit auf Erden abgelaufen ist. Doch einen mißbrauchten Willen muß Ich erneut binden auf lange Zeit, ihm die Freiheit erst dann wieder zurückgebend, wenn es wieder die Gnade hat, als Mensch verkörpert den Weg auf Erden zu wandeln und erneut die letzte Willensprobe abzulegen.

Es ist dies Gesetz seit Ewigkeit, das Ich nicht umstoßen kann, weil dies Meinem Gesetz von Ewigkeit widersprechen und das Wesenhafte seiner Göttlichkeit völlig berauben würde, denn was von Mir ausgegangen ist, bleibt immer und ewig Mein Anteil, dem als letztes Ziel das Erreichen des Urzustandes gesteckt ist, wozu der freie Wille unumgänglich notwendig ist. Und ob dieser freie Wille Taten der krassesten Lieblosigkeit gebärt, Ich werde ihn nicht binden vor der Zeit, nur durch Meinen Willen dort wieder die Ordnung herstellen, wo der freie Wille des Menschen genützt wird zur Annäherung an Mich.

Doch so die Stunde gekommen ist, die Ich als Ende bestimmt habe seit Ewigkeit, bricht Mein Wille die Aufwärts- oder Rückentwicklung ab. Dann wird erst wieder ein Zustand der Ordnung hergestellt, der das Binden des total verkehrten Willens bedingt, auf daß die Erlösung des unfreien Geistigen erneut ihren Anfang nehmen kann, denn Ich höre nie auf, für das aus Mir hervorgegangene, aus freiem Willen von Mir abgefallene Geistige zu sorgen, daß es seine Freiheit zurückerhalte, daß es seinen Urzustand erreiche und dereinst selig werde.
Amen
Titel: Erweckung der Toten durch Gottes Wort
Beitrag von: Maria am Juni 05, 2018, 07:35:40 Vormittag
Erweckung der Toten durch Gottes Wort

B.D. 5605  empfangen am  18.2.1953

Das Tote sollet ihr zum Leben erwecken, aus der Tiefe sollet ihr emporholen das Leblose und ihm Leben einhauchen, ihr sollet es mit einer Kraft berühren, die es lebendig macht. Und diese Kraft ist Mein Wort, das aus der Höhe euch zugeht, das Ich Selbst euch zuleite, damit ihr es als Mittler weitergebt, damit Meine Kraft auch die berühre, die noch tot sind im Geist. Ihr besitzet etwas Köstliches, eine Gabe, die eine Wunderwirkung hat, ihr besitzet geistige Kraft und könnet somit die Toten zum Leben erwecken.

Doch wie ihr es von der Ewigen Liebe empfanget, so auch müsset ihr in Liebe Mein Wort weitergeben; es muß euch der Hilfswille antreiben, auszuteilen, was euch selbst zum Leben erweckte. Dann werdet ihr stets Erfolg haben und segensreich wirken können auf Erden und auch im geistigen Reich. Große Finsternis ist überall, und in dieser Finsternis weilen unzählige geistig tote Seelen. Leben aber bedeutet auch Licht. Zum Leben erwachen kann nur die Seele, die von einem Lichtstrahl berührt wird, der Liebewärme ausstrahlt und also belebend wirket auf die erstarrte Seele. Ein Liebelicht muß diese toten Seelen berühren, dann erwachen sie sicher zum Leben. Und diesen Liebe- und Lichtstrahl sollet ihr ihnen bringen, indem ihr ihnen Mein Wort schenket, das überaus wohltätig sie berührt, sowie es in Liebe ihnen dargeboten wird.

Es ist ein heilkräftiges Lebenswasser, das euch durch Meine Liebe und Gnade unausgesetzt zufließet, eure Seelen gesunden daran, und sie finden das rechte Leben, und ihr brauchet daher den Tod der Seele nicht mehr zu fürchten. Doch die vielen Seelen, die in ihren Gräbern ruhen. die zwar noch ihren Gedanken nach auf der Erde wandeln und doch geistig tot sind und in bedrückender Finsternis, diese Seelen umgeben euch, und ihnen sollet ihr Hilfe bringen, ihr sollet ihnen emporhelfen aus der Nacht des Todes zum Licht des Lebens. Denn ihr habt ein wirksames Mittel, ihr habet das einzigste Mittel, das ihnen helfen kann, ihr habet Mein Wort, die Kraft- und Lichtausstrahlung Meiner Selbst, die niemals ohne Wirkung bleibt, wenn sie die Seele nur berühren kann.

Solange Mein Wort nur an das Ohr des Menschen dringt, berührt es noch nicht die Seele, denn diese allein ist für die Wirkung Meines Wortes empfindsam. Doch nur die Liebe öffnet die Tür, so daß Ich Selbst mit Meiner Liebekraft die Seele berühren kann. Und eure Liebe öffnet Mir die Tür, so ihr bemüht seid, diesen toten Seelen Hilfe zu bringen, und ihr ihnen Mein Wort in aller Liebe verkündet. Denket daran, welche Macht euch gegeben ist: Ihr könnet Tote erwecken zum Leben mit Meinem Wort. Und so euch nur die Liebe dazu antreibt, Mein Wort zu verbreiten, will Ich euer Bemühen segnen. Traget Licht in die Finsternis, wo es auch sei, nehmet euch aller derer an, die tot sind im Geist, gedenket eurer toten Mitmenschen wie auch der toten im Jenseits, wollet, daß sie zum Leben erwachen, und bringet ihnen in Liebe Mein Wort. Und die Kraft Meines Wortes wird Wunder wirken, die Seelen werden erwachen zum Leben und zum Licht, und sie werden das Leben nimmermehr verlieren.
Amen
Titel: Große Erlöserarbeit im Jenseits - Jesus Christus
Beitrag von: Maria am Juni 05, 2018, 07:38:02 Vormittag
Große Erlöserarbeit im Jenseits  - Jesus Christus

B.D. 7386  empfangen am  5.8.1959

Eine große Erlösungsaktion ist im Gange, denn überall, wo sich Lichtwesen verkörpern durften auf Erden, treten diese auch ein für die Verkündigung des Evangeliums unter ihren Mitmenschen. Und ihre Bemühungen werden unterstützt von den Wesen aus der Lichtwelt, die in jeder Weise einwirken auf die Gedanken der Menschen und sie aufgeschlossen machen für das göttliche Wort, sowie es ihnen dargeboten wird. Ebenso ist im Jenseits eine große Erlöserarbeit zu verfolgen, indem sich die Lichtwesen immer öfter in die Tiefe wagen und in die Finsternis Licht hineinzutragen bemüht sind.

Es kommt zwar immer wieder auf die Willigkeit der Wesen an, ob sie Licht annehmen oder sich abwenden, wenn immer wieder Lichtfunken aufblitzen und ihnen den Weg zeigen wollen an einen Lichtquell .... Verfolgen sie diesen Weg, dann könnte sehr schnell die Finsternis von ihnen weichen und helles Licht ihnen entgegenstrahlen,doch lassen sie es unbeachtet, so wird noch Ewigkeiten dichte Finsternis sie umhüllen, und sie werden aufs neue gebannt werden in den Schöpfungen der Erde.

Was aber noch getan werden kann, um alle diese Seelen zu retten, das wird wahrlich getan von seiten der lichtvollen Welt und wo auf Erden noch die Möglichkeit besteht, daß den Menschen Licht gebracht werden kann, dort gehen die Lichtträger wahrlich nicht vorüber, die in der letzten Zeit auf dieser Erde allerorten verkörpert sind, um mitten unter den Menschen zum Segen zu wirken und ihnen den Weg zur Erlösung zu zeigen. Aber es ist kein leichtes Beginnen, denn die Stimme der Welt ist lauter.

Wo das Wort Gottes verkündet wird, dort werden sich immer nur wenige einfinden, während die Welt zahllos mehr Anhänger aufweisen kann, die lieber die Finsternis wählen als das Licht und die darum auch keine Erlösung finden können während ihres Erdenlebens. Aber es wird gerungen um alle Seelen, denn auch von oben aus dem Lichtreich werden die Bemühungen nicht unterlassen, die Gedanken der Menschen dem Reich zuzuwenden, das nicht von dieser Welt ist.

Die Lichtwelt im geistigen Reich ist unentwegt bemüht, das Licht herabstrahlen zu lassen auf die verfinsterte Menschheit, und so werden immer wieder Verbindungen angeknüpft werden vom geistigen Reich zur Erde, und die Menschen werden willig ausführen, was ihnen von den Lichtwesen nahegelegt wird als notwendig und zum Seelenheil der Mitmenschen dienlich. Und sie werden dem Drängen der Lichtwesen nachkommen, was nun erkenntlich wird durch eifrige Arbeit im Weinberge des Herrn, durch das Verkünden des Evangeliums, durch die Verbreitung des göttlichen Wortes, durch geistige Gespräche, Aufklärungen und immerwährende Hinweise auf (zu) Jesus Christus, den göttlichen Erlöser.

Seines Namens wird immer wieder Erwähnung getan werden, und der Eifer wird nicht nachlassen, sondern zunehmen, weil überall auch ein Samenkorn auf guten Boden fällt, weil Jesus Christus Selbst die Menschen ergreift, die zu Ihm ihre Schritte lenken, die nach Ihm das Antlitz wenden und also das Verlangen haben, von Ihm erlöst zu werden. Diese lässet Er nimmer, und ob es auf Erden oder auch im Jenseits ist, ein inniger Ruf zu Ihm wird gehört werden und der Seele auch geben, was sie begehrt.

Ein inniger Ruf beweiset Ihm, daß Er anerkannt wird von der Seele, und nun ist ihr Los gesichert in der Ewigkeit. Darum ist jede Erlöserarbeit gesegnet von Ihm, und bei jeder Erlöserarbeit beteiligt Sich Jesus Christus Selbst, Der nur den freien Willen des Menschen benötigt, um Sein Erlösungswerk an der Seele vollbringen zu können, auf daß diese frei wird von Sünde und Tod und nun in dieser Freiheit eingehen kann zur ewigen Seligkeit.
Amen
Titel: Von der Menschwerdung des Herrn
Beitrag von: Maria am Juni 05, 2018, 07:40:02 Vormittag
Von der Menschwerdung des Herrn

Geistige Sonne Band 2, Kapitel 60

[GS.02_060,01] Nun spricht der Älteste, und wir wollen ihn hören, denn er hat sich die Sache weise überlegt, und ihr werdet euch verwundern, mit welcher tiefen Weisheit unser Mann zum Vorschein kommen wird. Seine Worte aber lauten also:

[GS.02_060,02] Hoher Abgesandter Dessen, der da allmächtig ist und erschaffen hat alles Licht und alle Masse der Welt! Dein Rat ist so überaus gut, triftig und allerinnerst weise, daß sich darüber von mir, als dem Weisesten dieses Ortes, nicht die allerleiseste Einwendung machen läßt.

[GS.02_060,03] Wahr ist es, daß die Liebe oder der Drang im Herzen zu seinem Schöpfer alles vermag; denn wenn ich mit meinem Herzen als dem Grunde meines Lebens den Schöpfer ergriffen habe, so habe ich mich auch sicher vollkommen mit Ihm verbunden und somit in eins gestellt, und da ich dadurch mit dem Grunde meines Lebens auch meinen Willen vollkommen dem allmächtigen Willen des Schöpfers unterworfen habe, so ist es auch nicht anders denkbar, als daß ich fürder nur das wollen kann, was da ist der Wille des allmächtigen Gottes.

[GS.02_060,04] Bis hierher, erhabener Gesandter, wäre alles in der vollkommensten Ordnung und läßt sich nicht im geringsten irgendeine Einwendung machen; aber nun kommt etwas anderes. Wenn sich dieses mit dem obigen Grundsatze vereinen läßt, dann ist freilich wohl alles gewonnen; läßt sich aber solches nicht tun, so bleibt, wie bisher, die Erlangung der Kindschaft Gottes ein überaus fragliches Problem, und wir können höchstens den frommen Wunsch in uns darnach tragen, aber ungeachtet dessen dennoch nie die Kindschaft Gottes überkommen. Dieser Punkt, der dem oberen Grundsatze zuwiderläuft, ist aber folgender.

[GS.02_060,05] Mir ist es bekannt, daß alle Weltkörper samt ihren Bewohnern mit einem vollkommenen Menschen in vollkommener, unabänderlicher Korrespondenz stehen, und zwar also, daß eine Welt entspricht einem Gliedteile, eine andere wieder einem anderen; und so korrespondieren zahllose Welten mit den zahllosen Einzelheiten, aus denen ein vollkommener Mensch durch die Macht der göttlichen Weisheit geschaffen ist.

[GS.02_060,06] Nun aber wissen wir auch, daß die Glieder und alle die Teile eines Menschen wohl zu einem und demselben Lebenszweck dienlich sind; aber die Erfahrung lehrt es nur zu augenscheinlich, daß aus dem Fuße nie eine Hand, aus der Hand nie ein Kopf, aus dem Munde kein Ohr, aus der Zunge kein Auge, aus der Nase keine Brust u.d.m. werden kann. Also hat der Mensch ein lebendiges Herz in sich, und dieses liegt wirkend in seiner Brust. Von diesem Herzen lebt zwar der ganze Leib, und es ist nicht zu behaupten, daß an und für sich irgendein Teil des Leibes zufolge der göttlichen Ordnung weniger wichtig ist als der andere; aber dessen ungeachtet hat alles Leben doch nur im Herzen seinen Grundsitz, und die Glieder des ganzen Leibes können nie das Herz ersetzen, so dasselbe vernichtet würde. –

[GS.02_060,07] Wenn aber solches unwiderlegbar wahr ist, wie möglich können dann diejenigen, wenn auch in ihrer Art vollkommenen Geschöpfe die Kindschaft Gottes überkommen, welche in ihrer Art nicht eben auch dem Herzen des großen Gottes entsprechen, da sie nicht auf einer Welt sind, die von Gott Selbst aus korrespondierend gestellt ist mit Seinem Herzen? Was nützte es einem Gliede, so es auch den größten Drang in sich empfände, in ein Herz umwandelt zu werden? Wird solches je geschehen?

[GS.02_060,08] Also bin ich der Meinung, da wir Bewohner dieser Welt nach unserer Wissenschaft nur mit dem Auge des Herrn korrespondieren, daß wir darum nimmer können Korrespondenten Seines Herzens werden, oder wir können nimmer die volle Kindschaft Gottes überkommen, außer wir müßten eher gänzlich zunichte gemacht werden. Alsdann erst ließe sich eine neue Umgestaltung unserer Bestandsordnung denken. – Solches aber geschieht sichtbar durch die Händeauflegung der Mutigsten auf den flammenden Altar, allda sie dann im Augenblicke zu sein aufhören und von ihnen nichts übrigbleibt, als jenes stumme Fluidum, welches in einem jeden Wesen, sei es eine Welt, ein Stein, eine Pflanze oder ein anderes lebendiges Geschöpf, mit dem Herzen des Schöpfers unbewußtermaßen in der Entsprechung steht.

[GS.02_060,09] Siehe nun, erhabenster Gesandter, dies ist der zweite Grundsatz, der für uns Bewohner dieser Welt den ersten von dir ausgesprochenen wenigstens für meine bisherige Erkenntnis notwendigerweise gänzlich zunichte macht.

[GS.02_060,10] Weißt du mir dagegen ein anderes Licht zu zeigen, durch welches diese meine gegründete Erkenntnis widerstrahlet wird, so gib es mir gnädigst kund, und ich will dasselbe also aufnehmen und es mir zueigen machen, als hätte nie ein anderes Licht die inneren Gemächer meines Lebens erhellt. –

[GS.02_060,11] Nun spreche wieder ich: Höre, mein achtbarer Ältester dieses Hauses! Du hast weise gesprochen in deiner Art; aber deine Weisheit ist nicht geschmeidig und nicht flüssig, weil sie stets von der schroffen äußeren Form ausgeht. Du treibst dich fortwährend in lauter Entsprechungen herum und bleibst daher auch gleich einem Gliede am Leibe haften und kannst nicht verlassen deine Stelle.

[GS.02_060,12] Siehe, das ist aber ja nur das Eigentümliche der äußeren gerichteten Form; aber der reine freie Geist hat kein Gericht und kann daher in Seiner Ganzheit allezeit vollkommen mit der Liebe Gottes in der Entsprechung stehen. Denn es gibt in der ganzen Unendlichkeit kein anderes Leben, als das Leben, welches ausgeht aus der Kraft der Liebe in Gott.

[GS.02_060,13] Korrespondierst du schon deiner wesentlichen äußeren Form nach nicht mit dem Herzen Gottes, so aber korrespondierst du deinem Leben nach so gut wie ich vollkommen mit dem Herzen Gottes; und wäre solches nicht der Fall, so hättest du ewig kein Leben und dein Geist wäre kein Geist, wenn er nicht wäre eine Kraft mit der unendlichen Kraft der ewig lebendigen Liebe im Herzen Gottes.

[GS.02_060,14] Deinem formellen Wesen nach, welches in harte Entsprechungen eingeschichtet ist, kannst du freilich wohl nie die Kindschaft Gottes überkommen, aber in deinem Geiste so gut wie ich, wenn du durch die Liebe zu Gott denselben deiner schroffen Wesenheit entbinden kannst.

[GS.02_060,15] Solches aber ist nur möglich, wenn du dich in deiner inneren Begierlichkeit gänzlich aller deiner Weltpracht und Herrlichkeit völlig frei machen kannst und dann mit der gesamten Kraft deines Lebens nichts als allein das Wesen der Liebe Gottes ergreifst.

[GS.02_060,16] Dieses Wesen aber ist das Göttlich-Menschliche, oder es ist der dir undenkbare Gott in Seiner Wesenheit ein vollkommener Mensch, der da auf einer Welt, „Erde“ genannt, Selbst das Fleisch angenommen hat und ward ein Mensch vollkommen also, wie alle von Ihm geschaffenen Menschen es sind.

[GS.02_060,17] Und dieser vollkommene Mensch aller Menschen hat sogar einen schmerzlichsten Tod Seines Fleisches aus unendlicher Liebe zu all Seinen Geschöpfen erleiden wollen, um ihnen dadurch die endlos heilige Pforte zu öffnen, durch welche sie als Seine Kinder also zu Ihm gelangen und Ihn sehen und sprechen können wie ihresgleichen, als wären sie ebenfalls Götter also, wie Er Gott ist von Ewigkeit.

[GS.02_060,18] Der Name dieses Menschen aller Menschen, der da ist Gott von Ewigkeit und hat erschaffen alle Dinge, heißet nunmehr Jesus, welcher Name besagt, daß Er ist ein Heiland aller Seiner Geschöpfe. Sein Wort, das Er geredet hat, ward gerichtet an alle Kreatur, und somit hat Er auch alle Seine Kreatur zum Heile Seiner Liebe berufen, und du bist davon so wenig ausgeschlossen als ich, Sein Zeitgenosse auf Erden, es war.

[GS.02_060,19] Er Selbst sagte: „Ich aber habe noch viele Schafe, die nicht in diesem Schafstalle sind; und diese will ich auch hierherführen, damit da ein Hirt und eine Herde werde!“
[GS.02_060,20] Siehe, unter solche Schafe oder Geschöpfe, die nicht von jener Erde sind, gehörst auch du, wie alle Bewohner dieser ganzen Welt; ergreifet diesen Gottmenschen Jesus in eurem Herzen und leget keinen Wert auf eure Welt, so seid ihr schon „Kinder Gottes“, wie ihr da lebet und webet.

[GS.02_060,21] Ich sage dir nicht, als solltest du darob dein großes überprachtvollstes Haus niederreißen und an dessen Stelle unansehnliche Wohnhütten setzen; aber reiße es in deinem Herzen nieder, und besitze es also, als besäßest du es gar nicht. Gib alles dem Herrn zu eigen und wandle in aller Demut und Liebe zu Ihm wie zu deinen Kindern, Brüdern und Schwestern, so wird der Geist des Herrn Selbst über dich kommen und dich leiten in alle Weisheit der Himmel! Siehe, das tut not; alles andere aber ist null und nichtig vor dem Herrn.

[GS.02_060,22] Denke dir einmal, wie groß die Liebe des Gottmenschen sein muß, da Er, der ewige alleinige Herr und Schöpfer der Unendlichkeit, Selbst völlig arm sein will, damit alle Seine Kinder desto reicher würden!

[GS.02_060,23] Wenn du aber nun solches aus der Tiefe der rein göttlichen Weisheit und Liebe in mir erfahren hast, so suche du allen Reichtum zu fliehen; gib alles mit der größten Liebe der unendlichen Liebe des Herrn wieder zurück und suche im Besitze Seiner Selbst, und nichts anderem dazu, den allerhöchsten Reichtum, dann wirst du das allerhöchste Gut besitzen in unendlicher Fülle!

[GS.02_060,24] Suche nicht die Kraft und die Macht des Herrn dir zu eigen zu machen, sondern suche vielmehr ein Allerschwächster und Allergeringster in Seinem Reiche zu werden und nichts zu besitzen als Seine Liebe und nichts zu wünschen, als nur bei Ihm zu sein, dann wirst du ewig wohnen wie ein zartes, vielgeliebtes Kindlein auf den heiligsten Armen des ewig allerliebevollsten Vaters! –

[GS.02_060,25] Siehe, das ist der wahre Grundsatz; nach diesem lebe und du wirst nicht brauchen samt den Deinen auch nur mit einem Finger den Altar anzurühren und wirst dennoch ganz vollkommen die Kindschaft Gottes auf dieser deiner Welt zu überkommen vermögen.

[GS.02_060,26] Stoße dich aber nicht an meiner nun bei weitem weniger schönen Form, als da ist die deinige; denn an der Form ist nichts gelegen. Eure endlos schöne Form ist nur ein äußeres Bedürfnis für diese Welt, welche vom Herrn gestellt ist, zu erleuchten mit ihrem mächtigen Lichte nahe zahllose andere kleinere Welten, welche nicht also, wie diese, mit dem Lichte umhüllt sind. Also ist für diese Welt solche Zartheit der äußeren Form deines Wesens ein Bedürfnis, da ihr mit einer andern unmöglich auf dieser Welt bestehen würdet; aber ganz anders verhält es sich mit der Schönheit des Geistes. Diese richtet sich nimmer nach der äußeren Form, sondern lediglich nur nach der alleinigen Liebe zum Herrn; denn diese ist die wahre und allerhöchste Schönheit des Lebens!

[GS.02_060,27] Nun überdenke du, mein achtbarer Ältester, diese meine Worte, und sage mir dann, inwieweit du sie verstanden hast und inwieweit nicht, und ich werde dir dann sobald jeden dir möglich aufstoßenden Zweifel aus dem Grunde deines Lichtes also erhellen, daß du mit leichter Mühe auf den wahren Grund der ewigen Wahrheit Gottes schauen sollest – und also tue das!

[GS.02_060,28] Sehet, unser Ältester und alle seine Kinder fallen auf ihr Angesicht und fangen an, in ihren Herzen sich zu regen. Wir aber wollen abwarten, was da herauskommen wird.
Titel: Gnaden der Endzeit - Tod zuvor - Jenseits
Beitrag von: Maria am Juni 06, 2018, 07:10:52 Vormittag
Gnaden der Endzeit - Tod zuvor - Jenseits

B.D. 3135  empfangen Pfingsten 27.u.28.5.1944

Gnädig wird Gott denen sein, die noch zur Zeit ihr Unrecht erkennen und Abstand nehmen davon, doch ohne Erbarmen die schwerste Strafe verhängt werden über die, deren Härte nicht weicht, die auch mit ihren Mitmenschen kein Erbarmen haben und also sich selbst durch ihre Lieblosigkeit richten. Und es wird die kommende Zeit Zeugnis geben von der Verworfenheit der Menschen, es werden die undenklichsten Mittel ersonnen werden, die alle der Vernichtung dienen sollen; und es werden sich die Menschen nicht scheuen, ihre Pläne zur Ausführung zu bringen unter Anwendung dieser Mittel, und die Bedrückung der Menschen wird zunehmen. Und für alles müssen sich die Anstifter verantworten und auch alle, die ihnen zustimmen und sie in ihren Plänen unterstützen. Denn Gott ist gerecht, und Er urteilet nach Gedanken, Worten und Werken.

Ihm ist nichts verborgen; Er sieht in das Herz des Menschen, und jede Regung des Herzens bestimmt das Maß von Gnade, das ihm zur Verfügung steht, das ihm gewährt wird, wenn das Ende herangekommen ist. Denn das Ende kommt unwiderruflich. Das Gebaren der Menschen beschleunigt es, und darum wird eine Periode zum Abschluß gebracht, die kein besseres Menschengeschlecht zeitigen würde, auch wenn Gott Seine Geduld noch lange walten lassen möchte und den Menschen noch oft Gelegenheit geboten würde, sich zu wandeln.

 Doch diese nützen sie nicht mehr, und also wird das Erdenleben von Gott aus beendet. Dieser Abschnitt der Entwicklung war für die Menschheit ganz besonders gnadenreich, und er hätte auch völlig genügen können, daß ihr Erlösung wurde. Noch bis zum Ende steht Gott den Menschen bei mit außergewöhnlichen Gnadengaben, doch sie werden zumeist unbeachtet gelassen, wie überhaupt nichts mehr beachtet wird, was mit Gott oder ihrem eigenen Seelenheil zusammenhängt. Und darum ist ein längeres Verweilen auf dieser Erde unangebracht, d.h., es ist nur dem Körper Erfolg eintragend, nicht aber der Seele, die unvergänglich ist. Und darum wird der Seele jede weitere Erdenmöglichkeit genommen, ihr aber noch eine Fortentwicklung im Jenseits zugesichert, so sie im Jenseits nicht ebenso ablehnend dem Wort Gottes gegenübersteht. Vorausgesetzt, daß sie noch vor dem letzten Gericht, vor dem Ende dieser Erde das leibliche Leben verliert und aufgenommen wird in das jenseitige Reich.

Es ist auch der Tod zuvor noch eine besondere Gnade für den Menschen, so er sich nicht auf der Erde entschieden hat. Er findet dann im Jenseits noch reichlich Gelegenheit, hilfsbereit zu sein und in Liebe zu dienen, und kann dadurch doch noch die unterbrochene Entwicklung fortsetzen, ja sie sogar noch beginnen, wenn sein Widerstand nicht zu groß ist, so er den Seelen, die ihm helfen wollen, kein Gehör schenkt. Denn dann kann er auch noch in seiner Rückentwicklung fortfahren und zur festesten Materie wieder zurückkehren, und dann muß auch er noch den langen Erdenweg zurücklegen, bis er sich wieder verkörpern kann als Mensch.

Der Gnaden also hat Gott noch viele bereit, ehe er die alte Erde vergehen läßt, doch den freien Willen der Menschen zwingt Er nicht, und wie sie sich Seiner Gnade öffnen, so ziehen sie selbst auch Nutzen für ihre Seelen, leer und kraftlos können sie verbleiben auf Erden sowohl als auch im Jenseits, so sie alle Gnaden außer acht lassen und sich ihnen verschließen, oder auch unglaublich schnell noch zur Höhe (sich = d. Hg.) entwickeln, sowie sie durch ihren Willen jede Gnadengabe auf sich wirken lassen und dadurch Kraft in hohem Maß zugeführt bekommen. Denn Gott ist überaus gnädig und barmherzig, aber auch gerecht, und Er bedenket die Menschen nach ihrem Willen.
Amen
Titel: Große Not der Seelen im Jenseits
Beitrag von: Maria am Juni 06, 2018, 07:12:37 Vormittag
Große Not der Seelen im Jenseits

B.D. 5767  empfangen am  11.9.1953

Übergroß ist die Not der Seelen im Jenseits, denen es an Licht mangelt. Ihren Zustand euch Menschen auf Erden zu beschreiben, würde wahrlich euer eigenes Leben in andere Bahn zu lenken genügen, doch es wäre dann aus mit eurer Willensfreiheit; ihr würdet zwangsläufig, getrieben von der Furcht vor gleichem Schicksal, euch eines anderen Lebenswandels befleißigen, also wohl das tun, was gefordert wird von euch, aber nicht von selbst, aus freiem Willen dazu veranlaßt. Doch sollet ihr um das Los der Seelen wissen, es soll euch vermittelt werden, und es steht euch dann immer noch frei, zu glauben und eure Folgerungen daraus zu ziehen.

Diese Seelen haben bei ihrem Eintritt in das jenseitige Reich alles verloren, woran ihr Herz auf Erden hing, sie besitzen nichts, denn nur das können sie mit hinübernehmen, was geistig erworben wurde, und daran leiden sie größten Mangel. Sie sind von totaler Finsternis umfangen, weil sie einen gottlosen Lebenswandel führten, und völlig kraftlos, doch nicht empfindungslos, denn für sie bedeutet nun ihre Umgebung Qual und Schrecken, und diese Qualen und Schrecken wird auch die Seele empfinden, die auf Erden furchtlos und stark das alles ausführte, was sie nun in die Finsternis stürzte.

Es sind Leiden unbeschreiblicher Art, die nun in der Seele entweder das Verlangen erwachen lassen, diesem Zustand zu entfliehen, oder nur alle schlechten Triebe verstärken und auch in jenem Reich Befriedigung suchen lassen, was totales Verfallen den Kräften der Finsternis bedeutet. Doch auch die Seelen, die nicht in dieser Sündhaftigkeit das Erdenleben verlassen haben, deren Leben aber liebeleer und gleichgültig allem Geistigen gegenüber war, sind in überaus bedrängter Lage, denn auch sie quält die Finsternis unsagbar, die wohl zeitweise einem dämmerigen Zustand weichet, wenn die Seele noch nicht ganz verhärtet ist, damit auch sie nach Licht verlangt, denn das Begehren allein kann sie zum Licht gelangen lassen.

Allen Seelen aber mangelt es an Kraft zum rechten Wollen und es kann ihnen keine Hilfe gebracht werden laut Gesetz von Ewigkeit, wenn sie selbst nicht solche begehren. Wohl ist das Erbarmungswerk Gottes nicht beendet, wenn die Seele den irdischen Körper verläßt, doch was sie auf Erden ungenützt ließ, wenngleich sie es in reichstem Maße besaß, das muß sie sich im Jenseits erst erwerben, und sie ist zu schwach dazu. Stellet euch immer nur äußerst geschwächte, hilflose Wesen vor, die unsagbar leiden und die auf Hilfe angewiesen sind, um von ihren Leiden befreit zu werden, es würde euch ein Erbarmen überfallen für diese Wesen, so ihr sie erblicken könntet in ihrer Not.

Und ihr alle habt Seelen drüben, von denen ihr nicht wisset, in welchem Zustand sie eingegangen sind in das geistige Reich, ihr alle habt Menschen, die euch nahestanden, durch den Tod verloren. Gedenket wenigstens dieser euch nahegestandenen Seelen und helfet ihnen, denn selbst das kleinste Erlösungswerk an solchen Seelen zieht weitere Erlösungen nach sich, und ihr habt viel dazu beigetragen. Und helfen könnet ihr ihnen nur durch liebendes Gedenken und Gebet, durch eine Fürbitte für diese Seelen, die sie zwar noch nicht aus ihrer Qual befreit, aber ihnen Kraft zuwendet, mittels derer dann die Seele ihren Willen wandeln und dem Licht zustreben kann.

Sie kann nicht wider ihren Willen erlöst werden aus ihrer qualvollen Lage, auf daß sie aber recht wollen kann, ist eure Fürbitte nötig, ein Gebet, das in Liebe ihr geschenkt wird, sowie sie sich in eure Gedanken drängt. Denn ihr sollt wissen, daß die Seele euch um Hilfe bittet, so sie sich in eure Gedanken einschaltet, daß die Seelen euch ständig umgeben, die von euch Hilfe erhoffen, und daß ihr die Gedanken an Verstorbene nicht unwillig zurückdrängen dürfet, wenn ihr nicht ihre Qualen noch verstärken wollet.

Um euch und euren freien Willen nicht zu schädigen, bleibt euch das Los dieser Seelen verborgen; es sind zwei Welten, in der ihr und die abgestorbenen Seelen sich befinden, es ist eine Grenze gezogen, der Blick ist euch verwehrt in ihre Welt, aber dennoch besteht sie, und ihr könnet aus eurer Welt ihnen viel Liebe nachsenden, die sich auswirkt in einer Weise und in einem Ausmaß, daß unzählige Seelen ihrem Zustand entfliehen können. Gedenket oft dieser armen Seelen und lasset sie nicht unbeachtet in ihrer Not, denn was ihr an ihnen tut in erbarmender Liebe, das wird euch reich vergolten werden, indem euch auf Erden schon geistige Hilfe zuteil wird durch alle Seelen, die aus der Dunkelheit gelangten zum Licht
Amen
Titel: Not der Seelen im Jenseits - Jesus Christus
Beitrag von: Maria am Juni 06, 2018, 07:13:33 Vormittag
Not der Seelen im Jenseits - Jesus Christus

Bertha Dudde 5855, empfangen am 16.1.1954

Vergegenwärtigt euch die Not der Seelen im geistigen Reich, die unvollkommen abgeschieden sind, die keinen Glauben hatten auf Erden an ein Fortleben nach dem Tode und die sich nun versetzt sehen in düstere, öde Gegenden ohne Licht und ohne Frieden. Sie irren umher und finden sich nicht zurecht, ihr Los ist ein trauriges, denn sie sind zumeist einsam oder mit ebensolchen unglücklichen Wesen zusammen, und weil ihnen jeglicher Glaube mangelt, nehmen sie auch keine Zuflucht zu Gott, denn sie kommen drüben an, wie sie hier abgeschieden sind und ihre Gedanken gehen noch in der gleichen Richtung wie auf Erden.

Sie glauben sich nur örtlich versetzt und denken auch nicht darüber nach, wie solches geschehen sein könnte. Und darum befinden sie sich in großer seelischer Not und kennen keinen Ausweg daraus. Menschen, denen keine liebevollen Gedanken folgen in jenes Reich, können oft endlos lange in dieser Lage verbleiben, und diese Seelen sind überaus bedauernswert, und doch ist ihnen nur zu helfen durch Fürbitte, daß sie Kraft vermittelt bekommen, um ihren Willen recht zu richten. Folgen aber einer Seele hilfswillige Gedanken nach, dann empfindet sie diese auch wohltätig und hält sich ständig in der Nähe derer auf, von denen der Kraftstrom ausgeht. Dann findet die Seele auch leichter einen Ausweg aus ihrer Lage, sie versinkt nicht (in = d. Hg.) einen apathischen Zustand, sondern sie läßt sich leicht lenken von hilfswilligen Führern.

Die Glaubenslosigkeit fordert die meisten Opfer, denn einer Seele, die auf Erden nicht glauben wollte, kann im geistigen Reich nicht ein Weg gewiesen werden, den sie immer abgelehnt hat, und daher muß einer solchen Seele erst ihre qualvolle Lage zum Bewußtsein kommen, in die sie durch ihren Unglauben geraten ist. In ihrer größten Verlassenheit ist sie dankbar, wenn sich ihr ein Wesen naht, und dann nimmt sie auch Belehrungen an, sie denkt darüber nach und wird schon kleine Erleichterungen verspüren, wenn sie annahmewillig ist, während sich ihre Qualen noch vertiefen, so sie sich dagegen auflehnt.

Alle Möglichkeiten werden ausgenützt von seiten Gottes, um auch diesen Seelen in der Finsternis noch zu helfen, daß sie zum Licht kommen, doch der freie Wille bleibt auch im jenseitigen Reich unangetastet, und darum ist eine große Erlöserarbeit notwendig, um diesen Willen doch zu wandeln, daß er sich Gott zuwendet, daß die Seele doch zum Erkennen kommt, daß sie einen Herrn über sich anerkennt, dem sie sich nun ergeben muß, will sie aus ihrer Qual befreit werden. Sie muß glauben lernen, denn erst durch den Glauben begreift sie die Liebe des göttlichen Erlösers Jesus Christus. Und erst im Glauben ruft sie Ihn an, und dann wird ihr auch geholfen werden.

Wüßten die Menschen, wie entsetzlich sich der Unglaube an ihnen auswirkt nach ihrem Leibestode, sie würden wahrlich schon auf Erden alles tun, um zur Gewißheit zu gelangen über das, was zu glauben von ihnen gefordert wird. Sie würden Aufklärung begehren, um das Rechte zu tun auf Erden. Doch die Qualen solcher Seelen können den Menschen wohl geschildert werden, nicht aber kann ihnen Einblick gewährt werden in das geistige Reich. Und es scheiden zahllose Seelen ab von der Erde in einem Zustand vollster Glaubenslosigkeit, und wohl denen, die so auf der Erde lebten, daß ihnen gute Gedanken nachfolgen, wohl denen, deren fürbittend gedacht wird und denen dadurch Kraft vermittelt werden kann. Denn ihnen werden bald sich Wesen zugesellen und sie leiten zur Quelle des Lichtes. Doch endlos lange verharren die Seelen in der Finsternis, die wenig Hilfe bekommen oder die Helfer abweisen, die nicht zu Jesus Christus finden, Der allein sie erlöset aus der Nacht des Todes.
Amen
Titel: Re: Die Unsterblichkeit der Seele
Beitrag von: Maria am Juni 06, 2018, 07:15:11 Vormittag
Kraftlosigkeit im Jenseits - Gesetz

B.D. 3206 empfangen am  30.7.1944

Untätig bleibt die Seele, die keine Kraft empfängt. Und dieser Untätigkeitszustand kann nicht anders behoben werden als durch Liebeswirken, wozu jedoch der Seele es am Willen mangelt, so sie im Jenseits in diesem kraftlosen Zustand sich befindet. Auf Erden aber kann dieser Wille angeregt werden durch das Wort Gottes. Es kann dem Menschen vorgestellt werden, daß ein Liebeswirken für ihn zum Segen ist, und er kann nun das Wort Gottes beherzigen, er kann darüber nachdenken und sich nun aus eigenem Antrieb zum Liebeswirken entschließen. Denn auf Erden mangelt es ihm nicht an Kraft, das, was er will, zur Ausführung zu bringen. Und dann geht der Seele geistige Kraft zu und fördert sie in der Entwicklung.

Anders aber ist es im Jenseits, wo die kraftlose Seele nichts mehr tun kann als nur wollen. Und wie dieser Wille ist, davon hängt es ab, ob dem Wesen Kraft zugeführt wird. Es ist also die Seele im Jenseits abhängig von der Hilfe reiferer Wesen, während der Mensch auf Erden unabhängig von geistigen Kräften handeln kann je nach seinem Willen. Und darum darf der Mensch nicht irrtümlich sorglos bleiben in der Ansicht, daß er, so er auf Erden sein Ziel nicht erreicht, im Jenseits nachholen kann, was er auf Erden versäumt hat an seiner Entwicklung. Es ist dies eine trügerische Hoffnung, die er dereinst bitter bereuen wird, wenngleich der Zustand im Jenseits nicht ganz hoffnungslos bleibt. Es sind unsagbare Qualen, die die Seele durchzumachen hat und die sie sich auf Erden leicht abwenden kann durch ernsthaftes Streben nach oben.

Kraftlosigkeit ist etwas unsagbar Trostloses, es ist ein Zustand, dem die Seele nicht beliebig abhelfen kann, sondern sie auf die Liebe anderer Wesen angewiesen ist. Und diese Liebe ist mitunter nur schwach erkennbar für die Seele und entsprechend ihrer eigenen Liebe zu den mitleidenden Seelen. So kann eine lieblose Seele Ewigkeiten in ihrer Kraftlosigkeit zubringen müssen, ohne daß sich ihr ein liebetätiges Wesen naht, wenn sie selbst gleichfort in der Eigenliebe verharrt, wenn sie nur an sich und ihr Los denkt und für das Los der sie umgebenden Seele kein Mitgefühl hat. Sie kann laut göttlichem Gesetz nicht anders bedacht werden, als sie selbst andere Seelen bedenkt, und ihre Eigenliebe ist hinderlich für die Lichtwesen, sich ihr zu nahen und ihr Erleichterung zu bringen. Und da sie selbst nicht gebe- oder hilfswillig ist, kann auch ihr nicht gegeben oder geholfen werden.

Und das ist das Bitterste, daß der Seele nun auch nicht das Wort Gottes vermittelt werden kann, das sie aus ihrer geistigen Blindheit herausführen könnte, denn das Wort Gottes ist Licht, und Licht-empfänglich ist die Seele noch nicht durch ihre Lieblosigkeit. Auf Erden dagegen wird das Wort Gottes auch den lieblosen Menschen dargeboten, denn dies ist die Gnade, die Gott dem Unerlösten auf Erden gewährt, die sie annehmen, aber auch ablehnen können je nach ihrem Willen. Während im Jenseits die Gnade Gottes nur insofern das Wesen berührt, als daß es ihm freigestellt ist, zu wollen und liebende Gedanken in sich zu erwecken, worauf ihm dann gleichfalls Kraft vermittelt wird.

Manche Seele aber ist so verhärtet, daß sie keines liebenden Gedanken fähig ist, und dann ist es für sie ein unerträglicher Zustand, den sie nicht beenden kann von sich aus. Es sind diese Seelen jedoch von Leidensgenossen umgeben, an deren Schicksal sich ihre Liebe entzünden kann, und deshalb können sie jederzeit sich selbst eine Besserung ihrer Lage schaffen, sowie sie die Liebe in sich aufkommen lassen. Denn schon der leiseste Wille, diesen Leidensgenossen zu helfen, führt ihnen Kraft zu, und sowie sie dieser Kraftzufuhr Beachtung schenken, werden sie auch tätiger im Liebeswirken, und es bereitet ihnen die Hilfeleistung an anderen Seelen eine innere Beglückung, und dann ist der kraftlose Zustand, der Zustand der völligen Untätigkeit, überwunden.

Dann kann ihnen auch das Wort Gottes vermittelt werden, d.h., es können lehrende Wesen in ihre Nähe kommen und ihnen vorstellen, welche Gebote Gott gegeben hat und warum diese erfüllt werden müssen. Es muß die lehrende Tätigkeit der Lichtwesen nun einsetzen, auf daß die unwissenden Seelen Licht und Kraft empfangen, d.h. ein Wissen, das sie nun weiterleiten können in liebender Fürsorge um das Los der leidenden Seelen. Doch Ewigkeiten hindurch können solche kraftlosen Seelen darben müssen, und es ist dieser Zustand leicht zu umgehen, so der Mensch auf Erden die Gelegenheiten auswertet, um in einer Reife in das Jenseits eingehen zu können, die ihm Licht und Kraft einträgt und ihn zu beglückender Tätigkeit im geistigen Reiche befähigt.
Amen
Titel: Auswirkung irriger Lehren im Jenseits
Beitrag von: Maria am Juni 06, 2018, 07:17:09 Vormittag
Auswirkung irriger Lehren im Jenseits

B.D. 6462 empfangen am  27.1.1956

Es ist viel irriges Gedankengut in die Menschheit hineingeleitet worden, woran aber der Wille der Menschen selbst schuld ist, ansonsten die Kräfte der Finsternis nicht ihre verheerende Arbeit hätten leisten können. Nur das geringste Nachdenken hätte die Menschen erkennen lassen können, daß ihnen nicht die Wahrheit unterbreitet wurde, doch daran ließen sie es fehlen, und sie nahmen gedankenlos alles an. Und nun sind diese Irrlehren so verwurzelt im menschlichen Denken, daß es schwer ist, sie herauszutreiben, die Gefahr aber darin besteht, daß stets mehr Irrlehren aus diesem Irrtum hervorgehen.

Es kann kein geistiger Fortschritt erzielt werden, weder auf Erden noch im jenseitigen Reich, solange solche Irrlehren nicht berichtigt und also unschädlich gemacht werden, was wieder nur durch Zuführen der reinen Wahrheit geschehen kann. Doch es ist schwer, eine einzige (einzelne) Lehre zu berichtigen, denn das Verständnis dafür erfordert eine klare Darstellung des göttlichen Liebe- und Heilsplanes, der dann die Sinnlosigkeit solcher falschen Lehren beweiset, so daß nun jeder Irrtum ersichtlich ist, wenn es dem Menschen ernst ist um die Wahrheit.

Geht eine Seele nun voll des Irrtums ins geistige Reich, so lebt sie dort in irrigem Denken weiter und kann nimmermehr einen geistigen Fortschritt erzielen. Doch sie nimmt auch schwerlich an, und weit schwerer ist es, einen Sich-wissend-Dünkenden zur Wahrheit zu führen als einen völlig Unwissenden, der sich weit eher belehren lässet, also annahmewillig ist. Erstere werden erst zum Nachdenken kommen, wenn sie sich unbefriedigt fühlen und sie ständig in Lichtlosigkeit dahingehen oder in ganz schwacher Dämmerung, wenn sie nicht schlechten Sinnes sind, die ihnen aber kein Wohlbehagen schenkt. Dann beginnen sie nachzudenken über die falschen Versprechungen, an die sie sich auf Erden gehalten haben und die ihnen unantastbares Evangelium schienen.

Um jene Seelen zum Nachdenken und Annahme der Wahrheit zu veranlassen, müssen sie oft sehr lange Zeit sich in Sphären bewegen, die ihnen nicht zusagen, damit sie stets mehr der irrigen Lehren gedenken, sie befolgen und doch keine Änderung ihrer Lage erfahren. Dann erst fangen sie an zu zweifeln, und dann erst können ihnen Wahrheitsträger nahetreten und sie langsam zu anderem Denken bewegen. Aber es geht oft viel Zeit verloren, bis eine Seele zum Erkennen kommt. Und deswegen ist es eine der wichtigsten Aufgaben der Knechte im Weinberg des Herrn, auf Erden schon gegen Irrtum und Lüge vorzugehen und die Menschen schon auf Erden aufmerksam zu machen auf den Leerlauf ihres Lebens. Selbst wenn sie es nicht glauben, so können ihnen diese Vorstellungen schneller ins Gedächtnis kommen, wenn sie abscheiden von dieser Erde, und eine schnellere Erkenntnis ist möglich im jenseitigen Reich.

Immer wieder soll es den Menschen vorgehalten werden, daß alles vergeblich ist, was sie eifrig befolgen, wenn sie nicht die Gebote der Gottes- und Nächstenliebe allem anderen voranstellen. Sie sollen ganz offen hingewiesen werden auf die falschen Lehren. Und es gibt derer sehr viele. Es soll ihnen vorgehalten werden, daß Gott nur Liebe verlangt von den Menschen, um sie aufnehmen zu können in Sein Reich, daß alles andere aber ohne Wert ist für die Seele, solange die Liebe fehlt.

Und ob auch die Menschen darüber empört sind, die Seelen werden es euch einmal danken, wenn sie die irdische Hülle verlassen haben. Und wenn sie sich dürftig und mangelhaft gestaltet fühlen und keine Erklärung dafür wissen, dann werden sie an eure Hinweise denken und an ihrem Zustand auch die Wahrheit erkennen. Und dann sind sie auch dankbar, wenn ihnen nun Wahrheit geboten wird, denn nur diese kann ihnen zur Höhe verhelfen, nur durch die Wahrheit können sie selig werden.
Amen
Titel: Folgen der Lieblosigkeit im Jenseits
Beitrag von: Maria am Juni 06, 2018, 07:21:43 Vormittag
Folgen der Lieblosigkeit im Jenseits

B.D. 5322 empfangen am  23.2.1952

Folgenschwer wirkt sich die Lieblosigkeit aus, auf Erden sowohl als auch im Jenseits. Denn sie umgibt die Seele mit dicksten Hüllen, so daß kein Lichtstrahl in sie eindringen kann und sie ewig im Dunkeln bleibt. Licht ist überall, doch wo es nicht eindringen kann in die menschliche Seele, dort ist Finsternis. Die Liebe aber strahlt Licht aus und erleuchtet so die Seele von innen, die Hüllen lösen sich auf, und das Licht kann nun von außen einwirken, die Seele steht im Erkennen.

Auf der Erde nun bedeutet „Erkennen“ Wissen um die ewige Wahrheit, um Sinn und Zweck des Erdenlebens und ständig zunehmende Liebe zu Gott. Im jenseitigen Reich aber ist das Licht der Seele sicher, die durch Liebe auf Erden zur Erkenntnis gelangt ist. Die Dunkelheit ist für immer geschwunden, der Seele ist alles offenbar, für sie gibt es nichts Ungewisses mehr, nichts Unverständliches und nichts Unmögliches, denn sie selbst ist licht- und kraftvoll geworden durch die Liebe.

Die Lieblosigkeit ist daher ewiges Verderben der Seele, denn eine Seele, die noch in tiefster Finsternis schmachtet, ist unselig, sie ist dem zur Beute geworden, der selbst bar ist jeder Liebe und diesen Zustand auch den Seelen bereiten will, die sich von ihm beeinflussen lassen, die nur voller Ichliebe sind und an den Mitmenschen nur lieblos handeln, weil der Satan sie dazu verführt, weil er seine eigenen Empfindungen in die Menschen verpflanzen will, auf daß sie ihm hörig werden.

Die Lieblosigkeit ist der Tod der Seele, sie vergiftet das Denken der Menschen, so daß die Ergebnisse des Denkens Unwahrheit und Böswilligkeit sind, und daraus hervor gehen Taten des Hasses, der wieder Böses gebären wird. Es kann dies auch nicht anders sein, denn wo die Liebe ist, ist Gott, wo Lieblosigkeit und Haß zum Vorschein kommen, dort ist der Satan, und dieser herrschet, so daß er wahrlich zu erkennen ist als der größte Feind der Seelen, der die Menschen nicht nur auf der Erde verfolgt und für sich zu gewinnen sucht, sondern mit erhöhter Böswilligkeit im Jenseits arbeitet und auch dort einzuwirken sucht auf die Seelen, um sie zu immer größerer Härte des Herzens anzutreiben, um sie immer tiefer herabzuziehen in den Abgrund.

Und weil sich die Lieblosigkeit erschreckend auswirkt im Jenseits, deshalb kann nur mit Liebe entgegengewirkt werden. Es muß den Seelen im Jenseits viel Liebe entgegengebracht werden, die wie eine Arznei auf die kranke Seele wirkt, durch die sie gesunden kann, wenn nicht nachgelassen wird, jenen Seelen Liebe zu schenken. Auch die verstocktesten Seelen der Finsternis lassen sich durch Liebestrahlen wandeln, wenn auch anfangs unwillig, doch was sie einmal als Wohltat empfinden, geben sie nicht mehr hin.

Die Liebe ist die wirksamste Waffe gegen den Widersacher, der er nicht standhalten kann, die er flieht und darum lieber seine Opfer fallenlässet, ehe er selbst sich von Liebestrahlen berühren lässet. Darum kämpfet an gegen Lieblosigkeit, wisset, daß sie ins Verderben führt, während Liebewirken euch das Lichtreich öffnet und ihr auch durch die Liebe denen zum Licht verhelfen könnet, die noch in der Finsternis schmachten als Folge ihres liebearmen und lieblosen Lebenswandels auf Erden. Die Liebe allein kann ihnen Hilfe bringen und ihre Fesseln lösen, die Liebe allein kann euch alle selig machen.
Amen
Titel: Reinigungsprozeß der Seelen im Jenseits
Beitrag von: Maria am Juni 06, 2018, 07:23:09 Vormittag
Reinigungsprozeß der Seelen im Jenseits

B.D. 3627 empfangen am  15.12.1945

Der Reinigungsprozeß einer abgeschiedenen Seele im Jenseits setzt sofort nach dem Ableben des Körpers ein, jedoch dem Willen der Seele entsprechend. Die Seelen, die noch in völligem Geistesdunkel stehen, empfinden die Dunkelheit als große Qual, und diese Qualen sind schon der Beginn des Prozesses, weil sie dazu beitragen sollen, den Willen der Seele zu wandeln, was zwar auch wieder verschieden lange Zeit dauert, jedoch immer als Prinzip des Reinigungsprozesses gilt. Ständig gibt die Liebe Gottes ihr Gelegenheit zur Wandlung des Willens, doch die Mittel dazu sind im Jenseits für die Seele oft nicht als Liebeswirken Gottes erkennbar, und doch können sie zum Ziel führen in kurzer Zeit, so die Seele nicht allzu widersetzlich ist.

Sie muß sich völlig entschlacken, ehe sie lichtdurchlässig ist, und daher wird ihr Zustand bis zum Lichtempfang auch ein Zustand der Qual sein, und das Los unreifer Seelen ist daher bedauernswert, so daß ihr von menschlicher Seite nicht genug Hilfe gebracht werden kann durch liebende Fürbitte oder gedankliche Unterweisung und Ermahnung zur Liebetätigkeit. Doch so die Seele nicht gänzlich verstockt ist, wird sie ständig aufwärtsschreiten in ihrer Entwicklung, es wird jede Qual die harte Hülle schmelzen, sie wird der Hilfe zugänglich sein und sich frei zu machen suchen, wenn es auch mitunter sehr langer Zeit bedarf, ehe der Reinigungsprozeß beendet ist und die Seele als Lichtempfänger wirken kann in Liebe.

Doch auch schon reifere Seelen müssen sich noch völlig lichtdurchlässig gestalten, denn das Licht kann in verschiedener Stärke eine Seele berühren, je nach ihrem Vollkommenheitszustand, der einen immer höheren Grad erreichen kann. Es kann die Seele schon so weit in der Erkenntnis stehen bei ihrem Eingang in das geistige Reich, daß sie nicht mehr in dunkler Umgebung zu weilen braucht, daß sie alles erkennen und begreifen kann, in schwachem oder in stärkerem Lichtkreis sich befindet und entsprechend auch selbst tätig sein kann. Und doch muß sie sich selbst noch gestalten zu stärkerem Lichtempfang. Auch sie muß sich noch kristallisieren bis zur höchsten Klarheit, und dies wieder durch Wirken in Liebe an den hilfsbedürftigen Seelen, denn die aufopfernde Liebe jenen unglücklichen Seelen gegenüber läutert die Seele und macht sie immer lichtempfänglicher, und im gleichen Maß steigt auch die eigene Beglückung über ihre erlösende Tätigkeit.

Sowie eine Seele den Willen hat zur Höhe, ist sie eifrig bestrebt und unausgesetzt tätig, weil sie durch ihren Willen, anderen mitleidenden Seelen zu helfen, auch immer wieder Kraft zugeführt erhält, die sie beglückt und emsig tätig werden läßt. Jedoch immer setzt dies voraus, daß sie sich aus ihrer Willensschwäche erhoben hat, daß die undurchdringliche Dunkelheit um sie gebrochen ist, daß sie den Lichtstrahlen, die ihr die erbarmende Liebe Gottes in die Dunkelheit sendet, zugänglich ist und daß sie ihrem dunklen Zustand entfliehen will. Ihr Ringen zur Höhe, ihre Qualen und die Finsternis ihrer Umgebung werden ihr als Reinigungsfaktoren angerechnet, ihre Hülle löst sich auf, sie wird lichtdurchlässig, und nun ist ihr Aufstieg zur Höhe, zum Licht, garantiert, denn so sich ihr eigener Wille entschieden hat, hilft Gott ihr ständig zur Höhe, bis sie lichtdurchstrahlt wirken kann im geistigen Reich, wie es ihre Bestimmung ist.
Amen
Titel: Jedes Leben hat vom Herrn aus Seiner Liebe bestimmte Wege
Beitrag von: Maria am Juni 06, 2018, 07:25:28 Vormittag
Jedes Leben hat vom Herrn aus Seiner Liebe bestimmte Wege

Geistige Sonne, Band 2, Kapitel 121

[GS.02_121,01] Hat der Gast eine solche Szene einer seiner Hauptleidenschaften durchgemacht, so wird er dann gewöhnlich voll Ekels gegen solch ein flüchtiges Vergnügen, indem er sich dabei überzeugt, daß daran nichts Reelles ist. Ihr müsset wissen, daß solche Geister auch jenseits den Beischlaf pflegen; aber sie empfinden statt des Lustreizes einen sehr bedeutenden Lustschmerz, und diese Eigentümlichkeit macht ihnen um so eher ihre Leidenschaft zum Ekel.

[GS.02_121,02] Ist aber eine solche Leidenschaft auf diese Weise besiegt, dann sucht der Geist in sich etwas anderes, was ihm sonst auf der Welt Vergnügen machte, z.B. ein Spiel. Ist das der Fall, so sehnt er sich nach einer Spielgesellschaft. Auch diese wird ihm gewährt. Er kommt unter bekannte Freunde, und ihr erstes Zusammenkommen verlangt nichts anderes, als die schnelle Arrangierung eines Spieles. Und alsbald wird er in den Zustand versetzt, in welchem er alles das findet, was zum Spiele wie in seinem eigenen Hause auf der Welt vonnöten ist: Karten, Geld u. dgl. m. Das Spiel beginnt, endet aber dann gewöhnlich mit dem Verlust seines ganzen Geldes und seines Hauses. Daß er dadurch einen Haß auf das Spiel bekommt, versteht sich von selbst; aber leider dabei auch auf die Spieler, die ihm alles abgenommen haben. Aber da sind wieder unsere Leiter sogleich bei der Hand, zeigen ihm das Nichtige seiner Leidenschaft und wie er sich dadurch von Gott mehr und mehr entfernt, anstatt sich ihm zu nähern.

[GS.02_121,03] Auf diese Weise taucht in unserem neuen Gaste wieder alles das auf, was er von seinen Kinderjahren an getrieben hat. Selbst die Musik, wenn sie eine mehr sinnliche Leidenschaft ausmacht und mehr als eine mit Hochmut verbundene Gewinnsache betrieben wurde, kommt dort in gleicher Reihe als böse Leidenschaft vor und wird auf die gleiche Weise hinausgearbeitet. Auch die Malerei und Poesie, kurz alles, was den Menschen auf der Welt bei irgendeinem Grade von Vorzüglichkeit zu einem Hochmutseigendünkel verleitet hat, muß auf eine ähnliche Weise hinausgeschafft werden.

[GS.02_121,04] Aber solches alles muß der Geist am Ende freiwillig tun, denn niemand wird je zu etwas auf was immer für eine Weise gezwungen und gewisserart gerichtet, sondern er selbst muß sich zwingen und sich selbst richten!

[GS.02_121,05] Und das ist eben dann vorzugsweise das Geschäft dieser leitenden Engelsgeister, daß sie jeden Neuangekommenen nach und nach vollkommen in sich selbst einführen und ihn allda alles finden lassen, was er durch sein ganzes Erdenleben nur immer in sich aufgenommen hat, und zwar zuerst das Gröbere und hernach das Feinere.

[GS.02_121,06] So mancher, besonders der Römischgläubige, wird das nicht sehr billig finden, denn fürs erste will er von den gebeichteten Sünden nichts mehr wissen, und fürs zweite glaubt er an ein besonderes Gericht, welches der Herr mit jedem Verstorbenen gleich nach dem Tode insbesondere vornimmt.

[GS.02_121,07] Er wird das nicht leichtlich annehmen, daß der Herr nie jemanden richtet und am allerwenigsten in der Geisterwelt. Noch eher wäre solches auf der materiellen Welt anzunehmen, wenn man die mannigfachen Züchtigungen gottvergessener Menschen als ein Gericht annehmen will, aber in der Geisterwelt hört das alles auf. Der Geist ist vollkommen frei und kann tun, was er will. Seine eigenen Taten aber sind hernach erst sein Richter, denn wie seine Liebe ist, so sind seine Taten, und so auch sein Leben.

[GS.02_121,08] Nur das Einzige ist vom Herrn von Ewigkeit fest bestimmt, daß ein jedes Leben seine bestimmten Wege hat, über die es ewig nimmer hinaus kann. Diese Wege aber sind so intim mit der Natur des Lebens verflochten, daß sie eben mit dem Leben selbst das Leben ausmachen. Würde man jemandem einen solchen Weg abschneiden, so schnitte man ihm seine Freiheit und somit auch sein Leben ab. Ein solcher Abschnitt wäre so ganz eigentlich ein Gericht, welches jedem Geiste den Tod brächte.

[GS.02_121,09] Zugleich aber wäre der Herr Selbst nicht mehr vollkommen frei, so Er auch nur einem einzigen Geiste die volle Freiheit nähme; so wie ein Weltrichter schon dadurch nicht mehr frei ist und sich selbst gerichtet hat, sobald er nur einen Menschen ins Gefängnis verurteilt. Denn ist er auch sonst in seinem Wirken frei, so ist er aber schon bei diesem einzigen beschränkt; denn so gut dieser im Gefängnisse schmachtet, schmachtet auch das Urteil des Richters mit und darf nicht eher aus dem Gefängnisse als der Gefangene selbst. In der materiellen Welt nimmt sich eine solche Gefangenschaft freilich nicht sehr einleuchtend aus, aber desto einleuchtender und wirkungsvoller wird sie in der geistigen Welt.

[GS.02_121,10] Wohl hat der Herr einem jedem Haupt- und Grundleben ein vollkommen entsprechendes Ziel gesetzt, und zwar zufolge Seiner unendlichen Liebe und Erbarmung; und dieses Ziel ist eben wieder kein Gericht, sondern nur ein Sammelpunkt, wo ein jeder Geist sein zerstreutes Leben und dessen Wirkung vollkommen wiederfinden soll. Solch ein Ziel ist die Hölle sowohl wie der Himmel, und die Geister in ihrer vollen Freiheit, einem oder dem andern Ziele zuzuführen, macht sonach das Hauptgeschäft unserer bekannten Engelsgeister im Mittelreiche aus.

[GS.02_121,11] Wie diese Führung geschieht, haben wir bereits gesehen, und was hernach mit dem geführten Geiste geschieht, wissen wir auch. – So bleibt uns nur noch zu erfahren übrig, was nach dieser Arbeit unsere leitenden Geister für ein anderes Geschäft überkommen.

Titel: Jeder Mensch trägt ein anderes Samenkorn für die Entwicklung der geistigen Welt
Beitrag von: Maria am Juni 06, 2018, 07:27:26 Vormittag
Jeder Mensch trägt ein anderes Samenkorn für die Entwicklung der geistigen Welt in sich

Geistige Sonne, Band 2,Kapitel 124

[GS.02_124,01] Wenn ihr im Evangelium nachleset, so werdet ihr mit leichter Mühe finden, unter welchen allgemeinen Bildern Ich Selbst das Himmelreich dargestellt habe. Unter den Gleichnissen findet sich das vom Senfkörnlein vor. Dieses Gleichnis ist eben auch dasjenige, welches am allermeisten hierher taugt. Klein ist dieses Korn; wer sieht in ihm die baumartig große Pflanze? Doch trägt dieses Senfkörnlein eine ganze Unendlichkeit seinesgleichen in sich. Zahllose ganz gleiche Senfkörnlein können aus dem einen hervorgehen. Säet aber zahllose solche Senfkörnlein in das Erdreich, und ihr werdet wohl lauter gleiche Pflanzen daraus bekommen. Aber was die gewisse Symmetrie der Form betrifft, da wird nicht ein Stamm dem andern gleichen, so wenig, als ihr imstande seid, auf einem und demselben Baume zwei vollkommen gleich symmetrische Blätter zu treffen.

[GS.02_124,02] Wer dieses Beispiel von diesem Gesichtspunkte faßt, der wird daraus doch sicher den Schluß ziehen und sagen: An der symmetrischen Form, welche man eine bleibende oder konstante nennen könnte, liegt nichts; denn ob ein Blatt auf diesem oder jenem Punkte des Stammes oder eines Astes und Zweiges hervorkommt, ob es etwas größer oder kleiner oder ob der Stamm selbst höher oder niederer dem Boden entwächst, mehr oder weniger Äste und Zweige schießt und diese allezeit in einer anderen Ordnung, so macht das alles nichts, wenn nur der Stoff der Pflanze und deren Brauchbarkeit eine und dieselbe bleibt.

[GS.02_124,03] Sehet, das ist im Grunde nichts anderes, als so Ich euch sage: An der Form oder an dem Erscheinlichen der Geisterwelt liegt an und für sich gar nichts, wenn nur alle diese endlos verschiedenen Formen und Erscheinungen eine und dieselbe Wahrheit und einen und denselben Zweck zum Grunde haben.

[GS.02_124,04] Und so trägt denn ein jeder Mensch ein anderes Samenkorn für die Entwicklung der geistigen Welt in sich, welches in ihm aufgeht und endlich zu einem Baume wird, der die Form der inneren Welt ist.

[GS.02_124,05] Wenn ihr verschiedene Samenkörner in die Erde streuet, und das in eine und dieselbe Erde, meinet ihr wohl, daß daraus ganz gleiche Gewächse zum Vorscheine kommen, oder daß selbst aus einer und derselben Art Samenkörner ein vollkommen gleiches Gewächs hervorwächst? O mitnichten, überall etwas anderes und bei gleichartigem Samen wenigstens ein anderes Bild.

[GS.02_124,06] Aber alles dessen ungeachtet bleibt sich der Grundstoff gleich; und ihr könnet auf chemischem Wege alle Materie zerlegen, wie ihr nur immer wollt und könnt, und dennoch werdet ihr bei der letztmöglichen Zerlegung auf nichts als zwei Urgrundstoffe kommen, nämlich auf den euch wohlbekannten sehr flüchtigen Kohlenstoff und auf den zusammenziehenden Sauerstoff.

[GS.02_124,07] Sehet, das ist wieder gleich der Grundwahrheit und dem Hauptzwecke aller Formenerscheinlichkeit im Reiche der Geister.

[GS.02_124,08] Überall ist nur ein Gott, ein Vater, eine Liebe, eine Weisheit, und aus ihr geht hervor das Unendliche wie das Ewige!

[GS.02_124,09] Beschauet das Gewölk, das tagtäglich über eurer Erde Boden in der Luft dahinzieht. Habt ihr an selbem je schon eine beständige Form entdeckt? Werdet ihr es am Abende gleich erblicken wie es am Morgen steht oder am nächsten Tage oder in einem nächsten Jahre?

[GS.02_124,10] Endlos verschieden verändern sich die Formlinien des Gewölkes; nie erblicket ihr ganz dieselben wieder, die ihr schon geschaut habt. Beirrt euch aber das in eurem Dasein? Sicher nicht, denn es mag die Wolke unter was immer für einer Form in der Luft dahinschweben, sie bleibt deswegen doch nur eine Wolke, als nur eine Wahrheit, und ihr Zweck ist, den Regen zu geben, und das ebenfalls in einer und derselben Art, wenn alle Bedingungen ordnungsmäßig vorhanden sind, die zur Erzeugung des Regens vonnöten sind.

[GS.02_124,11] Und so liegt hier wieder nichts an der Form, sondern einzig und allein nur alles am Grunde und am Zwecke.

[GS.02_124,12] Überhaupt, was das erscheinliche Wesen betrifft, so ist dessen stets andere Form nur zur Weckung des Geistes da, der darin sein Wonnegefühl findet. Denn unter einem ewigen vollkommenen Einerlei würde alles in einen ewigen Schlaf dahinsinken.

[GS.02_124,13] Nur muß der Mensch sein Heil und seine Seligkeit nicht in der Form, sondern in der Realität, in der Wirklichkeit suchen. Was die Form betrifft, so habe Ich für ihren ewigen, stets neu reizenden Formenwechsel schon von Ewigkeit her gesorgt; und es gilt auch dafür der Grundtext aus dem Evangelium:

[GS.02_124,14] „Suchet vor allem das Reich Gottes und seine Gerechtigkeit; alles andere wird euch hinzugegeben werden.“

[GS.02_124,15] Fraget daher nicht diesen oder jenen: Wie sieht der Himmel aus und wie die Geisterwelt? Denn alles das ist eitel! Sondern suchet jegliches Wort von Mir in euch lebendig zu machen durch die Werke der Liebe; und ihr habt dann schon den Himmel lebendig in euch und alles, was der Geisterwelt ist.

[GS.02_124,16] Denn es wird nie jemand in einen Himmel kommen, der so aussehen wird, wie er ihn so oder so beschrieben in sein Gedächtnis und Vorstellungsvermögen aufgenommen hat. Ein jeder trägt den eigenen Himmel und die eigene Geisterwelt in sich, deren Form sich allezeit nach der Art der Liebe richten wird, die in ihm ist, und nach den Werken, die aus ihr hervorgegangen sind.

[GS.02_124,17] Jemand möchte einem Fremden die Gestalt eines Apfelbaumes dadurch vollkommen erkenntlich machen, indem er zu ihm spricht: Siehe, da vor uns steht ein Apfelbaum; merke dir genau die Höhe und Dicke des Stammes, genau die Lage seiner Äste und Zweige und ebenso die Blätter und die Rinde, und du wirst jeden Apfelbaum erkennen, der dieser Form vollkommen entspricht. Der so Unterrichtete zeichnet sich die Form des Baumes genau auf und geht damit in einen großen Baumgarten, der nahe aus lauter Apfelbäumen besteht. Er paßt seine aufgezeichnete Form überall an; da er aber diese nicht völlig wiederfindet, so existiert für ihn in diesem Baumgarten kein Apfelbaum.

[GS.02_124,18] Also soll sich niemand in irgendeiner Erscheinlichkeit begründen; denn da wird er allezeit hohl ausgehen. Wenn er aber die Sache im Geiste der Wahrheit nimmt, so wird er unter einer jeden Form die Wahrheit finden und den Weg und das Leben!

[GS.02_124,19] Diese Sache ist von großer Wichtigkeit; daher soll all dieses Gegebene jedermann wohl überdenken und es genau in sich prüfen, damit er zufolge dieser Prüfung der Weisheit wahren Grundstein finden möchte. Also ist es und wird es sein ewig wahr und gut. – Zur näheren Beleuchtung alles dessen nächstens der Beispiele mehr!
Titel: Reue der Seelen, die göttliche Gnadengabe ablehnten
Beitrag von: Maria am Juni 08, 2018, 04:47:22 Vormittag
Reue der Seelen, die göttliche Gnadengabe ablehnten

B.D. 4887 empfangen am  1.5.1950

In großer geistiger Not befinden sich die Seelen, denen Ich nahegetreten bin im Wort, das sie nicht annahmen als Stimme des Vaters. Denn die Fähigkeit zum Erkennen haben sie, nur der Wille fehlt ihnen, ernstlich zu prüfen. Doch einmal kommen diese Seelen zur Erkenntnis, und dann ist die Reue übergroß, ein köstliches Gnadengeschenk von Mir nicht ausgewertet zu haben, und ihre Selbstvorwürfe sind Qualen, die nicht zu ermessen sind. Wem nun Meine Gnadengabe angeboten wird, der ist gewissermaßen berufen zu geistiger Tätigkeit, weil Ich um seinen seelischen Reifegrad weiß, dem Ich zur weiteren Höhe verhelfen will. Er ist fähig zum Erkennen, sowie er willig ist, sich in der Wahrheit zu bewegen.

Er steht also nun an einem Scheidewege, der ewigen Wahrheit oder der Welt entgegenzugehen, und nun ist es sein eigener Wille, welchen Weg er wählet. Ein Mensch nun, der zwei Wege gehen kann und nun von selbst den falschen Weg geht, muß sich dafür verantworten, und dies empfindet die Seele unbewußt und ist darum in Not, wenngleich der Verstand des Menschen solche Bedenken verjagen möchte. Es sind große geistige Widersprüche, die Seele und Verstand nun austauschen, und selig ist der Mensch, so die Seele den Verstand noch überzeugen kann von seinem Irrtum, ehe es zu spät ist, d.h., ehe die Seele die irdische Hülle verläßt.

Doch geht sie in das geistige Reich ein im Zustand der Finsternis, dann brennt das Licht, das ihr Erleuchtung bringen sollte, wie Feuer in ihr, denn das Bewußtsein bleibt ihr auch im Zustand der Unkenntnis, daß sie aus eigener Schuld in der Finsternis weilt, weil sie dem Licht entflohen ist, das ihr Meine Liebe und Gnade anzündete. (1.5.1950) Sie lebt dann in großer Pein, sich sehnend nach dieser großen Gnadengabe, die ihr nicht mehr zugewendet werden kann, so sie einmal verschmäht wurde.

Zwar kann ihr von seiten der Lichtwesen geholfen werden, doch sie erscheinen der Seele nicht als Bringer des Lichtes, sondern der freie Wille der Seele wird in anderer Weise auf die Probe gestellt, so daß sie wieder vor einem Scheidewege steht, den Lichtseelen zu folgen, die sich zwar nicht zu erkennen geben, ihr aber helfend beistehen wollen oder wieder im Starrsinn zu verharren und die Hilfe der Lichtwesen abzulehnen. Wie auf Erden der Mensch nicht gezwungen wird zur Annahme des Lichtes, das von oben zur Erde niederstrahlt, so ist auch im geistigen Reich der Wille der Seelen ausschlaggebend, wie sie sich zu der Hilfe einstellen, die Meine ewige Liebe ihnen immer angedeihen lässet, um sie zur Höhe zu führen.

Auf Erden aber haben sie eine übergroße Gnadengabe in Meinem Wort, das ihnen mit Sicherheit die geistige Reife einträgt. Und darum ist es unverantwortlich, Mein Wort, das aus der Höhe ihnen geboten wird, nicht zu beachten und sich also gleichgültig oder völlig negativ dazu einzustellen. Und verständlicherweise muß es eine Seele äußerst bedrücken, wenn sie das sicherste Mittel zur Erreichung des ewigen Lebens unbeachtet gelassen hat und nun in einem bedauernswerten Zustand in den geistigen Sphären weilt, wo Finsternis herrscht und Unseligkeit.

Doch es war ihr freier Wille, sie hat sich selbst durch ihren Willen den erbarmungswürdigen Zustand geschaffen und muß ihn nun ertragen oder wieder im freien Willen eine Wandlung anstreben, also jede Gelegenheit nützen, die Meine Liebe und Erbarmung im Jenseits ihr schafft, auf daß sie doch noch zur Höhe schreitet und in das Lichtreich eingehen kann, wenn auch erst nach endlos langer Zeit. Ihr Wille allein bereitet ihr das Los in der Ewigkeit, ihr Wille erweckt die Seele zum Leben, wie er aber auch Anlaß sein kann zum geistigen Tode.
Amen
Titel: Not der Glaubenslosen beim Eintritt in das Jenseits
Beitrag von: Maria am Juni 08, 2018, 04:48:47 Vormittag
Not der Glaubenslosen beim Eintritt in das Jenseits

B.D. 5076 empfangen am  2.3.1951

Ihr alle sollet mithelfen an der Erlösung der irrenden Seelen. Jeder, der an Mich glaubet und also auch an ein Leben der Seele nach dem Tode, der soll seinen Mitmenschen auch diesen Glauben zu vermitteln suchen, dann tut er ein Werk barmherziger Nächstenliebe, denn er rettet solche Seelen vor dem Tode. Wüßtet ihr, um wie vieles leichter das Los der Seelen ist, die nur einen Funken Glauben in sich tragen bei ihrem Abscheiden von dieser Erde, dann würdet ihr alles tun, um diesen Funken in euch zu entzünden, und je größer er ist, desto heller ist es in ihm beim Eintritt in das jenseitige Reich.

Wer selbst glaubt, soll keine Ruhe geben, bevor er nicht den Mitmenschen für den Glauben gewonnen hat. Er soll arbeiten in allem Eifer und wird sich dadurch einen großen Lohn erwerben, denn die Seelen danken es ihm tausendfach, die er gewonnen hat. Die geistige Not zu lindern ist wahrlich ein Wirken in Liebe, gehen doch die Auswirkungen bis in die Ewigkeit. Und in geistiger Not sind alle Menschen, denen es am Glauben mangelt, die nicht überzeugt sind von einem Wesen, Das überaus vollkommen ist, die nicht an eine Verantwortung vor einem Richter glauben am Ende ihres Erdenlebens, die in der Welt dahinleben ungeachtet ihrer Aufgabe, die Seele aufwärts zu entwickeln, und die ihre Sündenschuld, die Anlaß ihres Erdenlebens ist, nicht verringert haben, sondern noch erhöht, weil sie Meinem Gegner zum Opfer fielen, der sie verderben will auf ewig.

Diese Menschen sind in arger Not, doch die Liebe der Mitmenschen kann ihnen helfen. Beteiligt euch am Erlösungswerk Christi, und suchet eure Mitmenschen aufzuklären, da ihr selbst im Wissen stehet um die große Liebe und Barmherzigkeit Dessen, Der euch erschaffen hat. Stellet Mich ihnen nicht hin als strafenden Gott, sondern als liebevollen Vater, Der Seine Kinder zurückrufet in das Vaterhaus, das sie freiwillig verlassen haben. Und helfet ihnen, wieder zum Glauben zu gelangen, dann erwerbet ihr euch großen Lohn, denn ihr leistet eine Arbeit in Meinem Weinberg, die Ich wahrlich nicht unentlohnt lasse, gewinne Ich doch dadurch Meine Kinder zurück, nach denen Ich Mich sehne und um deren Liebe Ich ununterbrochen werbe. Helfet Mir, diese Kinder zu gewinnen, auf daß Ich sie ewig mit Meiner Liebe beglücken kann.
Amen
Titel: Im Reiche der Finsternis des Unglaubens
Beitrag von: Maria am Juni 08, 2018, 04:51:06 Vormittag
Im Reiche der Finsternis des Unglaubens

Geistige Sonne Band 1, Kapitel 29

[GS.01_029,01] Sehet, in geringer Ferne von uns rührt sich schon wieder etwas, merket ihr es? Ihr saget: O ja! Wenn uns unser Auge nicht täuscht, so sind es diesmal zwei überaus hagere und völlig bis auf die Knochen abgezehrte männliche Wesen. – Ihr habt recht; daher machen wir nur eine Bewegung, und wir werden sie alsbald eingeholt haben. Seht, hier sind sie schon. Noch merken sie nichts von unserer Gegenwart, und das ist vor der Hand gut; denn so können wir sie belauschen, was sie miteinander für Worte führen. Diesen Zweien werden wir uns auch nicht zeigen, sondern am Ende bloß auf ihr Gefühl eine Einflüsterung ergehen lassen, welche so gestellt sein soll, daß sie einen oder den andern möglicherweise auf einen andern Gedanken bringt. Und so denn öffnet euer Ohr und höret, denn soeben werden sie von der Hauptsache miteinander Worte zu wechseln beginnen.

[GS.01_029,02] Der A spricht: Also geht's dir, mein schätzbarer Freund, nun auch nicht besser denn mir; wie lange verweilst du schon an diesem Orte? Der B spricht: Mein geachteter Freund, nach meinem Gefühle dürften es noch kaum einige Wochen sein; wie lange aber bist denn du schon hier? Der A spricht: Mein schätzbarer Freund! Es dürften nach meinem Gefühle wohl schon etliche zwanzig Jahre sein. Der B spricht: Mir ist es rein unbegreiflich, wie ich hierher gekommen bin; denn du kannst mir glauben, da du als ein greiser Mann mich noch als einen tätigen Jüngling von etlichen zwanzig Jahren gar wohl gekannt hast, ich habe stets also gelebt, wie ich es meiner Erkenntnis zufolge für rechtlich und billig gefunden habe. Ich verrichtete mein geistliches Amt mit großer Treue, hatte nie, was die Satzungen der Kirche betrifft, nur einen Buchstaben unerfüllt gelassen. Ich predigte allzeit vollkommen im Geiste der alleinseligmachenden Kirche; ich unterstützte, soviel es nur immer tunlich war, nach Möglichkeit diejenigen, die ich wahrhaft als dürftig erkannte, d. h. mit andern Worten, die ohne ihr Verschulden in die Armut versunken sind. Ich gab doch tagtäglich in dem heiligen Meßopfer Gott die Ehre und weiß mich keines Tages zu erinnern bis zu meiner letzten Stunde, daß ich das Brevierbeten hintangesetzt hätte. Ich fügte mich allen Anordnungen der kirchlichen Oberhäupter und wäre imstande gewesen, auf Leben und Tod zu kämpfen für die Rechte der heiligen Kirche. Ich war streng im Beichtstuhle und glaube auch, gar viele Seelen für den Himmel gewonnen zu haben; und ich habe im Sinne der Lehre Christi die Dürftigen beteilt, die Hungrigen gespeist, die Durstigen getränkt, die Nackten bekleidet, die Gefangenen erlöst, und erwartete dadurch nach dem Ableben, besonders da ich mich noch obendrauf eines vollkommenen Ablasses von seiten seiner Heiligkeit des Papstes versichert habe, ganz sicher in den Himmel zu kommen.

[GS.01_029,03] Allein was für eine Bewandtnis es mit dem von mir sicher erhofften Himmel hat, das siehst du hier so gut wie ich. Ich habe es, weißt du, lieber Freund, bei mir so ganz heimlich wohl oft gedacht, aber freilich nie öffentlich ausgesprochen, daß das Christentum samt Christus nichts anderes ist als ein kultiviertes Heidentum und habe daher auch auf Christum samt der Dreieinigkeit wenig Vertrauen gesetzt; und da ist es jetzt klar genug vor mir, wie sehr ich in diesem meinem heimlichen Mißtrauen recht hatte. – Nun, was sagst denn du dazu?

[GS.01_029,04] Der A spricht: Ja, mein lieber, schätzbarer Freund, was sollte ich dazu sagen? Ich war kein Priester, lebte aber dessen ungeachtet, man kann sagen, beinahe strenge also, wie mich, versteht sich von selbst, die besseren Priester belehrt haben. Ich hatte wohl auch gewisserart so manchen Zweifel; aber ich dachte mir dabei, es sei dem, wie es wolle, ich lebe ganz ruhig also, wie ich zu leben von den Priestern gelehrt wurde; es kann für mich ja unmöglich gefehlt sein. Denn ich dachte mir: ist ihre Lehre falsch und ein Unsinn, so haben sie es zu verantworten; ich selbst aber wasche mir die Hände. Und wenn Gott im Ernste ein so gerechter Richter ist, wie alle die Priester auf den Kanzeln von Ihm geprediget haben, so muß Er mich belohnen, vorausgesetzt, daß Er wirklich ist; gibt es aber keinen Gott, dann ist ja ohnehin alles eins, wie man lebt. Gibt es ein Leben jenseits, so muß dieses doch sicher entsprechend sein dem allzeit ehrlichen Charakter eines Menschen; und gibt es kein Leben nach dem Leibestode, so wird es auch sicher wenig daran gelegen sein, wie jemand auf der Erde gelebt hat. Du kannst nun daraus ersehen, daß ich auf der Welt als ein vollkommen ehrlicher, kluger und treuegehorsamer Mann gelebt habe; nun bin ich schon so lange hier, und das ist der Lohn!

[GS.01_029,05] Nichts als eine beinahe undurchdringliche, überaus frostige Nacht, von keinem noch so trüben Tage mehr abgewechselt außer einigem besandeten Moose keine Nahrung, und dieses alles sollte etwa mit der von euch Priestern oft gepredigten Liebe, Barmherzigkeit und Gerechtigkeit Gottes übereinstimmen?! Ich denke jetzt schon über zwanzig Jahre nach, ob es einen Gott gibt oder keinen; und wo ich immer jemandem begegne und mich mit ihm über diesen Punkt bespreche, so weiß er am Ende um kein Haar mehr denn ich. Es nimmt mich daher auch um so mehr wunder, daß du, ein gewesener Priester, der doch immer für das sogenannte Reich Gottes gearbeitet hat, eben mit demselben Lose beteiligt bist wie ich. Ich meine, wir sind alle zusammen mit Christus angeschmiert; denn es ist mir gar oft rätselhaft vorgekommen, wie sich ein Gott habe können töten lassen! Die alten, weisen Hebräer kannten Christum sicher besser als wir und wußten daher Ihn als einen jüdischpietistischen Schwärmer gehörig aus dem Wege zu räumen und haben Ihn dann schön sauber den früher glücklichen Römern als eine pfiffige Prämie darum in die Arme gespielt, weil ihnen diese ihre Königsstadt zerstört haben. Sie blieben für sich bei ihrem alten Gott, der doch offenbar ein viel göttlicheres Aussehen hat, denn unser Gekreuzigter. Nur wir mußten hernach zufolge des jüdischen Geniestreiches den Gott annehmen, der bei ihnen das schimpflichste Wesen war. – Ich meine, solches ist bereits mit den Händen zu greifen; denn wäre an dem Christus etwas, so müßte hier in dieser, ich kann dir sagen, endlos großen Weltsphäre doch einer etwas Reelles von Ihm wissen. Aber da kannst du Tausenden begegnen, die du alle als lauter nüchterne und bescheidene Menschen erkennen mußt, und nicht einer weiß eine Silbe von Ihm. Ich kann dir sagen: Ich bin schon mit Menschen zusammengekommen, die ein- bis zweitausend Jahre schon sich in dieser Gegend befinden und sich das Moosfressen auch schon vollkommen angewöhnt haben. Diese waren doch gleichzeitig mit dem Christus auf der Erde, falls es, unter uns gesagt, je einen Christus gegeben hat, und diese wissen von Ihm geradesoviel wie wir; manche darunter geben vor, diesen Namen nie gehört zu haben. Siehe, das sind so meine Ideen, die ich im Verlaufe meines Hierseins und mitunter auch wohl schon in meinem Leibesleben ganz heimlichermaßen zuwegegebracht habe; wie gefallen sie dir?

[GS.01_029,06] Der B spricht: Mein schätzbarer Freund, ich muß dir offen gestehen, daß deine Ideen sehr viel für sich haben. Anderseits kann ich jedoch das wieder von den weisen Juden, die die Kenntnis von dem rechten Gotte hatten, nicht als völlig wahr annehmen, daß es ihnen darum sollte zu tun gewesen sein, aus Rache gegen eine große Nation, wie die Römer waren, einen quasi Galgenschlingel denselben als einen Gott an den Hals zu werfen. Es hat gerade um dieselbe Zeit unter den Römern auch die weisesten Männer gegeben, und darnach wäre es eben nicht zu vernunftgemäß, diese große und weise Nation für so dumm zu halten, daß sie statt ihrer gepriesenen und viel besungenen bedeutungsvollen Götter einen so erbärmlichen Austausch hätten machen sollen.

[GS.01_029,07] Da du mir aber schon deine Meinung in dieser Hinsicht kundgetan hast, so will ich dir mich auch näher aufschließen und will dir kundgeben, was ich bei mir in meinem Leibesleben eben nicht selten gedacht habe, und dieses Gedachte lautet also: Die Römer, namentlich der römische Priesterstand, haben es heimlich gemerkt, daß es für die Länge mit all ihren Gottheiten sich nicht mehr tun wird. So suchten sie nach und nach für das stets mehr sinnlich gewordene Volk eine sinnlichere Mythe, machten es dabei so, daß sie vorgaben, als habe sich der oberste Gott Jupiter der Menschheit überaus erbarmt. Und da unter allen Völkerstämmen die jüdische Nation dem wahren Göttertume am entferntesten war, so habe sich Jupiter selbst herabgelassen und habe sich in die Gestalt eines Juden begeben und das Volk die Wahrheit der rechten Gotteslehre Roms gelehrt. Solche Lehre war den Juden ein Greuel, besonders weil sie die Römer zu der Zeit gar übel im Magen hatten. Sie boten daher alles auf, um diesen wahren Gott Jupiter in der menschlichen Gestalt zu verdächtigen. Pilatus habe gar wohl gewußt, was hinter Christus steckte; darum habe er Ihn auch soviel als möglich verteidigt. Da aber die Juden sich durchaus nicht besänftigen ließen und den Pilatus selbst als einen Mitrebellen bei dem Kaiser zu verklagen drohten, so dachte Pilatus bei sich: Ich übergebe euch den Allmächtigen; Er wird es sicher besser wissen als ich, was Er mit Sich wird machen lassen. Dieser hatte Sich dann pro forma auf die römische Art von den Juden kreuzigen lassen, stand aber dann als Jupiter gar leichtlich wieder vom Tode auf und ließ dann den Hohenpriestern zu Rom melden, was sie nun zu tun hätten. Diesen Priestern war das ein gewünschtes Wasser auf ihre Mühle, und sie lehrten dann das Volk also, wie sie sich diese Mythe im Einverständnisse mit den Römern im Judenlande ausgedacht hatten. Sie erdichteten mit der Zeit noch eine Menge Blutzeugen hinzu, mochten wohl auch im Einverständnisse mit den Kaisern entweder einige wirkliche oder blinde Grausamkeiten verübt haben und schwatzten hernach dem dummen Volke eine Menge Wundererscheinungen bei solchen Gelegenheiten vor. So ging das alte, schon morsch gewordene Heidentum unter immer demselben Pontifikate auf uns über, und wir sind notgedrungen Tölpel genug gewesen, solch einen wahren Philisterstreich als bare Münze anzunehmen. Dafür aber repräsentiert sich meines Erachtens hier auch vollkommen der Lohn unseres neukreierten Heidentums.

[GS.01_029,08] Der A spricht: Mein schätzbarer Freund! Ich muß dir offenherzig bekennen, deine Meinung hat offenbar mehr für sich als die meinige, nur verstehe ich dann nicht, wie man bei solch einem pfiffigen Unternehmen dann das neukreierte Heidentum auf das Judentum hat basieren können. Meines Wissens, soviel ich aus den sogenannten Evangelien weiß, bezieht sich der Christus ausschließend auf die sogenannten Propheten der Juden, und es läßt sich dann wohl nicht leichtlich annehmen, daß die stolzen, weisen Römer zur Kreierung einer einträglichen Religion sich der Religion der ihnen über die Maßen verächtlichen Juden bedient hätten. Ferner muß ich dir ganz offen bekennen, daß die absolute Lehre Christi, bis auf manche unbedeutende Wunderalbernheiten, an und für sich eine ganz menschlich kluge Lehre ist und taugt meines Erachtens am allerwenigsten für die nur allzubekannte römische Habsucht. Aus dem Grunde läßt sich eben nicht gar zu leicht erweisen, daß sie ein Werk des römischen Priestertumes ist, wohl aber ist sie sicher ein Werk der Juden; denn man weiß es aus der Geschichte nur zu bestimmt, wie sehr sich die Römer gegen den Eingang dieser Lehre gesträubt haben!

[GS.01_029,09] Der B spricht: Mein geschätzter Freund! In dieser Hinsicht bist du viel zu wenig eingeweiht in die geheimen Schleichwege des Priestertums. Du hast in der Geschichte wohl gelesen, daß sich verschiedene römische Kaiser tätigst gegen die Einführung dieser Religion gesetzt haben; nenne mir aber auch einen römischen Pontifex, der sich namentlich dawider gesträubt hätte. Siehe, also war die Sache fein abgekartet, und diese neukreierte Religion hätte nie einen besseren Eingang gefunden als eben durch die notwendig scheinbar grausame Widersträubung der römischen Kaiser. – Daß diese neukreierte Religion auch auf das Judentum basiert wurde, hat ja den mit Händen zu greifenden Grund, weil die römischen Weisen bei der Gelegenheit ihrer vielseitigen Eroberungen eine hinreichende Gelegenheit hatten, mit vielen Religionen Bekanntschaft zu machen und konnten dadurch sehr leicht finden, daß eine neu zu kreierende Religion auf keine besser zu basieren ist denn gerade auf diese jüdische. Darum haben sie auch ihren menschgewordenen Zeus aus sehr weisen Gründen im Judenlande auftreten lassen; denn sie wußten es genau, daß es mit allen anderen Religionen ein noch morscheres Verhältnis habe denn mit der ihrigen.

[GS.01_029,10] Der A spricht: Ja, geachteter Freund, jetzt bekommt deine Sache freilich ein ganz anderes Gesicht, und ich kann nun nicht umhin, ganz deiner Meinung beizupflichten. Ja, ja, wäre es nicht also, woher käme sonst diese Gold- und Silbergier des noch gegenwärtigen römischen Pontifikats? Dessen ungeachtet aber muß ich dir doch auch hinzu bekennen, daß die eigentliche reine Sittenlehre Christi, rühre sie, woher sie wolle, über alle Kritik erhaben gut ist. Solches hat mich auch noch zuallermeist an das Christentum gehalten. Daß sich mit der Zeit manche eigennützige Schmarotzerpflanzen auf diesen reinen Baum angeklebt haben, solches, erlaube mir, ist auch unverkennbar, und so muß ich dir sagen, und es kommt mir eben dazu gerade jetzt eine Idee: Wenn ich möglicherweise je irgend einem solchen reinen Christus begegnen würde, wahrlich, ich könnte Ihm unmöglich feind sein!

[GS.01_029,11] Und der B bemerkt: Ja, wenn es einen gäbe, da wäre ich auch dabei; aber darin liegt ja eben der Hund begraben! Und der A bemerkt: Weißt du was, nehmen wir uns vor, das Grab dieses deines Hundes zu suchen; und haben wir es gefunden, so haben wir doch wenigstens ein Sinnbild der Treue gefunden! – Sehet, über dem A wird es schon etwas heller, aber über dem B noch lange nicht; und da wir hier nichts mehr zu tun haben, so begeben wir uns wieder weiter!
Titel: Last der Sünde im Jenseits - Sühne oder Vergebung
Beitrag von: Maria am Juni 11, 2018, 03:17:17 Nachmittag
Last der Sünde im Jenseits - Sühne oder Vergebung

B.D. 3909 empfangen am  20.10.1946

Es fallen euch jegliche Sünden zur Last, die ihr begeht an eurem Nächsten und ihr somit auch wider Mich Selbst sündigt, Der Ich euch das Gebot der Liebe gab. Und ihr werdet an der Last eurer Sünde schwer zu tragen haben im Jenseits, so ihr nicht auf Erden schon sie abbüßet. Darum glaubet nicht, daß ihr straflos ausgehet, so ihr euch versündigt am Nächsten; glaubet nicht, daß es keinen gerechten Richter gibt, weil er sich nicht gleich euch in Erscheinung bringt. Und glaubet nicht, daß ihr darum frei seid von aller Schuld, weil euch die Mitmenschen das gleiche antun und Mein Liebegebot mißachten. Ihr stumpfet euer Gewissen ab, jedoch die Größe eurer Schuld verringert ihr nicht dadurch, denn euer Verstand bleibt rege, und er weiß wohl das Rechte vom Unrechten zu unterscheiden.

Und euer Wille wird nicht gezwungen zu eurem Denken und Handeln, darum tragt ihr selbst die Verantwortung dafür, und ihr belastet euch unbeschreiblich, so ihr Sünde auf Sünde häufet, so ihr dem Nächsten Schaden zufügt, ihn bedränget und in krassester Lieblosigkeit an ihm handelt, anstatt ihn zu unterstützen in seiner Not, ihm zu helfen und ihm also uneigennützige Liebe entgegenzubringen, die allein wohlgefällig ist vor Meinen Augen. Ihr begebet euch selbst in die Gewalt des Satans, der eure Seelen nun nach seinem Willen bearbeitet, der euch herabzieht in das Verderben und von dem ihr als Lohn für eure Willigkeit nur vorübergehende Besserung eurer irdischen Lebensverhältnisse verspürt.

Doch was soll dies euren Seelen frommen? Bringet das Maß eurer Sünden nicht zum Überlaufen, denn die Reue dereinst ist fürchterlich. Glaubet an einen gerechten Gott, Der euch zur Verantwortung zieht für alle eure Taten, und bittet Ihn um Vergebung eurer Schuld, bittet Ihn um Stärkung eures Willens zum Guten, um Kraft zur Ausführung von Taten der Liebe, bringet den Willen auf, gut zu sein, und es wird euch geholfen werden, ihr werdet euch aus dem Sumpfe der Sünde retten können, ihr werdet Vergebung finden schon auf Erden und Gnade vor Meinen Augen.

Aber mißachtet Den nicht, Der euch das Leben gab, sprechet Ihm nicht die Gerechtigkeit ab, und erkennet eure Sünden, handelt nicht wider das Gebot der Liebe, das Ich Selbst euch gab zu eurem Seelenheil. Erbarmet euch der Schwachen und Kranken, und ihr werdet selbst Erbarmung finden bei Mir; lindert ihre Not, und Ich werde mit Meiner Hilfe stets bereit sein, so ihr in Not euch befindet. Denn so, wie ihr an euren Mitmenschen handelt, so auch werde Ich an euch handeln am Tage des Gerichtes, der kurz bevorsteht. Sündiget nicht, auf daß das Maß eurer Sünden nicht noch voller werde, auf daß die Last der Sünden euch nicht zu Boden drückt und ihr keine Gnade mehr findet am Tage des Gerichtes.

Denn Ich weiß um jedes Unrecht, vor Meinen Augen bleibt nichts verborgen, für jeden Gedanken und jede Tat müsset ihr euch verantworten, und wehe dem, der von Meinem Gericht betroffen wird, der Meine Gerechtigkeit an sich verspüren wird, wenn seine Sünden offenbar werden. Seine Sühne wird hart sein, doch seiner Schuld angemessen, denn Ich bin ein gerechter Richter, wenngleich Meine Geduld und Barmherzigkeit endlos ist. Doch eurem Wirken sind Grenzen gesetzt, und so ihr diese überschreitet, ist auch die Stunde des Gerichtes gekommen, die Gerechtigkeit fordern wird für alle Sünden, wie es verkündet ist in Wort und Schrift.
Amen
Titel: Arme Seelen - Reue - Liebende Hilfe
Beitrag von: Maria am Juni 11, 2018, 03:18:52 Nachmittag
Arme Seelen - Reue - Liebende Hilfe

B.D. 3256 empfangen am  15.9.1944

Wenn ihr Menschen das Erdenleben zurückgelegt habt und in das geistige Reich eingegangen seid, so erscheint euch die Zeit eures Wandels auf Erden nur wie ein Augenblick, sowie euch die Rückerinnerung gegeben wird über die unendlich lange Zeit vor eurer Verkörperung als Mensch. Und dann erkennet ihr auch die große Gnade, die das letzte Stadium eurer Entwicklung für eure Seele gewesen ist, und gesegnet, der sie genützt hat und dem sie den Eingang in das Lichtreich eintrug, der sich keine Selbstvorwürfe zu machen braucht, daß er die Gnaden des Erdenlebens ungenützt vorübergehen ließ.

Denn die Reue im Jenseits ist doppelt qualvoll, weil die Seele erkennt, daß sie nichts mehr gutmachen kann, was sie auf Erden verfehlt oder versäumt hat, wenn die Seele erkennt, welche unvorstellbaren Qualen der endlos lange Erdengang umfaßt hat und wie leicht dagegen das kurze Leben als Mensch war, das sie nicht entsprechend gewertet hat. Die Reue über ein falsch gelebtes Erdenleben ist so quälend und bedrückend für die Seele, daß sie allein schon dadurch unsagbar büßet und ihren qualvollen Zustand verschlimmert; doch das Erdenleben mit seinen vielen Möglichkeiten zum Reifen ist nun vorüber, und es muß die Seele die Folgen auf sich nehmen entsprechend ihrem Erdenlebenswandel. Sie muß nun im Jenseits den Entwicklungsgang fortsetzen, doch unter weit größeren Schwierigkeiten als auf der Erde, sowie ihr der Eingang in das Lichtreich noch verwehrt ist.

Ihr Menschen wisset nicht, wie arm eine solche Seele ist, die noch in der Finsternis weilt, und welche erbarmende Liebe sie benötigt, wenn ihr Hilfe gebracht werden soll. Und ihr alle sollt euch solcher Seelen erbarmen, ihr sollt ihnen die Liebe geben, ansonsten sie ewiglich nicht erlöst werden können, weil sie allein zu schwach sind, weil die Liebe allein ihnen Kraft gibt und die Seelen sich von den Menschen diese Liebe erhoffen und erbitten. Denn das lichtvolle Geistige kann erst dann diesen Seelen beistehen, wenn sie sich bereit erklären, anderen Seelen zu helfen. Um aber diesen Hilfswillen in sich aufkommen zu lassen, muß ihr Wille gestärkt werden, und dies bewirket nur die Kraft, die ihnen durch Liebe der Menschen auf Erden zugeführt wird.
Unerlöste Seelen, also solche, die das Erdenleben nicht recht ausgenützt haben oder gänzlich ohne geistiges Streben gelebt haben auf Erden, sind in größter Not, weil sie völlig kraftlos sind und einen völlig geschwächten Willen haben. Diesen Seelen beizustehen ist eines der größten Liebeswerke, die der Mensch verrichten kann. Er soll unentwegt beten für solche Seelen, er soll ihnen in Gedanken vorhalten, daß sie sich liebend betätigen müssen auch im Jenseits, er soll ihnen immer und immer wieder die Liebe predigen, er soll mit ihnen reden in Gedanken und ihnen Kraft zuwenden durch seine Liebe, die von der Seele wohltätig empfunden wird, weil sie ihren Leidenszustand lindert.

Und die Seelen danken es den Menschen ewiglich, die sie aus ihrem qualvollen Zustand erlösen durch ihre liebende Hilfe, sowie sie sich selbst beteiligen können am Erlösungswerk, sowie sie anderen Seelen ihr Leid verringern können durch Zuführen von geistigem Wissen, das sie sich aber erst erwerben müssen. Durch ihren Willen zu helfen ist ihre größte Not behoben, und ihre Reue läßt im selben Maß nach, wie sich der Hilfswille erhöht. Denn nun erkennt sie, daß sie im geistigen Reich benötigt wird, und ihr Eifer läßt sie das eigene Leid vergessen. Sie trachtet danach, geistige Güter zu sammeln, um sie wieder austeilen zu können; sie hat sich einen neuen Wirkungskreis geschaffen und suchet nun nachzuholen, was sie auf Erden versäumt hat, Liebe zu geben. Und nun setzet sie ihren Entwicklungsgang im geistigen Reich fort, dank der Hilfe, die ihr das liebende Gedenken der Menschen auf Erden gebracht hat, für das sie ewig dankbar sind
Amen
Titel: Liebeswerk an irrenden Seelen
Beitrag von: Maria am Juni 11, 2018, 03:20:07 Nachmittag
Liebeswerk an irrenden Seelen

B.D. 3483 empfangen am  18.5.1945

Erbarmet euch der irrenden Seelen, betrachtet sie als Kranke, denen Hilfe gebracht werden muß, und lasset sie nicht darben in ihrer geistigen Not. Die Not des Leibes nimmt ein Ende, die Seele dagegen trägt sie mit in die Ewigkeit, hinüber in das Jenseits. Und davor kann sie bewahrt werden, wenn sie auf Erden noch zur Wahrheit gelangt, die ihr den irrenden Seelen zuleiten sollt. Helfet ihnen, so euch Gelegenheit dazu geboten wird, sprechet zu ihnen von der Liebe Gottes, die nach ihnen verlangt, haltet ihnen ihren mangelhaften Reifezustand vor, der eine Annäherung an Gott unmöglich macht, und zeigt ihnen den Weg zur Heilung, den Weg, der allein zum Ziel führt, den Weg der Liebe.

Machet sie aufmerksam, daß sie ohne Liebeswirken nicht reifen können und nimmermehr ihr Ziel erreichen und daß ihnen das Erdenleben nur gegeben ist zum Zweck der Vervollkommnung ihrer Seelen. Richtet ihre Gedanken auf das Geistige, haltet sie an zum Nachdenken über ihren Erdenlebenszweck, gebt ihnen Aufklärung über Sinn und Zweck der Schöpfung, über den Zweck des Leides und der irdischen Not, und sucht sie zu bewegen, ihre geistige Not zu beheben. Es ist dies ein Liebeswerk von ungeheurer Bedeutung, wenn ihr euch der irrenden Seelen erbarmt und ihnen Hilfe zu bringen sucht. Und lasset euch nicht abschrecken durch anfängliche Ablehnung, bringet ihnen das Wort Gottes nahe, und denket jederzeit eurer Aufgabe, die eine erlösende auf Erden sein soll.

Unzählige Seelen sind in geistiger Not, doch sie beachten nur die irdische Not und halten keine innere Einkehr, die ihnen einen Lichtstrahl bringen könnte. Sie sind nur auf Besserung der irdischen Lebensverhältnisse bedacht und wissen nicht, daß diese erst die Folgen der geistigen Not sind, daß erstere erst behoben werden muß, ehe eine Besserung des irdischen Lebens eintreten kann. Leitet ihnen das Wissen darüber zu, und helft ihnen, den Weg zu beschreiten, und ihre Seelen werden es euch danken ewiglich. Denn ihre Not wird ständig größer, je mehr es dem Ende zugeht, weil der Gegner Gottes über die Seelen Gewalt gewinnt und sein Einfluß ungeheuer schädigend ist für die Seelen.

Das Wissen um ihren Erdenlebenszweck kann sie schützen vor jenem Einfluß, und die Seele kann sich bei gutem Willen seiner Macht entwinden, weil sie ihn erkennt als böse und Gott abgewandt. Doch sie muß in das Wissen eingeführt werden, und dieses Werk der Barmherzigkeit sollt ihr ausüben, wo immer euch Gelegenheit geboten ist, und eure Mühe wird nicht ohne Erfolg sein. Denn die Not ist groß, und das Ende kommt immer näher, und jede Stunde soll genützet werden für die Arbeit für das Reich Gottes. So ist es Gottes Wille, der geachtet werden muß, wollet ihr rüstige Arbeiter sein in Seinem Weinberg und Ihm dienen.
Amen
Titel: Verlangen nach Licht im Jenseits - Geistige Gespräche
Beitrag von: Maria am Juni 11, 2018, 03:22:03 Nachmittag
Verlangen nach Licht im Jenseits - Geistige Gespräche

B.D. 5487 empfangen am  15.9.1952

Das Verlangen im jenseitigen Reich nach Licht ist sehr groß bei denen, die erkannt haben, daß der Seligkeitsgrad abhängig ist von einer gewissen Erkenntnis, die ihnen aber fehlt. Es sind dies Wesen, denen auf Erden eine gewisse Gutheit nicht abzusprechen war, die sich bemühten, recht und gerecht zu handeln, jedoch keinerlei Glauben besaßen an eine Macht über sich, an ein Fortleben der Seele, an ein geistiges Reich. Diese Glaubenslosigkeit hat sie auch unempfänglich gemacht für geistiges Wissen auf der Erde, es fehlte der Wille zum Glauben. Darum sahen sie alles als unwirklich und unwahr an, was als außerhalb des Erdenlebens seiend vertreten wurde von gläubigen Menschen. Es fehlte ihnen der Wille, darüber etwas zu erfahren, weil sie nicht glaubten, weil aber auch das Erdenleben ihnen so außerordentlich wichtig schien, daß sie nur für dieses arbeiteten und schafften.

Im jenseitigen Reich nun erkennen sie stets mehr und mehr die Realität des geistigen Reiches und sind doch nicht imstande, Klarheit zu gewinnen über ihre eigene Existenz und über ihre Lage. Sie wissen nicht, was wirklich und was unwirklich ist, sie sehen unklare Bilder, die sie nicht verstehen, sie werden zum Denken angeregt und finden sich doch nicht allein zurecht. Und sie verlangen nach Licht, nach Erkenntnis und sind dankbar, so ihnen diese gegeben wird. Der mangelnde Glaube aber erschwert es den Lehrenden im geistigen Reich, für ihre Belehrungen Glauben zu finden, weil ihnen alles unannehmbar erscheint durch ihre Einstellung, die sie auf Erden hatten. Doch sie streben unentwegt nach Aufklärung, sie wollen die Wahrheit wissen, und darum wird sie ihnen auch zugeleitet.

Das jenseitige Reich erkennen sie nun als wirklich an, weil ihnen das Wissen um das irdische Leben nicht gänzlich genommen ist. Sie sind also nun schon überzeugt von dem Fortleben nach dem Tode, und diese Überzeugung treibt sie an, emsig zu suchen nach dem, was ihnen fehlt, nach Licht und sie werden auch nicht müde und weilen überall dort, wo ihnen Aufschluß gegeben werden kann. Und doch kann ihnen das Licht erst dann gegeben werden, wenn in ihnen der Liebewille rege wird, damit zu arbeiten. Darum ist so manche Seele unsagbar lange Zeit ohne Licht, ohne Wissen trotz ihrem Verlangen, weil sie noch kein Mitgefühl hat für das mit ihr leidende Geistige, weil sie nur aus egoistischen Gründen Licht verlangt und es ihr darum auch noch nicht gegeben werden kann.

Menschen aber, die auf Erden bemüht waren, ihren Mitmenschen zu dienen, sei es durch Erfindungen, durch Beratung oder Belehrungen werden auch im jenseitigen Reich das gleiche tun wollen und darum oft sehr schnell eingeführt in das rechte Wissen, weil sie dann gleichfalls dienend tätig sein wollen und können und zum Segen der unwissenden Seelen wirken können. Doch zwangsweise zugeführt wird keinem Wesen das Wissen, es muß innig begehrt werden und eifrig erstrebt. Es bleibt dann immer noch der Seele überlassen, wie sie sich einstellt zu dem ihr zugeführten Licht; es wird dieses aber nicht seine Wirkung verfehlen, sowie ernstlich der Wille vorhanden ist, es recht zu verwerten.

Großen Segen können darum auch die Belehrungen von seiten der Menschen auf Erden stiften, wenn immer daran gedacht wird, daß bei jedem geistigen Gespräch zahlreiche Seelen zugegen sind, daran teilnehmen und darum auch die Belehrungen im Liebegeist geführt werden sollen, der nun auch ausstrahlt auf jene Seelen und ihnen jeglichen Ablehnungswillen nimmt. Wer selbst Geistesgut besitzt, das der Wahrheit entspricht, der soll es auch allen denen zuführen, die Mangel daran haben und oft der Seelen im Jenseits gedenken, die mitunter williger sind, es anzunehmen als die Menschen auf der Erde, die noch in ihrem Scheinleben alles ablehnen möchten, was auf ein jenseitiges Leben Bezug hat.

Gute und böse Reden auf Erden finden im jenseitigen Reich Widerhall. Dessen gedenket immer und bemüht euch, stets so zu denken und zu reden, daß die jenseitigen Seelen lernen können, daß sie euch gern zuhören und immer einen Vorteil für sich gewinnen, und ihr werdet immer von Seelen umlagert sein, die auch euch dienen wollen, wie es ihre Kraft erlaubt. Licht verbreiten könnet ihr in jeder Weise, und ihr werdet in den lichthungrigen Seelen im Jenseits stets dankbare Schüler finden, und eure Arbeit für das Reich Gottes wird gesegnet sein.
Amen
Titel: Sehnsucht nach Gott – ein Zeugnis für Sein Dasein
Beitrag von: Maria am Juni 11, 2018, 03:24:51 Nachmittag
Sehnsucht nach Gott – ein Zeugnis für Sein Dasein

Geistige Sonne Band 2, Kapitel 75

[GS.02_075,01] Nun sehet, soeben kommen auch die anderen suchenden Kinder herein. Aus ihren Gesichtern läßt sich klar entnehmen, daß sie weder auf die eine noch auf die andere Art Den gefunden haben, den zu suchen sie ausgegangen sind. Sie nähern sich darum zum zweiten Male, ganz schüchtern, ihrem Lehrer, und der Lehrer fragt sie: Nun, meine lieben Kinder, wie sieht es denn aus mit dem Suchen unter den Bäumen oder auf dem Söller oder auf den Galerien oder mit dem Suchen desjenigen Teiles aus euch, die sich vorgenommen haben, den Herrn im Wohnstübchen zu suchen? Wie ich sehe, so zucket ihr alle mit den Achseln; habt ihr denn den guten lieben Vater, den einigen Gott aller Himmel und aller Welten noch nicht gefunden und gesehen? – Wie ist nun euer Glaube bestellt? Habt ihr noch Zweifel über das Dasein Gottes?

[GS.02_075,02] Die Kinder sprechen: Ach lieber, erhabener Lehrer, was die Zweifel betrifft, so haben wir jetzt deren mehr als ehedem; denn siehe, weder unser festes Wollen, noch unser allerlebendigster Glaube, noch alle unsere gegründetsten Gedanken auf Gott den Herrn, noch unser fester Liebewille haben etwas vermocht. Wenn es irgendeinen Gott und Herrn gäbe, so müßte Er Sich uns doch auf eine oder die andere Art geoffenbart haben; denn siehe, am Ende haben wir uns alle vereint und den festen Glauben gefaßt, daß es einen heiligen, guten, lieben Gott und Vater geben müsse. Wir haben Ihn mit all unserer Liebe erfaßt und bei Seinem von dir uns kundgegebenen Namen gerufen, indem wir sagten: Ach liebster, heiliger Vater Jesus, komme, komme doch zu uns, erhöre unser kindlich Flehen und zeige uns, daß Du einer bist und uns auch lieb hast, wie wir Dich lieb haben! – Und siehe, lieber erhabener Lehrer, also riefen wir eine geraume Zeit hindurch; aber keine Spur ließ sich von irgendeinem himmlischen Vater vernehmen. Es war alles umsonst; daher sind wir nun unserer Sache völlig gewiß, daß es außer euch erhabenen Lehrern keinen anderen höheren Lehrer oder Gott gibt.

[GS.02_075,03] Wir wollen zwar dadurch noch nicht behaupten und sagen: Unsere Zweifel sind geradewegs auf festen Grund gestellt. Aber das können wir sicher annehmen, daß nach solcher unwirksamer Forschungsmühe über das Dasein Gottes sich eher Zweifel als ein fester Glaube daran erheben können.

[GS.02_075,04] Aber wir sehen auch den einen, der sich von uns abgesondert hat, mit der alleinigen Liebe den Herrn suchend; hat auch dieser nichts gefunden?

[GS.02_075,05] Der Lehrer spricht: Meine lieben Kinderchen, darüber kann ich euch vorderhand weder ja noch nein sagen. Die Kinder aber fragen den Lehrer weiter: Lieber erhabener Lehrer! Wer ist denn jener fremde einfache Mann dort, um den sich der eine aus uns herumtut und sieht ihn gar so verliebt an? Ist vielleicht dessen Vater von der Erde hier angekommen?

[GS.02_075,06] Der Lehrer spricht: Meine lieben Kinderchen, das ist schon wieder etwas, was ich euch nicht sagen kann. So viel aber möget ihr vorderhand zur Kenntnis nehmen, daß jener schlichte Mann gar außerordentlich weise ist, daher müsset ihr euch wohl recht zusammennehmen, so er sich etwa mit euch über dies oder jenes besprechen möchte.

[GS.02_075,07] Die Kinder sagen: Ach lieber erhabener Lehrer, können denn so ganz einfache Menschen auch weise sein? Denn siehe, wir haben bis jetzt erfahren, daß die Lehrer, bis auf dich, je weiser sie wurden, auch stets erhabener und glänzender ausgesehen haben. Jener Mann aber sieht gar nicht so erhaben und glänzend aus, sondern ist um gar vieles einfacher und schlichter als du. Da kommt es uns dann etwas sonderbar vor, daß er gar außerordentlich weise sein soll.

[GS.02_075,08] Der Lehrer spricht: Ja, meine lieben Kinderchen, bei der inneren allertiefsten Weisheit kommt es durchaus nicht auf das äußere Glänzen an, sondern da heißt es: Je mehr Glanz von außen, desto weniger Licht von innen, je mehr Licht aber von innen, desto weniger Glanz dem außen nach. – Gehet aber nur hin und fraget ihn einmal um etwas, und ihr werdet euch gleich überzeugen, wie weise er ist.

[GS.02_075,09] Nun gehen die Kinderchen hin zum Herrn und fragen Ihn noch unbekannterweise: Du lieber schlichter, einfacher Mann! Möchtest du uns denn nicht gestatten, daß wir dich um etwas fragen dürften?

[GS.02_075,10] Der Herr spricht: O von ganzem Herzen gern, Meine geliebten Kinderchen! Fraget nur zu, und Ich werde Mich mit der Antwort schon zurechtfinden. Die Kinder fragen den Herrn: Da du uns dich zu fragen erlaubt hast, so fragen wir dich gerade um das, was uns allen am meisten am Herzen liegt. Siehe, wir suchen und beweisen schon eine geraume Zeit hin und her, für und dagegen, ob es einen Gott gibt, der da wäre ein überaus guter Vater im Himmel aller Menschen, die nur je irgendwo leben. Wir können aber diesem Vater nirgends auf die Spur kommen, und unser Lehrer selbst will oder kann uns in dieser Sache auch nichts Gegründetes sagen. Das aber hat er uns gesagt, daß du gar überaus weise sein sollst; daher möchten wir wohl von dir erfahren, ob es einen solchen Gott und Vater gibt oder nicht? Wenn du davon irgend etwas weißt, so sage es uns doch. Wir werden dich gar aufmerksam anhören, und es soll deinem Munde kein Wort entschlüpfen, das wir nicht mit der größten Aufmerksamkeit gar sehr beachten möchten.

[GS.02_075,11] Der Herr spricht: Ja, Meine lieben Kinderchen, da habt ihr Mir freilich eine sehr schwere Frage gegeben, die Ich euch kaum werde beantworten können; denn sage Ich euch, es gibt einen solchen Gott und Vater, da werdet ihr sagen, das genügt uns nicht, solange wir Ihn nicht sehen. Und wenn ihr dann saget, laß uns den Vater sehen, was werde Ich dann zu euch sagen? Ich könnte euch mit dem Finger dahin oder dorthin zeigen, und ihr würdet nichts erblicken; denn wohin Ich auch immer zeigen möchte, würdet ihr dennoch nie euren Gott und Vater finden. Möchte Ich aber zu euch sagen: Kinder, der Vater ist hier unter euch! Werdet ihr es wohl glauben?

[GS.02_075,12] Würdet ihr nicht fragen: Wo ist Er denn? Ist Er einer aus den Lehrern dieses großen Saales? Und wenn Ich dann zu euch sage: O nein, Meine geliebten Kinder! Was wendet ihr dann tun? Ihr werdet Mich ganz groß ansehen und sagen: Siehe, der Mann hat uns zum besten. Wenn es nicht einer aus den vielen Lehrern ist, wer ist es dann? Du wirst es doch nicht sein? Denn so einfach, schlicht und glanzlos wie du da bist, kann doch der allererhabenste Himmelsvater nicht aussehen!

[GS.02_075,13] Und wenn ihr Mir dann eine solche Antwort gegeben habt, was wohl soll Ich euch darauf erwidern? Daher solltet ihr Mich gerade um etwas anderes fragen; denn mit der Beantwortung dieser eurer Frage scheint es sich nicht so recht tun zu wollen.

[GS.02_075,14] Die Kinder sprechen: O lieber, weiser Mann! Siehe, das geht nicht also. An der Beantwortung einer anderen Frage ist uns nichts gelegen; aber daran, ob es einen oder keinen himmlischen Vater gibt, liegt unser ganzes Wohl. Denn gibt es einen Vater im Himmel, so sind wir alle überselig, gibt es aber keinen, so sind wir da, als wären wir alle ohne Grund und wissen nicht, wofür, wodurch und für was? Daher, wenn es dir möglich ist, mache dich nur an die Beantwortung der ersten Frage; darum bitten wir alle dich recht inständigst.

[GS.02_075,15] Denn daß du ein sehr weiser Mann bist, das haben wir schon aus deiner ausweichenden Antwort entnommen. Daher führe uns dem einen Vater wenigstens nur um ein paar Schritte näher, denn es muß sicher einen geben. Das merken wir daraus, daß wir nach eben diesem himmlischen Vater eine stets größere Sehnsucht bekommen, je mehr Er sich hinter unseren kindlichen Zweifeln verbergen will.

[GS.02_075,16] Wenn Er schon durchaus nicht wäre, woher käme denn da diese Sehnsucht in uns, die doch auch ebenso lebendig ist wie wir selbst? Mit der Sehnsucht also muß ja auch die Gewißheit über das Dasein eines himmlischen Vaters wachsen!

[GS.02_075,17] Der Herr spricht: Nun, Meine lieben Kinderchen, ihr nehmet Mir ja gerade das Wort aus dem Munde! Fürwahr, in der Sehnsucht liegt ein gar großer Beweis; was aber ist wohl die Folge der Sehnsucht? Nicht wahr, meine lieben Kinderchen, die Folge wird das sein, daß man sich dessen vergewissern möchte, darnach man sich sehnt. Ihr saget, das sei eine gute Antwort. Ich aber frage euch nun: Was ist denn der Grund der Sehnsucht? – Ihr sagt es Mir, es ist die Liebe zu dem, nach dem man sich sehnt.

[GS.02_075,18] Wenn man aber etwas im Grunde und in der Fülle der Wahrheit erschauen will, genügt es da wohl, nur bei der Sehnsucht und ihrer Folge zu verbleiben? Ihr saget Mir: O nein, lieber Mann von gar großer Weisheit! Da muß man auf den Grund selbst zurückgehen. Kündet sich da die große Wahrheit nicht an, dann ist alles falsch; kündet sie sich aber da an, so ist man zu der lebendigen Überzeugung gekommen, daß sie ewig nirgendwo anders als nur in ihrem Grunde selbst zu erkennen und zu erschauen ist.

[GS.02_075,19] Sehet aber nun her, ihr Kinderchen! Dieser eine Bruder aus euch ging diesen Weg; und er hat den Vater gefunden! Fraget ihn, wo Er ist, und er wird mit dem Finger auf den Vater zeigen!

[GS.02_075,20] Nun fallen die andern über den einen her und verlangen das von ihm. Und dieser eine spricht: O meine lieben Brüder! Da sehet her, den ihr für schlicht und einfach haltet, Der ist es Selbst, den ihr so lange vergeblich gesucht habt, der ist der gute, liebe himmlische Vater – heilig, überheilig ist Sein Name! Glaubet es mir, denn ich habe Seine Herrlichkeit schon gesehen. Glaubet aber nicht darum, weil ich es euch sage, sondern nähert euch alle Ihm mit euren Herzen, und ihr werdet Ihn also wahr und herrlich finden, wie ich Ihn gefunden habe!

[GS.02_075,21] Sehet, diese Kinder tun nun alle einen Ruf, da sie den Vater erkennen: O Vater, Vater, Vater!!! Du bist es, ja, Du bist es! Denn wir ahnten es mächtig in Deiner Nähe! Da wir Dich aber gefunden haben, so wolle Dich ja nimmer vor uns verbergen, auf daß wir Dich nicht wieder so schwer suchen müssen!

[GS.02_075,22] Und der Herr spricht: Amen! Kindlein, von nun an sollen eure Gesichter nimmer von Mir abgewendet werden! Werde Ich Mich auch nicht stets also, wie jetzt, unter euch aufhalten, so werde Ich aber doch in jener Sonne dort, die euch leuchtet, zugegen sein! – Das Weitere wird euch euer Lehrer von Mir kundtun.
Titel: Bitten der armen Seelen um das Gebet
Beitrag von: Maria am Juni 12, 2018, 07:26:58 Vormittag
Bitten der armen Seelen um das Gebet

B.D. 2381 empfangen am  24.6.1942

Lasset die Bitten der Toten zu euch sprechen. Verwehret ihnen nicht eure Fürbitte, so sie sich euch in Erinnerung bringen, und wisset, daß sie namenlos leiden müssen ohne eure Hilfe. Das Los einer unerlösten Seele ist überaus traurig, und keiner von euch weiß, ob eine Seele erlöst ist oder in diesem qualvollen Zustand schmachtet und eurer Hilfe bedarf. Nur durch das Gebet könnt ihr diesen armen Seelen Hilfe bringen, denn sie spüren dann eure Liebe, und diese gibt ihnen Kraft, ihr eigenes Los zu verbessern. Sie wandeln ihren Willen, und dies ist vorerst nötig, um eine Änderung ihrer traurigen Lage herbeizuführen.

Die Seelen sind dankbar auch für die kleinste Unterstützung, weil sie nur auf euch angewiesen sind oder auf die erbarmende Tätigkeit der Seelen, die schon einen höheren Reifegrad erlangt haben. Diese aber dürfen ihnen ihre Hilfe erst dann zuwenden, wenn ihr Wille eine Änderung ihres derzeitigen Zustandes verlangt. Der Wille aber ist bei solchen Seelen schwach, wenn nicht gar ganz untätig, und darum können sie oft undenkliche Zeiten schmachten müssen, wenn sie keine Unterstützung erhalten durch die Fürbitte, die ihnen die Kraft einträgt, den Willen zu wandeln, d.h., tätig werden zu lassen. Wüßtet ihr um die Not solcher Seelen, dann würdet ihr sie nicht vergeblich bitten lassen. Denn jeder Gedanke an einen Verstorbenen ist ein Sich-in-Erinnerung-Bringen dieser und ein Hilferuf in ihrer Not.

Die Menschheit ist so lieblos gegeneinander und ohne Glauben an ein Fortleben nach dem Tode. Darum gedenket sie auch der Verstorbenen nicht, worunter diese überaus leiden. Sie drängen sich immer und immer wieder in die Gedanken des Menschen und wollen ihn dadurch veranlassen, ihrer im Gebet zu gedenken. Die Not im Jenseits ist groß, und es drängen sich daher auch die Seelen der unbekannten Verstorbenen in die Nähe dessen, der voller Mitleid der armen Seelen gedenkt. Denn sie empfinden jede Gebetszuwendung als Wohltat, als Vermehrung ihrer Kraft und nach oben gewandtem Willen.

Und die Menschen, die voller Erbarmen sind auf Erden, sind ständig umlagert von hilfsbedürftigen Seelen, weil sie sich von jenen Hilfe erhoffen. Der Wille, solchen Seelen zu helfen, ist schon eine Kraftzuwendung für sie, und jeder liebende Gedanke, der sie umschließt, stärkt ihren Willen. Und dann können gebefreudige Wesen im Jenseits diesen Seelen zu Hilfe kommen und ihnen Kraft übermitteln, die sie benötigen, um das unsägliche Leid im Jenseits zu verringern.

Welche Gnadengabe das Gebet ist, wissen die Menschen nicht recht zu würdigen. Alles können sie erreichen durch rechtes Gebet, denn Gott Selbst hat ihnen diese Gnade geboten und ihr keine Begrenzung gesetzt. Doch im Jenseits kann die Seele sich nicht selbst helfen, sondern ist auf die Hilfe angewiesen, und diese Liebe und Hilfe sollt ihr ihnen zuwenden, um sie dem qualvollsten Zustand zu entreißen und ihnen den Beginn ihrer Selbsterlösung möglich zu machen.

Hat die Seele den Punkt der Willenlosigkeit überwunden, dann gilt ihr Streben nur noch dem Aufstieg, und ihre größte Not ist behoben. Die Kraft jedoch muß ihr von liebender Seite zugeführt werden durch die Fürbitte, denn nur das Wirken in Liebe bringt der Seele Erlösung, und wo sie selbst zu schwach ist, in Liebe wirken zu können, dort soll ihr der Mensch liebreich beistehen, auf daß sie die Kraft übermittelt bekommt, die sie zum Aufstieg benötigt. Und darum vergesset nicht der armen Seelen, sie bitten euch inständig darum, daß ihr ihnen helfen möget.
Amen
Titel: Fürbitte - Willenswandlung
Beitrag von: Maria am Juni 12, 2018, 07:28:15 Vormittag
Fürbitte - Willenswandlung

B.D. 5318 empfangen am  16.2.1952

Die Not der armen Seelen im Jenseits ist übergroß, denn ihr Zustand ist oft unerträglich, weil dichte Finsternis sie umgibt und sie keinen Ausweg finden. Je mehr eine Seele leidet, desto eher ist aber die Möglichkeit, daß sie in sich geht, über ihre Schuld nachdenkt und sich nach Hilfe umsieht, weshalb sie dann jedem kleinsten Lichtstrahl nachgeht, von dem sie sich Rettung erhofft. Dann erst kann sie dem Licht zugeführt werden, wenn sie der Dunkelheit zu entfliehen sucht. Zuvor wäre sie nicht fähig, die Belehrungen zu verstehen, wie sie aber auch noch so verstockt wäre, würde sie belehrt werden, daß jede Liebesmühe vergeblich wäre an ihr.

Der Wille jeder Seele kann von den Lichtwesen erkannt werden, und ihm entsprechend führen diese die armen Seelen zum Licht, die sich danach sehnen, denn diese Seelen sind nun in dem Zustand, wo ihnen Hilfe gebracht werden kann, weil sie willig sind, Hilfe anzunehmen, und auch darum bitten, daß ihnen geholfen werde. Dann also kann das Erlösungswerk an jenen Seelen beginnen, selbst wenn sie aus der Tiefe kommen. Dann hat die Gnade und Liebe Jesu auch in der Tiefe gewirkt auf einzelne Seelen, und diesen nun Rettung zu bringen ist eine überaus dankbare Aufgabe, wozu ihr Menschen unsagbar viel beitragen könnet, durch bewußte Fürbitte und gedankliche Belehrung derer, die euch um Hilfe angehen.

Die Seelen im Jenseits wissen, daß die Menschen auf Erden noch im Besitz von Lebenskraft sind, die ihnen völlig mangelt, und darum umgeben sie diese Menschen, um Kraft von ihnen zu bekommen. Sie wissen zwar nicht, in welcher Form ihnen Kraft zugeht, doch bitten sie den Menschen eben um das, was ihnen mangelt, was sie nicht haben, aber bei den Menschen wahrnehmen können. Ihre große Not treibt sie immer wieder zu den Menschen auf der Erde hin, wenngleich sie oft nur schwache Erinnerung haben an das Wissen, das sie auf der Erde besaßen. Darum ist die Belehrung dieser Seelen nicht leicht, weil ihrem schwachen Denkvermögen Rechnung getragen werden muß und ihnen entsprechend ihrer Schuld, ihrem Reifezustand jegliche Erkenntnis mangelt. Dennoch hungern sie nach Aufklärung, und sie sind geduldige Zuhörer, wenn ihnen Erklärungen gegeben werden.

Es ist eine große Not im jenseitigen Reich, die aber von euch Menschen gelindert werden kann, wenn ihr bereit seid, ihnen zu helfen, wenn euch diese Seelen erbarmen und euer Hilfswille angeregt wird. Denn liebende Gedanken von euch empfinden sie schon als eine merkliche Kraftzufuhr, und sie werden darum auch niemals einen Menschen verlassen, der ihnen in der Weise hilft, daß er ihrer liebend gedenkt und um Hilfe bittet bei Jesus Christus für diese armen Seelen. Der göttliche Erlöser ist immer bereit, den Seelen aus der Tiefe emporzuhelfen, doch das Gesetz der Liebe kann nicht umgangen werden, und so die Seele selbst noch keine Liebe aufbringen kann, läßt Er Sich an der liebenden Fürbitte genügen, und er nimmt sie an als von den Seelen selbst geübt. Und sie werden Erlösung finden durch Seine Liebe und Barmherzigkeit.

Unendlich viel können die Menschen beitragen, Seelen aus der Finsternis zu erretten. Sie bitten euch alle darum, und sowie sie euch bitten, sowie sie sich in eure Gedanken einschalten, wisset ihr, daß ihnen Hilfe werden kann, daß sie schon in dem Zustand angelangt sind, wo sie Hilfe wollen, und nun auch die Liebesmühe von seiten der Menschen keine vergebliche ist. Helfet ihnen, errettet sie aus ihrer Not, und traget so zur Erlösung der Seelen bei, die auf Erden versäumt haben, an ihrer Vollendung zu arbeiten, und die darum im Jenseits in größter Not sind, aus der ihnen nur die Liebe der Menschen helfen kann.
Amen
Titel: Gottes Wort wird als Kraftzustrom empfunden von Seelen im Jenseits
Beitrag von: Maria am Juni 12, 2018, 07:29:25 Vormittag
Gottes Wort wird als Kraftzustrom empfunden von Seelen im Jenseits

B.D. 5745 empfangen am  12.8.1953

Durch die Verbindung mit dem geistigen Reich wird unentwegt ein Kraftstrom in Bewegung gesetzt, und dieser Kraftstrom hat überall Wirkung, wo ein gleiches Streben nach oben erkennbar ist; aber auch dort, wo der Mensch noch nicht bewußt strebt, jedoch auch keinen Widerstand entgegensetzt, ist die Wirkung der Kraft erkennbar, denn er beginnt sich zu öffnen, er merket auf und verfolget alles, was mit dem geistigen Reich im Zusammenhang stehen könnte, um sich selbst nun ein Urteil zu bilden. Glaubet es, ihr Meine Diener auf Erden, ihr gehet nicht unbemerkt an euren Mitmenschen vorüber, glaubet es, daß euer Handeln und Reden Beachtung findet und daß dies schon Auswirkung der Kraftstrahlung ist, die ihr in Bewegung setzt, nur daß diese Wirkung, weil sie geistigen Anlaß hat, eben auch nur geistig beobachtet werden kann.

Sie wird zum Ausdruck kommen in den Gedanken der Mitmenschen, die euch nicht ersichtlich sind, aber Anlaß sein können zu einer inneren Wandlung des Menschen. Und sind es nicht die Menschen auf Erden, die aus der Kraftströmung einen Nutzen ziehen, so sind es doch die Seelen im Jenseits, denen kein Gedanke verborgen bleibt, sowie sie nur Erfahrungen sammeln wollen bei euch, die ihr den Weg gehet nach Meinem Willen. Jeder Zustrom von Kraft, der durch Gebet oder Liebewirken, durch Übermitteln Meines Wortes auf Erden oder Vorlesen dieses Wortes diesen Seelen ersichtlich ist als Lichtstrahl, wird von ihnen wohltuend empfunden, sowie sie bereit sind, ihn anzunehmen. Und ihr seid darum stets von solchen Seelen umgeben, die sich Kraft holen möchten bei euch.

Wohl könnten sich eure Mitmenschen gleichfalls bei euch Kraft holen in Fülle, so sie euch anhörten und sie selbst teilhaftig würden der Gnadenkraft Meines Wortes, doch ihr Wille ist noch nicht ausschließlich der Gewinnung geistigen Gutes zugewandt, weil sie der Welt noch zuviel Beachtung schenken, während die Seelen im Jenseits nur das als Kraft, als Wohltat empfinden, was ihnen durch euch geboten wird, denn den Kraftzustrom im Jenseits, der ihnen durch Lichtwesen zugeleitet wird, erkennen sie erst dann als Gleiches, wenn sie die erste Erkenntnis gewonnen haben, wenn sie aus dem Reiche der Finsternis oder Dämmerung mit eurer Hilfe das Tor zum Licht gefunden haben, weil sie sich noch zu sehr in Erdennähe aufhalten und darum auch von der Erde aus leichter bearbeitet werden können als von den Wesen des Lichtes.

Diese aber stehen schon als Helfer hinter ihnen und machen ihnen das Verständnis dafür leicht, was ihnen durch euch geboten wird. Immer aber stehen sie im Stromkreis göttlicher Kraft, immer werden sie von Meiner Liebekraft berührt und spüren ihre Wirkung, nur daß Ich Selbst nicht direkt einwirken kann, solange sie noch im Widerstand verharren, solange sie noch im Bereich der Finsternis weilen, aus dem ihr sie aber befreien könnet durch liebende Belehrungen, durch Fürbitte und gedanklichen Einfluß. Alle guten Gedanken wirken sich als Kraft aus, auf Erden sowohl als auch im geistigen Reich. Und darum sollet ihr auch euren Mitmenschen nur gute Gedanken zusenden, und ihr werdet ihnen auch die Kraft zuführen, die ihnen helfen kann zur inneren Wandlung, denn alles gute Denken, Wollen und Handeln wirkt sich erlösend aus, denn es ist Kraft, die niemals ohne Wirkung bleibt.
Amen
Titel: Hinweisen der jenseitigen Seelen auf Jesus Christus
Beitrag von: Maria am Juni 12, 2018, 07:30:40 Vormittag
Hinweisen der jenseitigen Seelen auf Jesus Christus

B.D. 7839 empfangen am  2.3.1961

Wer sich zu Mir bekennet im jenseitigen Reich, der ist auch gerettet für alle Ewigkeit. Sowie die Seelen, die noch in der Finsternis oder in der Dämmerung weilen, Meinem Namen keine Abwehr mehr entgegensetzen, wenn ihnen durch Lichtboten in Verkleidung oder durch gedankliche Übermittlung von liebenden Menschen von Mir und Meinem Erlösungswerk gekündet wird, weicht auch die Finsternis von ihnen, es wird schon die Kraft Meines Namens an ihnen wirken und sie hintreiben zu Mir, sie werden Mich zu suchen beginnen, und Ich werde Mich auch finden lassen. Aber es ist und bleibt der Wille der Seelen frei, und darum kann auch lange Zeit vergehen, bevor sie Mich annehmen, bevor die Kraft der Fürbitte durch Menschen wirksam wird oder die Lichtboten Erfolg haben, die sich ihnen unerkannt beigesellen und ihnen Mein Evangelium bringen.

Doch die Bemühungen um diese Seelen werden nicht aufgegeben, und es ist daher von großem Segen, wenn Seelen bewußt herbeigerufen werden, wo geistige Gespräche stattfinden, wo des Erlösungswerkes Erwähnung getan wird, auf daß auch diese Seelen immer wieder hingewiesen werden zu Jesus Christus, auf daß sie doch freiwillig den Weg nehmen zu Mir und Mich um Vergebung ihrer Schuld bitten. Denn solange sie nicht selig sind, sind sie auch mit ihrer Schuld noch belastet, und ihre Unseligkeit kann sie dazu veranlassen, eine Besserung ihrer Lage anzustreben und nachzudenken über sich selbst, über ihr Leben auf Erden und ihr Verhältnis zu Mir, ihrem Gott und Schöpfer von Ewigkeit. Der Abwehrwille wird schon verringert, wenn sie liebende Fürbitte erfährt von seiten der Menschen, wenn ihrer liebend gedacht wird, wenn sie den Hilfswillen spürt.

Dann verringert sich auch ihr Widerstand gegen die Hilfe, die ihr im jenseitigen Reich immer wieder geboten wird, und Aufgeben des Widerstandes ist schon beginnender Aufstieg, denn jeder Regung einer solchen Seele wird Rechnung getragen und ihr ein kleines Licht geschenkt, das sie beglückt und ihr Verlangen danach vergrößert. Es müssen die Seelen im Jenseits zu Mir finden, wenn sie Mich auf Erden nicht schon gefunden haben. Und ihr Menschen könnet sehr viel dazu beitragen, wenn ihr des öfteren an die Seelen denkt, die in Not sind, wenn ihr jeder Seele, die sich in eure Gedanken drängt, immer nur den Hinweis gebet, sich an Mich zu wenden, an den göttlichen Erlöser Jesus Christus, Der allein ihr zur Seligkeit verhelfen kann.

Eure liebenden Gedanken, die jenen Seelen gelten, sind wie Lichtfunken, die in ihnen Freude auslösen und derer sie immer achten und deren Ausgang sie zueilen. Auf Erden hielten sie sich von jeder geistigen Belehrung fern, sie lebten nur ihr irdisches Leben, und so gingen sie ohne jegliche geistigen Güter ein in das geistige Reich nach ihrem Tode. Nun müssen sie sich erst geistige Güter erwerben im freien Willen, sie dürfen keinen Widerstand leisten, wenn ihnen in Liebe das Evangelium vorgetragen wird, und sie müssen dieses auch in Liebe weitergeben an jene, die gleich ihnen beschaffen sind und sich ihre Lage verbessern möchten.

Sowie ihr Menschen euch aber jener Seelen annehmet, sind diese nicht verloren; eure Gedanken werden sie immer zu euch ziehen, und sie werden von euch in Empfang nehmen können, was sie bisher zurückwiesen, nun aber als wohltätig empfinden, weil eure Liebe es ihnen zuwendet. Denn die Liebe ist eine Kraft, die nicht wirkungslos bleibt. Gedenket oft jener Seelen, die noch schmachten in Finsternis, die noch nicht zu Mir in Jesus gefunden haben; zeiget ihnen den Weg und bringet ihnen das Evangelium nahe; und ihr werdet eine segensreiche Erlösungsarbeit leisten, die sehr bedeutsam ist, besonders in der Endzeit, weil sich noch viele Seelen lösen sollen aus der Tiefe, auf daß sie nicht der Neubannung anheimfallen, wenn das Ende gekommen ist.
Amen
Titel: Das Geheimnis des Menschensohnes
Beitrag von: Maria am Juni 12, 2018, 07:33:28 Vormittag
Das Geheimnis des Menschensohnes

Die Sphäre des vierten Geistes

Geistige Sonne Band 1, Kapitel 9

[GS.01_009,01] Sehet, da steht er schon und winkt euch von selbst gar freundlich, sich ihm zu nahen und in seine Sphäre zu treten. Also tretet hin und habet wohl acht auf das, was ihr in seiner Sphäre werdet zu sehen bekommen. Diesen Geist werdet ihr auch in seiner Sphäre sehen, und er wird euch in seiner Welt ein wenig herumführen. Und so denn, wie gesagt, habet auf alles acht, was ihr da sehen werdet, denn solches wird schon von großer Bedeutung sein.

[GS.01_009,02] Nun denn, ihr seid in seiner Sphäre und seid überaus fröhlichen Herzens, denn ihr sehet den Geist, in dessen Sphäre ihr euch befindet, nur mit dem Unterschiede, daß ihr denselben außerhalb seiner Sphäre nicht erkennen mochtet. In seiner Sphäre aber erkennet ihr ihn sogar, da er einst auf Erden ein leiblicher Bruder zu euch war. – Mein wortemsiger Anselm wird seinen Bruder Heinrich gar wohl erkennen, wenn er ihn erst wird sprechen hören. Ich will auch aus diesem Grunde, daß er euch ein wenig herumführe und über so manches eigenmündlich Aufschluß gebe.

[GS.01_009,03] Nun, was seht ihr denn? Ihr könnet zwar solches aus zu großer Überraschung eures Geistes nicht kundgeben; doch diesmal will nicht Ich den Dolmetsch machen, sondern euer Führer wird solches tun. Und also spricht er (Heinrich) denn:

[GS.01_009,04] Sehet dahin, meine lieben Brüder, diesen großen erhabenen Tempel vor mir, sehet, welche unbeschreiblich herrliche Säulenpracht ihn ziert. Siehst du, mein Bruder, eine Säule reicht so weit hinauf, daß es dir vor ihrer Höhe schwindelt; und siehe nur hin in der geraden Linie, wie nahe zahllos viele solche Säulen diesen herrlichen Tempel umfangen. Sieh, über den Säulen erhebt sich ein rundes, mehr wie tausend Sonnen stark leuchtendes Dach, und über dem Dache erhebt sich ein großes feuriges Kreuz, welches so rot strahlt wie die herrlichste Morgenröte! Wie gefällt dir dieser Tempel?

[GS.01_009,05] Du sprichst: Mein Bruder! Seine großartige, unaussprechliche Pracht läßt mich zu keinem Worte kommen, um dir darüber meine Empfindung mitteilen zu können. Aber was gibt es denn in diesem Tempel? Lieber Bruder, kannst du uns da nicht hineinführen? – O ja, meine geliebten Brüder und Freunde; machet euch aber auf das Außerordentlichste gefaßt, denn die innere Herrlichkeit, ja, ich will sagen Heiligkeit dieses Tempels ist so undenkbar erhaben und wunderbar groß, daß ihr dieselbe kaum ertragen werdet. Ihr wißt es ja, daß ich bei meinem Leibesleben ein großer Freund des Wortes Gottes war. Und da der Apostel Paulus vorzugsweise unser Apostel war, durch welchen das Heidentum bekehrt wurde, so war er mir nach dem Evangelisten Johannes auch der liebste. Solches habt ihr ja zu öfteren Malen von mir vernommen; und dieser Tempel ist gegründet aus solcher meiner innersten Hochachtung des göttlichen Wortes.

[GS.01_009,06] Bevor wir noch hineintreten wollen, will ich ihn euch ein wenig erläutern: Diese fast unzählig vielen hohen Säulen bezeichnen die einzelnen Schrifttexte des göttlichen Wortes und stellen das Alte Testament vor. Wenn ihr nun mit mir durch die Säulen tretet, so stellt sich euch ein lichter Gang dar; den Gang innerhalb der Säulen aber beschließt eine rot leuchtende Wand. Wie ihr sehet, ist sie so hoch wie die Säulen und ist innerhalb mit strahlenden, festen Bögen mit der äußeren Säulenreihe zuoberst mächtig verbunden. Dieser geräumige Gang zwischen den Säulen und der Wand ist der eigentliche Vorhof zum Tempel. Das Dach, das ihr so stark leuchtend über den Säulen und dem Tempel in gerundeter Form geschaut habt, bedeutet das Gnadenlicht aus der Höhe. Das Kreuz über dem Dache aber besagt den Grund solches Gnadenlichtes, welches da an und für sich ist das Allerheiligste, nämlich die Liebe des Vaters im Sohne!

[GS.01_009,07] Da ihr nun, meine lieben Brüder und Freunde, solches wisset, so gehet denn mit mir längs diesem Gange vorwärts bis dahin, wo ihr ein großes Licht der Wand entströmen sehet, welches so rötlich leuchtet, wie das Rot einer allerherrlichsten Frühlingsrose. Da ist der Eingang in den Tempel. – Wißt ihr, was dieses Licht bedeutet? – Dieses Licht bedeutet und besagt die Liebe zu Christo; und es ist sonst nicht möglich, in diesen Tempel zu kommen, denn allein durch die enge Pforte der Liebe zu Christo. – Nun sehet, meine lieben Brüder und Freunde, wir sind an Ort und Stelle. Sehet, da ist die Türe. Ihr verwundert euch wohl, daß in diesen übergroßen Tempel nur ein so schmales Pförtlein führt. Aber ihr wißt auch, daß es heißt: Wer nicht durch die schmale Pforte gehen wird, der wird nicht zum Vater kommen, somit auch nicht in das Reich Gottes und eben also nicht in das Engelreich der Himmel. Bücket euch daher nur, so gut und soviel ihr könnet, und folget mir nach, gleich werden wir das Innere dieses Tempels zu Gesichte bekommen.

[GS.01_009,08] Nun, liebe Brüder und Freunde, sind wir in dem großen Heiligtum! Was saget ihr zu dieser Herrlichkeit? – Wie ich sehe, seid ihr völlig ohnmächtig und sprachlos. Ich habe euch darum auch schon zuvor gesagt: Machet euch auf das Außerordentlichste gefaßt. Wie ihr nun selbst mit den erstauntesten Blicken sehet, so ist das Innere dieses Tempels zu endlos groß und wundervoll und selbst für mich zu unaussprechlich erhaben, um euch davon nur eine matte Skizze mitteilen zu können. Das Wunderbarste ist einmal schon fürs erste die ungeahnte endlose Größe des Inwendigen.

[GS.01_009,09] Ihr habt geglaubt, wenn ihr in den Tempel gelangen werdet, so werdet ihr da etwa wie auf der Erde eine inwendige Zieratenherrlichkeit schauen. Aber ihr schauet hier im buchstäblichen Sinne der Wahrheit getreu eine endlose Geisterweltenfülle; und diese Welten, die da nahe keinen Anfang und kein Ende haben, sind zu einem Reiche vereint. – Ihr blicket mit erstauntem Auge über die endlosen Fernen hin, welche übersät sind mit zahllosen ungeahnten Herrlichkeiten. Ihr sehet himmelanragende Bäume, auf denen reichliche Früchte voll des herrlichsten Saftes und voll strahlenden Lichtes hängen. Ihr schauet die zahllos vielen herrlichen Tempelgebäude und sehet sie bewohnt von großen Scharen seliger Geister.

[GS.01_009,10] Solches alles wundert euch hoch. Aber sehet, meine lieben Freunde und Brüder, dort auf einem sanfthohen Berge gegen Morgen hin steht ein ganz einfacher, schlichter Tempel, aber umso außerordentlicher ist sein Glanz. Dorthin folget mir, und ihr sollet etwas zu sehen bekommen, das euch mehr als all dieses Geschaute entzücken soll! Und so gehen wir. – Ihr sehet wohl, wie ferne dieser Tempel ist; nach irdischem Maßstabe dürftet ihr wohl eher euren Mond erreichen als diesen Tempel. Aber wir Geistmenschen haben es in dieser Hinsicht viel bequemer, denn wir dürfen es nur wollen, und wir sind schon dort, wo wir sein wollen. So wollet denn nun auch mit mir dort sein; und sehet, wir sind schon an Ort und Stelle.

[GS.01_009,11] Ihr schlaget die Hände über eurem Kopfe zusammen über die ungeheure Größe dieses Tempels und getrauet euch kaum, euch ihm mehr und mehr zu nahen. Gehet aber nur mutig mit mir auch in diesen Tempel, und ihr werdet vom überaus freundlichen Bewohner desselben sicher gut aufgenommen sein. Also folget mir nur! – Dieser Tempel wird auch innerlich als solcher zu beschauen sein, und ihr werdet in denselben einkehren wie in ein überaus gastfreundliches Haus. – Also sind wir in den Vorhof eingetreten und gehen denn durch diese leuchtende Pforte auch in das vollkommen Innere dieses Tempels. So, meine lieben Brüder und Freunde; wir sind an Ort und Stelle.

[GS.01_009,12] Kennet ihr dort in ziemlich weitem Vordergrunde den freundlichen Mann, umgeben von einer Menge großer und kleiner Menschengeister? Sehet, wie er sie allerfreundlichst und liebreichst das große Geheimnis des Menschensohnes lehrt und wie ein jegliches Wort aus seinem Munde gleich einem hellsten Sterne hervorgeht! Aber sehet, unser guter Gastfreund hat uns schon bemerkt. Er erhebt sich von seinem strahlenden Sitze und eilt uns mit offenen Armen entgegen. Kennt ihr ihn noch nicht? Sehet, er ist schon ganz in unserer Nähe. Betrachtet ihn nur recht genau, ihr müßt ihn erkennen. Wenn ihr ihn aber schon nicht erkennet aus seiner sprechenden Gestalt, so werdet ihr ihn doch sicher erkennen aus seinem alten, allezeit gleichen und getreuen Gruße!

[GS.01_009,13] So höret, er spricht: O liebe Brüder! Die Gnade unseres Herrn Jesu Christi sei mit euch und die Liebe des Vaters im Sohne und in der Gemeinschaft des heiligen Geistes! Was hat euch bewogen, hierher zu kommen? Wer war euer Führer? Ihr getraut euch mit der Stimme nicht heraus; aber ich ahne es wohl in mir, Wessen Liebe so groß ist, daß sie Dessen Erlöste zu der heiligen Quelle des ewigen Lebens leitet! – O liebe Brüder! Ich sage euch im Namen meines über alles geliebten Herrn Jesus Christus, haltet euch an Ihn, haltet an Seiner Liebe, und ihr werdet nicht, ja ewig nicht zugrunde gehen. Selig sind zwar diejenigen, die da glauben, daß Er ist Christus als der wahrhaftige ewige Sohn des lebendigen Gottes. Aber diejenigen nur, die Ihn lieben über alles, werden in Ihm den heiligen Vater schauen; denn durch die Liebe erst werden wir zu wahrhaftigen Kindern Gottes! – Und so denn sage ich, der alte Paulus, zu euch: Haltet euch an die Liebe, und ihr habt das ewige Leben in euch! Meinen Gruß; und die Gnade unseres Herrn Jesu Christi im Vater und im Geiste sei mit euch!

[GS.01_009,14] Nun, meine lieben Freunde und Brüder, habt ihr gesehen, wie gastlich und wie liebfreundlich uns der alte Freund und Apostel des Herrn aufgenommen hat? Seht, wie er sich schon wieder in der Mitte seiner Schüler befindet und sie in der Liebe zum Herrn unterrichtet. – Ihr möchtet wohl wissen, was das für Kinder und Geistermenschen sind? – Sehet, das sind lauter Heiden und heidnische Kinder. Aber das sind bei weitem nicht alle, die ihr sehet, sondern gehet nur mit mir wieder hinaus ins Freie des großen Tempels, und, da wir uns schon wieder allhier im Freien befinden, sehet die nahe zahllose Menge der Tempel allenthalben in den weiten Gebieten hervorglänzen. Sie sind lauter Lehranstalten für allerlei Heiden, und viele Apostel und Jünger dieses Apostels Paulus sind ihre Lehrer.

[GS.01_009,15] Es gäbe wohl noch unendlich vieles euch zu zeigen in diesem großen Tempel, in dem wir uns befinden; allein da ihr noch mit dem Irdischen in Verbindung stehet, so würden dazu wohl Millionen und Millionen Jahre erforderlich sein, um mit euch nur den kleinsten Teil oberflächlich durchzugehen! – Einst im Geiste aber werdet ihr solches gleich mir durch die endlose Gnade des Herrn in aller Fülle der Klarheit erschauen. Und so denn bewegen wir uns wieder aus dem Tempel. Sehet, wir sind schon am Pförtlein im Vorhof. Die große Säulenreihe und das leuchtende Dach mit dem großen Kreuze steht wieder frei vor unseren Blicken.

[GS.01_009,16] Nun aber noch eines. Solches könnt ihr mir wohl sagen, denn es gibt auch hier so manches, was wir Geister entweder nur schwer und manchmal wohl gar nicht begreifen. Eure Besuchsweise, oder für euch deutlicher zu sprechen, daß ich euch nun sehe, und mit euch sprechen kann, ist mir wohl begreiflich; denn ihr waret schon öfter bei mir in eurem Geiste, und habt mit mir gesprochen wie jetzt, nur durfte euch keine Erinnerung an solch eine Zusammenkunft bleiben. Also ist mir demnach auch euer gegenwärtiger Besuch gar wohl begreiflich. Unbegreiflich aber ist mir, und ich kann es mir nicht erhellen, warum ich diesmal ein so namenloses Wonnegefühl in eurer Nähe empfinde. Ihr könnt es mir als eurem aufrichtigen Bruder glauben, daß ich eine solche Wonne noch nie empfunden habe, solange ich dieses überseligen Ortes seliger Bewohner bin! – Saget es mir doch, saget es, wenn euch überhaupt solches zu sagen möglich ist!

[GS.01_009,17] Nun aber sage wieder Ich euch: Solches müßt ihr ihm nicht künden, denn er muß auf einen Blick, in dem er Mich erschauen wird, vorbereitet werden, sonst würde er solche Seligkeit nicht ertragen. Es gibt hier Geister, die Mich so mächtig lieben, daß Ich Mich ihrer Liebe zufolge nur nach und nach erschaulich nähern kann. Und so denn saget ihm, er solle nur noch ein wenig verharren in seinem Wunsche, nach einer kurzen Zeit wird ihm der Grund seiner Wonne schon enthüllt werden. Also saget ihm solches in eurem Geiste! – Sehet, er hat es schon vernommen aus euch und ist damit hochbegierlich zufrieden. – Solcher Zustand heißt die Geduld der Liebe!

[GS.01_009,18] Wir sind auch schon wieder auf unserem Gesellschaftsplätzchen; und daher tretet wieder aus der Sphäre eures Brudergeistes und sehet ein wenig zu, Ich will Mich ihm auf einen Augenblick nur zeigen! – Sehet, jetzt erblickt er Mich! Er fällt nieder auf sein Angesicht und liebt, betet und weint, und es ist gut! Einen Augenblick nur für diese Zeit! – Wir aber wollen uns für ein nächstes Mal wieder der Sphäre eines fünften Geistes bedienen. Auch dieser euer Brudergeist soll euch führen wie der hier noch weinende und betende, welcher aber auch in unserer Gesellschaft verbleiben soll. Und so lassen wir es für heute wieder gut sein.
Titel: Das größte Wunder – das Herz des Menschen
Beitrag von: Maria am Juni 12, 2018, 07:36:11 Vormittag
Das größte Wunder – das Herz des Menschen

Die Sphäre des fünften Geistes

Geistige Sonne, Band 1, Kapitel 10

[GS.01_010,01] Kennet ihr nicht diesen Fünften, der sich schon vor uns befindet? Sehet nur hin, wie er euch freundlich anlächelt und einladet, in seine Sphäre zu kommen! Also gehet nur hin und besehet seinen Reichtum. Auch dieser Geist wird euch in seiner eigenen Sphäre erkenntlich und sichtbar bleiben und wird euch ein wenig herumführen in dem Bereiche der Schätze seines inneren Lebens. Und so denn begebet euch in seine Sphäre.

[GS.01_010,02] Ihr seid nun in seiner Sphäre, schlaget schon wieder von neuem eure Hände über dem Kopfe zusammen und seid nahe von Sinnen ob der wunderbaren, erhabenen Großartigkeit dessen, was ihr nun oberflächlichhin schauet. – Folget aber nun nur dem freundlichen Brudergeiste, und ihr werdet an seiner Seite Unerwartetes erfahren. Wie der vorige, so wird auch dieser euch ein Dolmetsch sein in Meinem Namen, und so denn höret, was euer Führer spricht.

[GS.01_010,03] O liebe Brüder und Freunde! Welch eine Wonne und welche Lust und Freude mir, daß ich euch hier wieder erschaue! Ihr kennet mich doch, daher folget mir in dieser meiner überseligen Sphäre. Ich will euch zeigen, welche Schätze der Liebe zum Herrn entstammen! Sehet, meine lieben Brüder, und du auch ganz vorzugsweise, mein geliebter Anselm, dorthin auf jene herrlichen Gebirge vor uns; da erst werdet ihr die Schätze meiner Seligkeit schauen!

[GS.01_010,04] Wir haben die Höhe des Gebirges erreicht. Sehet nun hin in die endlosen Fernen. So weit nur eures Geistes Blicke zu reichen vermögen, ja so weithin sich eure kühnsten und schnellsten Gedanken stürzen können, sehet alles dieses ist wie ein großes Fürstentum mir gegeben.

[GS.01_010,05] Ihr fraget mich zwar und saget: Aber lieber, seliger Bruder, bist denn du auch der Eigentümer von all den zahllosen prächtigen Palästen, die gleich aufgehenden Sonnen auf den runden Bergen strahlend prangen und auch der Eigentümer all der zahllosen Myriaden und Myriaden der seligen Geister, die wir allenthalben freundlich gegeneinander ziehen sehen? Gehören wohl all die zahllosen Prachtgärten mit den glänzenden Säulentürmen dir zu, die da unsere erstaunten Augen mit ihrem starken Lichte blenden?

[GS.01_010,06] Wie ist es denn mit jenen fernen Welten dort, die wir gleich aufgehenden Sonnen erblicken? Das helle Firmament mit den zahllosen herrlichsten Gestirnen, ist es auch dein? Und diese herrliche Sonne über unserem Haupte, deren Strahlen so mild und sanft die ganze Unendlichkeit zu erfüllen scheinen, wie steht es mit dieser? Zählst du sie auch zu deinem Eigentume?

[GS.01_010,07] Ja, meine geliebten Brüder, ich sage euch: Nicht nur dieses, was ihr sehet, sondern noch endlos mehreres, was ihr nicht zu sehen vermöget, ist ein Eigentum meiner Liebe! Liebe Brüder, ihr verwundert euch und saget: Aber lieber, seliger Bruder! Deine Erklärung lautet ja nahe also, als hätten sich Selbstsucht und Eigenliebe dir beigesellt, denn du sagst: Alles dieses und noch endlos mehreres ist ein Eigentum meiner Liebe. Die Liebe aber ist ja dein eigenes Ich und somit auch dein eigentliches Leben. Solltest du denn nicht wissen, daß da alles nur ein Eigentum des Herrn ist? – Wie kannst du denn demnach sagen, alles dieses sei ein Eigentum deiner Liebe?

[GS.01_010,08] Ja, meine lieben Brüder, eure Rede ist mir angenehm und euer Einwurf wohl begründet. Nur ist er hier nicht am rechten Platze angebracht. Denn so ihr urteilet von außen nach innen, so hat euer Urteil guten Grund. Hier aber muß jedes Urteil nur von innen nach außen allzeit treffend gehen, und sehet, da ist euer Urteil nicht am rechten Platze. Denn wenn ich sage: Alles dieses und noch endlos mehreres ist ein Eigentum meiner Liebe, so müßt ihr dabei von innen aus also urteilen, daß meine Liebe der Herr Selbst ist und ich keine andere Liebe habe und somit auch kein anderes Leben als nur das des Herrn!

[GS.01_010,09] Damit ihr aber, meine lieben Brüder und Freunde, recht gründlich einsehet, daß euer Urteil gegen mich ein äußeres war, so sage ich eurer eigenen notwendigen Beleuchtung halber, daß, so ihr saget: Alles dieses ist ein Eigentum des Herrn, ihr dadurch nur ein äußeres Bekenntnis ableget, daß ihr all solches nur dem Herrn zugestehet; aber bei solch einem Zugeständnisse ist der Herr wie das Geständnis noch außer euch. Wenn ihr aber saget: Solches alles ist ein Eigentum meiner Liebe, so gebet ihr dadurch aus euch kund, daß euer alles der Herr ist und wohne mit Seiner Liebe und Gnade als das ewige Leben in euch. Denn so ihr saget in der Liebe eures Herzens zum Herrn: Solches alles ist ein Eigentum meiner Liebe, so saget ihr damit ebensoviel, als da einst mein lieber, guter Freund, der alte Apostel Paulus, gesagt hatte, da er noch in seinem Fleische auf der Erde gewandelt hat: Nun lebe nicht mehr ich, sondern Christus lebt in mir! – Solches sagte ich euch nun darum, damit ihr daraus wisset, in welcher Weise alle unsere Rede geartet ist, denn auf der Erde ist nur eine äußere Rede, und muß da erst dringen in das Inwendige von außen her. Daher ist sie auch eine unsichere und selten treffende Rede, wenn sie nicht also gestaltet ist wie das Wort des Herrn, welches den Menschen von allen Seiten erfasset und ihn also durchdringet. Unsere Rede aber ist eine inwendige und hat kein Äußeres, daher ist sie auch allzeit treffend und ihr Ziel erreichend.

[GS.01_010,10] Gehet aber nun mit mir auf jenen Hügel dort vor uns, allda ihr einen herrlichen Palast erblicket. Sehet, wir haben kaum das Wort ausgesprochen, und wir sind auch schon da, wo wir sein wollten. Ihr saget nun: Der Palast ist herrlich und großartig, aber jener Tempel, den wir in der Sphäre unseres früheren Bruders geschaut haben, war großartiger. Ich aber sage euch: Urteilet nicht zu vorschnell, erst tretet in das Innere und dann vergleichet. Sehet, auch hier ist ein enges Pförtlein nur, durch welches man in diesen Palast gelangt. Also bücket euch, so gut ihr könnt, und folget mir. – Nun, wir haben das Pförtlein passiert und befinden uns im Palaste.

[GS.01_010,11] Was ist euch wohl, daß ihr wie erstarrt hin und wider blicket? Sehet, liebe Brüder, ich habe es euch ja vorausgesagt, daß ihr nicht vorschnell urteilen sollet. Hier liegt der Wert eines Dinges allzeit nur im Inwendigen und nie im Auswendigen. Darum ist auch das Inwendige allzeit erhabener und wunderbar großartiger als das Äußere, denn es verhält sich hier alles also wie das Wort Gottes auf der Erde. Schlicht und prunklos steht dasselbe durch den Buchstaben im Buche. So aber jemand in das schlichte Wort durch die enge Pforte der demütigen Liebe dringet, zu welch einer Wunderfülle gelangt er in einem einzigen Worte Gottes, das einfach und prunklos steht im Buche, aus Buchstaben zusammengesetzt. Ebenso, wie gesagt, verhält es sich auch hier.

[GS.01_010,12] Ihr habt es nicht geahnt, daß ihr in diesem einfachen Palaste eine Unendlichkeit, erfüllt von den Wundern Gottes, schauen werdet. Da ihr sie aber nun sehet, die zahllosen Weltenheere in geistig verklärtem Sein und seht Myriaden Herrlichkeiten und zahllose selige Bewohner auf denselben, so erstaunt ihr euch, wie solches möglich in einem von außen her so engen Palaste!

[GS.01_010,13] Ich sage euch aber: Dieses ist bei weitem kein so großes Wunder, als daß da das Herz eines Menschen werden kann zur Wohnstätte des heiligen Geistes aus der Liebe des ewigen Vaters, des unendlichen, überheiligen, allmächtigen Gottes!

[GS.01_010,14] Wollt ihr mit mir dorthin wandeln, wo sich auf einem ebenen Grunde voll des herrlichsten Glanzes ein wunderbarer runder Tempel erhebt, der umgeben ist mit drei Reihen der schönsten glänzenden Säulen und kein Dach hat, sondern statt desselben über sich ein leuchtendes Regenbogengefüge, das sich stets zu bewegen scheint? Ihr seid willens, und sehet, wir sind auch schon wieder an Ort und Stelle. – Habt ihr Lust, mit mir auch in diesen Tempel zu gehen? Ihr bejahet solches mit freudigen Herzen. So folget mir denn alsbald auch in diesen Tempel!

[GS.01_010,15] Nun sehet, wir sind schon darinnen. Ihr schlaget auch schon wieder eure Hände über dem Kopfe zusammen. Ja sehet, also ist es hier bei uns; im Inwendigen sind wir zu Hause. Darum lasset euch nicht beirren ob der noch größeren Wunderherrlichkeiten, die ihr da sehet; denn je tiefer wir dringen, desto herrlicher und wundervoller wird alles. Die allergrößte Liebe, Gnade und Wunderfülle aber ist in dem Allerinwendigsten, nämlich im Herrn! – Dahin zu gelangen wird keinem Geiste ewig je möglich sein, obschon er sich Ihm stets mehr und mehr nahen kann.

[GS.01_010,16] Ihr fraget mich, was wohl das Meer dort bedeute, das so herrlich strahlt, und unferne vom Ufer die herrliche Insel mit mehreren schönen Tempeln, vorzugsweise einem gar schönen auf einer schroffen Höhe? So ihr euch auch dahin mit mir begeben wollet, könnt ihr euch selbst überzeugen, was alles dieses ist. – Ihr wollt es, und seht, wir sind auch schon wieder am Ziele, denn über die Meere hier brauchen wir keine Schiffe; durch unseren Willen können wir überallhin gelangen, dahin wir nur immer wollen. Wollt ihr auch in diesen Tempel mit mir eingehen, so folget mir. Dieser Tempel aber soll seinem Inwendigen nach euch nicht enthüllt werden, sondern ihr werdet euch in selbem befinden wie in einem inwendigen Gebäude.

[GS.01_010,17] Nun sehet, wir sind schon darin. Euch gefällt diese wunderherrliche Bauart wohl recht gut. Aber sehet! Dort gegen das große Fenster hin, da ein rotes Licht hereindringt, wen erblicket ihr wohl dort? – Ihr saget, einen gar lieben, freundlichen Mann und eine ebenso liebenswürdige, freundliche Dame. Gehet nur mit mir und scheuet euch nicht im geringsten, denn diese Bewohner sind überaus freundlich und zuvorkommend. Sehet, beide erheben sich und eilen uns mit offenen Armen entgegen. Erkennet ihr sie noch nicht? So werdet ihr sie sicher erkennen, wenn sie vollends bei uns sein werden. Sehet, sie sind da. Lasset euch segnen von ihnen, denn er ist der Liebling des Herrn, der Apostel Johannes, und sie, o Brüder und Freunde, sie ist die Mutter des Fleisches des ewigen Wortes aus Gott! – Sie haben euch nun gesegnet; doch daß wir mit ihnen Worte wechseln möchten, solches ist noch nicht an der Zeit! Es wird sich aber im Verlaufe eures Hierseins wohl sicher fügen, daß ihr sowohl dem Johannes als der Maria näher kommen werdet denn jetzt. Mein Inneres sagt es mir: Bis hierher und nicht weiter soll ich euch führen. Also möget ihr wieder mit mir zurückkehren an die Stelle, da wir ausgegangen sind.

[GS.01_010,18] Nur eines möchte ich von euch erfahren. Ihr habt es zwar nicht bemerkt; meinem Blicke aber ist es nicht entgangen, daß diese beiden hohen Lieblinge des Herrn bei eurer Annäherung wie von einer wonnigen Ehrfurcht ergriffen wurden, der zufolge sie auch völlig sprachunfähig waren. Solches habe ich noch nie gesehen und war zu öfteren Malen schon an diesem Orte; ja er ist sogar der ausgezeichnetste Lieblingsaufenthalt für mich. Ihr schweiget und wollet mir nichts sagen. O Brüder! Eben diese eure Sprachlosigkeit läßt mich Großes, ja Allergrößtes ahnen; darum will ich auch nicht näher in euch dringen, und es geschehe darum wie allezeit des Herrn allerheiligster Wille!

[GS.01_010,19] Ihr fraget mich und saget: Aber lieber Bruder, wie werden wir wohl nun den Rückweg finden? Sehet, wo ihr euch befindet; dann erst fraget. Ihr saget nun: Wie war solches denn möglich? Wir sind ja schon an der Stelle, von wo wir ausgegangen sind! Ja sehet, da geht es wohl besser als mit euren Eisenbahnen auf der Erde. Wir haben nämlich unsere Stelle eigentlich gar nie verlassen, sondern es ward euch nur gestattet, in eben dieser meiner Sphäre, welche da ist die Gnade des Herrn, stets tiefere und tiefere Blicke in meine innere Liebe zu tun. Ihr brauchet daher nichts anderes als eure Blicke zurückzuziehen, um dadurch zu gewahren, daß ihr euch ganz wohlbehalten noch an der vorigen Stelle befindet. Und so habe ich euch nun nichts mehr zu sagen, als daß ich derjenige bin, der als euer Bruder auf der Erde den Namen Franz hatte. Somit habe ich an euch meinen innern Auftrag erfüllt, und so möget ihr auch wieder aus meiner Sphäre treten.

[GS.01_010,20] Nun, wie hat euch dieses alles gefallen? Ihr seid ganz wonneentzückt. Ja, solches ist wohl gut; aber es ist noch nicht alles. Sehet, da kommt schon ein sechster Geist in unsere Gesellschaft. Dieser ist nicht mehr heimisch auf dieser geistigen Sonne, sondern er ist ein Einwohner Meiner heiligen Stadt. In seiner Sphäre werdet ihr zwar auch nur Dinge der geistigen Sonne schauen; aber ihr werdet sie in einem ganz anderen Lichte, als es bis jetzt der Fall war, erblicken. Daher bereitet euch wohl vor, denn Ich sage es euch: Es wird alles gar stark ein anderes Gesicht bekommen.

[GS.01_010,21] Dieser zweite Bruder von euch hat auch gewünscht, euren Grund zu sehen. Ich sage aber: Er ist noch nicht reif dazu. Ein Augenblick wäre zuviel für ihn; doch aber wollen wir ihn Meine Nähe empfinden lassen. – Sehet hin, wie er verklärt wird, und wie er aus seiner innersten Tiefe wonneseufzend ausruft: O heiliger Vater, Du kannst nicht mehr ferne sein; denn die nie geahnte Seligkeit meiner Liebe sagt es mir, daß Du uns nahe bist! Wann doch werden wir einmal aller Seligkeiten höchste genießen, Dich, o heiliger Vater, zu schauen in der allergrößten Liebe unseres Herzens? – Ich sage euch: Diesen Geistern wird bald, ja gar bald solche Gnade gewährt werden! Wir aber wollen uns vorbereiten für die fernere Anschauung bis zur nächsten Gelegenheit; und somit gut für heute.
Titel: Erlösende Tätigkeit im Jenseits
Beitrag von: Maria am Juni 12, 2018, 07:38:26 Vormittag
Erlösende Tätigkeit im Jenseits

B.D. 6662 empfangen am  5.10.1956

Und ihr werdet euch beteiligen können an dem Erlösungswerk, denn das ist eure Tätigkeit im jenseitigen Reich, wenn ihr selbst so weit ausgereift seid, um eine Tätigkeit zugewiesen zu bekommen: Ihr werdet Licht hineintragen in die Dunkelheit, weil ihr selbst es erfahren habt, wie qualvoll es ist, in der Dunkelheit wandeln zu müssen, und welche Glückseligkeit euch das Licht bereitet hat. Keine Seele wird untätig sein, die selbst erlöst ist, und jede Seele wird daher eingegliedert in die Schar derer, die Erlösungsarbeit leisten.

Denn sie alle werden von der Liebe in sich angetrieben, zu helfen den Unglückseligen, sie zurückzuführen zu Gott, für Den sie nun schaffen und wirken unermüdlich, weil sie gleichen Willens sind und Liebe-erfüllt zu Ihm. Und so auch ist die Erlösung alles Geistigen garantiert, wenn auch noch endlose Zeiten vergehen werden, bis alles Geistige zurückgefunden hat zu Gott, von Dem es einst sich trennte im freien Willen. Aber dieser freie Wille ist auch bestimmend für die Dauer des Erlösungsvorganges jeder einzelnen Seele.

Es kann sich die Seele auch wehren und ihre Rückkehr zu Gott noch endlos lange verzögern, doch immer nehmen sich die schon erlösten Seelen ihrer an, weshalb also kein Mensch auf Erden und keine Seele im jenseitigen Reich völlig ohne Hilfe ist und so auch zu erklären ist, daß ihnen immer wieder Gelegenheit geboten wird, den Weg der Rückkehr zu Gott zu betreten, weil er ihnen gezeigt wird.

Wenn sich nun im Erdenleben die Menschen hartnäckig verschließen jeder Anregung, den geistigen Weg zu beschreiten, dann öffnen sich diesen Seelen auch immer wieder im Jenseits Lichtspalten, die ihnen jenen Weg erkenntlich werden lassen, weil es die Lichtseele erbarmt, wenn jene Seelen in tiefer Dunkelheit dahingehen. Und also setzet nun die Tätigkeit der erlösten Wesen ein, auch diesen armen Seelen zur Erlösung zu verhelfen. Darum ist keine Seele ohne einen Wirkungskreis, wie auch keine finstere Seele ohne Führung ist, nur der freie Wille der letzteren den Erfolg bestimmt.

Ist aber das Erlösungswerk an einer einzigen Seele gelungen, dann ist wieder für die finstere Welt eine erlösende Kraft gewonnen, die wieder unvorstellbare Arbeit leisten kann und leisten wird, weil sie nun liebeerfüllt ist und in ihrer Dankbarkeit jede erdenkliche Hilfe zu leisten bereit ist. Und es hat jede Seele ihren Anhang, an dem sie besonders eifrig wirken wird, auch wenn sie lange Zeit auf Widerstand stößt. Ihre Liebe aber läßt nicht nach, und Liebe wird immer erlösen, weil sich der Liebe kein Wesen auf die Dauer widersetzen kann.

Es könnte zwar auf der Erde schon die restlose Erlösung stattfinden, weil Jesus Christus dafür gelitten hat und am Kreuz gestorben ist, daß die Menschen nun Kraft beziehen können, daß sie der Gnaden des Erlösungswerkes sich teilhaftig machen können, wenn sie es wollen. Aber den Willen hat auch Jesus Christus nicht unter Zwang gesetzt, und dieser also wertet das Erlösungswerk aus oder er lässet es ungenützt. Aber was auf Erden versäumt wurde, kann im Jenseits fortgesetzt werden, weil auch dort Erlöserarbeit geleistet wird und Jesus Christus auch dann noch angerufen werden kann um Seine Gnade und Erbarmung.

Und jede Seele, die selbst zu Ihm gefunden hat, die durch Ihn erlöst wurde von Sünde und Tod, wird auch auf Ihn hinweisen, sie wird jeder unerlösten Seele Seine Liebe vorstellen, sie wird deren Gedanken auf das große Erbarmungswerk des Menschen Jesus hinlenken und also jede noch unerlöste Seele dem göttlichen Erlöser Jesus Christus zuzuführen suchen.

Und ihrer ständig wachsenden Liebe wird es auch gelingen, denn die Liebe erreichet alles, und die Liebe kann nicht anders, als sich zu beteiligen an dem Erlösungswerk, das mit dem Kreuzestod Jesu begann und nimmermehr aufhören wird, bis alles noch unerlöste Geistige frei ist von jeder Fessel und darum auch zum Leben und zur Seligkeit gelangt ist, bis die Rückkehr zu Gott restlos erfolgt ist, bis alles von Gott ausgegangene Geistige heimgekehrt ist ins Vaterhaus.
Amen
Titel: Die Weltenuhr und „die letzte Zeit“. „Das neue Jerusalem“
Beitrag von: Maria am Juni 12, 2018, 07:42:23 Vormittag
Die Weltenuhr und „die letzte Zeit“. „Das neue Jerusalem“ aus der Sphäre Swedenborgs

Die Sphäre des achten Geistes

Geistige Sonne Band 1, Kapitel 16

[GS.01_016,01] Unser gastlicher Freund ist schon hier; daher tretet nur sogleich in seine Sphäre. Diesen Geist sollet ihr auch wieder in seiner Sphäre sehen und von ihm ein wenig herumgeführt werden. Habt aber wohl acht auf das, was er euch zeigen und was er euch sagen wird, denn aus dem wird euch so manches bis jetzt noch unrichtig Aufgefaßte klar werden. – Ihr befindet euch schon in seiner Sphäre, so denn haltet euch auch an ihn; denn er ist ein tüchtiger Wegweiser und ist viel Weisheit in ihm aus Mir. Unterwegs werdet ihr schon noch erfahren, wer eigentlich dieser Geist ist. Und so denn höret ihn nun und folget ihm auch!

[GS.01_016,02] Der Geist spricht soeben zu euch: Kommet, kommet liebe Brüder, nach dem Willen des Herrn; ich will euch führen in das Reich der Wahrheit und in das Reich der Liebe!

[GS.01_016,03] Sehet dort gegen Morgen hin ein überaus majestätisch schönes Gebirge. Sehet, wie die göttliche Sonne, in welcher der Herr ist, schon hoch über dem Gebirge steht, und wie herrlich ihre Strahlen gleich denen einer lieblichen Morgenröte hereinfallen in die Täler und andere Vertiefungen der Welt!

[GS.01_016,04] Sehet auch bei dieser Gelegenheit ein wenig zurück; da erblicket ihr ein großes Meer, welches gar viele und große Wogen auf seiner Oberfläche bewegt. Über den Wogen erblicket ihr viele Schiffe, da sind etliche groß und etliche klein. Ihr sehet, wie die Wogen sich dem Ufer zudrängen, um diese herrlichen Sonnenstrahlen in sich zu saugen. Die Schiffe auf dem großen Meere haben auch ihre Segel also gerichtet, daß sie gleich den Wogen dem erleuchteten Ufer zusegeln. Dadurch möget ihr die heimliche Kraft der Strahlen aus jener göttlichen Sonne erkennen, in welcher der Herr wohnt.

[GS.01_016,05] Aber nun begeben wir uns auf jenes Gebirge dort. Da wollen wir Dinge von ganz anderer Art schauen und sehen, wie sich dort die göttliche Wahrheit artet. Ihr fraget und saget: Aber unser lieber geistiger Freund und Bruder! Jenes glänzende Gebirge scheint noch gar ferne zu sein; wie werden wir es sobald erreichen? O liebe Freunde und Brüder! Sorget euch dessen nicht, denn unser eigener Wille wird uns alsobald dahin bringen. Ihr wollet mit mir, und sehet, wir sind schon an Ort und Stelle!

[GS.01_016,06] Ihr saget: O lieber geistiger Freund und Bruder, hier ist es unendlich herrlich, hier möchten wir wohl bleiben; denn so etwas Herrliches, wie die Aussicht von diesem hohen Gebirge ist, ist noch nie in unsere Sinne auch nur ahnungsweise gekommen.

[GS.01_016,07] Ihr erblickt dort gegen Mittag etwas Sonderbares und wißt euch nicht zu raten, was es ist. Ihr sehet an einer vom hohen Firmamente herabhängenden Goldstange eine Sonne hängen, und diese bewegt sich ernst langsam gleich einem Uhrperpendikel hin und her. Da möchtet ihr wohl wissen, was das sei? – Ich sage euch: Bewegen wir uns nur näher hin, und ihr sollet der Sache alsbald auf die Spur kommen.

[GS.01_016,08] Sehet ihr dort hinter diesem großartigen Sonnenperpendikel ein überaus großes viereckiges Gebäude, welches sich staffelartig und pyramidenförmig auch bis unter das hohe scheinbare Himmelsfirmament mit seiner Spitze erhebt? Dorthin wollen wir gehen und dieses Gebäude ein wenig näher beschauen. Die Inschrift auf der einen Seite wird uns vorerst sagen, was es damit für eine Bewandtnis hat. Ihr wollet, und sehet, wir sind auch schon an Ort und Stelle!

[GS.01_016,09] Da sehet einmal hinauf. Auf der zehnten Staffel sehet ihr zwei große leuchtende Pyramiden stehen; leset, was auf einer jeden geschrieben steht. Ihr saget: Die Schrift ist uns unbekannt. Nun wohl denn, so will ich es euch vorlesen. Auf der Pyramide zu unserer linken Seite steht geschrieben: Das ist der große Zeitmesser für die geschaffenen Dinge. Und auf der anderen Pyramide steht: Einzig richtige Bewegung aller Dinge und Ereignisse nach der göttlichen Ordnung! Aus diesen beiden Inschriften werdet ihr schon leicht erraten können, was diese Erscheinung besagt.

[GS.01_016,10] Nun aber erhebet euch mit mir wenigstens bis zur halben Höhe dieses Gebäudes, da werden wir das Zifferblatt dieser großen Weltenuhr erschauen, und ihr werdet daraus sehr leicht ersehen, um welche Zeit es nun ist!

[GS.01_016,11] Sehet, wir sind schon wieder an Ort und Stelle. Ihr wundert euch, daß dieses Zifferblatt nur auf der einen Seite, auf der linken nämlich, mit Ziffern, und zwar ebenso wie eure Uhren von eins bis zwölf bezeichnet ist. Die Seite rechts, welche dem Morgen zugewendet ist, ist aber gänzlich zifferleer. Dies kommt daher, weil hier die abendliche Seite nur das Zeitliche besagt, die gegen Morgen aber das Ewige und somit Geistige.

[GS.01_016,12] Als alle materielle Schöpfung gegründet ward, da stand dieser große leuchtende Zeiger abwärts auf der Zahl eins, welche ihr noch stark leuchtend erblicket.

[GS.01_016,13] Wo steht aber dieser Zeiger jetzt? – Ihr saget: Er steht ja schnurgerade aufwärts, und zwar schon nahe am Ende der letzten Zahl. Zwei kleine Punkte hat er noch zu überschreiten, und seine Spitze ist draußen am zifferlosen leuchtenden Felde. Wißt ihr wohl, was solches bedeutet? – Sehet, das bedeutet „die letzte Zeit“!

[GS.01_016,14] Aber ihr fraget: Werden denn hernach alle Dinge aufhören zu sein, wenn der Zeiger in das freie, weiße Feld hinaustreten wird? – Solches wird uns ein nächstes, höherstehendes Zifferblatt kundgeben. Gehet daher mit mir um einige Stufen höher!

[GS.01_016,15] Sehet, da ist schon ein anderes Zifferblatt. Was erblicket ihr auf diesem? – Ihr saget: da erblicken wir ja gerade ein umgekehrtes Verhältnis; die Seite gegen Abend gewendet ist dunkel und zifferlos, die Seite gegen Morgen aber ist hier mit neuen helleuchtenden Ziffern bezeichnet. Da aber steht die Einheit zuoberst und die Zahl zwölf zuunterst. Der große Zeiger berührt ja schon die erste Spitze der Einheit, welche leuchtet wie ein heller Morgenstern. Jede Ziffer, die von der Einheit fort nach abwärts den großen Kreis steigt, leuchtet stets mehr und mehr, und der Glanz der letzten Zahl ist gleich dem der Sonne, die dort im Morgen so überaus herrlich strahlt! Ihr habt die Sache richtig befunden; aber was besagt sie?

[GS.01_016,16] Solches sollet ihr sogleich erfahren. Sehet, so greift eine alte, finstere Zeit in eine neue, lichte. Darum also werden die Dinge nicht vergehen, sondern es wird ihnen nur „eine neue Zeit“ gegeben werden. – Und wie die erste Zeit war eine Zeit des Unterganges, eine Zeit der Nacht, so wird diese kommende Zeit eine Zeit des Aufganges sein und eine Zeit des Tages! – Nun begreifet ihr dieses große Uhrwerk. Lasset uns darum unsere Blicke wieder von da hinweg wenden, und die Dinge näher betrachten, die noch um uns in einer endlosen Fülle wunderbarst zu schauen sind.

[GS.01_016,17] Ihr sehet dort gegen Mittag hin ein außerordentlich großes viereckiges Gebäude, das einem überaus großen Würfel gleicht und eine Länge von nahezu zwölftausend Klaftern hat. Es ist so hoch und so breit, wie es lang ist. In der Höhe auf den vier Ecken erblicket ihr vier riesige Menschengestalten, und zu ihren Füßen seht ihr vier verschiedene Tiere. Wir wollen uns sogleich hinbegeben und sehen, was die ganze Sache ist. Ihr wollet, und so denn sind wir auch schon, wie ihr sehet, auf der glänzenden Fläche dieses großen Würfels. Da sehet hin, in der Mitte dieser glänzenden Fläche ist noch ein kleiner, überstark leuchtender Würfel, auf dem Würfel liegt ein vollends entsiegeltes Buch.

[GS.01_016,18] Das siebente Siegel seht ihr ebenfalls schon entsiegelt; und aus diesem Siegel sehet ihr entsteigen allerlei riesenhaftes Gebilde. Viele Geister, mit weißen Kleidern angetan und mit großen Posaunen in ihrer Hand, fliehen nach allen Seiten hin. Sehet, dort stößt einer in die Posaune, und der Posaune entstürzen allerlei, als: Krieg, Teuerung, Hungersnot, Pest; – sehet, dort stößt ein anderer in seine Posaune, und dieser entstürzt ein verheerend Feuer; wo es hinfällt, verzehrt es alles, und die härtesten Steine macht es zerfließen wie Wassertropfen auf glühendem Eisen. Sehet wieder dort, ein anderer stößt in seine Posaune, und eine große Wasserflut, welche angefüllt ist mit allerlei Geschmeiß, entstürzt derselben; – und sehet, dort in der Tiefe unten die alte Erde, wie sie ersäuft in dieser Flut. – Und sehet dort, ein vierter stößt in seine Posaune, und ein großer feuriger Drache stürzt gebunden und geknebelt dort hinab, wo ihr sehet in endloser Tiefe ein unermeßliches Feuermeer wallen.

[GS.01_016,19] Aber nun sehet die vier großen, riesigen Gestalten an den Ecken; auch sie sind mit großen Posaunen versehen. – Sehet, der gegen Mitternacht stößt gewaltig in dieselbe; und ein Geist entstürzt der Posaune, mit einer großen Geißel zu züchtigen die Erde; – und sehet, der gegen Abend stößt ebenfalls in seine Posaune, und derselben entstürzt ein anderer Geist, einen glühenden und feurigen Besen in seiner Hand tragend, zu fegen das Erdreich vom Unrate. – Und sehet, dort gegen Mittag stößt der große Geist ebenfalls in seine Posaune, und eine Menge Geister entstürzt derselben mit allerlei Samenkörben versehen, um zu legen eine neue Frucht in das gefegte Erdreich. – Und nun sehet, der Geist gegen Morgen hin stößt ebenfalls in seine Posaune; derselben entstürzt ein leuchtendes Gewölk. Zahllose Scharen erblicket ihr auf demselben. Zuoberst dieses Gewölkes erblicket ihr ein leuchtendes Kreuz, und auf dem Kreuze steht ein Mensch so sanft, so mild wie ein Lamm!

[GS.01_016,20] Sehet, dieses ist das Zeichen des Menschensohnes. Und somit haben wir auch auf diesem Platze alles gesehen, was euch hier zu sehen und zu schauen zugelassen werden kann; – und das alles ist das Licht der Wahrheit, aus dem ihr diese Dinge schauet.

[GS.01_016,21] Aber ihr richtet soeben eure Blicke gegen Morgen hin und erschauet zu eurer größten Verwunderung eine überaus herrliche, große Stadt, welche leuchtet wie die herrliche Sonne über ihr! – Ihr möchtet wohl wissen, was diese Stadt ist und möchtet sie auch näher beschauen? Ihr wollet! – und sehet, die Stadt ist vor unseren Augen!

[GS.01_016,22] Wie gefällt es euch hier? – Ihr saget: Unendlich, unaussprechlich wohl und gut, denn hier atmen wir ja lauter Liebe; und alles, was wir ansehen, hat einen überaus sanften, milden und liebeatmenden Charakter. Ihr sprechet weiter: Wie herrlich erglänzen die Mauern dieser Stadt; wie überaus erhaben und prachtvoll sind die Tore, und welch ein unbeschreiblich herrliches Licht strahlt uns aus jeglichem Tore entgegen! Welche zahllosen überseligen Engelsgeisterscharen wandeln da aus und ein! – Oh, da muß es sich wohl gut wohnen lassen!

[GS.01_016,23] Ihr saget, daß ihr wohl auch das Innere dieser Stadt beschauen möchtet. Auch solches könnt ihr nun tun. Aber ich sage euch voraus: Diese Stadt ist so endlos groß, daß wir sie wohl in alle Ewigkeit der Ewigkeiten mit der größten Gedankenschnelligkeit nicht umfassend durchwandern können. Denn diese Stadt wird erst groß, ja stets unendlich größer und größer, je tiefer jemand in ihr Inneres dringt. Daher werden wir uns auch nur einem Tore nahen und durch dasselbe einen Blick in das Innere der Stadt tun.

[GS.01_016,24] Ihr saget nun: Um des allmächtigen Herrn willen! Welch eine endlose Pracht und welch unübersehbare Häuserreihe! Diese Gasse, die wir hier erblicken, scheint ja nimmer ein Ende zu haben. Ja, ich sage es euch auch: Ihr dürftet durch diese Gasse ewig fortwandeln, und nimmer würdet ihr zu einem entgegengesetzten Ende gelangen; und solche Gassen und Plätze gibt es unzählbar viele in dieser Stadt. – Wollt ihr aber wissen, wie diese Stadt heißt, da leset nur die Inschrift über diesem Tore; sie lautet: Die heilige Stadt Gottes, oder das neue Jerusalem.

[GS.01_016,25] Ich aber, der euch hierhergeführt hat, bin der Geist Swedenborgs; und somit habt ihr auch alles das gesehen, was zu sehen euch vom Herrn aus in meiner Sphäre vergönnt war. – Und so kehren wir wieder zurück. Sehet, hier sind wir schon, von wo wir ausgegangen sind. Tretet nun aus meiner Sphäre zu Dem hin, der euer harret und dessen Name ist: Heilig, heilig, heilig!!! – Nun, ihr seid wieder hier; habt ihr euch alles wohl gemerkt?

[GS.01_016,26] Ihr bejahet es. Ich aber sage euch: Was ihr noch nicht verstehet daran, das wird euch zu seiner Zeit, und zwar in der Sphäre des nächsten Geistes leuchtender werden. Und somit gut für heute!

Titel: Sehn wir uns wohl einmal wieder!
Beitrag von: Maria am Juni 12, 2018, 08:03:01 Vormittag
             Sehn wir uns wohl einmal wieder               
dort im hellen, ew'gen Licht,
wo kein Schmerz uns mehr drückt nieder,
dort vor Jesu Angesicht?
Sehn wir uns, sehn wir uns, sehn wir uns,
sehn wir uns wohl einmal wieder,
dort im hellen, ew'gen Licht?
Ja gewiß, wir sehn uns wieder
in dem Land der Herrlichkeit,
singen selig unsre Lieder,
wenn wir recht gekämpft im Streit.
Ja gewiß, ja gewiß, ja gewiß,
ja gewiß, wir sehn uns wieder
in dem Land der Herrlichkeit.
Sehn wir uns als Gottes Kinder
nach des Lebens stürm'scher Fahrt
in dem Land der Überwinder,
um den Thron des Lamms geschart?
Sehn wir uns, sehn wir uns, sehn wir uns,
sehn wir uns als Gottes Kinder
nach des Lebens stürm'scher Fahrt?
Ja, wir sehn auch all die Lieben,
die gestorben in dem Herrn
und längst warten auf uns drüben
in den Landen, weit und fern.
Ja, wir sehn, ja, wir sehn, ja, wir sehn,
ja, wir sehn auch all die Lieben,
die gestorben in dem Herrn.
Hören wir auch dann die Chöre
der erlösten Jubelschar,
wenn sie bringen Preis und Ehre
Gott, dem Herrn, anbetend dar?
Hören wir, hören wir, hören wir,
hören wir auch dann die Chöre
der erlösten Jubelschar?
Ja noch mehr! Wer kann es sagen?
Wir sehn Jesum, Gottes Sohn,
und wir werden mit ihm tragen
dort des ew'gen Lebens Kron'.
Ja noch mehr, ja noch mehr, ja noch mehr,
ja noch mehr! Wer kann es 'sagen?
Wir sehn Jesum, Gottes Sohn.


Karl Michael Fruth