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Entsprechungswissenschaft - Was die Entsprechung ist 815

Administrator Beiträge: 10837 Forumgründer *****
Entsprechungswissenschaft - Was die Entsprechung ist
« am: Juli 10, 2016, 12:38:10 Nachmittag »
Entsprechungswissenschaft - Was die Entsprechung ist

Es ist heutzutage aus verschiedenen Ursachen unbekannt, was Entsprechung ist. Der wichtigste Grund liegt darin, dass der Mensch infolge seiner Selbst- und Weltliebe sich vom Himmel entfernt hat. Denn wer sich und die Welt über alles liebt, trachtet nur nach weltlichen Dingen, weil diese den äußeren Sinnen schmeicheln und die Genusssucht befriedigen, nicht aber nach geistigen Dingen, die die inneren Sinne ansprechen und das Gemüt erfreuen. Diese weist man zurück und sagt, sie stünden zu hoch, um als Denkobjekte in Frage zu kommen. Anders verhielten sich die Alten. Ihnen galt die Wissenschaft der Entsprechungen als vornehmste aller Wissenschaften. Durch sie gelangten sie auch zu Einsicht und Weisheit; durch sie hatten die Angehörigen der Kirche Gemeinschaft mit dem Himmel; denn die Wissenschaft der Entsprechungen ist eine Engelwissenschaft. Die Urmenschen, welche himmlische Menschen waren, dachten wie die Engel aus der Entsprechung selbst. Darum redeten sie auch mit den Engeln, und der Herr erschien ihnen des öfteren und belehrte sie. Heutzutage aber ist diese Wissenschaft so gänzlich verloren gegangen, dass man nicht einmal mehr weiß, was Entsprechung überhaupt ist.
So muss nun gesagt werden, was und welcher Art Entsprechung ist, denn ohne diese Kenntnis kann nichts von der geistigen Welt und ihrem Einfluss in die natürliche klar erkannt werden, ja nicht einmal, was das Geistige gegenüber dem Natürlichen darstellt. Ohne sie wird nichts von allem deutlich, was den Geist des Menschen, die sogenannte Seele, die Einwirkung des Geistes auf den Körper, noch auch, was den Zustand des Menschen nach dem Tode betrifft. Damit wird nun auch der Weg zum Folgenden gebahnt.
Zuerst also soll gesagt werden, was Entsprechung ist: Die ganze natürliche Welt entspricht der geistigen, und zwar nicht nur im allgemeinen, sondern auch im einzelnen. Deshalb heißt alles, was in der natürlichen Welt aus der geistigen heraus entsteht, Entsprechendes. Man muss wissen, dass die natürliche Welt aus der geistigen entsteht und besteht, ganz wie die Wirkung aus ihrer wirkenden Ursache. Zur natürlichen Welt gehört alles räumlich Ausgedehnte, das unter der Sonne ist und aus ihr Wärme und Licht empfängt, und zu dieser Welt gehört auch alles, was von jener aus besteht. Die geistige Welt aber ist der Himmel, und es gehört alles zu ihr, was in den Himmeln ist.
Weil der Mensch ein Himmel und auch eine Welt in kleinster Gestalt ist, nach dem Bilde des größten, darum findet sich bei ihm sowohl die geistige als auch die natürliche Welt: die innerlichen Bereiche, die zu seinem Gemüt gehören und sich auf Verstand und Willen beziehen, bilden seine geistige Welt, die äußerlichen aber, die seinem Körper angehören und sich auf dessen Sinne und Handlungen beziehen, stellen seine natürliche Welt dar. Als Entsprechendes wird daher alles bezeichnet, was in seiner natürlichen Welt, also in seinem Körper und dessen Sinnen und Handlungen, aus seiner geistigen Welt heraus entsteht, also aus seinem Gemüt und dessen Verstand und Willen.
Das Wesen der Entsprechung kann man beim Menschen an seinem Angesicht erkennen. In einem Gesicht, das nicht gelernt hat, sich zu verstellen, zeigen sich alle Gemütsbewegungen in natürlicher Form wie in einem Abdruck. Daher wird auch das Antlitz der “Spiegel der Seele” genannt, in dem sich des Menschen geistige Welt in seiner natürlichen Welt darstellt. Ebenso drücken sich die Überlegungen des Verstandes in der Rede und die Regungen des Willens in den Bewegungen des Körpers aus. Was immer also im Körper vorgeht, sei es im Gesicht, sei es in der Rede, sei es in den Gebärden, heißt Entsprechendes.
Hieraus ist auch ersichtlich, was der innere und was der äußere Mensch ist; denn der innere wird der geistige Mensch genannt und der äußere der natürliche. Ferner erkennt man daraus, dass der eine vom anderen so verschieden ist, wie der Himmel von der Welt, und dass alles, was im äußeren und natürlichen Menschen geschieht und entsteht, vom inneren oder geistigen Menschen ausgeht und wirkt.
Bisher war die Rede von der Entsprechung des inneren oder geistigen Menschen mit seinem äußeren oder natürlichen Menschen. Im Folgenden soll vom Entsprechungsverhältnis des ganzen Himmels zu den einzelnen Teilen des Menschen gehandelt werden.
Es wurde gezeigt, dass der ganze Himmel einen einzigen Menschen darstellt und ein Mensch im Bilde ist, weshalb er auch der größte oder Großmensch heißt. Es wurde ferner gezeigt, dass infolgedessen die Engelgesellschaften, aus denen der Himmel besteht, geordnet sind wie die Gliedmaßen, Organe und inneren Teile im Menschen. Demnach befinden sich einige im Haupt, einige in der Brust, andere in den Armen oder in deren einzelnen Teilen. Die Gesellschaften nun, die sich in einem gewissen Gliede des Großmenschen befinden, entsprechen dem gleichen Glied im Menschen, so z.B. die im Haupt befindlichen dem Haupt des Menschen, die in der Brust befindlichen der Brust des Menschen, die in den Armen den Armen des Menschen, und so bei den übrigen. Der Mensch besteht überhaupt nur infolge dieser Entsprechung, hat er doch nirgends anders her als aus dem Himmel sein Bestehen. <HIHÖ 87-92>
Alles, was dem Glauben und was der Liebe angehört, führt eine Vorstellung mit sich, die sich aus solchen Dingen bildet, die der Mensch kennt; denn ohne eine Vorstellung aus erkennbaren und sinnlich wahrnehmbaren Dingen kann der Mensch nichts denken, und er denkt erst dann richtig, auch über Sachen des Glaubens und der Liebe, wenn er aus Entsprechungen denkt, denn die Entsprechungen sind natürliche Wahrheiten, in denen sich wie in Spiegeln die geistigen Wahrheiten abbilden. In dem Maße, als man außerhalb derselben sich Vorstellungen von geistigen Dingen bildet, macht man sich daher entweder Vorstellungen aus Sinnentäuschungen, oder aus unnötigen Begriffen. <HG 9300>